Filmreview: „The Task“ (2010)

 

Einige zufällige ,bei einem Preisausschreiben ausgeloste, Gewinner sind die Kandidaten einer neuen „Reality“-TV-Show.

Bei der Teilnahme an dieser neuen TV-Show winkt eine fettes Preisgeld in Höhe von einigen tausend Dollar.

Die einzige Aufgabe, um an das heißbegehrte Preisgeld zu gelangen, besteht darin eine Nacht in einem verlassenen Gefängnis zu verbringen und diverse unspektakuläre Aufgaben abzuhandeln, in der einige Jahrzehnte zuvor, ein geisteskranker gefängnisaufseher makabere Experimente an den Insassen ausgeführt haben soll.

Dumm nur, dass die psychopatische Seele des Wärters immer noch durch das alte Gemäuer spukt.

 

 

Und hier nun der nächste Beitrag aus der, unter Fankreisen recht populären und beliebten, After-Dark-Filmfest Reihe.

Nachdem Senator bereits zuletzt die aktuellen Beiträge „Prowl“, „Fertile Ground“, „Husk“ und „Seconds Apart“ für den hiesigen Heimkinomarkt ausgewertet hat, folgt nun mit „The Task“ eine weitere Genreproduktion aus der After-Dark-Horrorschmiede.

Mit „The Task“ dürften vor allen Slasher– und Spukhausfilmfans vollends auf ihre Kosten kommen, denn das verlassene Zuchthaus, in dem das Geschehen verlagert wurde, hält ein paar wirklich unheimliche paranormale „Überraschungen“ für die Protagonisten parat.

Dabei dürfte der Filmfreund sofort bemerken, dass „The Task“ sich nicht allzu ernst nimmt und die Charaktere alles anders als sympathisch skizziert wurden. Auch in diesem Film wurden die Leidtragenden „Scream-Queens“ und „Scream-Kings“ hervorragend oberflächlich durch die Klischeeschraube gewalzt. Die völlig übertrieben tuckige Darstellung des Homosexuellen und die hervorragend abgewrackte Verkörperung des Dauerkiffer-Girls haben fast schon einen liebenswerten und comicanmutenden Unterton und ähneln in ihrer extrem aufdringlichen schrulligen Inszenierung ein wenig an längst vergessene Zeichentrick-Helden a lá „Scooby Doo“.

Dennoch, bevor das muntere Treiben auf der heimischen Mattscheibe so richtig in Fahrt kommt vergehen geschlagene 45 Minute – 45 Minuten in denen der Filmfreund den wahrscheinlich ungruseligsten Geist der Filmgeschichte in einigen kurzen Spuksequenzen zu Gesicht bekommt. Bedenkt man, was dem Zuschauer und den Protagonisten an haarsträubenden Hintergrundinfos über das leerstehende Gefängnis vermittelt werden, grenzt die karismalose und lapidare Darstellung des Geisteraufsehers fast schon an einer Veräppelung an Zuschauer und den Filmcharakteren.

Doch bis der vermeintliche „böse“ Geist des Knastwärters in Aktion tritt, darf man den  Protagonisten bei ihren sinnfreien Aktionen beiwohnen, welche sie abhandeln müssen, um an das verlockende Preisgeld zu gelangen. Dabei dürfte dem Zuschauer, aufgrund der Banalität des Gezeigten, das ein oder andere schamhafte Grinsen nicht verwehrt bleiben.

Zumindest ist das Ende mit seinem doppelbödigen Storytwist recht witzig ausgefallen, sodass man getrost über erste Filmhälfte hinwegsehen darf. Denn nachdem der Geist des öfteren auf dem Bildschirm des Studioteams zu sehen ist, und das Kamerateam bemerkt, dass scheinbar doch so einiges nicht mit rechten Dingen in dem stillgelegten Knast zugange geht, kommt letztendlich auch „The Task“ mal langsam aus den Potten und unterhält mit (zwar wenig geistreichen) Wendungen und falschen Fährten. Dabei kommt der gierige Gorehound auch bei der ein oder anderen Splatterszene auf seine Kosten, welche aber dennoch immer im überschaubaren Rahmen bleiben und nicht ausufernd zelebriert dargestellt werden.

 

 

Fazit 5,5/10 Punkte

 

Auf keinen Fall der Beste „After Dark“-Film, aber auch nicht der Schlechteste. Aufgrund der augenzwinkernden Inszenierung schaut man gern über diverse inhaltliche Schwächen hinweg.

