Filmkritik: „The Cannibal Club“ (2018)

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THE CANNIBAL CLUB

(O CLUBE DOS CANIBAIS)

Story

 
 
 
In „The Cannibal Club“ dient das Verspeisen von Menschen einem höheren Zweck, was ein Ehepaar trotzdem nicht daran hindert, sexuelle Lust daran zu verspüren.

 
 
 


 
 
 

THE CANNIBAL CLUB – Kritik

 
 
Dass Brasilien unter anderem ein großes Problem mit der Armut hat, sollte kein Geheimnis sein. Solche Missstände können Filmemacher gut nutzen, um Gesellschaftskritik in ihre Werke einzubauen und genau daran versucht sich auch „The Cannibal Club“. Dass der Film dabei jedoch zu wenig von dem bietet, was er ankündigt, wird mit der Zeit zu einem Problem und wird sicherlich nicht jedem Zuschauer schmecken.
 
 
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Otavio ist mit Gilda verheiratet und ein erfolgreicher Geschäftsmann. Außerdem ist Otavio Mitglied in einem ominösen Club, dessen Hintergründe jedoch eher schleierhaft bleiben. Auf jeden Fall geht es um Kannibalen, doch auch zu Hause, in ihrer Villa, weit abgelegen auf dem Land, betreiben Otavio und Gilda Gourmetspaß etwas anderer Art. Als Gilda eines Tages auf einer Feier etwas sieht, was nicht für ihre Augen bestimmt war, kommt es allerdings plötzlich zur Bedrohung.
Man kommt nicht drumherum den Kannibalen-Aspekt in die Handlung zu stecken, doch dabei entsteht sofort das Risiko falscher Erwartungen, denn um Kannibalen dreht es sich höchstens am Rande. Wirklich wichtig ist dieser Aspekt für die Story gar nicht, selbst wenn er die Grundprämisse vorgibt. Viel mehr geht es Regisseur und Drehbuchautor Guto Parente um Gesellschaftskritik und Brasilien bekommt schon sein Fett weg. Doch geschieht selbst dies eher auf subtiler Ebene und so fragt man sich als Zuschauer manchmal schon, was das ganze Szenario denn eigentlich bezweckt. Gute Ideen sind sicherlich vorhanden und selbst wenn „The Cannibal Club“ das Rad überhaupt nicht neu erfindet, wird er schon alleine durch seine andere Erzählweise einzigartig. Leider verliert Parente jedoch zu oft den Fokus und etwas geradliniger hätte das Drehbuch ruhig sein dürfen.
 
 
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Der Anfang wird den Erwartungen noch gerecht. Da gibt es gleich eine recht derbe Mischung aus Sex und Gewalt, die Lust auf mehr macht. Doch um Kannibalen dreht es sich danach kaum noch. Die Gewaltausbrüche kann man an einer Hand abzählen und die reichlich freizügigen Sexszenen ebenfalls. Beide Aspekte sind vorhanden, geben dem Horrorfan aber nicht das, was anfangs versprochen wird. Wobei man sowieso kaum von einem Horrorfilm sprechen kann. Im letzten Drittel fühlt man sich schon fast mehr wie in einer Art Thriller und dazwischen gibt es immer mal ein wenig Komödie. Wenn man Humor sucht, findet man diesen jedoch nur auf pechschwarzer Ebene. Die Mischung ist interessant, allerdings nicht ausgewogen. Es hat seinen Reiz, dass man als Zuschauer nie weiß, worauf man sich einstellen kann, doch mit der Zeit wirkt dieses Spiel etwas ermüdend. Obwohl die Laufzeit mit rund 80 Minuten (mit Abspann) sowieso schon ziemlich kurz ausgefallen ist, ergeben sich ein paar Längen, weil „The Cannibal Club“ einfach kein Tempo besitzt. Das ist zwar meistens immer noch erstaunlich unterhaltsam, besitzt jedoch kaum einen Mehrwert. Gerade weil die bissige Gesellschaftskritik eigentlich recht treffsicher ist, ist dies schade, denn hätte man mehr von ihr mitbekommen, würde der Film sicherlich länger im Gedächtnis verweilen.
 
 
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Aus handwerklicher Sicht gibt es an „The Cannibal Club“ nichts auszusetzen. Zwar fällt der Inszenierung nichts Besonderes ein und die Kamera-Arbeit bleibt etwas einfallslos, doch die hübschen Kulissen wissen zu überzeugen und selbst wenn alles etwas minimalistischer ausgefallen ist, so wirkt der Film stets hochwertig. Dazu gesellen sich gute Darstellerleistungen. Tavinho Teixeira spielt den harten Hund überzeugend und Ana Luiza Rios ist als seine Film-Ehefrau ebenfalls gut. Von diesen beiden Leistungen lebt der Film, denn alle anderen Rollen sind eher klein und nicht so wichtig. Doch auch hier enttäuscht niemand, selbst wenn manchmal ein wenig Overacting mit im Spiel ist. Dazu gibt es eine deutsche Synchronisation, die man sich zum Glück ganz gut anhören kann. Über mangelnde Abwechslung kann man sich auch eigentlich gar nicht beklagen, weil die Story immer wieder in eine andere Richtung geht. Zusätzlich gibt es dann eine kleine Schlusspointe, die vorhersehbar, aber im bösen Sinne ganz witzig ist. Dass man als Zuschauer trotzdem nie begeistert ist, liegt eben daran, dass man das gesamte Szenario noch viel bissiger, derber und krasser gestalten hätte können.
 
 
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THE CANNIBAL CLUB – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
„The Cannibal Club“ ist ein eigenwilliger Film, der am ehesten Gesellschaftskritik äußern möchte und dafür Sex und Gewalt in Aussicht stellt, davon im Endeffekt aber nicht genügend bietet, um den Zuschauer über die gesamte Laufzeit bei der Stange zu halten. Das Ergebnis ist nicht frei von Längen, aber immerhin einigermaßen kurzweilig, doch wenn der Abspann erscheint, fragt man sich schon ein wenig, was das alles denn nun sollte. Dank einer soliden Inszenierung, ein paar netten Schauwerten und guten Darstellern ist das auf jeden Fall sehenswert. Außerdem sind ein paar Ideen treffsicher und ein paar Szenen recht intensiv ausgefallen. Von einem Reinfall kann hier also absolut nicht die Rede sein, aber wenn man auch nur den Hauch falscher Erwartungen hat, kann eine Enttäuschung nicht ausgeschlossen werden!
 
 
 


 
 
 

THE CANNIBAL CLUB – Zensur

 
 
 
„The Cannibal Club“ hat von der FSK wegen einiger blutigen Szenen eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Diese Filmfassung ist wie bei der Deutschlandpremiere auf dem Fantasy Filmfest im Jahr 2018 vollkommen ungeschnitten. Fans gesellschaftskritischer Horrorschocker können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

THE CANNIBAL CLUB – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Donau Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: O Clube dos Canibais; Brasilien 2018

Genre: Horror, Komödien

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Portugiesisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes, Trailer

Release-Termin: 27.09.2019

 

The Cannibal Club [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE CANNIBAL CLUB – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei DONAU FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Society (1989)
 
We Are What We Are (2013)
 
Wir sind was wir sind (2010)
 

Filmkritik: „Harpoon“ (2019)

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HARPOON

Story

 
 
 

Drei Freunde stranden mit dem Boot auf offenem Meer und gehen sich gegenseitig an die Gurgel.

 
 
 


 
 
 

HARPOON – Kritik

 
 
 
Der Mensch ist schon ein unberechenbares Individuum. Eigentlich ist er ganz umgänglich und benimmt sich zivilisiert. Setzt man ihn aber Extremsituationen aus, kommen Züge zum Vorschein, die das Tier im Menschen entfachen. Ein gefundenes Fressen für Macher von Horrorfilmen. Die nutzen den menschlichen Überlebenswillen, um daraus ungemütliche Schocker zu machen. Da wird eine Gruppe von Leuten ganz unvorbereitet mit psychologischen Stress konfrontiert und soll über das eigene Schicksal entscheiden. Leben oder Sterben? Die Folgen sind nicht immer leicht zu verdauen. So werden plötzlich aus gesitteten Bürgern blutrünstige Bestien, die über Leichen gehen und nur ein Ziel kennen: der fatalen Situation entkommen, sich selbst in Sicherheit bringen und irgendwie überleben. Entstanden sind so Filme, die den Zuschauer den Schweiß auf die Stirn getrieben haben. Darunter Werke wie CUBE, OPEN WATER oder DAS EXPERIMENT. Auch Regisseur ROB GRANT mag offenbar Extreme. Der verfrachtet drei junge Leute auf ein Boot, bringt seinen Figuren in Seenot und schaut zu, was passiert. Entstanden ist ein hundsgemeiner Überlebenstripp mit bitterbösem Verlauf, der trotz begrenztem Schauplatz einige unerwartete Überraschungen zu bieten hat.
 
 
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Wie gut kennst Du eigentlich Deine Freunde? Eine Frage, die sich auch die drei Protagonisten in HARPOON stellen müssen. Darin lädt der cholerisch veranlagte Richard Freundin Sasha und den besten Freund Jonah zu einem Segelturn auf der Privatjacht des Vaters ein. Doch die Stimmung ist angespannt. Richard ist wütend. Der glaubt nämlich, dass seine Angebete was mit dem besten Kumpel am Laufen hat. Kaum das Boot gestartet, eskaliert die Situation. Es kommt zum Streit und die Freunde gehen sich an die Gurkel. Ein paar Keilereien später sind alle Gegenstände über Bord, die irgendwie dafür verwendet werden könnten, sich gegenseitig wehzutun. Nun kann Tacheles geredet werden. Dumm nur, dass plötzlich der Motor der Yacht streikt und eine Weiterfahrt unmöglich ist. Da treibt man nun auf dem offenen Meer umher und hofft auf Hilfe. Leider hat man im Streit das Funkgerät zerschlagen und Vorräte sind Mangelware. Dass da die Stimmung im Keller ist, dürfte nachvollziehbar sein.
 
 
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Hallo Wahnsinn! HARPOON wurde als schwarze Komödie konzipiert. Doch das Lachen bleibt schnell im Halse stecken. Drei Unsympathen kämpfen hier ums Überleben und gegen Agressionen. Dabei sind sie dem zynischen Gedankengut von Drehbuchautor und Regisseur ROB GRANT ausgeliefert, der alles daran tut seine Antihelden möglichst hinterlistig zu quälen. Was eigentlich als enspannter Ausflug unter Freunden geplant war, wird schnell zum Albtraum. Eh man sich versieht werden Freunde zu Feinden. Dabei lässt HARPOON bereits in den ersten Filmminuten erahnen, dass diese Seefahrt alles andere als idyllisch werden wird. So schlagen sich die Freunde gleich zu Beginn wegen Nichtigkeiten die Nasen blutig. Wieder zu Sinnen gekommen, muss man feststellen, dass alles nur ein Mißverständnis war. Eine sonderbare Art von Freundschaft – aber immerhin gute Vorraussetzungen, um Spannungen zu schaffen.
 
