Kritik: „Unter Freunden – Komm, lass uns spielen“ (2012)

Among-Friends
 
 
 

UNTER FREUNDEN – KOMM, LASS UNS SPIELEN

(AMONG FRIENDS)

Story

 
 
 
Eine Abschlussfeier der etwas anderen Art: acht Freunde werden während einer feuchtfröhlichen Party mit ihren am liebsten verborgenen Geheimnissen konfrontiert und für ihr unkameradschaftliches Verhalten schmerzhaft bestraft …
 
 
 


 
 
 

UNTER FREUNDEN – Kritik

 
 
 
Jeder hat so seine Leichen, über die er kaum sprechen möchte und wohl am liebsten ganz schnell wieder aus dem Gedächtnis streichen würde, im Keller. Umso problematischer, wenn scheinbar vertraute Personen lange verdrängte Gewissensbisse aus der Mottenkiste kramen und sie ungefragt und skrupellos ans Tageslicht bringen. Die naiven Knallchargen in UNTER FREUNDEN – KOMM, LASS UNS SPIELEN hätten sich vermutlich auch Besseres vorstellen können, als von der besten Freundin an den Pranger gestellt zu werden. Hätte nämlich jeder der Anwesenden geahnt, welch fieses Blutgematsche die selbsternannte Moralapostelette Bernadette mit den selbstsüchtigen Übeltätern veranstalten würde, hätten sie sich wohl eher nicht gerade in den edelsten Zwirn geworfen. DANIELLE HARRIS zeichnet für den cineastischen Denkzettel verantwortlich, und liefert mit AMONG FRIENDS (so heißt der Film nämlich im Original) ihre erste eigene Regiearbeit ab. Filmfans dürfte HARRIS keine Unbekannte sein. Sie schrie sich einst als Jamie Lloyd in HALLOWEEN 4 (1988) in die Herzen der Genre-Zuschauer und gehört mittlerweile zu einer der bekannteren Schauspielgrößen des modernen Horrorfilms. Als Marybeth in der Schlitzer-Reihe HATCHET hat sie sich selbst ein Denkmal gesetzt und vermutlich während ihre (Gast)Auftritte in einschlägigen Gruselfilmchen hin und wieder auch den Regisseuren bei ihrer Arbeit über die Schulter geschaut. Umso erfreulicher, dass sie mit UNTER FREUNDEN jetzt auch einmal hinter der Kamera Platz genommen hat und beweist, dass sie nicht nur eine charismatische Schauspielerin und Synchronsprecherin ist, sondern durchaus auch ein talentiertes Händchen für ganz schön gemeine Schocker hat. Welche Beliebtheit HARRIS unlängst unter Horrorjüngern genießt, macht ihr erster Ausflug als Filmemacherin deutlich. Hier gibt sich das Who-is-Who der Horrorszene die Klinke in die Hand. Neben JASON-VORHEES-Mime KANE HOODER, der hier gleich zu Beginn mit zynischem Humor vor der Kamera posiert, bekommt der Zuschauer auch einen Kurzauftritt von XAVIER GENS und MICHAEL BIEHN zu sehen, wobei Letzterer ja gut und gerne auch mal selber Filme dreht und produziert. Der scheint mit HARRIS nicht nur gern zusammen zu arbeiten, sondern auch ein freundschaftliches Verhältnis zu hegen, ist doch die smarte Schauspielerin in letzter Zeit ganz schön oft in dessen Streifen zu sehen (THE VICTIM, THE FARM). Nach grandiosen Auftritten in ROSEANNE (1992-93), ZUM TÖTEN FREIGEGEBEN (1990) und DÜSTEREN LEGENDEN (1998), dürfte vermutlich ein jeder interessierte Fan wissen wollen, ob HARRIS´ Spielfilmdebüt eigentlich überhaupt ernstzunehmen ist, denn nicht selten erlebt der Filmfreund, dass offensichtlich erfolgreiche Leinwandgrößen gerade hinter der Kamera eine eher bescheidene Figur gemacht haben. All jenen Skeptikern sei gesagt, HARRIS´Debüt macht im Vergleich zu aktuellen Horrorschockern der letzten Zeit gar keine so dumme Figur und dürfte vor allem Liebhaber der etwas makabren Unterhaltung gut unterhalten. Während HARRIS´ bereits 2008 im Thriller PRANK neben ELLIE CORNELL (HALLOWEEN 5) und HEATHER LANGENKAMP (NIGHTMARE – MÖRDERISCHE TRÄUME) Regieluft schnuppern durfte, ist ihr nun echter Regie-Einstand – welches Wunder – auch ein Horrorfilm geworden. Hier hat sie sich von einem Drehbuch von ALYSSA LOBIT inspirieren lassen, die sogleich auch die Rolle der „wahnsinnigen“ Gastgeberin Bernadette übernahm. Während wir in UNTER FREUNDEN nicht nur Zitate bekannter Vertreter des Genres serviert bekommen (PROM NIGHT, CARRIE) erweist sich HARRIS´Debüt quasi als mehr oder weniger ernstzunehmendes Duplikat eines aktuellen Thrillers, der unter dem Titel WOULD YOU RATHER (2012) in Deutschland bereits ausgewertet wurde.
 
In UNTER FREUNDEN – KOMM, LASS UNS SPIELEN werden die Freunde Blane (CHRIS MEYER), Melanie (JENNIFER BLANC), Sara (KAMALA JONES), Marcus (CHRISOPHER BACKUS), Lily (DANA DAUREY) und die Geschwister (AJ BOWEN) und Jules (BRIANNE DAVIS) in das pompöse Anwesen Bernadettes geladen, wo unter dem Motto PROM NIGHT 1984 ein raffiniertes Rollenspiel samt Dinner stattfinden soll. Die Stimmung ist spritzig und Rauschmittel erhöhen den Spielspaß. Leider hat die Gastgeberin anderes im Sinn. Sie reichert die Bowle mit reichlich Drogen an und macht ihre Mitstreiter bewegungsunfähig, um ihnen daraufhin die Leviten zu lesen. Schnell stellt sich heraus, dass ein jeder der Anwesenden gehörig Dreck am stecken hat und dafür natürlich bestraft werden muss. Sie hält ihren Gästen mittels Videobeweisen den Spiegel vors Gesicht und versucht den reichlich unsympathischen Einfaltspinseln einzubläuen, dass die Bezeichnung „Freundschaft“ in dieser Clique etwas arg oberflächlich gehandhabt wird. So stellt Bernadette ihre ganz eigenen Freundschaftsregeln auf und schreitet mit Schere und Hammer zu Tat, um Moral und Anstand in die Hirne des reichlich selbstsüchtigen Bekanntenkreises zu schlitzen und zu hämmern. Ganz zum Leidwesen der hilflosen Opfer, die die psychopatisch veranlagte Hausherrin nach dieser versemmelten Party mit Sicherheit aus ihren Facebook-Liste verbannen dürften – vorausgesetzt sie überleben das blutige Abendessen.
 
Unangenehm gehts in UNTER FREUNDEN zugange. Nicht nur aufgrund der etwas zweifelhaften Thematik, sondern auch des klaustrophobischen Terrors wegen, der sich schleichend durch die gesamte Szenerie frisst. Anfänglich schön schrill und bunt, wirds im Verlauf der Geschichte ganz schön düster, was vor allem den vielen morbiden Geheimnissen zu schulden ist, die die reichlich hohlen Protagonisten längst im Unterbewusstsein vergraben haben. In UNTER FREUNDEN – KOMM, LASS UNS SPIELEN geht ein jeder Charakter im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen, was gerade sensiblen Gemütern ganz schön an die Nieren gehen dürfte, wird die Vergeltung einmal mehr im typischen 08/15-Foltermurks auf dem Bildschirm zelebriert. Da wird munter skalpiert, kastriert und, ähm, pedikürt – was das Splatterherz jedoch nur selten in Wallung bringen dürfte. Die hier bebilderten Gewaltakte sind zwar vollkommen selbstzweckhaft; HARRIS blendet jedoch mit der Kamera weg, sobald es zu hart für den Zuschauer wird. Hart wirkt das alles dennoch, befindet sich das Schauspiel der wimmernden Protagonisten auf erstaunlichen hohem Niveau, so dass sich UNTER FREUNDEN mit seinem moralisch fragwürdigen Kontext vortrefflich in die Riege der vielen widerwärtigen HOSTEL-Plagiate einzureihen versteht. Immerhin weiß sich dieser Folterreißer mit seinem bitterbösen Humor vom üblichen Tortur-Gemansche abzuheben. HARRIS scheint eine Schwäche für sarkastischer Gemeinheiten zu besitzen, anders lassen sich einige der bissigen Schweinereien im Film nicht erklären. Die sorgen nämlich trotz kaltschnäutzigen Background für allgemeine Erheiterung. Auch wenn HARRIS mit ihrem zynischen Regie-Debüt ganz den Nerv gieriger Horrorfilmfans trifft, kränkelt auch dieser Film an der immens trivialen Geschichte. Die Szenarie beschränkt sich auf nur einen Schauplatz und auch das Schicksal des unnahbaren „Foltermaterial“ samt Richterin dürfte dem Zuschauer vollkommen Schnuppe sein. Dazu fehlt UNTER FREUNDEN einfach die Identifikationsfigur. Macht aber nichts, trotz Schnitzern darf Scream-Queen DANIELLE HARRIS gern weiterhin Filme drehen. Der (Horror)Regiestuhl ist wie für die zierliche Schauspielerin geschaffen und UNTER FREUNDEN gefällt mit seinen knackigen 80 Minuten Laufzeit durchaus – wenn auch vermutlich nur der Horror-Fanbase, denn Otto-Normal-Filmfreund dürfte an diesem perfiden Treiben nur wenig Freunde haben. Hoffen wir, dass HARRIS auch in Zukunft derart gemeine Streifen drehen darf und ihren ganz eigenen Humor nicht vernachlässigt. Der macht nämlich Laune und bereichert den eigentlich vollkommen austauschbaren UNTER FREUNDEN – KOMM, LASS UNS SPIELEN ungemein.
 
