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Filmkritik: “Haunting of Cellblock 11″ (2014)

haunting-of-cellblock-11-2014
 
 
 

HAUNTING OF CELLBLOCK 11

Story

 
 
 
Das Filmteam einer Reality-Show reist zu einem verlassenen Gefängnis, um dort paranormalen Erscheinungen auf den Grund gehen zu können. Die lassen nicht lang auf sich warten, denn die Geister der hier Inhaftierten bemächtigen sich den Crew-Mitgliedern und haben nur einem Ziel: Rache.

 
 
 


 
 
 

HAUNTING OF CELLBLOCK 11 – Kritik

 
 
 
Kommt ein Horrorfilm gut beim Publikum an, kann man davon ausgehen, dass entweder eine Fortsetzung oder zig ähnlich gestrickte Plagiate folgen werden, die sich quasi der gleichen Gewinnformel bedienen, um beim Zuschauer landen zu können. HAUNTING OF CELLBLOCK 11 ist so ein Machwerk, bei dem der Zuschauer das Gefühl nicht loswerden möchte, gleichen Film bereits dutzende Male gesehen zu haben. Kein Wunder, Regisseur ANDREW P. JONES hat sich für seinen billig gewerkelten Geisterfilm scheinbar ziemlich einfallslos von der Found-Footage-Hatz GRAVE ENCOUNTERS inspirieren lassen, die im Jahr 2011 ein Überraschungshit war und seither unzählige Hobby-Geisterjäger in beachtlicher Regelmäßigkeit durch verlassene Krankenhäuser, Psychiatrien und Gefängnisse irren lässt, um paranormale Aktivitäten auf Film bannen zu können. Leider hatte JONES keine Muße, um sich selbst Gedanken über einen spannenden Plot zu machen, so dass er ganz einfältig besagte Gruselware kopiert und daraus einen vollkommen überflüssigen Film inszeniert hat, auf den die Filmwelt eigentlich verzichten kann. Ähnlich wie in GRAVE ENCOUNTERS steht auch in HAUNTING OF CELLBLOCK 11 (der übrigens anfänglich APPARITIONAL heißen sollte) ein Filmteam im Mittelpunkt, das stets auf der Suche nach paranormalen Ereignissen ist, um daraus eine Folge der beliebten Reality-Show “Ghost Sightings” machen zu können. Leider waren die zuletzt untersuchten Fälle nicht sonderlich spektakulär, was Produzentin Ms. Simon (Ein Wiedersehen mit Altstar DEE WALLACE) Sorgen bereitet. Sie trommelt die Crew zusammen und fordert bessere Recherchen, damit die Zuschauer der Serie reißerische Geschichten zu sehen bekommen und die Sendung nicht abgesetzt werden muss. Als ob der Zufall es wolle meldet sich sofort ein älterer Herr, der das Filmteam zu einem verlassenen Gefängnis führt, in dem es nicht mit rechten Dingen zugeht. Bevor das Gebäude geschlossen wurde, soll hier ein Arzt grausame Experimente an Inhaftierten durchgeführt haben, um deren Psyche zu heilen. Legenden, die sich bald als wahr herausstellen, denn es dauert nicht lang bis das Team auf die rastlosen Seelen jener stößt, die durch die Hand eines skrupellosen Arztes ihr Leben lassen mussten. Was folgt, ist wenig einfallsreich. Die Geister bemächtigen sich der Körper der unwissenden Geisterjäger und wollen nur eins: ihren Peiniger ausfindig machen und sich an ihm rächen.
 
