Filmkritik: „Some Kind of Hate“ (2015)

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SOME KIND OF HATE: VON HASS ERFÜLLT

Story

 
 
 
Mobbingopfer erhält in einem Camp für gewaltbereite Jugendliche Unterstützung von einem rachsüchtigen Geist, der beim Denkzettel verpassen behilflich sein möchte.
 
 
 


 
 
 

SOME KIND OF HATE – Kritik

 
 
 
Seit SISSY SPACEK im unkontrollierte Wutrausch die Schule abfackelte und so unzählige Mitschüler in der Romanverfilmung CARRIE tötete, gilt im Horrorfilm: wer Mitschüler hänselt, muss dafür bestraft werden – schonungslos und blutig. Auch 40 Jahre nach der gelungenen Leinwandadaption des gleichnamigen Stephen King-Buches gehört Mobbing an Schulen zum heißen Eisen. So hat sich das unmenschliche Peinigen von Klassenkameraden an vielen Schulen mittlerweile zu einem ernstzunehmenden Problem entwickelt, das in Zeiten von Cyber-Mobbing und Cyber-Stalking erschreckende Ausmaße erreicht hat. Dem Mobbing von Außenseitern und dem dadurch verursachten Hass widmet sich auch Regieneuling ADAM EGYPT MORTIMER. Der hat mit SOME KIND OF HATE brisanter Stoff verfilmt, dem es an nötiger Ernsthaftigkeit mangelt, die man von solch sensibler Thematik erwarten würde. Blutiges Rächen ist hier Programm, mit dem sich der Film über Wasser halten möchte. Das ist aber leider auch das einzige was der Film gut kann, denn zwischen den wenigen Todesszenen herrscht gähnende Langeweile.
 
 
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Außenseiter und Metal-Fan Lincoln Taggert (RONEN RUBINSTEIN) hat es nicht leicht an der Schule. Nicht nur, dass er von den beliebtesten Schülern wie Dreck behandelt wird; auch zu Hause treffen regelmäßige Demütigungen vom alkoholisierten Vater tief, so dass der Teenager nach einer Schlägerei an der High School in ein Erziehungscamp gesteckt wird. Dort soll der Schüler lernen mit seinen Aggressionen umzugehen. Leider holt ihn auch hier die Vergangenheit ein. Er wird erneut schikaniert und beschwört versehentlich den Geist eines toten Mädchens, das sich hier im Erziehungslager das Leben genommen hat, weil es die Demütigungen der übrigen Teilnehmer nicht mehr ertragen konnte. Mit vereinten Kräften sollen Denkzettel verteilt werden, doch Geist Moira hat andere Vorstellungen vom Bestrafen, als der verbündete Lincoln.
 
 
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Unsympathische Abziehbilder und unzugängliche Helden sowie kaum Identifikationsmöglichkeiten. SOME KIND OF HATE ist nicht gerade das, was man sich unter einem gelungenen Horrorfilm vorstellt. Im Drehbuch wurmt es gewaltig. Das hat so seine Probleme mit dem Erzählen einer vernünftigen Horrorgeschichte und reiht demzufolge Klischee an Klischee damit SOME KIND OF HATE überhaupt etwas zu erzählen hat. Doch damit nicht genug. Untalentierte Jungdarsteller (u.a. NOAH SEGAN aus STARRY EYES) machen es dem Zuschauer nicht leicht. Denen fehlt es an Erfahrung, um auch glaubwürdig agieren zu können. Viel zu tun haben sie jedoch nicht, denn bis auf schreien, rächen und sterben wird nicht viel von ihnen gefordert. Das macht sich auch im Spannungsaufbau bemerkbar, der nahezu kaum vorhanden ist. Immerhin stimmt der Blutgehalt, denn im Finale wird kräftig ausgeteilt. Wenn sich Geist Moira selbst Schmerzen zufügt und so gleichzeitig den Gegner quält, kommen zumindest jene Zuschauer auf ihrer Kosten, denen es im Horrorfilm nicht blutig genug zugehen kann. So färben Kunstblutfontänen Mattscheiben rot und theatralische Chorgesänge suggerieren dem Publikum, dass eine Lesung in der Kirche vermutlich spannender gewesen wäre, als knapp 90 Minuten für SOME KIND OF HATE zu verschwenden.
 
 
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SOME KIND OF HATE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Fieses Killer-Konzept mit deftigem Blut- und Härtegrad. Dennoch gilt: Hauptsache blutig – Wenn alle Stricke reißen, rettet der Härtegrad, was zu retten ist. Vielleicht hätte Newcomer ADAM EGYPT MORTIMER weniger auf Optik und mehr auf das Können seiner Hauptdarsteller geachtet, dann wäre dem Zuschauer manch Peinlichkeit erspart geblieben. SOME KIND OF HATE ist kein nennenswerter Horrorfilm. In diesem Rachestreifen will – mal abgesehen vom Blutgehalt – kaum etwas funktionieren. Die darstellerischen Leistungen sind ungenügend, das Drehbuch lahmt und die Figuren entpuppen sich als austauschbare Stereotypen. Der Mix aus Slasher und Geisterfilm erwacht erst am Ende aus seinem Dornröschenschlaf. Leider dürfte das nur beim gewalterprobten Publikum gut ankommen. Wer so seine Probleme mit Rasierklingen besitzt, die durch menschliches Fleisch schneiden, dürfte mit SOME KIND OF HATE trotz zeigefreudigen Gewaltexzessen kaum etwas anfangen können.
 
 


 
 
 

SOME KIND OF HATE – Zensur

 
 
 
In SOME KIND OF HATE geht es nicht zimperlich zu. In den letzten 15 Minuten geht die Post ab. Dort gerät der Geist eines Mobbingopfers außer Kontrolle und fügt sich Verwundungen zu, die auch dem Gegner zugefügt werden. Das passiert mit einer Rasierklinge. So werden Hälse durchgeschnitten und Menschen mit Benzin übergossen. Aufgrund der zeigefreudigen Gewaltexzesse, ist SOME KIND OF HATE nur mit rotem FSK-Sticker in den Handel gekommen. Dafür aber ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

SOME KIND OF HATE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Some Kind of Hate; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Audiokommentare, Trailer, Deleted Scenes

Release-Termin: 01.09.2016 (BD KeepCase)

 

Some Kind of Hate: Von Hass erfüllt [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

SOME KIND OF HATE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Packshot liegen bei TIBERIUS FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Found (2012)

Dark Summer (2015)

Mirror Mirror (1990)

Carrie (2013)

Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976)

The Final – Nächste Stunde: Rache! (2010)

Filmkritik: „Kinder aus der Hölle“ (2015)

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KINDER AUS DER HÖLLE

(HELLIONS)

Story

 
 
 
Am Halloween-Abend bekommt Teenager Dora (Chloe Rose) Besuch aus der Hölle. Verkleidete Kinderdämonen wollen Streiche spielen und dem schwangeren Mädchen Angst einjagen.
 
