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Filmkritik: „Night of the Virgin“ (2016)

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NIGHT OF THE VIRGIN

(LA NOCHE DEL VIRGEN)

Story

 
 
 
Ein Film dessen Handlung auch ein pubertierender Teenager mit Dauererektion zu Papier hätte bringen können. Darin gerät eine männliche Jungfrau in die Fänge einer älteren Dame, die den jungen Mann nicht seiner Unschuld berauben will, sondern … ach, Ihr werdet schon sehen.
 
 
 


 
 
 

NIGHT OF THE VIRGIN – Kritik

 
 
 
Die Spanier trauen sich was. Nach umjubelten Gruselfilmen und hektischen Zombie-Krachern wird diesmal die Ekelkeule geschwungen. Das hat man nicht kommen sehen, zeichnet sich doch das spanische Genrekino dadurch aus, stets einen gewissen Anspruch zu bewahren, um auch Feingeister ansprechen zu können. Mit folgendem Streifen werden Erwartungen gebrochen. Die Horrorkomödie NIGHT OF THE VIRGIN ist nämlich aus einem anderen Holz geschnitzt und dürfte damit jedem Fan spanischen Horrorkinos vor den Kopf stoßen. Adé die Zeiten subtilen Grauens – dieser Film setzt auf niedere Instinkte und war bisher damit erfolgreich. Die groteske Horror-Produktion aus Spanien räumte auf Festivals Preise ab und ließ selbst Regisseur ELI ROTH erstaunen. Der urteilte streng und attestierte Mut. In Interviews erklärte der amerikanische Filmemacher, dass der Regisseur hinter NIGHT OF THE VIRGIN weitaus mehr zeigt, als sich Roth selbst trauen würde. Gemeint hat er damit ROBERTO SAN SEBASTIÁN. Der hat mit seinem blutigen Kammerspiel den ersten Spielfilm gedreht und damit auch gleich ins Schwarze getroffen. Bevor jedoch Jubelstimmung aufkommt sei gesagt: NIGHT OF THE VIRGIN ist blutig – keine Frage. Trotzdem ist das Machwerk weit weg von gut. Da hat Spanien schon bessere Tage gehabt.
 
 
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Was predigt Mutti bereits den ganzen Kleinen: Geht nicht mit fremden Leuten mit. Der 20-jährige Nico (JAVIER BÓDALO aus THE DEVIL’S BACKBONE) ist im besten Alter. Während Gleichaltrige Erfahrungen sammeln und junge Frauen daten, ist der unbeholfene Spanier immer noch Jungfrau. Doch das soll sich jetzt ändern. In der Silvesternacht beschließt der junge Mann seine Unschuld zu verlieren, nimmt all seinen Mut zusammen und tanzt auf einer Party attraktive Damen an. Die fühlen sich aber von den Annäherungsversuchen des eher schmächtigen Nicos belästigt und suchen das Weite. Für den Helden unserer kleinen Geschichte eine herbe Enttäuschung. Der steht nämlich unter Druck, weil er seinen Freunden Beweise für den Verlust seiner Unschuld liefern will. Da macht er Bekanntschaft mit der reifen Medea (MIRIAM MARTÍN). Die ist zwar deutlich älter als das Objekt ihrer Begierde, nimmt den unerfahrenen Nico aber mit zu sich nach Hause. Dort ist es zwar nicht sonderlich rein und Statuen einer nackten Gottheit erwecken alles andere als Vertrauen. Dennoch begibt sich die männliche Jungfrau in die Hände der erfahrenen Gastgeberin und erlebt dabei die Hölle auf Erden. Was folgt ist ein ekliger Albtraum aus Erbrochenem, Urin, Ejakulation, Blut und sonstigem Körperschleim in dem sich der Held dieser kleinen Geschichte suhlen wird. Mehr über die absurde Handlung zu verraten, wäre gemein.
 
 
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NIGHT OF THE VIRGIN als neuen Kultstreifen zu bezeichnen ist ein wenig übertrieben. Der Film ist nämlich weder Fisch noch Fleisch und hat ein großes Problem mit dem Tempo. Viel Sitzfleisch wird vorausgesetzt, denn in den knapp zwei Stunden Laufzeit passiert nicht sonderlich viel. Das ist dahingehend enttäuschend, weil NIGHT OF THE VIRGIN im Vorfeld für Furore gesorgt hat. So fand die Horrorkomödie vor allem wegen Ekelmomente auf einschlägigen Filmfestivals Anklang. Dort wurden sogar – ähnlich wie bei Kinovorstellungen des Horrordramas RAW – Kotztüten im Publikum verteilt wurden, um die Vorfreude Ekel-erprobter Zuschauer steigern zu können. Leider ist NIGHT OF THE VIRGIN einer jener Filme, der wohl nur im Kino unter grölenden Gleichgesinnten Freude bereiten wird. Vor der heimischen Glotze verliert der Streifen einen Großteil seines Spaßcharakters und wird stattdessen zum Geduldsspiel. Regisseur ROBERTO SAN SEBASTIÁN nimmt sich zu viel Zeit mit dem Erzählen seiner skurrilen Geschichte. Das dürfte die meisten Horrorfans abschrecken. Die bekommen zwar hin und wieder provokante Szenen mit Körperflüssigkeiten zu sehen, müssen sich aber anschließend durch unwichtige Dialoge kämpfen bis sich der Streifen nach einer gefühlten Ewigkeit in weiteren Geschmacklosigkeiten suhlt. Da werden die Augen schnell schwer, zumal kein Spannungsbogen vorhanden ist und sich auch nicht erschließen will, welcher Sinn sich hinter NIGHT OF THE VIRGIN eigentlich verbergen soll. Filmemacher ROBERTO SAN SEBASTIÁN hat mit seinem ersten Spielfilm einen provokanten und absonderlichen Tabubrecher inszeniert, der durchaus seine Zuschauer finden wird. Letztere benötigen hier nicht nur einen gesunden Magen. Auch der vulgäre Humor ist nicht jedermanns Sache und dürfte den meisten Zuschauer mit seiner beinahe pubertären Primitivität vor den Kopf stoßen. Angesichts mancher Szenen im Film nicht verwunderlich. So wird von Menstruationsblut gekostet oder auf Babyfotos ejakuliert. Nun ja, wer sich bei so Ekelquatsch wie THE GREASY STRANGLER oder KUSO kringelig gelacht hat, wird vermutlich auch NIGHT OF THE VIRGIN als hohe Filmkunst bezeichnen. Wir zumindest haben uns bei NIGHT OF THE VIRGIN über weite Strecken einfach nur gelangweilt.
 
