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Filmkritik: „68 Kill“ (2017)

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68 KILL

Story

 
 
 

Ein Geldraub und seine Folgen. Habgier sorgt in 68 KILL für Chaos. Das muss Chip durchleben, der für die Freundin alles tut, um die Angebetete glücklich zu machen. Diesmal hat Gutgläubigkeit aber ungeahnte Folgen, denn die Liebste entpuppt sich als gerissenes Miststück und geht für Kohle sogar über Leichen. Diamonds Are A Girl’s Best Friend.

 
 
 


 
 
 

68 KILL – Kritik

 
 
 
Wie verhalten sich Frauen eigentlich in Horrorfilmen? In den seltensten Fällen helle, denn Drehbuchautoren meinen es mit weiblichen Figuren im Horror-Genre nicht immer gut. So wird oft wenig von Protagonistinnen abverlangt. Die müssen in der Regel als Blickfang herhalten und sich in den meisten Filmen dem starken Geschlecht unterwerfen. Doch Frauen können auch anders. Wenn es nach Regisseur TRENT HAAGA geht, sind die nämlich alles andere als nett. Der ambitionierte Regie-Neuling hat mit 68 KILLS seinen zweiten Spielfilm inszeniert, ist aber im Filmbusiness kein Unbekannter. So konnte sich Haaga bereits als Schauspieler in Horror-Werken wie STARRY EYES oder ATOMIC HERO 4 einen Namen machen. Aber auch als Drehbuchautor war der Filmemacher schon mehrfach unterwegs. So gehen die Drehbücher zu DEADGIRL und IT CAME FROM THE DESERT auf das Konto des Multitalents, das sogar auch noch Filme hin und wieder produziert, wenn es die Zeit hergibt. Laut Interviews mit der Fachpresse kam die Idee zur zweiten Regie-Arbeit ganz nebenbei. Als leidenschaftlicher Fan der Bücher von Autor BRYAN SMITH verschlang Regisseur TRENT HAAGA dessen ersten nicht Horror-Roman 68 KILL, war begeistert und wollte aus der Novelle unbedingt einen Film machen. Er veränderte den Plot minimal und fand die Idee spannend einen Kerl auf eine Reise zu schicken, während der er lernen musste unabhängig zu werden. Entstanden ist ein rabenschwarzer Selbstfindungstrip, der sich wohlwollend vom üblichen Horrorbrei abzuheben versteht, weil hier endlich mal nicht Ware von der Stange abgeliefert wurde, sondern Indie-Kino mit Überraschungen, das man in derartiger Form bestimmt noch nicht auf der Mattscheibe hatte.
 
 
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Girlpower mal anders: Unterschätze niemals die Reize schöner Frauen. Die können nämlich auch schnell mal den Tod bedeuten. Mit jener Weisheit muss auch Angsthase Chip (MATTHEW GRAY GUBLER) Bekanntschaft machen, der in 68 KILL Tage voller Turbulenzen erlebt. Alles beginnt nach einem Schäferstündchen mit Freundin Liza (ANNALYNNE MCCORD). Die ist nicht auf den Kopf gefallen und stockt ihr Einkommen etwas auf, indem sie gelegentlich mit Männern in die Kiste springt und dafür Geld bekommt. Einer ihrer „Gönner“ scheint besonders reich zu sein. Der versteckt im Safe 68.000 Dollar, die Rebellin Liza natürlich auch gern ihr Eigen nennen würde. Prompt schmiedet sie einen Plan. Sie überredet Lover Chip zu einem Einbruch, um die Moneten zu stehlen. Doch es kommt alles anders. Kaum Zutritt zum Anwesen verschafft, zeigt Liza ihr wahres Gesicht. Die zückt ein Messer und tötet den spendablen Geldgeber sowie dessen Frau. Was folgt entwickelt sich für den verschreckten Chip zum Albtraum. Der muss nicht nur einsehen, dass seine Freundin eine skrupellose Psychopathin ist, sondern wird zudem in einen Strudel von Umständen gezogen, aus dem bald kein Entkommen mehr ist. So muss eine Zeugin (ALISHA BOE) überwältigt werden. Die war zum Zeitpunkt des Mordes im Haus und hat davon Wind bekommen. Deshalb wird sie kurzerhand in den Kofferraum gesperrt und soll als Folteropfer enden. Leider macht Chip Probleme. Der ist mit dem Vorhaben seiner Freundin gar nicht einverstanden und stellt sich ihr in den Weg. Keine gute Idee, denn Liza versteht keinen Spaß mit Liebhabern, die ihr in den Rücken fallen. Manchmal ist es eben besser, wenn man emanzipierten Damen aus dem Weg geht. Von denen wird Chip im späteren Verlauf nämlich noch einige treffen.
 
 
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Vertauschte Rollen. 68 KILL zeigt ein ungewohnt dominantes Bild der Frau. In diesem zynischen Indie-Thriller haben nämlich Damen die Hosen an und Männer nichts zu melden. Die verhalten sich wie Kerle, während Letztere selbst zu Weicheiern verkommen. Das gängige Klischee der unterwürfigen und nicht immer hellen Frau hat hier Sendepause. Regisseur TRENT HAAGA beschreibt seinen Heldinnen im Film als unberechenbar, furchtlos und knallhart, die ungewohnt ruppig zur Sache gehen, wenn Lösungen für Probleme gefunden werden müssen. Für den Zuschauer bedeutet das harte Action und blutige Gewalteinlagen, welche gern auch mal Grindhouse-Feeling ins Wohnzimmer holen und Fans fürs Grobe glücklich machen. Jene Filmliebhaber bekommen hier häppchenweise Exploitation aufgetischt, die sich selbst nicht immer ernst nimmt. 68 KILL erfreut mit bissigem Zynismus und hat auch noch Antiheldinnen an Bord, die Dank cooler Sprüchen auch gern mal Figuren aus Werken des oft gelobten QUENTIN TARANTINO in Erinnerung holen. Dabei erweist sich vor allem ANNALYNNE MCCORD als Glücksgriff. Die Darstellerin lieferte bereits in EXCISION meisterliches Schauspiel ab und verkörperte dort einen irren Teenager mit einer makabren Leidenschaft für den Tod. Offenbar hat die Amerikanerin eine Vorliebe für verhaltensauffällige Rollen. Im direkten Vergleich ist deren Rolle in 68 KILL nämlich nicht weniger durchgeknallt. Die entpuppt sich im Film als eiskalte Psychopathin und lässige Amazone, die Männer nur für Zwecke missbraucht, um Ziele erreichen zu können. Irgendwie cool, aber dennoch beunruhigend, denn bei so selbstbewussten Damen, bekommt man es als Mann schon mal mit der Angst zu tun
 
 
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68 KILL – Fazit

 
 
 

7 Punkte Final

 
 
 
Vier durchgeknallte Emanzen in gleich einem Streifen. 68 KILL ist die Erwachsenenversion von SPICEWORLD – DER FILM. Dass Frauen nicht nur gründlich putzen und gut kochen können, will der von Regisseur TRENT HAAGA inszenierte Exploitation-Heuler unter Beweis stellen. Die Verfilmung des gleichnamigen Buches von Genre-Autor BRYAN SMITH handelt von furchtlosen Frauen, die mit Männern keine Gnade kennen. Letztere verfallen hier schnell den Reizen allzu taffer Damen und bemerken erst spät, dass man dem Netz einer Schwarzen Witwe nicht mehr entkommen kann, wenn man sich darin verfangen hat. 68 KILL ist ein rabenschwarzes Horror-Vergnügen mit allerhand Überraschungen, dreisten Weibern und deftigen Gewalteskapaden. Schauspielerisch ist Gebotenes erste Sahne und auch die Handlung überzeugt mit frischen Ideen und unerwarteten Wendungen. Leider trübt ein zäher Mittelteil den positiven Gesamteindruck. Der bremst den eigentlich rasant inszenierten Thriller ein klein wenig aus. Das sollte aber kein Grund sein, sich mit dieser kruden Amazonen-Bande nicht doch anzufreunden. Unterm Strich sorgen die Hauptdarstellerinnen im Film mit boshaften Sprüchen und gemeingefährlicher Rücksichtslosigkeit für jede Menge Laune und laute Lacher – nicht nur beim weiblichen Publikum.
 
 
 


 
 
 

68 KILL – Zensur

 
 
 
Durchschnittene Kehlen, abgehackte Unterarme, Messer in den Kopf, massakrierte Leiche in einer Hotelwanne. In 68 KILL geht die Post ab, was vermutlich Gewaltfans freuen dürfte. Viele der Gewalttaten sind aber derart grotesk inszeniert, dass sie nicht sonderlich hart wirken. Zudem mildert ein zynischer Unterton das blutige Treiben. Hierzulande hat der Streifen eine Erwachsenenfreigabe erhalten und kommt mit rotem FSK-Sticker im Oktober 2017 in den Handel.
 
 
 


 
 
 

68 KILL – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte führ Grafiken liegen bei MFA+ Filmdistribution)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Death Proof – Todsicher (2007)
 
Kill Bill – Volume 1 (2003)
 
Kill Bill – Volume 2 (2004)
 
True Romance (1993)
 


Filmkritik: „Hounds of Love“ (2016)

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HOUNDS OF LOVE

Story

 
 
 

Auch Serienkiller brauchen Liebe. In HOUNDS OF LOVE bringt Liebesentzug die Ehe eines Psychopathen-Duos ins Wanken.

