Filmreview: „Wer – Das Biest in Dir“ (2013)

Wer-2013
 
 
 

WER – DAS BIEST IN DIR

Story

 
 
 
Mann oder Bestie: Verteidigerin Kate Moore (A.J. Cook) steht vor dem Fall ihres Lebens. Sie gerät an einen Angeklagten, der für zwei brutale Morde verantwortlich gemacht wird. Nun will sie dessen Unschuld beweisen. Doof nur, dass sich der Beschuldigte vor ihren Augen zu einem Werwolf verwandelt …
 
 
 


 
 
 

WER – Kritik

 
 
 
Werwolffilme sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Seit nunmehr 100 Jahren geistert der Mannwolf durch die Filmlandschaft und hat sich bisher auf ganz unterschiedliche Weise auf der Leinwand präsentiert. Ob als brutale Bestie in THE HOWLING (1981), Sprüche klopfender Chaot in TEENWOLF (1985) oder verletzliche Kreatur im Horrordrama GINGER SNAPS (2000) – seit der von den UNIVERSAL STUDIOS produzierte WOLFSMENSCH im Jahre 1941 Aufsehen erregte und Geld in die Kinokassen brachte, sind Werwolf-Schocker aus den Lichtspielhäusern nicht mehr wegzudenken. Mittlerweile ist die Liste der Werwolfheuler lang geworden. Klein ist dagegen die Anzahl derer, die es lohnt überhaupt gesehen zu werden, denn unter all den mehr oder weniger erfolgreichen Streifen innerhalb des Lykanthropen-Genres befindet sich auch ne Menge Quatsch. Ein etwas ruppiger Vertreter dieser Sparte ist WER, der nun den Weg in die Händlerregal findet. Regisseur WILLIAM BRENT BELL zeichnet verantwortlich und hatte vermutlich keine Lust mehr auf seicht-weichgespülten Kiddi-Kram, der sich seit TWILIGHT, INSIDIOUS und PARANORMAL ACTIVITY großer Beliebtheit erfreut. Für WER werden die Gewaltregler erneut auf Maximum gedreht, schließlich sind Horrorfilme im 21. Jahrhundert nicht mehr ausschließlich dazu da um Angst einzujagen. Wichtig ist vor allem verrohende Gewalt, die möglichst sadistisch vor der Kamera zelebriert wird, damit sich dem Zuschauer ganz schnell der Magen umdreht.
 
In Frankreich lebt man neuerdings gefährlich. Eine mörderische Bestie treibt dort ihr Unwesen. Deren unstillbaren Blutdurst bekommt eine ahnungslose Familie zu spüren, die gerade in einem der ländlichen Vororte von Paris Urlaub macht. Ehefrau Claire (STEPHANIE LEMELIN) überlebt schwer verletzt und schildert den Polizisten, dass die grausame Tat durch Menschenhand verursacht wurde. Schnell ist ein Verdächtiger gefunden. Der fällt anhand der verlotterten Optik direkt ins Beuteraster der Beamten und soll nun von Verteidigerin Kate Moore vertreten werden. Die Anwältin ist fest von der Unschuld des wortkargen Riesen überzeugt, wird jedoch bald eines Besseren belehrt. Bei einigen Untersuchungen gerät der Mann in Rage und verwandelt sich in eine unaufhaltsame Kreatur, die bald nicht mehr unter Kontrolle zu bringen ist und blind vor Wut jeden zerreist, der sich ihr in den Weg stellt. Der Mythos über Werwölfe scheint sich zu bewahrheiten, doch niemand weiß, wie man das Monster aufhalten kann. Für Kate Grund genug dem Wesen auf Schritt und Tritt zu folgen, schließlich spürt sie, dass zwischen ihr und dem Werwolf eine Verbindung besteht.
 
WILLIAM BRENT BELL ist wieder da. Mit seinem DEVIL INSIDE (2012) hat er sich zuletzt selbst ein Denkmal gesetzt und einen der miesesten Mainstram-Wackelkamera-Streifen gedreht, die man bis dato auf der Leinwand bewundern durfte. Trotzdem konnte sich der kostengünstige Wackeltrip gut an den Kinokassen behaupten, so dass BRENT BELL nun weitere Horrorfilme machen kann. Weil die Machart von DEVIL INSIDE gut funktioniert hat, geht es auch gleich mit der Shaky Cam weiter, denn WER ist im gleichen Subgenre beheimatet, wie die miese Teufelsaustreibung aus dem Jahre 2012. Die Geschichte wird hierbei in Form einer hektisch geschnittenen Reality-Doku geschildert. Um möglichst authentisch zu wirken bekommt der Zuschauer Unmengen News-Schnipsel fiktiver Nachrichtensender vorgesetzt, wobei die aus den meisten Found Footage Filmen bekannte Perspektive aus Sicht der Überwachungskamera selbstverständlich auch mit an Bord ist. Mittlerweile ist man es ja gewohnt, dass Charaktere in Wackelkamera-Streifen grundsätzlich blass bleiben, schließlich konzentrieren sich die meisten dieser Filme auf das plakative Erschrecken nach gängiger Methodik, was nicht selten durch das unkontrollierbare Wackeln der Kamera getoppt wird. Auch WER bedient sich den ewig gleichen Found Footage Regeln und versorgt den Zuschauer mit teils unerträglicher Kameraführung, die zwar immer nah an der Heldin bleibt aber den Zuschauer zur Weißglut treibt, weil der Kameramann kein ruhiges Händchen findet. Unbeholfene Schocks bestätigen die Tatsache, dass sich das Wackelfilm-Genre auf einem absteigenden Ast befindet, denn wirklich unvorhersehbar ist keiner von denen, weil man sich einfach an den ewig gleichen Schreckmomenten sattgesehen hat. Eigentlich bietet WER nichts Neues, wäre da nicht der deftige Härtegrad, der zumindest das Interesse der Splatter-Fraktion auf den Plan rufen dürfte. Regisseur WILLIAM BRENT BELL schöpft aus den Vollen und grenzt sich mit seinem Schlachtfest ganz selbstbewusst von den bisherigen Vertretern dieser Filmgattung ab. WER dürfte mit Sicherheit der bisher brutalste Found Footage Schocker sein, schließlich werden hier ganz ungeniert Körper vor der Kamera zerfetzt. CGI zeigt sich in WER von der besten Seite, denn das meiste Gematsche kommt aus dem Computer, fügt sich hervorragend in das Wackelgeschehen ein und hinterlässt einen durchweg positiven Gesamteindruck. Zudem verschönern diverse Computereffekte ganz gezielt die obligatorische Verwandlungsszene, die zu jedem Werwolffilm gehört, wie das Salz in die Suppe. Das Effekte-Team hat in diesem Falle lobenswerte Arbeit geleistet und eine gelungene Blutwurstplatte zusammengestellt, an der sich kommende Filme dieser Art messen müssen. Auch wenn WER mit Sicherheit kein Brüller ist; die derben, temporeichen und hektisch geschnittenen Gewaltexzesse haben Autor und Regisseur WILLIAM BRENT BELL den Hintern gerettet.
 
