Filmkritik: „Hell Fest“ (2018)

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HELL FEST

Story

 
 
 

Wenn die Geisterbahn zur grausamen Realität wird: in einem Horror-Themenpark geht ein Killer um, der Gefallen daran findet junge Menschen zu töten.

 
 
 


 
 
 

HELL FEST – Kritik

 
 
 
Was nur ist mit dem Slasher passiert. Diese Unterart des Horrorfilms flimmert nun seit mehr als über 40 Jahren über die Leinwand – mit Ruhm bekleckert die sich aber seit Jahren nicht mehr. Den letzten wirklich großen Streifen dieser Gattung Film gab es 1996 mit SCREAM. Seither muss man nennenswerte Slasher-Produktionen mit der Lupe suchen. Doch man kann noch hoffen; zumindest wenn man sich den Trailer zum Meuchelstreifen HELL FEST anschaut. Der macht auf den ersten Blick eine gute Figur. Da wird mit rasanten Schnitten, glattgebügelten Bildern, panischer Musikuntermalung und einem furchterregenden Killer geworben. Leider alles heiße Luft. HELL FEST wird Erwartungen nicht gerecht, denn sonderlich spannend oder gar neu ist Gebotenes keineswegs. Ein großes Problem: Regisseur GREGORY PLOTKIN folgt zu engstirnig den Regeln, die der Slasherfilm zu seinen Anfangszeiten festgelegt hat. Wer demzufolge schon mal einen Streifen dieser Art gesehen hat, dürfte ahnen, was ihm blüht. Das hat zur Folge, dass alles absolut vorhersehbar bleibt. Spannung wird demnach zunichtegemacht. Das ist irgendwie ärgerlich.
 
 
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Rummelplatz des Grauens. Offenbar sind Horror-Themenparks, Geisterbahnen und Horror-Häuser seit einiger Zeit eine beliebte Kulisse, um dort Protagonisten an Halloween über die Klinge springen zu lassen. So haben wir zuletzt mit BLOOD FEST, THE FUNHOUSE MASSACRE oder TALON FALLS bereits ähnliche Streifen besprochen, in denen auf schaurigen Kirmes-Veranstaltungen das Böse Runden gedreht hat. In HELL FEST passiert etwas ganz ähnliches. Darin machen sich junge Menschen auf zu einer Attraktion, die Ihresgleichen sucht. Auf dem sogenannten „Hell Fest“ können sich Besucher zu Tode erschrecken lassen. Dieser riesige Themenpark hat sich dem Horror-Genre verschrien und entpuppt sich als riesige Freiluft-Geisterbahn, die dem Besucher das Blut in den Adern gefrieren lassen soll. Zumindest erhoffen sich den ultimativen Schock-Trip auch unsere fünf Helden. Die besorgen sich VIP-Bändchen und können es kaum erwarten sich von Zombies, Geistern und Serienmördern durch die Nacht hetzen zu lassen. Leider befindet sich auch unter den vielen Gästen auch einer, der nicht alle Latten am Zaun hat. Der macht nämlich aus Spaß Ernst und beginnt Besucher zu ermorden. Leider kann er auf dieser Veranstaltung ungestört töten. Die meisten der hier Anwesenden glauben nämlich, dass die Leichen zum Programm gehören. Doch Heldin Natalie (AMY FORSYTH) ist clever. Der kommt alles etwas spanisch vor und bringt sich so in große Gefahr. Der Killer will sich nämlich von ihr nicht den Spaß verderben lassen und heftet sich an ihre Fersen, um die neugierige Zeugin einen Kopf kürzer zu machen.
 
