Filmkritik: „Night Fare“ (2015)

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NIGHT FARE – BEZAHL MIT DEINEM LEBEN

Story

 
 
 
Zwei Jahre nachdem Chris (Jonathan Howard) nach London geflüchtet ist, kehrt er nach Paris zurück, um seine ehemalige Flamme Ludivine (Fanny Valette) und seinen Freund Luc (Jonathan Demurger) wiederzusehen. Die Reunion fällt jedoch ernüchternd aus, denn in der Zwischenzeit hat Luc sich an Ludivine rangemacht und Chris ist in ihrem Kreis nicht mehr willkommen. Zusammen streifen die beiden Kerle durch Paris und versuchen, ihre Differenzen auszusortieren. Ihre Nacht nimmt eine ungeahnte Kurve, als sie einen stummen Taxifahrer prellen und sich über eine kostenlose Taxifahrt freuen. Der namenlose Schrank von Taxifahrer (Jess Liaudin) ist jedoch wenig begeistert, jagt die Jungs durch Paris und zieht dabei eine Schneise aus Gewalt und Verwüstung durch die französische Hauptstadt.
 
 
 


 
 
 

NIGHT FARE – Kritik

 
 
 
„Night Fare“ ist ein bemerkenswerter Film. Während der Zuschauer noch versucht, sich in der Handlung zurechtzufinden, sieht man den Protagonisten Chris und Luc dabei zu, unerträgliche Idioten zu sein. Die Männer ziehen durch die nächtliche Stadt, lassen prollige Sprüche ab, suchen Streit wo es geht und geben dabei ein äußerst bedenkliches Bild ab. Als die Möchtegern-Gangster den Zorn des Taxifahrers auf sich ziehen und sich plötzlich vor Angst ins Hemd machen, ist man geneigt, dem bedrohlichen und klar gefährlichen Fahrer zuzujubeln. Was als mehr oder weniger harmloses Katz-und-Maus-Spiel beginnt und freudige Erinnerungen an Steven Spielbergs „Duell“ hervorruft, bekommt schon bald einen sehr bitteren Beigeschmack. Sobald der Taxifahrer anfängt, die kriminelle Szene von Chris und Luc mit skrupelloser, blutiger Gewalt aufzuräumen, kommt die Frage auf, ob es hier wirklich nur um nicht bezahltes Fahrgeld geht. Am Ende einer langen und schweißtreibenden Nacht müssen sich auch die höchst unsympathischen Hauptcharaktere fragen, womit sie eine solche Psychofolter verdient haben.
 
 
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Der augenscheinliche Fehlgriff des Drehbuchautors, der zwei abstoßende Männer ins Zentrum seiner Story setzt, macht nach und nach Sinn und so beginnt „Night Fare“ nach einigen Anlaufschwierigkeiten, eine kurzweilige Hatz durch Paris zu werden. Der Film, der für ein sehr kleines Budget realisiert wurde, gewinnt stetig an Qualität und macht nicht nur wegen seines hohen Tempos und des schier unaufhaltbaren Taxifahrers reichlich Spaß. In seiner Auflösung bietet er dem Zuschauer außerdem einen interessanten Stilgriff in Form einer animierten Sequenz, die zwar zunächst überrascht, aber gut funktioniert. Seinen dünnen, aber ausreichenden Plot reichert der Film zum Ende um eine stilvolle Mythologie an, die den Streifen von einem stockenden Thrillerchen zu einem außergewöhnlichen Adrenalin-Schub werden lässt. Regisseur Julien Seri zeigt eindrucksvoll, dass man auch aus wenigen Mitteln viel herausholen kann.
 
 
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NIGHT FARE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Rasante, brutale Hetzjagd durch Paris – „Night Fare – Bezahl mit deinem Leben“ (was für eine deutscher Titel!) lässt Öl, Benzin und vor allem viel Blut auf den Asphalt spritzen. Wer die Anlaufschwierigkeiten von „Night Fare“ toleriert, wird mit einer rasanten und brutalen Hetzjagd durchs nächtliche Paris belohnt. Mit hohem Tempo zieht der skrupellose Taxifahrer eine extrem blutige Spur durch die Stadt, während die beiden Protagonisten stets auf Messers Schneide stehen. Das geringe Budget merkt man diesem stylischen, schmutzigen, brutalen Thriller nicht an. Bei der hohen Geschwindigkeit, mit der dem Zuschauer Autos, Körperteile und Kugeln um die Ohren fliegen, ist das ohnehin nicht möglich.
 
 


 
 
 

NIGHT FARE – Zensur

 
 
 
Wenn die Fäuste nicht mehr genügen, werden Schrotflinten, Eisenstangen und Katanas zur Hilfe genommen. „Night Fare“ ist ein ausgesprochen brutaler Film, der von einem charismatischen Bösewicht, schnellem Tempo und einem hohen Maß an Gewalt lebt. Eine ungeschnittene Freigabe ab 18 Jahren steht im Handel aus. Der Streifen hat es ungeschnitten durch die FSK geschafft.
 
 
 


 
 
 

NIGHT FARE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Night Fare; Frankreich 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Making of, Making of der Animationssequenz, Paris Premiere incl. Interview mit Mathieu Kassovitz, Trailer, Trailershow

Release-Termin: 10.11.2016 (BD KeepCase)

 

Night Fare [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

NIGHT FARE – Trailer

 
 


 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Tiberius Film

 
 
 
Ähnche Filme:
 
96 Hours (2008)
 
Duell (1971)
 
The Punisher (2004)
 

Filmkritik: „Wilde Hunde – Rabid Dogs“ (2015)

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WILDE HUNDE – RABID DOGS

(ENRAGÉS)

Story

 
 
 
Es sollte der große Coup werden. Leider lassen die Bankräuber auf ihrer Flucht mit zwei Millionen Dollar einige Leichen zurück und müssen sich mit drei Geiseln, darunter eine Touristin (Virgine Ledoyen) und ein Vater (Lambert Wilson) mitsamt schwerkranker Tochter, auf einen steinigen Fluchtweg machen. Auf dem langen Weg Richtung Grenze sorgen nicht nur die Geiseln für Ärger. Zwischen dem Anführer Sabri (Guillaume Gouix), dem brutalen Psychopathen Vincent (Francois Arnaud) und dem eher sanftmütigen Manu (Franck Gastambide) tun sich langsam aber sicher Abgründe auf, die für dicke Luft im Fluchtauto sorgen.
 