Alles bleibt so wie es ist. HAUNTING OF CELLBLOCK 11 ist ein Low-Budget-Grusler ohne nennenswerte Höhepunkte, der aber immerhin vom lästigen Found-Footage-Stilmittel Abstand hält, das seit PARANORMAL ACTIVITY vor allem in Geisterfilmen immer wieder Verwendung findet. Das ist aber auch der einzig Positive, was der Gefängnis-Spuk zu bieten hat, denn im Grunde genommen klappert JONES all jene Etappen gängiger Gruselware ab, die der Zuschauer in jedem aktuellen Geisterfilm zu sehen bekommt. Ob finsteres Gebäude mit dunklen Gängen, modernes Equipment, um Spuk orten zu können oder bedenkliche Warnungen verängstigter Einheimischer, die das Filmteam vor drohendem Unheil bewahren möchten; HAUNTING OF CELLBLOCK 11 ist derart vorhersehbar, dass schnell die Lust am Gruseln vergeht, weil sich die Geschehnisse nach Schema F abspielen und schlichtweg kreative Gedankenblitze fehlen. Derart Ideenarmut stößt bitter auf und wirft die Frage in den Raum, warum Filmemacher eigentlich immer wieder gleiche Geschichten auf Film bannen müssen, deren Verläufe sich bereits nach Sichtung des Trailers erahnen lassen. Auch hier dürfte ein lukrativer Umsatz die Antwort liefern, schließlich entstehen derart unbrauchbare Streifen nicht aus Liebe zum Horrorfilm. Wäre das der Fall, hätte Regisseur ANDREW P. JONES vermutlich bedeutend mehr Herzblut investiert und einen halbwegs vernünftigen Grusler abgeliefert. Demzufolge sei an dieser Stelle all jenen Horrorfans vom Blindkauf abzuraten, die sich von HAUNTING OF CELLBLOCK 11 einen unheimlichen Gruselabend versprechen, schließlich regiert in diesem Schauerstreifen schlicht und einfach die nur eins: die Langeweile.
 
 
 


 
 
 

HAUNTING OF CELLBLOCK 11 – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
“A wie austauschbar” und “B wie billig”. In HAUNTING OF CELLBLOCK 11 mangelt es an allem. Ob ausreichend Budget, gute Ideen oder neue Geschichten – dieser Film macht dem Low-Budget-Sektor alle Ehre und raubt dem Zuschauer vor allem eins: die Geduld. Regisseur ANDREW P. JONES hat mit seinem Geisterfilm ein weiteres Plagiat des erfolgreichen GRAVE ENCOUNTERS fabriziert nur mit dem Unterschied, dass man zur Abwechslung Abstand vom allmählich überdrüssigen Found-Footage-Filmstil nimmt. Das ist dann aber auch die einzige Neuerung, die HAUNTING OF CELLBLOCK 11 zu bieten hat. Ansonsten verläuft dieser ideenlose Einheitsbrei nach der gängigen Zutatenliste für Geister-Horror. Wer sich daran schon sattgesehen hat, dürfte sich schnell gelangweilt fühlen, weil dieser austauschbare Gefängnisspuk nichts zu bieten hat, was man nicht schon in gefühlt Tausenden dieser angeblich gruseligen Machwerke gesehen hat. Wir von FILMCHECKER meinen: verschwendete Zeit!
 
 
 


 
 
 

HAUNTING OF CELLBLOCK 11 – Zensur

 
 
 
HAUNTING OF CELLBLOCK 11 ist ein typischer Vertreter der Gattung subtiler Geister-Horror. Demzufolge gibt es hier kaum schaufreudige Gewaltakte zu sehen. Ein Mann jagt sich eine Gewehrkugel in den Kopf. Ein anderer Hauptdarsteller tötet sich selbst und springt von einem Geländer hinab in die Tiefe. Wo kaum Gewalt stattfindet, darf meist mit einer FSK16 gerechnet werden.
 
