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Filmkritik: „Devil’s Gate“ (2017)

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DEVIL’S GATE

Story

 
 
 
Auf einer unheimlichen Farm passieren seltsame Dinge. Was die Polizei dort jedoch findet, geht weit über rationalen Menschenverstand hinaus.

 
 
 


 
 
 

DEVIL’S GATE – Kritik

 
 
 
Ist es eigentlich ein gutes Zeichen, wenn ein Film von Festival zu Festival gereicht wird? Nicht selten steckt dahinter Kalkül. Viele Festival-Initiatoren zeigen sehenswerte Filme, um möglichst viele Besucher in die Vorstellungen locken zu können. Aber das Einreichen von Filmen kann auch einem anderen Zweck dienen. So kann es gut sein, dass Filme keinen Verleih finden und daher so lange auf diversen Festivals ihr Dasein fristen bis sich endlich ein Einkäufer findet. Im Falle von DEVIL’S GATE können wir aber Entwarnung geben. Auch dieser Streifen wurde auf einschlägigen Veranstaltungen wie dem FRIGHTFEST oder dem TRIBECA FILMFESTIVAL aufgeführt, vermutlich aber nicht mit dem Hintergrund unbedingt ein Käufer für die Heimkinoauswertung zu finden. Diesen dürfte erwähnter Indie-Horror ohnehin schnell gefunden haben, denn DEVIL’S GATE ist weit weg von schlecht und bringt gute Horrorunterhaltung ins gemütliche Wohnzimmer. Darauf dürfen sich Genre-Fans freuen.
 
 
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Was ist denn hier nicht in Ordnung? Das denkt sich auch FBI-Agentin Daria Francis (AMANDA SCHULL). Die muss sich im ländlichen Amerika mit einem Fall beschäftigen, der viele Fragen aufwirft. Im Fokus der Ermittlungen steht Familienvater Jackson Pritchard (MILO VENTIMIGLIA aus STATIC und KISS OF THE DAMNED). Seit einer Ewigkeit sind nämlich dessen Frau und der gemeinsame Sohn verschwunden. Man glaubt an Mord. Doch der ortsansässige Sheriff Conrad ‚Colt‘ Salter (SHAWN ASHMORE aus HATCHET 2 und FROZEN) kennt den Beschuldigten seit der Kindheit persönlich und vermutet andere Ursachen. Grund genug sich auf der heruntergekommenen Ranch besagter Familie umzuschauen. Dort stößt man auf das verstörte Familienoberhaupt, das über den Besuch der Gesetzeshüter so gar nicht erfreut ist. Offenbart versucht er die Farm vor etwas zu beschützen, das es mit der Familie nicht sonderlich gut meint. Und in der Tat. Im Keller erhält man erste Hinweise. Dort haust in einem Käfig ein Wesen, das keinesfalls menschlich ist. Da stellt sich glatt die Frage, was in diesem Heim nicht mit rechten Dingen zugeht. Die Antwort darauf sucht man in dieser Kritik vergebens. Jeder noch so kleine Spoiler raubt nämlich DEVIL’S GATE die Spannung.
 