 
 


 
 
 

KINDER AUS DER HÖLLE – Kritik

 
 
 
Außen hui, innen pfui. Weise Wort, die auch für KINDER AUS DER HÖLLE (Originaltitel: HELLIONS) gelten – einem Film, der sich mal wieder mit Home-Invasion-Terror beschäftigt. Diesmal ist jedoch alles etwas anders, denn der unangemeldete Besuch ist keine zehn Jahre alt, hält sich aber im fiesen Terrorisieren kein Stück zurück. Visueller Ideenreichtum und inhaltliche Leere stehen auf der Umsetzungsagenda, die Regisseur BRUCE MCDONALD mit wenig Herzblut abarbeitet. Dieser hat sich zwar bisher in vielen Genres ausprobiert und stets mutig zwischen Genres und Stilen gewechselt; positiv in Erinnerung blieb er bisher aber nur mit PONTYPOOL, der aber bereits 2008 veröffentlicht wurde. Das seither kaum etwas über Filme aus der Mache McDonalds durchgedrungen ist, dürfte auch seine Gründe gehabt haben, schließlich waren die letzten Arbeiten des kanadischen Filmemachers leider nicht immer sehenswert. Da macht auch KINDER AUS DER HÖLLE keine Ausnahme, der es sogar in die engere Auswahl des FANTASY FILMFEST 2015 geschafft hat, bei Zuschauern des beliebten Festivals aber nicht sonderlich gut angekommen ist. Die negativen Bewertungen kommen nicht von ungefähr, denn mit KINDER AUS DER HÖLLE bekleckert sich der kanadische Regisseur nicht gerade mit Ruhm. Hier läuft einiges schief, was jedoch nicht auf Unerfahrenheit zurückzuführen ist. McDonald weiß was er tut, erweckt jedoch hin und wieder den Eindruck, als hätte er den Film nur des Geldes wegen gedreht. Keine gute Voraussetzung, um Horrorfans gruselige Halloween-Unterhaltung zu bescheren, denn statt wohlige Schauer zu garantieren wird das Einschlafen erleichtert.
 
 
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In KINDER AUS DER HÖLLE folgt der Zuschauer der 17-jährigen Dora (gespielt von CLOE ROSE), die vor lauter Liebesglück nicht bemerkt, dass sie ein Kind erwartet. An Halloween will sie die Zeit mit dem Liebsten verbringen und ihm von der unerfreulichen Nachricht berichten. Erste Pläne sind geschmiedet, denn der ungewünschte Nachwuchs soll abgetrieben werden. Leider kommt alles anders. Kaum sind die Eltern aus dem Haus, klopft es an der Tür und seltsam verkleidete Kinder jagen der Jugendlichen einen Mordsschrecken ein. Erst wird der Kindsvater einen Kopf kürzer gemacht, danach der Frauenarzt um die Ecke gebracht. Allein zurück bleibt die verängstigte Dora, die mit Badesalz und Schusseisen bewaffnet um ihr Leben bangen muss.
 
 
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Ist KINDER AUS DER HÖLLE ein Aufklärungsfilm über Schutz vor ungewollter Schwangerschaft oder ein Plädoyer der Abtreibungsgegner? Sonderlich aufschlussreich ist dieser Horrorfilm nicht, weil kein Standpunkt bezogen wird. Heldin Dora ringt im Film mit Entscheidungen. Einerseits entwickelt sie Muttergefühle zu einem Kind, das mit rasender Geschwindigkeit in ihrem Bauch heranwächst, andererseits ist der Teenager darum bestrebt, die Leibesfrucht so schnell wie möglich aus ihrem Körper zu schneiden. Die Protagonistin will keine Stellung beziehen und lässt den Zuschauer am Ende mit Fragen zurück, die viel Interpretationsspielraum zulassen. So offen die Fragen, so lieblos die Machart. KINDER AUS DER HÖLLE verharrt auf der Stelle und vergeudet Zeit mit immer gleichen Szenenverläufen. Ständiges Wiederholen ist hier Programm, denn anders hätte der Streifen wohl auch nie Spielfilmlänge erreicht. Um zu verbergen, dass KINDER AUS DER HÖLLE kaum Substanz besitzt, gibt es ansprechend durchgestylte Bilder zu sehen, die von grausigen Kindergesängen begleitet werden. So wird mit Einsatz von Farbfiltern Atmosphäre vorgetäuscht und einige Verweise zum Kinderbuch DER ZAUBERER VON OZ bewahren KINDER AUS DER HÖLLE vor dem gänzlichen Untergang. Letzteres aus der Feder des US-amerikanischen Schriftstellers LYMAN FRANK BAUM stand unter anderem für die Maskierungen der Dämonenkindern Pate. Die tragen schrullige Verkleidungen für deren Design man sich von Kostümen inspirieren lies, die man zu Beginn des 19. Jahrhunderts an Halloween getragen hat. Eine gelungene Idee, die KINDER AUS DER HÖLLE zumindest kurze unheimliche Momente beschert. Mehr aber auch nicht!
 
 
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KINDER AUS DER HÖLLE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Visuell beeindruckender Schauerstreifen mit den wohl knuddeligsten Filmbösewichten seit GREMLINS. Leider ist die gelungene Optik das einzige, was im Falle von KINDER AUS DER HÖLLE (im Original: HELLIONS) Erwähnung findet, denn inhaltlich herrscht gähnende Leere. KINDER AUS DER HÖLLE besteht aus einer Aneinanderreihung immer wieder gleicher Szenen, was so ziemlich schnell für Langeweile sorgt. So wird Heldin Dora unentwegt von einem Schauplatz zum nächsten getrieben und kann sich offensichtlich nicht entscheiden, ob sie den anfänglich ungewollten Nachwuchs denn nun austragen möchte, oder nicht. Weiterhin bleibt offen, was uns KINDER AUS DER HÖLLE nun eigentlich mitteilen möchte. Insofern der Streifen überhaupt eine tiefere Botschaft beinhaltet, bleibt sie leider unerhört – bedauerlich!
 
 


 
 
 

KINDER AUS DER HÖLLE – Zensur

 
 
 
In KINDER AUS DER HÖLLE wird kaum Gewalt gezeigt. Die meisten Gewaltakte passieren im Off. Demzufolge hat der Film ohne Probleme eine FSK16 erhalten. Die Rechte hat sich in Deutschland Streaminganbieter NETFLIX gekrallt. Dort läuft er ungeschnitten.
 
 


 
 
 

KINDER AUS DER HÖLLE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Torment (2013)
 
White Settlers (2014)
 
The Night before Halloween (2013)
 
The Strangers (2008)
 

Filmkritik: „Therapie für einen Vampir“ (2014)

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THERAPIE FÜR EINEN VAMPIR

Story

 
 
 
Wien in den frühen 30ern. Graf Geza von Közsnöm (Tobias Moretti) ist unzufrieden. Der betagte Vampir verbringt die meiste Zeit in seinem Palais und versucht, seiner Gattin Elsa (Jeanette Hain) aus dem Weg zu gehen. Auch das Jagen von frischem Menschenblut hat er lange aufgegeben und lässt sich seine Mahlzeiten inzwischen von seinem Chauffeur abzapfen. Neue Impulse müssen her, und wo kann man sich diese besser organisieren als bei Dr. Sigmund Freud (Karl Fischer)? Der Besuch beim berühmten Psychoanalytiker lässt die Wege des Grafen mit denen des jungen Malers Viktor (Dominic Oley) kreuzen, der seinerseits Probleme mit seinem Liebling Lucy (Cornelia Ivancan) hat. Zwischen den ungleichen Paaren entwickelt sich eine Reihe von Konflikten, die die österreichische Hauptstadt zum Beben bringen.
 