 
 


 
 
 

WER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
A NEW AMERICAN WEREWOLF IN PARIS – Der mit Abstand brutalste Found Footage Film in der Geschichte des Wackelkamera-Genres. Eigentlich ist WER ein Werwolfstreifen wie jeder andere auch, wären da nicht die ziemlich realistisch umgesetzten und krude inszenierten Gewaltmomente, die das Herz eines jeden Splatterfans schneller schlagen lassen dürften. Zwar benötigt WER ein wenig um an Fahrt zu gewinnen; legt der Wolfmann dann jedoch los, geht es Schlag auf Schlag. Mit WER hat DEVIL INSIDE-Macher WILLIAM BRENT BELL doch noch bewiesen, dass er halbwegs unterhaltsame Horrortrips machen kann. Da kann man nur hoffen, dass der Regisseur nun das ohnehin schon gebeutelte Found Footage Genre ruhen lässt und nicht noch einen Film dieser Art zu drehen beginnt.
 
 
 


 
 
 

WER – Zensur

 
 
 
WER ist ziemlich brutal. Es werden Menschen in Stücke gerissen, Kiefer auseinandergefetzt, Augäpfel angeritzt und Menschen wie Papier durch die Luft gewirbelt. Das hat für einen roten KJ-Sticker ausgereicht, sogar für eine ungekürzte Fassung.
 
 
 


 
 
 

WER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
wer-blu-ray

(c) Ascot Elite Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Wer; USA 2013

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 – @24 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK18 – Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover, Erstauflage im Schuber

Extras: Featurette, Bonus-Clip: „Stunt to Finish“, Interviews, Originaltrailer, Trailershow, Programmhinweise fürs Kino

Release-Termin: 14.10.2014

 

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WER – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
V/H/S 2 – Super VHS (2013)
 
Das Tier (1981)
 
American Werewolf (1981)
 
American Werewolf in Paris (1997)
 

Filmreview: „Ghost Team One“ (2013)

ghost-team-one-2013
 
 
 

GHOST TEAM ONE

Story

 
 
 
Einige Hobbygeisterjäger sind vom PARANORMAL ACTIVITY-Virus infiziert. In deren Haus spukt es, so dass man Kameras hervorkramt, um eine Doku zu drehen. Was die Freunde aber noch nicht wissen ist, dass sie es hier mit einem äußerst nymphomanisch veranlagten Geist zu tun haben, der es ab und an auch mal bevorzugt, die Lebenden zu vernaschen …
 
 
 


 
 
 

GHOST TEAM ONE – Kritik

 
 
 
Was nur stimmt mit den Regisseuren BEN PEYSER und SCOTT RUTHERFORD nicht? Die beiden haben vermutlich unter permanenten Samenstau zu leiden, denn anders lässt sich der Schwachsinn nicht erklären, den sie hier mit GHOST TEAM ONE mehr schlecht als recht verzapft haben. Herr lass Hirn vom Himmel regnen, denn das Niveau in ihrem Comedy-Fehlzünder ist derart tief im Keller, dass dagegen selbst Randgruppen-TV im Privatfernsehen eines Qualitätspreises würdig ist. So was kann eindeutig nur aus dem sonst so prüden Amerika kommen, dort wo in der Vergangenheit schamlos-platte Spoof-Filmchen wie GHOST MOVIE oder die SCARY MOVIE-Reihe das Licht des Zelluloid-Himmels erblickt haben und wo man sich selbst des dümmsten Sexwitzchens wegen lauthals lachend auf dem Boden rollt. GHOST TEAM ONE ist das, was man wohl in Filmkreisen eine beschämende Jugendsünde nennt, denn die teils unwissenden Jungdarsteller dürften sich für diesen peinlichen Fehltritt ein Leben lang schämen. Hier gibt es nahezu keinen Dialog, der nicht irgendeine schlüpfrige Anzüglichkeit beinhaltet und über welche sich vermutlich nur pubertäre Heranwachsende auf dem Schulhof erheitern können.
 
Alles beginnt auf einer ausufernden Party im Haus der dauergeilen Freunde Brad (JR VILLARREAL), Sergio ( CARLOS SANTOS) und Chuck (TONY CAVALERO) bei der man auf die Witterung eines Geistes aufnimmt, der sich später als vietnamesische Bordellbetreiberin entpuppt, die viele Jahre zuvor an gleicher Stelle einige Männer um die Ecke gebracht hat. Gut, dass sich unter den trinkfreudigen Partygästen auch eine Geisterexpertin (FERNANDA ROMERO) gemischt hat, die die Idee einfach großartig findet, aus den mysteriösen Vorfällen einen Dokumentarfilm zu drehen. So werden überall im Haus Kameras montiert, damit das Treiben des Geistes auf Film gebannt werden kann. Doch der macht sich rar und scheint nur dann aktiv zu werden, wenn sich im Haus sexuelle Energien sammeln.
 