 
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Eine abgelegene Farm, bedrohliche Wolken, ein religiöser Fanatiker und der Teufel im Titel. Dieser Film muss mit dem Okkulten zu tun haben, was wohl das Interesse eines Exorzisten auf den Plan rufen dürfte, der hier mit Weihwasser und Kruzifix zu Tate schreiten muss. Überraschenderweise macht Regisseur CLAY STAUB alles anderes. DEVIL’S GATE ist im anderen Subgenre Zuhause und treibt mit unerwarteten Handlungsverläufen die Spannung voran. Leider beinhaltet der Streifen viele Rätsel und überraschende Wendungen, was es an dieser Stelle schwer macht den Film zu rezensieren. Jede Information zu viel zerstört den nicht uninteressanten Plot, der hier immer nur knappe Hinweise darüber liefert, was letztendlich des Pudels Kern ist. Der Zuschauer wird stets häppchenweise mit Antworten versorgt, die am Ende ein rundes Ganzes ergeben. Erst dort macht der Mystery-Plot Sinn und verinnerlicht einmal mehr, dass selbst bekannte Geschichten immer noch gut funktionieren, wenn man sie in einem unvorhersehbaren Drehbuch niederschreibt, das nicht gleich mit der Tür ins Haus fällt. Dass die erste eigene Arbeit von Regisseur CLAY STAUB eine atmosphärische wie spannende Glanznummer geworden ist, scheint nicht von ungefähr zu kommen. Der Macher war nämlich zuvor an einigen Horror-Produktionen beteiligt, bei denen er wohl das Einmaleins des Angstmachens studiert hat. So stand er als Regisseur der zweiten Unit an der Neuverfilmung des Kultstreifens DAWN OF THE DEAD und dem Prequel zu Carpenters THE THING zur Seite. Immerhin erfolgreiche Filme, die besser waren, als die meisten Neuinterpretationen geliebter Kultklassiker. Qualitativ bleibt Macher CLAY STAUB zumindest seinem Kurs treu. DEVIL’S GATE kann sich sehen lassen und dürfte Freunde unabhängigen Gruselkinos bestens unterhalten. Dank guter (aus TV-Serien bekannter) Schauspieler, professionell getrickster Kreaturen-Effekte und durchdachter Erzählweise ist aus diesem kleinen Grusel-Indie definitiv ein Geheimtipp geworden. Sollte man sich auf die Filmliste setzen.
 
 
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DEVIL’S GATE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Bedrohlich-düsteres Indie-Kino, das sich nicht gleich durchschauen lässt und bis zum Ende fesselt. DEVIL’S GATE gelingt das Kunststück, welches immer wenigeren unabhängig produzierten Horrorfilmen gelingt. Der Streifen erzählt eine Geschichte, die schnell in den Bann zieht und von der man unbedingt wissen will, wie sie ausgeht. Grund hierfür: Man hat sich beim Verfassen des Drehbuchs Gedanken gemacht und an einem Plot gebastelt, der den Zuschauer anfangs versucht in die Irre zu führen. Wohin die Reise wohl gehen wird? Das bleibt bis zur Hälfte ungewiss. Ein guter Schachzug, um das Publikum bei Laune zu halten. Offenbar war im Falle von DEVIL’S GATE jemand am Regler, der selbst Horrorfan ist und weiß, was Genre-Fans wollen. Letztere dürstet es nach spannenden Geschichten, die gute Unterhaltung versprechen. Das ist Regisseur CLAY STAUB definitiv gelungen. Der zitiert hier Altmeister wie JOHN CARPENTER oder TOBE HOOPER. Die permanent bedrohliche Kulisse tut da ihr Übriges. Essentiell für einen Horrorfilm. Dieser Mysterythriller ist zweifelsohne sehenswert. Bitte mehr von diesen kleinen, qualitativen Low-Budget-Schockern.
 
 
 


 
 
 

DEVIL’S GATE – Zensur

 
 
 
Viel Gewalt zeigt DEVIL’S GATE nicht. Ein Mann wird von einer Bärenfalle zerquetscht, Ein Bein wird mit einem metallischen Gegenstand durchbohrt, der Brustkorb eines Protagonisten wird aufgerissen und ein Gesicht wird ebenfalls weggeschossen. Hierzulande dürfte eine FSK16 drin sein.
 
 
 


 
 
 

DEVIL’S GATE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC Midnight)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Extraterrestrial (2014)
 
The Recall (2017)
 
Dark Skies – Sie sind unter uns (2013)
 

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Filmkritik: „Escape from Cannibal Farm“ (2017)

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ESCAPE FROM CANNIBAL FARM

Story

 
 
 
ESCAPE FROM CANNIBAL FARM fängt passabel an, wird aber schnell unfreiwillig albern. Eine Familie gerät an eine Sippe, die auf einer Farm Menschen mit der Kettensäge in kleine Wurstscheiben schneidet.