 
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Joar, ist halt ein Slasher. HELL FEST unterscheidet sich nicht unwesentlich von den üblichen Verdächtigen dieses nicht mehr ganz so frischen Subgenres des Horrorfilms. Der Streifen hakt die wichtigsten Regeln ab, die dieser Art von Filmen zugrunde liegen. Wer hier überleben wird, ist bereits zu Beginn klar. So haben wir die obligatorische Scream-Queen, die es am Ende mit dem Killer aufnehmen wird, vorher aber tatenlos zusehen muss, wie die nicht immer klugen Freunde nacheinander abgeschlachtet werden. Selbstverständlich wird dabei die Identität des Killers bewahrt. Der versteckt sich hinter einer schaurigen Maske und darf am Ende entkommen, damit HELL FEST bei Erfolg in eine zweite Runde gehen kann. Der rudimentäre Ablauf dürfte selbst alteingesessene Slasher-Fans unterfordern, denn eine richtige Handlung besitzt HELL FEST keineswegs. Vielmehr sehen wir, wie dumme junge Menschen von einer Themenpark-Attraktion zur nächsten laufen und dabei nacheinander das Zeitliche segnen. Das ist ermüdend, gerade auch deshalb, weil mehr Wert auf Kulisse gelegt wird, statt die Protagonisten und die Taten des Killers in den Mittelpunkt zu rücken. In HELL FEST ist nämlich der Ort der Geschnehnisse der eigentliche Star. Hier haben Bühnenbildern ganze Arbeit geleistet. Das Set glänzt durch Abwechslungsreichtum, die Masken der Schausteller sehen verdammt gut aus und jede Attraktion in diesem Freizeitpark besticht durch Liebe zum Detail. Das mag löblich sein, kann aber den Slasher nicht vor der Belanglosigkeit retten, weil visuelle Raffinessen allein einen Horrorfilm nicht tragen können.
 
 
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Unterm Strich bedeutet das: außen hui, innen pfui. HELL FEST kann nicht halten, was der aussichtsreiche Trailer verspricht. Der Streifen schaut zwar ziemlich gut aus, ist aber bei genauerer Betrachtung keine Spannungsgranate. Die Ereignisse passieren eben und wirkliche Höhepunkte muss man mit der Lupe suchen. Erst im Finale kommt endlich so etwas wie Herzklopfen auf. Dass zudem auch dem Gewaltpegel kaum Beachtung geschenkt wurde, dürfte vielen Slasher-Fans gar nicht gefallen. Mit beinahe schon übertriebener Zurückhaltung geht der Killer in HELL FEST zugange. Da kommen leider zu oft nur unscheinbare Stichwaffen zum Einsatz. Viel Blut fließt demzufolge nicht. Das ist dahingehend enttäuschend, weil deftige Gewalt für viele Zuschauer zum essenziellen Bestandteil in Horrorfilmen geworden ist.
 
 


 
 
 

HELL FEST – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
SCREAM auf dem Rummel. HELL FEST besitzt nennenswerte Voraussetzungen für einen guten Horrorfilm. Das Set ist ungewöhnlich und glänzt durch Liebe zum Detail, Kameraarbeit und Schnitt überzeugen und auch den Schauspieler kann man Talent bescheinigen. Ein großes Problem jedoch ist die Handlung selbst. Die passt auf einen Bierdeckel und bietet garantiert nichts Neues, das man nicht schon in über 40 Jahren Slasher-Geschichte zu sehen bekommen hat. HELL FEST ist so vorhersehbar und konventionell gestrickt, dass erfahrene Slasher-Kenner müde von den immer wieder gleichen Abläufen werden. Nun gut, mag man meinen, Regisseur GREGORY PLOTKIN hat Anlaufschwierigkeiten. Der hat mit HELL FEST gerade mal seine zweite Regiearbeit für einen Langfilm abgeliefert. Zuvor saß der Filmemacher für PARANORMAL ACTIVITY: GHOST DIMENSION auf dem Regiestuhl und kümmert sich für die übrigen vier Streifen genannter Grusel-Reihe um den Schnitt. Demzufolge sollte man Erwartungen herunterschrauben. Auch, wenn der Trailer zum Film neues Slasher-Fieber entfacht – ein Slasher-Highlight ist HELL FEST definitiv nicht. Da hat man weitaus Besseres auf dem Schirm gehabt. Vieles davon entstand aber während den Slasher-Hochzeiten in den 1980ern.
 