 
 


 
 
 

UNTER FREUNDEN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein Fest für Horrorfilmfans! HARRIS Regie-Debüt erweist sich als Klassentreffen der Ikonen des modernen Horrorfilms. Blutig, zynisch und unglaublich böse geht es im Terrorstreifen UNTER FREUNDEN zugange, was zartbesaiteteren Kinogängern ganz schön an die Nieren gehen dürfte.
 
 
 


 
 
 

UNTER FREUNDEN – Zensur

 
 
 
Hart ist UNTER FREUNDEN – KOMM, LASS UNS SPIELEN auf alle Fälle – wenn auch eher auf psychologischer Ebene. Die „Kandidaten“ dieses Rollenspiels werden vornehmlich auf psychischer Ebene erniedrigt, so dass AMONG FRIENDS (wie der Film im Original heißt) hierzulande ungeschnitten durch die FSK gekommen ist. Mit dem roten KEINE JUGENDFREIGABE-Aufdruck versteht sich!
 
 
 


 
 
 

UNTER FREUNDEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
unter-freunden-komm-lass-uns-spielen-among-friends

(c) TIBERIUS FILM / SUNFILM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Among Friends; USA 2012

Genre: Thriller, Horror, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1, Englisch DTS-HD MA 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 02.10.2014

 
 
 

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UNTER FREUNDEN – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80/ Marcel Demuth

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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Vile (2011)

The Helpers (2012)

Filmreview: „Girls against Boys“ (2012)

girls against boys
 
 
 

Girls against Boys

Story

 
 
 

Manche Frauen haben einfach nur Pech im Leben, so auch die junge Shea (Danielle Panabaker), die sich scheinbar immer in die falschen Männer verliebt. Nachdem sie von ihrem Partner verlassen wurde, weil dieser verheißungsvolle Zukunftspläne zusammen mit seiner Frau schmiedet, ist Shea am Boden zerstört und vertraut sich ihrer Arbeitskollegin Lu (Nicole LaLiberte) an. Kurzum flüchten die beiden auf eine angesagte Party, um sich den Frust von der Seele zu tanzen. Doch der nächste Morgen offenbart Tragisches, denn auf ihrem Heimweg wird Shea von einer flüchtigen Party-Bekanntschaft skrupellos vergewaltigt. Vollkommen verstört schleppt sich das junge Mädchen zusammen mit ihrer neuen besten Freundin Lu in eine der nächsten Polizeistationen, wo das missbrauchte Opfer jedoch auf wenig tröstende Worte stößt, als vielmehr Spott und Hohn erntet. Da beschließen die beiden Frauen, dass Gesetz selbst in die Hände zu nehmen und den Peiniger auf grausame Art und Weise zu bestrafen …
 
 
 


 
 
 

Girls against Boys – Kritik

 
 
 
Um Gottes willen, was war denn das? Horror, Satire, Thriller oder gar gesellschaftskritisches Selbstfindungs-Drama? So wirklich einordnen lässt sich „Girls against Boys“ nämlich nicht wirklich, auch wenn der notdürftig zusammengeschusterte Plot einmal mehr expolitationhaftes Revenge-Kino der Extra-Klasse suggeriert. Zwar werden hier diverse Filmzutaten aus unterschiedlichen Genres katastrophal wirr miteinander verknüpft, dennoch kann man trotzdem nicht behaupten, dass das vorliegende Rache-Filmchen dadurch schlechter ist, als manch klassischer Rape-and-Revenge-Thriller, der sich vordergründig mit zeigefreudigem Rache-Gekröse beschäftigt. Der Film wird hierbei aus der Sicht der leidenden und durchaus naiv handelnden Shea geschildert, die erkennen muss, dass man in einer egoistischen und selbstsüchtigen Welt wie der Unseren, doch besser einen dicken Schutzwall um das eigene Seelenheil zimmert, damit man nicht derart schnell verletzt und enttäuscht werden kann, wie der Film zu Beginn erschreckend dokumentiert. Durch prägende Schicksalsschläge, welche sie im Verlauf des Filmes über sich ergehen lassen muss, wächst sie letztendlich über sich selbst hinaus und wird zur skrupellosen Rächerin, die sich von Nichts und Niemanden aufhalten lässt. Dabei dient ihr die geheimnisvolle Lu als erfahrene Lehrerin, die bereits schon früh gelernt haben muss, jedem Mann mit einer gehörigen Portion Skepsis gegenüberzutreten. Ihr Charakter wird durch unnahbare, unterkühlte und emotionslose Gestiken bebildert, welche vermuten lassen, dass Lu ebenso einschneidende Erfahrungen mit Männern erlebt und nun einen unstillbaren Hass gegenüber dem starken Geschlecht geschürt haben muss. Dennoch bleibt ihr Schicksal gänzlich ungeklärt, was ihre Rolle durchaus einige interessante Facetten verleiht, dennoch gleichzeitig diverse Fragen in den Raum wirft. Woher ihr Zorn und ihre Verachtung rührt, hinterfragt „Girls against Boys“ leider nicht, sodass man als Zuschauer meinen könnte, dass Lu aus reinem Genuss am Foltern, Männer skrupellos über den Jordan meuchelt.
 
Trotz eigentlich kontroverser Botschaft, reduziert sich die dramenlastige Inszenierung und das Martyrium Sheas leider nur auf den Beginn der Geschichte. Wie so oft in klassischen Rape-and-Revenge-Filmen, werden die Gegebenheiten einmal mehr auf die Spitze getrieben. Auch „Girls against Boys“ macht da keine Ausnahme. Das Opfer Shea wird schön sadistisch durch die emotionale Hölle gejagt, sodass die Frau jegliche Selbstachtung vor ihrer eignen Person verliert, damit letztendlich der Racheakt eingeleitet werden kann und die „(Folter)Spiele“ beginnen dürfen. Der gierige Horrorfilmfreund dürfte sich hierbei natürlich gierig die Hände reiben, zumal „Girls against Boys“ hier durchaus Zündstoff bietet, ein angemessenes Gorefest zu zelebrieren. Wer jedoch hier auf zeigegeiles Foltergekröse hofft, dürfte gänzlich enttäuscht werden, denn Regisseur hält sich bei der blutigen Zurschaustellung obligatorischer Gemeinheiten dezent zurück, was in diesem Falle natürlich nicht negativ gewertet werden soll. Die Kamera ist zwar auch in den „bösen“ Szenen immer aktiv am Geschehen beteiligt, hält die Linse aber hierbei immer auf die Gesichter der beiden Rächenden, die mit Sägen und Macheten schonungslos zur Tat schreiten und ihren Peinigern Löcher durch Genitalien jagen oder die Gliedmaßen von den Körpern ihrer Opfer trennen. Zwar wirken diese Szenen schonungslos hart, dennoch weiß ein unbeschwerter Sarkasmus die ansprechenden Folterszenen zu begleiten, sodass einige Gewaltakte dadurch bereits wieder weniger hart wirken. Überhaupt durchzieht die gesamte Szenarie ein merklich befremdlicher Unterton. Da laufen Popsongs im Hintergrund, die von der Schönheit des Verliebtseins berichten und davon erzählen, wie stark die Liebe von Mann zu Frau sein kann – das alles natürlich in einem Kontext, der das ganze Gegenteil symbolisiert. Auch die grotesken Wortgefechte zwischen den beiden Mädchen wirken während ihren sadistischen Racheakten durchaus erheiternd, was den Film durchaus aufzuwerten weiß und ein wenig abhebt von üblicher Revenge-Kost.
 