 
 
 


 
 
 

ESCAPE FROM CANNIBAL FARM – Kritik

 
 
 
Es war einmal ein kleiner Junge, der hat sich während seiner Jugend Horrorfilme im Überfluss angeschaut. Irgendwann kam ihn ein krasses Stück Genre-Kino vor die Funzel, das ihn derart beeindruckt hat, weshalb er später auch mal einen ähnlichen Schocker drehen wollte. So oder so ähnlich dürfte es zur Entstehung des folgenden Streifens gekommen sein, der bereits Dank plakativ gewähltem Titel mit der Tür ins Haus fällt und sich nicht um Subtilität oder Geheimniskrämerei kümmert. Bei ESCAPE FROM CANNIBAL FARM ist die Titelkreation Programm. Die klärt auf, dass es wohl etwas blutiger zugehen wird. Und in der Tat. Der Trailer erfreut durch härtere Gangart und zeigt, wo der Splatter-Frosch die Locken hat. Leider der einzig nennenswerte Bonus in diesem sonst eher stumpfsinnigen Plagiat eines umjubelten Horrorfilmklassikers. ESCAPE FROM CANNIBAL FARM ist eine blutige Schlachtplatte eines noch unerfahrenen Regisseurs, der sich erst noch im Genre ausprobieren und finden muss. Hier ist der Blutzoll zwar hoch, aber das Drehbuch hätte dringend einen Lektor benötigt. Offenbar war es dem (Horrorfilm-begeisterten) Regisseur wichtiger einen Film mit viel Rot zu inszenieren, der bei Gleichgesinnten gut ankommt. Nun ja, das Resultat ist – sagen wir mal so – zweckmäßig.
 
 
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Von nervenden und unsympathischen Figuren, die (Gott sei Dank) Bekanntschaft mit der Kettensäge machen. Ein Wochenendtrip mit Familie und Wohnwagen. Das wollen Mutter und Stiefvater Harver. Die sammeln die drei Kinder ein und nehmen auch gleich noch den Fast-Schwiegersohn in spe mit auf die Reise ins britische Hinterland. Das kommt natürlich bei den Kids gar nicht gut an. Die müssen Handys und Laptop abgeben und sollen das Wochenende ohne Elektrosmog überstehen. Eine unglückliche Entscheidung, denn auf Elektrogeräte wird man bald angewiesen sein. So brennt während der Nachtruhe plötzlich das Zelt der Eltern lichterloh. Dumm nur, dass die Mutter darin geschlafen hat und schlimmste Verbrennungen erleidet. Wie kann das sein? Handelt es sich hier um Brandstiftung? Aber selbstverständlich. In dieser Gegend haust eine seltsame Sippe, die es nicht gut mit Durchreisenden meint. Auf einer Farm werden die zu Gulasch verarbeitet und das Fleisch an gut zahlende Kunden verkauft. Ganz ähnliches Schicksal müssen nun auch unsere Wohnwagen-Camper befürchten. Die werden zu besagter Farm verschleppt und in Käfige gesperrt. Ein Teenager mit Menschenhaut-Maske und Kettensäge hält Wache. Das kommt einen doch irgendwie bekannt vor.
 
 
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Was für ein Blödsinn. ESCAPE FROM CANNIBAL FARM macht in visueller Hinsicht eine hervorragende Figur. Das Szenario ist atmosphärisch, düster und dreckig. Zumindest hier erinnert der Streifen gut und gerne mal an jenen Film, von dem sich ESCAPE FROM CANNIBAL FARM offensichtlich hat inspirieren lassen: dem TEXAS CHAINSAW MASSACRE. Was aber bitter aufstößt ist das haarsträubende Drehbuch mit dem sich dieser Backwood-Slasher mehr schlecht als recht über die Runden schlägt. Der Film übertrumpft sich förmlich selbst mit unerwarteten Wendungen, die aber so konstruiert wirken, dass sich einem beinahe schon die Zehennägel kräuseln. So wird hier unter fadenscheinigen Gründen nicht nur Menschenfleisch zubereitet. Ein abstruser Streit zwischen Familien lässt vor allem Feingeister die Haare zu Berge stehen. Der Zank muss – wie hätte es anders auch sein sollen – im Blutrausch ausgetragen werden, damit Gorehounds etwas zu sehen bekommen. Doch nicht nur die einfältige Handlung hinterlässt Magengrummeln. Auch seltsames Schauspiel macht den Horrorthriller zum Geduldsspiel. Hier sind zwar talentierte Darsteller am Winseln. Dennoch spielen die Akteure derart überzogen, dass man meinen könnte, hier eine Parodie auf das legendäre Meisterwerk aus der Mache des 2017 verstorbenen TOBE HOOPER zu sehen. Auch wenn ESCAPE FROM CANNIBAL FARM einige zynische Momente zu bieten hat, ist der Streifen weit weg von lustig. Man meint Gezeigtes im wahrsten Sinne des Wortes ernst, was vor allem mit Hilfe von deftigen Gewaltmomenten unterstrichen wird. Demzufolge bleibt schleierhaft, was sich Regisseur, Drehbuchautor und Produzent CHARLIE STEED mit seinem unausgereiften Plagiat zum berüchtigten TEXAS CHAINSAW MASSACRE gedacht hat. Was soll der Quatsch und warum eine so aufgeblähte Handlung, wenn alles ohnehin nur auf ein Blut- und Eingeweidefest hinausläuft? Fans heftiger Gewaltmomente wie WRONG TURN, INBRED und dem Remake zu THE HILLS HAVE EYES wird’s vermutlich weniger stören. Die bekommen als Entschädigung für Sondermüll gut getrickste Spezialeffekte vor die Linse und ein paar knackige Szenen in denen die Motorsäge knattert. ESCAPE FROM CANNIBAL FARM ist nur für Hardcore-Backwood-Horror-Fans geeignet. Für alle anderen dürfte diese britische Blutsauerei zur Farce werden.
 