 
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NIGHT OF THE VIRGIN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Da hat sich wohl jemand von den tabufreien Anfangswerken des PETER JACKSON und den Anarcho-Exzessen des Spaniers ÀLEX DE LA IGLESIA inspirieren lassen. NIGHT OF THE VIRGIN ist ein Highlight des schlechten Geschmacks und versucht sämtliche Tabus zu brechen. Der Zuschauer bekommt hier zu sehen, was sich so alles aus Körperflüssigkeiten und Lebenssaft machen lässt. Das Resultat ist ein polarisierender Rausch aus Erbrochenem, Urin, Ejakulation, Blut und sonstigem Körperschleim. Trotz tabubrechenden Absichten klingt das alles zu schön um wahr zu sein. LA NOCHE DEL VIRGIN – so wie der spanische NIGHT OF THE VIRGIN im Original heißt – ist leider kein Hit. Der ambitionierte Filmexport hat unter seinem schleppenden Erzählstil zu leiden und wiederholt zu oft die gleichen Handlungsverläufe. Das dürfte die meisten Zuschauer zum frühzeitigen Abschalten bewegen. Weil viele der Ekelmomente erst ab Filmmitte zelebriert werden, könnte es gut sein, dass viele Horrorfans einen Großteil der unappetitlichen Szenen erst gar nicht zu sehen bekommen. Manchmal ist es eben besser, wenn man Filme mit Trompeten und Paukenschlägen einführt, um die Aufmerksamkeit des Publikums für sich beanspruchen zu können. Neuling ROBERTO SAN SEBASTIÁN geht es anders an. Der bombardiert den Zuschauer erst einmal mit unwichtigen Dialogen, bevor überhaupt erst einmal der Titelschriftzug auf der Mattscheibe angezeigt wird. So ähnlich geht es dann auch weiter. Eklige Szenen, die provozieren wollen sind eben nicht alles. In inflationären Horrorzeiten, wie der heutigen muss man sich schon mehr ausdenken, um das Interesse von Genrefans gewinnen zu können.
 
 


 
 
 

NIGHT OF THE VIRGIN – Zensur

 
 
 
NIGHT OF THE VIRGIN wurde von der FSK erst für ein volljähriges Publikum freigegeben. Angesichts der nicht jugendfreien Szenen im Film berechtigt. Auf dem Cover der Heimkinofassung klebt das rote FSK-Zeichen: keine Jugendfreigabe. Hierzulande wurde die Horrorkomödie ungeschnitten veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

NIGHT OF THE VIRGIN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) PIERROT LE FOU (Blu-ray KeepCase-Version)

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(c) PIERROT LE FOU (Mediabook mit Blu-ray & DVD auf 5000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: La noche del virgen; Spanien 2016

Genre: Komödie, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 118 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnitten Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook auf 3666 Stück limitiert

Extras: Absurd Stuff, Trailer | zusätzlich im Mediabook: Poster, Kotztüte und umfangreiches Booklet. Außerdem ist im Mediabook eine Bonus DVD enthalten. Darauf befindet sich: Making-of, B-Roll, Lost Footage, Kurzfilm „YAYOS“ + einiges mehr!

Release-Termin: KeepCase + Mediabook: 17.11.2017

 

Night of the Virgin – Mediabook [DVD + Blu-ray + Bonus DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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NIGHT OF THE VIRGIN – Mediabook

 
 
 
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Anbieter PIERROT LE FOU veröffentlicht NIGHT OF THE VIRGIN zeitgleich zur herkömmlichen Veröffentlichung im KeepCase auch in einem limitierten Mediabook. Dieses ist auf 3666 Stück limitiert und beinhaltet zusätzlich einen Buchteil sowie ein Poster zum Film und eine Kotztüte als exklusiven Gimmick. Ebenso ist NIGHT OF THE VIRGIN im Buch als DVD und Blu-ray enthalten. Der Inhalt der beiden Scheiben ist identisch mit dem Inhalt der Einzelveröffentlichung. Zusätzlich im Mediabook ist aber noch eine Bonus-DVD enthalten. Diese beinhaltet noch weiteres filmbezogenes Bonusmaterial.
 
 
 


 
 
 

NIGHT OF THE VIRGIN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei PIERROT LE FOU)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Night of Something Strange (2016)
 
Meet the Feebles (1989)
 
Bite (2015)
 
Septic Man (2013)
 
Crazy Murder (2014)
 
The Greasy Strangler (2016)
 
Crazy Murder (2014)
 

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Filmkritik: „Better Watch Out“ (2016)

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BETTER WATCH OUT

(SAFE NEIGHBORHOOD)

Story

 
 
 

Eine Babysitterin (OLIVIA DEJONGE aus SCARE CAMPAIGN) erlebt ausgerechnet vor Weihnachten den Horror auf Erden.