 
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Die tragen auch bald Früchte. Regisseur ROB GRANT fakelt nicht lang. Nach knapp zehn Minuten ist man schon auf See und die Ereignisse nehmen ihren Lauf. Permanentes Mißtrauen, allgegenwärtige Aggressivität. Schon bald fliegen die Fetzen und es eskaliert – mal wieder. Doch was kommt danach? HARPOON lässt sich nicht durchschauen. Der Film thematisiert menschliche Abgründe und hält den Zuschauer mit immer wieder neuen Wendungen in Schach. Das macht diese kanadische Produktion interessant, die sich immer wieder neue makabere Ideen einfällen lässt, um das Interesse des Publikums für sich beanspruchen zu können und die Figuren an ihre Grenzen zu bringen. Weil letztere alles andere als zugänglich sind, fehlen Identifikationsmöglichkeiten. Was in anderen Filmen ein großes Problem darstellt, kommt HARPOON zugute. Wegen mangelnder Sympathien kann der Zuschauer das Treiben nämlich mit Distanz beobachten. Der bekommt zu sehen wie sich naive und hormongesteuerte Menschen wegen Belanglosigkeiten gegenseitig das Leben schwermachen. Eine gewissen Schadenfreude lässt sich da nicht vermeiden.
 
 
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HARPOON – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Zynisches Thriller-Stück mit tiefschwarzem Humor, das nicht viel braucht, um eine Bootsfahrt zum ultimativen Terrortrip umzufunktionieren. In diesem Film wird ein Boot für drei junge Menschen zum Gefängnis. Die treiben auf hoher See und kommen nicht mehr zum Festland zurück. Da ist klaustrophobische Stimmung vorprogrammiert, die zusätzlich noch durch zwischenmenschliche Spannungen verstärkt wird. HARPOON besitzt viele unvorbereitete Überraschungen, um die Spannung voranzutreiben. Neben plötzlichen Wendungen gibt es aber auch reichlich Lebenssaft zu sehen, um ebenfalls Horrorfilmfans zufriedenstellen zu können. Das hat man aufgrund der überschaubaren Handlung nicht unbedingt kommen gesehen. Ordentlicher, kleiner Thriller!
 
 
 


 
 
 

HARPOON – Zensur

 
 
 
Ein paar Schauwerte hat HARPOON schon. Ein Gegenstand bohrt sich durch eine Hand, man trinkt Blut von toten Vögeln und ein Protagonist holt sich eine Blutvergiftung. Die Folgen sind eklig anzuschauen. HARPOON hat dennoch eine Erwachsenenfreigabe in ungeschnittener Form erhalten. Auf der deutschen Veröffentlichung ist ein roter FSK-Sticker zu finden.
 
 
 


 
 
 

HARPOON – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (KeepCase Blu-ray)

 
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(c) Koch Films (Mediabook – Cover A)

 
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(c) Koch Films (Mediabook – Cover A)

 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Harpoon; Kanada 2019

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 82 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook | KeepCase mit Wechselcover

Extras: Deleted Opening,
Deleted Scenes, Behind the Scenes, B-Roll, Psychedelic Directors Commentary, Crew Commentary, Trailer, Bildergalerie | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD + Booklet

Release-Termin: Mediabook + KeepCase: 24.09.2020

 

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HARPOON – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Epic Pictures Group | Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Open Water (2003)
 
Open Water 2 (2006)
 
Hunger (2009)
 

Filmkritik: „Tone-Deaf“ (2019)

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TONE-DEAF

Story

 
 
 

ROBERT PATRICK als Witwer, der es noch mal wissen will. Er will vor seinem Ableben unbedingt noch das Gefühl erleben, wie es ist, wenn man einen Menschen tötet. Leider hat er sich im Falle der attraktiven Olive das falsche Opfer ausgesucht.

 
 
 


 
 
 

TONE-DEAF – Kritik

 
 
 
Wenn im Horrorfilm eine Frau übers Wochenende in einem abgelegenen Landhaus nach Ruhe sucht, wissen erfahrene Horrorfilmkenner, was ihr blühen wird. In der Regel wird sie von skrupellosen Gesellen überfallen und missbraucht, damit sie sich anschließend an den Peinigern rächen kann – blutig und grausam. Dass alles doch eine andere Wendung einschlagen kann, zeigt TONE-DEAF aus der Mache von Regisseur RICHARD BATES JR. Der Filmemacher dürfte alteingesessenen Experten des Genres nicht unbekannt sein. Vor einigen Jahren brachte er die abgedrehte Horror-Komödie EXCISION in die Kinos, welche von Kritikern wie Publikum eine Menge Lob erhielt. Danach folgten nicht minder skurrile Genre-Filme wie TRASH FIRE und SUBURBAN GOTHIC, die ganz klar Bates’ Leidenschaft für kontroverse Themen an den Tag legten, mit welchen sich der Regisseur in seinen Filmen in humoristischer Weise auseinandersetzt. Da werden gern mal dysfunktionale Familien in den Mittelpunkt gerückt und über aktuelle politische Themen debattiert – schwarzhumorig wohlgemerkt! Genau das ist auch im aktuellen Werk TONE-DEAF Programm für das man mit ROBERT PATRICK einen Altstar gewinnen konnte, der sich mit seiner Rolle als Schurke in TERMINATOR 2 ins Gedächtnis vieler Kinder der 80er brennen konnte. Der Schauspieler kennt sich mit Genre-Filmen aus und war schon in Horrorstreifen wie KINDER AUS DER HÖLLE, THE FACULTY und LOST AFTER DARK zu sehen. Ob das TONE-DEAF von Vorteil ist?
 
 
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Die kesse Olive (AMANDA CREW aus ISABELLE) hat zurzeit gar kein Glück. Erst verliert sie ganz unerwartet den Job und auch in der Liebe besitzt sie kein gutes Händchen. Da nimmt sie sich den Rat der Mutter zu Herzen und mietet übers Wochenende ein Haus irgendwo auf dem Land. Dort will die attraktive Mittdreißigerin einen klaren Kopf bekommen und Kraft für neue Taten tanken. Leider tappt Olive auch hier ins Fettnäpfchen. Der seltsame Eigentümer des Anwesens (ROBERT PATRICK) ist nämlich nicht nur schräg drauf; er hat mit der Mieterin besondere Pläne. Bevor der eigensinnige Witwer von dieser Welt geht, will er Dinge tun, von denen er bis dato nur geträumt hat. Dazu gehört auch Mord. Leider hat er sich im Objekt seiner Begierde das falsche Opfer ausgesucht. Olive ist nicht nur zäh und schlagfertig; sie steht auch unter dem Schutz des Sensenmannes. Eine anstrengende Angelegenheit für Amateur-Killer Harvey. Der beißt sich an Olive die Zähne aus und hinterlässt eine Spur der Verwüstung.
 
 
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Auch zuvor gefeierte Regie-Newcomer haben mal ein Tief. TONE-DEAF ist nicht unbedingt das, was man sich nach den bisherigen Werken des kreativen und ambitionierten Filmemachers erhofft hätte. Die Horror-Satire hat nämlich ein Problem: Sie kann sich nicht entscheiden, was sie denn nun eigentlich sein will. Wir pendeln abwechselnd zwischen Ernsthaftigkeit und Situationskomik, zwischen rabenschwarzer Komödie und düsteren Thriller-Momenten. Mag alles schön und gut sein, aber irgendwie fehlt Homogenität. TONE-DEAF fühlt sich nicht rund an und erweckt den Eindruck, als habe Regisseur RICHARD BATES JR. versucht seinen bisherigen Erfolgen krampfhaft hinterher zu eifern. Das Ergebnis wirkt weniger durchdacht – vor allem auch deshalb, weil die Figuren diesmal weniger überzeichnet wirken, als in den vorherigen Arbeiten des Regisseurs. Statt Persönlichkeiten und Freaks, nun Stereotypen aus der Horror-Mottenkiste. Da ist bei jenen schnell die Enttäuschung groß, die sich nach den grandiosen Anfangswerken des Kreativlings einen weiteren schwarzhumorigen Lachanfall erhofft haben. Der dunkle Humor hält sich diesmal in Grenzen, die bissigen Momente muss man suchen. Dafür gibt es hin und wieder Leerlauf. Für eine Horror-Satire, die den Zeigefinger heben will, zu wenig.
 
 
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Generationskonflikt: Probleme und Missverständnisse zwischen Alt und Jung. In Interviews verriet Regisseur RICHARD BATES JR. interessante Hintergrundinformationen zum Film. So kam die Idee zur Horror-Satire nach der US-Präsidentschaftswahl im Jahr 2016. Die Ergebnisse machten der Frau des Filmemachers Angst. Während sich vor allem junge Wähler für die Politik von Hillary Clinton entschieden, wählten die Alten Donald Trump. Der Ausgang der Wahl dürfte bekannt sein. Trump gewann und beschmutzte durch Skandale und political incorrectness das Ansehen der Vereinigten Staaten in der Welt. Genau jene Tatsache beunruhigte und inspirierten Bates zum Schreiben des Drehbuchs, in dem er genau jenen Generationskonflikt zum Thema macht, bei dem sich Generationen mit ihren unterschiedlichen Sichtweisen nicht verstehen wollen und können.
 
 
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TONE-DEAF – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Schwarzer Mix aus Coming-of-Age-Drama, Slasher und Satire, der sich aber nicht entscheiden kann, was er denn nun eigentlich sein will. TONE-DEAF ist ein durchwachsener Horror-Spaß, der Fans von Regisseur RICHARD BATES JR. enttäuschen wird. Der Film wirkt weniger durchdacht, wie die bisherigen Werke des Filmemachers. Mal wird es düster, mal wieder zynisch. Aber irgendwie wollen beide Handlungselemente zu keinem homogenen Ganzen finden. Immer wieder wird der Zuschauer aus der Handlung gerissen, wenn diese überhaupt mal an Fahrt zulegt. Sind grade mal ein paar Lacher am Start wechselt urplötzlich der Ton und das Publikum wird mit dunklen Thriller-Elementen konfrontiert. Das gleiche auch anders herum. Findet TONE-DEAF endlich mal einen Spannungsbogen, um der Bezeichnung „Horror“ gerecht werden zu können, wird der Spannungsfluss unterbrochen, weil der Film sich auf einmal doch nicht mehr ernst nehmen möchte. Ein verwirrendes Horror-Spektakel, dass sich mit seiner Unentschlossenheit so gar keine Freunde machen wird. Immerhin hat der Film zwei herausragende Darsteller zu bieten, die in nahezu jedes Fettnäpfchen treten, was man ihnen vor die Füße stellt. Zumindest die können TONE-DEAF noch gerade so vor der Belanglosigkeit retten. Da hat man sich mehr erhofft.
 