 
 


 
 
 

HELL FEST – Zensur

 
 
 
Für einen Slasher ist HELL FEST so ziemlich zurückhaltend ausgefallen. Die härteste Szene ist die, in der einem Protagonisten ein spitzer Gegenstand durch das Auge gejagt wird. Ansonsten wird meist nur kurz mit Stichwaffen in Körper gestochen. Hierzulande ist locker eine FSK16 drin.
 
 
 


 
 
 

HELL FEST – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei CBS FILMS / LIONSGATE / GRANVILLE PICTURES INC.)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blood Fest (2018)
 
Bates Haunting – Das Morden geht weiter (2011)
 
The Funhouse Massacre (2015)
 
Scream Park (2013)
 
Dark Ride (2006)
 
Das Kabinett des Schreckens (1981)
 

Filmreview: „Killer Holiday“ (2013)

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KILLER HOLIDAY

Story

 
 
 
Eine Truppe Kids unternimmt einen netten Road Trip durch die amerikanische Einöde und düsen dabei geradewegs ins Verderben. Ein irrer Killer hat sich an ihre Fersen geheftet und folgt ihnen in einen leerstehenden Freizeitpark …
 
 
 


 
 
 

KILLER HOLIDAY – Kritik

 
 
 
Slasher gehören seit jeher zu einem der wohl beliebtesten Subgenres im Horrorfilm. Die Anfänge gehen hier sogar bis in die 60er mit verschiedenen italienischen Giallo-Thrillern oder die frühen 70er Jahre zurück, als Filme wie IM BLUTRAUSCH DES SATANS (1974) und BLACK CHRISTMAS (1974) über die Kinoleinwände flimmerten. Vierzig Filmjahre später sind die berüchtigten Schlitzerstreifen wieder in Mode und aus der Horrorfilmlandschaft nicht wegzudenken. Dennoch muss man immer genauer hinschauen, was einem da überhaupt untergejubelt wird, denn wirklich gut sind leider nur die wenigsten Slasher in heutiger Zeit. Zur Gattung „miserabel“ zählt auch der vorliegende KILLER HOLIDAY, der von MARTY THOMAS inszeniert wurde und einmal mehr vollkommen falsche Erwartungen beim Zuschauer weckt. Auf dem ansprechend gestalteten Filmcover wird mit einer gar fies grinsenden Clownsfratze geworben, was zwar bitterböse Streifen wie CLOWNHOUSE (1989) und STITCHES (2012) ins Gedächtnis ruft, aber schon wieder als hinterhältige Mogelpackung gewertet werden darf, lässt sich jener Zeitgenosse im Film nämlich gar nicht erst blicken. Für den Käufer eine enttäuschende Prämisse, der sein hart verdientes Geld für einen Film ausgegeben hat, den er eigentlich so gar nicht sehen wollte. Hinter dem ausgefuchsten Marketingkonzept steckt (zumindest in Amerika) Rechteinhaber LIONSGATE, der den Bullshit in Übersee ausgewertet hat. Was das in Genre-Kreisen bewanderte Label dazu geritten haben muss, sich die Rechte an diesem Schwachsinn zu sichern, wird der Horrorfilmfan vermutlich nie erfahren. Die gesamte Inszenierung schaut zwar verdammt nach Indie aus; qualitativ befindet sich der Streifen jedoch irgendwo auf Amateurniveau und erinnert in seinen schlimmsten Momenten an den 2011 veröffentlichten THE ORPHAN KILLER, in dem die einzelnen Mordsequenzen mit einem unerträglichen Hardrocksound untermauert wurden. Ähnlich geht´s auch in KILLER HOLIDAY zugange, wobei die Geschehnisse bei Weitem nicht einmal annähernd die Kaltschnäutzigkeit und Brutalität des besagten Slashers erreichen und im Vergleich zum heutigen Slasher-Standard eher als kaum nachhaltig einzuordnen sind. Die für das Genre wichtigen Kills sind zwar vorhanden, abwechslungsreich und blutig; jegliche Spannung und Atmosphäre wird jedoch von der fürchterlichen und vor allem unpassenden musikalischen Untermalung zunichte gemachte. Immer dann, wenn der Killer zur Tat schreitet, werden die elektrischen Gitarren hervorgekramt und es wird kraftvoll an den Saiten gezupft, dass sich bei derart Lärm dem Zuschauer die Zehennägel zusammenrollen. Zudem ist der theatralisch wirkende Score in einigen Erotikszenen fast schon wieder zu viel und wirkt meist unfreiwillig komisch und vollkommen deplatziert. Mit gewöhnungsbedürftiger Musik an den unpassendsten Filmstellen hat Regisseur MARTY THOMAS so seine Probleme, was ein wenig verwundert, hat doch der Filmemacher in der Vergangenheit mehr als 250 MTV Musikvideos gedreht und diverse TV-Sport hervorgebracht. Seine Arbeiten haben ihm bisher Nominierungen und Preise gebracht, so dass man nicht verstehen will, wie KILLER HOLIDAY zu so ein Rohrkrepierer werden konnte. Immerhin wird die Geschichte nach bekanntem Slasher-Schema abgespult:
 