Wie lang nur funktioniert das Found Footage-Prinzip denn noch? Kaum ein Filmthema existiert, dass nicht bereits in den Genuss einer Wackelcam-Vergewaltigung gekommen ist. So langsam scheint sich aber ein Verschleiß zu verzeichnen, denn selbst eingefleischte Allesseher erkennen allmählich, dass sich hinter dieser Art von Filmen meist nur laue Lüftchen verbergen und hier oft Filmschaffende am Werkeln sind, die mit wenig Aufwand viel Asche machen wollen. Ganz zum Leidwesen des Filmfans, der sich nicht selten seiner kostbaren Lebenszeit beraubt sieht, weil ihm erneut sich ständig wiederholender und ideenloser Filmabfall untergejubelt wird. GHOST TEAM ONE macht da sicherlich keine Ausnahme. Die Macher haben sich der PARANORMAL ACTIVITY-Erfolgsplage angenommen und versucht, die seichte Kindergeisterbahn mit Hilfe von unreifer Aufklärungsarbeit leidlich unterhaltsam zu parodieren. Hier wird auf Papptellern gekackt, beim Stuhlgang beigewohnt, reichlich masturbiert und sich ausgiebig über möglichen Beischlaf unterhalten, so dass einer der Anwesenden gleich mal vor Erregung versehentlich in seinen Slip ejakuliert. Niveau erhält in GHOST TEAM ONE eine gänzlich neue Bedeutung, denn wer meint Horror-Parodien wie SCARY MOVIE hätten schon längst die Grenzen des guten Geschmacks erreicht, dürfte mit diesem unterirdischen Sexklamöttchen eines Besseren belehrt werden. Leider ist jene Parodie nicht einmal ansatzweise lustig, insofern man sich darüber ergötzen kann, wenn ein Besessener in Frauenmode gekleidet breitbeinig auf einem Bett liegt und verlangt, dass er „geleckt“ wird. Hier wird alles fast schon alibimäßig als Selbstironie getarnt durch den Kakao gezogen, was im Geistergenre zuletzt Kasse gemacht hat. Da gibts was aus PARANORMAL ACTIVITY und THE RING zu sehen, aber auch FRIEDKINS Kultfilm DER EXORZIST und Regans legendäre Kopfdrehszene kommen auf recht unterirdische Weise in die Gunst einer Hommage. Immerhin agieren die wenigen Knallscharchen halbwegs vernünftig vor der Kamera. Allen voran TONY CAVALERO, der als stets aggressiver Mitbewohner Chuck stets „fucking“ genervt (hier kann man sich den Spaß machen und das von ihm geäußerte „Fuck“ im Film zählen) durch die Kulisse rennt und am Ende in einer äußerst grenzwertigen Dämonenaustreibungs-Farce lächerlich und demütigend bloßgestellt wird. Bei soviel unreifer Sauerei will mit Sicherheit keiner der Schauspieler in zwei Jahrzehnten überhaupt noch mit GHOST TEAM ONE irgendwie in Verbindung gebracht werden. Wer dieses schwachsinnige Machwerk gesehen hat, weiß vermutlich aber dann auch warum.
 
 
 


 
 
 

GHOST TEAM ONE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
PARANORMAL ACTIVITY trifft auf AMERICAN PIE. Übersinnlicher Klamauk in der Tradition der SCARY MOVIE-Reihe, der aber das Niveau noch einmal zusätzlich mit den Füßen tritt, damit es auch ja im Keller bleibt. Man kann gar nicht soviel Alkohol kaufen, um sich GHOST TEAM ONE gut oder gar lustig zu trinken. Hier werden dumme Sexwitze am laufenden Band geboten, so dass man spätestens nach 30 Minuten vollkommen genervt ist, die ständig wiederholenden Anzüglichkeiten nur in abgeänderter Variation ertragen zu müssen. Liebe GHOST TEAM ONE-Macher: Niveau ist keine Creme und Sexwitzchen sind nur dann lustig, wenn man sie so ähnlich nicht schon in hundert anderen Spoof-Komödien bis zum Abwinken erdulden musste.
 
 
 


 
 
 

GHOST TEAM ONE – Zensur

 
 
 
Gewalt gibt es in GHOST TEAM ONE bis auf einen abgerissenen Kopf nicht zu sehen. Demnach ist eine FSK 16 drin.
 
 
 


 
 
 

GHOST TEAM ONE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hell Baby (2013)
 
Paranornmal Activity 3 (2011)
 
Tucker and Dale vs. Evil (2010)
 
Scary Movie (2000)
 
Scary Movie (2001)
 

Filmreview: „666 – Paranormal Prison“ (2013)

666 - PARANORMAL PRISON
 
 
 

666 – PARANORMAL PRISON

Story

 
 
 
Ein weiterer Wackelcam-Film: Ein Team des FBI soll den mysteriösen Vorkommnissen in einem verlassenen Gefängnis auf den Grund gehen und stößt bei den Ermittlungen auf das abgrundtief Böse …
 
 
 


 
 
 

666 – PARANORMAL PRISON – Kritik

 
 
 
Manch deutsches Filmlabel weiß, wie man aus bierernsten Horrorfilmen wahrlich köstliche Komödien zaubert. Man nehme einfach hundsmiserabel zusammengeschusterten Found-Footage-Trash und spendiere ihm eine grottenschlechte Synchronisation mit Sprechern, die offenbar weder ihr Handwerk, noch die deutsche Sprache verstehen. Fertig ist der schnelle Spaß für Zwischendurch, der mit genügend Bier zum Hit auf jeder Filmglotzerfete wird. Die Pornoübersetzung hat 666 – PARANORMAL PRISON auch bitter nötig, denn im Originalton ist der Streifen das wohl Übelste, was das Filmjahr 2013 hervorgebracht hat. Es mag ja immer wieder Horrorfilme geben, die ihr eigentliches Ziel verfehlen und den Zuschauer ins Koma flimmern, statt ihn zu Tode zu ängstigen. In 666 – PARANORMAL PRISON erlebt der Zuschauer eine neue Dimension filmischen Grauens, denn hier steckt zwar der Geist im Film, fehlt dafür aber im Drehbuch. Das macht sich vor allem bei den trivial zusammengesponnenen Dialogen bemerkbar, die sich vornehmlich tief unter der Gürtellinie befinden und sich konstant auf dem Niveau pubertärer Halbwüchsiger bewegen.
 
 
“ Wie hast du es nur durch die Aufnahmeprüfung geschafft?“ – „Na mit Schwanz und Charisma“ – „Oh Mann, weißt du was du brauchst? – Du brauchst Jesus“
 
