Filmkritik: „The Devil’s Candy“ (2015)

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THE DEVIL’S CANDY

Story

 
 
 

Eine kleine Familie zieht auf’s Land. Doch im neuen Heim geht es bald nicht mit rechten Dingen zu, denn Vater Jesse beginnt plötzlich mysteriöse Stimmen zu hören.

 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S CANDY – Kritik

 
 
 
Rockmusiker und Metalheads sind ungepflegt, aggressiv und ständig betrunken. Ein Vorurteil mit dem schon so einige Filme in der letzten Zeit aufgeräumt haben. Dass Liebhaber und Macher lauter Gitarrenklänge eigentlich nur selten den Klischees entsprechen – wie sie zum Beispiel Regisseur ROB ZOMBIE in seinen Horrorwerken beinahe übertrieben zelebriert – hat sich auch unter Filmfans rumgesprochen. So dürften zuletzt Streifen wie METALHEAD und DEATHGASM in Erinnerung geblieben sein, die gezeigt haben, dass Anhänger jener Musikgattung im Grunde genommen anständige Leute sind. Selbiges ist natürlich auch im Okkult-Schocker THE DEVIL’S CANDY der Fall, der sich mit Figuren auseinandersetzt, die eine Leidenschaft für Heavy Metal hegen. Auch hier wird dem Zuschauer die Voreingenommenheit genommen, denn Regisseur SEAN BYRNE hält Abstand von Vorurteilen und zeigt tugendhafte Charaktere, die eben ab und an mal Metallica hören. Knapp sechs Jahre hat sich der ambitionierte Filmemacher für den nächsten Ausflug ins Horror-Genre Zeit gelassen. Das lange Warten verwundert, hat doch SEAN BYRNE mit dem Debütwerk THE LOVED ONES vor Jahren bitterböse Horror-Unterhaltung abgeliefert, die vor allem wegen ihres rabenschwarzen Humors von Kritikern und Fans gelobt wurde. Offenbar wollte der Regisseur keine Eintagsfliege abliefern und hat sich Zeit für Qualitätsarbeit gelassen. Eine im Grunde genommen hervorragende Einstellung. Dennoch ist THE DEVIL’S CANDY nicht das geworden, was man nach dem gefeierten Erstling erwartet hat. Dazu fehlt es dem Streifen an Neuerungen, Ideen und Tiefe. Trotzdem ist THE DEVIL’S CANDY weit weg von schlecht, denn dank düsterer Aufmachung und guter Darsteller wird kurzweiliges Horror-Futter geboten, das kaum Längen besitzt.
 
 
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Schönes Landleben und mehr Inspiration. Um kreativer arbeiten zu können, zieht der Künstler und Heavy Metal begeisterte Jesse Hellman (ETHAN EMBRY aus LATE PHASES) zusammen mit Frau und Tochter in ein abgelegenes Landhaus, das günstig zu haben war. Die Gründe für den niedrigen Kaufpreis lassen der Familie die Haare zu Berge stehen. Darin soll der psychisch kranke Ray Smilie (PRUITT TAYLOR VINCE aus 13 SINS) die eigenen Eltern ermordert haben, weil es ihm Satan höchstpersönlich befohlen hat. Doch die neuen Eigentümer lassen sich nicht die Freude am Heim durch gruseligen Geschichten nehmen. Familienvater Jesse zieht sich in den Schuppen zurück, um Geld mit gemalten Bildern zu verdienen, während sich Tochter Zooney an der neuen Schule mehr schlecht als recht durchschlagen muss. Leider wird aus Glück bald Angst. Der neue Hausherr hört plötzlich Stimmen und malt in Trance Werke, die einen kalten Schauer einjagen. Darauf sind schreckliche Visionen zu sehen, die nichts Gutes erahnen lassen. Doch verstörende Gemälde sind bald das kleinere Übel. Der verwirrte Elternmörder steht nämlich bald wieder vor der Tür und hat keine Blumen dabei. Der hat seine Pflicht zu erfüllen und will Satan zufriedenstellen. Leider hat der labile Eigenbrötler nicht mit dem engen Zusammenhalt der Familie Hellman gerechnet. Mit vereinten Kräften nimmt man den Kampf gegen das Böse in Menschengestalt auf. Blut ist eben immer noch dicker als Wasser.
 