Einige höchst nervende Kids (die natürlich von fast 30ern gespielt werden) unternehmen einen spontanen Spring Break Road Trip und lassen Stress und Eltern hinter sich. Wie es sich für einen Slasher gehört haben wir mal wieder die unterschiedlichsten Stereotypen am Start. So dürfen der Spaßvogel und der Vamp ebenso wenig fehlen, wie der Quotenfarbige und das graue Mäuschen. Es wird Alkohol geschlürft, dem unehelichen Beischlaf gefrönt und all jene Sachen veranstaltet, die Teenager in diesem Alter eigentlich nicht tun sollten. Schnell ist den mehr als naiven Jugendlichen ein skrupelloser Killer auf den Fersen, der sich „Melvin Spider Holiday“ (MICHAEL COPON) schimpft und eine triefende Blutspur hinter sich herzieht. Als die Kids irgendwo in der Einöde ein Werbeplakat eines geschlossenen Jahrmarktes finden, dürfte dem Zuschauer klar sein, welch Schicksal der Bande blühen dürfte. Das verschlossene Tor zum Rummel wird unachtsam geöffnet und nach ersten Erkundungstouren durch die Attraktionen des Vergnügungsparks verliert sich auch schon die Spur der ersten Freunde. Die hat der mordende Schönling bereits um die Ecke gebracht und schnitzt sich wenig später auch durch das Fleisch der übrigen Grünschnäbel. Am Ende bleibt das hässlichen Entlein übrig, dass ganz nebenbei auch gleich das Geheimnis des unberechenbaren Serienkillers lüftet, der natürlich nicht ohne Grund den Kiddies nach dem Leben trachtet.
 
Dilettantismus wird bei KILLER HOLIDAY ganz groß geschrieben. Sei es beim kaum talentierten Können der Protagonisten, die mehr schlecht als recht bemüht sind, ihre unwichtigen Texte in die Kamera zu quasseln. Oder der Einsatz von diversen Stilmitteln (Slow-Motion-Szenen, s/w-Sequenzen), die dieses Meuchelstück vermutlich irgendwie extravagant erscheinen lassen sollen; KILLER HOLIDAY ist ganz schöner Quatsch, den man möglichst meiden sollte. Die verschiedenen Kamerspielereien sehen arg bescheiden aus und der überraschende Endtwist wirkt derart aufgesetzt und uninspiriert, dass man am liebsten noch einmal Hoopers nostalgischen Klassiker KABINETT DES SCHRECKENS (1981) in den Player legen möchte, um sich davon zu überzeugen, wie so ein wirklich stimmiger Jahrmarkt-Slasher denn nun auszusehen hat. Immerhin konnte Regisseur MARTY THOMAS (der es übrigens auch schon einmal als Schauspieler in die Kultserie M*A*S*H geschafft hat) mit MICHAEL COPON einen halbwegs gescheiten Killer für sein Trauerspiel gewinnen. Der hat schon in 247°F (2011) und dem NIGHT OT THE DEMONS-Remake (2009) Gruselluft schnuppern dürfen und ist vermutlich der einzige optische und schauspielerische Gewinn im ganzen Film. Der Rest der ernüchternden Cast hat scheinbar noch nicht so wirklich verstanden, welche Qualitäten man als Schauspieler mitbringen sollte, wenn man in einem Horrorfilm agieren soll. Unterm Strich sollte man von KILLER HOLIDAY nichts erwarten. Der Film ist unglaublich schlecht und mit dem dürftigen und vor allem unspannenden Drehbuch gewinnt man heutzutage noch nicht einmal einen Trostpreis. Von daher sei jedem Fan geraten, die Euronen für diesen Schnellschuss lieber der Aktion „Brot für die Welt“ zu spenden – dort ist das Geld mit Sicherheit nützlicher angelegt.
 