 
 


 
 
 

WILDE HUNDE: RABID DOGS – Kritik

 
 
 
Der in Kanada gedrehte Thriller verlegt die Handlung des Klassikers „Cani arrabbiati“ von Horroraltmeister Mario Bava ins 21. Jahrhundert und in ein modernes Setting. Seine Qualität erreicht er dabei nicht über eine besonders ausgeklügelte Handlung, sondern über die instabilen, chaotischen Verhältnisse zwischen seinen Charakteren. Und nicht zuletzt über eine stilsichere, rasante Umsetzung. In seinem ersten Spielfilm beweist Regisseur Éric Hannezo ein überaus feines Gespür für die Führung und den kreativen Einsatz seiner Kamera. Wohlwissend, dass die Story der flüchtigen Bankräuber nicht besonders viel hergibt, inszeniert er „Wilde Hunde – Rabid Dogs“ als knallharten, furiosen Thriller, der sich die Aufmerksamkeit seines Publikums mit Gewalt schnappt und nicht aus der Hand gibt. Über eventuelle Logiklöcher, die in Form von geplatzten Reifen, leeren Tanks oder anderen sehr zufälligen Umständen daherkommt, kann der Zuschauer sich während der 100 Minuten kaum Gedanken machen. Der letzte Akt, in dem die unfreiwillige Bande in eine sehr unplausible Falle gerät, bremst das Tempo des Films leicht aus. Eine weitere Wendung zum Ende des Films ist, wenn auch ziemlich cool, arg unglaubwürdig und lässt mehr Fragen offen, als es sich für einen Film dieser Art gehört.
 
 
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Insgesamt wühlt „Wilde Hunde – Rabid Dogs“ in zu vielen Klischees des Bankraub-Genres, um die Neuauflage des Bava-Klassikers zu einem notwendigen Beitrag des französischen Thriller-Kinos zu machen. Da wäre die typische Konstellation der drei Bankräuber, die vor allem zwischen Manu und Vincent vorhersehbare Konflikte auslöst. Auch die unfreiwilligen Beifahrer, die in Form einer Touristin und einem besorgten Vater samt kranker Tochter in die rudimentäre Handlung stolpern, kommen nicht besonders frisch daher. Immerhin schafft Hannezo es, die beiden Nebencharaktere äußerst elegant in die vordergründige Handlung einzubauen. So hat der ehemalige Produzent mit seinem Sinn für Geschwindigkeit und Timing ein bemerkenswertes und hochwertig produziertes Erstlingswerk geschaffen, das in Erinnerung bleibt. Wer sich an den teils unplausiblen Wendungen der Handlung nicht stört, kann bedenkenlos im Fluchtauto Platz nehmen und einen unterhaltsamen, rauen Thriller genießen. Wir meinen: „Wilde Hunde – Rabid Dogs“ ist so tollwütig wie sein Titel – hochdramatisch, atemberaubend schnell und blutig ohne Ende.
 
 
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WILDE HUNDE: RABID DOGS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Bava im 21. Jahrhundert: Schnell, brutal, schmutzig. Das Debüt des Produzenten Éric Hannezo nimmt sich dem Bava-Vorbild „Cani arrabbiati“ an und überzieht es mit einer stilvoll gefilmten und actionreichen Politur. Für den Kopf gibt es in diesen furiosen 100 Minuten nicht viel zu tun, die Augen werden jedoch mit kreativen Bildern und einer hochwertigen Inszenierung verwöhnt. „Wilde Hunde – Rabid Dogs“ mag keine essentielle Bereicherung des Kinos sein, aber das muss ein unterhaltsamer, grober Thriller auch nicht.
 
 


 
 
 

WILDE HUNDE: RABID DOGS – Zensur

 
 
 
„Wilde Hunde – Rabid Dogs“ spart nicht an Blut, Gewalt und unnötigen Übergriffen auf die weibliche Geisel. Zwar ist kein konstanter Blutfluss zu verzeichnen; dennoch besteht die Gewalt des Films aus kleinen Spitzen, die ihn angemessen würzen und dabei nicht all zu extrem daherkommen. In Deutschland hat der Film ungeschnitten eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

WILDE HUNDE: RABID DOGS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) TIBERIUS FILM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Enragés; Frankreich | Kanada 2015

Genre: Action, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailershow, Originaltrailer

Release-Termin: 04.05.2016

 

Wilde Hunde – Rabid Dogs [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

WILDE HUNDE: RABID DOGS – Trailer

 
 


 
 

Timo Löhndorf

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Ähnche Filme:
 
Cani arrabbiati (1998)
 
Heat (1995)
 

Filmkritik: „The Hallow“ (2015)

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THE HALLOW

(THE WOODS)

Story

 
 
 
Für die Londoner Clare (Bojana Novakovic) und Adam Hitchens (Joseph Mawle) ist der Umzug in die Wälder Irlands eine willkommene Abwechslung. Dort kann Adam seiner Arbeit als Förster nachgehen, sich um die lokale Wildnis kümmern und gelegentlich ein paar Bäume zum Fällen markieren. Außerdem ist es ein ruhiger Ort für die Beiden, um weit von der schmutzigen Großstadt für das gemeinsame Baby zu sorgen. Leider sind die Anwohner von den neuen Nachbarn nicht überzeugt und versuchen sie, zunächst freundlich und später grob, vor den Gefahren der Wildnis zu warnen. Angeblich teilen sie sich ihr Grundstück mit Waldgeistern, die nachts aus ihrem Versteck kriechen und sich für die Invasion ihres Lebensraums revanchieren wollen. Die volkstümlichen Schreckensgeschichten, die anfangs wie typisches Hinterwäldler-Hokuspokus klingen, werden allmählich gruselige Realität und schon bald wird das Paar bereuen, die Eisengitter vor ihren Fenstern abgebaut zu haben.
 
 
 


 
 
 

THE HALLOW – Kritik

 
 
 
Während andere zeitgenössische Gruselfilme sich auf paranormalen Quatsch beschränken und wilde, unplausible Fantasien heraufbeschwören, geht „The Hallow“ einen erfrischend anderen Weg. Schon bei seiner ersten Exkursion entdeckt der Hobby-Biologe Adam die schreckliche entstellte Leiche eines Rehs, das von einem seltsamen Pilz befallen scheint. Die wissenschaftliche Neugier treibt Adam dazu, eine Probe des ominösen, schwarz-öligen Pilzschleims zu sichern und genauer zu überprüfen. Benebelt vom grünen Dunst hält er seiner Frau am Abend einen Monolog über einen parasitischen Pilz, der Lebensformen befallen und deren Körper und Geist übernehmen kann. Was sich anhört wie eine weitere, einfallslose Horrorgeschichte, könnte realer nicht sein. Der Parasit, der als Cordyceps bekannt ist, war die Grundlage für den gruseligen Pilz, der den Wald rund ums Haus der Hitchens bevölkert.
 
 
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Natürlich bleibt es nicht bei der Entdeckung dieses Pilzes. Nach Sonnenuntergang wird das neue Heim der jungen Familie von bizarren Kreaturen heimgesucht, die Adam, Clare und ihr Kind vertreiben wollen. Als das Paar einen genaueren Blick auf das Wald-Necronomicon wirft, das ihr Nachbar ihnen vermacht hat, wird ihnen klar, dass sie es mit genau den missgestalteten Waldfeen zu tun haben, vor denen sie gewarnt wurden. Nachdem der Film in seiner ersten Hälfte nicht über eine Handvoll Jumpscares hinausgekommen ist, dreht „The Hallow“ gewaltig auf, sobald die Hitchens beschließen, ihren neuen Wohnort zu verlassen. Der zweite Teil des Films besteht aus einer nächtlichen Hetzjagd, die ungemein spannend und gruselig gestaltet wurde. Selbstverständlich kommt im Zuge der Flucht auch die Problematik der parasitischen Gedankenkontrolle zum Tragen und spätestens wenn das Paar getrennt durch den Wald stolpert, kann der Film sein volles Potential realisieren und dabei sogar mit einigen Überraschungen aufwarten.
 