 
 
 


 
 
 

HOUNDS OF LOVE – Kritik

 
 
 
Ein weiterer Film über die Bestie Mensch. Diesmal zeigt sie sich in Form eines Pärchens, das während der 1980ern in australischen Vororten ihr Unwesen treibt, um dort ahnungslosen Teenagerinnen aufzulauern. Die entführen minderjährige Mädchen und halten diese in ihrem Heim fest. Dort durchleben die Opfer die Hölle auf Erden. Sie werden vergewaltigt, missbraucht und letztendlich getötet. Doch auch Serienmörder geraten irgendwann einmal an ihre Meister. Der verbirgt sich in der rebellischen Vicki. Die Jugendliche hat zu Hause ihre Probleme und kommt mit der Mutter nicht klar. Weil die ihr verbietet eine Feier zu besuchen, geht die Heranwachsende einfach heimlich zur Sause und trifft unterwegs besagtes Mörderduos, das für die Teenagerin Taxi spielen will. Weil Vicki keine Gefahr ahnt, springt sie ins Auto und freut sich auf Freunde, Alkohol und Party. Doch alles kommt anders. Das Mädchen wird entführt und im Heim des Killerpaars auf eine Liege gekettet. Dort muss sie schreckliche Dinge über sich ergehen lassen. Trotz Martyrium ist Vicki wachsam. So erfährt das Opfer, dass in dieser Beziehung einiges falsch läuft. Während Psychopath John (unberechenbar und abgebrüht: STEPHEN CURRY) daheim perverse Neigungen auslebt, duldet Gattin Evelyn Abscheulichkeiten aus Liebe. Doch hinter der Fassade bröckelt es. Offenbar ist Evelyn in ihrer Ehe nicht mehr glücklich, denn emotionale Abweisungen stehen an der Tagesordnung. So nutzt die Jugendliche emotionale Diskrepanzen aus und bringt das Paar gegeneinander auf. Was folgt ist harter Tobak – exzellent gespielt und schockierend verfilmt.
 
 

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Was man nicht alles aus Liebe tut. HOUNDS OF LOVE ist schwer verdaulicher Stoff, den man nicht mal so nebenbei sieht. Der Film zeigt in deprimierenden und ungeschönten Bildern den emotionalen Abstieg einer Frau, die aus Liebe zur Mittäterin wird. Schauspielerisch befindet sich das von BEN YOUNG inszenierte Psychodrama auf hohem Niveau und hebt sich demnach lobenswert von den üblichen Indie-Konsorten ab, die man sonst so im Horror-Bereich vorgesetzt bekommt. Zu verdanken ist dies Darstellerin EMMA BOTH. Die liefert eine Glanzleistung ab und verkörpert im Film den weiblichen Part eines skrupellosen Psycho-Duos, das mit seinen Opfern keine Gnade kennt. Ihr wird besondere Aufmerksamkeit zuteil, denn während sich das neue Opfer Vicki und Täter-Gatte John in ihren Rollen kaum weiterentwickeln, erlebt die von Both gespielte Evelyn in HOUNDS OF LOVE eine qualvolle Lektion in Sachen Liebe. Dank der neuen Gefangenen komnt die emotional abhängige Kriminelle zur Erleuchtung. Die ringt vergebens nach Nähe, Liebe und Verständnis, wird aber vom Göttergatten abgewiesen. So hinterlassen emotionale Wunden tiefe Narben und führen in ein unbequemes Finale, das Erlösung und Qual zugleich ist.
 
 

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In HOUNDS OF LOVE weht ein rauer Wind. Hier zeichnet sich früh ab, dass das Streben nach unerwiderter Liebe mit Chaos enden muss. Das wird vor allem am ungemütlichen Ton des Streifens bemerkbar. HOUNDS OF LOVE wird mit laufender Spielzeit beklemmender und deutet früh an, dass der etwas andere Liebesfilm mit großem Knall enden muss. Filmemacher BEN YOUNG baut subtile Spannungen zwischen seinen Antihelden auf, die schlussendlich zur Katastrophe führen. Unerfahrene Zuschauer dürften damit Probleme haben, denn auch wenn nicht viel Gewalt gezeigt wird, sind die Geschehnisse im Film hart anzuschauen. Hier wird Kopfkino in Bestform zelebriert. Das dürfte wohl auch der Grund dafür sein, dass HOUNDS OF LOVE auf einschlägigen Festivals von Kritikern und Publikum mit Lob überhäuft wurde. BEN YOUNG beschwört mit wenig Mitteln maximales Unbehagen herauf und lässt Figuren wie Zuschauer an Grenzen gehen. Das muss ihm erst einmal jemand nachmachen. HOUNDS OF LOVE ist ein gutes Beispiel dafür, dass sehenswerte Genrefilme nicht zwangsläufig Effekthascherei, explizite Gewalt und Spezialeffekte benötigen. Erfahrenes Schauspiel und durchdachtes Drehbuch sind alles. Wir ziehen unseren Hut.
 
 

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HOUNDS OF LOVE – Fazit

 
 
 

8 Punkte Final

 
 
 
Ein Brett von Film – schockierend, ungemütlich und dennoch ergreifend. HOUNDS OF LOVE zeigt den erschütternden Weg in die Freiheit – doppelbödig und tiefgründig. Den suchen im Film zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Während die eine hier das Opfer ist und versucht aus den Fängen eines Psychopathenpaars zu entkommen, entpuppt sich die andere als personifiziertes Böse und sucht ebenfalls einen Weg, um sich Fesseln entledigen zu können. Es ist mal wieder die Liebe, die an Grenzen gehen und über sich hinauswachsen lässt. Im Falle von HOUNDS OF LOVE leidet die Komplizin eines Mörders an Liebesentzug. Die tut alles daran, um den Liebsten glücklich zu machen, wird aber als Gegenleistung für Mühe mit Füßen getreten. Das sorgt für eine emotionale Talfahrt und der Suche nach Wegen raus aus dem Liebesgefängnis. HOUNDS OF LOVE braucht keine Hochglanzbilder und makellose Jungschauspieler. Der Streifen schockiert mit ungeschönter Bilderflut und depressiver Grundstimmung. Das lässt das Psychodrama irgendwie authentisch wirken und erinnert daran, zu was Menschen fähig sein können, wenn sie geliebt werden wollen. Hinter HOUNDES OF LOVE steckt das Psychogramm einer emotional abhängigen Frau, das definitiv nicht kalt lässt. Somit kein einfach verdaulicher Stoff, sondern harter Tobak mit Tiefgang, Hintergrund und Anspruch. Letzterer hat sich seit einiger Zeit im Genrefilm sehr rar gemacht. Gut, dass er wieder da ist. Der tut nämlich dringend Not.
 
 
 


 
 
 

HOUNDS OF LOVE – Zensur

 
 
 
In HOUNDS OF LOVE wird explizite Gewalt nur sehr selten eingesetzt. Die meisten Grausamkeiten werden nur angedeutet, passieren im Off oder bekommt man nur zu hören. So wird ein Teenager missbraucht, ein Hund zu Tote getreten, ein Mädchen abgeschlachtet und mit Messer in einen Körper gestochen. Wer glaubt, dass das alles harmlos ist, wird schnell eines Besseren belehrt. HOUNDS OF LOVE fühlt sich sehr hart an, weil hier Kopfkino aktiviert wird. Trotzdem dürfte es eine FSK16 geben. Indeed Film wird den Film nach Auswertung auf dem Fantasy Filmfest im Oktober 2017 auf DVD und BD veröffentlichen.
 
 
 


 
 
 

HOUNDS OF LOVE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte führ Grafiken liegen bei Indeed Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jack Ketchum’s Evil (2007)
 
An American Crime (2007)
 
Chained (2012)
 
3096 Tage (2013)
 


Filmkritik: „It Stains the Sands Red“ (2016)

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IT STAINS THE SANDS RED

Story

 
 
 

Eine junge Frau irrt orientierungslos durch die Wüste von Nevada während ihr ein Zombie auf Schritt und Tritt folgt.

 
 
 


 
 
 

IT STAINS THE SANDS RED – Kritik

 
 
 
Zombies, Zombies und irgendwie kein Ende. Seit GEORGE A. ROMERO mit NIGHT OF THE LIVING DEAD den Grundstein für moderne Zombiefilme gelegt hat, wurden über die Jahrzehnte so viele ähnlich gestrickte Filme von ambitionierten Regisseuren gedreht, dass wohl eigentlich niemand weiß wie viele es unterm Strich wirklich sind. Leider haben sich über die Jahre Abnutzungserscheinungen bemerkbar gemacht. Weil die meisten Zombiefilme nach immer gleichem Schema gezimmert wurden und oft mit minimalem Budget zu kämpfen hatten, genoss der Zombiefilm vor allem in den letzten Jahren keinen guten Ruf. Dem wirkten aber kreative Filmemacher mit innovativen Ideen entgegen. Dank Frischzellentherapie entstanden zuletzt Streifen wie WARM BODIES, THE GIRL WITH ALL THE GIFTS oder DEAD SNOW 2, die dem angestaubten Zombie-Genre frischen Wind einverleibten und es so wieder bei gelangweilten Horrorfans interessant machen konnten. Auch Regisseur COLIN MINIHAN weicht mit IT STAINS THE SANDS RED vom üblichen Zombie-Einerlei ab. Der ist eigentlich Teil der in Horrorkreisen bekannten VICIOUS BROTHERS und zeichnet zusammen mit Kollegen STUART ORTIZ für Horrorware wie EXTRATERRESTRIAL, GRAVE ENTCOUNTERS sowie der nicht mehr ganz so gelungenen Fortsetzung GRAVE ENCOUNTERS 2 verantwortlich. Mit einem etwas anderen Zombiefilm geht VICIOUS BROTHERS-Mitglied COLIN MINIHAN aber erstmals eigene Wege und legt ungewöhnlichen Horrorstoff ab, der nicht ohne Grund auf Filmfestivals gelobt wurde.
 