 
 


 
 
 

TONE-DEAF – Zensur

 
 
 
TONE-DEAF ist nicht sehr brutal. Es gibt aber einige kurze Gewaltspitzen, die aber zum großen Tail auch schon im Trailer zum Film gezeigt werden. Hierzulande dürfte TONE-DEAF ohne Probleme eine FSK16 in der ungeschnittenen Fassung erhalten.
 
 
 


 
 
 

TONE-DEAF – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Lightning Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Trash Fire (2016)
 
Psycho (1998)
 
13 Cameras (2015)
 
14 Cameras (2018)
 

Filmkritik: „Mandy“ (2018)

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MANDY

Story

 
 
 

Brutaler Rache-Shit: NICOLAS CAGE vs. eine Bande Sektenmitglieder, die die Frau des Helden auf dem Gewissen haben.

 
 
 


 
 
 

MANDY – Kritik

 
 
 
Die Karriere des NICOLAS CAGE – ein ständiges Auf und Ab. Seine Performance als lebensmüder Alkoholiker in LEAVING LAS VEGAS brachte ihm 1996 den Oscar als bester Hauptdarsteller. Danach hätte es nicht besser laufen können für den Neffen des Regie-Legende FRANCIS FORD COPPOLA. Profitable Filmrollen brachten ihm den Ruf einer der am besten verdienenden männlichen Schauspieler Hollywoods ein. Doch das Schicksal hatte anderes mit dem erfolgsverwöhnten Amerikaner vor. Der Grund: Cage vergaß die gute Kinderstube und kam mit dem Finanzamt in Konflikt. Weil Kinofilme plötzlich floppten, er einen verschwenderischen Lebensstil hegte und die Einnahmen ausblieben, folgte erst der Ausverkauf und dann der Spott. Doch der Schauspieler ließ sich nicht beirren. Der fand im B-Movie-Markt Zuflucht und hat laut Interviews Zukunftspläne. Während einer Pressetour zum Film PRIMAL gab er in einer Presskonferenz zu verstehen, dass er in absehbarer Zukunft ausschließlich als Produzent und Regisseur tätig sein will. Da Cage Eigentümer der Produktionsfirma SATURN FILMS ist, scheint sein Vorhaben nicht abwegig zu sein. Demzufolge sollten Fans nehmen, was kommt. Schenkt man der Aussage des Schauspielers Glauben, will er zumindest noch drei bis vier weitere Jahre vor der Kamera stehen. Man darf gespannt sein, was kommen wird.
 
 
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Doch auch ohne Hollywood scheint NICOLAS CAGE immer noch gut im Geschäft zu sein. Der Darsteller besitzt eine große Fanbase, die den Egozentriker in den Himmel lobt, als wäre er der zweite Chuck Norris. Offenbar fährt Cage gut damit. Mittlerweile spülen nämlich auch wieder nennenswerte Filmangebote Geld in die Kasse, welche sogar Kritiker hellhörig werden lassen. Zu einer dieser Überraschungen gehört MANDY. Der wurde bereits auf einschlägigen Festivals mit Beifall überhäuft und erzählt die Geschichte vom Waldarbeiter Red (NICOLAS CAGE), der zusammen mit seiner Frau Mandy (ANDREA RISEBOROUGH) zurückgezogen in einer Waldhütte haust. Beide verbindet eine tragische Vergangenheit. Doch durch die Liebe scheint das Paar die Rückschläge vergessen zu haben. Leider gerät das Liebesglück ins Wanken. Bei einem Spaziergang begegnet Mandy dem Sektenführer Jeremiah (LINUS ROACHE) und stiehlt ihm das Herz. Der ist fortan über beide Ohren verschossen und hat nur noch ein Ziel: die Angebetete besitzen zu wollen. Zusammen mit seinen Anhängern macht er sich auf zur Hütte des Paars und entführt das Opfer der Begierde. Leider hat man nicht mit der Schlagfertigkeit des Ehegatten gerechnet. Dem gefällt so rein gar nicht, was man da mit der Liebsten veranstaltet hat und fordert Rache. Da rattert die Kettensäge und das Blut spritzt in Strömen. Ja, NICOLAS CAGE findet in diesem Film zu alter Größe zurück. Wer das nicht glaubt, muss MANDY sehen.
 
 
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MANDY besteht aus zwei Filmhälften. In der ersten werden die Figuren eingeführt und der Herlauf erklärt. Die zweite beschäftigt sich mit dem Racheakt. Gerade für die erstgenannte sollte man ausgeschlafen sein, denn Regisseur PANOS COSMATOS nimmt sich viel Zeit mit dem Erzählen seiner Geschichte und pendelt dabei zwischen schläfrigen Dialogen, langsamen Kamerafahrten und surrealer Bilderflut. Wer sich eher im Mainstream-Kino zu Hause fühlt, wird da zu Recht überfordert werden, denn MANDY ist weit weg von dem, was NICOLAS CAGE in den Anfangsjahren gedreht hat. Hier wird Kunst mir Horror verknüpft, was nicht jedermanns Sache sein dürfte. Der Film geht in erster Linie unkonventionelle Wege und klammert sich bei der Inszenierung nicht unbedingt am aktuellen Horrorstandart. So wird die einstündige Exposition mit allerlei Soundexperimenten gefüllt. Hinzukommen kreative Farbspielereien, in denen vor allem die Signalfarbe Rot Verwendung findet, welche drohendes Unheil suggeriert und den Zuschauer auf den kommenden Amoklauf vorbereitet. Da werden schnell Erinnerungen an die Frühwerke des damals noch kreativen DARIO ARGENTO wach. Auch der spielte gern mal mit Farbfiltern und drückte damit Filmen wie SUSPIRIA oder INFERNO einen individuellen Stempel auf.
 
 
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Apropos Stil-Experimente und Kunst: Künstlerisches Beiwerk ist in MANDY auch zwingend nötig. Die überschaubare Geschichte gibt nämlich nicht viel her, in der Figuren Karikaturen gleichen und Ereignisse im Schneckentempo abgespult werden. Aber der Mix macht’s. MANDY ist gerade wegen seines visuellen Stils eine Bereicherung, weil – insofern man die Inhaltsangabe nicht gelesen hat – lang unklar bleibt, worauf Regisseur PANOS COSMATOS hinaus will. Der erschafft mit seiner ungewöhnlichen Inszenierung eine bizarre Traumwelt und holt den Zuschauer nach knapp 60 Minuten Laufzeit mit Paukenschlägen zurück in die Realität. Dann nämlich fährt Cage auf Hochtouren auf und scheint irgendwie Spaß daran zu haben, sich den Ballast der letzten Jahre von der Seele zu schreien. Mit Kettensäge und selbst geschmiedeter Axt bewaffnet, meuchelt der sich kompromisslos durch das Fleisch seiner skurrilen Gegner und definiert damit den neuen Rache-Standard im Kino. MANDY ist ein bizarres, blutiges und zugleich faszinierendes Splatter-Erlebnis mit Kult-Potenzial. Schön, dass Sie wieder da sind Herr Cage.
 
 
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MANDY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein Film so beinhart wie ein schlechter LSD-Trip. Dieser Streifen ist ein sehr spezieller Rachefilm, der beinahe zwanghaft darum bemüht ist, sich aus den engen Fesseln des Rache-Genres zu befreien. Regisseur PANOS COSMATOS nimmt mit seinem MANDY innerhalb des Revenge-Faches eine Sonderstellung ein, da er auf Konventionen pfeift. Hier läuft alles etwas anders ab, wie in den üblichen Rachefilmen. Statt NICOLAS CAGE zum neuen CHARLES BRONSEN zu küren, konzentriert sich der italienische Filmemacher eher auf Bilder, Ästhetik und Sound. MANDY ist anders, als das was man sonst so im Rache-Sektor zu sehen bekommt. Der Film ist mehr Kunst, statt Horror. Das bedeutet, dass von allerlei künstlerischen Stilmitteln Gebrauch gemacht wird, die den Streifen fast schon surreal erscheinen lassen. Das ist mal was anderes, macht aber das Folgen auch unnötig schwer, weil gerade in der ersten Filmhälfte ein Spannungsbogen vermisst wird. Hier wäre weniger mehr gewesen, zumal dem Streifen auch ein paar Handlungskürzungen gutgetan hätten. Immerhin geht es nach der Halbzeit deftig zu. Das bedeutet: rächen, schreien und sterben. Spätestens dann gerät jeder Gorebauer ins Schwärmen. Cage macht sich dabei ganz gut, weil sein absurdes Overacting den Film bereichert. MANDY macht trotz Startschwierigkeiten Spaß und wird daher von vielen Filmfans schon jetzt als einer der besten Rachestreifen gesehen, den man seit Jahren auf der großen Leinwand zu sehen bekommen hat. Dort sollte man ihn unbedingt sichten, denn erst im Kino entfaltet er durch seine besondere Ästhetik sein ganzes Potenzial.
 
 
 


 
 
 

MANDY – Zensur

 
 
 
Die zweite Filmhälfte von MANDY ist ziemlich deftig. Da wird munter drauflos gemordet und gerächt. Splatterfans wird das freuen, zumal sogar eine Kettensäge zum Einsatz kommt. Anbieter KOCH MEDIA hat sich die Rechte für die deutsche Auswertung gesichert und hat den Streifen mit einer ungeschnittenen FSK18-Freigabe in den Handel gebracht.
 