 
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ESCAPE FROM CANNIBAL FARM – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
The British Chainsaw Massacre. Es hätte so schön werden können: Eine Familie gerät an Hinterwäldler und muss sich mit spitzem Werkzeug zur Wehr setzen, um dem Schicksal entkommen zu können. Leider schießt sich ESCAPE FROM CANNIBAL FARM mit üblen Nebensträngen und schwachsinnigen Wendungen selbst ins Aus. Die Erklärungsversuche für das im Film zelebrierte Massaker sind nicht nur unglaubhaft. Das Splatterfest wirkt dilettantisch und konstruiert. Hier wird eine simple Ausgangssituation mit komischen Nebenhandlungen aufgebläht, die ohnehin darauf hinauslaufen wird, möglichst viele blutige Szenen zu zeigen. Wozu der ganze überflüssige Schnickschnack? Die Frage darauf dürfte wohl nur Regisseur CHARLIE STEED beantworten können. Fakt ist, dass das unnötige Füllmaterial ESCAPE FROM CANNIBAL FARM zu lang macht und das Treiben zu schwerfällig gestaltet. Manchmal funktioniert gradlinig und simpel gestrickt besser – vor allem dann, wenn man sich in einem Subgenre bewegt, das ohnehin nur auf die niederen Instinkte des Zuschauers abzielt.
 
 
 


 
 
 

ESCAPE FROM CANNIBAL FARM – Zensur

 
 
 
ESCAPE FROM CANNIBAL FARM hat schon fiese Szenen zu bieten. Hinsichtlich Spezialeffekte fährt der Backwood-Slasher groß auf und gibt sich äußerst zeigefreudig. Es werden Hände abgerissen, nachdem ein Protagonist einen Käfig angefasst hat, der unter Starkstrom steht. Weiterhin verbrennt eine Filmfigur in einem Ofen. Eine andere kann gerade noch so aus einem brennenden Zelt gezogen werden, sieht danach aber nicht mehr ganz so frisch aus. Da im Film eine Kettensäge rattert, muss diese natürlich auch zum Einsatz kommen. Diese wird zweckentfremdet und für das Abschneiden von Gesichtshaut benötigt. Hierzulande bleibt fraglich ob ESCAPE FROM CANNIBAL FARM ungeschnitten erscheinen wird. Einige der Szenen sind hart anzuschauen und kommen allein deshalb zum Einsatz, um zu schockieren. Sollte die FSK einen guten Tag haben, könnte es gut sein, dass der Kannibalen-Kracher vollständig mit einer Erwachsenenfreigabe passieren wird. Wir rechnen aber eher mit dem Schlimmsten.
 