 
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Auch dem IT STAINS THE SANDS RED liegt ein postapokalyptisches Weltuntergangsszenario zugrunde. Das ist aber hier eher Nebensache, denn warum und weshalb sich im Film plötzlich Menschen in Zombies verwandeln, bleibt weitestgehend ungeklärt. Im Mittelpunkt steht Stripperin Molly (BRITTANY ALLEN aus FARHOPE TOWER), die mit dem zwielichtigen Lover Nick durch die Wüste von Nevada düst, um auf einem kleinen Flugplatz vor der unaufhaltsamen Zombie-Seuche fliehen zu können. Leider erleidet der Wagen unterwegs eine Panne, was eine Reihe ominöser Umstände entfacht. Das Paar wird plötzlich von einem Zombie (JUAN RIEDINGER) attackiert. Minuten später ist Kleinganove Nick tot und Koksliebhaberin Molly auf der Flucht. Die irrt durch staubige Wüstenlandschaft und hofft auf Hilfe. Doch der hungrige Untote von der Landstraße folgt ihr auf Schritt und Tritt. Da ist guter Rat teuer, denn die wandelnde Leiche ist bald das kleinere Problem. Hier draußen herrschen andere Gesetze und auch Mutter Natur kennt kein Erbarmen mit drogenabhängigen Clubtänzerinnen. So muss sich die erschöpfte Molly in Richtung Zivilisation durchkämpfen und unzumutbare Temperaturen erdulden. Ob es dieser Film mit seiner Heldin am Ende gut meint?
 
 
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Wenn sich aus Flucht eine ungewöhnliche Freundschaft entwickelt. IT STAINS THE SANDS RED geht das Thema Zombieapokalypse etwas anders an. Statt Rudel von infizierten Personen fressgeil durch Hauptstädte zu jagen, fokussiert sich dieser Streifen auf eine Person, die auch nur von einem Zombie verfolgt wird. Das hört sich auf den ersten Blick langweilig an, ist es aber keineswegs. IT STAINS THE SANDS RED bietet Abwechslung und vermischt Versatzstücke unterschiedlicher Genres miteinander, was dazu führt, dass sich der Streifen in keine Schublade pressen lässt. So streift der Film Komödie, Zombie- aber auch Wüsten-Horror und macht sogar einen kurzen Abstecher ins Rape-and-Revenge-Fach. Regisseur COLIN MINIHAN verzichtet weitestgehend auf klassische Zombie-Klischees. Stattdessen führen im Film Hitze, Wassermangel und Orientierungslosigkeit zu viel größeren Problemen. Heldin Molly gehen nämlich schon bald Kippen, Koks und Alkohol aus. Das sorgt für ein Desaster, denn so wird die Protagonistin von der Realität eingeholt, die leider alles andere als rosig aussieht. Offenbar hat Molly in der Vergangenheit Tragisches erlebt. Weil Drogen nun nicht mehr den Verstand vernebeln, münden traumartigen Erinnerungsszenen zunehmend in eine Identitätsfindung. Da kommt ihr verwesender Verfolger gerade recht. Der verwandelt sich plötzlich vom gefräßigen Nimmersatt in einen verständnisvollen Begleiter und hilft der desorientierten Filmfigur aus so manch heikler Situation. Letztere erkennt schon bald, dass im toten Körper immer noch Menschlichkeit schlummert und dankt dem neuen Zombiefreund zunehmend mit Respekt und Achtung. Erfahrenen Horrorfans dürfte beschriebene Thematik nicht unbekannt sein. Bereits Zombievater GEORGE A. ROMERO gab in DAY OF THE DEAD zu verstehen, dass Zombies – trotz primitiver Instinkte – immer noch Menschen sind. Ein interessanter Ansatz den Regisseur COLIN MINIHAN daher verfolgt. Der lässt IT STAINS THE SANDS RED aus der verstaubten Zombie-Ecke hervorstechen und hebt den Streifen über den Durchschnitt. Wer daher im Zombie-Genre nach Neuerungen sucht, dürfte mit diesem unkonventionellen Horrordrama gut beraten sein.
 
 
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IT STAINS THE SANDS RED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Einer der ungewöhnlichsten Zombiefilme, die bisher über die Mattscheibe geflimmert sind. Der Film mit der ungewöhnlichen Titelkreation dürfte vermutlich falsche Erwartungen schüren. IT STAINS THE SANDS RED ist keine Zombie-Fress-und-Gewalt-Granate wie man es bei einem derart reißerischen Titel vermuten würde. Im Genre-Mix wird viel gelaufen, getrunken und gekokst. Gefressen und gesplattert dafür umso weniger. IT STAINS THE SANDS RED schwankt zwischen grotesk und humorvoll. Da wird ein blutgetränkter Tampon als Zombie-Köder benutzt oder ein Schlauchboot an einen Zombie gebunden, damit die Hauptdarstellerin im Film ihr Gepäck nicht selbst durch die Wüste tragen muss. An absurden Einfällen wird nicht gespart. Das macht IT STAINS THE SANDS RED interessant, der aber vermutlich nicht bei allen Zombiefans gut ankommen dürfte. Der Film lässt sich nämlich viel Zeit und sonderlich viel passiert auch nicht. Wer sich dessen bewusst und offen für Neuerungen im Zombie-Genre ist, könnte hier aber dennoch gut unterhalten werden. Der Grund: IT STAINS THE SANDS RED geht nicht gleichen Weg, wie die gefühlt letzten 1000 Streifen gleicher Art. Da sieht man gern über Länge hinweg, schließlich bekommt man nicht alle Tage Zombiefilme vor die Linse, in denen lebende Leichen plötzlich jene beschützen, die sie eigentlich verspeisen würden.
 
 
 


 
 
 

IT STAINS THE SANDS RED – Zensur

 
 
 
Für einen Zombiefilm ist IT STAINS THE SANDS RED nicht sehr brutal. Es gibt wenige kurze Fressszenen zu sehen. Darin knabbert der untote Antiheld an Hälsen und zieht Gedärme aus den Körpern seiner Opfer. Am Ende greift auch Hauptfigur Molly zum Mordwerkzeug und macht einigen Zombies den Garaus. Gezeigtes ist FSK16-tauglich.
 
 
 


 
 
 

IT STAINS THE SANDS RED – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Eurovideo Medien GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Fido (2006)
 
Warm Bodies (2013)
 
Die Nacht der lebenden Loser (2004)
 


Filmkritik: „Bed of the Dead“ (2016)

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BED OF THE DEAD

Story

 
 
 

Ein Bett wird zum Schauplatz ultimativen Terrors. Das entpuppt sich als abgebrühter Killer und tötet jene, die es sich darin gemütlich gemacht haben.

 
 
 


 
 
 

BED OF THE DEAD – Kritik

 
 
 
Nicht schon wieder ein Zombiefilm. Zumindest liegt der Verdacht nahe, wenn sich ein Film BED OF THE DEAD schimpft und so Streifen wie DIARY OF THE DEAD, DAWN OF THE DEAD oder LAND OF THE DEAD in Erinnerung ruft. Letztere stammen aus der Mache von Zombievater GEORGE A. ROMERO und waren lupenreine Zombiefilme – stets unverkennbar am Anhang „of the Dead“ im Titel. Um Ängste zu nehmen: Der nun hier vorgestellte Horrorthriller ist kein Streifen erwähnten Subgenres. Lebende Leichen lassen sich in diesem Horrorfilm nicht blicken. Stattdessen knüpft BED OF THE DEAD dort an, wo in den 80ern WES CRAVEN mit A NIGHTMARE ON ELM STREET vorgelegt hat. Darin wurde der damals noch unbekannte JOHNNY DEPP von einem gefräßigen Bett verschluckt und anschließend verdaut ausgespuckt. Ein Schelm wer da böses denkt und Parallelen zum folgenden BED OF THE DEAD vermutet. Auch hier wird eine uralte Schlafliege zur Killermaschine, die grausam tötet und hinterlistig manipuliert. JEFF MAHER hat sich diesen ungewöhnlichen Horrortrip ausgedacht und ist im Horrorfach kein Unbekannter. Der hat zuvor in Streifen wie ANTISOCIAL, ANTISOCIAL 2 und BITE die Kameraarbeit übernommen. Offenbar war ihm das nicht genug. Mit BED OF THE DEAD feiert der Kanadier sein Langfilmdebüt als Regisseur. In der Horrorfilmwelt nichts Ungewöhnliches mehr. Nicht selten haben sich in der Vergangenheit Kameramänner als Regisseure ausprobiert und passable Arbeit abgeliefert. Ob das auch für BED OF THE DEAD gilt?
 
 
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Wie der Titel BED OF THE DEAD vermuten lässt, handelt dieser Streifen um ein Nachtlager, das den Tod bringt. Jene Koje steht in einem zwielichtigen Sex-Club und wurde vor Jahrhunderten aus Holz eines Baumes geschnitzt, an dem eine Sekte unschuldige Menschen aufgehangen hat. Das wissen vier sexhungrige Mittzwanziger aber nicht, die sich wegen einer Orgie in das letzte verfügbare Zimmer eines schmuddeligen Stundenhotels einmieten. Kaum nackig und im Bett, passieren auch schon furchtbare Dinge. In dieser uralten Pritsche schlummert das Böse. Wer sie einmal betreten hat, kommt nicht mehr lebend heraus. Diese Erfahrung müssen auch die neuen Schlafgäste machen. Kaum einen Fuß aus dem Bett gesetzt, folgt ein folgenschweres Massaker, das die wenig klugen Helden zum Nachdenken zwingt. Währenddessen untersucht der kaputte Polizist Vigil (COLIN PRICE) einen mysteriösen Mordfall und erhält plötzlich eine SMS von der attraktiven Sandy (ALYSA KING aus BERKSHIRE COUNTY), die im gesagtem Killer-Bett ums Überleben bangt. Ob man ihr aus der misslichen Lage helfen kann? Nach nicht einmal 75 Minuten wird man es wissen. Sonderlich lang ist BED OF THE DEAD leider nicht.
 