 
 


 
 
 

THERAPIE FÜR EINEN VAMPIR – Kritik

 
 
 
Nachdem der neuseeländische „5 Zimmer Küche Sarg“ das Genre der Vampir-Komödie eröffnet und die Messlatte gehörig hoch gelegt hat, standen die Vorzeichen für die deutsch-österreichische Produktion „Therapie für einen Vampir“ nicht besonders gut. Immerhin griffen die Kreativköpfe der letztjährigen Komödie reichlich tief in die Mythologie der Blutsauger und lieferten ein Gag-Feuerwerk der Extraklasse ab. Für etwas Hoffnung sorgt die Tatsache, dass man sich hier nicht mit den allnächtlichen Komplikationen der Vampire auseinandersetzt, sondern mit der profunden Ennui, die ein unsterbliches Leben mit sich bringt.
 
 
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Tatsächlich geht das Rezept des Autors und Regisseurs David Rühm auf. Seine Besetzung des würdevollen Grafen mit Ex-Hundekommissar Tobias Moretti ist außerordentlich gut getroffen und Moretti versprüht die noble Aura des alteingesessenen Vampirs sehr gut. Auch die übrigen Rollen, allen voran die exzentrische Gräfin Elsa und das mehrfache Objekt der Begierde Lucy sind gut verteilt und ihre Darsteller liefern überzeugende Leistungen ab. Ungewöhnlich für eine leichte Komödie wie diese ist die Tatsache, dass in „Therapie für einen Vampir“ eine beachtliche Menge an Handlungssträngen verfolgt wird, ohne dass der Film unübersichtlich wird. Neben dem Beziehungsstress des sterblichen Paares bekommen wir die Besessenheit des Grafen mit einer Verflossenen oder die Krise einer Gräfin, die sich nicht an ihr eigenes Antlitz erinnern kann, mit.
 
 
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Die vielschichtige Handlung findet im Wien der Vergangenheit eine sehr stimmige Kulisse. In den nebligen Gassen und edel anmutenden Plätzen der Stadt entfaltet sich eine schaurig-komische Stimmung, die die Vampir-Thematik ideal und treffend unterstreicht. Auch vor dem wichtigen Einsatz von Kunstblut scheut David Rühm nicht zurück und würzt den Auftritt seiner nächtlichen Kreaturen mit einer angemessenen Menge des roten Lebenssaftes.
 
 


 
 
 

THERAPIE FÜR EINEN VAMPIR – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Wer sich vor einer deutsch produzierten Vampirkomödie scheut und ein mittelmäßig produziertes Werk erwartet, ist im Unrecht. „Therapie für einen Vampir“ ist eine kurzweilige Jagd durch das nächtliche Wien, gespickt mit gut aufgelegten Schauspielern, einer einfallsreichen Handlung, schönen Bildern und muss sich vor internationalen Genrekollegen keinesfalls verstecken.
 
 


 
 
 

THERAPIE FÜR EINEN VAMPIR – Zensur

 
 
 
Einige Szenen verfügen zwar über großzügigen Einsatz von Kunstblut, dennoch verliert der Film nie seine Identität als gutmütige Komödie. Eine Jugendfreigabe schien daher sicher. THERPIE FÜR EINEN VAMPIR hat in Deutschland eine Freigabe ab 12 erhalten und ist trotz niedriger FSK-Einstufung ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

THERAPIE FÜR EINEN VAMPIR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) MFA Film Distribution

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Therapie für einen Vampir; Österreich / Schweiz 2014

Genre: Komödie, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch (Hörfilmfassung) DD 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 1.85:1 (1080p) | @50 Hz

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: FSK 12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Making Of, Behind the scenes-Clips, Trailer, Trailershow

Release-Termin: 03.11.2015

 

Therapie für einen Vampir [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THERAPIE FÜR EINEN VAMPIR – Trailer

 
 


 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei MFA Film Distribution

 
 
 
Ähnche Filme:
 
5 Zimmer Küche Sarg (2014)
 
Fright Night – Die rabenschwarze Nacht (1985)
 
Dracula – Tot aber glücklich (1995)
 

Filmkritik: „Turbo Kid“ (2015)

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TURBO KID

Story

 
 
 
Für die meisten von uns war 1997 das Jahr, in dem die Spice Girls Radio sowie Musiksender bevölkerten und auf erstaunlich robusten Mobiltelefonen Snake gespielt wurde. Für den jungen Comic-Fan, der nur als „The Kid“ (Munro Chambers) bekannt ist, besteht 1997 hauptsächlich aus Fahrradtouren durch eine Welt, die von nuklearem Krieg verwüstet wurde. Zusammen mit der merkwürdigen Apple (Laurence Leboeuf) und dem Cowboy Frederic (Aaron Jeffery) durchstreift er die Weiten der zerstörten Gegend auf der Suche nach Schrott, Spielzeugen, Waffen und anderem illustrem Gut. Der apokalyptische Alltag wird unterbrochen, als die Gruppe ihren Weg mit dem von Zeus (Michael Ironside) kreuzt, der als despotischer Herrscher Gladiatorenkämpfe veranstaltet und allerlei fiese Verbrechen begeht. Selbstverständlich muss Zeus gestoppt werden. Mit dem Superhelden-Kostüm, das das zukünftige „Turbo Kid“ in einem abgestürzten Flugzeug entdeckt, sollte das Duell sogar zu gewinnen sein.
 
 
 


 
 
 

TURBO KID – Kritik

 
 
 
Schon während des Vorspanns fliegt dem geneigten Zuschauer eine große Menge an Nostalgie entgegen. Mit einem stimmigen Soundtrack aus Synthesizer-Sounds und feinstem Power-Rock flitzt Turbo Kid auf seinem BMX durch die nukleare Wüste, so dass man sich sofort in die Popkultur der 80er und 90er Jahre zurückversetzt fühlt. Natürlich dürfen auch Referenzen an beliebte Filme der Ära (beispielsweise „Armee der Finsternis“) nicht fehlen. Abgerundet wird die spaßige Hommage an vergangene Zeiten mit dem Auftritt von Michael Ironside, der durch Auftritte in „Total Recall“ oder „Starship Troopers“ zu einem der denkwürdigsten Retro-Leinwandschurken avanciert ist. In der knallbunten Ausstattung des Films spiegelt sich der nostalgische Geist von „Turbo Kid“ ebenso gut wie in der passenden musikalischen Untermalung wieder.
 
 
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Angereichert wird der Ritt durch die 80er und 90er von einem Festival aus kreativem Splatter und Gore, das nicht zuletzt von Zeus Handlanger Skeletron verursacht wird. Wenn Turbo Kid mit seinem Turbo-Handschuh reihenweise Schurken zum Explodieren bringt und Heldin Apple mit ihrem Gnome-Stick (ein Waffe bestehend aus einem Stock und einem Gartenzwerg) Köpfe einschlägt, verdient sich „Turbo Kid“ herzhaftes Jubeln und lautes Gelächter. Bei einem solchem Spaß verlassen sich die Autoren des Films nicht nur auf Referenzen an vergangene Publikumshits, sondern liefern auch eigene Ideen, wie zum Beispiel das etwas andere Geheimnis, das Turbo Kids Gefährtin Apple verbirgt.
 
 
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Etwas ärgerlich ist die Tatsache, dass der Protagonist des Films zwischen den Nebencharakteren verblasst. Die exzentrisch-freundliche Apple, der Endzeit-Cowboy Frederic und natürlich der große Bösewicht Zeus sind allesamt interessanter und passen besser in das schräge Universum des Films als der eher dröge und langweilige Junge, der das Ziel der altmodischen Rache verfolgt.
 