 
 


 
 
 

MANDY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Media Home Entertainment (Blu-ray im Keepcase)

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(c) Koch Media Home Entertainment (1 Blu-ray + 2 DVDs im Mediabook – Cover A)

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(c) Koch Media Home Entertainment (1 Blu-ray + 2 DVDs im Mediabook – Cover B)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Mandy; USA 2018

Genre: Horror, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 121 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Audiokommentar zum Film von Patrick Lohmeier (Bahnhofskino) (ca. 120 Minuten), Behind the Scenes (ca. 22 Minuten), Deleted Scenes (ca. 14 Minuten), Vier „One Shot“ Teaser (ca. 4 Minuten), Deutscher Trailer (ca. 2 Minuten), Englischer Trailer (ca. 2 Minuten) | zusätzlich im Mediabook: 16-seitiges Booklet mit einem Text zum Film von Stefan Jung sowie einer Einführung von Regisseur Panos Cosmatos , Dokumentation „Rewind This!“ (ca. 91 Minuten), Audiokommentar zu „Rewind This!“ mit Regisseur Josh Johnson, Produzentin Carolee Mitchell und Kameramann und Cutter Christopher Palmer (ca. 91 Minuten), Sundance Interview mit den Produzenten Lisa Whalen, Josh Waller, Daniel Noah und Elijah Wood und Spezialgäste Nicolas Cage, Vince Neil von der Band Mötley Crüe sowie Regisseur Panos Cosmatos (ca. 40 Minuten), Japanischer Trailer (ca. 2 Minuten), Trailer „Rewind This!“ (ca. 2 Minuten)

Release-Termin: 29.11.2018

 

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Mandy [1 Blu-ray + 2 DVDs im Mediabook Cover A] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Mandy [1 Blu-ray + 2 DVDs im Mediabook Cover B] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

MANDY – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei KOCH MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Death Wish (2018)
 
Ein Mann sieht rot (1974)
 
Death Sentence – Todesurteil (2007)
 
John Wick (2014)
 
The Equalizer (2014)
 
Revenge (2017)
 
The Punisher (2004)
 
Harry Brown (2009)
 

Filmkritik: „Boarding School“ (2018)

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BOARDING SCHOOL

Story

 
 
 

Ein introvertierter Junge erlebt in einem sonderbaren Internat den blanken Horror.

 
 
 


 
 
 

BOARDING SCHOOL – Kritik

 
 
 
Wenn Jugendliche in düstere Internate geschickt werden, wissen alteingesessene Horrorfilmzuschauer mittlerweile, dass ihnen dort das Grausen erwarten wird. Meist schmieden nämlich in diesen Filmen boshafte Lehrkörper an furchtbaren Plänen. Die Schule ist schon lange kein Ort der Sicherheit mehr. Das Genre-Kino hat uns gelehrt, das gerade dort wo für die Zukunft gebüffelt werden soll, furchteinflößende Gestalten ihr Unwesen treiben. Ob es – wie in SUSPIRIA – Hexen sind, die ausgerechnet in einer Tanzschule ein Höllentor bewachen oder nur die Seelen verstorbener Künstler, die – wie in DOWN A DARK HALL – in die Körper ahnungsloser Mädchen schlüpfen wollen. Schulen sind schon lange nicht mehr das, was sie einmal waren. Umso mehr kann man es Schülern nicht übel nehmen, wenn die lieber schwänzen, statt in diesen Einrichtungen zu pauken. Albtraum Schule ist auch im Spielfilm BOARDING SCHOOL Programm. BOAZ YAKIN hat hier geschrieben und Regie geführt. Eigentlich ein talentierter Mann Hollywoods. Der steuerte nämlich das Drehbuch des Kultfilms DER PUNISHER mit Action-Legende DOLPH LUNDGREN bei und drehte so Thriller- und Actionzeugs wie GEGEN JEDE REGEL oder SAFE – TODSICHER. Umso mehr verwundert die Arbeit an BOARDING SCHOOL. Der Streifen ist im direkten Vergleich zu den bisherigen Arbeiten des Filmemachers eine ganz andere Hausnummer. Statt glattgebügelter Hochglanzware wird eine ungeschliffene Indie-Produktion aufgetischt. Eigentlich nichts Schlechtes – hätte doch BOARDING SCHOOL nicht so viele Ecken und Kanten, die dann schon wieder zu viel des Guten sind.
 
 
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Eigentlich ist Jacob nur ein introvertierter Junge, der sich mitten in der Pubertät befindet. Ein schwieriger Lebensabschnitt, der vor allem die Eltern vor große Herausforderungen stellt. Nachts wacht der Junge schweißgebadet auf, weil er von Albträumen geplagt wird. Für die Mutter keine einfache Zeit, die wegen der allnächtlichen Schreie des Jungen nicht mehr zum Schlafen kommt. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit Jacob. Als die Großmutter ganz plötzlich dahinscheidet, wissen die Eltern nicht mehr weiter. Der Heranwachsende flüchtet sich nämlich in seine ganz eigene Welt, um schmerzhafte Schicksalsschläge verarbeiten zu können. Ein wesentlicher Grund, warum der Sonderling in ein Internat gesteckt wird. Dort soll er lernen, wieder auf den rechten Weg zu kommen. Leider machen die Schulleiter von ganz eigenen Methoden Gebrauch, um die Schüler zu disziplinieren. Statt Schulbüchern liegen hier Gottesbücher aus. Und auch bei der Züchtigung vertrauen Lehrer eher konservativen Methoden. Tatsachen, die die Jugendlichen bald hinterfragen werden, denn offenbar liegt mit dieser Privatschule einiges im Argen.
 
 
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Ein merkwürdiger Film, der in erste Linie aber nur wenig mit Horror am Hut hat. Genau genommen ist BOARDING SCHOOL im Thriller- und Drama-Fach beheimatet, obwohl selbst diese Kategorisierungen nur selten eindeutig bleiben. BOARDING SCHOOL handelt von Außenseitern, die in einer Schule nach dem Warum und sich selbst suchen. Warum sind sie hier? Weshalb benehmen sich Lehrer so sonderbar? Und warum werden in dieser Schule gerade einmal sieben Schüler unterrichtet? Die Antwort darauf lässt auf sich warten, denn Regisseur BOAZ YAKIN macht aus seiner Geschichte ein Geheimnis – wohl vermutlich auch, um so die Spannung voranzutreiben. Hin und wieder gelingt ihm das ganz gut, wobei lobenswerter auf Charakterentwicklung geachtet wurde. So erhalten die Jungschauspieler genug Zeit, um sich in ihren Rollen vertiefen zu können. Leider ist Erfahrungsmangel und Talent ein großes Problem. So wirken die erbrachten Schauspielleistungen mancherorts unbeholfen und hölzern – grenzen oft sogar an Overacting. Weil der Film fast ausschließlich von unerfahrenen Jungdarstellern getragen wird, mausert sich BOARDING SCHOOL mit fortlaufender Spielzeit zu einer anstrengenden Rätselraterei. Hier wird nämlich viel gequasselt, was vor allem durch die Unerfahrenheit der Darsteller zum Problem wird.
 
 
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Aber auch die Handlung hat mit Schwächen zu kämpfen. Hier werden viele Themen aufgegriffen, aber zu keinem befriedigenden Ende geführt. Regisseur BOAZ YAKIN scheint seine Handlung nicht unbedingt unter Kontrolle zu haben. Der wirft zahlreiche Einfälle in einen Topf und scheint es offenbar darauf anzulegen, was am Ende für eine sonderbare Mixtur auf dem Teller landet. Das Sprichwort „Friss oder Stirb“ trifft es auf den Kopf. Zu sehen gibt es eine Teen-Liebesgeschichte, blutige Morde, eine Suche nach der eigenen Identität, Naziflashbacks und düstere Geheimnisse. Eigentlich ein interessanter Cocktail, wäre das Gebräu nicht doch etwas unausgegoren, überladen und wirr. Demzufolge kein Film für den Massenmarkt, sondern für Leute, die sich gern auf sonderbare Experimente einlassen wollen. Aufgeschlossen muss man zweifelsohne sein, um BOARDING SCHOOL genießen zu können, denn dieser Film ist wie seine Helden: ein waschechter Außenseiter mit Problemen.
 
 
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BOARDING SCHOOL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Der geschwätzige BOARDING SCHOOL ist mehr Drama statt Horror. Der Streifen thematisiert viele emotionale Themen. Darunter: elterliche Enttäuschung, Mobbing und die Suche nach der eigenen Geschlechtsidentität. Als wäre das nicht schon Stoff für mehrere Filme wird der Streifen noch um Grusel- und Nazithematik erweitert. Doch dabei soll es nicht bleiben. Im Mittelpunkt steht eine Coming-of-Age-Geschichte, die um Horror-Elemente erweitert wurde. Zu viel des Guten, wie wir meinen, denn BOARDING SCHOOL entpuppt sich unterm Strich als wirrer und teils unausgegorener Grusel-, Thriller- und Dramen-Mix welcher derart viele Gedanken und Ideen enthält, dass es nicht wundern würde, wenn man den Faden verliert. BOARDING SCHOOL ist keine einfache Kost und vor allem nichts für den Otto-Normal-Zuschauer. Kann man schauen, muss man aber nicht.
 
 
 


 
 
 

BOARDING SCHOOL – Zensur

 
 
 
Gewalt ist in BOARDING SCHOOL rar gesät. Meist bekommt man nur das Ergebnis eines Mordes zu sehen. Demzufolge ist dieser Film nichts für jene, denen es nicht blutrünstig genug vor der Linse zugehen kann. CAPELIGHT PICTURES hat sich die Rechte zum Film gesichert und hat für den Streifen problemlos eine FSK16 erhalten.
 
 


 
 
 

BOARDING SCHOOL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Capelight Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Boarding School; USA 2018

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 113 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Keepcase mit Wechselcover und im Schuber

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 16.11.2018

 

Boarding School [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

BOARDING SCHOOL – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen: Momentum Pictures | Capelight Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Down a Dark Hall (2018)
 
Final Hour (1995)
 
Detention – Nachsitzen kann tödlich sein (2011)
 
The Moth Diaries (2010)
 
Das Mädcheninternat – Deine Schreie wird niemand hören (2001)
 
Der Fluch von Hellestad (2004)
 
Suspiria (1977)
 
 
Suspiria (2018)

Filmkritik: „The Wailing“ (2016)

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THE WAILING: DIE BESESSENEN

(THE WAILING | GOKSEONG | GOKSUNG)

Story

 
 
 
Sehenswertes Gruselkino aus Fernost: In einem südkoreanischen Bergdorf geht es nicht mit rechten Dingen zu. Friedliebende Bewohner werden plötzlich zu kompromisslosen Mördern. Was ist hier nur im Gange?

 
 
 


 
 
 

THE WAILING – Kritik

 
 
 
Es passieren doch noch Wunder. Deutschland ist nicht unbedingt das Paradies für Fans asiatischer Filmproduktionen. Nur wenige Perlen aus Fernost schaffen es in deutsche Händlerregale, wo sie nicht selten ein bescheidenes Dasein fristen und irgendwann preislich reduziert in den Wühltischen bekannter Elektrofachmärkte landen. Ein deprimierender Kreislauf, der nicht sein muss, wenn sich mehr Cineasten die Zeit nehmen und vorurteilslos das begutachten würden, was da immer seltener von Asien nach Deutschland exportiert wird. Darunter befinden sich gern mal Geheimtipps zu denen auch der südkoreanische THE WAILING gehört. Der Film feierte seine Europa-Premiere auf dem Cannes-Filmfestival 2016 und hinterließ dort offenbar Eindruck – nicht nur bei Filmfans und Kritikern. Vermutlich einer der Gründe, warum das Ausnahmewerk vom Label PIERROT LE FOU nun in ansprechender Aufmachung veröffentlicht wird. Lobenswert!
 