 
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Einen derart obskuren Killer hat man im Horrorfilme bestimmt noch nicht gesehen. BED OF THE DEAD beginnt stark und blutig. Das dürfte vermutlich Fans für Grobe freuen. Leider erhält die Freude schnell einen Dämpfer, denn nach deftigen 15 Minuten ist plötzlich Schluss mit lustig. Nachdem zwei Protagonisten grausam ihr Leben lassen mussten, quält sich BED OF THE DEAD mit dem Fortgang der Geschichte. Offenbar war man sich beim Schreiben des Drehbuchs nicht sonderlich klar, was man mit der ungewöhnlichen Idee von einem mordenden Bett anfangen soll. So macht sich schnell Langeweile breit, weil die übrigen Helden irgendwie versuchen einen Ausweg aus der Misere zu finden. Da wird nach dem Hotelpersonal gerufen oder mit Handys Hilfe angefordert. Leider kommen die Hilferufe in einer Art Parallelwelt an und rufen so das Interesse eines innerlich zerfressenen Polizisten auf den Plan, der soeben einen mysteriösen Mordfall untersucht in dem das mordende Bett auch eine Rolle spielt. Klingt verschachtelt und kompliziert, ist aber kaum der Rede wert. BED OF THE DEAD besitzt kaum Höhepunkte und verliert schnell jene Intensionen aus den Augen, die man wohl erwarten würde, wenn man einen solchen Titel liest. Im Film wird zu wenig „Dead“ gezeigt. Stattdessen quälen unwichtige Gespräche und nicht sonderlich begabte Schauspieler, welche sich unklug verhalten und nicht sonderlich sympathisch sind. Vertanes Potenzial, wie wir meinen, denn BED OF THE DEAD hätte Großes werden können. Die wenigen Spezialeffekte erinnern an handgemachte Gewaltexzesse aus den 80ern und auch atmosphärisch fährt Regisseur JEFF MAHER groß auf. Doch statt blutigem Party-Trash mit Betten-Massaker wird nur ein lauer Horror-Wind geboten, der wohl besser als Kurzfilm funktioniert hätte. Enttäuschend.
 
 
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BED OF THE DEAD – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärischer Old-School-Horror, der wohl in den 1980ern ein Hit geworden wäre. Leider haben sich Sehgewohnheiten geändert. BED OF THE DEAD hält nicht das, was man sich von einem Film mit so reißerischem Titel gewünscht hätte. Da erwartet man Trash, Gore und viele Leichen. Letztere sind überschaubar, was nicht gerade für einen Streifen mit derart verheißungsvoller Titelkreation spricht. BED OF THE DEAD punktet in Sachen Atmosphäre. Die ist düster und unheimlich. Was stört ist die wenig packende Geschichte. Offenbar haben Ideen gefehlt, wie man einen Film über ein mordendes Bett auf Spielfilmlänge aufblasen kann. Nach einleitender Metzelorgie mit viel Tempo, geht dem Streifen plötzlich die Puste aus. Keine guten Voraussetzungen für ein sehenswertes Horrorerlebnis.
 
 
 


 
 
 

BED OF THE DEAD – Zensur

 
 
 
BED OF THE DEAD hat ein paar wenige handgemachte Splatter-Momente zu bieten. Ein Mann wird unter ein Bett gezogen. Danach spritzt literweise Blut unter dem Bett hervor. Weiterhin werden Fersen durchtrennt und Bauchdecken aufgerissen. Das große Splattermeisterwerk ist BED OF THE DEAD nicht geworden. Die Gewaltmomente halten sich in Grenzen und sind überschaubar. Daher ist eine Freigabe ab 16 Jahren denkbar.
 
 
 


 
 
 

BED OF THE DEAD – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Black Fawn Films | Breakthrough Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Death Bed: The Bed That Eats (1977)
 
Stuart Gordon’s Death Bed (2002)
 
Der Kühlschrank (1991)
 


Filmkritik: „Abattoir“ (2016)

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ABATTOIR

Story

 
 
 
Auf der Suche nach Antworten zu mysteriösen Mordfällen, verschlagt es eine neugierige Reporterin in ein verschlafenes Dorf, wo es nicht mit rechten Dingen zugeht.

 
 
 


 
 
 

ABATTOIR – Kritik

 
 
 
Und wieder ein Mysteryfilm mit Geisterzutat. Das ist Anbetracht der Menge jener Art von Streifen mittlerweile nichts Besonderes mehr. Weitaus interessanter ist da schon eher, wer es sich auf dem Regiestuhl gemütlich gemacht hat. DARREN LYNN BOUSMAN ist wieder da und wechselt die Fronten. Der ist eigentlich für blutige Hausmannskost berüchtigt und hat zuvor die Teile zwei, drei und vier der nicht gerade zimperlichen SAW-Reihe fürs Multiplex inszeniert. Vermutlich hatte er es aber wohl satt den immer gleichen Käse fürs gewalterprobte Publikum zu drehen. Daher verirrt er sich nun mit ABATTOIR ins subtile Filmfach – kann aber scheinbar trotzdem nicht das mit dem Blut und der Gewalt lassen. Der Schuster bleibt halt bei seinen Leisten. ABATTOIR basiert auf den gleichnamigen Graphic Novels des horrorkundigen Filmemachers. Leider ist der Sprung auf die Leinwand nicht sonderlich erwähnenswert, denn irgendwie vermisst man in der Kinoadaption das zügige Tempo und die knallharte Kompromisslosigkeit der früheren Werke des Regisseurs. Das verursacht keine Begeisterungsstürme – vor allem nicht beim Zuschauer, der eine gewisse Kaltschnäutzigkeit erwartet, die er mit den Werken des DARREN LYNN BOUSMAN in Verbindung bringt. Da kann man nur hoffen, dass beim nächsten Film alles besser wird. Schenkt man Interviews und Berichten im Internet Glauben, soll ABATTOIR unter dem Titel THE DWELLING fortgesetzt werden. Hoffentlich dann aber auch in der für Bousman bekannten Gangart – denn ABATTOIR ist im Gegensatz zu dem was man sonst von ihm gesehen hat Kinderfasching.
 
 
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Düsterer Videolook und dreckige Bilder. Auch ABATTOIR erinnert visuell so ziemlich an die bisherigen Schocker des Herrn Bousmann und erzählt die Geschichte von Journalistin Julia, die hier versucht ein Mysterium zu lüften. Die Familie ihrer Schwester wurde von einem Fremden kaltblütig abgeschlachtet. Die Polizei steht vor einem Rätsel – vor allem auch deshalb, weil wenige Stunden später der gesamte Tatort aus dem Haus gerissen wurde. Weil man keine Erklärungen für die Tat findet, beginnt die attraktive Mittdreißigerin auf eigene Faust zu recherchieren. Schnell findet Julia eine erste Spur. Offensichtlich verschwinden seit Jahren immer häufiger Schauplätze grausamer Verbrechen. So verschlägt es die Journalistin auf der Suche nach Antworten in ein kleines Dorf in dem Prediger Crone für Zucht und Ordnung sorgt. Leider sind die Bewohner nicht sonderlich kommunikativ. Das hat auch seine Gründe, denn hinter der Fassade friedliebender Bürger versteckt sich das ultimativ Böse.
 
 
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ABATTOIR (was so viel heißt wie Schlachthaus) bewegt sich irgendwo zwischen Sekten, Geister- und Kleinstadt-Horror, macht aber nicht sonderlich Laune. Statt den Zuschauer mit Terror, Adrenalin und Hektik zu quälen – so wie man es bisher aus der Bousman’schen Tortur-Werkstatt vorgesetzt bekommen hat – bereitet dieser Streifen in erster Linie nur eines: Langeweile. Der US-amerikanische Regisseur versucht es mit Langsamkeit und stetig steigenden Spannungsbogen. Leider gelingt es dem Filmemacher nur mühsam den Film voranzutreiben und die Handlung irgendwie interessant zu gestalten. Demzufolge braucht ABATTOIR erschreckend lang bis er endlich in die Gänge kommt und seine Richtung gefunden hat. Spätestens dann überzeugt der Horrorthriller aber mit tricktechnisch gutem CGI-Finale und netten Einfällen. Nach vermeintlich ergebnisfreier Suche nach Antworten und teils spannungsfreier Detektivarbeit schöpft Bousman endlich aus den vollen und zeigt einmal mehr, wieso die SAW-Filme so erfolgreich wurden. Die Helden und auch der Zuschauer werden durch eine Art surreale Geisterbahn gejagt, in der vor allem Bousmans Gespür für abrupte Schnitte zum Tragen kommt. Das macht den Film hektisch und rasant – kommt aber 70 Minuten zu spät. Letztendlich bleibt ABATTOIR weit hinter den Erwartungen zurück. Trotz aller Bemühungen schafft es der Streifen zu keiner Minute zu fesseln. Das ist dahingehend schade, weil die Idee mit den verschollenen Tatorten und die letztendliche Auflösung durchaus ihren Reiz haben. Demzufolge kann man Bouman dann doch eher raten bei dem bleiben, was er wirklich kann. Das sind nun mal in erster Linie keine atmosphärischen und gut durchdachten Gruselschauer, sondern reißerische Horrorfilme, die sich mit den Abgründen der menschlichen Seele beschäftigen.
 
 
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ABATTOIR – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Eine surreale Geisterbahn, die irgendwie nicht so recht an Fahrt zulegen will. ABATTOIR ist eine kleine Enttäuschung, denn nach den durchaus unterhaltsamen SAW-Streifen zwei, drei und vier hat man dann doch schon etwas mehr Fingerspitzengefühl in Sachen Horror von Regisseur DARREN LYNN BOUSMAN erwartet. Wo die reißerischen SAW-Ableger trotz gleicher Machart irgendwie doch noch mitfiebern ließen, herrscht in ABATTOIR Leere. Der Film ist unglaublich ereignisarm und hätte auch gut und gerne als 30-minütige Gruselepisode irgendeiner Horror-TV-Sendung abgehandelt werden können. Stattdessen wird eine im Grunde genommen gar nicht mal so uninteressante Geschichte zwanghaft auf 90 Minuten geblasen und verursacht gähnende Langeweile. Viel passiert nicht – zumindest bis kurz vor Ende. Dann wird der Zuschauer immerhin durch eine spukreiche Jahrmarkt-Attraktion gejagt. Ob das aber das Sehen dieses eher mittelprächtigen Gruselstreifens rechtfertig, muss jeder selbst entscheiden. Wer jedoch gerade wegen DARREN LYNN BOUSMAN am Steuer einen „krassen“ Film erwartet, dürfte sehr schnell enttäuscht werden.
 