 
 


 
 
 

ESCAPE FROM CANNIBAL FARM – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Dark Temple Motion Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wrong Turn (2003)
 
Inbred (2011)
 
Killbillies (2015)
 
The Horde (2016)
 
The Hills Have Eyes (2006)
 
The Texas Chainsaw Massacre (1974)
 


Filmkritik: „Raised by Wolves“ (2014)

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RAISED BY WOLVES

Story

 
 
 
Einige Kids wagen sich auf die Ranch eines ehemaligen Sektenanführers, dessen Geist hier scheinbar immer noch sein Unwesen treibt …
 
 
 


 
 
 

RAISED BY WOLVES – Kritik

 
 
 
Auch große Namen hinter Filmprojekten müssen nicht gleichzeitig Qualität bedeuten. Manchmal können auch Regisseure Filme vermasseln, die eigentlich bisher immer sehenswerte Horror-Hits in die Heimkinos gebracht haben. MITCHELL ALTIERI und PHIL FLORES sind im Genre mittlerweile keine Unbekannten mehr. Unter dem Namen BUTCHER BROTHERS ist ihnen vor einigen Jahren mit ihrem Indie-Grusler THE HAMILTONS (2006) ein Überraschungshit gelungen, der sechs Jahre später mit THE THOMPSONS erfolgreich fortgesetzt werden konnte. Für HOLY GHOST PEOPLE wagte MITCHELL ALTIERI im Jahr 2013 den Schritt in die „Selbstständigkeit“ und erhielt für sein Solo-Projekt von Kritikern und Fans nur lobende Worte, so dass der Regisseur darin bekräftigt wurde, noch einmal allein Regie zu führen. RAISED BY WOLVES heißt der filmische Schnellschuss, der vermutlich Beweis dafür ist, dass die BUTCHER BROTHERS erst einmal eine kreative Pause einlegen sollten, um nach guten Ideen für neue Filme zu suchen.
 
Es geht um einige Skater-Kids, die das Abenteuer suchen, weil sie mit ihrer Freizeit nichts anzufangen wissen. Der leere Pool einer verlassenen Ranch soll den ultimativen Kick zum Skateboarden bescheren. Dort hat einst Sektenguru Ernest Plainsong sein Unwesen getrieben und seinen minderjährigen Anhängern eingetrichtert, dass sie angeblich von Dämonen besessen wären. Die wurden paranoid und ermordeten sich gegenseitig. Nun, viele Jahre später scheinen sich die Ereignisse erneut so abzuspielen, wie sie sich in den 70ern zugetragen haben. Mit der Ankunft der neugierigen Teenager geschehen abermals seltsame Dinge auf dem Grundstück des verfallenen Anwesens, die erwartungsgemäß kein gutes Ende nehmen werden. Schnell sind die Körper der Kinder vom Bösen besessen, die sich wie Zombies durch die Flure der morschen Hütte bewegen und Jagd auf Jene veranstalten, die noch nicht vom Bösen infiziert wurden. Mikey (Evan Crooks) hält mit seiner Kamera alles auf Film fest und hat sogar einen Ersatzakku dabei, damit er das Massaker an seinen Freunden am Stück filmen kann.
 
Regisseur MITCHELL ALTIERI bedient sich für seinen RAISED BY WOLVES der momentan beliebten Sekten-Filmwelle, die bereits mit THE SACRAMENT, Apocalyptic und CHILDREN OF SORROW einige ähnliche Vertreter vorzuweisen hat, die in letzter Zeit das Licht der Zelluloid-Welt erblickt haben. Offensichtlich von den Morden der Charles Manson Family inspiriert, hat ALTIERI hier einen eher bescheidenen Beitrag zur zwiespältigen Found-Footage-Thematik geschaffen, der nicht einmal ansatzweise dem gerecht werden kann, was man eigentlich bisher von den BUTCHER BROTHER zu sehen bekommen hat. Viel zu sehr kopiert RAISED BY WOLVES jene Erfolgsformeln, die weitaus bessere „Wackelfilme“ zum Erfolg verholfen haben. Eigenständigkeit ist hier Fehl am Platz, denn das Meiste wirkt in diesem Horrorsüppchen derart lieblos zusammenstibitzt, dass ein frühzeitiges Abschalten vorprogrammiert sein dürfte, schließlich lässt sich ohnehin recht schnell vorausahnen, was den einfältigen Protagonisten am Ende blühen wird. Die gehören zu jenen unsympathischen Zeitgenossen, denen man ohnehin das grausame Ausradieren wünscht, ist es dem Zuschauer aufgrund der nicht vorhandenen Identifikationsfiguren ohnehin kaum möglich, überhaupt für einen der Jugendlichen Sympathien zu entwickeln.
 