 
 


 
 
 

HAUNTING OF CELLBLOCK 11 – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Grave Encounters (2011)
 
Grave Encounters 2 (2012)
 
Hollows Grove (2014)
 
SX TAPE (2013)
 
House of Dust (2013)
 


Filmkritik: “Hollows Grove” (2014)

hollows-grove-2014
 
 
 

HOLLOWS GROVE

Story

 
 
 
Die Crew einer Reality-TV-Show macht in einem verlassenen Waisenhaus Jagd auf Geister, die über den unangemeldeten Besuch jedoch gar nicht erfreut sind und die unwillkommenen Gäste mit dem Tod bestrafen …

 
 
 


 
 
 

HOLLOWS GROVE – Kritik

 
 
 
So langsam glaubt jeder semiprofessionelle Filmemacher Horrorabfall drehen zu müssen, der sich der nicht mehr der ganz so frischen Found-Footage-Machart bedient. Zwar ist die Umsetzung solcher Filme immer noch finanziell lukrativ, weil wenig Produktionsbudget benötigt wird, um sie drehen zu können. Dennoch bringen es nur noch wenige von ihnen zum Erfolg, weil es schlichtweg zu viele von ihnen gibt, die sich dazu auch noch kaum voneinander unterscheiden. Mit schnell heruntergekurbelten Found-Footage-Gruslern den Fuß ins Horrorgeschäft zu bekommen ist schwer geworden, denn mittlerweile haben sich Filmfans am auf authentisch getrimmten Wackel-Wahn sattgesehen und winken nicht selten ab, wenn von neuen Schüttel-Schockern die Rede ist. Der Grund hierfür ist in der offensichtlichen Ideenarmut zu suchen, schließlich haben die immer gleichen Handlungsverläufe, Schreckmomente und Stilmittel dazu beigetragen, dass das einst durch BLAIR WITCH PROJECT gefeierte Sub-Genre nur noch eins verbreitet: Kopfschmerzen und Langeweile.
 
Auch wenn im Grunde genommen niemand mehr Found-Footage-Filme sehen will, scheint es da draußen trotzdem noch Regisseure zu geben, die noch nicht davon Wind bekommen haben, dass der Schüttelfilm-Zug längst ohne sie abgefahren ist. Einer derer ist CRAIG EFROS. Der Regie-Newcomer hat mit seinem HOLLOWS GROVE einen dieser überflüssigen Nachzügler gedreht, der dem schlechten Ruf jener totgedrehten Filmgattung gerecht wird. Neues sucht man nämlich in seinem Filmdebüt vergebens. Stattdessen vereint er wahllos all jene Stilmittel und Filmelemente in einem Streifen, die aus dem Found-Footage-Genre das gemacht haben, was es heute ist: eine cineastische Plage, die man partout nicht mehr loswird.
 
HOLLOWS GROVE ist ein einfältiges GRAVE ENCOUNTERS-Plagiat, in dem einige Hobby-Geisterjäger ein verlassenes Waisenhaus für ihre Reality-Show auf paranormale Aktivitäten untersuchen. Mit an Bord der Dokumentarfilmer Harold (MATTHEW CAREY), der die Dreharbeiten einer Folge der beliebten TV-Serie begleiten möchte, um darüber eine eigene Dokumentation drehen zu können. Selbstverständlich ranken düstere Legenden um das Gebäude, die vom mysteriösen Selbstmord zweier Krankenschwestern berichten und einem kleinen Mädchen, dass eine Leidenschaft für das Durchschneiden von Kehlen besaß. Anfänglich noch guter Dinge und zu pubertären Späßen aufgelegt, beginnt die Gruppe das verlassene Anwesen nach Geistern abzugrasen und finden die Erkundungstour plötzlich gar nicht mehr lustig, als eine Katze kopfüber gegen die Wand geschleudert wird und verendet. Was folgt ist wenig originell. Da rütteln Kochtöpfe in der Küche, spielen Plattenspieler ohne Strom und bewegen sich Dreiräder wie von Geisterhand durch lange Hausflure. Unartige Geistergören sind in HOLLOWS GROVE am Schaffen und möchten garantiert nicht nur spielen.
 