 
 


 
 
 

ABATTOIR – Zensur

 
 
 
Zwar ist ABATTOIR kein SAW, aber es gibt dennoch einige recht krude Morde zu sehen. So gibt es in einem Zusammenschnitt sämtliche Verbrechen zu sehen, die sich in diversen Zimmern zugetragen haben, welche dann auf mysteriöse Weise verschwunden sind. Dennoch halten sich die Schauwerte in Grenzen und rechtfertigen eine FSK16. Nach der Deutschlandpremiere auf dem FANTASY FILMFEST 2016 ist der Streifen nun ungeschnitten auf DVD und Blu-ray erschienen.
 
 
 


 
 
 

ABATTOIR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Constantin Film | Highlight Communications

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Abattoir; USA 2016

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD HR 5.1, Englisch DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 (1920 x 1080p)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Making of (10 Min.), Trailer Deutsch, Originaltrailer, Unsere DVD/BD-Empfehlung

Release-Termin: 06.10.2016

 

Abattoir [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ABATTOIR – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Constantin Film | Highlight Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Conjuring – Die Heimsuchung (2013)
 
100 Feet (2007)
 
100 Ghost Street – The Return of Richard Speck (2012)
 


Kritik: „The Ones Below – Das Böse unter uns“ (2015)

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THE ONES BELOW – DAS BÖSE UNTER UNS

Story

 
 
 
Die Geburt des neuen Sohnes wird für Kate und Jack (CLÉMENCE POÉSY und STEPHEN CAMPBELL MOORE) zum Albtraum, als in der Wohnung im Erdgeschoss neue Nachbarn (LAURA BIRN und DAVID MORRISSEY) einziehen, die sich äußerst merkwürdig verhalten.

 
 
 


 
 
 

THE ONES BELOW – Kritik

 
 
 
Von werdenden Eltern und bösen Nachbarn. In THE ONES BELOW erwarten Kate und Jack ihr erstes Kind. Umso erfreulicher für das junge Paar, dass in der Wohnung unter ihnen ebenso glückliche Leute einziehen, die ebenfalls auf Nachwuchs warten. Schnell sind die Gesprächthemen gefunden und man freundet sich an. Doch die frisch geschlossene Freundschaft steht unter keinem guten Stern. Die neuen Nachbarn haben nämlich einige Marotten, die nicht sonderlich gut ankommen. Erst ist es der penetrante Zwang nach Ordnung, der bei Kate und Jack für Verwirrung sorgt. Später verursacht die überfreundliche Art der neuen Hausbewohner Gänsehaut, wirkt die doch trotz aller Bemühungen nicht sonderlich vertrauenserweckend. Doch das alles ist nichts im Gegensatz zu dem, was noch kommen wird. Während eines gemeinsamen Abendessens kommt es zu einem folgenschweren Vorfall, der die wahren Intentionen der neuen Nachbarn ans Tageslicht bringt. ALFRED HITCHCOCK und ROMAN POLANSKI lassen grüßen.
 
 
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MIT THE ONES BELOW gibt’s Nachschub für all jene, die eine Abreibung fürs Nervenkostüm brauchen. Morbider Psycho-Horror wird geboten, der sich einmal mehr einer Thematik widmet, die sich im Genre neuerdings wieder großer Beliebtheit erfreut. Albtraum Schwangerschaft – das ist Stoff, der bereits in den 1960ern durch ROMAN POLANSKI furchteinflößend für die Leinwand aufbereitet wurde. Viele Jahrzehnte später lässt sich aus bekannter Formel immer noch makabrer Horrorstoff drehen, der vor allem werdenden Mütter an die Substanz gehen dürfte. Hinter dem kleinen Indie-Thriller steckt kein Mann vom Fach. Trotzdem weiß Nachwuchsregisseur DAVID FARR ziemlich genau, wie er Spannungsschrauben fester drehen muss, damit es dem Zuschauer unbequem wird. Der britische Newcomer bewegt sich in seinem Filmdebüt weg vom Holzhammer-Horror und geht über zum Daumenschrauben-Kino, in dem sich die Spannung bis zum makabren Finale steigert, damit am Ende die Katze aus dem Sack gelassen werden kann. Das gelingt ganz ohne Blut- und Schockmomente – verursacht aber gerade deswegen ein unangenehmes Bauchgefühl, weil Macher DAVID FARR das Grauen auf subtile Weise heraufbeschwört und den Horror im Kopf des Zuschauers entstehen lässt. So etwas nennt man Horror mit Hirn, der mittlerweile im Genre ziemlich selten geworden ist, weil Horror vor allem beim jungen Publikum in erster Linie mit Mord und Totschlag in Verbindung gebracht wird. Brachiale Kills und ausufernde Gewalt sucht man hier aber vergebens. THE ONES BELOW setzt auf Charakteraufbau und Dialoge – klappt scheinbar auch heute immer noch so gut wie vor 30 Jahren.
 
 
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In THE ONES BELOW bahnt sich das Grauen langsam seinen Weg durch den Film. Immer wieder geraten die Sympathieträger in verzwickte Situationen, die den Zuschauer mit flauem Magengefühl vor der Flimmerkiste zurücklassen. Man ahnt schnell, dass mit den neuen Nachbarn nicht gut Kirschen essen ist. So lauert hinter der Fassade gesitteter Bürger mal wieder das Böse. Eine Erkenntnis mit welcher der Film in die Fußstapfen vieler Genrefilme der 1980er und 1990er tritt, die unter so berüchtigten Titeln wie THE STEPFATHER, DAS KINDERMÄDCHEN oder FEAR – WENN LIEBE ANGST MACHT bei Fans des Genres ein Begriff sein dürften. THE ONE BELOW ist nach dem gleichen Muster gestrickt und strapaziert mit knisternder Spannung die Nerven des Publikums. Demzufolge sollte man diesen kleinen Psychothriller eine Chance geben – insofern man was mit langsam erzählten Psycho-Kicks anfangen kann, die sich viel Zeit für das Wesentliche im sogenannten Angstkino lassen.
 
 
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THE ONES BELOW – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Hätte ALFRED HITCHCOCK den Okkult-Schocker ROSEMARIES BABY verfilmt, wäre vermutlich so etwas wie THE ONES BELOW dabei herausgekommen. Der auf dem Fantasy Filmfest ausgestrahlte und vielgelobte Psychothriller ist nichts für Fans hektisch geschnittener Gewaltepen. Das minimalistische Psychodrama hat was von einem Kammerspiel und konzentriert sich auf Charakterentwicklung und Spannungsaufbau. Statt die Augen des Horrorfans mit Blut und Gewalt zu blenden, kümmert sich Regieneuling DAVID FARR um die Hirne seines Publikums und vernebelt die mit astreinem Psycho-Terror. Dafür musste mal wieder das Thema Schwangerschaft herhalten mit dem (Found-Footage) Filmemacher in letzter Zeit reichlich Schabernack getrieben haben. Mit THE ONES BELOW wird aber wieder alles besser, denn DAVID FARR lässt das Böse nicht im Bauch der Mutter heranwachsen, sondern funktioniert freundliche Nachbarn zu ultimativen Psychopathen um. Für knisternde Spannung und unangenehmes Bauchgefühl ist somit gesorgt, denn der britische Regisseur scheint viele Altmeister des Thrillerfachs genau studiert zu haben. Er beherrscht die subtile Angstmacherei erstaunlich gut, was THE ONES BELOW zu einem echten Indie-Psycho-Geheimtipp macht.
 
 
 


 
 
 

THE ONES BELOW – Zensur

 
 
 
Wer Gewalt sucht, ist hier falsch. Davon gibt es im Film nichts zu sehen. Eigentlich könnte man THE ONES BELOW bereits ab 12 Jahren freigeben. Wegen dem kompromisslosen Ende, einiger Schimpfwörter und bedrohlicher Stimmung hat es THE ONES BELOW aber mit einer FSK16 in die Händlerregale geschafft.
 
 
 


 
 
 

THE ONES BELOW – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) METEOR FILM (Blu-ray KeepCase-Version)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Ones Below; Großbritannien 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 25.11.2016

 

The Ones Below – Das Böse unter uns [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE ONES BELOW – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei METEOR FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Stepfather (2009)
 
The Stepfather (1987)
 
The Roommate (2011)
 
The Harvest (2013)
 
One Hour Photo (2002)


Filmkritik: „Antibirth“ (2016)

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ANTIBIRTH

Story

 
 
 

Die drogenabhängige Putzfrau Lou hat einen Filmriss. Eines Tages ist die Arme schwanger und weiß nicht von wem. Leider erweist sich der Blackout als das kleinere Übel. Weitaus besorgniserregender ist die Geschwindigkeit mit der der Fötus im Bauch heranwächst.

 
 
 


 
 
 

ANTIBIRTH – Kritik

 
 
 
Keine Macht den Drogen – vor allem während der Schwangerschaft! Mit diesem Warnruf betreiben nicht nur Krankenkassen Aufklärungsarbeit. Auch im frischen Indie-Horror ANTIBIRTH erhält diese Botschaft neuen Zündstoff unter den Hintern – vor allem schwarzhumorigen. Wenn die Geburt des Kindes zum Horror wird. Das ist Stoff, der auch Jahrzehnte nach ROSEMARY’S BABY irgendwie immer noch gut funktioniert. Das sah wohl auch Regie-Neuling DANNY PEREZ so, der aber einiges anders macht – wenn auch nicht unbedingt besser. Der ambitionierte Regisseur schien erst gar nicht am Wohl seiner Heldin interessiert zu sein. Stattdessen lässt der seine Hauptdarstellerin trotz Kind im Bauch saufen und koksen. Die Quittung fliegt ihr sogleich um die Ohren, denn was da im Bauch heranwächst sorgt nicht nur für Schmunzler, sondern auch für reichlich Ekel.
 