 
 
 


 
 
 

BETTER WATCH OUT – Kritik

 
 
 
Auch im Horrorfilm passieren manchmal Dinge, die selbst eingefleischte Fans nicht kommen sehen. Da gibt es immer noch Filmemacher, die kreativ sein wollen und es anders machen wollen, als die anderen. Eine lobenswerte Geste, haben vor allem Horrorfans immer wieder das Nachsehen, weil ihnen die ständig gleichen Geschichten von gelangweilten Filmmenschen aufgetischt werden. Denen ist eigentlich nur wichtig, was sich damit verdienen lässt und wie sie mit geringem Aufwand den maximalen Reibach machen können. Überraschenderweise scheint das nicht unbedingt für die Horrorkomödie BETTER WATCH OUT zuzutreffen. Die kommt mal wieder aus Australien, wo neuerdings Grusel-Geheimtipps am Fließband produziert werden. Offenbar kennt man dort die Formel für innovativen Horror den Fans dieses Genre sehen wollen. Der kommt von dort seit Jahren abwechslungsreich, gruselig und vor allem kreativ ins Heimkino. Gott segne Australien.
 
 
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Dass BETTER WATCH OUT eigentlich nur gut werden konnte, war gewissermaßen abzusehen. Hinter der rabenschwarz-bissigen Horrorkomödie steckt nämlich jemand, der vor einigen Jahren für Aufsehen gesorgt hat. CHRIS PECKOVER startete seine Filmkarriere mit dem unerträglich harten und zu Recht kontroversen Thriller UNDOCUMENTED, der leider bis heute keinen Rechteinhaber in Deutschland gefunden hat. Angesichts der dort gezeigten Grausamkeiten verwundert das schon, entstand doch der Film zu einer Zeit in der es Mode war möglichst harten Gewaltnonsens auf Zelluloid zu bannen. In BETTER WATCH OUT wird aber ein Gang zurückgefahren. Gewalt gibt es hier zwar auch zu sehen. Diese wurde aber mit zynischer Note versehen, so dass auch ungeübte Zuschauer am etwas anderen Weihnachtsfest teilnehmen dürfen, ohne gleich vergrault zu werden. Dennoch offensichtlich: Hier muss ein Fanboy am Werk gewesen sein. BETTER WATCH OUT erinnert unschwer an die Filmstreiche von Satansbraten Kevin, der in den KEVIN ALLEIN ZU HAUS-Filmen bösen Menschen mit kindlicher Unbeschwertheit die Leviten liest. Scheinbar haben die Lausbubengeschichten so Eindruck hinterlassen, dass Regisseur CHRIS PECKOVER nacheifert. Das ist aber nichts, was man ankreiden müsste.
 
 
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Gleiches Konzept wie oben genannter Kultfilm aus den 1990ern verfolgt auch der zweite Spielfilm von Regisseur CHRIS PECKOVER, wenngleich das Treiben hier definitiv nicht für Kinder geeignet ist. In BETTER WATCH OUT – der sich im Original übrigens SAFE NEIGHBORHOOD schimpft – soll sich Babysitterin Ashley um den zwölfjährigen Schüler Luke kümmern. Es ist Weihnachtszeit und die Eltern des Jungen wollen sich einen schönen Abend machen. Eine gute Gelegenheit für die attraktive Ashley, um schnelles Geld zu verdienen. Doch die Gute ahnt nichts von den Plänen ihres Schützlings. Der will dem Kindermädchen seine Liebe gestehen, ist er doch schon seit Monaten in die junge Frau verliebt. Leider hat die Babysitterin keine Zeit für Kinderkram. Die hat Stress mit ihrem Freund und versucht die Wogen zu glätten. Das gefällt dem pubertierenden Verehrer gar nicht. Gemeinsam mit Kumpel Garrett versucht er das Herz der Angebeteten zu gewinnen. Doch da klopft es an der Tür und schemenhafte Schatten geistern ums Heim. Will da etwa jemand Spiele spielen? Den jungen Leuten im Haus zumindest wird angst und bange. Ob man sich zu wehren weiß? Filmfans müssen sich auf etwas gefasst machen, denn dieser Abend endet anders als erwartet.
 
 
Jene, die sich den Filmspaß nicht verderben lassen wollen, sollten zum Fazit springen. Was folgt sind nämlich Spoiler, die einen Teil der wendungsreichen Handlung verraten.
 
 
Der australische BETTER WATCH OUT lockt mit irreführendem Trailer. Was dort beinahe im Stile eines KEVIN ALLEIN ZU HAUS übertrieben schwarzhumorig zum Kauf animieren will, ist im fertigen Film dann doch mehr Ernst als Spaß. Regisseur CHRIS PECKOVER will sich abheben. Der Zuschauer bekommt hier nicht das zu sehen, was er erwartet. So ändert der Film nach knapp zwanzig Minuten seine Richtung. Statt dem Fan austauschbares Slasher-Futter aufzutischen in dem ein Babysitter von maskierten Irren terrorisiert wird, versteckt sich der Psychopath diesmal hinter engelsgleichen Augen. Das hat man nicht kommen sehen, denn Dank falscher Fährten bleibt lang verborgen, wohin die Reise wirklich gehen wird. Glanzstück dieses unvorhersehbaren Weihnachts-Horrors ist zweifelsohne Jungdarsteller LEVI MILLER. Der macht es dem ehemaligen Kinderstar MACAULY CULKIN gleich. Was nur die wenigsten wissen: Der damals noch umworbene Jungschauspieler versuchte in den 1990ern auch mal eine andere Seite zu zeigen. Im Psychothriller DAS ZWEITE GESICHT wagte er einen Versuch, das ihm auferlegte Kinderstar-Image abzulegen. Das Resultat war ein solider Horrorthriller bei dem Culkin bewies, dass er zur Abwechslung auch „böse“ kann.
 