 
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Irgendwo im südkoreanischen Hinterland passieren seltsame Dinge. Der kleine verschlafene Ort Goksung wird von mysteriösen Mordfällen heimgesucht, die die ganze Gegend schockieren. Offenbar verwandeln sich friedliebende Dorfbewohner grundlos in abgebrühte Killermaschinen und töten Familie und Freunde, bevor sie anschließend in eine Art Schockstarre verfallen. Doch worin liegen die Ursachen? Das fragt sich auch Polizist Jong-gu (KWAK DO-WON), der die Morde genauer untersucht. Er findet heraus, dass alle Täter von einem großflächigen Ausschlag betroffen sind, mit dem auch bald die Tochter des Gesetzeshüters zu kämpfen hat. Ist sie etwa die Nächste? Das lässt Alarmlocken beim Familienvater läuten. Der will seine Tochter beschützen – koste es was es wolle. Deshalb geht er Gerüchten auf den Grund, die verlauten lassen, dass ein neu hinzugezogener Japaner offenbar mit den Morden in Verbindung stehen soll. Schnell ist der zur Rede gestellt. Doch als man in einer Kammer seines Hauses Bilder von toten Einheimischen entdeckt, die für ominöse Rituale verwendet werden, verhärten sich Gerüchte, dass sich hier wohl das Böse ins Dorf eingeschlichen haben muss.
 
 
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Eine traurige aber zugleich verwirrende Geschichte über Aberglauben und Traditionen. Es ist nicht leicht THE WAILING (der im Original übrigens GOKSUNG heißt) in eine Schublade zu pressen. Der viel gelobte Film trotz jeglichen Genre-Konventionen und funktioniert als Familiendrama ebenso gut, wie als Mystery-Horror oder Okkult-Thriller. Dabei stets allgegenwärtig: subtile Kritik am aktuellen Zeitgeschehen. So scheint im ländlichen Asien immer noch der Glaube in den Köpfen zu sitzen, dass Dämonen und Geister für Schicksalsschläge und Missetaten verantwortlich zeichnen. Statt nach wissenschaftlichen Erklärungen zu suchen, verkriecht man sich in die Welt der Mystik und Folklore. Relikte längst vergangener Zeiten, die offenbar immer noch in den südkoreanischen Bergen verankert sich, wo Fortschritt dem Aberglauben weichen muss. Genau jene Thematik macht sich THE WAILING zu eigen, der sich als schwer zu durchschauende Gruselgeschichte entpuppt, die vom Stilmittel der Desorientierung Gebrauch macht. Regisseur NA HONG-JIN experimentiert im dritten Langfilm mit buddhistischen aber auch christlichen Angstmotiven und stiftet damit Verwirrung. Lang bleibt nämlich unklar, was denn hier der Grund für seltsame Ereignisse ist. Haben die Geschehnisse eine rationell erklärbaren Hintergrund oder sind tatsächlich paranormale Kräfte am Werk. Die Antwort darauf wird erst in den letzten Minuten des knapp zweieinhalbstündigen Kinostücks gelüftet, an dem Filmemacher NA HONG-JIN nach eigener Aussage sechs Jahre tüftelte. Der hatte offenbar genug von actionlastigen Filmen, die gradlinig inszeniert eher einfache Gemüter befriedigen sollten. Nach den international erfolgreichen Actionfilmen THE CHASER und THE YELLOW SEA hegte er einen anderen Anspruch. Den hat er mit THE WAILING definitiv erreicht, denn mit diesem Filmepos findet er den Spagat vom actionlastigen Blockbusterkino hin zu dramaturgisch vertrackten und abstrakteren Themen.
 
 
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THE WAILING – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 

Weniger Action, dafür mehr Hirn. Asiatischer Ausnahmefilm, der durch Komplexität und Tiefgang beeindruckt. Nach eher rasanten Thrillern, macht der südkoreanischen Regisseur NA HONG-JIN Ernst. THE WAILING – DIE BESESSENEN ist ein Gruselerlebnis par excellence. Was wie ein Mystery-Polizeikrimi beginnt, entwickelt sich schleichend zu einem verwirrenden Schauer-Albtraum, der die volle Konzentration seines Publikums beansprucht. Schlüssig ist hier auf den ersten Blick nichts. Wer sich aber unter die Oberfläche traut und forscht, bekommt einen der besten Genre-Vertreter zu sehen, die bis dato Südkorea hervorgebracht hat. Macher NA HONG-JIN hält im dritten Spielfilm das Spannungslevel konstant hoch. Was ist hier des Pudels Kern? Leicht durchschauen lässt sich THE WAILING nicht. Das Verwirrspiel hat Hintergrund, kritisiert Rassismus ebenso wie das sture Verharren in alten Traditionen. Offene Cineasten werden da hellhörig. Dennoch muss man schon eine gewisse Leidenschaft für fernöstliche Filme besitzen. Nicht jedem dürfte die langsame Erzählmethode und das Eintauchen in asiatischer Folklore zusagen.
 
 
 


 
 
 

THE WAILING – Zensur

 
 
 
Wer von THE WAILING Blut und Gewalt erwartet, wird enttäuscht werden. Der Fokus liegt auf subtiles Grauen. Es gibt meist nur die Resultate von Gewaltakten zu sehen. Meist sind das ermordete Dorfbewohner, die von anderen Familienmitgliedern getötet wurden. Hierzulande hat das koreanische Gruseldrama in ungeschnittener Form eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE WAILING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) PIERROT LE FOU (Blu-ray KeepCase-Version)

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(c) PIERROT LE FOU (limitiertes Mediabook mit Blu-ray und DVD)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Goksung; Südkoreak 2016

Genre: Drama, Grusel

Ton: Deutsch DTS HD MA 5.1, Koreanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 156 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | limitiertes Mediabook

Extras: Making-of, Behind the Scenes, B-Roll, Interview, Trailer | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, Booklet, Plakat

Release-Termin: 23.02.2018

 

The Wailing [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

The Wailing [Limitiertes Mediabook mit Blu-ray und DVD] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE WAILING – Mediabook

 
 
 
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THE WAILING – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei PIERROT LE FOU)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
A Tale of Two Sisters (2003)
 
I Saw the Devil (2010)
 
Manhole (2014)
 

Filmkritik: „Tragedy Girls“ (2017)

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TRAGEDY GIRLS

Story

 
 
 
Zwei Mädchen gehen für mehr Likes und Fans über Leichen. Um den eigenen Internet-Blog zum Laufen zu bringen, wird man selbst zum Mörder.

 
 
 


 
 
 

TRAGEDY GIRLS – Kritik

 
 
 
Die Macht der Selbstinszenierung: Social Media. Was noch vor einigen Jahren als harmlose Möglichkeit gedient hat, um sich mit Freunden zu vernetzen und mit ihnen zu kommunizieren, dient mittlerweile ganz anderem Zweck. Schon lange nicht mehr geht es auf Plattformen wie Facebook, Instagram und Konsorten darum, mit Freunden in Kontakt zu bleiben oder an deren Leben teilzuhaben. Wer heute im Gespräch bleiben möchte oder auffallen will, muss sich inszenieren – möglichst oft und ausreichend. Daher hat seit einiger Zeit ein regelrechter Run nach Followern, Likes und Shares im Internet begonnen, der nicht selten absurde Ausmaße erreicht. Auch der folgende TRAGEDY GIRLS setzt sich mit der Gier nach Anerkennung im Web auseinander, betrachtet die Thematik aber mit einem Augenzwinkern. Das Resultat entpuppt sich als schwarze Horror-Satire, die genau jene Geltungssucht an den Pranger stellt, aber dennoch Spaß bereitet. Dafür sorgen lockere Sprüche, attraktive Hauptdarstellerinnen und knackige Morde. Slasher-Fans wird’s freuen.
 
 
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Das Kleinstädtchen Rosedale hat seit einiger Zeit mit blutigen Morden zu kämpfen. Immer wieder werden ermordete Schüler gefunden, die übel zugerichtet vor allem den örtlichen Sheriff vor Rätsel stellen. Doch zwei Teenager wissen mehr. Die führen einen kleinen Internet-Blog in der Freizeit und berichten darauf über die schrecklichen Ereignisse. Leider halten sich Leserzahlen in Grenzen, was Sadie (BRIANNA HILDEBRAND) und McKayla (ALEXANDRA SHIPP) auf eine Idee bringt. Sie stellen Recherchen an und kommen dem Killer auf die Schliche. Der wird überwältigt, an einen Stuhl gebunden und fortan mit Hundefutter gefüttert. Doch statt das Böse der Polizei auszuhändigen, haben die Mädchen andere Pläne. Sie übernehmen einfach den Job des High-School-Mörders, bringen unbeliebte Mitschüler um die Ecke und haben so Neuigkeiten für Ihren Blog, um exklusiv berichten zu können. Doch die Sucht nach Likes und Fans hat auch so seine Schattenseiten. Zwar verzeichnet der „Tragedy Girls“-Blog schon bald hohe Zugriffszahlen, doch zwischen den Betreiberinnen kommt es zu Differenzen. Ob das perfide Spiel auffliegen wird?
 