 
Eigentlich heißt 666 – PARANORMAL PRISON im Original 616 – PARANORMAL INCIDENT und ist die Quasi-Fortsetzung des bereits 2011 erschienenen PARANORMAL INCIDENT. In Sachen Dilettantismus ist der nachfolgende Teil dem Erstling ebenbürtig und darf als wohl ultimatives Schlaferlebnis im aktuellen Filmjahr gewertet werden. Umso dreister, dass man dem ohnehin schon desaströsen Vorgänger eine Fortsetzung folgen ließ, die für den internationalen Filmmarkt sogar noch unter anderem Namen vermarktet wurde. Ein Schelm, wer da Böses vermutet, schließlich hätte bei so einem katastrophal zusammengeklautem Vorgänger kein Horrorfan zum Sequel gegriffen. Weil in „Geist“-reichen Zeiten „verwackelte“ Kinoerfolge wie PARANORMAL ACTIVITY (2007) genug Zaster in die Kinokassen schwemmen, sind es vor allem die kleinen Indieproduktionen, die mit unzureichendem Know-How die Erfolgsrezeptur der Großen zu kopieren versuchen. Und gerade weil man für Found-Footage-Filme kein teures Equipment oder viel Budget benötigt, sprießen solche Werke wie die Pilze aus dem Boden. 666 – PARANORMAL PRISON ist auch so eine dieser Produktionen, die mit möglichst wenig Aufwand ganz viel Umsatz generieren möchten. Ganz zum Leidwesen des Filmfans, der sich aufgrund des reißerisch gestalteten Covers zum Kauf verleiten lässt und sich nach Sichtung schwarz ärgert, weil er für so einen Schwachsinn viel Geld ausgegeben hat. 666 – PARANORMAL PRISON wurde von DAVID CHIRCHIRILLO inszeniert, der bisher nicht weiter aufgefallen ist und auch noch nichts Nennenswertes geleistet hat. Weil man vermutlich in 666 – PARANORMAL PRISON kein großartiges Erfolgspotenzial gesehen hat, durfte der bisher unbekannte CHIRCHIRILLO gleich mal sein nichtvorhandenes Regiekönnen unter Beweis stellen und an seinem Spielfilmdebüt tüfteln. Wo hier der dreiste Ideenraub stattgefunden hat, ist schnell ergründet, denn 666 – PARANORMAL PRISON entpuppt sich als lächerliches Light-Duplikat des bereits 2011 entstandenen GRAVE ENCOUNTERS, der in Genrekreisen durchaus positiv aufgenommen wurde.
 
Während sich im besagten GRAVE ENCOUNTERS ein Filmteam durch eine spukende Psychiatrie kämpft, ist es in 666 – PARANORMAL PRISON eine Spezialeinheit des FBIs, die in ein leerstehendes Gefängnis gerufen wird, weil es dort nicht mit rechten Dingen zugehen soll. Man stößt auf eine seltsame Frau, die wenig später von einer (Para)Psychologin aus anfänglich unerklärlichen Gründen in einen Zelltrakt gesperrt wird. Eine gute Entscheidung, denn schnell stellt sich heraus, dass die ominöse Fremde gar nicht so hilflos ist, wie sie es anfänglich vortäuscht. In ihr steckt das Böse, das sich durch die Wände des Gebäudes frisst und bald für das Verschwinden und den Tod des gesamten Einsatzteams verantwortlich gemacht wird. Das abgedroschene Filmthema über Geister in verwaisten Gebäuden durchläuft dabei die gängigen Regeln üblicher Found-Footage-Ware. Das Geschehen wird wie gewohnt mit Hilfe verschiedener Kameratechniken protokolliert, die oftmals kaum erkennen lassen, was da im Film gerade passiert. Hierbei kommen sogar Brillen zum Einsatz, in welche Mikrokameras verbaut wurden. Vermutlich die wirklich einzige erwähnenswerte Idee im gesamten Film, erweist sich diese Methode gerade dann als recht effektiv, wenn der Zuschauer das Geschehen aus der Egoansicht miterleben darf. Da flitzen dann doch schon mal dunkle Gestalten auf die ahnungslosen Crewmitglieder zu, so dass sich der Genrefan in einer Art filmischem Egoshooter wähnen dürfte. Apropos Gestalten, hier hat man sich leidenschaftlich beim Original EVIL DEAD (1981) bedient. Denn nachdem die einzelnen Crew-Mitglieder nacheinander das Zeitliche gesegnet haben, wandeln sie als besessene Killerdämonen mit weißen Kontaktlinsen durch die Gänge des Gefängnisses. SAM RAIMI hat es 1981 vorgemacht, DAVID CHIRCHIRILLO 2013 kläglich kopiert. Ansonsten gibt es in 666 – PARANORMAL PRISON viel Füllstoff, damit der Streifen auf seine Filmzeit kommt. Wir erleben unwichtige Entdeckungstouren, die oft gar keinen Sinn ergeben, eine klaustrophobische Kulisse, die erst gar nicht genutzt wird um zu Erschrecken oder gar zu Gruseln und einen kaum vorhandener Spannungsbogen, der 666 – PARANORMAL PRISON zum wohl langweiligsten Wackelcam-Heuler der letzten Dekaden macht. Wem seinen Lebenszeit kostbar ist, sollte diesen Billigmist möglichst meiden, denn mit Filmen wie 666 – PARANORMAL PRISON versaut man sich nur die Freunde am Tag!
 
 
 


 
 
 

666 – PARANORMAL PRISON – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
Talentfreie Laiendarsteller, dreist geklaute Ideen, absolut furchtbare Synchronisation, austauschbare Handlung und eine nahezu nicht vorhandene Spannungskurve. In 666 – PARANORMAL PRISON gibt es kaum Positives, das Erwähnung finden könnte. Wer dennoch den Mut aufbringt, einen Ausflug in dieses Gefängnis zu wagen, sollte auf das Schlimmste vorbereitet sein – wir haben Euch gewarnt!
 
 
 


 
 
 

666 – PARANORMAL PRISON – Zensur

 
 
 
In 666 – PARANORMAL PRISON gibt es am Ende etwas Splatter zu sehen. Aufgrund einiger zerstückelter Leichenteile wurde der Streifen hierzulande ab 18 Jahren freigegeben. Die deutsche Fassung ist mit KJ-Kennzeichnung ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

666 – PARANORMAL PRISON – Deutsche Blu-ray

 
 
 
666 - PARANORMAL PRISON blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: 616: Paranormal Incident; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DD 2.0

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK 18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Interview-Feature (ca. 9 Minuten, keine UT), Audiokommentar (keine UT), Filmtrailer (ca. 3 Minuten)

 
 
 

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666 – PARANORMAL PRISON – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Grave Encounters 2 (2012)

Grave Encounters (2011)

Apartment 143 (2011)

Filmreview: „Frankenstein´s Army“ (2013)

frankensteins-army
 
 
 

FRANKENSTEIN´S ARMY

Story

 
 
 
Einige Russen stoßen inmitten der Wirren des Zweiten Weltkriegs auf ein geheimes Labor der Nazis, in dem nach Aufzeichnungen Dr. Victor Frankensteins grausige Experimente durchgeführt werden. Ein wahnsinniger Wissenschaftler hat eine schaurige Armee wandelnder Untoter geschaffen, die nun über den Kriegsschauplatz tobt und die Gegner in die Flucht schlagen soll …
 
 
 


 
 