 
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In dessen Fußstapfen tritt nun auch der erwähnte LEVI MILLER. Der zeigt in BETTER WATCH OUT locker-flockig, dass er eigentlich gar nicht nett ist, wie man auf den ersten Blick vermuten würde. Die von ihm verkörperte Filmfigur Luke entpuppt sich im Verlauf dieses Horrorstreifens als das Böse in Menschengestalt. Der unschuldig dreinschauende Antiheld handelt manipulativ und skrupellos, wobei nachvollziehbare Beweggründe anfangs fern bleiben. Das ist auch schon eines der wenigen Mankos, des ansonsten tadellos inszenierten Psychothrillers. Sonderlich schlau wird man aus der Verwandlung vom Engel zum Teufel bis kurz vor Ende nicht. Luke radiert aus Liebe zu Babysitterin Ashley Konkurrenten aus und verschleiert am Ende Spuren, in dem er seine grauenvollen Taten anderen in die Schuhe schieben will. Doch er hat auch noch etwas anderes im Sinn. Er vermisst die Umarmungen der Mutter. Seit die ausbleiben, kann er nicht mehr in Ruhe schlafen. Demzufolge plant er ein Verbrechen, um die Herzlichkeiten der Mutter zurückerobern zu können. Wie er seinen Plan verfolgt ist dabei nicht immer logisch. Aber sind wir doch ehrlich: BETTER WATCH OUT ist eben auch nur ein Horrorfilm mit Hang zum Polarisieren und Schockieren.
 
 
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Letzteres gelingt ganz gut. Je näher man sich der Zielgerade nähert, umso öfters bleibt das Lachen im Halse stecken. Der anfangs eingeschlagene Humor verliert nämlich schnell seine Wirkung, je kompromissloser der Film voranschreitet. Der Minipsychopath schreckt bald nicht mehr vor Mord zurück und lässt sich perfide Tötungsarten einfallen. Die werden zwar schwarzhumorig zelebriert. Wirklich lustig wirkt das grausame Treiben aber irgendwann nicht mehr – vermutlich auch, weil es befremdlich ist zu sehen, dass es Kindern Spaß bereitet zu morden. Immerhin bekommt der Nachwuchskiller am Ende sein Fett weg. Eine Genugtuung für den Zuschauer, der dem Bengel für sein unverfrorenes Verhalten dann doch gern mal die Ohren langziehen möchte. Spätestens hier sieht man mal wieder, wie wichtig gutes Schauspiel für einen Film ist. Hauptdarsteller LEVI MILLER (im wahren Leben Model) schafft es trotz kontroverser Rolle Eindruck zu hinterlassen. Etwas, das selbst alteingesessenen Erwachsenendarstellern nicht immer gelingt. Vor so einer Glanzleistung kann man schon mal den Hut ziehen. Chapeau!
 
 


 
 
 

BETTER WATCH OUT – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Bitterböse Weihnachts-Horror bei dem das Lachen im Halse stecken bleibt je näher der Streifen seinem Ende entgegenfiebert. BETTER WATCH OUT hat zwei Asse im Ärmel. Das eine ist sein unschuldig dreinschauender Antiheld. Das andere ist die Geschichte selbst, die sogar erfahrene Allesseher mit unvorhersehbarer Wendung vor den Kopf stößt. Um sich den Überraschungsmoment nicht verderben zu lassen, wäre es angebracht so wenig über den Film zu lesen, wie möglich. Der geht nämlich vollkommen andere Wege, wie es der Trailer zum Film dem Zuschauer vorgaukeln will. Leider verdirbt jeder Spoiler den Spaß. Demzufolge halten wir uns diesmal mit Details im Fazit bedeckt und empfehlen die ausführliche Kritik erst nach dem Filmgenuss zu lesen. Fakt ist, dass BETTER WATCH OUT endlich mal wieder frischen Wind in das eingerostete Horrorgenre bringt. Der Film macht technisch alles richtig und schaut nach Kinoproduktion aus. Weil auch die Schauspieler ihre Sache gut machen, kann man sich nach den vielen schnell und günstig gedrehten Low-Budget-Gurken der letzten Monate endlich mal wieder zurücklehnen und genießen. Aber: Wer über derbe Späße nicht lachen kann, ist bei BETTER WATCH OUT an der falschen Adresse. Die Horrorkomödie besitzt einen sonderbaren Humor, der vermutlich nicht jedem Filmfan zusagen dürfte. Denn auch wenn der Trailer leichten Comic-Humor im Schlage eines KEVIN ALLEIN ZU HAUS vermuten lässt, hat es dieser Horrortipp faustdick hinter den Ohren. BETTER WATCH OUT ist zwar ein Weihnachtsfilm, aber definitiv nichts für Kinder.
 
 
 


 
 
 

BETTER WATCH OUT – Zensur

 
 
 
Es gibt einige Gewaltmomente zu sehen, bei den meisten wird aber nur angedeutet oder sie passieren im Off. Daher dürfte der Streifen hierzulande ohne Probleme eine FSK16 erhalten. BETTER WATCH OUT wird im Januar 2018 über Constantin Film veröffentlicht.

 
 
 


 
 
 

BETTER WATCH OUT – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von Constantin Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Aggression Scale (2012)
 
Mikey (1992)
 
Kevin – Allein zu Haus (1990)
 
Kevin – Allein in New York (1992)
 
Tötet Mrs. Tingle! (1998)
 


Filmkritik: „Veronica – Spiel mit dem Teufel“ (2017)

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VERONICA – SPIEL MIT DEM TEUFEL

VERÓNICA

Story

 
 
 
Eine Heranwachsende nimmt Kontakt mit dem Jenseits auf und ruft damit das Interesse böser Mächte auf den Plan.

 
 
 


 
 
 

VERONICA – Kritik

 
 
 
Wenn gekaufte Horrorfilme aus Spanien stammen, kann man mittlerweile davon ausgehen, dass man Qualitätsarbeit in den Händen hält. Seit Jahren ist das Land im Westen Europas in Sachen Angstmacherei das bessere Hollywood, denn hier geht man auf Wünsche schauererprobter Zuschauer ein, die von Gruselfilmen auch erwarten, dass man sich vor Angst in die Hose macht. Auch im Falle von VERONICA geht einmal mehr die Rechnung auf. Der Streifen hat nämlich das, was man in vielen Genre-Streifen neueren Datums mit der Lupe suchen muss. Hier wird Gänsehaut bereitet und das nicht gerade wenig. Ein nicht unwesentlicher Grund, weshalb der spanische Horrorfilm auf einschlägigen Festivals mit Lob überschüttet wurde und von vielen Filmseiten Bestnoten erhielt. Da können sich Gruselfans freuen.
 