 
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Was das größte Glück für jede Frau ist, entpuppt sich für Putzfrau Lou (NATASHA LYONNE aus THE RAMBLER) als Albtraum. Die lebt ein Lotterleben und hangelt sich von Party zu Party, wo sie an Sex und Drugs mitnimmt, was sie kriegen kann. Nach einer weiteren durchzechten Nacht mit viel Alkohol und Substanzen illegalen Zuschnitts, wacht sie orientierungslos auf und kann sich mal wieder an nichts erinnern. Eigentlich nichts Neues im Leben der recht ziellosen Mittdreißigerin, wäre da nicht ein seltsames Gefühl in der Magengegend, das Lou zu denken gibt. Nach drei Anti-Angst-Schnäpsen soll ein Schwangerschaftstest Gewissheit vermitteln. Leider lässt der die schlimmsten Ängste wahr werden. Lou ist schwanger und der Vater unbekannt. Doch statt im Panik zu verfallen, vertraut sich die Schwangere erst mal König Alkohol an und holt sich Rat bei Freundin Sadie (CHLOË SEVIGNY aus #HORROR). Die ist über das rapide Wachstum des Kindes besorgt. Ja, die Schwangerschaft schreitet beängstigend schnell voran. Plausible Antworten hat Verschwörungstheoretikerin Lorna (MEG TILLY) in petto. Die glaubt an seltsame Experimente und Entführungen durch Außerirdische. Ob Sie damit Recht hat?
 
 
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ANTIBIRTH wird fast ausschließlich von den guten Leistungen der Darstellerinnen getragen, von denen vor allem NATASHA LYONNE hervorsticht, die hier als saufende und koksende Schwangere für so manchen schrägen Moment sorgt. Leider kann auch die beste Schauspielarbeit nicht darüber hinwegtäuschen, dass ANTIRITH eine äußerst schläfrige Angelegenheit ist. Bis das schwarzhumorige Filmchen endlich mal den korrekten Weg gefunden hat, vergeht ziemlich viel Laufzeit. Warum ist Lou schwanger und weshalb kann sie sich an nichts erinnern? Das Mysterium um den ungeplanten Nachwuchs wirft viele Fragen auf – doch die Antworten darauf gibt es erst in den letzten Minuten. Regisseur DANNY PEREZ lässt sich viel Zeit, um die rätselhafte Schwangerschaft seiner Heldin zu beleuchten. So wird seine Protagonistin immer wieder mit absurden Träumen und Visionen konfrontiert, die ihr im Alkoholrausch das Hirn vernebeln. Aber auch seltsame Veränderungen am Körper deuten darauf hin, dass die nahende Geburt alles andere als normal verlaufen wird. Und so kommt, was kommen muss. Die Erzeuger-Suche wird mit Cronenberg’schen Ideen des Körper-Horrors angereichert präsentiert. Das sorgt im reichlich überzogenen Finale dann für ordentlich Ekel-Breitseite. Da bekommt auch der Fan des Kuriosen was zu sehen fürs Geld. Leider kommt der schräge Richtungswechsel viel zu spät, denn während man im Film froh darüber ist, dass der Schwangerschaftsspuk endlich ein Ende hat, dürfte der Zuschauer davon nicht viel mitbekommen haben. Der wird wegen dem fehlenden Spannungsbogen vielleicht sogar selig eingeschlummert sein und verschreckt aus dem Sessel springen, wenn laute Musik im Abspann das Schönheitsschläfchen rüde unterbricht. Wer sich trotzdem an ANTIBIRTH heranwagen möchte, sollte entweder ausgeschlafen sein oder bis zehn Minuten vor Schluss spulen. Dort gibt’s die wichtigsten Schlüsselmomente zu sehen. Was sich davor ereignet, lässt sich in zwei Sätzen zusammenfassen und steht bereits in der Inhaltsangabe weiter oben.
 
 
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ANTIBIRTH – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein Regie-Debüt, das nicht zwangsläufig Appetit auf mehr macht. ANTIBIRTH erstaunt durch enorme Gehaltlosigkeit, überzeugt aber trotzdem mit guten Darstellern, die zumindest retten, was noch gerettet werden kann. Viel bietet ANTIBIRTH nicht, was Erwähnung finden könnte, denn der Film quält sich förmlich damit, eine unterhaltsame Geschichte zu erzählen. Der schwarzen Komödie mangelt es an Tempo und Substanz. Zudem vermisst man schmerzlich den wichtigen Spannungsbogen, der in solchen Filmen unabdingbar ist. Viel passiert wirklich nicht – dieser Fehlzünder köchelt gescheite Ideen auf Sparflamme. Ein paar bizarre Visionen hier, ein absurdes Ekelfinale da – fertig ist ein Film, der irgendwie daherplätschert und erst kurz vor der Zielgeraden seine eigentliche Richtung findet. Ob das die meisten Zuschauer überhaupt zu sehen bekommen bleibt fraglich. Denn trotz Body-Horror und ein paar wenigen Trash-Schmunzlern dürften den meisten Filmfans nach wenigen Minuten bereits die Augen schwer werden. Diese Tatsache allein reicht aus, um erkennen zu können, dass es sich bei ANTIBIRTH nicht unbedingt um einen gelungenen Horrorfilm handelt. Also kann man diesen FANTASY FILMFEST-Beitrag gern auch auslassen. Es gibt weitaus bessere Horrorfilme über problematische Schwangerschaften.
 
 
 


 
 
 

ANTIBIRTH – Zensur

 
 
 
In ANTIBIRTH passiert nicht sonderlich viel – auch hinsichtlich Gewalt. Selbstzweckhaft wird hier gar nichts zelebriert. Bis auf einige körperliche Veränderungen und einer schmerzhaften Geburt am Ende, werden dem Horrorfan in ANTIBIRTH kaum Schauwerte geboten. Eine FSK16 ist demnach sicher.
 
 
 


 
 
 

ANTIBIRTH – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für rafiken liegen bei IFC Midnight)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Shelley (2016)
 
Bleed (2016)
 
The Devil Incarnate (2013)
 
Delivery: The Beast Within (2013)
 
Hell Baby (2013)
 
Devil’s Due – Teufelsbrut (2014)
 
Rosemaries Baby (1968)
 
Unborn – Kind des Satans (1991)
 


Filmkritik: „Scherzo Diabolico“ (2015)

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SCHERZO DIABOLICO – BLUTIG UND BÖSE

Story

 
 
 
Einem fleißigen Rechtsanwalt platzt der Kragen. Weil er im Job nur ausgenutzt wird und auch zuhause mit der Familie keinen Frieden findet, schmiedet er einen diabolischen Plan. Mit unvorhersehbaren Folgen.

 
 
 


 
 
 

SCHERZO DIABOLICO – Kritik

 
 
 
Die Sprache des Horrors ist in jedem Land gleich und kennt somit keine Grenzen. So auch in Mexiko, das sich seit einigen Jahren überraschend konstant darin übt, beunruhigende Geschichten in Kinos und Wohnzimmer in aller Welt zu bringen. Dass das Land von Tequila und Tortillas nicht nur Horror-Eintagsfliegen hervorbringt, hat man mit Filmen wie Guillermo Del Toros Debüt CRONOS, THE DEVIL’S BACKBONE oder WIR SIND WAS WIR SIND bewiesen. Letzterer überrumpelte selbst Hollywood, so dass ein amerikanisches Remake her musste, das aber in den heimischen Kinos nicht den erhofften Erfolg brachte. Wen wundert’s? Zuletzt hat Mexiko dank des Regisseurs ADRIÁN GARCÍA BOGLIANO Horror-Aufsehen erregt. Der Mexikaner landete mit HERE COMES THE DEVIL gleich mal einen Indie-Horror-Hit, der bei anspruchsvollen Festivalbesuchern bleibenden Eindruck hinterließ. Ob das auch mit der bitterbösen Parabel SCHERZO DIABOLICO wiederholt werden kann, für die ADRIÁN GARCÍA BOGLIANO ebenso verantwortlich zeichnet?
 
 
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Eigentlich ist Rechtsanwalt Aram ein Arbeitnehmer aus dem Bilderbuch. Stets pünktlich am Arbeitsplatz, schuftend wie kein anderer. Vom Chef erhält er keine Anerkennung. Noch nicht mal für Überstunden, die er fast tagtäglich abreißt. Auch zu Hause herrscht nicht gerade eitel Sonnenschein. Arams Ehefrau ist von der Feigheit ihres Gatten alles andere als erfreut und bestraft den Liebsten mit Sexentzug – weil der nicht den Mut besitzt, eine Entlohnung für die Mehrarbeit einzufordern. Doch damit soll nun Schluss sein. Aram schmiedet einen hinterlistigen Plan. Er beschattet die Tochter des Kanzleiboss Granovsky und entführt das ahnungslose Mädchen in der Hoffnung, dass der Vorgesetzte die Arbeit vernachlässigt und entlassen wird. Tatsächlich trägt das fiese Vorhaben Früchte. Granovsky ist psychisch am Ende und muss die Firma verlassen. Seinen Platz nimmt Aram ein, der nun hofft, dass sich das Schicksal zum Besseren wenden wird. Leider kommt natürlich alles anders. Wie im Horrorbereich üblich, haben die Opfer das letzte Wort. Die lassen Arams Demütigungen nicht auf sich sitzen und dürsten nach Rache – am liebsten blutig und kompromisslos.
 