80 Minuten Film können lang sein, vor allem dann, wenn man das Gezeigte schon unzählige Male gesehen hat. HOLLOWS GROVE erzählt die gleiche Geschichte, die in Found-Footage-Werken immer wieder über Bildschirm und Leinwand flimmert sobald rastlose Geister ihr Unwesen treiben. Die einzige Neuerung besteht diesmal darin, dass die Kulisse ausgetauscht wurde, damit dem Zuschauer etwas Abwechslung geboten wird. Ansonsten bleibt alles beim Alten und die wenigen Protagonisten arbeiten sich Schritt für Schritt von Zimmer zu Zimmer nur um Ende feststellen zu müssen, dass die hier festsitzenden Seelen den unangemeldeten Besuch so schnell wie möglich loswerden wollen. Sobald der erste Tote zu beklagen ist, gerät auch die Kameraführung aus dem Ruder und der rote Faden (insofern es bis dahin überhaupt einen gegeben hat) verliert sich im hektischen Geschrei der noch lebenden Helden. Die sehen plötzlich die Hand nicht mehr vor Augen, weil die Geisterkinder ununterbrochen das Licht an- und ausknipsen, um sich im Schutz der Dunkelheit an ihre Opfer heranschleichen zu können. Für den Zuschauer ein Geduldsspiel, lässt sich mangels schlechter Ausleuchtung und wilder Wackelei bald kaum noch Erkennen, was da eigentlich überhaupt in HOLLOWS GROVE passiert.
 
Regisseur CRAIG EFROS hat mit seinem Erstling eine vollkommen spannungsarme Horror-Gurke inszeniert, die auch kein einziges Found-Footage-Klischee auslässt. Wie eh und je wird hier unentwegt gewackelt, gelaufen, gerannt und geschrieen, damit die Nerven des Horrorfans überstrapaziert werden. Bei so überraschungsarmer Horror-Ware fragt man sich ohnehin, was Altstar LANCE HENRIKSEN (IT’S IN THE BLOOD, DAS HALLOWEEN MONSTER, ALIEN und GINGERCLOWN) dazu getrieben hat in HOLLOWS GROVE einen Nebenrolle zu übernehmen und sogar noch den Allerwertesten in die Kamera zu strecken. Wir werden es vermutlich nie erfahren.
 
 
 


 
 
 

HOLLOWS GROVE – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Schockintensive Geisterjagd vor gespenstiger Kulisse. Unerwartete Schreckmomente sind aber auch das einzige, was HOLLOWS GROVE überhaupt nennenswert macht. Regisseur CRAIG EFROS hat mit seinem Schauerdebüt einen der langweiligsten Vertreter Gattung “Found-Footage” gedreht, der erst in den letzten zehn Minuten aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Bis dahin gibt es schläfrigen Budenzauber von der Stange, der mal wieder von den gleichen Spukklischees Gebrauch macht, die man in nahezu jedem Gruselfilm zu sehen bekommt. Da bewegen sich Gegenstände von Geisterhand und unangenehme Gerüche deuten darauf hin, dass in HOLLOWS GROVE irgendwas nicht so läuft, wie man es sich gern gewünscht hätte. Der Überraschungserfolg GRAVE ENCOUNTERS hat wahrscheinlich mächtig Eindruck hinterlassen, denn im Grunde genommen ist EFROS Spielfilmdebüt nichts anderes als die langweiligere Light-Variante besagter Geisterhatz aus dem Jahre 2011. Auch hier erkundet eine TV-Crew ein unheimliches Gebäude mit mysteriöser Vergangenheit und wird am Ende für die ungefragte Schnüffelei mit dem Tode bestraft. Von den Qualitäten eines GRAVE ENCOUNTERS und dessen Fortsetzung ist HOLLOWS GROVE dennoch Lichtjahre entfernt, dazu fehlen dem Streifen einfach die guten Ideen, um aus der Masse an vielen unbrauchbaren Found-Footage-Streifen hervorstechen zu können. Dennoch: Wer immer noch nicht die Nase voll hat, sich die ständig gleichen Filme mit dem allmählich nervenden Schüttel-Gimmik anzuschauen, dürfte auch HOLLOWS GROVE auf seine Filmliste setzen. Wir meinen jedoch, dass dieser Film dahin gehört, wo er wohl am besten aufgehoben wäre: in der Mülltonne.
 
