Filmkritik: „Pinup Dolls on Ice“ (2013)

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PINUP DOLLS ON ICE

Story

 
 
 
Eine gesunde Mischung aus Sex und Gewalt: Einige Stripperinnen müssen um ihr Überleben bangen. Ein grimmiger Killer hat sich an ihre Fersen geheftet und will sie besitzen.
 
 
 


 
 
 

PINUP DOLLS ON ICE – Kritik

 
 
 
Was wäre ein Slasher nur ohne weibliche Opfer, die sich im Todeskampf bevorzugt leicht bekleidet um Kopf und Kragen schreien? Vermutlich hätten viele dieser Streifen nicht jenen Kultstatus erreicht, den sie heute in Fankreisen genießen. Seit den Anfängen der Meuchelfilme gehören prallbrüstige Kampfamazonen quasi zur Grundausstattung moderner Slasher-Ware und haben schon so manch cineastisches Desaster vor dem Untergang gerettet. Wie gut, dass es in PINUP DOLLS ON ICE gleich mehrere dieser zeigefreudigen Schönheiten gibt, die sich textilfrei vor der Kamera räkeln und männlichen Zuschauern feuchte Träume bescheren. Mit knapp zweijähriger Verspätung hat es die Fortsetzung des 2009 gedrehten Slasher BIKINI GIRLS ON ICE auch nach Deutschland geschafft. Scheinbar hatte sich kein Verleih so recht getraut das Machwerk in unseren Breitengraden zu veröffentlichen. Kein Wunder, wurde der plumpe Vorgänger nicht nur von Fans gnadenlos zerrissen wurde. Auch die hiesige FSK hatte mit dem semiprofessionellen Schlachtmarathon nur wenig Freude und forderte für eine deutsche Auswertung rigoros Schnitte. Ein Schicksal, das dem zweiten Teil glücklicherweise erspart blieb. Der wurde trotz deftiger Todesszenen ungeschnitten veröffentlicht, so dass deutsche Slasher-Fans bedenkenlos zugreifen können. Doch lohnt der Kauf?
 
 
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Sex sells! Das gilt ach für PINUP DOLLS ON ICE in dem das Quintett der Pinup Dolls von Bar zu Bar zieht, um fürs männliche Publikum zu strippen. Mit „schlagkräftigen“ Argumenten wird Geld eingefordert, denn wer für Auftritte nicht zahlen will, bekommt schon mal den Zorn der Mädchen zu spüren. Ebenso zornig ist auch ein grimmiger Fremder, der nicht nur eine Vorliebe für schöne Frauen besitzt – er sammelt ihre toten Körper. Der unberechenbare Eigenbrödler bringt seine Opfer brutal um die Ecke, legt sie auf Eis, damit er sich zu passender Gelegenheit an ihnen zu vergehen kann. Genau jenem Zeitgenossen kommen die Pinup Dolls in die Quere und sehen sich mit einer unkontrollierbaren Tötungsmaschine konfrontiert, die ohne Erbarmen Jagd auf die verschreckten Damen macht.
 
 
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Schablonenhafte Metzelei nach bekanntem Schema: PINUP DOLLS ON ICE folgt gleichem Verlauf, wie unzählige Slasher zuvor. So werden Frauen nach allen Regeln der blutigen Slasher-Kunst grausam um die Ecke gebracht bis keine mehr von ihnen übrig ist. Das mag für Fans jener Gattung Film durchaus akzeptabel sein. Gelegenheitsgucker dürften jedoch gelangweilt den Abspann herbeisehnen, denn die Macher GEOFF KLEIN und MELISSA MIRA wagen erst gar nicht den Versuch Figuren sympathisch erscheinen zu lassen oder ihnen eine Charakterentwicklung einzuräumen. PINUP DOLLS ON ICE hält kaum Überraschungen parat und hakt Slasher-Regeln müde ab. So folgt die dünne Handlung einem blutroten Faden und gipfelt – wie hätte es auch anders sein sollen – in einem hektischen Finale, in welchem sich Heldin und Killer gegenüberstehen. Spätestens hier wächst PINUP DOLLS ON ICE zu eigentlicher Größe heran, denn während in der ersten Stunde viel unnützes Zeug gequasselt wird, geht es in den letzten 15 Minuten reichlich atmosphärisch zugange. So wird Dynamik durch hektisches Heran- und Wegzoomen der Kamera bewirkt und die finstere Kulisse sorgt für wohliges Unbehagen. Trotz gelungenem Endkampf ist PINUP DOLLS ON ICE dennoch nur ein weiterer, unnötiger Slasher über den bald niemand mehr sprechen wird. Der Streifen lebt ausschließlich von seinen blutigen Morden, die für Indie-Verhältnisse überzeugend in Szene gesetzt werden. Leider quält das Sequel wie bereits sein Vorgänger mit schlechten Dialogen, kaum vorhandenen Spannungsbogen und vorhersehbaren Schreckmomenten, so dass dieser Film wohl nur jenen Zuschauern zusagen dürfte, die die Qualität von Horrorfilme anhand ihres Gewaltpegel beurteilen.
 