 
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TURBO KID – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Blutiges und witziges Retro-Spektakel mit abgefahrenen Ideen und deftigen Schauwerten, die das Herz jedes Horrorfans schneller schlagen lassen. „Turbo Kid“ ist eine liebevolle Hommage an die Action- und Splatterfilme der B-Kategorie, von der die 80er und 90er so zahlreiche Beispiele hervorgebracht haben. Mit kreativen, handgemachten und vor allem lustigen Splattereffekten und einem stimmigen Soundtrack sorgt der etwas andere postapokalyptische Film für jede Menge kurzweiligen Spaß und ist gleichermaßen ein Tipp für Fans von Comics als auch Splatterfreunde.
 
 


 
 
 

TURBO KID – Zensur

 
 
 
Der Film punktet mit großzügigem Einsatz von Kunstblut, Prothesen und brutalen Spitzen. Zu jeder Zeit schwingt jedoch eine Menge Humor mit, so dass „Turbo Kid“ sogar von der FSK bereits für Sechsehnjährige freigegeben wurde. Alle Heimkino-Medien des Films sind ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

TURBO KID – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) LFG (KeepCase)

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(c) LFG (Mediabook Cover A – limitiert auf 3000 Stück)

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(c) LFG (Mediabook Cover B – limitiert auf 500 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Turbo Kid; Kanada / Neuseeland 2015

Genre: Komödie, Horror, Action, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Deutsch Stereo 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Amaray: Bildergalerie, Trailer | Mediabook: zusätzlich 20-seitiges Booklet mit Texten von Dr. Marcus Stiglegger, Making Of, Bonusfilm: „T is for Turbo“ (englisch), RKSS (Road Kill Superstars) Kurzfilme (englisch), RKSS Faketrailer

Release-Termin: Amaray: 13.11.2015 | Mediabook: 13.11.2015

 

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Turbo Kid Mediabook Cover A (Blu-Ray+2DVD) ungeschnitten bei Cyper-Pirates kaufen

Turbo Kid Mediabook Cover B (Blu-Ray+2DVD) ungeschnitten bei Cyper-Pirates kaufen

 
 
 


 
 
 

TURBO KID – Trailer

 
 


 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Ledick Filmhandel

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Deathgasm (2015)
 
Army of Darkness – Armee der Finsternis (1992)
 
Bad Taste (1987)
 

Filmkritik: „Reality“ (2014)

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REALITY

(RÉALITÉ)

Story

 
 
 
Eine blaue Videokassette im Magen eines Ebers. Ein kostümierter Kochshow-Moderator, der einen unsichtbaren Ausschlag hat. Ein launischer Filmproduzent, der von seinem Balkon aus Surfer erschießt. Wer mit dem Opus des französischen Knallkopfs Quentin Dupieux vertraut ist, weiß, dass er nicht mehr braucht, um eine schräge, absurde aber irgendwie doch faszinierende Geschichte heraufzubeschwören. In seinem neuesten Spielfilm geht es eigentlich um den ambitionierten Regisseur Jason Tantra (Alain Chabat), der in 48 Stunden den perfekten, Oscar-würdigen Schmerzensschrei finden muss, um die Finanzierung seines Films zu sichern. In Nebenplots geht es unter anderem um die Träume von Henri (Eric Wareheim), der gern in Frauenklamotten schlüpft und um den Moderator Dennis (Jon Heder), der ein unerklärliches dermatologisches Problem hat.
 
 
 


 
 
 

REALITY – Kritik

 
 
 
Wer die vorherigen Filme von Quentin Dupieux gesehen hat, kann beruhigt (oder entsprechend besorgt) sein. Mit „Reality“ liefert er einen Film ab, der voll von seinem abseitigen und einzigartigen Humor ist. Die Komplexität seiner Handlungen hat sich über die letzten Jahre stetig gesteigert. Zunächst ging es in „Rubber“ um den psychopathischen Reifen Robert, dann in „Wrong“ um den liebenswürdigen Dolph Springer, der sich auf die Suche nach seinem verschwundenen Hund macht. In „Wrong Cops“ widmete Dupieux sich einer Gruppe Polizisten, die sich nicht immer gemäß ihren Dienstvorschriften verhalten. Hier nahm neben den Schauspielern auch die Musik des französischen Künstlers, der auch als „Mr. Oizo“ (frei übersetzt „Herr Vogel“) bekannt ist, einen wichtigen Platz ein. In „Reality“ begibt er sich erneut auf neues Terrain, ohne seinen Signatur-Stil aus den Augen zu verlieren.
 
 
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Vordergründig ist sein neuer Film genau wie die Vorgänger eine Collage aus bizarren, surrealistischen Geschichten, denen allesamt ein sehr spezieller Humor innewohnt. Allerdings bekommt man hier erstmals das Gefühl, dass Dupieux sich ein etwas höheres Ziel gesetzt hat, als die Hirne seines Publikums zu verkrampfen. „Reality“ setzt sich aus einer Vielzahl von Realitätsebenen zusammen, bestehend aus einem Film, einem Traum und einer scheinbaren Realität. Während man die verschiedenen Universen anfangs noch halbwegs gut auseinanderhalten kann, bricht Dupieux im späteren Verlauf vollends die Regeln sämtlicher Logik und entfaltet so sein verwirrendes Kaleidoskop. Wenn der Hauptcharakter plötzlich doppelt in einer Szene auftaucht oder Figuren aus Traum- und Filmebene den selben Platz einnehmen ist es endgültig aussichtslos, die Vorgänge der Story zu verfolgen.
 
 
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Der Versuch einer Entschlüsselung bleibt hierbei selbstverständlich sinnlos und genau wie in „Wrong Cops“ oder „Rubber“ ist der Film erst richtig genießbar, wenn man Dupieux’ eigene Regeln akzeptiert und sich von seiner absurden Filmwelt mitnehmen lässt. Trotzdem hat man nach der Sichtung das vage Gefühl, gerade Zeuge eines überaus kreativen Konfliktes zwischen Realität, Fiktion und Fantasie geworden zu sein.
 
 
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REALITY – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
Schräg, witzig und komplett gaga. „Reality“ ist ein kurioses Filmspektakel aus absurden Ideen in bester Dupieux-Manier. Die Arbeit des französischen Künstlers Quentin Dupieux erschließt sich ohne Zweifel nicht jedem. Das hat er bereits mit seinem ersten Spielfilm „Rubber“ deutlich gemacht. In „Reality“ führt er die Reihe absurder, seltsam komischer Märchen fort und arbeitet seinen einzigartigen Stil weiter heraus. Die Auseinandersetzung mit dem grundlegenden Thema von Fantasie und Fiktion lässt seinen jüngsten Spielfilm sogar über allen anderen thronen. Schräg, absurd, witzig und irgendwie auch nachdenklich ist „Reality“ ein bemerkenswertes Stück des französischen Surrealisten.
 
 


 
 
 

REALITY – Zensur

 
 
 
Quentin Dupieux’ Filme mögen zwar größtenteils schräg und abseitig sein, allerdings haben sie auch durchweg einen friedlichen, komischen Vibe. Eine kleine Ausnahme bildet der großzügige Einsatz von Kunstblut in einer Film-im-Film-Szene, ansonsten ist auch „Reality“ ein harmloser Film. Der Film hat eine FSK12 erhalten. Wegen einiger Filmtrailer wurde die erhältliche Heimkinofassung heraufgestuft auf FSK16.
 