 
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Behutsamer Aufbau von unheimlicher Atmosphäre nach altmodischer Machart. Trotz lauter Gitarren-Sounds und ein wenig Hardrock ist THE DEVIL’S CANDY kein hektisch und reißerisch erzählter Horrorstreifen, der im Blut watet. Davon gibt es nämlich so gut wie gar keins im Film zu sehen, denn Regisseur SEAN BYRNE verzichtet auf Holzhammermethoden und versucht Unbehagen durch gruselige Atmosphäre zu erzeugen. Dementsprechend dunkel ist das Szenario auch, das anfangs einen weiteren Spukhaus-Grusler vermuten lässt, sich später aber zum dichten Serienkiller-Thriller entwickelt. Das Böse manifestiert sich diesmal nicht – wie man wohl meinen würde – als spukender Geist, sondern ist als unbeholfener Fettsack unterwegs, der von der Stimme des Teufels zu schrecklichen Taten angestiftet wird. Dabei macht SEAN BYRNE von interessanten Interpretationsansätzen Gebrauch. Statt den Teufel am Ende höchstpersönlich als fiese Kreatur durchs Bild sausen zu lassen, verzichtet der Filmemacher auf schauriges Kreaturen-Design. So erklärt ein TV-Pfarrer im Film, dass Satan keiner Gestalt bedarf. Der Teufel schlummert in jedem von uns und wird einzig durch grauenhafte, hasserfüllte Taten am Leben erhalten. Das macht THE DEVIL’S CANDY weitaus beängstigender, weil hier ein unscheinbarer Außenseiter plötzlich grausame Verbrechen an Kindern ausübt, die gerade wegen ihrer zurückhaltenden Zeigefreudigkeit das Kopfkino des Zuschauers in Gang setzen. Dennoch: Trotz guter Besetzung, verstörender Atmosphäre und stetig ansteigendem Spannungsbogen verrennt sich auch dieser Satanismus-Grusler zunehmend in Klischees und Ungereimtheiten, die man leider zu oft in Horrorfilmen zu sehen bekommt. Da handeln Protagonisten im Finale unverständlich und können trotz schwerer Verletzungen plötzlich Treppen und Leitern hinaufzusteigen, wie junge Hüpfer. Zudem ertappte man sich nicht nur einmal im Schlusskampf dabei, wie man den Figuren zurufen möchte, dass sie doch weglaufen sollen. Auch wenn am Ende mal wieder Antworten ausbleiben und man sich fragt, was der Bezug zu Heavy Metal eigentlich soll, wird mit THE DEVIL’S CANDY immerhin souverän inszenierte Genre-Unterhaltung geboten, die besser ist, als der übliche Indie-Horror-Blödsinn der letzten Jahre. Kein Horror-Hit – dafür aber spannend und verstörend. Für einen verregneten Sonntag reicht’s.
 
 
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THE DEVIL’S CANDY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Spannender und technisch souverän gedrehter Satanismus-Grusel mit düsterer Stimmung und hervorragenden Darstellern. Leider hat auch dieser geradlinig erzählte Okkultismus-Serienkiller-Streifen kaum Neuerungen zu bieten. Trotzdem schafft es Regisseur SEAN BYRNE eine permanent bedrohliche Atmosphäre zu erzeugen, die letztendlich die Quintessenz dieses Okkult-Horrors ist. Zieht man den bitterbösen und rabenschwarzen THE LOVED ONES des Filmemachers zum Vergleich heran, liegen dazwischen Welten. THE DEVIL’S CANDY ist bierernst und hat keine makaberen Einfälle zu bieten. Zudem hält sich der Regisseur diesmal mit detaillierten Gewalttaten im Großformat zurück. Statt Gewalt zu zeigen, wird Kopfkino zelebriert. Wer meint, dass THE DEVIL’S CANDY deshalb harmlos ist, wird schnell eines Besseren belehrt. Der Film ist hochgradig verstörend, was in erster Linie am finsteren Look und den guten Leistungen von PRUITT TAYLOR VINCE liegt. Der spielt im Film derart glaubwürdig einen psychisch verwirrten Killer, der gerade wegen seiner unsicheren Art hochgradig beängstigend wirkt. THE DEVIL’S CANDY ist zwar kein Meilenstein des Horrorkinos, dafür aber schwer unterhaltsam und packend inszeniert.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S CANDY – Zensur

 
 
 
Ein Film vom Fantasy Filmfest 2016, der dort mit viel Lob aufgenommen wurde. THE DEVIL’S CANDY ist – auch wenn darin Metal-Klänge ertönen und Metalheads um ihr Leben kämpfen – keineswegs blutig. Ein Killer hat es auf kleinen Kinder abgesehen, die er dem Teufel opfert. Die Taten passieren im Off. Trotzdem hat der Streifen kurioserweise hierzulande eine Erwachsenenfreigabe (keine Jugendfreigabe) erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S CANDY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Devil’s Candy; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 2.40:1 (1920 x 1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow,

Release-Termin: 26.05.2017

 

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THE DEVIL’S CANDY – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Lords of Salem (2012)
 
Die Prophezeiung (2000)
 
Here Comes the Devil (2012)

Filmkritik: „Late Phases“ (2014)

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LATE PHASES

Story

 
 