 
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Einmal Horror immer Horror. Ein schnell improvisiertes Sprichwort, dass sich aber immer wieder bewahrheitet. Nach HERE COMES THE DEVIL, THE ABCS OF DEATH und LATE PHASES bleibt der Mexikaner ADRIÁN GARCÍA BOGLIANO dem Genre treu und unterhält nach gefräßigen Werwölfen, unartigen Kindern und perversen Serienkillern zur Abwechslung mit Rachegelüsten der makabren Sorte. Wie bereits der Titel SCHERZO DIABOLICO vermuten lässt, geht es im gleichnamigen Film selbst reichlich zynisch und schwarzhumorig zu. Im Verlauf der Handlung werden die Rollen neu verteilt und unerwartete Wendungen nehmen ihren Lauf. So brennen dem Filmhelden später die Sicherungen durch. Der anfangs rechtschaffene und sympathische aber bereits desorientierte Hauptcharakter wird zum Handlanger des Bösen. Um eigene Interessen durchsetzen zu können und endlich mal auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen, handelt er gegen das Gesetz. Leider ist und bleibt Protagonist Aram der geborene Pechvogel. Mit seinem Vorhaben setzt er eine Kettenreaktion in Gang, die nur zu Chaos führen kann. Ihm ereilt eine bitterböse Strafe, weil er gewissenlos gehandelt hat. Eine gewisse Ironie lässt sich nicht von der Hand weisen – das gibt SCHERZO DIABOLICO in der letzten halben Stunde auch dem Zuschauer unverblümt zu verstehen.
 
 
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Trotz ambitionierter Machart und bitterböser Geschichte über selbstsüchtiges Streben nach Macht und Erfolg, ist SCHERZO DIABOLICO ein zweischneidiges Schwert. Nach den erwähnten Arbeiten von Regisseur ADRIÁN GARCÍA BOGLIANO, die auf vielen Filmfesten (darunter auch dem FANTASY FILMFEST) Lob einheimsen konnten, entpuppt sich SCHERZO DIABOLICO als kleine Enttäuschung. Grund: es dauert zu lange, bis es für Horrorfans endlich interessant wird. Zudem ist diese mexikanische Thriller-Produktion nur auf ein möglichst reißerisches Finale aus, in dem viel flüssiges Rot auf Boden und Wände klatscht. Im Gegensatz zu dem, was der Regisseur bisher auf die Leinwand gebracht hat, fehlen SCHERZO DIABOLICO schlichtweg Einzigartigkeit und Raffinesse. Gewalt allein macht eben keinen Horrorfilm herausragend. So geht es im Finale drunter und drüber. Im dort zelebrierten Racheakt wird Exploitation pur gezeigt – quasi so, wie man sie in den deutschen Bahnhofskinos der 1970er und 80er zu sehen bekam. Köpfe werden zermatscht aber auch Waffen und Baseballschläger kommen zum Einsatz. Im Vergleich zur eher zurückhaltend und bedacht inszenierten ersten Filmhälfte ist das Gezeigte äußerst grenzwertig und nicht für jedermann geeignet. Horrorfans wird’s nicht stören. Immerhin: Weil’s übertrieben blutig wird, fällt gar nicht auf, dass Gründe und Auslöser für die im Film dargestellte Selbstjustiz dünn, fadenscheinig und unglaubhaft sind. Psychologen dürften da wohl das kalte Grausen bekommen. Egal – im Horrorfilm ist eben alles möglich und ist es auch noch so dämlich.
 
 
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SCHERZO DIABOLICO – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Auch in Mexiko wird blutig gerächt: Bitterböses Rachefilmchen mit äußerst brutalem Finale, das Liebhabern reißerischer Exploitation-Schocker feuchte Höschen bescheren wird. Splatterfans kommen in SCHERZO DIABOLICO definitiv auf ihre Kosten. Hier wird ein schmuddeliger Mexiko-Look mit deftigen Gewalteskapaden vermengt, welche von klassischen Klavierstücken begleitet werden. Letztere bieten Symbolcharakter und sind Auslöser für eine Tat, die eher zartbesaitete Zuschauer verstört in den Kinosessel pressen wird. Leider tut sich der mexikanische Rachethriller schwer mit dem Erzählen seiner Geschichte. Die braucht lange, bis sie an Fahrt gewinnt und lässt Horrorfans ungeduldig auf das warten, was sich Regisseur ADRIÁN GARCÍA BOGLIANO für sein Finale hat einfallen lassen. Eine Spirale der Gewalt wird in Gang gesetzt, die schwarzhumorig und grotesk zeigt, was rücksichtloses Gieren nach Macht bewirken kann. Das ist zwar reichlich unglaubwürdig, wird aber den meisten Zuschauern egal sein – schließlich spritzt Blut. Kann man gucken, muss man aber nicht.
 
 
 


 
 
 

SCHERZO DIABOLICO – Zensur

 
 
 
Überraschend blutig geht es in SCHERZO DIABOLICO zu. Das hätte man gar nicht erwartet, weil der Film eher zurückhaltend und behäbig beginnt. Im letzten Akt geht es drunter und drüber. Ein gekidnapptes Opfer dreht vollkommen durch und töte alles, was in die Quere kommt. Da werden Köpfe zermatscht und die Kamera hält drauf. Da die FSK immer große Probleme mit Selbstjustiz in Filmen besitzt, gab es anfangs bedenken. Dennoch hat der Film in der ungeschnittenen Version eine Erwachsenenfreigabe erhalten: keine Jugendfreigabe.
 
 


 
 
 

SCHERZO DIABOLICO – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Donau Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Scherzo Diabolico; Mexiko | USA 2015

Genre: Horror, Thriller, Komödien

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Keepcase mit Wechselcover

Extras: Musikvideo

Release-Termin: 30.09.2016

 

Scherzo Diabolico – Blutig und böse [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

SCHERZO DIABOLICO – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken & Packshot liegen bei DONAU FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bound to Vengeance (2015)
 
I Spit on Your Grave 3 (2015)
 
Evangeline – Rache ist stärker als der Tod (2013)
 
Big Driver (2014)
 
Daddy’s Little Girl (2012)
 


Filmkritik: „Green Room“ (2015)

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GREEN ROOM – ONE WAY IN. NO WAY OUT

Story

 
 
 

Auf der Tournee der Ain’t Rights ist Chaos vorprogrammiert. Die Band, die aus jungen Punkrockern und Rebellen besteht, zieht eine Schneise aus Alkoholmissbrauch und schlechtem Verhalten durch die ländlichen USA. Als obskure Punk-Band ohne Social-Media-Auftritt sind sie stolz darauf, abseits des Radars zu leben und zu musizieren. Nach der jüngsten verkaterten Nacht finden sie sich allerdings etwas zu weit neben dem verhassten Mainstream wieder. Ein Kontakt hat ihnen einen lukrativen Auftritt organisiert, der allerdings auch seine Schattenseiten mit sich bringt. Dass die Location mitten im verlassenen Nirgendwo einer Waldlichtung liegt, ist noch das kleinste Problem. Die Spannung steigt merklich, als die rotzigen Punker vor einer Meute Skinheads spielen müssen, die von der Message der Ain’t Rights offenbar nicht begeistert sind. Gerade noch so kommt die Band mit dem Schrecken davon, doch dann werden die Mitglieder unfreiwillig Zeuge einer unfassbaren Tat hinter der Bühne. Kein gutes Omen für die Musiker, die nun um ihr Leben bangen müssen. Eingeschlossen in den ranzigen Mauern des Hinterwald-Nazi-Clubs beginnt ein blutiges Duell ums Überleben: Punks gegen Skinheads.

 
 
 


 
 
 

GREEN ROOM – Kritik

 
 
 
Schon mit seinem Zweitwerk „Blue Ruin“ etablierte der amerikanische Indie-Regisseur Jeremy Saulnier seine Visitenkarte. Der Film um einen ängstlichen Mann und dessen Wunsch nach blutiger Rache lief auf dem Filmfestival in Cannes und avancierte in Filmkreisen schnell zum Geheimtipp – vor allem unter Freunden rabiater Thriller. Mit dem Stichwort „rabiat“ lässt sich Saulniers Stil und vor allem seine Art und Weise, filmische Gewalt zu inszenieren, gut umschreiben. In seinen Filmen verfängt er sich nicht im Gemetzel, häuft keine riesigen Bodycounts an und vergießt auch keine grotesken Mengen an Kunstblut. Seine Form von Gewalt ist eine, die nicht bei den Augen aufhört, sondern direkt an die Nieren geht. Die filmischen Gewaltspitzen erzielen mit ihrer nüchternen, distanzierten Inszenierung nicht selten den Effekt, dass man als Zuschauer solidarisch mitleidet – und das nicht gerade wenig.
 
 
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Natürlich ist das subtile Gewaltkonzept auch in Saulniers neuen Film „Green Room“ präsent, wobei diesmal von allem etwas mehr geboten wird, denn wer erfolgreich polarisierende Horrorfilme drehen möchte, muss sich auch in Sachen Filmgewalt weiterentwickeln. War es in “Blue Ruin” noch eine intimen Geschichte über einen Mann und seine Rachegelüste, die es verstand zu beunruhigen, ist es in “Green Room” gleich ein ausgewachsener Kleinkrieg zwischen Links und Rechts, der an die Substanz geht. Auf der einen Seite die Vertreter des ansässigen Hakenkreuz-Fanclubs, auf der anderen Seite eine chaotische Gruppe junger Musiker, deren Sounds sich aus linken Parolen und viel Geschrei zusammensetzen. Dadurch, dass Saulnier mit seinen beiden Parteien in Extreme abschweift, entwischt ihm das feine Gespür für Charaktere, das noch in „Blue Ruin“ Programm gewesen war. Weder die Nazis noch die Steinewerfer sind wirklich sympathisch, ein tatsächliches Drama ergibt sich in „Green Room“ keineswegs. Abgesehen von den Auftritten der Schauspieler Macon Blair (der Protagonist aus „Blue Ruin“) und Patrick Stewart (der übrigens mit voller Kraft gegen seinen Typ spielt), bleiben die Figuren weitgehend blass und das schauspielerische Talent ungenutzt. Vor allem die Darsteller Imogen Poots und Anton Yelchin gehören zu den größeren Talenten ihrer Altersklasse. Leider können sie ihre schauspielerischen Fähigkeiten im Film kaum unter Beweis stellen.
 