Dennoch, auch wenn „Girls against Boys“ am Ende doch etwas anders sein will, als die üblichen Konsorten seines Sub-Genres, so schafft es Regisseur „Austin Chick“ letztendlich dennoch nicht, seinen recht fiesen und vor allem überraschend wortkargen Schocker vor groben Schnitzern zu bewahren. Die stereotype Betrachtungsweise von Mann und Frau wirkt hier mitunter sehr eindimensional. Der Mann wird, wie so oft, als triebgesteuerter Primat skizziert, der wie so oft die Frau allein nur als Begattungsmaschine betrachtet. Die Frau wiederum wird natürlich einmal mehr als primitives Dummchen beschrieben, die zwar mit ihren Reizen zu provozieren weiß, dennoch am Ende immer das Nachsehen trägt, egal in welcher Hinsicht. Eine wirklich ernstzunehmende Auseinandersetzung mit den Geschlechterverhältnissen findet hier natürlich keineswegs statt, zumal die Sicht einzig aus der Perspektive der Frau geschildert wird. Auch verliert der eigentlich kontroverse Charakter des Films spätestens mit der Einleitung des Racheakts jegliche Glaubwürdigkeit. Shea und Lu hinterfragen ihre Schandtaten natürlich zu keiner Minute und werden natürlich weder von Polizei verfolgt, noch von sonst irgendjemanden in die Schranken gewiesen. Zudem fragt man sich als Zuschauer ohnehin, warum die missbrauchte Shea auch Tage nach ihrem körperlichen Mißbrauch immer noch mit Highheels und Minirock durch die dunklen Gassen der Großstadt stolziert.
 
Austin Chick“ ist mit seinem „Girls against Boys“ ein recht passabler Thriller geglückt, der schon irgendwie ein wenig abgefahren wirkt. Leider scheint der ziemlich erschütternde und bierernste Beginn nicht so wirklich zum vollkommen durchgeknallten und zynisch-dialogisierten zweiten Teil der Geschichte zu passen. Teilweise mag man als Zuschauer das Gefühl nicht loswerden wollen, als hätte Regisseur „Austin Chick“ zu Beginn selbst nicht wirklich gewusst, in welche Richtung denn nun sein „Geschlechterkampf“ abzielen sollte. Trotz der wenigen psychologisch ansprechenden Ansätze wirkt sein Film irgendwie substanzlos und eine wirklich plausible Aussage mag der Film auch nicht so recht treffen wollen. Trotzdem, auch wenn es das rabenschwarze „Thelma und Louise“-Plagiat nur selten schafft, sich auf ernsthafter Basis mit gesellschaftskritischen Themen auseinanderzusetzen, kann man Chick nicht vorwerfen einen miesen und überflüssigen Film gedreht zu haben. „Girls against Boys“ wird seine Liebhaber finden, da sind wir uns sicher, immerhin wissen die wenigen Racheakte mit einer ziemlich kompromiss- und schonungslosen Darbietung zu überzeugen. Somit dürfte „Girls against Boys“ gerade für all die Horrorfilmfans interessant sein, die bisher noch immer nicht genug von missbrauchten Frauen haben, die sich schön selbstzweckhaft und grafisch ansprechend an ihren Peinigern zu rächen wissen!
 
 
 


 
 
 

Girls against Boys – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Man sollte nie die Rache einer Frau unterschätzen – Bitterböser Geschlechterkampf mit einigen ziemlich markerschütternden Szenen.
 
 
 


 
 
 

Girls against Boys – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung dürfte ungeschnitten eine „Keine Jugendfreigabe“-Einstufung erhalten.
 
 
 


 
 
 

Girls against Boys – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
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I Spit on your Grave (2010)

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Extremities (1986)

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Review: „Tödliches Spiel – Would you Rather?“ (2012)

would your rather
 
 
 

Tödliches Spiel – WOULD YOU RATHER?

Story

 
 
 
Um die wichtige Operation ihres krebskranken Bruders finanzieren zu können, lässt sich die hilfsbereite und rücksichtsvolle Iris von einem ihr unbekannten Milliardär namens Lambert überreden, an einer seiner großzügigen Veranstaltung teilzunehmen. Dort können interessierte Gäste eine großzügige Summe Geld verdienen, wenn sie sich nur dazu bereit erklären, an einem eigens von Lambert entwickelten Spiel mitzuspielen. Unwissend, was den Teilnehmern nach ihrer Zusage erwartet, willigen die ahnungslosen Gäste ein in der Hoffnung, jene Veranstaltung mit einer gefüllten Brieftasche verlassen zu können. Hierfür werden die Räumlichkeiten verschlossen und jedem Spieler die Aufgabe erteilt, entweder sich selbst physische Schmerzen zuzufügen oder einen der anwesenden Gäste zu verstümmeln …
 
 
 


 
 
 

WOULD YOU RATHER – Kritik

 
 
 
Das dreckige Tortur-Kino der 70er Jahre ist einfach nicht totzukriegen. Nach einem geglückten, generalüberholten und äußerst sadistischen Revival, dass durch Filme wie das TEXAS CHAINSAW MASSACRE, HOSTEL und SAW im Jahre 2003 eindrucksvoll ins Leben gerufen wurde und an brutaler Zeigefreudigkeit kaum zu übertreffen war, folgten bisher unzählige Plagiate, die mal mehr und mal weniger überzeugen konnten. Ob bei lebendigen Leibe zersägt, schaufreudig gefoltert oder lukrativ gehäutet – kaum eine perfide und präzis-dokumentierte Todesart wurde hierbei ausgelassen, um auch ja der sensationsgeilen Erwartungshaltung angehender Hobby-Masochisten gerecht werden zu können. Nach dem (eigentlich) abschließenden siebenten Teil des bekannten SAW-Franchise wurde es verdächtig „handzahm“ und ruhig um die expliziten und (teilweise) menschenverachtenden Tortur-Reißer, sodass es vermutlich Liebhaber dieses zweifelhaften Sub-Genres erfreuen dürfte, dass nun im Zuge der langsam abebbenden Folter-Welle ein weiterer Indie-Kandidat ins Rennen geschickt wurde, um einmal mehr die stahlharten Nerven unterversorgter Horrorfilmfans auf die Probe zu stellen zu dürfen. Erstaunlicherweise reduzieren sich die bisher letzten Veröffentlichungen jener Art (TRUE OR DARE, VILE, THE HELPERS, SCHLARAFFENHAUS) nicht mehr allein nur auf das blutige Ausreizen perverser Gewaltakte, sondern verfrachten das derbe Zurschaustellen abartiger Grausamkeiten auf vordergründig psychischer Ebene, wie es bereits in den Werken der experimentierfreudigen 70er Jahre der Fall gewesen war. Der krude Horror-Folterporno von Heute scheint eine Kehrtwende eingeschlagen zu haben und sich zu seinen Wurzeln zurückbegeben zu wollen, wobei nach wie vor auch heute noch der fragwürdige Ideenreichtum emsiger Filmemacher keine Grenzen findet. Und so werden grafisch ansprechende Folterakte weitestgehend in ihrer Blutgeilheit reduziert und mehr das Martyrium des Hauptdarstellers in den Mittelpunkt der Geschehnisse verfrachtet (MARTYRS), wobei deren Überlebenskampf sich unweigerlich auf den Gemütszustand des Zuschauers überträgt. Waren es vor mehr als 30 Jahren hauptsächlich Frauen, die in derart Filmen genüsslich gedemütigt, missbraucht und gequält wurden, so findet im „aufgeklärten“ und „toleranten“ 21. Jahrhundert eine Art geschlechtliche Gleichberechtigung statt, was zur Folge hat, das aktuell sogar auch männliche Protagonisten um ihr Überleben winseln, jammern und betteln dürfen.
 
Auch der vorliegende WOULD YOU RATHER ist einer dieser sagenumwobenen „Meisterwerke“, welche sich virtuos in die Reihe der Zurschaustellung perverser Abartigkeiten einzureihen weiß und sich mit allerhand moralisch zweifelhaften Interaktionen und den verstörten Denkstrukturen seiner Protagonisten beschäftigt. Dabei, und das sollte man diesem Film positiv anrechnen, erinnert sich Autor und Regisseur DAVID GUY LEVY zurück an die Glanzzeiten des allseits beliebten Terrorkinos und verfrachtet seine Geschehnisse in eine ansprechend düstere Umgebungskulisse, die in ihrem dreckigen Look teilweise an den Beginn des allseits beliebten Tortur-Kinos erinnert, welches in Filmen wie TEXAS CHAINSAW MASSACRE und LAST HOUSE ON THE LEFT seinen Anfang fand. Unüblicherweise wartet WOULD YOU RATHER mit einem ansprechenden Staraufgebot aus. War Hauptdarstellerin BRITTANY SNOW zuletzt noch munter trällernd und vor allem ungeniert jugendfrei im Teenie-Komödchen PITCH PERFECT unterwegs, so scheint sie ihr facettenreiches Schauspiel mit dem Auftritt in diesem Schreckensszenario erweitern zu wollen. Löblicherweise recht ambitioniert, scheitert doch ihre Rolle nicht an jenen stereotypen Verhaltensmustern, mit welchen man so oft in ähnliche Produktionen dieser Art konfrontiert wird. Ihr Verhalten durchzieht sich relativ glaubwürdig durch die dünne Handlung, auch wenn ihr das Drehbuch hin und wieder suspekte Denkphrasen eintrichtern möchte, die so rein gar nicht zu ihrem Charakter passen möchten. Neben Ex-Porostar SASHA GRAY, welche eine äußerst unsympathische Leidensgenossin miemt, dürften vermutlich alle Fans der Horrorlegende JEFFREY COMBS überrascht sein, dass einer der ganz großen Gerne-Helden der 80er Jahre sich für derart Quark hat überreden lassen. Dennoch bieten gerade Combs kongenialen Auftritte den eigentlichen Schauwert dieses fragwürdigen Tortur-Filmchens. Der Mann beweist einmal mehr, dass er es auch nach Kultfilmen wie RE-ANIMATOR und FROM BEYOND immer noch drauf hat, selbst dem miesesten Film das gewisse Etwas zu verleihen. Seine schwarzhumorigen Wortfloskeln bereichern den eigentlich vollkommen unwichtigen WOULD YOU RATHER ungemein, sodass die plumpe Foltergeschichte einen halbwegs seh- und ertragbaren Unterhaltungswert erreicht. Die Rolle des kompromisslosen Sadisten scheint Combs einmal mehr wie auf den Leib geschneidert zu sein und als Zuschauer spürt man regelrecht mit welcher Inbrunst der Schauspieler selbige lebt. Mit seinem Auftritt fällt und steigt der Qualitätsgehalt der Handlung und heben den zynischen Folter-Nonsens weitestgehend über den Durchschnitt.
 