 
Um einen entspannten Lebensabend zu verbringen, zieht der blinde Vietnam-Veteran Ambrose McKinley (Nick Damici) in eine Gemeinde, wo er in Gesellschaft seinesgleichen leben kann. Dass die Umstände dort weniger friedlich sind, als man von einer Seniorenresidenz erwarten würde, muss Ambrose schon kurz nach dem Umzug erleben. Ein Werwolf greift ihn und seine Nachbarin an und tötet seinen Blindenhund. Die Attacken, die sich seltsamerweise im Monatsrhythmus ereignen, werden von der Polizei als Hundeangriffe abgetan und keiner schenkt dem alten Mann Glauben. Natürlich lässt der patente Veteran das nicht auf sich sitzen und bereitet sich auf den nächsten Vollmond vor. Währenddessen lernt er neben seinen Nachbarn auch den lokalen Priester Roger (Tom Noonan) und dessen Schützling Griffin (Lance Guest) kennen und deckt langsam aber sicher das düstere Geheimnis seines neuen Wohnortes auf.
 
 
 


 
 
 

LATE PHASES – Kritik

 
 
 
Der spanische Regisseur Adrián García Bogliano geht mit seinem Werwolf-Thriller reichlich mutig zu Werke. Als Protagonisten setzt er den rüstigen Rentner Ambrose ein, der trotz seines Handicaps keineswegs benachteiligt daherkommt. Der mürrische Veteran legt sich im Verlauf des Filmes nicht nur mit seinem Sohn Will (Ethan Embry) an, sondern ärgert auch seine klapprigen Nachbarn und fordert den Glauben seiner ansässigen Gottesdiener heraus. Die Figur des Ambrose ist mit seinen zahlreichen Kriegs-Traumata und seiner kauzigen Persönlichkeit ein unterhaltsamer und runder Charakter, den man gerne auf der Werwolf-Hatz begleitet.
 
 
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Zwar handelt es sich bei „Late Phases“ um einen Genrefilm, der Fokus von Bogliano liegt jedoch zweifelsohne darauf, eine spannende und kurzweilige Geschichte zu erzählen. Auf dieses Ziel sind sämtliche Elemente des Films ausgerichtet und der Filmemacher behält die Zügel stets fest im Griff. Das Mysterium um den Werwolf und seine Herkunft wird nur kurz aufrecht erhalten und nicht zum wichtigsten Pfeiler des Films gemacht. Hiermit beweist Bogliano ein gutes Verständnis für sein Publikum und verzichtet darauf, es für dumm zu verkaufen. Auch die Entwicklung des Hauptcharakters ist mit einer Sorgfalt gestaltet, die in einem Genrefan eher selten vorzufinden ist.
 
 
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Für die visuellen und akustischen Befindlichkeiten ist „Late Phases“ ebenfalls geeignet. Clevere Schnitte und eine solide Kameraführung unterstützen die Story und tun ebenfalls ihren Teil dazu, den Werwolf-Thriller genießbar zu machen. Die pelzigen Monster und ihre Greueltaten bestehen ausschließlich aus handgemachten Effekten und echtem Kunstblut, was den Film authentisch wirken lässt. Nicht zuletzt sind die Schreie und das Grunzen der Werwölfe gut gewählt und tatsächlich angsteinflößend.
 
 
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LATE PHASES – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Regisseur Adrián García Bogliano hat mit „Late Phases“ einen grundsoliden Film abgeliefert, der nicht nur in den Grenzen seines Genres funktioniert. Er ist spannend, kurzweilig und bringt neben einer kompetenten technischen Umsetzung sogar dramatische Noten und mit Nick Damici als kauzigen Kriegsveteran einen denkwürdigen Protagonisten mit.
 
 
 


 
 
 

LATE PHASES – Zensur

 
 
 
In Deutschland ist „Late Phases“ ungeschnitten ab 16 freigegeben. Die blutigen Szenen des Films halten sich nicht zurück, gleiten aber auch nicht ins Extreme. Die Freigabe ist angemessen.
 
 
 


 
 
 

LATE PHASES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) OFDB Filmworks (limitiertes Steelbook)

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(c) OFDB Filmworks (Blu-ray Amaray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Late Phases; USA 2014

Genre: Thriller, Fantasy, Horror

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1), Englisch (DTS-HD Master Audio 5.1), Audiokommentar (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo)

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Erstauflage: Steelbook | Zweitauflage: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer, Deutscher Trailer, Trailershow, Audiokommentar mit Adrian García Bogliano, Making of „Late Phases“ (14:32 Min.), Early Phases – Werewolf Diaries FX (30:09 Min.)

Release-Termin: Erstauflage im Steelbook: 09.06.2015 | Zweitauflage im Amaray: 08.09.2015

 

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LATE PHASES – Trailer

 
 


 
 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei OFDB Filmworks

 
 
 
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