 

FRANKENSTEIN´S ARMY – Kritik

 
 
 
Die düstere Nazi-Thematik wurde nun schon in allen erdenklichen Horrorfilmen verwurstet. Ob im Geisterschiff-Schocker DEATH SHIP (1980), im Zombiefilm DEAD SNOW (2009) oder im Exploitation-Trash ILSA, SHE WOLF OF THE SS (1975); die kontroverse deutsche Geschichte hat schon so manch Filmschaffenden auf arg perfide Ideen gebracht. Der niederländische Regisseur RICHARD RAAPHORST sah in der Nazi-Problematik ebenfalls Potenzial und wollte damit nach einigen Kurzfilmen den ersten Langfilm schaffen. Unter dem Titel WORST CASE SCENARIO drehte er zwei kurze Promo-Clips, um mögliche Investoren für seinen Nazi-Flick gewinnen zu können. Doch der erhoffte Dreh kam nie zustande. Stattdessen öffnete sich für den Nachwuchsregisseur ein anderes Türchen. RAAPHORST begann mit der Arbeit am Monster-Trash FRANKENSTEINS ARMY, in dem er einige seiner Ideen aus den zuvor abgedrehten WORST CASE SCENARIO-Trailern gleich für seinen ersten Spielfilm wiederverwerten konnte und sich so einen langjährigen Traum erfüllte. Seine Geschichte über eine gemächlich marschierende Armee von „Zombots“, die durch einen verrückten deutschen Wissenschaftler aus Blech und menschlichen Körperteilen zusammengebastelt wird, erntete bereits bei Kritikern und in Fankreisen ausreichend Lob und dürfte nicht unwesentlich dazu beigetragen haben, dass RAAPHORST vielleicht doch noch sein gescheitertes WORST CASE SCENARIO auf die große Leinwand bringen darf. Um seinen Film so wirtschaftlich wie möglich umsetzen zu können, wurde bei der Produktion auf preisgünstige Wackelkamera-Methodik zurückgegriffen, die im Falle von FRANKENSTEINS ARMY einmal mehr all die üblichen Klischees zu bieten hat, die dieses Subgenre unlängst hervorgebracht hat. Für manchen Horrorfan vermutlich zuviel des Guten, besitzt der berüchtigte Found Footage-Film vermutlich ebenso viele Gegner wie Liebhaber und hat sich durch die unendlich vielen minderwertigen Werke der letzte Zeit wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Trotz aller Skepsis erweist sich die Wackelcam-Rezeptur hier als stimmiges Stilmittel, das hervorragend mit der morbiden Atmosphäre verschmilzt und zusammen mit dem hervorragenden Monster-Design weit mehr als nur ein Wackelkamera-Film unter vielen ist.
 
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges: FRANKENSTEINS ARMY erzählt vom bitteren Kampf eines russischen Aufklärungstrupps, der in deutschem Gebiet nach gegnerischen Stellungen sucht, um diese zur Aufgabe zu zwingen. Seit einer gefühlten Ewigkeit besitzt das Team keinen Kontakt mehr zum Oberkommando und eilt orientierungslos über den Kriegsschauplatz. Plötzlich erhalten die Kameraden einen Funkspruch einer naheliegenden russischen Truppe, die um Hilfe bittet. Für die Soldaten Grund genug ihren Landsleuten zur Hilfe zu eilen. Doch als sie den übermittelten Koordinaten in ein vermeintlich leerstehendes Dorf folgen, ahnen sie nicht, dass sie wenig später von einer Schar grotesker Gestalten heimgesucht werden. In einem geheimen Labor der Nazis hat ein verrückter Wissenschaftler Leichenteile deutscher Gefallener mit Blech und Metall zusammengeflickt und daraus eine Monster-Horde geschaffen, die nun die Russen in die Flucht schlagen soll.
 
Die Geschichte wird hierbei aus der Sicht des russischen Studenten Dimitri (ALEXANDER MERCURY) geschildert, der den Aufklärungstrupp mit seiner 16mm Kamera begleitet und jeden Schritt auf Film festhält. Das Bildmaterial unterliegt selbstverständlich auch in FRANKENSTEINS ARMY technischen Schwankungen. Mit diversen Unschärfen, Bildausfällen oder gar einer zerbrochene Linse muss der Zuschauer leben, wobei gerade in hektischen Situationen ein Erfassen der Ereignisse unmöglich scheint. Immerhin schaut das Bildmaterial dank 16mm schön retro aus (ob nur technisch aufbereitet oder wirklich auf 16mm gedreht sei einmal dahingestellt), so dass der fake-dokumentarische Stil hervorragend zur Geltung kommt und eine authentische Kriegsatmosphäre schafft. Während sich die erste Hälfte des Filmes mit dem Suchen, Erkunden und Entdecken beschäftigt und nicht selten mit einigen unnötigen Längen zu kämpfen hat, geht es dafür in der zweiten mächtig zur Sache. In einem verlassenen Bergdorf bricht der Terror los und die russischen Soldaten werden in regelmäßigen Abständen von absurden Gestalten angegriffen. Die kriechen aus allen Ecken und lassen den Zuschauer nicht selten an berüchtigte Shooter-Games wie DOOM, MEDAL OF HONOUR oder WOLFENSTEIN 3D denken. Die aus Schrott und Kriegsleichenteilen zusammengekleisterten Kreaturen bieten den eigentlichen Wert von FRANKENSTEINS ARMY, denn derart groteske Ungeheuer hat die Filmwelt vermutlich noch nicht zu Gesicht bekommen. Großes Lob gilt daher der Ideenvielfalt des Regisseurs, der hier eine absolut andersartige Horde Monster kreiert hat und dabei sogar durchweg auf CGI-Effekte verzichtet. Die Kreaturen – halb Mensch, halb Maschine – glänzen durch Liebe zum Detail und lassen nur erahnen, wohin die gesamten Produktionsmittel geflossen sein müssen. Die aufwendigen Spezialeffekte sind für das überschaubare Budget, das RAAPHORST für die Umsetzung seiner Perle zu Verfügung gestanden hat, als beachtlich hochwertig zu betiteln und sind zudem in der deutschen Filmversion sogar noch vollkommen komplett. Etwas unverständlich, wird gerade gegen Ende reichlich menschliches Hirn gematscht, wobei die hiesige FSK bei weitaus handzahmeren Filmchen nicht selten gar keinen Spaß verstand. Nichtsdestotrotz hat natürlich auch FRANKENSTEINS ARMY so seine Schnitzer (warum sprechen russische Soldaten eigentlich untereinander perfektes Englisch), die erfrischende Idee überzeugt jedoch prompt und die schnörkelfreie Inszenierung macht RAAPHORSTS Debüt zu einer schwer unterhaltsamen Angelegenheit, die sich kein interessierter Horrorfilmfan entgehen lassen sollte.
 