 
 


 
 
 

HOLLOWS GROVE – Zensur

 
 
 
In HOLLOWS GRAVE werden Protagonisten aus Fenstern geschleudert, Kehlen durchgeschnitten und Helden bei lebendigem Leibe verbrannt. Man darf von einer ungeschnittenen FSK 16 ausgehen, denn sonderlich brutal anzuschauen ist das hier Gezeigte nicht.
 
 
 


 
 
 

HOLLOWS GROVE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Raised by Wolves (2014)

The Possession of Michael King (2014)

 
Grave Encounter 2 (2012)
 
SX Tape (2013)
 
Grave Encounters (2011)
 
Paranormal Activity (2007)
 


Filmreview: “Undocumented” (2010)

"Undocumented" (2010) Filmposter - Filmkritik auf Filmchecker
 
 
 

Undocumented

Story

 
 
 
Eine Gruppe ambitionierter, amerikanischer Dokumentarfilmer arbeitet an einem Film, der sich mit illegal eingewanderten mexikanischen Immigranten beschäftigen soll. Um der Doku den nötigen Diskussionsstoff bieten zu können, reisen die Freunde nach Mexiko und begleiten eine Gruppe Flüchtlinge bei ihrer strafbaren Reise in die USA. Mit dem Wunsch, endlich der Armut und der erschütternden Perspektivlosigkeit entfliehen zu können, begeben sich die Immigranten in einen Flüchtlingstransporter, der sie sicher in das Land ihrer Träume transportieren soll. Doch die Reise schlägt fehl, denn auf ihrem Weg in die Freiheit geraten die Einwanderer an eine Gruppe radikaler amerikanischer Rassisten, die das Gesetz schlichtweg selbst in die Hand nehmen und die Truppe in ein eigens zusammengezimmertes Konzentrationslager verschleppen. Das amerikanische Filmteam soll hierbei die nun folgenden Grausamkeiten dokumentieren, mit welchen die selbsternannten Ordnungshüter die verstörten Einwanderer bestrafen. Zudem soll das abartige Filmmaterial als Propagandafilm fungieren, der weitere illegale Immigranten davon abhalten soll, unrechtmäßig amerikanischen Boden zu betreten.
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Kritik

 
 
 
Mit dem vorliegenden Genre-Beitrag „Undocumented“ hat es einmal mehr ein Nachwuchsregisseur geschafft, mit reichlich Zündstoff auf sich aufmerksam zu machen. „Chris Peckover“, der sich zuvor sein Lohn und Brot mit einigen Kurzfilmchen verdient hat, teilt in seinem vorliegenden abendfüllenden Erstlingswerk herbe Kritik an der Unfähigkeit der amerikanischen Regierung aus. Hier wird nichts verschönert, oder vereitelt, sondern sein Film kritisiert einmal mehr, zu welchen rassistischen Abartigkeiten vermeintlich friedliebende Bürger fähig sein können und mit welcher Blindheit die amerikanische Führungsriege dem grotesken Treiben beiwohnt. Grundlage für seine Geschichte dient die aktuelle Immigranten-Problematik der USA, die scheinbar kaum noch in der Lage zu sein scheint, perspektivlose und in Armut lebenden Mexikaner davon abhalten zu können, illegal in das Land einzureisen. Da werden Mauern um die Grenzen gezimmert und der vollkommen übertriebene Patriotismus vieler Amerikaner, sowie die Angst vor dem eigenen sozialen Abstieg (denn die Mexikaner haben natürlich nichts anderes im Sinn als den Amerikanern die Jobs zu „stehlen“) sorgen nicht selten für ein unverständlich rassistisches Gedankengut gegenüber der mexikanischen Bevölkerung. Forscht man im Internet nach, so scheint es sogar kriminelle (amerikanische) Banden vor amerikanischen Grenzpunkten zu geben, die einzig darauf spezialisiert sind, ahnungslosen mexikanischen Einwanderern aufzulauern, auszurauben und schließlich zu töten. Hinzukommt, dass es bisher noch kein modernes, amerikanisches Einwanderungs-Recht gibt, dass die legale Einwanderung für Immigranten erleichtert, sodass viele Einreisende den illegalen und gefährlichen Weg in Kauf nehmen müssen, um von einem sorgenfreien Leben träumen zu dürfen.
 