 
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Als Hintergrund des Films wird ein modernes Europa serviert, das notgedrungen von der wirtschaftlichen Krise nach den letzten Strohhalmen greift. Dazu gehört sogar das Verkaufen der Wälder. Hieraus ergibt sich eine Story von Mensch gegen Natur. In diesem Fall, mitten in der irischen Wildnis hat die Natur eine klare Überhand. Regisseur Corin Hardy setzt die Natur in Form von rachsüchtigen Waldgeistern extrem bedrohlich um und lässt seine sympathischen Hauptcharaktere durch einen nächtlichen Spießrutenlauf marschieren. Trotz der Tatsache, dass sich ein Großteil des Films in Dunkelheit abspielt, ist er technisch gut umgesetzt und liefert auch in seinen Außenaufnahmen klar erkennbare und gut zusammengesetzte Bilder. Die fiesen Waldbewohner, die dem Film als Hallow ihren Namen geben, sind besonders gut und furchteinflößend designte Kreaturen und präsentieren als Todesengel von Mutter Natur einen denkwürdigen Gegner.
 
 
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THE HALLOW – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Eklig, düster und spannend – Waldhorror trifft auf Bodyhorror. Selten war Mann gegen Natur so gruselig. „The Hallow“ zählt zu den europäischen Juwelen der momentanen Horrorkost. Der Film gönnt sich eine lange Zeit zum Aufwärmen, eskaliert aber schließlich in einem furiosen dritten Akt, in dem typischer Waldhorror auf biologische Elemente und einen Schuss Bodyhorror trifft. Der hochaktuelle Rahmen, in dem Corin Hardy seine Story einbettet, gibt dem Film außerdem einen beunruhigenden, realistischen Hintergrund.
 
 


 
 
 

THE HALLOW – Zensur

 
 
 
„The Hallow“ geizt nicht mit Gruseleinlagen und reichlich ekligen Bildern, allen voran die fürchterlichen Waldkreaturen. Sein hohes Maß an Spannung erreicht er dabei ohne nennenswerte Gewaltexzesse. Der Film hat eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Wegen „böser“ Trailer hat die erhältliche Heimkinofassung aber eine Erwachsenenfreigabe erhalten: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

THE HALLOW – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) MFA Film Distribution

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Woods; Großbritannien 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes Footage, 2 Trailer, Trailershow

Release-Termin: 24.03.2016

 

The Hallow [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE HALLOW – Trailer

 
 


 
 

Timo Löhndorf

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(Rechte für Szenenbilder und Packshots liegen bei MFA Film Distribution)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Honeymoon (2014)
 
Wrong Turn (2003)
 
Cabin Fever (2002)
 

Filmkritik: „Howl“ (2015)

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HOWL

Story

 
 
 
Nach einem langen Tag auf den Schienen freut sich Schaffner Joe (Ed Speleers) auf den verdienten Feierabend. Zu allem Überfluss muss er für einen verhinderten Kollegen einspringen und den letzten Zug des Tages begleiten. Ebenfalls an Bord ist Kollegin Ellen (Holly Weston), die der schüchterne Joe gern auf ein Date einladen würde. Irgendwo im nirgendwo der britischen Wildnis nimmt das Schicksal seinen Lauf, kreuzt sich mit einem wilden Hirsch und eine abrupte Notbremsung später steht der Zug still. Wenig später ertönt ein bedrohliches Knurren und die Insassen merken, dass hinter den dünnen Scheiben des Zuges nicht nur eine regnerische Nacht und schier unendliches Niemandsland wartet. Im Angesicht geringer Überlebenschancen muss Joe die Initiative ergreifen, um seine Schäflein heil ins Trockene zu bringen.
 
 
 


 
 
 

HOWL – Kritik

 
 
 
Nach einem starken Anfang stehen die Vorzeichen für „Howl“ sehr gut. Ein feiger Protagonist, der über sich selbst hinauswachsen muss, eine Meute ängstlicher Fahrgäste und eine scheinbar unbesiegbare Bedrohung. All das im engen Raum eines Regionalzuges, den Regisseur Paul Hyett passend als klaustrophobische Todesfalle inszeniert. Es ist bedauernswert, dass „Howl“ diesen vielversprechenden Pegel nicht lang halten kann. Der sympathische Hauptcharakter Joe gerät im Verlauf des Films immer mehr in den Hintergrund und muss weitaus weniger interessanteren Nebencharakteren Platz machen. In der Folge verliert der Werwolf-Schocker immer mehr den Faden und nimmt dem Zuschauer den Spaß am Film.
 
 
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Erschwerend kommt hinzu, dass „Howl“ seine halbwegs originelle Prämisse immer mehr links liegen lässt und sich in den ältesten Klischees des Genres verliert. Dazu gehören selbstverständlich die infizierte Passagierin und ihr treuer Ehemann, der sehenden Auges eine Katastrophe heraufbeschwört. Diese Zeitbombe im Plot lässt Hyett so lange ticken, bis jegliche Spannung verflogen ist und man ungeduldig auf das Unvermeidliche wartet. Das anfangs solide Drehbuch degeneriert zusehends und mündet in zahlreichen Situationen, die jegliche Logik vermissen lassen und beim Publikum mehrfach heftiges Kopfschütteln auslösen.
 
 
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Als Spezialist für Effekte, Kreaturen und Make-Up kann Peter Hyett schlussendlich eine seiner Stärken voll ausspielen. Die Bisswunden, die leider viel zu selten in Erscheinung treten, sind erstklassig gemacht und sorgen dafür, dass dem Zuschauer genug Ekelschauer den Rücken hinablaufen. Auch das Design der Werwölfe, auf die man zu lange warten muss, ist furchteinflößend, effektiv und vor allem handgemacht. Daher ist es ein besonders großes Ärgernis, das sich viele blutige Schlüsselszenen des Films im stetig flackernden Licht eines Zugabteils abspielen und statt Aufregung mehr Kopfschmerz auslösen.
 
 
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HOWL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Paul Hyetts zweiter Film nach „The Seasoning House“ verfügt über viele gute Zutaten, wie zum Beispiel ordentliches Kreaturendesign, gute Kameraarbeit und herausragende Make-Up-Effekte. Das Drehbuch des Films, das im Verlauf der Story steil abwärts in Richtung Dummheit purzelt, ist wiederum ein großer Frustfaktor und macht vor allem die zweite Hälfte des Films zu einem anstrengenden Geduldsspiel.
 