 
 


 
 
 

KILLER HOLIDAY – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Eine blutige Achterbahn des Schreckens! Insofern man eher eine Schwäche für blutige, dumme Filme ohne Handlung besitzt. Denn wirklich fesselnd oder gar unterhaltsam ist KILLER HOLIDAY nicht einmal ansatzweise. Regisseur MARTY THOMAS hat trotz umfangreicher Erfahrung im Filmemachen scheinbar noch nicht wirklich ergründen können, wie eigentlich ein Horrorfilm im Jahr 2013 auszusehen hat. Umso enttäuschender für den Genrefan, dass er mal wieder 90 Minuten kostbare Lebenszeit für nichts verschwendet hat. Finger weg!
 
 
 


 
 
 

KILLER HOLIDAY – Zensur

 
 
 
KILLER HOLIDAY ist Slasherware von der Stange. Im Vergleich zu gängigen Filmen dieses Subgenres geht es doch hier schon erstaunlich züchtig zugange. Ein paar Schauwerte (wie ein abgehackter Arm) gibt es dennoch zu bestaunen, so dass KILLER HOLIDAY mit KJ-Freigabe in den Handel kommen wird.
 
 
 


 
 
 

KILLER HOLIDAY – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jack the Reaper – Jahrmarkt des Grauens (2011)

Das Kabinett des Schreckens (1981)

Dark Ride (2006)

Filmreview: „Bad Milo“ (2013)

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BAD MILO

Story

 
 
 
Duncan (Ken Marino) wird von Magenproblemen geplagt, die er auf seinen stressigen Job zurückführt. Doch die Ursache ist eine ganz andere: Eine Kreatur hat sich in seinem Darm eingenistet und kriecht nun hin und wieder aus seinem Anus, um denen zu schaden, die Duncan das Leben zur Hölle machen …
 
 
 


 
 
 

BAD MILO – Kritik

 
 
 
Man stelle sich vor, der freundliche E.T. besucht den kleinen Elliott auf der Erde, krabbelt in seinen Hintern und kriecht immer dann aus dessen Rektum, wenn er nach Hause telefonieren möchte. So oder ähnlich lässt sich die blutige Erwachsenenversion des kindgerechten Spielberg-Kulthits aus dem Jahre 1982 beschreiben, die nun unter dem Titel BAD MILO in die heimischen Wohnzimmer kommt. MILO-Schöpfer JACOB VAUGHAN hat sich zuletzt eher an schwerverdaulicher Kost erprobt und vorrangig an amerikanischen Independentfilmen mitgewirkt, bei denen es natürlich nichts zu lachen gab. Bis auf einige Kurzfilme umfasst VAUGHANS Vita nichts, was bis dato überhaupt von Interesse gewesen wäre. Umso erfreulicher, dass sein eigens geschriebenes Drehbuch einen Geldgeber fand, der den absurden Monsterspaß sogar noch in den Lichtspielhäusern auswerten lassen wollte. Bereits nach Veröffentlichung des vielversprechenden Trailers dürfte eingeschworenen Horrorfilmfans ein Stein vom Herzen gefallen sein. Denn in Zeiten sich ständig wiederholenden Einheitsbreis tut jede erfrischende Idee gut, um die nicht enden wollende Gier nach neuen Horrorfilmen befriedigen zu können. Mit BAD MILO kann man Drehbuchautor und Regisseur JACOB VAUGHAN nur danken, dass er seinen schrägen Einfall zu Papier gebracht hat, denn sonst hätten wir vermutlich nie einen waschechten Anal-Dämon auf die Filmleinwand bekommen.
 
