Filmreview: „The Helpers“ (2012)

the helpers 2012
 
 
 

The Helpers

Story

 
 
 
Es hätte für die sieben Freunde dieser kleinen Geschichte ein wahrlich feierfreudiges Wochenende werden können. Doch wie so oft in Horrorfilmen dieser Art, meint es das Schicksal mit den Teens gänzlich anders, als anfänglich erwartet. Ihre euphorische Reise nach Sin City, Las Vegas, wird kurzum durch eine Autopanne unterbrochen. Gott sei Dank entdeckt die Gruppe irgendwo im Nirgendwo ein kleines Motel, dass sich scheinbar auf die Reparatur derart „zufälliger“ Pannen spezialisiert zu haben scheint. Guter Dinge, die Fahrt bald fortsetzen zu können, verbringen die Freunde die Nacht in der abgelegenen Herberge. Ein fataler Fehler, denn hinter der hilfreichen und gastfreundlichen Fassade der zuvorkommenden Motel-Inhaber, verbirgt sich das personifizierte Böse …
 
 
 


 
 
 

The Helpers – Kritik

 
 
 
Es gibt Filmthemen, die scheinen derart begehrt zu sein, das man sie wieder und wieder lukrativ recyceln muss. War es vor einigen Jahrzehnten noch das beliebte Slasher-Genre, dass mit Vorliebe durch den Fleischwolf gezwirbelt und gehörig abgemolken wurde, so zieren aktuell blutgierige Killerviren, menschenverachtende Folterspielchen oder Wackelcam-geile Poltergeister die internationale Filmlandschaft. Kaum ein Genre-Werk entsteht derzeit, das sich nicht mit derart totgefilmten Horrorstoffen beschäftigt und um die Gunst der Zuschauer buhlt, in der Hoffnung halbwegs Beachtung geschenkt zu bekommen, damit die Macher hinter dem Beitrag rasch die schnelle Mark verdienen können. Der vorliegende Vertreter „The Helpers“ reiht sich hierbei ideal in die endlos lange Reihe aktueller Folterfilme ein, die mit Vorliebe dem nachgehen, was sie vermutlich am besten können: zu langweilen. Ohne ein Fünkchen Originalität zu vermitteln oder kreative Eigenständigkeit zu beweisen wird hier genüsslich gefoltert und sadistisch gedemütigt, einzig der Gewalt und der Provokation wegen. Die Vorgeschichte (insofern man das Konstrukt überhaupt als Geschichte betiteln kann) ist schnell erzählt, sodass dieser aktuelle Folteraufguss erstaunlich straff zum Punkt kommt, damit der gewaltgierige Gorehound auch rasch das genießen darf, was er letztendlich von Filmen dieses Kalibers erwartet: sinnentfremdete Quälerei nonstop.
 
Wer jetzt dennoch darauf hofft, dass das auch alles hübsch hart anzuschauen ist, der irrt. Vielmehr irrt Regisseur „Chris Stokes“ zu euphorisch seinen großen Vorbildern „Hostel“ und „Motel“ hinterher, sodass er bereits nach nur wenigen Film-Minuten die Orientierung über seine ohnehin dürftig zusammengeflickte Filmchen verliert. Nicht nur, dass die Interaktionen der wenigen Protagonisten vollkommen hirnrissig erscheinen, auch die Geschichte wirkt zunehmend konfus, sodass der Film zur echten Geduldsprobe avanciert. Vor allem die skrupellosen „Helfer“ beginnen bereits nach ihrem ersten Auftauchen gehörig zu nerven und versuchen im Verlauf der Handlung zwanghaft böse und hinterlistig zu wirken. So wirklich eindrucksvoll will ihnen das jedoch nicht gelingen, denn ihr lustloses Agieren wirkt weniger bedrohlich, als vielmehr konsequent einschläfernd. Und so hilft es dem Film letztendlich auch nicht, dass es zwei weibliche „Helferinnen“ offensichtlich zu gut mit Ihrem übertriebenen Overacting meinen und in einer Tour versuchen mit Hilfe zynischer Wortfloskeln ihren männlichen Mitstreitern die Show stehlen zu wollen. Das permanent überspitzte Gegacker wirkt hierbei derart störend und unfreiwillig komisch, dass man sich als Zuschauer vollkommen verwirrt fragt, ob es sich nun bei „The Helpers“ um eine rabenschwarze Komödie oder einen vermeintlich bösen Terrorfilm handeln soll. Zudem lässt sich nicht leugnen, dass einige der ambitionierten Jungdarsteller unglaublich mies vor der Kamera agieren, sodass es dem vorliegenden „The Helpers“ nur selten gelingt, über Amateurfilmniveau hinaus zu schlittern.
 