TÖDLICHES SPIEL – WOULD YOU RATHER (so die deutsche Titelkreation) ist einer dieser Filme, die ihre Wirkung trotz aller Vorhersehbarkeit keinesfalls verfehlen. Zwar geht es hier nicht maßgeblich blutig zugange, trotzdem wirken einige Szenen aufgrund ihrer schonungslosen Kompromisslosigkeit erheblich hart, sodass vermutlich einige zartbesaitete Zuschauer flink zur Fernbedienung ihres Heimkino-Abspielgerät greifen dürften, um die gewalttätigen „Show-Einlagen“ leichter ertragen zu können. Die Protagonisten werden hierbei mit allerlei physischen und psychischen Unannehmlichkeiten konfrontiert, wobei sich der Film immer wieder die Frage stellt, wie kostbar letztendlich ein Menschenleben ist und wie weit jeder Einzelne gehen würde, um aus seinem selbstsüchtigen Handeln das meiste Kapital zu schlagen. Statt Augenmerk auf altbekannte Mordwerkzeuge, wie Kettensägen, Macheten und Schusswaffen zu legen, rücken hier traditionelle Folterinstrumente in den Mittelpunkt der Gegebenheiten. Neben einem primitiv zusammengewerkelten Fass gefüllt mit klarem Leitungswasser, finden sogar Silvesterraketen und Reitgerten vollkommen neue Einsatzgebiete. Zwar beginnt das muntere Treiben mit erheblich leichten Aufgaben (Vegetarierin soll Fleisch essen), diese bilden jedoch nur den Auftakt eines perfiden Sammelsuriums an kranken Ideen. Auch wenn der moralische Background durchaus Diskussionsstoff bietet, so wirkt das widerliche Szenario durchaus selbstzweckhaft, sodass die brenzliche Kontroversität des Themas im Zuge breit ausgewalzter Foltereinlagen vollkommen untergeht. Die Beweggründe der Gastgeber bleiben weitestgehend ungeklärt, sodass der Zuschauer mit allerhand Fragen zurückbleibt und nur darüber spekulieren kann, aus welchem Beweggrund Lambert diese Veranstaltung organisiert hat.
 
 
 


 
 
 

WOULD YOU RATHER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
WOULD YOU RATHER ist hartes Gewaltkino, das stahlharte Nerven voraussetzt. Ein moralisch fragwürdiges Filmchen, das aufgrund seiner kompromisslosen Darstellung ziemlich hart daherkommt. Zudem beweist JEFFREY COMBS einmal mehr, dass seine Auftritte selbst den miesesten Horrorfilm aufwerten können.
 
 
 


 
 
 

WOULD YOU RATHER – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von TÖDLICHES SPIEL – WOULD YOU RATHER hat Glück gehabt und den Segen der FSK erhalten. Die hat den Streifen ungeschnitten ab 18 Jahren (KJ-Freigabe) freigegeben. Eine etwas skurrile Entscheidung, fühlt sich die FSK bei derart Thematik nicht selten doch arg vor den Kopf gestoßen und verweigert die Freigabe sogar oftmals. Somit kann der Filmfreund bedenkenlos zugreifen und muss keinen Umweg übers Ausland in Kauf nehmen.
 
 
 


 
 
 

WOULD YOU RATHER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Would You Rather; USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Deutsch Dolby Digital 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Audiokommentar, Bildergalerie, Outtakes, Trailer

Release-Termin: 25.02.2014

 
 
 
Die hiesige FSK muss einen guten Tag gehabt haben, anders lässt sich wohl nicht erklären, dass der Folter-Schocker TÖDLICHES SPIEL – WOULD YOU RATHER ungeschnitten durch die Zensurinstanz gekommen ist. Anbieter MARITIM PICTURES hat sich dem Horrorfilm angenommen und veröffentlicht ihn auf einer brauchbaren Blaustrahl-Scheibe. Nach dem Einlegen geht’s auch gleich los. Der Zuschauer wird in ein äußerst liebloses Hauptmenü gelotst, das aus einer Aneinanderreihung von Szenen des Hauptfilms besteht und mit einer arg nervigen und sich ständig wiederholenden Melodie unterlegt wurde. Größeres Ärgernis bietet jedoch die unglaublich miserable deutsche Synchronisation, bei der einmal mehr die ewig gleichen Sprecher zum Einsatz kamen, die sonst auch bei Indie-Streifen aus dem Hause MARITIM PICTURES ins Mikrophon quasseln. Das raubt den Film erheblich die Atmosphäre und ist kaum zu ertragen. Besonders unglimpflich wurde JEFFREY COMBS deutsche Stimme gewählt, die ihren Text derart gelangweilt und kraftlos vom Teleprompter abliest, dass COMBS-Fans das kalte Grausen bekommen. Immerhin ist das Bild solide, das eher in erdige und farblose Töne getaucht wurde und durchaus annehmbar ist. Unter dem Menüpunkt „Extras“ werden dem Filmfreund eine kleine Anzahl an Boni geboten. Den Anfang macht eine animierte Slideshow, die aus Plakaten des Films besteht (rund 1 Minute, HD). Weiter geht’s mit 15 (!) Sekunden Outtakes (HD) und dem englischsprachigen Trailer (rund 2 Minuten, HD). Angerundet wird das Minibonuspaket mit einem filmbezogenen (und teilweise schweigsamen) Audiokommentar, bei dem aber Untertitel schmerzlich vermisst werden. Die gibt es übrigens nicht einmal für den Hauptfilm. Wer harte und professionell gewerkelte Folterfilme mag kann dennoch bedenkenlos zugreifen, zumal TÖDLICHES SPIEL – WOULD YOU RATHER ziemlich günstig zu haben ist und auch die Originaltonspur bereithält. Hier werden aber mangels deutscher Untertitelspur gute Englischkenntnisse vorausgesetzt. Wer übrigens immer noch nicht mit dem lästigen FSK-Sticker zurechtkommt, kann das Cover umdrehen, denn ein Wechselcover liegt anbei.
 
 
 

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WOULD YOU RATHER – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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Vile (2011)

The Helpers (2012)

Filmreview: „The Helpers“ (2012)

the helpers 2012
 
 
 

The Helpers

Story

 
 
 
Es hätte für die sieben Freunde dieser kleinen Geschichte ein wahrlich feierfreudiges Wochenende werden können. Doch wie so oft in Horrorfilmen dieser Art, meint es das Schicksal mit den Teens gänzlich anders, als anfänglich erwartet. Ihre euphorische Reise nach Sin City, Las Vegas, wird kurzum durch eine Autopanne unterbrochen. Gott sei Dank entdeckt die Gruppe irgendwo im Nirgendwo ein kleines Motel, dass sich scheinbar auf die Reparatur derart „zufälliger“ Pannen spezialisiert zu haben scheint. Guter Dinge, die Fahrt bald fortsetzen zu können, verbringen die Freunde die Nacht in der abgelegenen Herberge. Ein fataler Fehler, denn hinter der hilfreichen und gastfreundlichen Fassade der zuvorkommenden Motel-Inhaber, verbirgt sich das personifizierte Böse …
 
 
 


 
 
 

The Helpers – Kritik

 
 
 
Es gibt Filmthemen, die scheinen derart begehrt zu sein, das man sie wieder und wieder lukrativ recyceln muss. War es vor einigen Jahrzehnten noch das beliebte Slasher-Genre, dass mit Vorliebe durch den Fleischwolf gezwirbelt und gehörig abgemolken wurde, so zieren aktuell blutgierige Killerviren, menschenverachtende Folterspielchen oder Wackelcam-geile Poltergeister die internationale Filmlandschaft. Kaum ein Genre-Werk entsteht derzeit, das sich nicht mit derart totgefilmten Horrorstoffen beschäftigt und um die Gunst der Zuschauer buhlt, in der Hoffnung halbwegs Beachtung geschenkt zu bekommen, damit die Macher hinter dem Beitrag rasch die schnelle Mark verdienen können. Der vorliegende Vertreter „The Helpers“ reiht sich hierbei ideal in die endlos lange Reihe aktueller Folterfilme ein, die mit Vorliebe dem nachgehen, was sie vermutlich am besten können: zu langweilen. Ohne ein Fünkchen Originalität zu vermitteln oder kreative Eigenständigkeit zu beweisen wird hier genüsslich gefoltert und sadistisch gedemütigt, einzig der Gewalt und der Provokation wegen. Die Vorgeschichte (insofern man das Konstrukt überhaupt als Geschichte betiteln kann) ist schnell erzählt, sodass dieser aktuelle Folteraufguss erstaunlich straff zum Punkt kommt, damit der gewaltgierige Gorehound auch rasch das genießen darf, was er letztendlich von Filmen dieses Kalibers erwartet: sinnentfremdete Quälerei nonstop.
 