 
 


 
 
 

REALITY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) PIERROT LE FOU (Blu-ray KeepCase-Version)

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(c) PIERROT LE FOU (Mediabook mit Blu-ray & DVD auf 5000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Réalité; Belgien | Frankreich | USA 2014

Genre: Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1,85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Film: FSK12 (ungeschnittene Fassung) | Heimkinofassung wegen Bonusmaterial: FSK16

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook auf 5000 Stück limitiert

Extras: Trailer, Interviews mit Alain Chaba und Élodie Bouchez, Dupieux – Eine andere Realität | zusätzlich im Mediabook: Poster und umfangreiches Booklet

Release-Termin: 20.11.2015

 

Reality [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Reality – Limited Mediabook Edition (DVD & Blu-ray) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

REALITY – Mediabook

 
 
 
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Anbieter PIERROT LE FOU veröffentlicht REALITY zeitgleich zu herkömmlichen Veröffentlichung im KeepCase auch in einem limitierten Mediabook. Dieses ist auf 5000 Stück limitiert und beinhaltet zusätzlich einen Buchteil sowie ein Poster zum Film. Ebenso ist REALITY im Buch als DVD und Blu-ray enthalten. Der Inhalt der beiden Scheiben ist identisch mit dem Inhalt der Einzelveröffentlichungen.
 
 
 


 
 
 

REALITY – Trailer

 
 


 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei PIERROT LE FOU

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wrong Cops (2013)
 
Rubber (2010)
 
Wrong (2012)
 

Filmkritik: „Night Fare“ (2015)

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NIGHT FARE – BEZAHL MIT DEINEM LEBEN

Story

 
 
 
Zwei Jahre nachdem Chris (Jonathan Howard) nach London geflüchtet ist, kehrt er nach Paris zurück, um seine ehemalige Flamme Ludivine (Fanny Valette) und seinen Freund Luc (Jonathan Demurger) wiederzusehen. Die Reunion fällt jedoch ernüchternd aus, denn in der Zwischenzeit hat Luc sich an Ludivine rangemacht und Chris ist in ihrem Kreis nicht mehr willkommen. Zusammen streifen die beiden Kerle durch Paris und versuchen, ihre Differenzen auszusortieren. Ihre Nacht nimmt eine ungeahnte Kurve, als sie einen stummen Taxifahrer prellen und sich über eine kostenlose Taxifahrt freuen. Der namenlose Schrank von Taxifahrer (Jess Liaudin) ist jedoch wenig begeistert, jagt die Jungs durch Paris und zieht dabei eine Schneise aus Gewalt und Verwüstung durch die französische Hauptstadt.
 
 
 


 
 
 

NIGHT FARE – Kritik

 
 
 
„Night Fare“ ist ein bemerkenswerter Film. Während der Zuschauer noch versucht, sich in der Handlung zurechtzufinden, sieht man den Protagonisten Chris und Luc dabei zu, unerträgliche Idioten zu sein. Die Männer ziehen durch die nächtliche Stadt, lassen prollige Sprüche ab, suchen Streit wo es geht und geben dabei ein äußerst bedenkliches Bild ab. Als die Möchtegern-Gangster den Zorn des Taxifahrers auf sich ziehen und sich plötzlich vor Angst ins Hemd machen, ist man geneigt, dem bedrohlichen und klar gefährlichen Fahrer zuzujubeln. Was als mehr oder weniger harmloses Katz-und-Maus-Spiel beginnt und freudige Erinnerungen an Steven Spielbergs „Duell“ hervorruft, bekommt schon bald einen sehr bitteren Beigeschmack. Sobald der Taxifahrer anfängt, die kriminelle Szene von Chris und Luc mit skrupelloser, blutiger Gewalt aufzuräumen, kommt die Frage auf, ob es hier wirklich nur um nicht bezahltes Fahrgeld geht. Am Ende einer langen und schweißtreibenden Nacht müssen sich auch die höchst unsympathischen Hauptcharaktere fragen, womit sie eine solche Psychofolter verdient haben.
 
 
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Der augenscheinliche Fehlgriff des Drehbuchautors, der zwei abstoßende Männer ins Zentrum seiner Story setzt, macht nach und nach Sinn und so beginnt „Night Fare“ nach einigen Anlaufschwierigkeiten, eine kurzweilige Hatz durch Paris zu werden. Der Film, der für ein sehr kleines Budget realisiert wurde, gewinnt stetig an Qualität und macht nicht nur wegen seines hohen Tempos und des schier unaufhaltbaren Taxifahrers reichlich Spaß. In seiner Auflösung bietet er dem Zuschauer außerdem einen interessanten Stilgriff in Form einer animierten Sequenz, die zwar zunächst überrascht, aber gut funktioniert. Seinen dünnen, aber ausreichenden Plot reichert der Film zum Ende um eine stilvolle Mythologie an, die den Streifen von einem stockenden Thrillerchen zu einem außergewöhnlichen Adrenalin-Schub werden lässt. Regisseur Julien Seri zeigt eindrucksvoll, dass man auch aus wenigen Mitteln viel herausholen kann.
 
 
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NIGHT FARE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Rasante, brutale Hetzjagd durch Paris – „Night Fare – Bezahl mit deinem Leben“ (was für eine deutscher Titel!) lässt Öl, Benzin und vor allem viel Blut auf den Asphalt spritzen. Wer die Anlaufschwierigkeiten von „Night Fare“ toleriert, wird mit einer rasanten und brutalen Hetzjagd durchs nächtliche Paris belohnt. Mit hohem Tempo zieht der skrupellose Taxifahrer eine extrem blutige Spur durch die Stadt, während die beiden Protagonisten stets auf Messers Schneide stehen. Das geringe Budget merkt man diesem stylischen, schmutzigen, brutalen Thriller nicht an. Bei der hohen Geschwindigkeit, mit der dem Zuschauer Autos, Körperteile und Kugeln um die Ohren fliegen, ist das ohnehin nicht möglich.
 
 


 
 
 

NIGHT FARE – Zensur

 
 
 
Wenn die Fäuste nicht mehr genügen, werden Schrotflinten, Eisenstangen und Katanas zur Hilfe genommen. „Night Fare“ ist ein ausgesprochen brutaler Film, der von einem charismatischen Bösewicht, schnellem Tempo und einem hohen Maß an Gewalt lebt. Eine ungeschnittene Freigabe ab 18 Jahren steht im Handel aus. Der Streifen hat es ungeschnitten durch die FSK geschafft.
 
 
 


 
 
 

NIGHT FARE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Night Fare; Frankreich 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Making of, Making of der Animationssequenz, Paris Premiere incl. Interview mit Mathieu Kassovitz, Trailer, Trailershow

Release-Termin: 10.11.2016 (BD KeepCase)

 

Night Fare [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

NIGHT FARE – Trailer

 
 


 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Tiberius Film

 
 
 
Ähnche Filme:
 
96 Hours (2008)
 
Duell (1971)
 
The Punisher (2004)
 

Filmkritik: „Wilde Hunde – Rabid Dogs“ (2015)

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WILDE HUNDE – RABID DOGS

(ENRAGÉS)

Story

 
 
 
Es sollte der große Coup werden. Leider lassen die Bankräuber auf ihrer Flucht mit zwei Millionen Dollar einige Leichen zurück und müssen sich mit drei Geiseln, darunter eine Touristin (Virgine Ledoyen) und ein Vater (Lambert Wilson) mitsamt schwerkranker Tochter, auf einen steinigen Fluchtweg machen. Auf dem langen Weg Richtung Grenze sorgen nicht nur die Geiseln für Ärger. Zwischen dem Anführer Sabri (Guillaume Gouix), dem brutalen Psychopathen Vincent (Francois Arnaud) und dem eher sanftmütigen Manu (Franck Gastambide) tun sich langsam aber sicher Abgründe auf, die für dicke Luft im Fluchtauto sorgen.
 