 
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Alles etwas anders. TRAGEDY GIRLS ist zwar im Slasher-Genre beheimatet, geht die Sache jedoch frischer an. Statt die ewig gleiche Geschichte vom rastlosen Killer zu erzählen, der bestialisch Menschen ermordet und am Ende entlarvt wird, versucht TRAGEDY GIRLS frischen Wind ins angestaubte Schlitzer-Fach zu bringen. Bekannte Verläufe werden umgekrempelt. Zudem wird beinahe ungeniert mit Stereotypen und Klischees gespielt. So wird die Identität des Killers bereits zu Beginn gelüftet und das für Slasher typische Bluttreiben ins Absurdum getrieben. Wohl einer der Gründe, warum sich Regisseur TYLER MACINTYRE zum Projekt überreden lies. Der hatte zuvor die Horrorkomödie PATCHWORK gedreht, war aber über den Vorschlag als nächstes einen Slasher zu drehen alles andere als erfreut. Als man ihm aber erklärte, dass sich dieser Streifen vom grauen Rest abheben würde, las er das Drehbuch und war Feuer und Flamme. In der Tat verleibt TRAGEDY GIRLS dem totgefilmten Slasher neues Leben ein und geht so quasi gleichen Weg, wie der leider 2015 verstorbene WES CRAVEN mit dem Meta-Horror SCREAM. Statt neu aufzuwärmen und damit zu langweilen, persifliert man das Slasher-Genre und nimmt dessen Klischees und Abläufe aufs Korn. TRAGEDY GIRLS strotzt nur so vor Metakniffen auf das Slasher-Subgenre und unterhält Horrorfilm-Kenner mit teils überdeutlichen Genre-Verweisen. So werden bekannte Szenen aus Filmen wie HALLOWEEN, PROM NIGHT oder CARRIE zitiert – liebevoll und überzeichnet. Offenbar waren da selbst leidenschaftliche Fans bei der Arbeit. Anders lassen sich die vielen Verweise, Doppeldeutigkeiten und Insider-Gags nicht erklären, die sich wie eine Linie durch das Drehbuch des Films ziehen. TRAGEDY GIRLS ist ein Film von Slasher- für Slasherfans. Das ist unverkennbar. Der Film ist witzig, blutig und weit weg von den monotonen Abläufen mit denen der Slasherfilm seit Jahrzehnten zu kämpfen hat. Aufgrund dessen dürfte das Herz eines jeden Fans besagten Genres schneller schlagen und das nicht ohne Grund. TRAGEDY GIRLS ist eine clevere Splatter-Komödie, die Kultpotenzial besitzt. Da kann man nur hoffen, dass das Beispiel Schule macht und sich endlich mal Filmemacher daran machen, bekannte Genre-Formeln zu überdenken. Slasher so wie sie seit den Anfängen auch heute noch gedreht werden, will niemand mehr sehen. Neuerungen und Abwechslung tun Not. Daher weisen Filme wie SCREAM, FINAL GIRLS und auch TRAGEDY GIRLS den richtigen Weg. Unbedingt mehr davon.
 
 
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TRAGEDY GIRLS – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Sexy, rabenschwarz und blutig – TRAGEDY GIRLS ist einer der besten Slasher der letzten Jahre. Der Grund hierfür ist ganz einfach. Regisseur TYLER MACINTYRE will mit seiner Horror-Satire nicht neu aufzuwärmen. Stattdessen bereichert er das angestaubte Slasher-Genre mit neuen Ideen und nimmt sich dabei nicht immer bierernst. Bekannte Abläufe und auch Klischees werden aufs Korn genommen. Das macht aus dem cleveren Meta-Slasher eine schwer unterhaltsame Angelegenheit, vor allem auch deshalb, weil TRAGEDY GIRLS andere Wege geht. Der Film will nicht ausschließlich dumme Teenager zeigen, die – wie im Slasher üblich – möglichst grausam zur Strecke gebracht werden. Der Streifen ist auch an einer Botschaft interessiert – für einen Slasher doch irgendwie unüblich. So wird hier die Geilheit nach Sensationsgier ebenfalls an den Pranger gestellt, wie die Sucht nach Geltungsgier im Internet. Wer daher Abwechslung benötigt und fernab bekannter Genre-Pfade wandeln möchte, ist mit TRAGEDY GIRLS gut beraten. Ein überraschender Partyslasher vor dem Herrn – Kultpotenzial inklusive! Die vielen positiven Stimmen auf einschlägigen Filmfestivals sprechen für sich. Wir können die hervorragende Resonanz nur bestätigen.
 
 
 


 
 
 

TRAGEDY GIRLS – Zensur

 
 
 
TRAGEDY GIRLS ist zwar eine Komödie, aber einige Gewaltszenen haben es in sich. So fällt ein Kopf auf eine Kreissäge und Macheten bohren sich durch Körper. Weiterhin zermatscht ein herabfallendes Gewicht den Schädel eines Fitnessraumnutzers und einer Filmfigur wird die Kehle aufgeschlitzt. Mit etwas Glück gibt es wegen dem humoristischen Unterton eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

TRAGEDY GIRLS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Gunpowder & Sky)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Detention – Nachsitzen kann tödlich sein (2011)
 
Final Girls (2015)
 
Scream – Schrei! (1996)
 
Heathers (1988)
 

Filmkritik: „I Remember You“ (2017)

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I REMEMBER YOU

(Ég man þig)

Story

 
 
 
Im ländlichen Island geht es nicht mit rechten Dingen zu. Das Verschwinden eines kleinen Jungen bringt einen mysteriösen Mordfall ins Rollen, der selbstverständlich gelöst werden muss.

 
 
 


 
 
 

I REMEMBER YOU – Kritik

 
 
 
Jedes Jahr um die Sommerzeit zieht ein Fest durch Deutschland, das Genre-Fans hellhörig werden lässt. Dort nämlich werden aktuelle Filme aus den Bereichen Horror, Thriller und Fantasy auf die Leinwand gebracht, die es nach der Aufführung gern mal auf DVD und Blu-ray schaffen. Die Rede ist vom FANTASY FILMFEST, das sich mittlerweile zur ersten Adresse bei Fans des phantastischen Kinos entwickelt hat, weil die Veranstalter Spreu vom Weizen trennen. Statt üblen Low-Budget-Unfug und austauschbare Billigware zu zeigen, versuchen die Macher Filme aufzuführen, die auch einem gewissen Qualitätsstandard entsprechen. Wohl auch ein Grund für die Beliebtheit der Veranstaltung, weil das Fest vor Augen führt, dass unabhängiges Genrekino weit mehr kann, als das was uns Hollywood versucht vorzugaukeln.
 
 
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Weg vom bekannten Gruseleinerlei hin zu unkonventioneller Angstmacherei. Mit genau jenem Konzept konnte auch das isländische Mysterydrama I REMEMBER YOU glänzen, das sich auf genannter Veranstaltung als Publikumsliebling entpuppte. Während das FANTASY FILMFEST nämlich in verschiedenen Städten eine Reihe von Genrestreifen im Kino zeigt, darf das Publikum die Besten der Besten küren. Dabei mauserte sich genannter Island-Export schnell zum Geheimtipp und kletterte mit seiner etwas anderen Machart an die Spitze der beliebtesten Gruselfilme des FANTASY FILMFEST 2017. Ganz unbegründet ist die Entscheidung der Zuschauer nicht. I REMEMBER YOU ist nämlich wirklich gut, aber zweifelsohne nichts fürs Kommerzpublikum. Allein dessen ist dieser isländische Genre-Beitrag aber schon mal eine Sichtung wert.
 
 
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I REMEMBER YOU beansprucht die volle Aufmerksamkeit des Zuschauers. Hier werden nämlich zwei Geschichten erzählt, die offenbar miteinander verbunden sind. So wollen drei junge Leute auf einer isländischen Insel ein Haus auf Vordermann bringen, um es zahlenden Touristen als Bed-and-Breakfast-Hotel zur Verfügung zu stellen. Die Arbeiten sind mühselig, hat seit über 60 Jahren kein Mensch mehr hier gewohnt. Doch die Renovierungsarbeiten stehen unter keinem guten Stern. In der Hütte scheint es nicht mit rechten Dingen zuzugehen und auch zwischen den Anwesenden beginnt es bald zu brodeln, weil private Konflikte ans Tageslicht kommen. Währenddessen wird Kilometer weiter ein seltsamer Selbstmord untersucht. Dort hat sich eine alte Dame das Leben genommen auf deren Körper man sonderbare Verletzungen findet. Der ermittelnde und selbst von Sorgen zerfressende Psychologe Freyr beginnt zu forschen und kommt dabei einem Geheimnis auf die Spur, das ihm bald das Blut in den Adern gefrieren lässt.
 
 
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Auf Island kommt man langsam in die Gänge. Nach dem unheimlichen Abschiedsdrama RIFT folgt nun ein weiterer Gruselfilm, der gekonnt die Kulisse isländische Abgeschiedenheit nutzt, um daraus düstere Unterhaltung mit Anspruch zu machen. Offenbar nimmt man sich Schweden als Vorbild, wo selbst die Traumfabrik vor der unkonventionellen Machart den Hut zog und sich Rechte für Genre-Ware krallte, um daraus neu interpretiertes Kinomaterial im amerikanische Stile zu produzieren. Gleiches könnte auch mit I REMEMBER YOU passieren, denn der Film besitzt eine verschachtelte Geschichte, die gleichzeitig auch die Quintessenz dieses etwas anderen Geisterfilms ist. Spuk ist hier zwar vorhanden, spielt aber eine untergeordnete Rolle. Im Mittelpunkt stehen seltsame Todesfälle, die gelöst werden müssen. Passender Stoff also für Hobby-Detektive und leidenschaftliche Krimifans, denn I REMEMBER YOU ist bei genauerer Betrachtung eher ein spannender Kriminalfall, welcher an skandinavische TV-Thriller erinnert und sich erst am Ende im Geisterfach verirrt, um etwas Gänsehaut bescheren zu können. Dabei nimmt sich Regisseur ÓSKAR THÓR AXELSSON besonders viel Zeit beim Erzählen seiner Geschichte und analysiert dabei auch die Sorgen seiner authentischen Hauptdarsteller, die ohnehin schon von Schicksalsschlägen gebeutelt sind. Das macht I REMEMBER YOU auch auf emotionaler Ebene brauchbar und glaubhaft, was vor allem Schauspieler JÓHANNES HAUKUR JÓHANNESSON zu verdanken ist, der hier als Psychologe wegen des verschwundenen Sohns durch die Höhle geht. Mit ihm fühlt man mit, weil der unter dem kuriosen Verschwinden seines Kindes leidet. Der begegnet dem Sohnemann plötzlich an den undenkbarsten Orten und folgt ihm auf eine Spur, die am Ende des Rätsels Lösung ist. Berührend – auch wenn erst nach und nach viele Puzzleteile ein plausibles Ganzes ergeben.
 
 
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Der langsam und bedacht inszenierte I REMEMBER YOU beweist einmal mehr, dass es kein Blut oder reißerischer Spezialeffekte bedarf, um spannende Geschichten zu erzählen. Hier wird unheimliche Stimmung auf anderem Wege hervorgerufen. Der Film bewirkt gespenstiges Unbehagen durch einfache Mittel, wie sporadische Belichtung, trostlose Kulissen und grummelnden Sound. Letzterer dürfte Besitzer von Heimkinoanlagen das Fürchten lehren, weil der Subwoofer just in jenen Momenten besonders aktiv wird, wenn drohendes Unheil naht. Effektive Gruselzutaten, um einen sehenswerten Genrefilm zu inszenieren. Das ist I REMEMBER YOU mit Sicherheit.
 