Wer jetzt dennoch darauf hofft, dass das auch alles hübsch hart anzuschauen ist, der irrt. Vielmehr irrt Regisseur „Chris Stokes“ zu euphorisch seinen großen Vorbildern „Hostel“ und „Motel“ hinterher, sodass er bereits nach nur wenigen Film-Minuten die Orientierung über seine ohnehin dürftig zusammengeflickte Filmchen verliert. Nicht nur, dass die Interaktionen der wenigen Protagonisten vollkommen hirnrissig erscheinen, auch die Geschichte wirkt zunehmend konfus, sodass der Film zur echten Geduldsprobe avanciert. Vor allem die skrupellosen „Helfer“ beginnen bereits nach ihrem ersten Auftauchen gehörig zu nerven und versuchen im Verlauf der Handlung zwanghaft böse und hinterlistig zu wirken. So wirklich eindrucksvoll will ihnen das jedoch nicht gelingen, denn ihr lustloses Agieren wirkt weniger bedrohlich, als vielmehr konsequent einschläfernd. Und so hilft es dem Film letztendlich auch nicht, dass es zwei weibliche „Helferinnen“ offensichtlich zu gut mit Ihrem übertriebenen Overacting meinen und in einer Tour versuchen mit Hilfe zynischer Wortfloskeln ihren männlichen Mitstreitern die Show stehlen zu wollen. Das permanent überspitzte Gegacker wirkt hierbei derart störend und unfreiwillig komisch, dass man sich als Zuschauer vollkommen verwirrt fragt, ob es sich nun bei „The Helpers“ um eine rabenschwarze Komödie oder einen vermeintlich bösen Terrorfilm handeln soll. Zudem lässt sich nicht leugnen, dass einige der ambitionierten Jungdarsteller unglaublich mies vor der Kamera agieren, sodass es dem vorliegenden „The Helpers“ nur selten gelingt, über Amateurfilmniveau hinaus zu schlittern.
 
 
 
Nachwuchs für emsige Folterexperten gesucht? Dann sollte dieser aktuelle Nonsens möglichst gemieden werden. Das aktuelle „Meisterwerk“ aus der Serie sadistisch-angehauchte „Möchte-gern-Folterstreifen“ ist ein wirklich haarsträubend schlechter Vertreter seiner Gattung, denn hier wird schauspielerisches „Nichtkönnen“ erstaunlich groß geschrieben. Ein grandiose Feuerwerk unweigerlichen Fremdschams. Gerade weil dem Film keine wirklich halbwegs spannende Geschichte zugrunde liegt und die improvisierenden Leistungen der wenigen Darsteller sehr zweifelhaft in Erscheinung treten, kommt rasch Langeweile auf, welche das muntere Treiben auf der heimischen Mattscheibe unerträglich gestalten dürfte. Dabei sind es nicht die Demütigungen und Folterungen selbst, die bitter aufstoßen, sondern die gesamten Inszenierung, die nur selten über Amateurstatus hinausreicht. Regisseur „Chris Stokes“ schafft es mit einer unglaublichen Leichtigkeit, in einfach jedes Fettnäpfchen zu stiefeln. Seinem „The Helpers“ gelingt es erstaunlich selbstsicher alles falsch zu machen, was man bei einem Film diesen Kalibers falsch machen könnte. Er ist langweilig und bedeutungslos, von Terror ist im Film kaum eine Spur. Ein Mitfiebern gestaltet sich als schwieriges Unterfangen, denn die wenigen Protagonisten im Film wirken unsympathisch, eindimensional und unzugänglich. Auch auf Gewaltebene erfindet „The Helpers“ das Genre nicht neu. Erstaunlicherweise gibt es hier für ausgehungerte Gorehounds nur wenig zu bestaunen. Ein groteske Zweiteilung sowie eine überraschende Enthauptung sind die einzig wahren „Highlights“ in diesem vollkommen überflüssigen Film. Für einen Terror- und Folterfilm vermutlich viel zu unspektakulär, dürfte die belanglose Darstellungen der obligatorischen Greueltaten einzig für ein müdes Lächeln unter alteingesessenen Horrorfilmfans sorgen.
 
Seltsamerweise handelt es sich bei Regisseur „Chris Stokes“ um einen eigentlich halbwegs erfahrenen Filmemacher, der bereits eine umfangreiche Vita vorzuweisen hat. Neben einigen (in Amerika) erfolgreichen Horror- und Musikfilmen („House Party 4“ und „Somebody Help Me 1+2„), verdiente er sich vor allem als erfolgreicher Produzent namhafter Pop-Größen („Destiny ’s Child„, „Bobby Brown„) ein goldenes Näschen. Sein aktuelles Schaffen jedoch, dürfte er vermutlich am liebsten wieder in der Versenkung verschwinden lassen, denn „The Helpers“ ist wahrlich ein vollkommen desaströses Stück Zelluloid, auf das der Filmfreund getrost verzichten kann!
 
 
 


 
 
 

The Helpers – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Motel“ & „Hostel“ erneut schlecht kopiert – Ein vollkommen unbrauchbarer und überflüssiger Film!
 
 
 


 
 
 

The Helpers – Zensur

 
 
 
Dürfte ungeschnitten mit „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung nach Deutschland kommen.
 
 
 


 
 
 

The Helpers – Trailer

 
 
 


 
 
 

Hellraiser80

 
 
 

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Vile – Pain

Story

 
 
 
Nichtsahnend erwachen einige junge Menschen in einem verbarrikadierten Gebäudekomplex. Keiner der Anwesenden weiß, wie er hierhergekommen ist. An ihren Hinterköpfen befinden sich Schläuche, die aus ihren Schädeln herausragen und an dessen Enden sich kleine leere Behälter befinden. In Panik getrieben entdecken die Gruppe im Nachbarraum eine TV-Apparat auf dessen Bildschirm ihnen eine fremde Frau die Anweisung gibt sich selbst körperlich die schlimmsten Schmerzen zuzufügen, da im Extremfall perversester Qualen, das Gehirn ein überaus brauchbares Sekret aussondert. Diese kostbare Flüssigkeit wird dazu verwendet um eine beliebtes Designer-Droge herzustellen und das allein nur aus dem Hirn menschlicher Probanden gewonnen werden kann. Nur wenn das Gefäß an den Hinterköpfen der Anwesenden innerhalb eines Tages gefüllt werden kann, ist den Überlebenden die Freiheit gewiss. Vollkommen verunsichert und von Todesangst getrieben, schreiten die Teilnehmer zur Tat und beginnen sich körperlich selbst auf schlimmster Art und Weise zu verstümmeln. Ein Vielzahl an „brauchbaren“ Werkzeugen und Utensilien sollen die „Kreativität“ fördern und sind schnell gefunden. Was der Gruppe anfänglich noch viel Überwindung kostet, geht selbiger von Stunde zu Stunde lockerer von der Hand, denn der stete Überlebenswille jedes einzelnen Probanden lassen moralischen Normen und Werte letztendlich vollkommen vergessen.
 