 
 
Nachwuchs für emsige Folterexperten gesucht? Dann sollte dieser aktuelle Nonsens möglichst gemieden werden. Das aktuelle „Meisterwerk“ aus der Serie sadistisch-angehauchte „Möchte-gern-Folterstreifen“ ist ein wirklich haarsträubend schlechter Vertreter seiner Gattung, denn hier wird schauspielerisches „Nichtkönnen“ erstaunlich groß geschrieben. Ein grandiose Feuerwerk unweigerlichen Fremdschams. Gerade weil dem Film keine wirklich halbwegs spannende Geschichte zugrunde liegt und die improvisierenden Leistungen der wenigen Darsteller sehr zweifelhaft in Erscheinung treten, kommt rasch Langeweile auf, welche das muntere Treiben auf der heimischen Mattscheibe unerträglich gestalten dürfte. Dabei sind es nicht die Demütigungen und Folterungen selbst, die bitter aufstoßen, sondern die gesamten Inszenierung, die nur selten über Amateurstatus hinausreicht. Regisseur „Chris Stokes“ schafft es mit einer unglaublichen Leichtigkeit, in einfach jedes Fettnäpfchen zu stiefeln. Seinem „The Helpers“ gelingt es erstaunlich selbstsicher alles falsch zu machen, was man bei einem Film diesen Kalibers falsch machen könnte. Er ist langweilig und bedeutungslos, von Terror ist im Film kaum eine Spur. Ein Mitfiebern gestaltet sich als schwieriges Unterfangen, denn die wenigen Protagonisten im Film wirken unsympathisch, eindimensional und unzugänglich. Auch auf Gewaltebene erfindet „The Helpers“ das Genre nicht neu. Erstaunlicherweise gibt es hier für ausgehungerte Gorehounds nur wenig zu bestaunen. Ein groteske Zweiteilung sowie eine überraschende Enthauptung sind die einzig wahren „Highlights“ in diesem vollkommen überflüssigen Film. Für einen Terror- und Folterfilm vermutlich viel zu unspektakulär, dürfte die belanglose Darstellungen der obligatorischen Greueltaten einzig für ein müdes Lächeln unter alteingesessenen Horrorfilmfans sorgen.
 
Seltsamerweise handelt es sich bei Regisseur „Chris Stokes“ um einen eigentlich halbwegs erfahrenen Filmemacher, der bereits eine umfangreiche Vita vorzuweisen hat. Neben einigen (in Amerika) erfolgreichen Horror- und Musikfilmen („House Party 4“ und „Somebody Help Me 1+2„), verdiente er sich vor allem als erfolgreicher Produzent namhafter Pop-Größen („Destiny ’s Child„, „Bobby Brown„) ein goldenes Näschen. Sein aktuelles Schaffen jedoch, dürfte er vermutlich am liebsten wieder in der Versenkung verschwinden lassen, denn „The Helpers“ ist wahrlich ein vollkommen desaströses Stück Zelluloid, auf das der Filmfreund getrost verzichten kann!
 
 
 


 
 
 

The Helpers – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Motel“ & „Hostel“ erneut schlecht kopiert – Ein vollkommen unbrauchbarer und überflüssiger Film!
 
 
 


 
 
 

The Helpers – Zensur

 
 
 
Dürfte ungeschnitten mit „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung nach Deutschland kommen.
 