 


 
 
 

I REMEMBER YOU – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Die isländische Version des gefeierten Geisterklassikers WENN DIE GONDELN TRAUER TRAGEN. Was hier wie eine Folge CSI:Rejkjavik beginnt, mausert sich ganz schnell zu einem fesselnden Mysterythriller, der vor allem wegen seiner verworrenen Handlung und der für Gruselfilme eher ungewöhnlichen Kulisse auf ganzer Linie überzeugt. Karge Landschaften treffen auf nicht minder karg eingerichtete Häuser und von Sorgen geplagte Figuren, die Teil eines ungewöhnlichen Genre-Mixes sind, der auf einem bekannten Bestseller beruht. Den Plot zum Film hat sich nämlich die vielfach ausgezeichnete Kriminalautorin YRSA SIGURÐARDÓTTIR ausgedacht, die mit dem zugehörigen Roman „Ég man þig“ einen isländischen Krimi verfasst hat, der angeblich bei Erscheinen im Jahr 2010 so viele isländische Leser nächtelang wach gehalten hat, wie wenige Bücher zuvor. Ganz unbegründet ist die Hype nicht. Auch die Verfilmung ist nicht ohne und fesselt mit mehreren Erzählebenen bis zum Schluss. Schnell ist man mittendrin und kann sich dem Mysterium nicht mehr entziehen, das sich im Film wie eine Schlaufe um alle Beteiligten zieht. I REMEMBER YOU besitzt zwar einen unterkühlten Look, ist aber zutiefst emotional und atmosphärisch stimmig. Da sag noch einer, die Isländer würden von der übrigen Welt nichts mitbekommen. In Sachen Genrefilm hat man auf der Insel im Norden offenbar einiges dazugelernt. I REMEMBER YOU zumindest ist eine Glanzleistung in Sachen Mysterykino. Geheimtipp für anspruchsvolle Cineasten!
 
 
 


 
 
 

I REMEMBER YOU – Zensur

 
 
 
I REMEMBER YOU hat eigentlich kaum Gewalt zu bieten. Zwei Protagonisten werden von herabfallenden Steinen erschlagen und verenden an ihren Verletzungen. Zudem gibt es eine mumifizierte Kinderleiche und tote Körper mit seltsamen Wundmalen zu sehen. Hierzulande hat der isländische Horrorfilm eine FSK16 erhalten und ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

I REMEMBER YOU – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Concorde Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Ég man þig; Island 2017

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Isländisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Deutsch, Englisch

Bild: 2.40:1 | @23,976 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 105 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Deutscher Kinotrailer, Original-Kinotrailer

Release-Termin: 18.01.2018

 

I Remember You [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

I REMEMBER YOU – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Packshot und Grafiken liegen bei Concorde Filmverleih GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
We Go On (2016)
 
Devil in the Dark (2017)
 
Wenn die Gondeln Trauer tragen (1973)
 

Filmkritik: „Better Watch Out“ (2016)

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BETTER WATCH OUT

(SAFE NEIGHBORHOOD)

Story

 
 
 

Eine Babysitterin (OLIVIA DEJONGE aus SCARE CAMPAIGN) erlebt ausgerechnet vor Weihnachten den Horror auf Erden.

 
 
 


 
 
 

BETTER WATCH OUT – Kritik

 
 
 
Auch im Horrorfilm passieren manchmal Dinge, die selbst eingefleischte Fans nicht kommen sehen. Da gibt es immer noch Filmemacher, die kreativ sein wollen und es anders machen wollen, als die anderen. Eine lobenswerte Geste, haben vor allem Horrorfans immer wieder das Nachsehen, weil ihnen die ständig gleichen Geschichten von gelangweilten Filmmenschen aufgetischt werden. Denen ist eigentlich nur wichtig, was sich damit verdienen lässt und wie sie mit geringem Aufwand den maximalen Reibach machen können. Überraschenderweise scheint das nicht unbedingt für die Horrorkomödie BETTER WATCH OUT zuzutreffen. Die kommt mal wieder aus Australien, wo neuerdings Grusel-Geheimtipps am Fließband produziert werden. Offenbar kennt man dort die Formel für innovativen Horror den Fans dieses Genre sehen wollen. Der kommt von dort seit Jahren abwechslungsreich, gruselig und vor allem kreativ ins Heimkino. Gott segne Australien.
 
 
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Dass BETTER WATCH OUT eigentlich nur gut werden konnte, war gewissermaßen abzusehen. Hinter der rabenschwarz-bissigen Horrorkomödie steckt nämlich jemand, der vor einigen Jahren für Aufsehen gesorgt hat. CHRIS PECKOVER startete seine Filmkarriere mit dem unerträglich harten und zu Recht kontroversen Thriller UNDOCUMENTED, der leider bis heute keinen Rechteinhaber in Deutschland gefunden hat. Angesichts der dort gezeigten Grausamkeiten verwundert das schon, entstand doch der Film zu einer Zeit in der es Mode war möglichst harten Gewaltnonsens auf Zelluloid zu bannen. In BETTER WATCH OUT wird aber ein Gang zurückgefahren. Gewalt gibt es hier zwar auch zu sehen. Diese wurde aber mit zynischer Note versehen, so dass auch ungeübte Zuschauer am etwas anderen Weihnachtsfest teilnehmen dürfen, ohne gleich vergrault zu werden. Dennoch offensichtlich: Hier muss ein Fanboy am Werk gewesen sein. BETTER WATCH OUT erinnert unschwer an die Filmstreiche von Satansbraten Kevin, der in den KEVIN ALLEIN ZU HAUS-Filmen bösen Menschen mit kindlicher Unbeschwertheit die Leviten liest. Scheinbar haben die Lausbubengeschichten so Eindruck hinterlassen, dass Regisseur CHRIS PECKOVER nacheifert. Das ist aber nichts, was man ankreiden müsste.
 
 
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Gleiches Konzept wie oben genannter Kultfilm aus den 1990ern verfolgt auch der zweite Spielfilm von Regisseur CHRIS PECKOVER, wenngleich das Treiben hier definitiv nicht für Kinder geeignet ist. In BETTER WATCH OUT – der sich im Original übrigens SAFE NEIGHBORHOOD schimpft – soll sich Babysitterin Ashley um den zwölfjährigen Schüler Luke kümmern. Es ist Weihnachtszeit und die Eltern des Jungen wollen sich einen schönen Abend machen. Eine gute Gelegenheit für die attraktive Ashley, um schnelles Geld zu verdienen. Doch die Gute ahnt nichts von den Plänen ihres Schützlings. Der will dem Kindermädchen seine Liebe gestehen, ist er doch schon seit Monaten in die junge Frau verliebt. Leider hat die Babysitterin keine Zeit für Kinderkram. Die hat Stress mit ihrem Freund und versucht die Wogen zu glätten. Das gefällt dem pubertierenden Verehrer gar nicht. Gemeinsam mit Kumpel Garrett versucht er das Herz der Angebeteten zu gewinnen. Doch da klopft es an der Tür und schemenhafte Schatten geistern ums Heim. Will da etwa jemand Spiele spielen? Den jungen Leuten im Haus zumindest wird angst und bange. Ob man sich zu wehren weiß? Filmfans müssen sich auf etwas gefasst machen, denn dieser Abend endet anders als erwartet.
 
 
Jene, die sich den Filmspaß nicht verderben lassen wollen, sollten zum Fazit springen. Was folgt sind nämlich Spoiler, die einen Teil der wendungsreichen Handlung verraten.
 
 
Der australische BETTER WATCH OUT lockt mit irreführendem Trailer. Was dort beinahe im Stile eines KEVIN ALLEIN ZU HAUS übertrieben schwarzhumorig zum Kauf animieren will, ist im fertigen Film dann doch mehr Ernst als Spaß. Regisseur CHRIS PECKOVER will sich abheben. Der Zuschauer bekommt hier nicht das zu sehen, was er erwartet. So ändert der Film nach knapp zwanzig Minuten seine Richtung. Statt dem Fan austauschbares Slasher-Futter aufzutischen in dem ein Babysitter von maskierten Irren terrorisiert wird, versteckt sich der Psychopath diesmal hinter engelsgleichen Augen. Das hat man nicht kommen sehen, denn Dank falscher Fährten bleibt lang verborgen, wohin die Reise wirklich gehen wird. Glanzstück dieses unvorhersehbaren Weihnachts-Horrors ist zweifelsohne Jungdarsteller LEVI MILLER. Der macht es dem ehemaligen Kinderstar MACAULY CULKIN gleich. Was nur die wenigsten wissen: Der damals noch umworbene Jungschauspieler versuchte in den 1990ern auch mal eine andere Seite zu zeigen. Im Psychothriller DAS ZWEITE GESICHT wagte er einen Versuch, das ihm auferlegte Kinderstar-Image abzulegen. Das Resultat war ein solider Horrorthriller bei dem Culkin bewies, dass er zur Abwechslung auch „böse“ kann.
 
 
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In dessen Fußstapfen tritt nun auch der erwähnte LEVI MILLER. Der zeigt in BETTER WATCH OUT locker-flockig, dass er eigentlich gar nicht nett ist, wie man auf den ersten Blick vermuten würde. Die von ihm verkörperte Filmfigur Luke entpuppt sich im Verlauf dieses Horrorstreifens als das Böse in Menschengestalt. Der unschuldig dreinschauende Antiheld handelt manipulativ und skrupellos, wobei nachvollziehbare Beweggründe anfangs fern bleiben. Das ist auch schon eines der wenigen Mankos, des ansonsten tadellos inszenierten Psychothrillers. Sonderlich schlau wird man aus der Verwandlung vom Engel zum Teufel bis kurz vor Ende nicht. Luke radiert aus Liebe zu Babysitterin Ashley Konkurrenten aus und verschleiert am Ende Spuren, in dem er seine grauenvollen Taten anderen in die Schuhe schieben will. Doch er hat auch noch etwas anderes im Sinn. Er vermisst die Umarmungen der Mutter. Seit die ausbleiben, kann er nicht mehr in Ruhe schlafen. Demzufolge plant er ein Verbrechen, um die Herzlichkeiten der Mutter zurückerobern zu können. Wie er seinen Plan verfolgt ist dabei nicht immer logisch. Aber sind wir doch ehrlich: BETTER WATCH OUT ist eben auch nur ein Horrorfilm mit Hang zum Polarisieren und Schockieren.
 