 
 


 
 
 

Vile – Kritik

 
 
 
Wer denkt, dass er in sieben „Saw“-Teilen gänzlich alles gesehen hat, was sich verzweifelte Menschen in Ihre Panik vor dem eigenen Tod so alles antun können, der irrt. Denn der aktuelle Horrorstreifen „Vile“ reiht sich in jene Reihe perverser und unnötiger Folter-Tortur-Streifen, die mit allerlei ekligen und widerlichen Grausamkeiten um die Gunst der Käuferschar buhlen wollen, siegessicher ein. Mein lieber Scholli, was dem Horrorfilmfreund hier vorgesetzt wird, ist einmal mehr absolut moralisch zweifelhaft und kommt mit einer unerhört-dreisten Selbstverständlich- und Kaltschnäuzigkeit daher, dass einem als Genre-Liebhaber der Spaß am phantastischen Film glatt vergehen könnte. In „Vile“ regiert die Gewalt, der Gewalt wegen und ist wirklich einziges Mittel zum Zweck, um diesen Film überhaupt tragen zu können. Hier werden Unterkiefer eingeschlagen, Arme in kochendes Wasser getaucht, Haut mittels Käse-Reibe „abgerieben“ sowie ein heißes Bügeleisen auf menschliches Fleisch gepresst und das alles letztendlich einzig im Namen der Freiheit. Zu allem Entsetzen fügen sich die FX auch noch derart professionell in die Szenarie ein, dass sich „Vile“ sogar für „geübte“ Alles-Seher zu einer deftigen Nervenprobe entwickeln dürfte. Erstaunlicherweise handelt sich bei diesem aktuellen Werk um ein Regie-Debüt, dass zumindest in technischer Hinsicht zu überzeugen weiß und selbstverständlich die Blut-und Gore-Fraktion zufriedenstellen dürfte. Das Set ist stimmig und die Geschichte straff inszeniert. Leerlauf gibt es selten und die besagten Ekeleffekte verfehlen ihr Wirkung keinesfalls. Nachwuchs-Regisseur „Taylor Sheridan„, der sich zuvor bisher nur als Darsteller in einschlägigen Fernsehserien einen Namen gemacht hat, scheint die Drehbücher seiner bisherigen TV-Rollen genauestens studiert zu haben, denn trotz technischer Selbstsicherheit ist das notdürftig zusammengewerkelte Drehbuches seines „Vile“ kaum der Rede wert und stolpert selten auf TV-Serien-Niveau hinaus. Eine brauchbare Charakterisierung, Tiefgang oder Emotionalisierung kann Sheridian´s Erstlingswerk nicht vorweisen und so geht einem als Zuschauer das pervers-kreative Selbstverstümmeln der beliebig austauschbaren Opfer am Allerwertesten vorbei. Welche Drogen die Storyschreiber eingeworfen haben müssen, um derart kranken Quark überhaupt zu Papier bringen zu können, entzieht sich meiner Kenntnis – Fakt ist, dass „Vile“ einer dieser Filme ist, worauf die Filmwelt nun wahrlich nicht gewartet hat und letztendlich auch nicht braucht. Am Rande erwähnt, erklärt sich natürlich von selbst, dass ein Film mit derart moralisch fragwürdiger Rahmenhandlung hiesige Zensurbehörden auf die Barrikaden bringen dürfte, denn „Vile“ wird definitiv in seiner ungeschnittenen Originalversion bei der FSK keine Chance haben.
 
 
Der kranke Ideen- und Erfindungsreichtum mancher Drehbuchschreiber scheint keine Grenzen zu kennen. „Vile“ ist ein später Nachzügler des bekannten „Saw“- Franchise und kommt nicht weniger pervers und blutrünstig daher. Die Kamera hält dreist auf die Geschehnisse und der Horrorfilmfreund bekommt das, was er letztendlich auch laut Filmplakat erwartet: Gekröse, ekelige Folterspiele und perverse Abartigkeiten nonstop. Trotz inhaltlicher Leere dürfte „Vile“ zumindest die Hardcore-Fraktion befriedigen, denn die Spezialeffekte sind aller erste Sahne. Ob jedoch die Kombination aus technischem Können und inhaltlicher Leere einen guten Film zaubern, erklärt sich spätestens nach dem Abspann. Denn einen wirklich bleibenden Eindruck hinterlässt „Vile“ leider nicht. „Taylor Sheridan“ erster abendfüllender Filmbeitrag ist ein recht spezieller Film, der aufgrund seiner unkompromissbereiten Kaltschnäuzigkeit für Otto-Normalzuschauer vollkommen unzumutbar ist und scheint einer dieser Filme zu sein, die einzig dafür geschaffen sind, um den perversen Voyeurismus der blutgierigen Käuferschaft zu befriedigen.
 
 
 


 
 
 

Vile – Fazit

 
 
4 Punkte Final
 
 
Ein absolut ekliger, moralisch fragwürdiger und vollkommen perverser Schund, auf den die Welt nun wahrlich nicht gewartet hat!
 
 
 


 
 
 

Vile – Zensur

 
 
 
Der Film zeigt explizit fragwürdig derbe Folterszenen und zelebriert sie teilweise minutiös, so dass die deutsche Fassung geschnitten werden musste. Die ungeschnitte deutsche Variante wird über Österreich vertrieben.
 
 
 


 
 
 

Vile – Trailer

 
 


 
 
 
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schlaraffenhaus
 
 
 

Schlaraffenhaus

Story

 
 
 
„Maria“ lebt zusammen mit ihrem Vater in einer riesigen Villa am Meer, fernab von Hektik und turbulenten Trubels. Nach dem Tod der geliebten Mutter brach für die kleiner Familie eine Welt zusammen, sodass die älteste Tochter „Kira“ die Familie verließ und seither als verschollen galt. Jegliche Emails, die an die großen Schwester verschickt wurden blieben unbeantwortet, und trotzdem hofft „Maria“ sehnsüchtig auf eine baldige Rückkehr. Kaum die Hoffnung beerdigt, steht eines Tages unerwarteter Besuch ins Haus. Nicht nur, dass „Kira“ überraschenderweise zurückgekehrt ist, auch ein merklich seltsam uniformiertes Pärchen verschafft sich Zutritt in das opulente Anwesen und fordert auf schmerzhafte Art und Weise den „Schatz“ des Hauses.
 
 
 


 
 
 

Schlaraffenhaus – Filmkritik

 
 
 
„Marcel Walz“, ein ambitionierter Regisseur aus deutschen Landen, der sich bisher in der Horrorfilmszene mit arg durchwachsenen Billig-Amateur-Produktionen („Popular“, „Avantgarde“, „La Petite Mort“) eine Namen gemacht hat ist zurück. Sein aktueller Independent-Beitrag „Schlaraffenhaus“ bietet überraschenderweise eine enorme Steigerung seiner bisherigen Werken zugegen und hat fast kaum noch etwas mit günstig heruntergekurpelten Amateurfilmen gemein. Direkt nach Beginn fällt dem Filmfreund sofort auf, dass Regisseur Walz enorm viel Wert auf eine halbwegs professionelle Inszenierung gelegt hat. Die Kamerafahrten- und Einstellungen sind, bis auf wenige recht unnötig lange Patzer, überaus stimmig und recht interessant umgesetzt. Auch die musikalische Untermalung, und die gut platzierten Schnitte der einzelnen Szenen gestalten sich als überaus gelungen und tragen enorm zur Atmosphäre von „Schlaraffenhaus“ bei. Mit gering-budgetierter Nonsens-Ware aus der Amateur-Schmiede eines„Olaf Ittenbachs“ hat das Ganze kaum noch etwas am Hut. Erstaunlich souverän gefilmt und an den internationalen (Folterfilm)Markt angelehnt, überschlagen sich die recht blutigen Ereignisse von Filmminute zu Filmminute und gipfeln in einem vermeintlich überraschenden End-Plot-Twist.
 
Soweit so gut, auf technischer Ebene weiß „Schlaraffenhaus“ im Rahmen seiner Möglichkeiten vollends zu überzeugen, aber nicht die technische Inszenierung bereitet hier für schwindelerregende Kopfschmerzen, vielmehr liegt der Hund im total unklaren Drehbuch und der recht dilettantisch ins Gewicht fallenden Schauspielkunst der handvoll Protagonisten begraben, denn was dem Filmfreund dort untergejubelt wird, ist in seiner Trivialität kaum zu übertreffen. Eine wirklich glaubhafte Geschichte bietet Walz´s Beitrag nämlich nicht. Ein bisschen Smalltalk hier, etwas Gezicke dort, ein paar Spaziergänge rund um das Anwesen und eh sich der Filmfreund versieht sind bereits 30 Minuten mit unbrauchbaren Lückenfüllern vorüber, ohne das eigentlich überhaupt etwas nennenswertes passiert wäre.
 
Erst nach einer gefühlten Ewigkeit kommt das Geschehen so langsam in die Gänge und präsentiert mit den beiden Kleinkriminellen Simona und Franky zwei recht hilflose Psychopathen, denen man ihre Rolle als mordgierige Schizzos irgendwie nicht so wirklich abnehmen möchte. Nachdem die beiden in das Haus eingedrungen sind und die Anwesenden beginnen zu terrorisieren, fragt sich der interessierte Filmfreund, was der gesamte vollkommen grotesk-aufgeblasene Irrsinn denn nun eigentlich soll. Nicht nur, dass die beiden Psychopathen recht abstrus gekleidet sind (diverse S/M-Pornos lassen grüßen) auch ihr Handlungshintergrund, vergleicht man ihn mit der schlussendlichen Filmauflösung, ist derart löchrig, kaum nachvollziehbar und hanebüchen, dass man sich als Filmfreund nach Filmsichtung eigentlich recht veräppelt fühlt.
 