Konstruiert wirkende Panikmache durch planloses Umhergeirre ist auch in RAISED BY WOLVES Programm. Macher MITCHELL ALTIERI lässt die Kamera nie zur Ruhe kommen, die permanent damit beschäftigt ist, möglichst viele verzerrte Einstellungen zu zeigen, damit dem Zuschauer ganz schnell der Geduldsfaden reißt. Vor allem während der zweiten Filmhälfte wird das Nervenkostüm des Filmfans auf eine harte Probe gestellt. ALTIERI verlagert sein Szenario vom Tag in die Nacht und zeigt nur dass, was das Kameralicht preisgibt. Meist ist das jedoch nur Wand und Boden, denn mit fortschreitender Dunkelheit werden auch die Kids panischer, die bald nur noch verschreckt und orientierungslos durch das Gelände flitzen und reichlich zu kreischen haben. Aus Testosteron gesteuerten Jungs werden scheue Angsthasen und zuvor selbstbewusste Kampfamazonen schreien sich um Kopf und Kragen. Förderlich ist das dem Film leider nicht, zumal sich keiner der Protagonisten einige Minuten Zeit nimmt um darüber nachzudenken, wie man der Misere Herr werden könnte. Stattdessen scheint ALTIERI Spaß daran zu haben, mit immer gleichen Schockmomenten erschrecken zu wollen. Die reduzieren sich auf das meist wenig überraschende Erscheinen der dämonisch infizierte Skater-Freunde, die just dann in den Lichtkegel der Kamera stolpern, wenn diese endlich mal zur Ruhe kommt.
 
RAISED BY WOLVES ist kein guter Film. Hier hält der Horrorfan ein austauschbares Found-Footage-Debakel in den Händen, das aufgrund der Masse an ähnlich gestrickter Billig-Ware schnell wieder vergessen sein dürfte. Apropos: Während die männlichen Kollegen leidlich talentiert um ihr Überleben schreien, haben sie immerhin Ahnung vom Skaten. Leider reicht das nicht aus, um RAISED BY WOLVES halbwegs erträglich zu gestalten. Demnach sollten sich nur Fans der Wackelkamera auf diese Ranch wagen. Gegner der Found-Footage-Plage werden nämlich auch an diesem Schüttel-Ausflug rein gar keine Freude haben. Wir haben gewarnt!
 
 
 


 
 
 

RAISED BY WOLVES – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Beliebiges Wackel-Chaos ohne Höhepunkte, das nur von all jenen gesehen werden sollte, die sich jedes Found-Footage-Desaster reinziehen, um mitreden zu können. RAISED BY WOLVES besitzt weder neue Ideen noch gute Effekte, die den Streifen aus der Masse an ähnlichen Filmen hervorstechen lassen könnten. Ganz übel ist im Übrigen (was für eine Überraschung) die Kameraführung, die den Zuschauer mit heftigem Geschüttel scheinbar an den Rand des Wahnsinns treiben will. RAISED BY WOLVES ist überflüssiger Sekte-trifft-auf-Dämonen-Blödsinn, den man getrost im Händlerregal stehen lassen sollte. Daher: Den nächsten Found-Footage-Film, bitte – Schließlich gibt es ja nicht bereits genug solcher Streifen!
 
 
 


 
 
 

RAISED BY WOLVES – Zensur

 
 
 
Außer einigen Kratzern an Bein und Rücken sowie einem Rohr, das sich durch den Körper eines Protagonisten bohrt, gibt es in RAISED BY WOLVES kaum Gewalt zu sehen. Demnach darf man bedenkenlos mit einer ungeschnittenen FSK16 rechnen.
 
 
 


 
 
 

RAISED BY WOLVES – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Sacrament (2013)

Children of Sorrow (2012)

Apocalyptic (2014)

The Manson Family (2003)

Helter Skelter (2004)

Helter Skelter – Die Nacht der langen Messer (1976)