 
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Letzteres gelingt ganz gut. Je näher man sich der Zielgerade nähert, umso öfters bleibt das Lachen im Halse stecken. Der anfangs eingeschlagene Humor verliert nämlich schnell seine Wirkung, je kompromissloser der Film voranschreitet. Der Minipsychopath schreckt bald nicht mehr vor Mord zurück und lässt sich perfide Tötungsarten einfallen. Die werden zwar schwarzhumorig zelebriert. Wirklich lustig wirkt das grausame Treiben aber irgendwann nicht mehr – vermutlich auch, weil es befremdlich ist zu sehen, dass es Kindern Spaß bereitet zu morden. Immerhin bekommt der Nachwuchskiller am Ende sein Fett weg. Eine Genugtuung für den Zuschauer, der dem Bengel für sein unverfrorenes Verhalten dann doch gern mal die Ohren langziehen möchte. Spätestens hier sieht man mal wieder, wie wichtig gutes Schauspiel für einen Film ist. Hauptdarsteller LEVI MILLER (im wahren Leben Model) schafft es trotz kontroverser Rolle Eindruck zu hinterlassen. Etwas, das selbst alteingesessenen Erwachsenendarstellern nicht immer gelingt. Vor so einer Glanzleistung kann man schon mal den Hut ziehen. Chapeau!
 
 


 
 
 

BETTER WATCH OUT – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Bitterböse Weihnachts-Horror bei dem das Lachen im Halse stecken bleibt je näher der Streifen seinem Ende entgegenfiebert. BETTER WATCH OUT hat zwei Asse im Ärmel. Das eine ist sein unschuldig dreinschauender Antiheld. Das andere ist die Geschichte selbst, die sogar erfahrene Allesseher mit unvorhersehbarer Wendung vor den Kopf stößt. Um sich den Überraschungsmoment nicht verderben zu lassen, wäre es angebracht so wenig über den Film zu lesen, wie möglich. Der geht nämlich vollkommen andere Wege, wie es der Trailer zum Film dem Zuschauer vorgaukeln will. Leider verdirbt jeder Spoiler den Spaß. Demzufolge halten wir uns diesmal mit Details im Fazit bedeckt und empfehlen die ausführliche Kritik erst nach dem Filmgenuss zu lesen. Fakt ist, dass BETTER WATCH OUT endlich mal wieder frischen Wind in das eingerostete Horrorgenre bringt. Der Film macht technisch alles richtig und schaut nach Kinoproduktion aus. Weil auch die Schauspieler ihre Sache gut machen, kann man sich nach den vielen schnell und günstig gedrehten Low-Budget-Gurken der letzten Monate endlich mal wieder zurücklehnen und genießen. Aber: Wer über derbe Späße nicht lachen kann, ist bei BETTER WATCH OUT an der falschen Adresse. Die Horrorkomödie besitzt einen sonderbaren Humor, der vermutlich nicht jedem Filmfan zusagen dürfte. Denn auch wenn der Trailer leichten Comic-Humor im Schlage eines KEVIN ALLEIN ZU HAUS vermuten lässt, hat es dieser Horrortipp faustdick hinter den Ohren. BETTER WATCH OUT ist zwar ein Weihnachtsfilm, aber definitiv nichts für Kinder.
 
 
 


 
 
 

BETTER WATCH OUT – Zensur

 
 
 
Es gibt einige Gewaltmomente zu sehen, bei den meisten wird aber nur angedeutet oder sie passieren im Off. Daher hat der Streifen hierzulande ohne Probleme eine FSK16 erhalten und ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

BETTER WATCH OUT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Constantin Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Better Watch Out; Australien | USA 2016

Genre: Horror, Thriller, Komödien

Ton: Deutsch DTS-HD HR 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Making Of ‚Better Watch Out‘, Trailer

Release-Termin: 18.01.2018

 

Better Watch Out [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

BETTER WATCH OUT – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von Constantin Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Aggression Scale (2012)
 
Mikey (1992)
 
Kevin – Allein zu Haus (1990)
 
Kevin – Allein in New York (1992)
 
Tötet Mrs. Tingle! (1998)
 

Filmkritik: „Veronica – Spiel mit dem Teufel“ (2017)

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VERONICA – SPIEL MIT DEM TEUFEL

VERÓNICA

Story

 
 
 
Eine Heranwachsende nimmt Kontakt mit dem Jenseits auf und ruft damit das Interesse böser Mächte auf den Plan.

 
 
 


 
 
 

VERONICA – Kritik

 
 
 
Wenn gekaufte Horrorfilme aus Spanien stammen, kann man mittlerweile davon ausgehen, dass man Qualitätsarbeit in den Händen hält. Seit Jahren ist das Land im Westen Europas in Sachen Angstmacherei das bessere Hollywood, denn hier geht man auf Wünsche schauererprobter Zuschauer ein, die von Gruselfilmen auch erwarten, dass man sich vor Angst in die Hose macht. Auch im Falle von VERONICA geht einmal mehr die Rechnung auf. Der Streifen hat nämlich das, was man in vielen Genre-Streifen neueren Datums mit der Lupe suchen muss. Hier wird Gänsehaut bereitet und das nicht gerade wenig. Ein nicht unwesentlicher Grund, weshalb der spanische Horrorfilm auf einschlägigen Festivals mit Lob überschüttet wurde und von vielen Filmseiten Bestnoten erhielt. Da können sich Gruselfans freuen.
 
 
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VERONICA wurde von einem wahren Fall inspiriert. Der Film handelt von einem verantwortungsbewussten Teenager, der sich um die jüngeren Geschwister kümmern und deshalb zurückstecken muss. Der Vater ist früh verstorben. Deshalb muss die Mutter das Geld allein heranschaffen, um über die Runden zu kommen. Für die heranwachsende Verónica ein großes Problem. Die flüchtet sich in die Welt des Okkulten und will mit zwei Freundinnen während einer Séance Kontakt mit dem verstorbenen Familienoberhaupt aufnehmen. Selbstverständlich geht einiges schief. Zwar meldet sich jemand von der anderen Seite. Aber es ist nicht wie erhofft der Vater des Mädchens. Es ist eine bösartige Kreatur, die offenbar die Gelegenheit nutzt, um in der Welt der Menschen Schrecken zu verbreiten. Sie heftet sich an den ahnungslosen Teenager und beginnt die Schülerin und deren Geschwister zu terrorisieren. Nun ist guter Rat teuer, denn so leicht lässt sich der ungebetene Besucher nicht wieder abwimmeln. Mit Hilfe einer blinden Nonne versucht Verónica dem Spuk ein Ende zu bereiten. Leider kommt bald alles anders.
 
 
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Was sich liest wie ein weiterer Geisterthriller von der Stange ist alles andere als das. Natürlich folgt auch VERONICA den gängigen Konventionen besagten Subgenres, macht aber alles richtig, denn der düster inszenierte Horrorstreifen ist verdammt unheimlich und gruselig. Regisseur PACO PLAZA baut langsam ungemütliche Stimmung auf, die sich konsequent steigert und im Finale für Chaos sorgt. Dort fährt man alle Register moderner Spukware auf und zelebriert lauten Geisterradau, wie man ihn eigentlich eher aus amerikanischen Hochglanz-Gruslern wie CONJURING, ANNABELLE und Konsorten kennt. Trotz effektreichem und lautem Höhepunkt ist VERONICA aber herrlich Old School. Das macht den spanischen Geisterstreifen charmant, wobei aber auch die sympathischen Jungdarsteller einen großen Teil dessen beitragen dürften. Die wachsen schnell ans Herz und ernten Sympathiepunkte. Deshalb bleibt deren Schicksal nicht egal – auch wenn am Ende dann doch nicht alles so rosig ausgeht, wie man es sich wohl gewünscht hätte. Dass VERONICA kein Schnellschuss werden würde, war abzusehen. Der spanische Filmemacher PACO PLAZA kennt sich nämlich im Horrorgenre aus und hat zuletzt einige Teile der erfolgreichen [Rec]-Reihe inszeniert, die sogar bei der Traumfabrik Eindruck hinterlassen haben. Weil Hollywood seit Jahren keine eigenen Ideen besitzt, musste kopiert werden. Das Ergebnis: Eine Neuverfilmung des ersten [Rec] unter dem Titel QUARANTÄNE. Angesichts der Remake-Sucht in Übersee kann man nur hoffen, dass der spanische VERONICA unangetastet bleibt. Wundern würde es aber nicht, wenn im Zuge des erfolgreichen CONJURING-Universums auch dieser spanische Grusel-Horror noch einmal für den amerikanischen Filmmarkt auf Zelluloid gebannt ins Kino kommen würde.
 
 
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VERONICA – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Unheimliches Gruseldrama mit effektreichem Finale. Wer es Old School mag, dürfte sich ganz besonders über den spanischen VERONICA – SPIEL MIT DEM TEUFEL freuen. Fast alle Effekte sind handgemacht und auch sonst wird hier – bis auf das Finale – Gruselhandwerk der alten Schule zelebriert. VERONICA glänzt durch düstere Stimmung, 90er Retro-Charme und sympathischen Jungdarstellern bei denen man das Gefühl nicht loswerden möchte, als würde man sie schon jahrelang kennen. Auch wenn die Geschichte von einem Geist, der eine kleine Familie terrorisiert nicht neu ist, sei VERONICA an dieser Stelle all jenen ans Herz gelegt, die sich gern den Schlaf verderben lassen möchten. Der von PACO PLAZA inszenierte Horrorstreifen ist nämlich – trotz vertrautem Ablauf – wirklich gruselig geraten, so dass sich Hobbygeisterjäger hier mit Sicherheit gut aufgehoben fühlen werden. Angesichts des überrannten Videomarkts, der mittlerweile fast nur noch aus B-Horror besteht, ist VERONICA eine Wohltat. Hier wird noch auf Qualität geachtet – etwas, das den meisten Horrorfilmen neueren Datums fehlt.
 
 
 


 
 
 

VERONICA – Zensur

 
 
 
VERONICA – SPIEL MIT DEM TEUFEL ist kein Gewaltfilm. Der Streifen baut eher subtiles Grauen auf und hat eigentlich keine Gewaltmomente zu bieten. Wer eine Vorliebe für Gänsehautfilme besitzt, ist hier genau richtig. Demzufolge fällt auch die FSK-Freigabe nicht überraschend aus. Der Film ist bereits für Jugendliche ab 16 Jahre geeignet. Die deutsche Fassung ist dazu noch ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

VERÓNICA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Media Home Entertainment (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Verónica; Spanien 2017

Genre: Horror, Grusel, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 105 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Making Of, Trailer

Release-Termin: 26.10.2017

 

Veronica – Spiel mit dem Teufel [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

VERONICA – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen in dieser Kritik liegen bei Koch Media Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Entity (1982)
 
I am ZoZo (2012)
 
The Midnight Game (2013)
 
The Ouija Experiment (2011)
 
Witchboard – Die Hexenfalle (1986)