 
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VERONICA wurde von einem wahren Fall inspiriert. Der Film handelt von einem verantwortungsbewussten Teenager, der sich um die jüngeren Geschwister kümmern und deshalb zurückstecken muss. Der Vater ist früh verstorben. Deshalb muss die Mutter das Geld allein heranschaffen, um über die Runden zu kommen. Für die heranwachsende Verónica ein großes Problem. Die flüchtet sich in die Welt des Okkulten und will mit zwei Freundinnen während einer Séance Kontakt mit dem verstorbenen Familienoberhaupt aufnehmen. Selbstverständlich geht einiges schief. Zwar meldet sich jemand von der anderen Seite. Aber es ist nicht wie erhofft der Vater des Mädchens. Es ist eine bösartige Kreatur, die offenbar die Gelegenheit nutzt, um in der Welt der Menschen Schrecken zu verbreiten. Sie heftet sich an den ahnungslosen Teenager und beginnt die Schülerin und deren Geschwister zu terrorisieren. Nun ist guter Rat teuer, denn so leicht lässt sich der ungebetene Besucher nicht wieder abwimmeln. Mit Hilfe einer blinden Nonne versucht Verónica dem Spuk ein Ende zu bereiten. Leider kommt bald alles anders.
 
 
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Was sich liest wie ein weiterer Geisterthriller von der Stange ist alles andere als das. Natürlich folgt auch VERONICA den gängigen Konventionen besagten Subgenres, macht aber alles richtig, denn der düster inszenierte Horrorstreifen ist verdammt unheimlich und gruselig. Regisseur PACO PLAZA baut langsam ungemütliche Stimmung auf, die sich konsequent steigert und im Finale für Chaos sorgt. Dort fährt man alle Register moderner Spukware auf und zelebriert lauten Geisterradau, wie man ihn eigentlich eher aus amerikanischen Hochglanz-Gruslern wie CONJURING, ANNABELLE und Konsorten kennt. Trotz effektreichem und lautem Höhepunkt ist VERONICA aber herrlich Old School. Das macht den spanischen Geisterstreifen charmant, wobei aber auch die sympathischen Jungdarsteller einen großen Teil dessen beitragen dürften. Die wachsen schnell ans Herz und ernten Sympathiepunkte. Deshalb bleibt deren Schicksal nicht egal – auch wenn am Ende dann doch nicht alles so rosig ausgeht, wie man es sich wohl gewünscht hätte. Dass VERONICA kein Schnellschuss werden würde, war abzusehen. Der spanische Filmemacher PACO PLAZA kennt sich nämlich im Horrorgenre aus und hat zuletzt einige Teile der erfolgreichen [Rec]-Reihe inszeniert, die sogar bei der Traumfabrik Eindruck hinterlassen haben. Weil Hollywood seit Jahren keine eigenen Ideen besitzt, musste kopiert werden. Das Ergebnis: Eine Neuverfilmung des ersten [Rec] unter dem Titel QUARANTÄNE. Angesichts der Remake-Sucht in Übersee kann man nur hoffen, dass der spanische VERONICA unangetastet bleibt. Wundern würde es aber nicht, wenn im Zuge des erfolgreichen CONJURING-Universums auch dieser spanische Grusel-Horror noch einmal für den amerikanischen Filmmarkt auf Zelluloid gebannt ins Kino kommen würde.
 
 
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VERONICA – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Unheimliches Gruseldrama mit effektreichem Finale. Wer es Old School mag, dürfte sich ganz besonders über den spanischen VERONICA – SPIEL MIT DEM TEUFEL freuen. Fast alle Effekte sind handgemacht und auch sonst wird hier – bis auf das Finale – Gruselhandwerk der alten Schule zelebriert. VERONICA glänzt durch düstere Stimmung, 90er Retro-Charme und sympathischen Jungdarstellern bei denen man das Gefühl nicht loswerden möchte, als würde man sie schon jahrelang kennen. Auch wenn die Geschichte von einem Geist, der eine kleine Familie terrorisiert nicht neu ist, sei VERONICA an dieser Stelle all jenen ans Herz gelegt, die sich gern den Schlaf verderben lassen möchten. Der von PACO PLAZA inszenierte Horrorstreifen ist nämlich – trotz vertrautem Ablauf – wirklich gruselig geraten, so dass sich Hobbygeisterjäger hier mit Sicherheit gut aufgehoben fühlen werden. Angesichts des überrannten Videomarkts, der mittlerweile fast nur noch aus B-Horror besteht, ist VERONICA eine Wohltat. Hier wird noch auf Qualität geachtet – etwas, das den meisten Horrorfilmen neueren Datums fehlt.
 
 
 


 
 
 

VERONICA – Zensur

 
 
 
VERONICA – SPIEL MIT DEM TEUFEL ist kein Gewaltfilm. Der Streifen baut eher subtiles Grauen auf und hat eigentlich keine Gewaltmomente zu bieten. Wer eine Vorliebe für Gänsehautfilme besitzt, ist hier genau richtig. Demzufolge fällt auch die FSK-Freigabe nicht überraschend aus. Der Film ist bereits für Jugendliche ab 16 Jahre geeignet. Die deutsche Fassung ist dazu noch ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

VERÓNICA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Media Home Entertainment (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Verónica; Spanien 2017

Genre: Horror, Grusel, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 105 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Making Of, Trailer

Release-Termin: 26.10.2017

 

Veronica – Spiel mit dem Teufel [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

VERONICA – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen in dieser Kritik liegen bei Koch Media Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Entity (1982)
 
I am ZoZo (2012)
 
The Midnight Game (2013)
 
The Ouija Experiment (2011)
 
Witchboard – Die Hexenfalle (1986)
 


Filmkritik: „Hounds of Love“ (2016)

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HOUNDS OF LOVE

Story

 
 
 

Auch Serienkiller brauchen Liebe. In HOUNDS OF LOVE bringt Liebesentzug die Ehe eines Psychopathen-Duos ins Wanken.