Die Geschehnisse um MILO handeln von Duncan (KEN MARINO), der sich seit einiger Zeit mit schrecklichen Krämpfen plagt und davon ausgeht, dass sein stressiger Job ihm gehörig auf den Magen schlägt. Während sich Freundin Sarah (GILLIAN JACOBS) Nachwuchs wünscht, redet sich der leidgeplagte Duncan beim Psychiater seines Vertrauens den Stress von der Seele. Doch die Therapien scheinen keine Erfolge zu erzielen, denn die Magenschmerzen werden eher schlimmer. Bis zu jenem Tag, an dem Duncan einen Kobold aus dem Anus presst. Der macht sich sogleich an die Arbeit, all jene zu meucheln, die Duncan unter Druck setzen. Nach anfänglicher Verwirrung beginnen Duncan und sein Wurm, Freundschaft zu schließen. Das gelingt recht locker, bis Duncan erfährt, dass die bisher erfolglosen Nachwuchsbemühungen endlich von Erfolg gekrönt sind. Während die angehende Familie erste Planungen trifft, hat Arsch-Gnom MILO nur ein Ziel: das bevorstehende Elternglück zu verhindern.
 
In BAD MILO bekommt der Begriff des Arschkriechers eine vollkommen andere Gewichtung. Wir erleben eine Kreatur als Manifestation des Unterbewusstseins eines Mannes, der für seinen Alltagsfrust keine Ventil findet. Während MILO in erstaunlicher Regelmäßigkeit aus dem Hintern seines Wirts herauskriecht und wenig später natürlich auch wieder hinein möchte, gelingt es Regisseur JACOB VAUGHAN mit erstaunlich sicherem Händchen, der skurrilen Kreatur so etwas wie sympathische Züge mitzugeben. Obwohl MILO erstaunlich oft im blutroten Saft wuseln darf und dabei die Zähne zeigt, ist es vor allem gegen Ende ein schier kitschig wirkendes Finale, das nicht selten an Filme der familienfreundlichen Traumfabrik DISNEY erinnert und BAD MILO dadurch umso liebenswerter macht. Die eigentlich triviale Geschichte verliert schnell an Bedeutung. Highlight des Filmes sind die Auftritt des wandelnden Darmgeschwürs, die selbstverständlich so rein gar nicht kindgerecht auf der Leinwand zelebriert werden. Es wird mit allerlei (Fäkal-)Situationskomik um sich geworfen und natürlich auch selbstironisch gesplattert, was dem filmhungrigen Horrorfan so einige Schmunzler abringen dürfte. JACOB VAUGHAN scheint die einschlägigen Monster-Komödien (BASKET CASE, ELMER, GHOULIES) der goldenen 80er ausreichend studiert zu haben, denn BAD MILO wirkt nicht nur wie ein Film aus jener Zeit; auch das raffinierte Creature Design (übrigens alles handgemacht) pendelt irgendwo zwischen Faszination und Ekel und wirkt beinahe wie eine Symbiose aus Spielbergs E.T. und Dantes GREMLINS. Die riesigen Kulleraugen des Titelhelden lassen schnell vergessen, dass die Geschichte einigen Leerlauf besitzt und vermutlich besser eine einstündige Episode der MASTERS OF HORROR-Serie geworden wäre. Die Tatsache, dass da ein Regisseur versucht hat mit viel Wortwitz und erfrischenden Ideen gegen den aktuellen Zombie-, Folter- und Wackelkamera-Strom zu schwimmen, macht aus BAD MILO eine wunderbare Angelegenheit. Bei derart unbekümmerter, gagreicher und selbstironischer Inszenierung ist eine Fortsetzung natürlich unbedingt erwünscht, denn mit MILO ist definitiv ein neuer Star am Horrorhimmel geboren!
 