 
 


 
 
 

WILDE HUNDE: RABID DOGS – Kritik

 
 
 
Der in Kanada gedrehte Thriller verlegt die Handlung des Klassikers „Cani arrabbiati“ von Horroraltmeister Mario Bava ins 21. Jahrhundert und in ein modernes Setting. Seine Qualität erreicht er dabei nicht über eine besonders ausgeklügelte Handlung, sondern über die instabilen, chaotischen Verhältnisse zwischen seinen Charakteren. Und nicht zuletzt über eine stilsichere, rasante Umsetzung. In seinem ersten Spielfilm beweist Regisseur Éric Hannezo ein überaus feines Gespür für die Führung und den kreativen Einsatz seiner Kamera. Wohlwissend, dass die Story der flüchtigen Bankräuber nicht besonders viel hergibt, inszeniert er „Wilde Hunde – Rabid Dogs“ als knallharten, furiosen Thriller, der sich die Aufmerksamkeit seines Publikums mit Gewalt schnappt und nicht aus der Hand gibt. Über eventuelle Logiklöcher, die in Form von geplatzten Reifen, leeren Tanks oder anderen sehr zufälligen Umständen daherkommt, kann der Zuschauer sich während der 100 Minuten kaum Gedanken machen. Der letzte Akt, in dem die unfreiwillige Bande in eine sehr unplausible Falle gerät, bremst das Tempo des Films leicht aus. Eine weitere Wendung zum Ende des Films ist, wenn auch ziemlich cool, arg unglaubwürdig und lässt mehr Fragen offen, als es sich für einen Film dieser Art gehört.
 
 
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Insgesamt wühlt „Wilde Hunde – Rabid Dogs“ in zu vielen Klischees des Bankraub-Genres, um die Neuauflage des Bava-Klassikers zu einem notwendigen Beitrag des französischen Thriller-Kinos zu machen. Da wäre die typische Konstellation der drei Bankräuber, die vor allem zwischen Manu und Vincent vorhersehbare Konflikte auslöst. Auch die unfreiwilligen Beifahrer, die in Form einer Touristin und einem besorgten Vater samt kranker Tochter in die rudimentäre Handlung stolpern, kommen nicht besonders frisch daher. Immerhin schafft Hannezo es, die beiden Nebencharaktere äußerst elegant in die vordergründige Handlung einzubauen. So hat der ehemalige Produzent mit seinem Sinn für Geschwindigkeit und Timing ein bemerkenswertes und hochwertig produziertes Erstlingswerk geschaffen, das in Erinnerung bleibt. Wer sich an den teils unplausiblen Wendungen der Handlung nicht stört, kann bedenkenlos im Fluchtauto Platz nehmen und einen unterhaltsamen, rauen Thriller genießen. Wir meinen: „Wilde Hunde – Rabid Dogs“ ist so tollwütig wie sein Titel – hochdramatisch, atemberaubend schnell und blutig ohne Ende.
 
 
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WILDE HUNDE: RABID DOGS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Bava im 21. Jahrhundert: Schnell, brutal, schmutzig. Das Debüt des Produzenten Éric Hannezo nimmt sich dem Bava-Vorbild „Cani arrabbiati“ an und überzieht es mit einer stilvoll gefilmten und actionreichen Politur. Für den Kopf gibt es in diesen furiosen 100 Minuten nicht viel zu tun, die Augen werden jedoch mit kreativen Bildern und einer hochwertigen Inszenierung verwöhnt. „Wilde Hunde – Rabid Dogs“ mag keine essentielle Bereicherung des Kinos sein, aber das muss ein unterhaltsamer, grober Thriller auch nicht.
 
 


 
 
 

WILDE HUNDE: RABID DOGS – Zensur

 
 
 
„Wilde Hunde – Rabid Dogs“ spart nicht an Blut, Gewalt und unnötigen Übergriffen auf die weibliche Geisel. Zwar ist kein konstanter Blutfluss zu verzeichnen; dennoch besteht die Gewalt des Films aus kleinen Spitzen, die ihn angemessen würzen und dabei nicht all zu extrem daherkommen. In Deutschland hat der Film ungeschnitten eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

WILDE HUNDE: RABID DOGS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) TIBERIUS FILM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Enragés; Frankreich | Kanada 2015

Genre: Action, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailershow, Originaltrailer

Release-Termin: 04.05.2016

 

Wilde Hunde – Rabid Dogs [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

WILDE HUNDE: RABID DOGS – Trailer

 
 


 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Tiberius Film

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cani arrabbiati (1998)
 
Heat (1995)
 

Filmkritik: „The Hallow“ (2015)

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THE HALLOW

(THE WOODS)

Story

 
 
 
Für die Londoner Clare (Bojana Novakovic) und Adam Hitchens (Joseph Mawle) ist der Umzug in die Wälder Irlands eine willkommene Abwechslung. Dort kann Adam seiner Arbeit als Förster nachgehen, sich um die lokale Wildnis kümmern und gelegentlich ein paar Bäume zum Fällen markieren. Außerdem ist es ein ruhiger Ort für die Beiden, um weit von der schmutzigen Großstadt für das gemeinsame Baby zu sorgen. Leider sind die Anwohner von den neuen Nachbarn nicht überzeugt und versuchen sie, zunächst freundlich und später grob, vor den Gefahren der Wildnis zu warnen. Angeblich teilen sie sich ihr Grundstück mit Waldgeistern, die nachts aus ihrem Versteck kriechen und sich für die Invasion ihres Lebensraums revanchieren wollen. Die volkstümlichen Schreckensgeschichten, die anfangs wie typisches Hinterwäldler-Hokuspokus klingen, werden allmählich gruselige Realität und schon bald wird das Paar bereuen, die Eisengitter vor ihren Fenstern abgebaut zu haben.
 
 
 


 
 
 

THE HALLOW – Kritik

 
 
 
Während andere zeitgenössische Gruselfilme sich auf paranormalen Quatsch beschränken und wilde, unplausible Fantasien heraufbeschwören, geht „The Hallow“ einen erfrischend anderen Weg. Schon bei seiner ersten Exkursion entdeckt der Hobby-Biologe Adam die schreckliche entstellte Leiche eines Rehs, das von einem seltsamen Pilz befallen scheint. Die wissenschaftliche Neugier treibt Adam dazu, eine Probe des ominösen, schwarz-öligen Pilzschleims zu sichern und genauer zu überprüfen. Benebelt vom grünen Dunst hält er seiner Frau am Abend einen Monolog über einen parasitischen Pilz, der Lebensformen befallen und deren Körper und Geist übernehmen kann. Was sich anhört wie eine weitere, einfallslose Horrorgeschichte, könnte realer nicht sein. Der Parasit, der als Cordyceps bekannt ist, war die Grundlage für den gruseligen Pilz, der den Wald rund ums Haus der Hitchens bevölkert.
 