 


 
 
 

HOWL – Zensur

 
 
 
Die Konflikte mit den pelzigen Gegnern lassen zwar auf sich warten, hauen aber gut rein und geizen nicht mit Gedärm-Prothesen und Kunstblut. Der Werewolf-Horrorstreifen „Howl“ hat in Deutschland eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

HOWL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Capelight Pictures (normale Blu-ray im Keepcase)

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(c) Capelight Pictures (Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Howl; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover und Schuber | Mediabook

Extras: Making-of, Regisseur Paul Hyett zu Gast beim Fantasy Filmfest in Stuttgart, Trailer | zusätzlich im Mediabook: 24-seitiges Booklet

Release-Termin: 08.04.2016

 

Howl [Blu-Ray im Schuber] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Howl [2-Disc Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

HOWL – Trailer

 
 


 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Capelight Pictures

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Late Phases (2014)
 
Wolves (2014)
 
Wer – Das Biest in Dir (2013)
 
The Seasoning House (2012)
 
WolfCop (2014)
 

Filmkritik: „Deathgasm“ (2015)

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DEATHGASM

Story

 
 
 
Die Möglichkeiten für den jungen Metalhead Brodie (Milo Cawthorne) sind begrenzt. Der nerdige, ruhige Außenseiter lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter im abgelegenen Neuseeland und durchläuft die üblichen Prüfungen und Strafen der Jugend. Als seine Mutter nach einem unrühmlichen Zwischenfall in die Geschlossene eingewiesen wird, kommt es noch dicker. Er muss mit seinem strikt religiösen Onkel Albert, dessen Frau Mary und deren unsäglich prolligem Sohn zusammenleben. Als ob das nicht schlimm genug wäre, buhlt dieser um die Gunst der blonden Schönheit Medina (Kimberley Crossman), auf die Brodie ebenfalls ein Auge geworfen hat. Erst das Zusammentreffen mit dem Rebellen Zakk (James Blake) lässt Hoffnung aufkommen. Mit zwei strebsamen Schulkollegen bilden sie die Metalband DEATHGASM und hauen in ihrer Freizeit brutale Riffs raus. Die Situation im ruhigen Städtchen gerät endgültig aus den Fugen, als Brodie und Zakk auf einen Satz mysteriöser Notenblätter stoßen und die sogenannte „Schwarze Hymne“ spielen. Dass sie damit ihre Nachbarn in blutrünstige Dämonen verwandeln ist nur eine der vielen Nebenwirkungen gespielter Noten. Ganz nebenbei öffnen sie ein Höllenportal und müssen sich binnen weniger Stunden auf die Ankunft des Chef-Dämons Aloth vorbereiten.
 
 
 


 
 
 

DEATHGASM – Kritik

 
 
 
Nach „Housebound“ aus dem Jahr 2014 ist „Deathgasm“ der neueste Splatter-Export vom anderen Ende der Welt. Darin tobt der offensichtliche Metal-Fan und Effekt-Spezialist Jason Lei Howden (der unter Anderem an der „Hobbit“-Trilogie oder den „Avengers“ mitwirkte) sich gehörig aus und zelebriert eine bis dato ungesehene Variante der filmischen Auseinandersetzung mit schwermetallener Musik. Mit sehr deutlichen Anleihen an die Kultklassiker der „Evil Dead“-Reihe („Tanz der Teufel“) gibt er die Jagd auf besessene Nachbarn frei und beschert seinem Publikum ein amüsantes, blutiges Splatter-Fest.
 
 
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Sam Raimis beliebte und großartige Horror-Saga um den tollpatschigen Jedermann Ashley Williams hat in den letzten drei Jahrzehnten unzählige Horror-Regisseure inspiriert und gilt bis heute als eine der ikonischen Filmreihen, die vor allem in späteren Kapiteln gekonnt Humor mit jeder Menge Gematsche kombiniert. Als jüngster gedanklicher Nachfolger muss „Deathgasm“ sich dem Vergleich mit seinem offensichtlichen Vorbild „Evil Dead“ stellen. Leider entkommt der neuseeländische Debütfilm von Jason Lei Howden diesem Vergleich nicht ohne Blessuren. Howden verkompliziert seinen Film unnötig und reichert ihn mit einigen Subplots an, die vom eigentlichen Fokus des Splatter-Festes ablenken und obendrein ein leichtes Ziel für Logiklöcher und Ungereimtheiten aller Art bilden. Der romantische Plot beispielsweise, der sich zwischen Brodie und Medina entwickelt, basiert auf einem sehr dürftig geschriebenen weiblichen Charakter und bremst den Film eher aus, als dass er ihn bereichert.
 
 
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Der Stil des Films, der zum Anfang mit vielfältigen visuellen Reizen, schnellen Schnitten, Schwenks und sonstigem Kamera-Gespiele überzeugt, ist im weiteren Verlauf leider sehr inkonsistent. Dies führt dazu, dass zwischen der flinken Einleitung des Films und dem eigentlichen Beginn der blutigen Action eine Leere entstehen lässt, die man beinahe als langweilig bezeichnen könnte. Was das Design der Dämonen angeht, kann „Deathgasm“ einige Punkte sammeln, hier macht sich die vorherige Erfahrung des Regisseurs deutlich bemerkbar, auch wenn das Axtfutter und ihre Inszenierung gelegentlich etwas zu stark an die Vorbilder aus „Evil Dead“ erinnern. Auch die Make-Up-Effekte sind gut gelungen und schmeicheln dem Auge durch eine fast ausschließlich handgemachte Qualität. Endlich gibt es wieder einen Film zu sehen, in dem das Kunstblut buchstäblich an der Kameralinse herunterläuft.
 
 
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DEATHGASM – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Halsbrecherische Dämonenjagd mit viel (Herz)Blut und Metal. Jason Lei Howdens Debüt „Deathgasm“ ist ein unbeschreiblich amüsanter Splatterfilm von Metalheads für Metalheads, durchsetzt mit donnernden Riffs, einem derben Soundtrack und großzügigen Portionen Monster-Schnetzelei. Den gleichen Kultstatus wie sein Vorbild „Evil Dead“ wird der Film wegen einem dünnen, unnötig komplizierten Drehbuch und fehlendem Charme vermutlich nicht erreichen, trotzdem ist es ein gelungener Einstand eines sympathischen Regisseurs und ein ordentlicher Beitrag zum modernen Splatter-Genre.
 