Peckerovers „Undocumented“ ist kein einfach zu verdauender Film. Das wahrlich perverse und menschenverachtende Treiben geht verdammt nah und sorgt nicht nur einmal dafür, dass der Zuschauer als Zeuge der Geschehnisse mit einer verständlichen Fassungslosigkeit und einen brodelnden Wut vor dem heimischen Fernsehapparat zurückbleibt. Parallelen zum kürzlich erschienen „Territories“ sind unverkennbar. Auch dort wurde der radikale Weg gewählt und ein äußerst politisch brisantes Thema zur Grundlage des Films gemacht. Angesichts der erschütternden realen Geschehnisse, auf welche beiden Filme fungieren, wirkt die herbe Kritik in Form einer nicht enden wollenden Schreckens-Achterbahn der Grausamkeiten auch für den Zuschauer wie eine Martyrium. Anders als der kanadische Beitrag „Territories“ geizt der vorliegende „Undocumented“ nämlich nicht mit blutigen Details. Ob derart sadistische Zeigefreudigkeit jedoch wirklich hätte sein müssen, scheint fraglich, denn der Film hätte auch ohne die diversen Abartigkeiten seine erschütternde Wirkung keinesfalls verfehlt. Trotzdem, die wenigen (verdammt realistischen) F/X gehen durch Mark und Bein und verstärken vermutlich allein nur die Erkenntnis, zu welch unmenschlichen Fähigkeiten die Bestie Mensch fähig sein kann und dass derart unannehmbaren Menschenrechtsverletzungen zu keiner Zeit toleriert werden dürfen.
 
 
 
Nach „Saw“, „Hostel“ und Co. beweist ein motivierter Nachwuchsregisseur, dass der Horror nicht immer nur rein fiktiv sein muss. Man braucht als Filmfreund einfach nur den Fernseher einschalten und die Berichterstattungen in den aktuellen Nachrichtensendungen verfolgen. Der tagtägliche erschreckende Wahnsinn, der uns dort präsentiert wird, bietet auch die Grundlage des vorliegenden Thrillers „Undocumented“. Ein, teilweise schonungsloses Dokument über grausame Menschenrechtsverletzungen, welche sich Tag für Tag tatsächlich an der amerikanischen Grenze ereignen. Auch wenn Peckovers Geschichte rein fiktiv aus der „Found Footage“-Sicht eines Kamerateams geschildert wird, so birgt am Ende die Erkenntnis, dass illegale Immigranten aus Mexiko, die von einem besseren Leben träumen und tagtäglich dennoch für ihren Traum mit dem Leben bezahlen müssen, ein merklich befremdliches Bauchgefühl. Peckovers Film ist bereits seit geraumer Zeit als hochwertige Heimkinofassung auf dem amerikanischen Markt erhältlich. Warum sich hierzulande noch niemand für die Auswertung des Films entschieden hat, stößt meinerseits auf vollkommenes Unverständnis. Ein Film, der sich vor allem in die Sammler-Reihe „Kino Kontrovers“ ideal einfügen würde.
 
 
Im übrigen: wen dieser Film kalt lässt und wer sich nach Sichtung in seinem rassistischen Gedankengut (in welcher Art auch immer) bestätigt fühlt, sollte dringend den Psychiater seines Vertrauens aufsuchen!
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
“Undocumented” ist ein erschreckend, kontroverses und wichtiges Dokument für mehr Menschlichkeit, Verständnis und Toleranz!
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Zensur

 
 
 
Der Film selbst ist kein Splatter-Feuerwerk. Dennoch verfehlen die wenigen grafischen Gewaltdarstellungen nicht ihre Wirkung. Mit ganz viel Glück dürfte der Film ungeschnitten mit einer „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung erscheinen.
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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