Horrorfilm, Mystery, Slasher, Folterfilm, Thriller, Splatterfilm, Gruselfilm, Trashfilm auf FILMCHECK

Beiträge mit Schlagwort “FSK16

Filmkritik: ” The Last House on Cemetery Lane” (2015)

The Last House on Cemetery Lane-2015
 
 
 

THE LAST HOUSE ON CEMETERY LANE

Story

 
 
 
Ein erfolgreicher Drehbuchautor von Horrorfilmen zieht sich in ein einsames Landhaus zurück und darf sich – was für eine Überraschung – als Geisterjäger beweisen.

 
 
 


 
 
 

THE LAST HOUSE ON CEMETERY LANE – Kritik

 
 
Liest man einen Filmtitel wie THE LAST HOUSE ON CEMETERY LANE hat man hohe Erwartungen, weil sofort Horrorstreifen wie Wes Cravens Rape-and-Revenge-Thriller THE LAST HOUSE ON THE LEFT oder der Fulci-Klassiker HOUSE BY THE CEMETRY ins Gedächtnis zurückkehren. Die haben vor mehr als 30 Jahren Horrorgeschichte geschrieben und gehören mittlerweile zur Grundausstattung jedes eifrigen DVD-Sammlers. Der hier vorgestellte THE LAST HOUSE ON CEMETERY LANE spielt – trotz ähnlicher Titelkreation – leider in einer ganz anderen Liga und ist mit den genannten Kultwerken keineswegs zu vergleichen. Anders als es der Filmtitel vermuten lässt, hält der Zuschauer einen günstig gedrehten Low-Budget-Indie in den Händen über den in wenigen Wochen keiner mehr sprechen wird. Drei Schauspieler, ein abgelegenes Häuschen und genug Langeweile – das sind die Grundzutaten für dieses unabhängige Mystery-Drama, das vermutlich mit kleiner Crew in irgendeiner Wohnung eines Mitarbeiters gedreht wurde und durch langatmige Inszenierung zum Abschalten animieren möchte. Viel gequasselt wird in THE LAST HOUSE ON CEMETERY LANE. Hier geben sich lange Dialoge und seichte Rätselkost die Waage. Letztere wird immer wieder künstlich heraufbeschworen damit dem Zuschauer nicht bereits schon zu Beginn die Augen zufallen. Dennoch dürfte hier paranormaler Hokuspokus allein nicht ausreichen, um den Gruselfreund am Einschlafen zu hintern. Wir wetten, dass die Mehrheit der Hobbygeisterjäger vor den Bildschirmen zu Hause das Ende dieser Indie-Produktion nicht wach erleben werden, schließlich gehört THE LAST HOUSE ON CEMETERY LANE zu den zähsten Genre-Werken des aktuellen Kinojahrs.
 
 
The Last House on Cemetery Lane-bild4
 
 
Im Film bezieht Drehbuchautor John Davies (gespielt von LEE BANE) ein altes Anwesen auf Zeit, um wieder Energie für ein neues Horrorprojekt tanken zu können. Doch viel Freude an der neuen Bleibe hat er nicht. Im zweiten Stock wohnt eine blinde Greisin, die nie vor die Zimmertür geht und nachts spielt aus unerklärlichen Gründen ein Plattespieler alter Songs, damit Autor John aus dem Schlaf gerissen wird. Als er die Bekanntschaft mit der liebenswerten Nachbarin Cassie macht, häufen sich die mysteriösen Ereignisse. Für den genervten Mieter Grund genug, dem Geheimnis des Hauses auf den Grund zu gehen. Ist die alte Frau im zweiten Stock für den Schabernack verantwortlich oder sind hier vielleicht doch finstere Mächte am Werk?
 
 
The Last House on Cemetery Lane-bild5
 
 
Einschlummern ganz ohne Pharmazeutika! Hinter dieser natürlichen Einschlafhilfe verbirgt sich ANDREW JONES. Der übernahm bereits in einigen Horrorfilmen die Regie und inszenierte günstige Werke wie THE NESTING 2, in denen er mit wenig Kapital versuchte, passable Genre-Unterhaltung für Horrorfans abzuliefern. Leider hat das bisherige Vorhaben nie Früchte getragen, denn die meisten seiner Arbeiten blieben durch semiprofessionelle Machart in Erinnerung und konnten sich nicht gegen den Strom ähnlich gestrickter Billigproduktionen behaupten, die tagtäglich in den Verkauf gebracht werden. Den Geisterfilm THE LAST HOUSE ON CEMETERY LANE dürfte da gleiches Schicksal ereilen, denn auch das neue Projekt aus der Mache des Regisseurs quält mit ungeschliffenem Indie-Look, der unweigerlich an Direct-To-Videofilme neueren Datums erinnert. Inhaltlich schaut es da nicht anders aus. Hier wird Mystery-Schauer von der Stange serviert, von dem man sich vor einigen Jahren bereits sattgesehen hat nachdem der damals noch kleine HALEY HOEL OSMENT in THE SIXTH SENSE (1999) dem Zuschauer einzutrichtern versuchte, dass er doch toten Menschen sehen könne.
 