 


 
 
 

DEATHGASM – Zensur

 
 
 
Kettensägen, Äxte und natürlich Dildos kommen beim Nahkampf mit der dämonischen Brut zum Einsatz und verursachen einen gesunden Blutfluss. Da sich die Gewalt gegen (nichtbesessene) Menschen in Grenzen hält und der Film durchgängig von einem leicht, humoristischen Ton dominiert wird, ist eine Jugendgefährdung hier nicht wirklich gegeben. DEATHGASM hat eine ungeschnittene Freigabe ab 18 erhalten. Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

DEATHGASM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Tiberius Film (limitiertes Mediabook mit 1 BD & 2 DVDs)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Deathgasm; Neuseeland 2015

Genre: Horror, Komödie, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: rote Amaray mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Originaltrailer, Trailershow, Audiokommentar, Intro vom Regisseur | zusätzlich im mediabook: The Birth of Deathgasm, Brotherhood of Steel, Demon Seed, Gorgasm, Musikvideo der Metal Band „Bulletbelt“ mit dem Song „Deathgasm“, 24-seitiger Buchteil

Veröffentlichung: 04.02.2016

 
 
 

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DEATHGASM – Trailer

 
 


 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Tiberius Film

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Housebound (2014)
 
Tanz der Teufel (1981)
 
Evil Dead (2013)
 
Demons (1985)
 

Filmkritik: „Shrew’s Nest“ (2014)

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SHREW’S NEST

(Musarañas)

Story

 
 
 
Als sich der attraktive Carlos bei einem Treppensturz das Bein bricht und von einem benachbarten Geschwisterpaar gepflegt wird, bringt er ein schockierendes Familiengeheimnis zutage, was lange Zeit im Verborgenen gehalten wurde.
 
 
 


 
 
 

SHREW’S NEST – Kritik

 
 
 
Egal was ALEX DE IGLESIAS anfasst, es wird zu Gold. Seit der spanische Regisseur mit der Science-Fiction-Komödie AKTION MUTANTE seinen ersten Langfilm inszenierte, wird der Meister des schwarzhumorigen, spanischen Horrorkinos für sein unkonventionelles Schaffen auf einschlägigen Filmfestivals gelobt und ausgezeichnet. Mittlerweile dreht der Spanier aber nicht mehr nur ausschließlich schräge Filme, sondern produziert Vielversprechendes für die große Leinwand. SHREW’S NEST ist eine dieser Arbeiten, die von DE IGLESIAS finanziell unterstützt wurde und dem jungen Regieduo ESTEBAN ROEL und JUANFER ADRÉS den Weg ins internationale Filmgeschäft ebnen dürfte.
 
 
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In MUSARANAS – so der Originaltitel – geht es absolut spaßfrei zu, denn nach dem speziellen Humor mit welchem ALEX DE IGLESIAS bekannt geworden ist, sucht man in diesem tiefgründigen und deprimierenden Stück Zelluloid vergebens. Statt einem absurd-humoristischen Bilderrausch zu zelebrieren, wenden sich die beiden Jungregisseure dem psychologischen Horror zu und bringen mit Hilfe beklemmender Bildsprache eine erschütternde Familientragödie zutage, die sich aufgrund herausragender schauspielerischer Leistungen positiv vom üblichen Horrorquatsch abhebt. Das tut Not, denn in einer Zeit in der sich der Horrorfilm hauptsächlich durch einfältige Grausamkeiten definiert und damit Zuspruch erntet, sind es gerade jene psychologischen Geschichten die verinnerlichen, dass man auch mit etwas Anspruch und Hirn Furcht bescheren kann.
 
 
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Madrid in den 1950ern: die fromme Schneiderin Montse (MACARENA GOMEZ) leidet an Agoraphobie und schafft es nicht ihre Wohnung zu verlassen. Seit Mutter und Vater gestorben sind, kümmert sie sich um die jüngere Schwester und ist ihr Ersatz für die verschiedenen Eltern. Als Nachbar Carlos aus dem oberen Stockwerk die Treppe herunterfällt und sich beim Sturz das Bein bricht, wird eine Kette von Umständen in Gang gesetzt, die die Geschwister vor ungeahnte Herausforderungen stellt. Montse nimmt den Verletzten heimlich bei sich auf und beginnt ihn zu pflegen. Von der streng autoritären Erziehung des sadistischen Vaters zerfressen, entwickelt die hilfsbereite Hausbewohnerin eine sonderbare Obsession zu ihrem Nachbarn und tut alles daran, dass der die Wohnung nicht mehr verlassen kann. Als die jüngere La Niña (NADIA DE SANTIAGO) erkennt, dass die große Schwester abnormales Verhalten an den Tag legt und nach Wegen sucht, um den eingesperrten Carlos aus seinem Gefängnis zu befreien, wird eine Spirale der Gewalt in Bewegung gesetzt, die nur im Chaos enden kann.
 
 
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SHREW’S NEST ist eine außergewöhnliche aber auch schockierende Psychoanalyse einer fehlgeleiteten Frau, die in der Kindheit Furchtbares erdulden musste. Die beiden Regisseure decken in ihrem sorgfältig gespielten Kammerspiel auf, was lang verborgen gehalten wurde. Zwei Schwestern, wie sich nicht unterschiedlicher sein könnten, durchleben in diesem beunruhigenden Melodrama eine Gradwanderung der Gefühle und entdecken zwischen Hass und Liebe, dass sie sich einander näher sind, als immer gedacht. MACARENA GOMEZ spielt hier mit viel Facettenreichtum eine bemitleidenswerte, psychisch gestörte Frau mit einem sonderbaren Verhältnis zur Liebe und lässt so selbst Oscar-Preisträgerin KATHY BATES aus der gelungenen King-Verfilmung MISERY weit hinter sich. Beide Filme sind thematisch ähnlich; SHREW’S NEST erforscht jedoch detaillierter die Umstände des Handelns und schockiert am Ende mit tragischen Familienkonstellationen, die den Zuschauer mit flauen Magen vor den heimischen TV-Apparaten zurücklassen.
 
 
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Visuell ist SHREW’S NEST für ein Debütstück ganz ordentlich. Die Macher ESTEBAN ROEL und JUANFER ADRÉS ernteten mit ihrem vierminütigen Kurzfilm „036“ bereits auf Youtube und Filmfestivals viel Lob und bleiben für SHREW’S NEST dem typisch spanischen Horrorlook treu. Das bedeutet bildgewaltiges Unbehagen in modern gotischer Gruselästhetik, die bereits inländischen Schauerproduktionen wie DAS WAISENHAUS, PARA ELISA oder JULIAS EYES zum Erfolg an den Kinokassen verholfen haben. Das Gänsehautkonzept geht auch diesmal auf. Dank einem außerordentlichen Gespür fürs Visuelle, guten Darstellern und einem gründlichen Drehbuch, in dem sich ganz langsam zermürbender Terror seinen Weg durch die klaustrophobische Geschichte bahnt, gehört SHREW’S NEST zur Königsklasse des spanischen Horrorkinos. Da kann man nur hoffen, dass Hollywood nicht auf den Trichter kommt, diesen Film neu interpretieren zu müssen. Sollte das irgendwann doch mal der Fall sein, kann man davon ausgehen, dass man die Neuverfilmung zu recht gnadenlos in der Luft zerreißen wird.
 