Das anfänglich recht harmonische Opfer-Täter-Zusammenspiel leidet unter dem recht unglaubhaft arrogant inszenierten Overacting der „bösen“ Hauptdarstellerin, die zudem unter dem Einsatz diverse „Kraftausdrücke“ und Folterspielchen versucht die Kontrolle über ihre Opfer zu erlangen, es aber nie schafft wirklich glaubhaften Terror zu erzeugen. Vielmehr beginnt ihr Schauspiel nach nur wenigen Minuten unglaublich zu nerven, ihre Handlungen sind derart inkonsequent und ihre Monologe zu künstlerisch-übertrieben, dass ein böses „F“-Wort aus ihrem Mund unweigerlich lächerlich wirkt. Die übrigen Schauspieler schaffen es auch nicht mit ihren recht dilettantisch-wirkenden Wortgefechten und dem unweigerlich nervtötenden Gewinsel „Schlaraffenhaus“ über den Folter-Tortur-Durchschnitt zu heben. Vielmehr gestaltet sich Walz Beitrag als recht uneffektive Kopie bekannter und ähnlicher „Home Invasion“ – Produktionen, wobei einzig die recht gekonnt getricksten Krösel-Effekte den ein oder anderen Schauwert bieten, diese wiederum in Folterfilm „Neighbour“ effektiver und schmerzlicher in Erscheinung treten.
 
Mit „Schlaraffenhaus“ hat sich Regisseur „Marcel Walz“ gänzlich von seinen Amateur-Horrorfilm-Wurzeln verabschiedet. Das Setting passt, die musikalische Untermalung ist als gelungen zu bezeichnen und auch die handvoll Krösel-Szenen wissen zu gefallen. In der Summe erinnert „Schlaraffenland“ kaum noch an ein niedrig-budgetiertes Amateurfilmchen, sondern an routiniert abgedrehten TV-Standart. Dennoch, der ganz große Sprung ist ihm mit seinem aktuellen Beitrag trotzdem nicht gelungen. Die Story ist platt und erinnert zu stark an, bedeutend bessere, „Home Invasion“-Thriller Marke „Funny Games“ und „Kidnapped“. Sein aktuelles Genre-Werk bietet keine eigenständigen und wirklich spannende Ideen und plätschert in seiner Belanglosigkeit genüsslich vor sich daher. Die überraschende Auflösung des gesamten Spuks wirkt mehr als konstruiert und das aufdringlich-nervige Overacting der „bösen“ Hauptprotagonistin vermiest die Sichtung dieses eigentlich recht ambitionierte Folter-Werkes. Wollen wir hoffen, dass Marcel Walz beim nächsten Film ein glücklicheres Händchen bei der Auswahl seiner Drehbücher und Schauspieler besitzt, denn mit derart sehenswerter technischer Umsetzung könnte sich letztendlich auch Deutschland endlich einmal mehr im internationalen Extrem-Horrorfilm-Sektor blicken lassen.
 
 
 


 
 
 

Schlaraffenhaus – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Ein Folterfilm wie so viele vor ihm, nur mit dem Fakt, dass dieser aus deutschen Landen kommt. Trotz guter technischer Umsetzung, ist das Schauspiel und das Drehbuch so derart durchwachsen und wirkt oftmals unfreiwillig komisch, dass dem Filmfreund die Lust an der Sichtung von „Schlaraffenhaus“ schnell vergehen dürfte. Trotzdem, für Amateurfilm-Freunde und Trash-Liebhaber definitiv einen Blick wert!
 
 
 


 
 
 

Schlaraffenhaus – Zensur

 
 
 
Deutsche Filmversion: die in Deutschland erhältliche FSK18-Version ist stark gestrafft in den Folterszenen. Über das deutschsprachige Ausland erschien jüngst ein Mediabook aus dem hause NSM mit der ungeschnittenen Filmversion.
 

Hellraiser80

 
 
 


 
 
 

Schlaraffenhaus – Trailer

 
 
 


 
 

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„Tyler“, ein unerfolgreicher (warum hat Schauspieler „Michael Madson“ nicht gleich diese Rolle erhalten, sie wäre ihm wie auf dem Leib geschneidert gewesen) Immobilien-Makler wittert das große Geschäft: er kauft ein heruntergekommenen Warenhaus in der Innenstadt günstig auf, um dieses dann, umfunktioniert als Wohnkomplex, gewinnbringend zu vermieten.

Bei der ersten Besichtigung der gekauften Lokalitäten geht jedoch alles schief. Zusammen mit seiner Freundin „Lauren“ und einer ihrer Bekannten „Natasha“ gerät er in die Fänge eines skrupellosen Psychopathen, der sich in dem leerstehenden Gebäude verschanzt hat.

 

 

 

Geübten Cineasten dürfte der Name „Michael Madson“ sofort ein Begriff sein, denn in den frühen 90ern machte er vorwiegend mit Nebenrollen in bekannten Kultfilmen („The Doors“, „Thelma & Louise“) auf sich aufmerksam. Nicht unproduktiv, dafür weniger beeindruckend liest sich seine Filmografie ab den späten 90ern, denn dort erging es ihm ähnlich wie zig anderen Actiondarstellern der 80er Jahre zuvor, die von der Kinoleinwand verschwanden, ihren Kummer in Drogen und Alkohol ersoffen und hauptsächlich in minderbemittelten B-Movies und „Direct-to-Video“- Produktionen ihr Lohn und Brot verdienten. Schenkt man diversen Interviews Glauben, so sieht Madson sogar ein, in seinem Leben viel Mist gedreht zu haben. Obwohl seine Filmvita bis heute bereits über 110 Film vorweisen kann behauptet „Michael Madson“ sogar, gerade mal fünf bis sechs Werke in seinem bisherigen Leben gedreht zu haben, auf welche er wirklich stolz sei.

Hut ab vor dieser bodenständigen Selbsteinsicht.

Seine aktueller Auftritt im Horrorbeitrag „Nictophobia – Folter in der Dunkelheit“ erweitert die Reihe von unbrauchbaren Billig-Filmen in seinem bisherig kreativen Schaffen, den Mr. Madson mit Sicherheit am liebsten unter den Teppich kehren und gänzlich aus dem Gedächtnis streichen würde, denn dieser später Folter-Nachzügler ist katastrophaler Videotheken-Nonsens unter aller Güte, der es nicht einmal ungeschnitten in unsere Gefilden geschafft hat.

Bereits die ersten Filmminuten lassen, zumindest in der deutschen Synchronisation, schlimmes erahnen. Die beiden weiblichen Protagonisten und Freundinnen „Lauren“ und „Natasha“ (eine davon trägt die nervige deutsche Synchronstimme von „Jennifer Tilly„) sind so unweigerlich schlecht und nervig ins Deutsche übersetzt, dass einem als Horrorfilmfreund direkt die Nackenhaare zu Berge stehen, sobald die beiden „blonden“ Hohlbirnen das erste Mal den Mund öffnen. Oftmals wirken ihre Dialoge so unweigerlich lächerlich und der Klang ihrer (deutschen) Stimmen zu unverständlich schrill, dass man als Zuschauer nicht weiß, ob man jetzt lachen oder lieber weinend abschalten soll.

Das fast schon penetrant dumme Vorgehen der beiden „Intelligenzbestien“ unterstreicht demnach auch das Niveau des Genre-Beitrages „Nictophobia – Folter in der Dunkelheit“, welcher zudem auch rein gar nichts mit der titelgebenden „Nyktophobie“ (Nachtangst, Angst vor der Dunkelheit) am Hut hat. Hierbei merkt der Zuschauer einmal mehr, wie hilflos deutsche Vertriebe darum bemüht sind, mit einer fiktiv reißerischen Titelumbenennung von der minder überzeugenden Qualität ihrer eingekauften Produkte werben „müssen“. Außer der Tatsache, dass die handvoll orientierungsloser Protagonisten fast 40 Minuten lang durch die Gänge des düstere Lagerhauskomplexes irren, ohne das überhaupt irgendetwas spannendes passiert, hat „The Brazen Bull“, so wie der Film im Original heißt, rein gar nichts mit der deutschen Titelschmiede gemein.

Apropos spannend: Der vorliegenden Beitrag ist von schweißtreibendem Suspense meilenweit entfernt. Denn nachdem „Tyler“ mit seinen zwei „hyper-intelligenten“ Gespielinnen das Gebäude betreten hat und eifrig die neuerworbene Immobilie erkundet, verschwindet der neue Hauseigentümer überraschend und taucht wenige Minuten später als unfreiwilliger Filmstar, gefesselt auf einer Trage in seinem eigenen „Snuff-Movie“ erneut auf, welchem die beiden Freundinnen unweigerlich beiwohnen müssen, als sie bei ihrer Erkundungstour in einem leeren Raum einen eigens für sie aufgebauten TV-Apparat entdecken.