 
 


 
 
 

FRANKENSTEIN´S ARMY – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Eine kleine Überraschung auf dem sonst so zwiespältigen Wackelkamera-Markt. Umso erstaunlicher, dass der Initiator dieser Horrorperle direkt aus unserem Nachbarland, den Niederlanden, stammt. In FRANKENSTEIN ARMY erlebt der Zuschauer die vermutlich absurdesten Filmmonster der letzten Jahre. Ein unterhaltsamer Horrorstreifen, der selbst das Herz eingefleischter Found Footage-Gegner schneller schlagen lassen dürfte, denn FRANKENSTEIN ARMY ist laut, blutig und herrlich schräg!
 
 
 


 
 
 

FRANKENSTEIN´S ARMY – Zensur

 
 
 
In FRANKENSTEIN´S ARMY geht es gerade gegen Ende recht deftig zur Sache, wobei sich die Frage stellt, wie FRANKENSTEIN´S ARMY unbeschadet durch die FSK gekommen ist. Die deutsche Fassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

FRANKENSTEIN´S ARMY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Frankensteins Army Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Frankenstein´s Army; USA/Niederlande 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch und Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1920x1080p), @24 Hz

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover und Schuber, Steelbook

Extras: Originaltrailer in Deutsch und Englisch, Making of (ca. 31 Minuten), Trailershow mit sechs Clips anderer Filme aus dem Programm von ASCOT ELITE

 
 
 
Der bisher in Genrekreise mit eher gemischten Gefühlen aufgenommene FRANENSTEIN´S ARMY hat vom Anbieter ASCOT ELITE HOME ENTERTAINMENT eine erstaunlich hochwertige Blu-ray-Veröffentlichung spendiert bekommen. Die Erstauflage wurde sogar in einen Pappschuber gesteckt; ein limitiertes Blu-ray-Steelbook soll zusätzlich folgen. Das anamorphe Widescreenbild ist für einen Found-Footage-Film als ziemlich gelungen zu betiteln. Der schicke Retro-Look des Bildmaterials besitzt einen durchweg lobenswerten Kontrast und eine sehr gute Schärfe; die vielen für einen Wackelcamfilm typischen Mängel im Bildmaterial (unkonstante Kameraführung, Unschärfen usw.) passen thematisch hervorragend zur Geschichte und stören nur selten. Der Schwarzwert ist satt und detailreich und die Kompression bleibt unauffällig. Ebenso lobenswert geht es tonal zugange. Der deutsche und englische Ton liegt in dts-HD-Master 5.1 vor und fällt erstaunlich räumlich und sehr druckvoll aus. Die Dialoge verteilen sich im Frontbereich und sind gut verständlich. Viele kleine Effekte schallen aus den hinteren Lautsprechern, was gerade in den Katakomben für ein angenehmes Gruselfeeling sorgt – auf einen Score wird aufgrund des Doku-Charakteres weitestgehend verzichtet. Für einen eher kleinen Film wie FRANKENSTEIN`S ARMY sollte man beim Bonusmaterial nicht zu viel erwarten. Dem Filmfreund wird das obligatorische Extraprogramm geboten. Herzstück ist das halbstündige „Making of“ bei dem zwar einige Aspekte über die Produktion beleuchtet werden, aber weniger auf die kuriose Entstehungsgeschichte eingegangen wird. Die Promo-Clips der Ursprungsidee WORST CASE SCENARIO haben es nicht auf die Scheibe geschafft, können aber auf einschlägigen Videoportalen wie YOUTUBE kostenlos angesehen werden. Trotzdem sehr bedauerlich, dass diese höchst beeindruckenden Trailer nicht auf der vorliegenden Blu-ray vorzufinden sind. Abgerundet werden die Extras mit dem Originaltrailer in Deutsch und Englisch, sowie sechs Clips aus dem Film-Katalog des Anbieters ASCOT ELITE. Gegner des FSK-Flatschens dürfen sich zudem auf ein Wendecover freuen.
 
 

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FRANKENSTEIN´S ARMY – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Dinosaur Project (2012)

The Amityville Haunting (2011)

Tape 407 (2012)

V/H/S (2012)

V/H/S 2 (2013)

Paranormal Activity 3 (2011)

Penance – Sie zahlen für ihre Sünden (2009)

The Tunnel (2011)

Aktion Mutante (1993)

Filmreview: „The Jungle“ (2013)

the jungle 2013
 
 
 

THE JUNGLE

Story

 
 
 
Umweltschützer Larry Black (Rupert Reid) begibt sich mit seinem Bruder Ben und zwei Ortskundigen in den indonesischen Dschungel, um dort eine Dokumentation über eine vom Aussterben bedrohte Raubkatzenart zu drehen. Was jedoch anfänglich als spannende Expedition beginnt, endet nach wenigen Tagen im Fiasko. Denn die vier Expeditionsteilnehmer werden von einer Kreatur verfolgt, deren Begegnung bisher noch kein Mensch überlebt haben soll …
 
 
 


 
 
 

THE JUNGLE – Kritik

 
 
 
Bei THE JUNGLE handelt es sich um einen Tierhorrorfilm, der den Zuschauer ins Dickicht des indonesischen Dschungels entführt. Aber keine Angst, hier haben wir es mit keinem unsinnigen Trash-Werk der Marke ASYLUM zu tun. Hier bekommen wir einen durchweg soliden und gut getricksten Found-Footage-Wackelfilm zu Gesicht. Der Macher hinter diesem Gruseltrip ist ANDREW TRAUKI (THE ABCs OF DEATH – G IS FOR GRAVITY), der im Bereich des Tierhorrors bereits mit einige Male beweisen konnte, dass es nicht immer eines hohen Budgets bedarf, einen effektiven Horrorfilm zu drehen. Neben dem Krokodil-Schocker BLACK WATER (2007) geht auch der Haifisch-Thriller THE REEF (2010) auf sein Konto. Filme, die teilweise durch Crowdfunding finanziert wurden und es schafften, mit eingeschränkten Mitteln ein Höchstmaß an Spannung zu erzielen. Bei Werken des Australiers steht Minimalismus im Vordergrund. Hier finden sich zumeist gewöhnliche Menschen in Extremsituationen und müssen sich standhaft gegen Mutter Natur behaupten. Sein aktueller Überlebens-Thriller THE JUNGLE schließt dabei seine THREE COLOURS RED-Trilogie ab, die im Jahre 2007 mit BLACK WATER begonnen wurde.
 