 
 


 
 
 

BAD MILO – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Grandioser Monsterspaß, den man gesehen haben sollte. Wer ein Faible für Monsterkomödien (GREMLINS, GHOULIES, ELMER, BASKET CASE) der 80er hegt, sollte unbedingt einen Blick riskieren. Trotz vollkommen bescheuerter Idee funktioniert BAD MILO erstaunlich gut. Die simplen aber nicht minder sehenswerten Puppeneffekte werten die dünne Handlung beachtlich auf und einige böse Szenen gibt es auch noch zu bestaunen – auch wenn man die natürlich nicht wirklich ernst nehmen möchte.
 
 
 


 
 
 

BAD MILO – Zensur

 
 
BAD MILO ist eine Horrorkomödie und keine Schlachtplatte. Zwar darf MILO ab und an mit seinen spitzen Zähnen an Menschenfleisch knabbern; wirklich brutal ist das aber nicht. Aufgrund des humoristischen Untertons darf man auf eine ungeschnittene FSK16-Freigabe hoffen.
 
 
 


 
 
 

BAD MILO – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hell Baby(2013)

Gremlins – Kleine Monster (1984)

E.T. – Der Außerirdische (1982)

Elmer (1988)

Basket Case – Der unheimliche Zwilling (1982)

Filmreview: „The Bates Haunting“ (2012)

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THE BATES HAUNTING

Story

 
 
 
In einer zur Geisterbahn umgebauten Farm ist der Wurm drin. Das bemerkt auch Agnes Rickover (Jean Louise O’Sullivan), die dort ihren neuen Job antreten soll. Zu allem Überfluss musste an jenem ungewöhnlichen Ort ein Jahr zuvor Agnes’ beste Freundin ihr Leben lassen. Kaum hat der erste Arbeitstag begonnen, geschehen allerhand mysteriöse Dinge …
 
 
 


 
 
 

THE BATES HAUNTING – Kritik

 
 
 
Es ist in Genrekreisen keine Seltenheit mehr, dass ausgefuchste Studios versuchen den Zuschauer für dumm zu verkaufen. Da wird an vielversprechenden Titeln gefeilt, um den Horrorfilmfan zackig in den Kinosessel zu bewegen. Der bekommt dann leider relativ oft geboten, was er eigentlich gar nicht sehen wollte. THE BATES HAUNTING ist wieder einmal so ein typischer Fall dreister Abzocke. Da zeichnet sich auf dem Filmplakat die Silhouette einer messerschwingenden Person hinter dem Fenster eines gruseligen Hauses ab, das ganz nebenbei auch noch eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem Gebäude aus Hitchcocks Thriller PSYCHO vorweist. Der raffiniert gewählte Titel legt tatsächlich die Vermutung nahe, dass dem Filmfreund mit THE BATES HAUNTING ein indirekter Ableger des beliebten Franchise geboten wird. Und dennoch: der vorliegende Slasher hat nicht im Geringsten irgendetwas mit dem wegweisenden Kultwerk gemein. BYRON TURK, der kreative Kopf hinter dieser Mogelpackung, hat schon an viel TV-Quark mitgewerkelt und gibt mit besagtem THE BATES HAUNTING seinen Regie-Einstand. Zusammen mit unbekannter Besetzung und einer handvoll grausiger FX wagt er nun den ersten Versuch, mit seinem Debüt die Aufmerksamkeit der Horrorgemeinde zu gewinnen.
 
Im Mittelpunkt des Films steht die rebellische Kleinstadtpomeranze Agnes Rickover (JEAN LOUISE O´SULLIVAN), die vor genau einem Jahr erleben musste, wie die beste Freundin in einem Halloween-Freizeitpark verbrannte. Seither wird sie von Albträumen geplagt und findet auch in ihrem alten Job keine Erfüllung. Den lässt sie gewissenlos sausen und wird wenig später von Daddy höchstpersönlich zu einem Job in eben jenem Vergnügungspark verdonnert. Doch irgendwas scheint nicht mit rechten Dingen zuzugehen. Denn mit Agnes’ Ankunft passieren seltsame Unfälle, die sich keiner der Anwesenden erklären kann. Zudem verschwinden plötzlich einige Angestellte unter mysteriösen Umständen, was darauf hindeutet, dass in diesem Park einiges im Argen liegt.
 