Was nun kommt ist routinierter Folter-Quark, der aufgrund seiner Belanglosigkeit ebenso vollkommen unwichtig ist und es nicht einmal annähernd schafft das Ruder dieser Filmgurke herumreißen, um zumindest die Horrorfraktion zufriedenzustellen zu können. Die wenigen Krösel-Szenen gestalten sich als relativ unspektakulär und im Vergleich zu ähnlichen Genre-Kandidaten Marke „Hostel“ zudem auch noch absolut „harmlos“. Hier ein Kehlen-Schnitt, dort ein abgetrennter Finger – damit lockt man zumindest bei routinierten Horrorfilm-Allesseher kein verschwitztes Lächeln mehr ins Gesicht.

Einzig B-Movie-Junkie „Michael Madson“ gewinnt als skrupelloser Psychopath zumindest den einzigen Gnadenpunkt in dieser vollkommen verpeilten „Direct-to“-Produktion.

In der englischen Originalversion wächst er als zynisch-irrer Schizzo über sich hinaus, sodass man als Filmfreund zumindest über einige recht makabere Sprüche Madsons lachen darf.

Dass diese unweigerlich in der deutschen Syncho untergehen, erübrigt eigentlich die Sichtung von „Nictophobia – Folter in der Dunkelheit“ in der deutschen geschnittenen Version.

 

 

 

Interessierte Filmfans sollten einen großen Bogen um „Nictophobia – Folter in der Dunkelheit“ einschlagen, denn dieses Billigwerk ist absolut ungenießbar.

Hier stimmt rein gar nichts. Der Titel ist falsch erdacht, die Schauspieler falsch gewählt, das Drehbuch falsch geschrieben und die handvoll Folter-Krösel-Szenen schlecht kopiert.

Ein Film, der gänzlich versucht, auf der langsam abebbenden Welle an ähnlich-gestrickten Folter-Tortur-Werken mitzuschwimmen, aber dabei gnadenlos ersäuft.

Die Story ist bahnbrechend schlecht und die wenigen Gewaltspitzen dürften den Genre-Freund absolut kalt lassen.

Zudem wurde die deutsche Filmfassung gänzlich allen Ekelszenen entraubt, sodass nur noch ein katastrophal-zusammengewerkeltes Gerüst an nervenden Belanglosigkeiten überbleibt.

In der englischsprachigen Originalversion kann einzig B-Movie-Legende „Michael Madson“ überzeugen, der es zumindest schafft mit einigen makaber-zynischen Kommentaren, dem Zuschauer vor dem Einschlafen zu bewahren.

In der deutschen Version ist „ Nictophobia – Folter in der Dunkelheit“ einer der schlechtesten Genreproduktionen, die das Genre zuletzt gesehen hat – Parallelen zu der ähnlich schlechten filmischen Qualität eines „“Penance – Sie zahlen für ihre Sünden sind nicht zu übersehen.

 

 

 

Fazit 1,5/10 Punkte

 

Achtung, Achtung auf Gleis 1 hält Einfahrt der Zug aus Hollywood mit Weiterfahrt direkt in die untersten Regalen der Videotheken. Der Zug endet dort – Bitte alle aussteigen!

Deutsche Version: „Keine Jugendfreigabe“ – Version ist geschnitten. Eine ungeschnittene deutsche Filmfassung wird demnächst über das deutschsprachige Ausland erscheinen. Ich rate dennoch ab, da die wenigen Gewaltszenen kaum der Rede wert sind und den miesen Film auch nicht besser machen.

 

 

Hellraiser80

Filmreview: „Hostel 3“ (2011)

 

Ein paar Freunde düsen nach Las Vegas um mal so richtig die Sau raus lassen zu können – der Alkohol fliest, die Weiber sind willig. Leider wird die Feiersause schnell zum Partygau, denn die Freunde stellen schnell fest, dass Las Vegas nicht nur für seine Casinos, für Blitzhochzeiten und Tigershows bekannt ist, sondern auch für unangenehme Folterspiele an Menschen.

Eine geheime Untergrundorganisation namens „The Hunters“ hat es sich zur Hauptaufgabe gemacht, aus den makabren Folterspielchen an ahnungslosen Las-Vegas-Touristen, Kapital zu schlagen.

Dumm nur, dass gerade unsere feierfreudigen Freunde nun ins Visier der „Hunters“ geraten.

 

 

Es war nur eine Frage der Zeit, bis die erfolgreiche „Hostel“-Serie mit einem weiteren Teil fortgeführt werden sollte.

Im Jahre 2005 als echter Kassenschlager gefeiert avancierte der Exploitationkracher schnell zum Publikumsliebling unter Horrorfilmfans und Otto-Normal-Kinozuschauern. Aufgrund des Erfolges zog das Filmstudio schnell eine weitere Fortsetzung mit gleichem Konzept nach, die aber leider kläglich an den Kinokassen scheiterte und bereits im Vorfeld (von Kritikern und der FSK) verrissen wurde. Kein gutes Omen, für eine weitere Fortsetzung!

Jetzt über 4 Jahre später, erscheint nunmehr ein weiterer Teil der Serie und das seltsamerweise nicht im Kino, sondern direkt auf DVD und Blu-ray. Ein guter Schachzug, denn „Hostel: Part III“ ist nichts weiter als ein cineastischer Schnellschuss, bei dem man das Gefühl nicht loswerden möchte, dass er einzig dafür gedreht wurde, um noch schnell etwas Kohle aus dem allmählich abebbenden „Folter-Tortur“-Genre herauszuschlagen.

Demnach sollte man seine Erwartungen gänzlich gen Nullpunkt schrauben, um nicht allzu sehr enttäuscht zu werden. „Hostel 3“ ist, wie so viele Direct-to-Bluray Filmproduktionen zuvor, nichts halbes und auch nichts ganzes.

Die Charakterentwicklung wurde auf ein Minimum reduziert, die lieblose Story kommt überraschenderweise schnell zum Punkt.

Was folgt ist das selbstzweckhafte und grafisch-ordentlich zubereitete Ableben diverse unfreiwilliger „Kandidaten“, die gänzlich zur Belustigung der „Hunter“-Mitglieder kreativ um die Ecke „gefoltert“ werden. Das mag zwar für blutgeile Filmfans reißerisch und erfüllend genug sein, für anspruchsvolle Gemüter, oder routinierte Filmseher ist das jedoch quälend langweilig.

Und hierbei liegt letztendlich auch der Hund begraben: außer „kreatives“ Meucheln, bietet „Hostel 3“ nichts Neues, oder gar Nennenswertes. Nur Blut und nur Gewalt machen (zumindest für mich) noch lange keinen guten Horrorfilm.

Im Original „Hostel“ aus dem Jahre 2005 hat man sich zumindest noch halbwegs Mühe gegeben, das hauchdünne Storygerüst effektiv in Szene zu setzen, indem man sich genug Zeit nahm, die stereotypen Protagonisten sympathisch zu skizzieren, sodass der Zuschauer genug Mitgefühl entwickeln konnte, um bei den Folterszenen unerträglich mitleiden und mitfiebern zu können.

Teil 3 hat nichts dessen fortgeführt. Die Charakterentwicklung der Protagonisten ist so derartig reduziert, dass einem derer Ableben letztendlich am Allerwertesten vorbeigeht und man eigentlich froh ist, wenn der Abspann gen Filmschirm flimmert.

Neben den qualitativ durchwachsenen Goreeffekten (von Handmade-Gekrösel, über unglaublich dummen CGI-Effekten, ist alles vertreten) fallen immense Logiklücken aufdringlich ins Gewicht.

So, wird natürlich ein „Kandidat“ seiner Fesseln entledigt, um dem Folterspiel mehr Spannung zu teil kommen zu lassen, und darf sich mit Waffen gegen seinen „Henker“ zur Wehr setzen. Was jedoch im Falle eines Sieges des traumatisierten Kandidaten passieren darf und soll, hat scheinbar niemand der ominösen Foltersekte bedacht. Denn das Folteropfer bricht aus seinem Vorführraum aus und macht Jagd auf seine Peiniger.

Was bleibt ist das arg konstruierte Ende, dass trotz alle Kritik, recht zügig, rasant und forsch in Szene gesetzt wurde. Der Racheakt wurde prägnant und reißerisch gestaltet und dürfte zumindest die Gorefraktion befriedigend können.

Hostel 3“ ist das geworden, was man letztendlich erwartet hat: hohle und sinnfreie Genreunterhaltung, für anspruchslose Gemüter. Die Ekel- und Schockeffektivität eines „Hostel: Part1“ wird nicht einmal ansatzweise erreicht. Durchschnittskost, die man so schon viel zu oft gesehen hat.

 

 

Fazit 5,5/10 Punkte

 

Durchschnitliche Direct-to-Heimkinomarkt Produktion, die wie so oft schlechter ist, als seine Kinovorgänger.

Hirn aus – Glotze an.

 

FSK: Prognose – keine Freigabe / ungekürzte Spioversion wahrscheinlich

 

 

Hellraiser80