 
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Natürlich bleibt es nicht bei der Entdeckung dieses Pilzes. Nach Sonnenuntergang wird das neue Heim der jungen Familie von bizarren Kreaturen heimgesucht, die Adam, Clare und ihr Kind vertreiben wollen. Als das Paar einen genaueren Blick auf das Wald-Necronomicon wirft, das ihr Nachbar ihnen vermacht hat, wird ihnen klar, dass sie es mit genau den missgestalteten Waldfeen zu tun haben, vor denen sie gewarnt wurden. Nachdem der Film in seiner ersten Hälfte nicht über eine Handvoll Jumpscares hinausgekommen ist, dreht „The Hallow“ gewaltig auf, sobald die Hitchens beschließen, ihren neuen Wohnort zu verlassen. Der zweite Teil des Films besteht aus einer nächtlichen Hetzjagd, die ungemein spannend und gruselig gestaltet wurde. Selbstverständlich kommt im Zuge der Flucht auch die Problematik der parasitischen Gedankenkontrolle zum Tragen und spätestens wenn das Paar getrennt durch den Wald stolpert, kann der Film sein volles Potential realisieren und dabei sogar mit einigen Überraschungen aufwarten.
 
 
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Als Hintergrund des Films wird ein modernes Europa serviert, das notgedrungen von der wirtschaftlichen Krise nach den letzten Strohhalmen greift. Dazu gehört sogar das Verkaufen der Wälder. Hieraus ergibt sich eine Story von Mensch gegen Natur. In diesem Fall, mitten in der irischen Wildnis hat die Natur eine klare Überhand. Regisseur Corin Hardy setzt die Natur in Form von rachsüchtigen Waldgeistern extrem bedrohlich um und lässt seine sympathischen Hauptcharaktere durch einen nächtlichen Spießrutenlauf marschieren. Trotz der Tatsache, dass sich ein Großteil des Films in Dunkelheit abspielt, ist er technisch gut umgesetzt und liefert auch in seinen Außenaufnahmen klar erkennbare und gut zusammengesetzte Bilder. Die fiesen Waldbewohner, die dem Film als Hallow ihren Namen geben, sind besonders gut und furchteinflößend designte Kreaturen und präsentieren als Todesengel von Mutter Natur einen denkwürdigen Gegner.
 
 
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THE HALLOW – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Eklig, düster und spannend – Waldhorror trifft auf Bodyhorror. Selten war Mann gegen Natur so gruselig. „The Hallow“ zählt zu den europäischen Juwelen der momentanen Horrorkost. Der Film gönnt sich eine lange Zeit zum Aufwärmen, eskaliert aber schließlich in einem furiosen dritten Akt, in dem typischer Waldhorror auf biologische Elemente und einen Schuss Bodyhorror trifft. Der hochaktuelle Rahmen, in dem Corin Hardy seine Story einbettet, gibt dem Film außerdem einen beunruhigenden, realistischen Hintergrund.
 
 


 
 
 

THE HALLOW – Zensur

 
 
 
„The Hallow“ geizt nicht mit Gruseleinlagen und reichlich ekligen Bildern, allen voran die fürchterlichen Waldkreaturen. Sein hohes Maß an Spannung erreicht er dabei ohne nennenswerte Gewaltexzesse. Der Film hat eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Wegen „böser“ Trailer hat die erhältliche Heimkinofassung aber eine Erwachsenenfreigabe erhalten: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

THE HALLOW – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) MFA Film Distribution

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Woods; Großbritannien 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes Footage, 2 Trailer, Trailershow

Release-Termin: 24.03.2016

 

The Hallow [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE HALLOW – Trailer

 
 


 
 

Timo Löhndorf

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(Rechte für Szenenbilder und Packshots liegen bei MFA Film Distribution)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Honeymoon (2014)
 
Wrong Turn (2003)
 
Cabin Fever (2002)
 

Filmkritik: „Howl“ (2015)

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HOWL

Story

 
 
 
Nach einem langen Tag auf den Schienen freut sich Schaffner Joe (Ed Speleers) auf den verdienten Feierabend. Zu allem Überfluss muss er für einen verhinderten Kollegen einspringen und den letzten Zug des Tages begleiten. Ebenfalls an Bord ist Kollegin Ellen (Holly Weston), die der schüchterne Joe gern auf ein Date einladen würde. Irgendwo im nirgendwo der britischen Wildnis nimmt das Schicksal seinen Lauf, kreuzt sich mit einem wilden Hirsch und eine abrupte Notbremsung später steht der Zug still. Wenig später ertönt ein bedrohliches Knurren und die Insassen merken, dass hinter den dünnen Scheiben des Zuges nicht nur eine regnerische Nacht und schier unendliches Niemandsland wartet. Im Angesicht geringer Überlebenschancen muss Joe die Initiative ergreifen, um seine Schäflein heil ins Trockene zu bringen.
 
 
 


 
 
 

HOWL – Kritik

 
 
 
Nach einem starken Anfang stehen die Vorzeichen für „Howl“ sehr gut. Ein feiger Protagonist, der über sich selbst hinauswachsen muss, eine Meute ängstlicher Fahrgäste und eine scheinbar unbesiegbare Bedrohung. All das im engen Raum eines Regionalzuges, den Regisseur Paul Hyett passend als klaustrophobische Todesfalle inszeniert. Es ist bedauernswert, dass „Howl“ diesen vielversprechenden Pegel nicht lang halten kann. Der sympathische Hauptcharakter Joe gerät im Verlauf des Films immer mehr in den Hintergrund und muss weitaus weniger interessanteren Nebencharakteren Platz machen. In der Folge verliert der Werwolf-Schocker immer mehr den Faden und nimmt dem Zuschauer den Spaß am Film.
 
 
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Erschwerend kommt hinzu, dass „Howl“ seine halbwegs originelle Prämisse immer mehr links liegen lässt und sich in den ältesten Klischees des Genres verliert. Dazu gehören selbstverständlich die infizierte Passagierin und ihr treuer Ehemann, der sehenden Auges eine Katastrophe heraufbeschwört. Diese Zeitbombe im Plot lässt Hyett so lange ticken, bis jegliche Spannung verflogen ist und man ungeduldig auf das Unvermeidliche wartet. Das anfangs solide Drehbuch degeneriert zusehends und mündet in zahlreichen Situationen, die jegliche Logik vermissen lassen und beim Publikum mehrfach heftiges Kopfschütteln auslösen.
 
 
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Als Spezialist für Effekte, Kreaturen und Make-Up kann Peter Hyett schlussendlich eine seiner Stärken voll ausspielen. Die Bisswunden, die leider viel zu selten in Erscheinung treten, sind erstklassig gemacht und sorgen dafür, dass dem Zuschauer genug Ekelschauer den Rücken hinablaufen. Auch das Design der Werwölfe, auf die man zu lange warten muss, ist furchteinflößend, effektiv und vor allem handgemacht. Daher ist es ein besonders großes Ärgernis, das sich viele blutige Schlüsselszenen des Films im stetig flackernden Licht eines Zugabteils abspielen und statt Aufregung mehr Kopfschmerz auslösen.
 
 
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HOWL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Paul Hyetts zweiter Film nach „The Seasoning House“ verfügt über viele gute Zutaten, wie zum Beispiel ordentliches Kreaturendesign, gute Kameraarbeit und herausragende Make-Up-Effekte. Das Drehbuch des Films, das im Verlauf der Story steil abwärts in Richtung Dummheit purzelt, ist wiederum ein großer Frustfaktor und macht vor allem die zweite Hälfte des Films zu einem anstrengenden Geduldsspiel.
 