 
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SHREW’S NEST – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Spanien übertrumpft sich mal wieder selbst in Sachen Horror! SHREW’S NEST ist spanisches Horror-Kino par excellence und die weitaus bessere, spanische Antwort auf eine der wenigen, gelungenen King-Verfilmungen: MISERY. Dass sich der neue Genre-Beitrag aus dem Land der Stierkämpfe sehen lassen kann ist auch kein Wunder. Kein geringerer als Urgestein ALEX DE IGLESIAS zeichnet als Produzent verantwortlich und beweist mal wieder ein gutes Händchen bei der Auswahl interessanter Filmstoffe. Sein abgedrehter Humor und die schwarzhumorigen Gewaltausbrüche haben diesmal Sendepause. Stattdessen bewegen sich die beiden Regieneulinge ESTEBAN ROEL und JUANFER ADRÉS im Psycho-Sektor und machen alles richtig. SHREW’S NEST ist ein ungemütliches, klaustrophobisches Horror-Drama, das sich einmal mehr jener gotischen Gruselatmosphäre bedient, die viele spanische Horror-Produktionen seit einigen Jahren auszeichnet. Der kränkelnd-depressive Look des Streifens untermauert aber nur die morbide Stimmung des Films, der am Ende mehr Drama ist als Horror. Wer hier viele böse Szenen erwartet liegt falsch. Auch wenn gegen Ende etwas Rot über die Mattscheibe fließt, beunruhigt SHREW’S NEST vornehmlich auf psychologischer Ebene. Das zeichnet den Film aus und macht ihn zum Geheimtipp – vor allem wegen den außergewöhnlichen Darstellern, von denen manch Schauspieler in Hollywood noch etwas lernen kann. SHREW’S NEST gehört zur Königsklasse des spanischen Horrorkinos. Absolut empfehlenswert!
 
 
 


 
 
 

SHREW’S NEST – Zensur

 
 
 
Auch wenn SHREW’S NEST im Psycho-Genre beheimatet ist, gibt es etwas Gewalt zu sehen. Eine Protagonistin wird geköpft, der Körper zersägt und der Torso als Kleiderständer verwendet. Andere Figuren werden mit einer Stricknadel in die ewigen Jagdgründe befördert. Zudem wird ein Bein ans Bett genäht und Köpfe auf Boden und Wände geschlagen. Aufgrund der kurzen Gewaltmomente und der verstörenden Auflösung am Ende des Films hat Rechteinhaber OFDB Filmworks für SHREW’S NEST einen blauen FSK-Flatschen erhalten: FSK16.
 
 
 


 
 
 

SHREW’S NEST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) OFDB Filmworks

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

 

Originaltitel: Shrew’s Nest; Spanien 2014

Genre: Horror, Drama, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1), Spanisch (DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Making of, Deleted Scenes, Alternatives Ende, Trailer

Release-Termin: 08.01.2016

 

Shrew’s Nest [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

SHREW’S NEST – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller Grafiken liegen bei OFDB Filmworks)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Misery (1990)
 
House at the End of the Street (2012)
 
One Hour Photo (2002)
 
Sleep Tight (2011)

Filmkritik: „Demonic“ (2015)

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DEMONIC

(HOUSE OF HORROR)

Story

 
 
 
Sechs Studenten (darunter SCOTT MECHLOWICZ aus UNDOCUMENTED) wollen in einem leerstehenden Haus mit Geistern Kontakt aufnehmen und lenken die Aufmerksamkeit einer bösen Macht auf sich, die nicht zu Scherzen aufgelegt ist..
 
 
 


 
 
 

DEMONIC – Kritik

 
 
 
JAMES WAN lässt mal wieder gruseln. Seit der Regisseur dem todgeweihten Geister-Genre mit INSIDIOUS und THE CONJURING neues Leben einverleibt hat, birgt der Name Wan für Qualität und wohldosierte Gänsehautschauer im Horror-Kino. Dass sich der Australier vor Aufträgen kaum noch retten kann, ist nach den Erfolgen genannter Horrortitel nicht verwunderlich. Umso logischer die Konsequenz mit seinem bekannten Namen zusätzlich Kasse zu machen. Seit dem Folter-Hit SAW produziert Wan nämlich auch Horrorfilme und fungierte neben ANNABELLE auch als Geldgeber für den vorliegenden DEMONIC der – wie hätte es auch anders sein sollen – ebenso im Geister-Genre beheimatet ist. Leider sollte man dieses cineastische Schauerwerk mit Vorsicht genießen, denn mittlerweile ist nicht mehr jeder Film auch gleichzeitig sehenswert, der mit WAN auf dem Cover wirbt oder von ihm produziert wird.
 
 
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Willkommen zur Light-Version von THE CONJURING. Zumindest versucht Regisseur WILL CANON in die großen Fußstapfen seines Produzenten zu treten, ohne jedoch nur ansatzweise dessen Sinn für atmosphärische Dichte zu erreichen. Für DEMONIC versucht Canon Geistergrusel, Found-Footage-Gewackel, Besessenheits-Schocker und Verhör-Thriller miteinander zu kombinieren. Zwar ist das technisch gut gelöst (mit Wan im Hintergrund hätte man auch nichts anderes erwartet); dem Film mangelt es jedoch an neuen Ideen, um aus der Masse hervorzustechen zu können. Was hier geboten wird strotzt nicht gerade vor Einfallsreichtum, auch wenn DEMONIC zweifelsohne die visuelle Handschrift Wans ziert.
 
 
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Es sind mal wieder neugierige Studenten, die in ein leerstehendes Haus in Louisiana einsteigen, um paranormale Ereignisse zu untersuchen. Vor 25 Jahren starben hier fünf Menschen auf grausame und rätselhafte Weise nachdem sie Kontakt mit der Welt der Toten aufgenommen hatten. Ein tragischer Vorfall, den die jungen Geisterjäger mit neumodischer Technik untersuchen wollen. Das Haus wird mit Kameras gepickt und eine Seance soll anwesende Geister zum Plaudern anregen. Doch alles kommt anders. Eine böse Macht schlüpft in einen der Freunde und befördert die unwillkommenen Gäste ins Jenseits. Stunden später entdeckt die Polizei das Blutbad und findet auf der Suche nach Anhaltspunkte einen Überlebenden (DUSTIN MILLIGAN aus SHARK NIGHT 3D). Der wird in die Obhut von Polizeipsychologin Dr. Elizabeth Klein (MARIA BELLO aus A HISTORY OF VIOLENCE) gegeben und soll berichten, was sich Schreckliches im Haus zugetragen hat.
 