 
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PINUP DOLLS ON ICE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Kennst Du einen, kennst Du alle. Nichts Neues aus der Slasher-Ecke. PINUP DOLLS ON ICE ist die überflüssige Fortsetzung eines miserablen Horrorfilms von 2009. Der hieß BIKINI GIRLS ON ICE und erhielt kurz Aufmerksamkeit, weil er blutiges Töten zelebrierte. Nicht anders sieht es in der Fortsetzung aus, die den Vorgänger quasi kopiert. So werden abermals leicht bekleidete Frauen von einem Psychopathen möglichst grausam in die ewigen Jagdgründe befördert. Eine Brücke zum Vorgänger wird nicht geschlagen, so dass man den ersten Teil nicht gesehen haben muss, um der Fortsetzungen folgen zu können. Viel wird vom Zuschauer auch nicht abverlangt, denn sonderlich schwer sollte es nicht sein der rudimentären Handlung zu folgen. Die besteht ohnehin nur aus einer Aneinanderreihung von Todesszenen und freizügigen Momenten in denen sich Frauen textilfrei vor der Kamera räkeln.
 
 


 
 
 

PINUP DOLLS ON ICE – Zensur

 
 
 
Wie es sich für einen Slasher gehört, geht es auch in PINUP DOLLS ON ICE nicht gerade zimperlich zu. Zwar ist die Kamera in Gewaltmomenten äußerst hektisch oder blendet weg, wenn es richtig zu Sache geht. Dennoch sind die kurzen Gewaltspitzen hart anzusehen. Hierzulande hat es der Film erstaunlicherweise ungeschnitten in die Händlerregale gebracht, während der ähnlich gestrickte Vorgänger BIKINI GIRLS ON ICE Federn lassen musste. Die FSK hat den Film erst für Erwachsene freigegeben: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

PINUP DOLLS ON ICE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Donau Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Pinup Dolls on Ice; Kanada 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton:Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 18.09.2015 | Mediabook: 05.10.2015

 

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PINUP DOLLS ON ICE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Donau Film.

 
 
 
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Filmkritik: „Kill Your Friends“ (2015)

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KILL YOUR FRIENDS

Story

 
 
 
Es ist 1997, ein Jahr nachdem die Spice Girls von England aus ihre Welteroberung starteten, und die Menschheit schreit nach Britpop. Zum Glück gibt es Steven Stelfox (Nicholas Hoult), der bei einer englischen Plattenfirma arbeitet und neues Talent an den Laden bringen soll. Als Mitarbeiter der A&R-Abteilung (kurz für Artiste & Repertoire) kriecht er durch Berge von CDs und Demotapes um das nächste große Ding ausfindig zu machen. Dabei sieht er sich als Spieler in der Musikbranche als Hai in einem riesigen Haifischbecken, in dem jeder nach Erfolg strebt. Um jeden Preis. So greift auch Steven langsam aber sicher zu unlauteren Methoden, um innerhalb seiner Firma aufzusteigen und den ganz großen Wurf zu landen. Angefangen bei Koks, leichten Damen und veganen Indie-Bands ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich hinter ihm eine blutige Spur auftut.
 