Der doppelte Schlusstwist überrascht, der Killergeist enttäuscht mit seiner fast schon ausdruckslosen und lapidaren Inszenierung.

 

Hellraiser80

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Filmreview: „Fertile Ground“ (2010)

 

Ein klassischer Spukhausfilm.

Nach einer Fehlgeburt wagen Emily und  Nate einen Neuanfang.

Um den Tragischen Vorfall zu vergessen wollen sie weg aus der hektischen Stadt hinaus aufs ruhige Land ziehen.

Auf Anhieb verlieben sich die beiden in das leerstehende Weaver-Haus, dem ehemaligen Wohnsitz der Verwandten von Nate, und lassen sich dort häuslich nieder.

Doch schon bald merkt vor allem Emily eine immer stärker werdende unheimliche Präsenz inmitten der „neuen“ eigenen 4 Wänden.

 

 

„Fertile Ground“ gehört neben „Prowl“  ebenfalls zu den 7 Genrefilmen aus der diesjährigen „After Dark Filmfest“ – Schmiede.

Im Grunde genommen macht dieser Spukhausfilm eigentlich fast alles richtig. Es gibt knarrende Türen, seltsame Erscheinungen, eine sagenumwogenes Herrenhaus mit mysteriöser Vergangenheit und 2 Protagonisten, die im Verlauf des Filmes dem Wahnsinn nahe scheinen.

Aber trotz aller bekannten Zutaten ist „Fertile Ground“ einfach zu konventionell geraten.

Immer wieder hatte ich das Gefühl alles bereits unzählige Male in diversen „Amityville Horror“ oder „Shining“ – Plagiaten gesehen zu haben.

Dabei ist das größte Problem von „Fertile Ground“, seine penetrante Vorhersehbarkeit.

Das ist wirklich schade, da gerade dieses „schon-wissen-was-gleich-passiert“ extrem an der Grundstimmung des Filmes zerrt.

Wer schon den ein oder anderen Film dieser Art gesichtet hat, wird bereits in den ersten Filmminuten erahnen, was auf ihn zukommen und wie der Film letztendlich enden wird. Überraschungs-Momente sind Mangelware, Schockeffekte ebenso.

Dennoch trotz dieser Mankos geizt der Film nicht mit der ein oder anderen hübsche Idee.

So empfand ich es als mollig schauderlich, als ein Handabdruck am Fensterglas wie von Geisterhand erscheint und wieder verschwindet. Warum nicht mehr davon? Davon lebt doch ein klassischer Geister- und Spukhausfilm. Es müssen nicht immer Effekte mit dem Holzhammer sein. Manchmal sind die kleinen dezent eingesetzten Gruseleffekte effektiver als teure plakative eingesetzte CGI-Effekte oder ausgewalzte Splatterszenen.

Ebenfalls nennenswert empfand ich gerade die schauspielerische Leistung der Emily, gespielt von Leisha Hailey , für einen kleinen Low-Budget-Film auf gehobenen TV-Niveau schon sehr beachtlich.

„Leisha Hailey“ spielt die Rolle der, verzweifelten und langsam dem Wahnsinn verfallenden, „Emily“ recht routiniert und immer glaubhaft. Was man jedoch von ihrem Ehemann „Nate“, gespielt von „Gale Harold“, nicht behaupten kann.

„Gale Harold“ als glattgebügelter und fehlerfreier Saubermann Ehegatte passt einfach nicht in diese Rolle. Immer wieder hat man seinen Part als Ekelpaket „Brain“ aus der Serie „Queer as Folk“ vor Augen. Im Grunde genommen spielt er in „Fertile Ground“ eigentlich das völlige Gegenteil dessen.

Aber letztendlich hat man mit „Fertile Ground“ keinen wirklichen Fehltritt im heimischen DVD/ Blu-ray – Player. Wer seine Erwartungen herunterschraubt und dem „Haunted House“ – Thema nicht überdrüssig ist, dürfte recht kurzweilig ohne großartige Hänger unterhalten werden.

 

 

Fazit 6/10 Punkte

 

Kennt man Einen – kennt man Alle.

Solider und routiniert gedrehter Genrebeitrag, der arg mit seiner unerträglichen Vorhersehbarkeit zu kämpfen hat.

Für den kleinen Hunger zwischendurch.

 

Hellraiser80