 


 
 
 

HOWL – Zensur

 
 
 
Die Konflikte mit den pelzigen Gegnern lassen zwar auf sich warten, hauen aber gut rein und geizen nicht mit Gedärm-Prothesen und Kunstblut. Der Werewolf-Horrorstreifen „Howl“ hat in Deutschland eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

HOWL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Capelight Pictures (normale Blu-ray im Keepcase)

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(c) Capelight Pictures (Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Howl; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover und Schuber | Mediabook

Extras: Making-of, Regisseur Paul Hyett zu Gast beim Fantasy Filmfest in Stuttgart, Trailer | zusätzlich im Mediabook: 24-seitiges Booklet

Release-Termin: 08.04.2016

 

Howl [Blu-Ray im Schuber] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Howl [2-Disc Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

HOWL – Trailer

 
 


 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Capelight Pictures

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Late Phases (2014)
 
Wolves (2014)
 
Wer – Das Biest in Dir (2013)
 
The Seasoning House (2012)
 
WolfCop (2014)
 

Filmkritik: „Deathgasm“ (2015)

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DEATHGASM

Story

 
 
 
Die Möglichkeiten für den jungen Metalhead Brodie (Milo Cawthorne) sind begrenzt. Der nerdige, ruhige Außenseiter lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter im abgelegenen Neuseeland und durchläuft die üblichen Prüfungen und Strafen der Jugend. Als seine Mutter nach einem unrühmlichen Zwischenfall in die Geschlossene eingewiesen wird, kommt es noch dicker. Er muss mit seinem strikt religiösen Onkel Albert, dessen Frau Mary und deren unsäglich prolligem Sohn zusammenleben. Als ob das nicht schlimm genug wäre, buhlt dieser um die Gunst der blonden Schönheit Medina (Kimberley Crossman), auf die Brodie ebenfalls ein Auge geworfen hat. Erst das Zusammentreffen mit dem Rebellen Zakk (James Blake) lässt Hoffnung aufkommen. Mit zwei strebsamen Schulkollegen bilden sie die Metalband DEATHGASM und hauen in ihrer Freizeit brutale Riffs raus. Die Situation im ruhigen Städtchen gerät endgültig aus den Fugen, als Brodie und Zakk auf einen Satz mysteriöser Notenblätter stoßen und die sogenannte „Schwarze Hymne“ spielen. Dass sie damit ihre Nachbarn in blutrünstige Dämonen verwandeln ist nur eine der vielen Nebenwirkungen gespielter Noten. Ganz nebenbei öffnen sie ein Höllenportal und müssen sich binnen weniger Stunden auf die Ankunft des Chef-Dämons Aloth vorbereiten.
 
 
 


 
 
 

DEATHGASM – Kritik

 
 
 
Nach „Housebound“ aus dem Jahr 2014 ist „Deathgasm“ der neueste Splatter-Export vom anderen Ende der Welt. Darin tobt der offensichtliche Metal-Fan und Effekt-Spezialist Jason Lei Howden (der unter Anderem an der „Hobbit“-Trilogie oder den „Avengers“ mitwirkte) sich gehörig aus und zelebriert eine bis dato ungesehene Variante der filmischen Auseinandersetzung mit schwermetallener Musik. Mit sehr deutlichen Anleihen an die Kultklassiker der „Evil Dead“-Reihe („Tanz der Teufel“) gibt er die Jagd auf besessene Nachbarn frei und beschert seinem Publikum ein amüsantes, blutiges Splatter-Fest.
 
 
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Sam Raimis beliebte und großartige Horror-Saga um den tollpatschigen Jedermann Ashley Williams hat in den letzten drei Jahrzehnten unzählige Horror-Regisseure inspiriert und gilt bis heute als eine der ikonischen Filmreihen, die vor allem in späteren Kapiteln gekonnt Humor mit jeder Menge Gematsche kombiniert. Als jüngster gedanklicher Nachfolger muss „Deathgasm“ sich dem Vergleich mit seinem offensichtlichen Vorbild „Evil Dead“ stellen. Leider entkommt der neuseeländische Debütfilm von Jason Lei Howden diesem Vergleich nicht ohne Blessuren. Howden verkompliziert seinen Film unnötig und reichert ihn mit einigen Subplots an, die vom eigentlichen Fokus des Splatter-Festes ablenken und obendrein ein leichtes Ziel für Logiklöcher und Ungereimtheiten aller Art bilden. Der romantische Plot beispielsweise, der sich zwischen Brodie und Medina entwickelt, basiert auf einem sehr dürftig geschriebenen weiblichen Charakter und bremst den Film eher aus, als dass er ihn bereichert.
 
 
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Der Stil des Films, der zum Anfang mit vielfältigen visuellen Reizen, schnellen Schnitten, Schwenks und sonstigem Kamera-Gespiele überzeugt, ist im weiteren Verlauf leider sehr inkonsistent. Dies führt dazu, dass zwischen der flinken Einleitung des Films und dem eigentlichen Beginn der blutigen Action eine Leere entstehen lässt, die man beinahe als langweilig bezeichnen könnte. Was das Design der Dämonen angeht, kann „Deathgasm“ einige Punkte sammeln, hier macht sich die vorherige Erfahrung des Regisseurs deutlich bemerkbar, auch wenn das Axtfutter und ihre Inszenierung gelegentlich etwas zu stark an die Vorbilder aus „Evil Dead“ erinnern. Auch die Make-Up-Effekte sind gut gelungen und schmeicheln dem Auge durch eine fast ausschließlich handgemachte Qualität. Endlich gibt es wieder einen Film zu sehen, in dem das Kunstblut buchstäblich an der Kameralinse herunterläuft.
 
 
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DEATHGASM – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Halsbrecherische Dämonenjagd mit viel (Herz)Blut und Metal. Jason Lei Howdens Debüt „Deathgasm“ ist ein unbeschreiblich amüsanter Splatterfilm von Metalheads für Metalheads, durchsetzt mit donnernden Riffs, einem derben Soundtrack und großzügigen Portionen Monster-Schnetzelei. Den gleichen Kultstatus wie sein Vorbild „Evil Dead“ wird der Film wegen einem dünnen, unnötig komplizierten Drehbuch und fehlendem Charme vermutlich nicht erreichen, trotzdem ist es ein gelungener Einstand eines sympathischen Regisseurs und ein ordentlicher Beitrag zum modernen Splatter-Genre.
 
 


 
 
 

DEATHGASM – Zensur

 
 
 
Kettensägen, Äxte und natürlich Dildos kommen beim Nahkampf mit der dämonischen Brut zum Einsatz und verursachen einen gesunden Blutfluss. Da sich die Gewalt gegen (nichtbesessene) Menschen in Grenzen hält und der Film durchgängig von einem leicht, humoristischen Ton dominiert wird, ist eine Jugendgefährdung hier nicht wirklich gegeben. DEATHGASM hat eine ungeschnittene Freigabe ab 18 erhalten. Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

DEATHGASM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Tiberius Film (limitiertes Mediabook mit 1 BD & 2 DVDs)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Deathgasm; Neuseeland 2015

Genre: Horror, Komödie, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: rote Amaray mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Originaltrailer, Trailershow, Audiokommentar, Intro vom Regisseur | zusätzlich im mediabook: The Birth of Deathgasm, Brotherhood of Steel, Demon Seed, Gorgasm, Musikvideo der Metal Band „Bulletbelt“ mit dem Song „Deathgasm“, 24-seitiger Buchteil

Veröffentlichung: 04.02.2016

 
 
 

Deathgasm [Blu-ray KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Deathgasm – Limitiertes Mediabook ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DEATHGASM – Trailer

 
 


 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Tiberius Film

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Housebound (2014)
 
Tanz der Teufel (1981)
 
Evil Dead (2013)
 
Demons (1985)