Gedreht wurde dieser bedeutungslose Slasher in einem Freizeitpark in Glen Mills, Pennsylvania, der unter dem glorreichen Namen THE BATES MOTEL AND HAUNTED HAYRIDE zu einer örtlichen Attraktion gehört und alljährlich pünktlich zum Gruselfest tausende Schaudererprobte aus dem ganzen Land zum unheimlichen Stelldichein lädt. Hier werden Reisende auf dem Anhänger eines Traktors durch die jeweiligen Szenarien inmitten einer abgelegenen Farm gekarrt, wobei zig Schauspieler in aufwendig gestalteten Kostümen damit beschäftigt sind, das zahlende Publikum zu Tode zu erschrecken. Macher BYRON TURK sah in der Idee hinter dieser real life Geisterbahn genug Potenzial für einen abendfüllenden Langfilm, wobei er viele der vorhandenen Requisiten des Park-Eigentümers sogar für seinen Film nutzen und dabei sogar noch eine Menge Kohle sparen konnte. Anders hätte WELCOME TO THE BATES MOTEL, so der ursprüngliche Titel, vermutlich auch gar nicht umgesetzt werden können, denn der Zuschauer bemerkt schnell, dass das Indiemovie arg unter dem nicht vorhandenen Kapital gelitten haben muss. Etwas lieblos ist THE BATES HAUNTING geraten. Die Darsteller wirken blass und untalentiert. Der Umsetzung mangelt es an Spannung und Raffinesse. Immerhin stimmen die wenigen Spezialeffekte. Hier ist der eigentliche Reiz dieses solide abgedrehten aber eigentlich vollkommen überflüssigen Meuchelfilms zu suchen. Während Protagonistin Agnes damit beschäftigt ist, ihre Aufgaben in der Anlage gewissenhaft zu erledigen, werden die wenigen Angestellten in ominöse Unfälle verwickelt und müssen mit dem Leben bezahlen. Da wird Personal mit einer Kreissäge in zwei Stücke zerteilt; ein Anderer mittels Guillotine einen Kopf kürzer gemacht. Die Vorfälle passieren allesamt vor den Augen der nervenstarken Besucher, die selbstverständlich – wie in H.G. Lewis Frühsplatter THE WIZARD OF GORE – der Meinung sind, dass die Morde zum spektakulären Show-Programm gehören. Slashertypisch bleibt bis kurz vor Ende ungeklärt, wer den Schabernack veranstaltet hat, wobei dem Zuschauer nicht unbemerkt bleibt, dass die Auflösung des Spuks bereits von Anfang an ersichtlich ist. Unterm Strich bekommt der Filmfreund hier geistlosen Standardbrei geboten, der trotz gut getrickster Gewaltexzesse und recht gelungenen Schreckmomenten kaum Nennenswertes zu bieten hat, auf das sich der Fan freuen dürfte.
 
 
 


 
 
 

THE BATES HAUNTING – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Schockreicher Slasher mit beachtlichem Blutgehalt, der aber unter der etwas lieblosen Inszenierung und seinem kaum vorhandenen Budget zu leiden hat. Auch wenn der Geisterbahnbesitzer scherzhaft im Film meint: „Yeah, I’m pretty far from Norman Bates. You can call me …normal Bates?“ so ist das irreführende Filmplakat und die hinterlistige Titelgebung für den zahlenden Kunden überhaupt nicht mehr lustig.
 
 
 


 
 
 

THE BATES HAUNTING – Zensur

 
 
In THE BATES HAUNTING gibt es für Splatterfreunde so einiges so sehen. Es wird ein Leib mittels Sägeblatt zerteilt und ein Paar wird mit einer Erntemaschine in die ewigen Jadggründe befördert. Zwar sind die wenigen Effekte überschaubar, dürften jedoch dafür sorgen, dass THE BATES HAUNTING hierzulande nur von volljährigen Filmfans gekauft werden darf. Wir gehen von einer ungeschnittenen KJ-Freigabe aus.
 
 
 


 
 
 

THE BATES HAUNTING – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jack the Reaper – Jahrmarkt des Grauens (2011)

Silent Night (2012)

ChromeSkull: Laid to Rest 2 (2011)

Urban Explorer (2011)