 
 
 


 
 
 

HOUNDS OF LOVE – Kritik

 
 
 
Ein weiterer Film über die Bestie Mensch. Diesmal zeigt sie sich in Form eines Pärchens, das während der 1980ern in australischen Vororten ihr Unwesen treibt, um dort ahnungslosen Teenagerinnen aufzulauern. Die entführen minderjährige Mädchen und halten diese in ihrem Heim fest. Dort durchleben die Opfer die Hölle auf Erden. Sie werden vergewaltigt, missbraucht und letztendlich getötet. Doch auch Serienmörder geraten irgendwann einmal an ihre Meister. Der verbirgt sich in der rebellischen Vicki. Die Jugendliche hat zu Hause ihre Probleme und kommt mit der Mutter nicht klar. Weil die ihr verbietet eine Feier zu besuchen, geht die Heranwachsende einfach heimlich zur Sause und trifft unterwegs besagtes Mörderduos, das für die Teenagerin Taxi spielen will. Weil Vicki keine Gefahr ahnt, springt sie ins Auto und freut sich auf Freunde, Alkohol und Party. Doch alles kommt anders. Das Mädchen wird entführt und im Heim des Killerpaars auf eine Liege gekettet. Dort muss sie schreckliche Dinge über sich ergehen lassen. Trotz Martyrium ist Vicki wachsam. So erfährt das Opfer, dass in dieser Beziehung einiges falsch läuft. Während Psychopath John (unberechenbar und abgebrüht: STEPHEN CURRY) daheim perverse Neigungen auslebt, duldet Gattin Evelyn Abscheulichkeiten aus Liebe. Doch hinter der Fassade bröckelt es. Offenbar ist Evelyn in ihrer Ehe nicht mehr glücklich, denn emotionale Abweisungen stehen an der Tagesordnung. So nutzt die Jugendliche emotionale Diskrepanzen aus und bringt das Paar gegeneinander auf. Was folgt ist harter Tobak – exzellent gespielt und schockierend verfilmt.
 
 

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Was man nicht alles aus Liebe tut. HOUNDS OF LOVE ist schwer verdaulicher Stoff, den man nicht mal so nebenbei sieht. Der Film zeigt in deprimierenden und ungeschönten Bildern den emotionalen Abstieg einer Frau, die aus Liebe zur Mittäterin wird. Schauspielerisch befindet sich das von BEN YOUNG inszenierte Psychodrama auf hohem Niveau und hebt sich demnach lobenswert von den üblichen Indie-Konsorten ab, die man sonst so im Horror-Bereich vorgesetzt bekommt. Zu verdanken ist dies Darstellerin EMMA BOTH. Die liefert eine Glanzleistung ab und verkörpert im Film den weiblichen Part eines skrupellosen Psycho-Duos, das mit seinen Opfern keine Gnade kennt. Ihr wird besondere Aufmerksamkeit zuteil, denn während sich das neue Opfer Vicki und Täter-Gatte John in ihren Rollen kaum weiterentwickeln, erlebt die von Both gespielte Evelyn in HOUNDS OF LOVE eine qualvolle Lektion in Sachen Liebe. Dank der neuen Gefangenen komnt die emotional abhängige Kriminelle zur Erleuchtung. Die ringt vergebens nach Nähe, Liebe und Verständnis, wird aber vom Göttergatten abgewiesen. So hinterlassen emotionale Wunden tiefe Narben und führen in ein unbequemes Finale, das Erlösung und Qual zugleich ist.
 
 

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In HOUNDS OF LOVE weht ein rauer Wind. Hier zeichnet sich früh ab, dass das Streben nach unerwiderter Liebe mit Chaos enden muss. Das wird vor allem am ungemütlichen Ton des Streifens bemerkbar. HOUNDS OF LOVE wird mit laufender Spielzeit beklemmender und deutet früh an, dass der etwas andere Liebesfilm mit großem Knall enden muss. Filmemacher BEN YOUNG baut subtile Spannungen zwischen seinen Antihelden auf, die schlussendlich zur Katastrophe führen. Unerfahrene Zuschauer dürften damit Probleme haben, denn auch wenn nicht viel Gewalt gezeigt wird, sind die Geschehnisse im Film hart anzuschauen. Hier wird Kopfkino in Bestform zelebriert. Das dürfte wohl auch der Grund dafür sein, dass HOUNDS OF LOVE auf einschlägigen Festivals von Kritikern und Publikum mit Lob überhäuft wurde. BEN YOUNG beschwört mit wenig Mitteln maximales Unbehagen herauf und lässt Figuren wie Zuschauer an Grenzen gehen. Das muss ihm erst einmal jemand nachmachen. HOUNDS OF LOVE ist ein gutes Beispiel dafür, dass sehenswerte Genrefilme nicht zwangsläufig Effekthascherei, explizite Gewalt und Spezialeffekte benötigen. Erfahrenes Schauspiel und durchdachtes Drehbuch sind alles. Wir ziehen unseren Hut.
 