 
 


 
 
 

KILL YOUR FRIENDS – Kritik

 
 
 
There is no business like show business. Diese goldene Regel begleitet seit Jahren die Entertainmentbranche. Der Mythos von drogenverseuchtem Luxus und intriganten Drahtziehern verfolgt das Business ebenso hartnäckig wie die stetig wachsenden Unmengen von Geld, die sich beispielsweise Plattenfirmen einverleiben. Regisseur Owen Harris hat es sich in seinem ersten Kinofilm zur Aufgabe gemacht, diese düsteren Machenschaften zu entblößen und dabei eine bitterböse Satire auf die skrupellose Jagd nach Ruhm und Reichtum zu drehen. Entsprechend bissig kommen die Porträts der Bands und der „kreativen“ Köpfe hinter den Musikgruppen daher. Da wäre zum Beispiel das Quartett aus gründlich untalentierten jungen Damen, die von Steves Firma als der nächste Hit verkauft werden sollen. Oder der deutsche „Künstler“ Rudi (Moritz Bleibtreu), der sein Geld mit unaussprechlich grausamer Elektro-Musik verdient. Ganz zu schweigen von den zahlreichen Sequenzen, in denen Steve und seine Kollegen sich unvernünftige Mengen an Rauschmitteln einverleiben und mit erweitertem Bewusstsein durch die vollends willkürliche Welt der wöchentlichen Charts navigieren.
 
 
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Gemischt werden die satirischen Einfälle mit Elementen aus schwarzer Komödie und Krimi-Thriller, was den Film leider kaum bereichert und stattdessen ein Wirrwarr aus Genres heraufbeschwört, in dem man sich nur schwer orientieren kann. Dazu trägt außerdem der Protagonist Steven Stelfox bei, der leider nicht funktioniert. Ein Vergleich mit dem kürzlich produzierten „Filth“ („Drecksau“) scheint angemessen, da beide Filme von skrupellosen Charakteren erzählen, die um jeden Preis ihre Karrieren vorantreiben wollen. Anders als der von James McAvoy brillant gespielte und fürchterlich zerrissene Bruce Robertson ist Steven Stelfox eine Figur, zu der man unmöglich Sympathie entwickeln kann. Wo die Boshaftigkeit in „Filth“ halbwegs nachvollziehbar ist, erfahren wir kaum etwas über die Motive des Hauptcharakters von „Kill Your Friends“, der von nichts weiter als einer unbegründeten Gier getrieben wird. Als moralische Anklage einer perfiden Branche versagt Owen Harris’ Film, da er sich den Fehlbarkeiten seiner Figuren zu sehr annähert und kein Gegengewicht zu ihren Eskapaden liefert. Er nimmt eine ähnlich ziel- und planlose Haltung ein wie Steven selbst, was sich im Film deutlich niederschlägt. Zu sehr wird der Verlauf der Handlung von willkürlichen Ereignissen dominiert, die dem Film zusätzlich ein wenig versöhnliches Ende beschert.
 
 
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KILL YOUR FRIENDS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Alkohol, Blut, Drogen und Spice Girls – Fieser und schwarzhumoriger Drogen-Trip durch die Musikszene der 90er. Mit „Kill Your Friends“ sollte augenscheinlich ein hartes Urteil über die korrupte und moralisch bankrotte Musikbranche gefällt werden. Leider werden die amüsanten und gut getroffenen satirischen Elemente des Films zu sehr verwässert und lassen ihn als halbgaren Mix zwischen dunkler Komödie und wenig spannendem Thriller erscheinen. Die Krönung ist ein vollends unsympathischer Protagonist, der die Sympathien der Zuschauer nur schwer für sich gewinnen kann. Übrig bleibt ein stellenweise unterhaltsamer Film, der über seine hochgesteckten moralischen Ziele stolpert und sie nicht erfüllen kann.
 
 


 
 
 

KILL YOUR FRIENDS – Zensur

 
 
 
Neben permanentem Drogenkonsum und einer Menge Nacktheit gibt es eine Handvoll blutiger Szenen, die „Kill Your Friends“ etwas würzen, aber nicht ins Extreme abrutschen. Der Film hat eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Die Verfilmung des Buches von John Niven feierte ihre Weltpremiere als Eröffnungsfilm des Fantasy Filmfest 2015 und wurde nun vom Rechteinhaber Ascot Elite in Deutschland ungeschnitten veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

KILL YOUR FRIENDS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Ascot Elite Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Kill Your Friends; Großbritannien 2015

Genre: Thriller, Komödien, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 104 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Keepcase mit Wechselcover und Schuber

Extras: Originaltrailer Deutsch, Originaltrailer Englisch, 10 Interviews (ca. 47 Min.), B-Roll (7:48 Min.), Premiere Zürich Filmfestival (5:34 Min.), Trailershow

Release-Termin: 18.03.2016

 

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KILL YOUR FRIENDS – Trailer

 
 


 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Ascot Elite Home Entertainment

 
 
 
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