 
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Eigentlich sollte der französische Terror-Macher XAVIER GENS (FRONTIER(S) und THE DEVIDE) die Regie übernehmen. Der verlies die Produktion aber noch in der Planungsphase – vermutlich weil ihm das Drehbuch zu trivial gewesen ist. Gut für den bis dato noch unbekannten Canon, der mit HOUSE OF HORROR (so der anfängliche Arbeitstitel von DEMONIC) den großen Durchbruch witterte. Dass DEMONIC eigentlich bereits 2014 in die amerikanischen Kinos kommen sollte und dann aber auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, dürfte erfahrene Zuschauer aufschrecken lassen, schließlich bedeuten verschobene Filmstarts in den meisten Fällen nichts Gutes. Und in der Tat, DEMONIC ist weniger dämonisch als der Titel reißerisch verspricht. Regisseur WILL CANON hakt die Geschehnisse lustlos nach dem für Geister- und Spukfilme bekannten Schreckkatalog ab und macht sich damit keine Freunde. Lang braucht DEMONIC bis er überhaupt an Fahrt gewinnt. Fast eine Stunde vergeudet der Film mit langen Verhören und tempofreien Rückblenden, in denen das rekonstruiert wird, was sich Stunden zuvor zugetragen hat. Sonderlich aufregend ist das nicht, denn neben plötzlich vorbeihuschenden Schatten und laut zuschlagenden Türen darf selbstverständlich auch eine missglückte Kontaktaufnahme mit dem Jenseits nicht fehlen, die immerhin einer unerwarteten Filmwendung den Weg ebnet.
 
 
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Vorhersehbarer Klischeebrei mit Found-Footage verfeinert: Zwar wird DEMONIC aus der gewohnten Filmsicht erzählt; hin und wieder werden aber gefundenen Aufzeichnungen aus den Videokameras der ermordeten Studenten in die Handlung eingebaut, die von der Polizei am Tatort gefunden wurden. Wie in den meisten Found-Footage-Filmen gerät die ruhige Kameraführung in diesen Momenten sprichwörtlich aus dem Ruder, so dass sich vor Wackelei oft gar nichts erkennen lässt, was den Geisterjägern vor die Linse saust. Gott sei Dank kommt das kontroverse Stilmittel nur sehr selten zum Einsatz, so dass sich Gegner dieser Gattung Kino beruhigt in ihren Filmsessel lehnen und von den wenigen Schockmomenten erschrecken lassen können. Letztendlich klärt ein Film wie DEMONIC auf, dass zwei Arten Horrorfilme in der Schmiede des erfolgreichen JAMES WAN entstehen: die, die der Angstmacher selbst dreht und jene, die der Regisseur nur produziert. Bei Letzteren scheint wohl weniger Herzblut investiert zu werden. Untersucht man nämlich die ausschließlich von Wan produzierten Filme genauer fällt auf, dass für diese Horrorstreifen das recycelt wurde, was in Wans selbstgedrehten Streifen zu recht keinen Platz gefunden hat. Daher sollte man für die Sichtung von DEMONIC die Erwartungen weit herabschrauben, denn sonderlich gelungen ist dieser geistlose Spukquatsch nämlich nicht.
 
 


 
 
 

DEMONIC – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Düsterer und wendungsreicher Dämonen-Thriller aus der Angstschmiede von JAMES WAN. DEMONIC ist ein weiterer, beliebiger Geisterfilm der Sorte „schon tausendmal gesehen“. Hier wird versucht mit dem immer noch sehr lukrativen Spuk- und Geistertrend zügig Kasse zu machen. Dass da mit THE COUNJURING und INSIDIOUS-Macher JAMES WAN auf dem Cover geworben wird, ist einfältiges Marketinggequassel, das im Falle von DEMONIC auch dringend benötigt wird, damit sich der Film überhaupt verkaufen lässt. Auch wenn Wan selbst als Geldgeber fungiert hat; qualitativ schwimmt der übernatürliche Mix aus Found-Footage-Gewackel, Besessenheits-Schocker, Geisterfilm und Verhör-Thriller auf einer ganz anderen Welle. Gute und neue Ideen sind hier Mangelware. Erfahrene Zuschauer dürften sich demnach schnell gelangweilt fühlen, weil man die meisten der Schlüsselszenen bereits in weitaus besseren Spukstreifen zu sehen bekommen hat. Dass sich bei der immerhin visuell soliden Aneinanderreihung austauschbarer Geisterklischees Langeweile breit macht, dürfte verständlich sein. DEMONIC vergeudet zu viel Zeit mit Nebensächlichkeiten. Nach sechzig ereignislosen Minuten kommt der Film endlich auf den Punkt. Viel Zeit für ausufernden Spuk bleibt jedoch nicht, denn kaum mit dem Erschrecken begonnen, ist der Film auch schon wieder zu Ende. Immerhin überzeugt ein überraschender Twist. Weil aber unerwartende Wendungen im Horrorfilm mittlerweile keine Seltenheit mehr sind, reißt der Aha-Moment in DEMONIC leider auch nicht vom Hocker. DEMONIC ist handwerklich solider Spuk ohne nennenswerte Höhepunkte. Ein Film zum Einlegen, Ansehen und wieder vergessen.
 
 
 


 
 
 

DEMONIC – Zensur

 
 
 
DEMONIC ist ein eher harmloser Vertreter des Geister-Genres. Bis auf einen Selbstmord durch erhängen werden die meisten Grausamkeiten nur angedeutet oder im Off zelebriert. Demzufolge hat der Film von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahre erhalten.
 
 
 


 
 
 

DEMONIC – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (Blu-ray KeepCase-Version)

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(c) Tiberius Film (limitiertes Blu-ray-Steelbook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Demonic; Großbritannien | USA 2015

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer

Release-Termin: 05.11.2015 (KeepCase und Steelbook)

 

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Demonic – Haus des Horrors [Blu-ray | limitiertes Steelbook]

 
 
 


 
 
 

DEMONIC – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

Die Rechte für alle Grafiken liegen bei TIBERIUS FILM GMBH

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Gallows Hill (2013)
 
Besessen – Der Teufel in Mir (2012)
 
Dark Summer (2015)
 
The Midnight Game (2013)
 

Filmkritik: „Spring – Love is a Monster“ (2014)

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SPRING – LOVE IS A MONSTER

Story

 
 
 
Es ist Frühling und für Evan an der Zeit sein Leben neu zu ordnen. Er reist nach Italien und verfällt dort den Reizen einer schönen Einheimischen, die jedoch andere Intentionen hegt, als sich in Touristen zu verlieben …
 
 
 


 
 
 

SPRING – Kritik

 
 
 
In einer Zeit, in der das Genre unter chronischer Ideenarmut leidet ist es immer wieder schön zu erleben, wenn Filme nicht nach gewohntem Gruselkurs gedreht werden, sondern durch frische Konzepte aus der Reihe tanzen, um Fans des fantastischen Filmgenusses auf ungewohntem Wege Gänsehaut zu bescheren. SPRING macht eindrucksvoll vor, wie ein solcher Film auszusehen hat, denn dieser durchdacht inszenierte Herz-Schmerz-Grusel schert sich einen Deut darum sich dem Massengeschmack zu unterwerfen. Wer Horrorfilme anhand seines Härtegrades als empfehlenswert einstuft, macht sich mit SPRING keine Freu(n)de. Vielmehr dringen die Regisseure JUSTIN BENSON und AARON MOORHEAD (beide haben in V/H/S: VIRAL die Regie für das Segment BONESTORM übernommen) tiefgründiger in die Materie vor und sorgen sich um das, was in Horrorfilmen leider viel zu oft vernachlässigt wird: Atmosphäre, Geschichte und Charaktere. Für SPRING erweist sich Schauspieler LOU TAYLOR PUCCI als Glücksgriff. Der konnte schon im Remake zu EVIL DEAD erstmals Horrorluft schnuppern und zeigt diesmal, dass er auch das Zeug dazu hat Charakterrollen zu spielen.
 