 

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HOUNDS OF LOVE – Fazit

 
 
 

8 Punkte Final

 
 
 
Ein Brett von Film – schockierend, ungemütlich und dennoch ergreifend. HOUNDS OF LOVE zeigt den erschütternden Weg in die Freiheit – doppelbödig und tiefgründig. Den suchen im Film zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Während die eine hier das Opfer ist und versucht aus den Fängen eines Psychopathenpaars zu entkommen, entpuppt sich die andere als personifiziertes Böse und sucht ebenfalls einen Weg, um sich Fesseln entledigen zu können. Es ist mal wieder die Liebe, die an Grenzen gehen und über sich hinauswachsen lässt. Im Falle von HOUNDS OF LOVE leidet die Komplizin eines Mörders an Liebesentzug. Die tut alles daran, um den Liebsten glücklich zu machen, wird aber als Gegenleistung für Mühe mit Füßen getreten. Das sorgt für eine emotionale Talfahrt und der Suche nach Wegen raus aus dem Liebesgefängnis. HOUNDS OF LOVE braucht keine Hochglanzbilder und makellose Jungschauspieler. Der Streifen schockiert mit ungeschönter Bilderflut und depressiver Grundstimmung. Das lässt das Psychodrama irgendwie authentisch wirken und erinnert daran, zu was Menschen fähig sein können, wenn sie geliebt werden wollen. Hinter HOUNDES OF LOVE steckt das Psychogramm einer emotional abhängigen Frau, das definitiv nicht kalt lässt. Somit kein einfach verdaulicher Stoff, sondern harter Tobak mit Tiefgang, Hintergrund und Anspruch. Letzterer hat sich seit einiger Zeit im Genrefilm sehr rar gemacht. Gut, dass er wieder da ist. Der tut nämlich dringend Not.
 
 
 


 
 
 

HOUNDS OF LOVE – Zensur

 
 
 
In HOUNDS OF LOVE wird explizite Gewalt nur sehr selten eingesetzt. Die meisten Grausamkeiten werden nur angedeutet, passieren im Off oder bekommt man nur zu hören. So wird ein Teenager missbraucht, ein Hund zu Tote getreten, ein Mädchen abgeschlachtet und mit Messer in einen Körper gestochen. Wer glaubt, dass das alles harmlos ist, wird schnell eines Besseren belehrt. HOUNDS OF LOVE fühlt sich sehr hart an, weil hier Kopfkino aktiviert wird. Trotzdem hat es eine FSK16 geben.
 
 
 


 
 
 

HOUNDS OF LOVE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Indeed Film (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Indeed Film (limitiertes Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hounds of Love; Australien 2016

Genre: Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 107 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Limitiertes Mediabook | KeepCase mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes, Interviews, Make-up-Effekte, Kurzfilm: Something Fishy, Trailer, Trailershow | im Mediabook zusätzlich: 24-seitiges Booklet

Release-Termin: 20.10.2017

 

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HOUNDS OF LOVE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte führ Grafiken liegen bei Indeed Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jack Ketchum’s Evil (2007)
 
An American Crime (2007)
 
Chained (2012)
 
3096 Tage (2013)
 


Filmkritik: „Killing Ground“ (2016)

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KILLING GROUND

Story

 
 
 

Von Soziopathen und Campern. In der australischen Wildnis lauert das Böse in Menschengestalt und meint es nicht gut mit jenen, die in friedlicher Natur nach Entspannung suchen.

 
 
 


 
 
 

KILLING GROUND – Kritik

 
 
 
Im australischen Outback weht ein rauer Wind. Die Erkenntnis ist nicht sonderlich neu. Vor allem Horrorfilmkenner wissen von den Gemeinheiten, die in abgeschieden Teilen Australiens auf ausländische Reisende lauern. Down Under überrascht neuerdings positiv ins Sachen Genrekino, wie Leser vermutlich mitbekommen haben, die regelmäßig Filmvorstellungen auf unserer Webseite lesen. Nahezu jeder Horrorschocker vom fünften Kontinent, den wir in den letzten Wochen hier vorgestellt haben, hat prägenden Eindruck hinterlassen und Bestnoten erhalten. Da macht auch der folgende Thriller keine Ausnahme, der mit Hochspannung fesselt und beweist, dass Kopfkino bei weitem fieser ist, als bluttriefende Gewaltexzesse mit der Schlachtkeule. KILLING GROUND schimpft sich der Geheimtipp aus Australien, der des Zuschauers Nerven strapazieren möchte. Der zeigt schonungslos offen, wie hinterlistig, respektlos und gemeingefährlich die Spezies Mensch mit den eigenen Artgenossen umgehend kann. Die scheint zu jeder Schandtat bereit und sei sie auch noch so bestialisch. Das macht KILLING GROUND so unberechenbar, der harmlos beginnt und sich bis zum Finale zu einem der anstrengendsten Überlebenstrips entwickelt, die man seit langem im Kino zu sehen bekommen hat. Wer diesen Thriller gesehen hat, wird wissen was wir damit meinen. Sogar der Begriff „Die Zigarette danach“ erhält nach Sichtung eine gänzlich neue Bedeutung.
 
 
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Trügerische Naturidylle: Im Horrorfilm können sich schnell traumhafte Landschaften in bluttriefende Albträume verwandeln. Ebensolche Erkenntnis durchleben auch der erfolgreiche Arzt Ian Smith (IAN MEADOWS aus SCARE CAMPAIGN) und dessen Verlobte Samantha Shaw (HARRIET DYER). Die wollten im Australischen Outback eigentlich campen und in abgeschiedener Wildnis das neue Jahr begrüßen. Doch wie immer hat der Drehbuchschreiber andere Pläne mit seinen ahnungslosen Protagonisten. Das verliebte Paar stößt nämlich auf ein verlassenes Zelt und entwickelt ein mulmiges Gefühl. Doch leerstehende Camperbehausungen sind noch das kleinere Übel. Wenige Meter entfernt findet man ein hilfloses Kleinkind, das orientierungslos durch den Wald irrt. Seltsamerweise ist von dessen Eltern weit und breit keine Spur. Leider hat der eigene Wagen eine Panne, weshalb man nicht zurück in die Stadt fahren kann, um Hilfe anzufordern. Da ertönen Motorgeräusche und ein Einheimischer (AARON GLENANE) macht Halt. Der scheint offenbar zu wissen, was hier im Argen liegt und entpuppt sich als abgebrühter Menschenjäger, der zusammen mit seinem nicht minder kaltschnäuzigen Kumpanen (beängstigend: AARON PEDERSEN) Spaß am Töten von Campern besitzt. Kein guter Tag für die Liebenden. Die müssen im Outback den Kampf gegen böse Männer aufnehmen, die vor nichts und niemand Gnade kennen. Ein mörderisches Katz- und Mausspiel beginnt, das am Ende nur einen Sieger kennt.
 