 
 


 
 
 

The Helpers – Trailer

 
 
 


 
 
 

Hellraiser80

 
 
 

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Filmreview: „Schlaraffenhaus“ (2011)

schlaraffenhaus
 
 
 

Schlaraffenhaus

Story

 
 
 
„Maria“ lebt zusammen mit ihrem Vater in einer riesigen Villa am Meer, fernab von Hektik und turbulenten Trubels. Nach dem Tod der geliebten Mutter brach für die kleiner Familie eine Welt zusammen, sodass die älteste Tochter „Kira“ die Familie verließ und seither als verschollen galt. Jegliche Emails, die an die großen Schwester verschickt wurden blieben unbeantwortet, und trotzdem hofft „Maria“ sehnsüchtig auf eine baldige Rückkehr. Kaum die Hoffnung beerdigt, steht eines Tages unerwarteter Besuch ins Haus. Nicht nur, dass „Kira“ überraschenderweise zurückgekehrt ist, auch ein merklich seltsam uniformiertes Pärchen verschafft sich Zutritt in das opulente Anwesen und fordert auf schmerzhafte Art und Weise den „Schatz“ des Hauses.
 
 
 


 
 
 

Schlaraffenhaus – Filmkritik

 
 
 
„Marcel Walz“, ein ambitionierter Regisseur aus deutschen Landen, der sich bisher in der Horrorfilmszene mit arg durchwachsenen Billig-Amateur-Produktionen („Popular“, „Avantgarde“, „La Petite Mort“) eine Namen gemacht hat ist zurück. Sein aktueller Independent-Beitrag „Schlaraffenhaus“ bietet überraschenderweise eine enorme Steigerung seiner bisherigen Werken zugegen und hat fast kaum noch etwas mit günstig heruntergekurpelten Amateurfilmen gemein. Direkt nach Beginn fällt dem Filmfreund sofort auf, dass Regisseur Walz enorm viel Wert auf eine halbwegs professionelle Inszenierung gelegt hat. Die Kamerafahrten- und Einstellungen sind, bis auf wenige recht unnötig lange Patzer, überaus stimmig und recht interessant umgesetzt. Auch die musikalische Untermalung, und die gut platzierten Schnitte der einzelnen Szenen gestalten sich als überaus gelungen und tragen enorm zur Atmosphäre von „Schlaraffenhaus“ bei. Mit gering-budgetierter Nonsens-Ware aus der Amateur-Schmiede eines„Olaf Ittenbachs“ hat das Ganze kaum noch etwas am Hut. Erstaunlich souverän gefilmt und an den internationalen (Folterfilm)Markt angelehnt, überschlagen sich die recht blutigen Ereignisse von Filmminute zu Filmminute und gipfeln in einem vermeintlich überraschenden End-Plot-Twist.
 
Soweit so gut, auf technischer Ebene weiß „Schlaraffenhaus“ im Rahmen seiner Möglichkeiten vollends zu überzeugen, aber nicht die technische Inszenierung bereitet hier für schwindelerregende Kopfschmerzen, vielmehr liegt der Hund im total unklaren Drehbuch und der recht dilettantisch ins Gewicht fallenden Schauspielkunst der handvoll Protagonisten begraben, denn was dem Filmfreund dort untergejubelt wird, ist in seiner Trivialität kaum zu übertreffen. Eine wirklich glaubhafte Geschichte bietet Walz´s Beitrag nämlich nicht. Ein bisschen Smalltalk hier, etwas Gezicke dort, ein paar Spaziergänge rund um das Anwesen und eh sich der Filmfreund versieht sind bereits 30 Minuten mit unbrauchbaren Lückenfüllern vorüber, ohne das eigentlich überhaupt etwas nennenswertes passiert wäre.
 
Erst nach einer gefühlten Ewigkeit kommt das Geschehen so langsam in die Gänge und präsentiert mit den beiden Kleinkriminellen Simona und Franky zwei recht hilflose Psychopathen, denen man ihre Rolle als mordgierige Schizzos irgendwie nicht so wirklich abnehmen möchte. Nachdem die beiden in das Haus eingedrungen sind und die Anwesenden beginnen zu terrorisieren, fragt sich der interessierte Filmfreund, was der gesamte vollkommen grotesk-aufgeblasene Irrsinn denn nun eigentlich soll. Nicht nur, dass die beiden Psychopathen recht abstrus gekleidet sind (diverse S/M-Pornos lassen grüßen) auch ihr Handlungshintergrund, vergleicht man ihn mit der schlussendlichen Filmauflösung, ist derart löchrig, kaum nachvollziehbar und hanebüchen, dass man sich als Filmfreund nach Filmsichtung eigentlich recht veräppelt fühlt.
 