 
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In SPRING mimt er den ruhigen Evan, dem die Sicherungen durchbrennen. Nach dem plötzlichen Krebstod der Mutter wird er auf der Arbeit in eine Schlägerei verwickelt, verliert den Job und beschließt nach Italien durchzubrennen, um dort sein Leben neu ordnen zu können. Viel Zeit für sein Vorhaben bleibt nicht. Kurz nach Ankunft verdreht ihm die temperamentvolle Louise (NADIA HILKER) denn Kopf, in die sich der stille Chaot Hals über Kopf verliebt. Zwischen den beiden entbrennt eine leidenschaftliche Liaison, die jedoch unter keinem guten Stern steht, denn Louise hat ein finsteres Geheimnis, das sie bald nicht mehr vor ihrem Liebhaber verstecken kann.
 
 
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Viel zu beanstanden gibt es in SPRING nicht. Hier passt irgendwie alles zusammen und dass, obwohl SPRING mehr übernatürlicher Liebes- statt bluttriefender Horrorfilm ist. Das Regie-Duo JUSTIN BENSON und AARON MOORHEAD vermischt Romantik mit Grusel auf kongeniale Weise und entführt den Zuschauer in die Welt zweier Liebenden für die die Welt scheinbar stillzustehen scheint. Da schwebt die Kamera ganz unbeschwert durch die engen Gassen eines verschlafenen Fischerdorfes und bannt melancholische Urlaubsbilder auf Zelluloid, die von einem fast schon einzigartigen Gespür fürs Visuelle zeugen. AARON MOORHEAD zeichnet nicht nur für die Regie verantwortlich, sondern fängt als Kameramann die romantische Bilderwelt Italiens ein, die den Streifen so mit Leichtigkeit aus der grauen Masse an unüberlegten Billigproduktionen hervorstechen lässt. Aufgrund der visuellen Raffinesse wäre es wohl nicht übertrieben zu behaupten, dass SPRING zu den wohl „schönsten“ Gruselfilmen gezählt werden darf, die man bisher im Kino zu sehen bekommen hat. Leider dürfte der Streifen auch nur dort seine gesamte Magie entfalten können, gehört doch SPRING zu jenen Filmen, die für die große Leinwand gemacht wurden.
 
 
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Blut, Gewalt und Gore – Fehlanzeige! SPRING entfaltet sein Gruselpotenzial auf anderem Wege. Im späteren Verlauf der Geschichte rückt das Geheimnis der Filmheldin in den Mittelpunkt, über das der Zuschauer nur häppchenweise Informationen erhält. Mehr über die Handlung zu verraten raubt Illusionen, lebt doch SPRING von der Prämisse, dass irgendwas mit der schönen Louise nicht im Reinen ist. Immerhin: die wenigen Spezialeffekte glänzen durch Einfallsreichtum und entschädigen für fehlende Splatter-Einlagen. Trotzdem finden die im Film nicht selbstzweckhaft Verwendung, sondern sind schmückendes Beiwerk, auf die der Film auch gänzlich hätte verzichten können. Unterm Strich findet SPRING nur lobenswerte Worte, weil er Horror unkonventionell verpackt. Nach dem Regiedebüt RESOLUTION haben die Macher JUSTIN BENSON und AARON MOORHEAD eine sehenswerte Metapher für die Ängste und Unsicherheiten einer noch jungen Liebe fürs (Heim)Kino inszeniert an der vor allem jene Gefallen finden werden, die sonst doch immer bemängeln, dass es dem Genre an Niveau mangelt. Das sorgfältig inszenierte Gruselmär hat schöne Bilder, gute Schauspieler und sogar Sinn für Humor. Demzufolge sollte man die beiden Macher im Auge behalten, schließlich darf man nach dem gelungenen SPRING gespannt darauf sein, was die als nächstes drehen werden.
 
 
 


 
 
 

SPRING – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Hinter dem doppeldeutigen Titel SPRING schlummert ein stimmungsvoller Mix aus übernatürlicher Romanze und unheimlichen Gruselstreifen, der in seinen düsteren Momenten an die Werke eines H. P. LOVECRAFT erinnert. Nach dem Erstlingswerk RESOLUTION haben die Regisseure JUSTIN BENSON und AARON MOORHEAD die Katze aus dem Sack gelassen und eine sehenswerte Liebesgeschichte inszeniert, die in schönen Bildern die Unsicherheiten und Ängste einer noch frischen Liebe erzählt, ohne zu sehr im Kitsch zu ertrinken. Dank guter Schauspieler und ekligen Spezialeffekten sticht SPRING aus der Masse an trivialen Horrorbrei hervor und richtet sich vor allem an jene Zuschauer, die sonst Probleme mit sinnloser Brutalität im Genre haben. Die sucht man hier vergebens, denn SPRING entfaltet sein Gruselpotenzial auf eher subtile Weise. Empfehlenswert!
 
 
 


 
 
 

SPRING – Zensur

 
 
 
Gorebauern oder Fans der etwas härteren Filmart werden an SPRING keinen Gefallen finden. Es gibt hier nur einen Mord zu sehen, der aber auch nur im Off vollzogen wird. SPRING ist eine Liebesgeschichte, die sich auch hauptsächlich darauf konzentriert. Dank einiger ekliger Spezialeffekte gab’s für den Film von der FSK die blaue FSK16-Plakette.
 
 
 


 
 
 
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(c) Koch Media Home Entertainment (KeepCase)

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(c) Koch Media Home Entertainment (Steelbook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Spring; USA 2014

Genre: Horror, Drama, Fantasy

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 109 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Steelbook

Extras: Trailershow, Pressematerial (67:16 min.), Alternatives Ende (3:33 min.), Evan, ich hasse dich! (3:57 mmin.), Deleted Scenes (3:30 min.), Schreib mir einen Brief (1:48 min.), Konzeptgestaltung (2:08 min.), Der talentierte Mr. Evans (1:27 min.), Visuelle Effekte (1:16 min.), Pseudogangster und seine Freundin (2:02 min.), Der schlechte Farmer (1:57 min.), Originaltrailer in Deutsch und Englisch

Release-Termin: KeepCase & Steelbook: 08.10.2015

 

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SPRING – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

Die Rechte für alle Grafiken liegen bei KOCH MEDIA HOME ENTERTAINMENT

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Kiss of the Damned (2012)
 
Dagon (2001)
 
Only Lovers Left Alive (2013)
 
When Animals Dream (2014)
 
Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen (2008)