 
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Was bleibt ist ein gemeiner, stylischer aber doch irgendwie generischer Thriller. Wenn man von der effektiven und expliziten Inszenierung der Gewalt im Film absieht, ist Saulniers dritter Spielfilm dennoch kaum mehr als ein gewöhnlicher Slasher-Film, in dem die Figuren in schöner Regelmäßigkeit ins Jenseits befördert werden. Nichts davon macht den Streifen jedoch schlecht. Ganz im Gegenteil – Fans der härteren Gangart werden gut unterhalten, denn mit beunruhigenden Bildern zieht der Film trotz Oberflächlichkeiten schnell in den Bann. „Green Room“ ist ein weiterer Erfolg für Jeremy Saulnier, der seinen Status als stilsicherer und mutiger Indie-Regisseur zementiert. Er liefert dem hungrigen Horrorpublikum einen spannenden und kurzweiligen Thriller, der zwar hinter den Erwartungen zurückbleibt, aber trotzdem eine Menge Spaß bereitet. Packende und harte Unterhaltung ist garantiert.
 
 
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GREEN ROOM – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Im Horrorthriller „Green Room“ verlegt „Blue Ruin“-Regisseur Jeremy Saulnier sein Talent in ein abgelegenes Nazi-Clubhaus, füllt das mit Skinheads sowie Punks und strickt daraus ein Pulverfass. Auf der Drehbuch-Ebene lässt der Film zwar zu wünschen übrig. Auf seiner Plus-Seite glänzt der Streifen durch grobe Inszenierung von Gewalt – was mit Sicherheit Fans härterer Filmproduktionen zusagen dürfte. Zudem bleibt der Film wegen charismatischer Auftritte von Macon Blair und Patrick Stewart im Gedächtnis. „Green Room“ ist ein durchgestylter, schmutziger, schneller und rücksichtsloser Thriller, für den man ohne Bedenken eine Empfehlung aussprechen kann.
 
 
 


 
 
 

GREEN ROOM – Zensur

 
 
 
Der Film lief bereits im Frühsommer 2016 über UNIVERSUM FILM ungeschnitten in den deutschen Kinos. Da der Film mitunter recht hart ans Eingemachte geht, hat „Green Room“ in ungeschnittener Form eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Allerdings werden die brutalen Exzesse zu keiner Zeit so grotesk oder übertrieben zelebriert, dass sie eine Indizierung oder Freigabeverweigerung der später erscheinenden Heimkinoveröffentlichung rechtfertigen. Diese ist ebenfalls ungeschnitten und besitzt den roten FSK-Flatschen: keine Jugendfreigabe!
 
 
 


 
 
 

GREEN ROOM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) UNIVERSUM FILM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Green Room; USA 2015

Genre: Horror, Thriller, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailershow, Featurettes

Release-Termin: 07.10.2016

 

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GREEN ROOM – Trailer

 
 

 
 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

(Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei Universum Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blue Ruin (2013)
 
Don’t Breathe (2016)
 
The Invitation (2015)
 


Filmkritik: „Backtrack“ (2015)

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BACKTRACK – TOTE VERGESSEN NICHT

Story

 
 
 

Der Psychologe Peter (ADRIAN BRODY aus SPLICE, GIALLO und WRECKED) sieht plötzlich tote Menschen und begibt sich auf eine Reise voller Rätsel und Geheimnisse, die ihn zurück in den Heimatort führt, wo er mit seiner tragischen Vergangenheit konfrontiert wird.

 
 
 


 
 
 

BACKTRACK – Kritik

 
 
 
Es ist schön, dass es sie doch noch gibt: Geisterfilme, die auch das halten, was man von ihnen erwartet. Seit der Videomarkt boomt und sich nahezu jeder Niemand darin versucht, mit möglichst wenigen Budget und einfältigen Schreckmomenten rasch Geld zu verdienen, hat das Spuk- und Geistergenre einen großen Teil seiner schaurigen Faszination verloren. Regisseur MICHAEL PETRONI versucht dagegen anzukämpfen und besinnt sich auf traditionelle Spukwerte zurück. Der hat bereits im Horrorbereich Erfahrung sammeln können und Drehbücher zu Filmen wie THE RITE oder KÖNIGIN DER VERDAMMTEN beigesteuert. Mit BACKTRACK – TOTE VERGESSEN NICHT nahm er sich die Freiheit, auch mal ein eigenes Schauskript selbst zu verfilmen und landet damit gleich einen Glückstreffer. Ihm gelingt das Meisterstück eine packende Geschichte herrlich schaurig zu erzählen, die von Anfang bis Ende konstant spannend bleibt. Freunde klassischer Spuksteifen sollten demnach gut zuhören, denn BACKTRACK beendet die Durststrecke nach sehenswerten Gruselfilmen. Das war auch bitter nötig.
 
 
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Bereits auf dem FANTASY FILMFEST 2015 konnten sich Besucher von der herausragenden Qualität des wendungsreichen Gruselstücks überzeugen. Das ist mit Oscar-Preisträger ADRIAN BRODY sowie SAM NEILL prominent besetzt und erzählt die Geschichte vom Psychologen Peter, der plötzlich Geister sieht und Gewissensbisse bekommt. Der tragische Tod der kleinen Tochter hat den gestandenen Mann aus der Bahn gerissen. Für den gibt er sich selbst die Schuld, weil er nur eine Minute unachtsam war. Eines Tages taucht in seiner Praxis ein kleines Mädchen auf, das mit ihrem seltsamen Verhalten Fragen aufwirft. Nach einigen Recherchen steht fest: die minderjährige Besucherin ist seit Jahren tot – genauso wie die übrigen Patienten, die sich seit Wochen den Kummer in der Praxis von der Seele reden. Selbstverständlich sind die Geistererscheinungen nicht grundlos. Die wollen dem von Sorgen zerfressenen Psychologen etwas mitteilen. Erfahrene Zuschauer wissen natürlich, dass sich dahinter meist ein schreckliches Schicksal verbirgt, das mit dem Filmheld in Verbindung steht.
 
 
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BACKTRACK besitzt alles, was man von hochwertigem Horrorkino erwartet. Ob unwohlig musikalischer Untermalung, virtuose Kameraführung oder wirkungsvolle Schreckmomente – die Symbiose aus Mysterythriller, Geisterfilm und Verlustdrama hat einiges zu bieten, nach dem sich Hobby-Geisterjäger zu Hause seit Jahren sehnen. Die finstere und atmosphärische Kopie von THE SIXTH SENSE ködert den Zuschauer mit stets kleinen Häppchen und verrät nie zu viel über eine Geschichte, die mit genug Twisten aufwartet, damit Spannungsschrauben konstant fester gedreht werden können. Erst nach und nach werden Details über die Hintergrundgeschichte preisgegeben, die mancherorts zwar etwas konstruiert erscheint, was aber dem Spannungsbogen keinen Abbruch tut. Mehr über die intelligent geschriebene Geschichte zu verraten wäre gemein. BACKTRACK entfaltet seinen gesamten Schrecken am besten, wenn man so wenig wie möglich über den Film weiß. Deshalb: Vorhänge zuziehen, Licht ausschalten und Heimkinoanlage auf Maximum drehen. Ein Gruselfest der Extraklasse ist somit garantiert.
 
 
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BACKTRACK – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Ein finsteres und sehr atmosphärisches Geisterdrama, das mancherorts THE SIXTH SENSE oder STIR OF ECHOES in Erinnerung ruft. Klassische Gruselware wird mit BACKTRACK – TOTE VERGESSEN NICHT geboten, die nicht ungesehen bleiben sollte. Ganz im Gegenteil. Der mit ADRIAN BRODY besetzte Geisterfilm ist ein Referenztitel und sorgt mit schauriger Stimmung und fiesen Jump Scares für reichlich Gänsehaut. Die Quintessenz dieses unheimlichen und packenden Genrefilms ist jedoch die clever geschriebene Geschichte. Die fesselt bis zum erlösenden Ende und hat einige Überraschungen zu bieten. Ganz nebenbei glänzt Brody mit beeindruckender Schauspielleistung. Der verkörpert in BACKTRACK eine zermürbte Figur, die an dem tragischen Tod der Tochter zu zerbrechen droht. Seine gekonnte Darbietung eines gequälten Mannes hinterlässt Eindruck und bestätigt noch einmal, warum der Schauspieler vor einigen Jahren mit einem Oscar (für DER PIANIST) ausgezeichnet wurde. BACKTRACK ist großartig inszenierter Geisterspuk, der niemanden kalt lässt. Unbedingt sehenswert.
 
 
 


 
 
 

BACKTRACK – Zensur

 
 
 
Gewalt spielt in BACKTRACK – TOTE VERGESSEN NICHT keine Rolle. Eigentlich bekommt der Zuschauer hier keine bösen Szenen zu sehen. Der Film verursacht Gänsehaut auf subtile Weise. Wegen ein paar Schocks und Schreckmomente sowie der düster gehaltenen Stimmung des Films hat es in Deutschland für BACKTRACK eine FSK16 gegeben.
 
 
 


 
 
 

BACKTRACK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) EUROVIDEO MEDIEN (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Backtrack; Australien 2015

Genre: Horror, Thriller, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.40:1 | @24 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailershow, Originaltrailer

Release-Termin: 10.11.2016

 

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BACKTRACK – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken & Packshot liegen bei EUROVIDEO MEDIEN)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt (1999)

Schatten der Wahrheit (2000)

Echoes (2014)

Jessabelle (2014)

The Gift – Die dunkle Gabe (2000)