Das anfänglich recht harmonische Opfer-Täter-Zusammenspiel leidet unter dem recht unglaubhaft arrogant inszenierten Overacting der „bösen“ Hauptdarstellerin, die zudem unter dem Einsatz diverse „Kraftausdrücke“ und Folterspielchen versucht die Kontrolle über ihre Opfer zu erlangen, es aber nie schafft wirklich glaubhaften Terror zu erzeugen. Vielmehr beginnt ihr Schauspiel nach nur wenigen Minuten unglaublich zu nerven, ihre Handlungen sind derart inkonsequent und ihre Monologe zu künstlerisch-übertrieben, dass ein böses „F“-Wort aus ihrem Mund unweigerlich lächerlich wirkt. Die übrigen Schauspieler schaffen es auch nicht mit ihren recht dilettantisch-wirkenden Wortgefechten und dem unweigerlich nervtötenden Gewinsel „Schlaraffenhaus“ über den Folter-Tortur-Durchschnitt zu heben. Vielmehr gestaltet sich Walz Beitrag als recht uneffektive Kopie bekannter und ähnlicher „Home Invasion“ – Produktionen, wobei einzig die recht gekonnt getricksten Krösel-Effekte den ein oder anderen Schauwert bieten, diese wiederum in Folterfilm „Neighbour“ effektiver und schmerzlicher in Erscheinung treten.
 
Mit „Schlaraffenhaus“ hat sich Regisseur „Marcel Walz“ gänzlich von seinen Amateur-Horrorfilm-Wurzeln verabschiedet. Das Setting passt, die musikalische Untermalung ist als gelungen zu bezeichnen und auch die handvoll Krösel-Szenen wissen zu gefallen. In der Summe erinnert „Schlaraffenland“ kaum noch an ein niedrig-budgetiertes Amateurfilmchen, sondern an routiniert abgedrehten TV-Standart. Dennoch, der ganz große Sprung ist ihm mit seinem aktuellen Beitrag trotzdem nicht gelungen. Die Story ist platt und erinnert zu stark an, bedeutend bessere, „Home Invasion“-Thriller Marke „Funny Games“ und „Kidnapped“. Sein aktuelles Genre-Werk bietet keine eigenständigen und wirklich spannende Ideen und plätschert in seiner Belanglosigkeit genüsslich vor sich daher. Die überraschende Auflösung des gesamten Spuks wirkt mehr als konstruiert und das aufdringlich-nervige Overacting der „bösen“ Hauptprotagonistin vermiest die Sichtung dieses eigentlich recht ambitionierte Folter-Werkes. Wollen wir hoffen, dass Marcel Walz beim nächsten Film ein glücklicheres Händchen bei der Auswahl seiner Drehbücher und Schauspieler besitzt, denn mit derart sehenswerter technischer Umsetzung könnte sich letztendlich auch Deutschland endlich einmal mehr im internationalen Extrem-Horrorfilm-Sektor blicken lassen.
 
 
 


 
 
 

Schlaraffenhaus – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Ein Folterfilm wie so viele vor ihm, nur mit dem Fakt, dass dieser aus deutschen Landen kommt. Trotz guter technischer Umsetzung, ist das Schauspiel und das Drehbuch so derart durchwachsen und wirkt oftmals unfreiwillig komisch, dass dem Filmfreund die Lust an der Sichtung von „Schlaraffenhaus“ schnell vergehen dürfte. Trotzdem, für Amateurfilm-Freunde und Trash-Liebhaber definitiv einen Blick wert!
 
 
 


 
 
 

Schlaraffenhaus – Zensur

 
 
 
Deutsche Filmversion: die in Deutschland erhältliche FSK18-Version ist stark gestrafft in den Folterszenen. Über das deutschsprachige Ausland erschien jüngst ein Mediabook aus dem hause NSM mit der ungeschnittenen Filmversion.
 

Hellraiser80

 
 
 


 
 
 

Schlaraffenhaus – Trailer

 
 
 


 
 

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