THE JUNGLE erzählt von den Brüdern Ben und Larry Black (RUPERT REID), die sich 2011 auf eine Expedition in den indonesischen Dschungel begeben. Dort machen sie sich auf die Suche nach einer gefährdeten Leopardenart, die für ein massives Tiersterben verantwortlich gemacht wird. Doch die Einheimischen sind in Aufruhr. Glaubt man ihren Erzählungen, geistert eine obskure Gestalt durch den Dschungel, vor der niemand sicher ist. Von den lokalen Legenden unbeeindruckt, wandelt das Team durch die Wälder und begegnet tatsächlich dem seltenen Javan-Leopard. Doch auch eine ganz andere Bedrohung hat sich an die Fersen der Expeditionsteilnehmer geheftet.
 
Regisseur ANDREW TRAUKI hat auch gleich das Drehbuch zum Survival-Thriller THE JUNGLE geschrieben. Zudem verabschiedet er sich vom üblichen Filmstil der beiden anderen Teile und rüstet um auf BLAIR WITCH-ähnliches Kameragewackel. Für den Zuschauer bedeutet das erneut unkonstante Bilder, hektische Kameraschwenks und ungeplante Totalausfälle der Technik – ganz der Authentizität wegen, soll es sich schließlich bei seinem aktuellen Film, um eine möglichst realitätsnahe Dokumentation handeln. Auf einen Soundtrack wird verzichtet, denn in THE JUNGLE ist die Geräuschkulisse der heimliche Star. Gerade Besitzer einer modernen Heimkinoanlage dürfte das freuen: nicht selten gehen die Schreie der Tiere durch Mark und Bein. Die Geschichte ist dabei Found-Footage-Standard. Die Bedrohung wird Schritt für Schritt aufgebaut und TRAUKI schafft es, durchweg Spannung zu entwickeln. Bereits zu Beginn lässt der Film erahnen, dass die Umweltschützer zwangsläufig auf etwas „Monströses“ stoßen werden, wobei TRAUKI es gekonnt versteht, den Zuschauer immer wieder auf falsche Fährten zu locken. Haust da wirklich etwas Abnormales zwischen den Bäumen oder ist es doch nur der gesuchte Leopard, der allen Anwesenden des nachts eine Heidenangst einzujagen versteht? Fragen, die THE JUNGLE leider erst in den letzten Filmminuten beantwortet – wenn auch nicht wirklich zufriedenstellend. Immerhin wissen die Protagonisten zu überzeugen. Die agieren reichlich ungekünstelt, auch wenn Hauptprotagonist Larry Black mal wieder einer dieser Einfaltspinsel ist, der die Weisheit mit Löffeln gefressen hat. Die ersten Anzeichen von Gefahr offenbaren sich durch Relikte schwarzer Magie und abgetrennte Körperteile. Trotz dieser offensichtlichen Bedrohung drängt Initiator Black die Gruppe zum Bleiben. Dass das natürlich dumm ausgehen wird, dürfte jedem Filmfreund einleuchten. Trotz minimalistischer Kulisse und weniger Dollars hat Regisseur ANDREW TRAUKI mit THE JUNGLE einen ziemlich spannenden Thriller geschaffen, der die TRILOGIE DES TERRORS würdig abschließt. Zwar bedient er sich dem zwiespältigen Fake-Doku-Stil im Found-Footage-Format und schwimmt damit auf der gleichen Welle wie so viele unmotivierte Filmschaffende in letzter Zeit, schafft es dennoch das Wackelcam-Konzept so effektiv wie möglich für seinen Film zu nutzen. Zumindest werden Fans dieses Subgenres definitiv auf ihre Kosten kommen. Vor allem schreckhafte Gemüter sollten diesen Schocker meiden, denn Zusammenzucken ist in THE JUNGLE Programm.
 
 
 


 
 
 

THE JUNGLE- Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Einer der spannendsten Wackelkamera-Filme in letzter Zeit. Mit THE JUNGLE beendet ANDREW TRAUKI seine berüchtigte THREE COLOURS RED-Trilogie. Da verzeiht man dem Regisseur gern, dass das Finale einmal mehr im typischen Wackel-Getose mündet und der Zuschauer manchmal kaum noch erkennen kann, was sich da eigentlich vor der Linse tummelt. Freunde des anstrengenden Found-Footage-Stils wird das vermutlich kaum Sorge bereiten, ist THE JUNGLE doch eine „wackelige Angelegenheit“, die einige ziemlich gemeine Schocks parat hält und ungeheuer packend umgesetzt wurde.
 
 
 


 
 
 

THE JUNGLE – Zensur

 
 
 
THE JUNGLE bietet kaum wirkliche Gewaltspitzen. Man bekommt eine abgetrennte Hand zu Gesicht, ein Teambegleiter beklagt einen zerkratzten Arm und wir sehen einen zerfleischten Leoparden. Das alles spielt sich ziemlich jugendfrei ab, so dass THE JUNGLE hierzulande problemlos mit FSK16 in den Handel kommen kann.
 
 
 


 
 
 

THE JUNGLE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blair Witch Project (1998)

The Dinosaur Project (2012)

The Amityville Haunting (2011)

Tape 407 (2012)

V/H/S (2012)

V/H/S 2 (2013)

Paranormal Activity 3 (2011)

Penance – Sie zahlen für ihre Sünden (2009)

The Tunnel (2011)

Filmreview: „The Ouija Experiment“ (2011)

The Ouija Experiment 2011
 
 
 

THE OUIJA EXPERIMENT

Story

 
 
 
Die drei goldenen Regeln der Benutzung eines Hexenbretts:
1. Frage den Geist nie, wie er gestorben ist.
2. Frage den Geist nie, wie du sterben wirst.
3. Verabschiede dich nach jedem Kontakt mit dem Jenseits.
Hätten die Freunde Michael (Justin Armstrong), Brandon (Carson Underwood), Lisa (Miranda Martinez) La’nette (Swisyzinna), Calvin (Eric Window) die wichtigen Regeln beim Umgang mit einem Ouija-Brett befolgt, wäre ihnen so einiger Ärger erspart geblieben. Durch unachtsames Verhalten öffnen sie das Tor zur Geisterwelt und verhelfen dabei drei Geisterwesen in die unsrige zu schlüpfen. Leider ist mit einer der Kreaturen nicht wirklich gut Kirschen essen, so dass die Freunde bald um ihr Leben bangen müssen.