 
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Die australische Horrorfilmindustrie hat den Bogen raus. KILLING GROUND reiht sich siegessicher in die Reihe von derbem Überlebens-Horror wie WOLF CREEK oder zuletzt BLOOD HUNT ein. Die wurden ebenso im Land der Kängurus gedreht, um Freunde der blutigen Bildsprache Adrenalinkicks zu bescheren. Letztere bleiben auch in KILLING GROUND nicht aus, der ungemütlichen Überlebenskampf in menschenleerer Wildnis zeigt und vom Publikum einiges abverlangt. Überraschenderweise bleibt bluttriefendes Gewaltspektakel aus. Regisseur und Newcomer DAMIEN POWER zeigt wenig und deutet nur an. Das mag sich harmlos anhören – ist es aber keineswegs. Die Bösewichte im Film spielen mit ihren wehrlosen Opfern und strapazieren so das Nervenkostüm des Zuschauers. Das verstört und lässt schnell ein Gefühl der Hilflosigkeit entstehen, das bald in blanken Psycho-Horror umschlägt. Damit macht es KILLING GROUND dem Horrorthriller EDEN LAKE von 2008 gleich. Im direkten Vergleich spulen nämlich beide Filme die gleiche Geschichte ab und scheuen weder Kompromisse noch Auswege. So werden Opfer bis zur Erschöpfung terrorisiert bis ihnen am Ende die Lebenslichter ausgehen. Übrigens bedient sich Filmemacher DAMIEN POWER unkonventioneller Erzählmethoden. KILLING GROUND beginnt mit zwei unterschiedlichen Handlungssträngen, die in der Halbzeit ineinander laufen. Während der eine die romantische Silvesterfeier besagten Pärchens dokumentiert, welches später ums Überleben kämpfen muss, handelt der andere von einer Familie, die Stunden zuvor bereits von den skrupellosen Soziopathen um die Ecke gebracht wurde. Das stiftet anfangs für Verwirrung, tut der kaum auszuhaltenden Spannung aber keinen Abbruch. Trotz Kopf-Kino kein Film für Weicheier und Zartbesaitete. KILLING GROUND ist für Fans von Überlebensschockern Pflichtprogramm, da hier Spannungsschrauben minütlich fester gezogen werden und kaum Zeit zum Verschnaufen geboten wird. Angesichts der Tatsache, dass hier Debütware aufgetischt wird, eine bemerkenswert runde Sache, die unbedingt Erwähnung finden sollte.
 
 
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KILLING GROUND – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Intensiv, kompromisslos und unerbittlich. Grausamer Campingausflug für Nervenstarke. Harter Survival-Schocker aus Australien, der eher auf psychischem Wege Horror entstehen lässt. Hier werden ahnungslose Camper von Menschenjägern durch Wälder gehetzt, die alles tun, um irgendwie zu überleben. KILLING GROUND baut schnell eine unbequeme Atmosphäre auf und setzt am Ende auf Tempo, das das Herz des Zuschauers schneller schlagen lässt. Wieder einmal hat sich ein Neuling in Sachen Regie ausprobiert und gleich einen Volltreffer gelandet. Tiefgründigkeit ist Nebensache. Dafür wird mal wieder die Bestie Mensch in all ihren Facetten in den Mittelpunkt gerückt. Regisseur DAMIEN POWER setzt da an, wo Filmemacher wie JOHN BOORMAN mit BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE oder zuletzt MICKEY KEATING mit CARNAGE PARK vorgelegt haben. In Sachen Kaltschnäuzigkeit ist KILLING GROUND genannten Werken ebenbürtig, denn an unmenschlicher Grausamkeit wird nicht gespart – auch wenn man sich mit Schauwerten stark zurückhält. Das ist im Falle von KILLING GROUND nicht weiter tragisch. Gebotenes ist dennoch hart anzusehen. Wer demnach eine Vorliebe für Survival-Horror hegt, ist hier an der richtigen Adresse. Da überlegt man sich doch glatt beim nächsten Urlaub in Australien ein Hotel in der Großstadt zu mieten. Naturausflüge sind dort offenbar nicht sicher.
 
 
 


 
 
 

KILLING GROUND – Zensur

 
 
 
Die Gewaltszenen in KILLING GROUND halten sich in Grenzen. Es wird in Köpfe und Körper geschossen. Zudem wird ein Kleinkind unsanft auf den Boden geworfen. Meist blendet die Kamera weg, wenn es zu heftig wird. Trotzdem oder vielleicht auch deswegen geht Gezeigtes durch Mark und Bein. Die FSK hat eine Freigabe für Erwachsene vergeben: Keine Jugendfreigabe in der ungeschnittenen Fassung.
 
 
 


 
 
 

KILLING GROUND – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) BUSCH MEDIA GROUP (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Killing Ground; Australien 2016

Genre: Horror, Thriller Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keien Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 10.11.2017

 

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KILLING GROUND – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei BUSCH MEDIA GROUP)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)
 
Eden Lake (2008)
 
Carnage Park (2016)
 
The Mooring (2012)
 
Quarries (2016)
 
Timber Falls (2007)
 
Storm Warning (2007)
 
Manhunt – Backwood Massacre (2008)
 
King of the Hill (2007)
 
Preservation (2014)