 
 
 


 
 
 

THE OUIJA EXPERIMENT – Kritik

 
 
 
Was für Eltern müssen das sein, die ihrem Sohnemann mit gerade einmal fünf Jahren erlauben, sich FRIEDKINS Teufelsaustreibungs-Schocker DER EXORZIST (1973) anschauen zu dürfen? Nun gut, hätte LINDA BLAIR als besessene Regan dem Regisseur des vorliegenden THE OUIJA EXPERIMENT in jungen Jahren nicht derart den „Kopf verdreht“, wir hätten dieses günstig produzierte No-Budget-Stück vermutlich nie vor die Funzel bekommen. Auch wenn diese kleine Anekdote Regisseur ISRAEL LUNA maßgeblich dazu bewegt haben soll, im Filmbusiness Fuß zu fassen, hat sich LUNA bisher als Filmemacher nicht wirklich mit Ruhm bekleckert. Zwar konnte er mit LA LUNA FILMS und LA LUNA ENTERTAINMENT zwei eigene Produktionsfirmen ins Leben rufen; wirklich nennenswertes Horrormaterial ist den beiden Kreativschmieden bisher noch nicht entsprungen. Ob sich das mit seinem THE OUIJA EXPERIMENT ändern wird? Wir meinen nein, denn LUNAS neustes Schaffen ist mal wieder einer dieser unendlich vielen Filme, die versuchen, aus der erfolgreichen PARANORMAL ACTIVITY-Mixtur schnell noch etwas Kohle zu schlagen. Bei seinem aktuellen Ausflug in das Phantastische Genre hat sich der Filmemacher für ein Remake eines eigenen Filmes entschieden. Bereits 2002 hatte LUNA die Idee zu seiner Geister-Geschichte und verfilmte sie unter dem spektakulären Titel IS ANYBODY THERE?. Nun, weit mehr als zehn Jahre später spendierte er dem Gruselstück eine Frischzellenkur:
 
Wir erleben erneut, wie ein paar Mittdreißiger auf die glorreiche Idee kommen, einige paranormale Ereignisse auf digitales Filmmaterial bannen zu wollen. Diesmal sollen die Geister direkt über ein Hexenbrett mit den Protagonisten in Verbindung treten, was auch anfänglich ganz gut funktioniert. Nur scheinen es die Helden der Geschichte nicht wirklich ernst mit dem Kontakt ins Jenseits zu nehmen, denn nach der ersten Sitzung vergessen sie sich von den vermeintlich freundlichen Geisterwesen zu verabschieden, was zur Folge hat, dass sich die Toten einen Weg in die Welt der Lebenden bahnen können.
 
Bereits das schmale Budget von gerade einmal 1.200 US-Dollar (!) lässt nichts Gutes erahnen, wobei dennoch positiv Erwähnung finden sollte, dass THE REALM (so sollte das Ding ursprünglich eigentlich heißen) bei weitem teurer ausschaut, als die knapp bemessenen Produktionskosten erahnen lassen. Immerhin stimmt auf technischer Ebene alles. THE OUJA EXPERIMENT ist souverän gefilmt, zügig erzählt und die Laufzeit vergeht wie im Flug. Trotzdem hinterlässt der Film keinen bleibenden Eindruck. Zu oft hat man die Found-Footage-Rezeptur zuletzt auf dem TV-Apparat gehabt. Zudem vergreift sich LUNA fast schon schamlos an diversen, meist besseren Filmen, ohne überhaupt eigene Ideen zu liefern. Wir sehen Geister mit weit aufgerissenen Mündern, die eine verblüffende Ähnlichkeit zu den Kreaturen aus den beiden GRAVE ENCOUNTERS Filmen besitzen. Und wir erleben den üblichen Hokuspokus, den der Horrorfilmfreund nun schon zu Genüge in den zahllosen Geisterfilmen der letzten Zeit gesehen hat. Da bewegen sich Türen wie von Geisterhand und unheimliche Stimmen dienen als Vorboten drohenden Unheils. Wirklich unheimlich ist der unausgegorene Spuk leider nicht und Gruselfeeling will partout nicht eintreten wollen. Ein Fakt, der beweist, dass es sich bei THE OUJA EXPERIMENT um keinen wirklich sehenswerten Beitrag handelt. Denn was nützt der zigste Geisteraufguss, wenn er doch seine Wirkung verfehlt und dem Zuschauer einfach keine Angst einzujagen vermag. Immerhin wird im Film für einen wirklich sehenswerten Schauerstreifen Werbung betrieben. Ganz beiläufig findet der Terror-Flick THE ENTITY aus dem Jahre 1981 Erwähnung. Schade nur, dass sich Regisseur ISRAEL LUNA kein Beispiel an SIDNEY J. FURIES Filmarbeit genommen hat, denn dann wüsste er wie effektives Geisterkino auszuschauen hat: schaurig, beängstigend und vor allem nachhaltig!
 
 
 


 
 
 

THE OUIJA EXPERIMENT – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Wer PARANORMAL ACTIVITY und GRAVE ENCOUNTERS mochte, wird diesen Film lieben. Alle anderen Filmfreunde werden mit diesem unspektakulären Quark wohl keine Freude haben. THE OUIJA EXPERIMENT ist seichte Gruselware ohne Höhepunkte und erschreckend wenig Gänsehautfeeling.
 
 
 


 
 
 

THE OUIJA EXPERIMENT – Zensur

 
 
 
Gewalt gibts hier nicht zu sehen. Stattdessen bekommt der Zuschauer nur die Resultate der Geisterangriffe zu Gesicht. Wirklich brutal, blutig oder schockierend ist das natürlich nicht, so dass THE OUIJA EXPERIMENT in Deutschland mit FSK16 veröffentlicht wurde.
 
 
 


 
 
 

THE OUIJA EXPERIMENT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
the-ouija-experiment-bluray

(c) Edel Germany / Starmovie

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Ouija Experiment; USA 2011

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer und Trailershow

Release-Termin: 23.01.2015

 

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THE OUIJA EXPERIMENT – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Stripped (2012)

The Dyatlov Pass Incident (2013)

The Vatican Exorcisms (2013)

The Frankenstein Theory (2013)

Apollo 18 (2011)

Grave Encounter 2 (2012)

The Dinosaur Project (2012)

The Bay (2012)

Blair Witch Project (1999)