 
The Last House on Cemetery Lane-bild6
 
 
81 Minuten können lang sein vor allem dann, wenn eine Auflösung künstlich hinausgezögert wird, die bereits nach der Halbzeit klar sein dürfte. In THE LAST HOUSE ON CEMETERY LANE wird Horror auf Sparflamme gekocht und das ist auch das größte Problem dieses Gruseldramas, schließlich erwartet man von subtilen Schauergeschichten auch ein gewisses Maß an Gänsehautmomenten und Schreckeffekten. Statt mit konventionellen Mitteln zusammenzucken zu lassen, plätschert die Handlung ermüdend daher und macht aus knapp zwei Stunden belangloses Geister-Gepoltere einen quälend langen Film, der den Eindruck erweckt man habe hier eine Woche vorm Fernseher gesessen. THE LAST HOUSE ON CEMETERY LANE ist kein sehenswerter Film und das perfekte Geschenk für Freunde, Kollegen oder Bekannte, die man nicht sonderlich mag. Wir von FILMCHECKER raten ab und empfehlen: im Händlerregal stehen lassen!
 
 


 
 
 

THE LAST HOUSE ON CEMETERY LANE – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Wenn der Sandmann dreimal klingelt, war vermutlich THE LAST HOUSE ON CEMETERY LANE im Blu-ray-Player. Dieser Streifen ist kein Film für Freunde von “LAST HOUSE”-Werken, bei denen schon der Titel Programm ist. THE LAST HOUSE ON CEMETERY LANE ist Einschlafkino der üblen Sorte, für das man zwar gute Schauspieler gewinnen konnte, deren Talent hier sprichwörtlich für nichts verbraten wird. Die Geschichte ist wenig überraschend und orientiert sich in ihrer Machart an so erfolgreiches Kultkino wie THE SIXTH SENSE, wo subtil erschreckt und mit wendungsreichem Finale verblüfft wird. Originell ist hier gelinde gesagt nichts. Außer vielleicht die Idee, unbeliebten Freunden oder Kollegen zur Abwechslung Filme zu schenken, die man nicht mal mit der Kneifzange aus dem Müllcontainer fischen würde. Finger weg, denn nach dem Kauf dieses Films ist Frust vorprogrammiert.
 
 


 
 
 

THE LAST HOUSE ON CEMETERY LANE – Zensur

 
 
 
THE LAST HOUSE ON CEMETERY LANE ist ein Geisterdrama mit viel Geschwafel, Liebesgezwitscher und seichtem Grusel. Am Ende gibt es eine Tote zu beklagen – das war’s. Eigentlich könnte man den Film ab 12 Jahren freigeben. Aufgrund der Axtszene am Ende wird’s wohl eine FSK 16 draus.
 
 
 


 
 
 

THE LAST HOUSE ON CEMETERY LANE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Sixth Sense (1999)
 
The Others (2001)
 


Filmkritik: “White Settlers” (2014)

white-settlers-2014
 
 
 

WHITE SETTLERS

Story

 
 
 
Ed (Lee Williams) und Sarah (Pollyanna McIntosh) bekommen während der ersten Nacht im neuen Heim unerwarteten Besuch und müssen um ihre Leben kämpfen.

 
 
 


 
 
 

WHITE SETTLERS – Kritik

 
 
Immer öfter wird auch der Horrorfilm zum Sprachrohr für Kritik an gesellschaftlichen Missständen. Im Fall des Thrillers WHITE SETTLERS lag dieser Kritik eine brisante Debatte zugrunde, die im September 2014 weltweit durch die Medien ging. Per Volksabstimmung sollte über die Unabhängigkeit Schottlands von Großbritannien entschieden werden. Letztendlich scheiterte die schottische Unabhängigkeitsbewegung aufgrund mangelnder Befürworter, so dass der Landesteil im Norden und der Rest des Vereinigten Königreichs auch weiterhin eins bleiben mussten. Regisseur SIMEON HALLIGAN bezieht in seinem Kinostück klare Position. Im Gewand eines Horror-Thrillers nutzt er die Gelegenheit, sich kritisch über die politische Lage zu äußern. Sein Standpunkt ist kaum zu überhören, denn im Film wird mehrmals darauf hingewiesen, dass Engländer und Schotten besser nicht miteinander vermischt werden sollten. Dass sein WHITE SETTLERS auch noch kurz vor Ende des Schottland-Referendums in britischen Kinos kommen musste, unterstreicht nur die radikale Einstellung des Regisseurs, dem aber als Befürworter der Bewegung und gleichzeitig Systemkritiker trotzdem kein schlechter Horrorstreifen gelungen ist.
 
 
white-settlers-bild3
 
 
In WHITE SETTLERS erleben Ed (Lee Williams) und Sarah (Pollyanna McIntosh) eine Nacht des Grauens. Sie haben gerade in der schottischen Einöde ein morsches Häuschen von einer Maklerin zum Schnäppchenpreis gekauft, die offenkundig froh darüber war, dass sie das historische Gemäuer an den Mann bringen konnte. Das verliebte Paar stört sich nicht an der bewegten Vergangenheit des alten Gebäudes und beginnt sogleich mit der Sanierung, schließlich soll das neue Heim für Entspannung fernab der hektischen Stadt sorgen. Die Möbel sind kaum an ihre Plätze gerückt, da raschelt es schon auf dem Hof. Einbrecher mit Schweinemasken haben sich Zutritt zum Haus verschafft und beginnen ein erbarmungsloses Katz- und Mausspiel zu veranstalten, das die ahnungslosen Opfer an die Grenzen des Erträglichen treibt.
 
 
white-settlers-bild2
 
 
“Schottland ist ein sehr freundliches Land” beteuert die Maklerin beim Hausverkauf zu Beginn des Streifens – eine der vielen doppeldeutigen Aussagen, mit denen die lokalpolitische Unzufriedenheit des Regisseurs zum Ausdruck gebracht werden soll. Ein rauer Wind weht durch WHITE SETTLERS, denn Macher SIMEON HALLIGAN macht mal wieder von jener Panikmache Gebrauch, die schon der alte SAM PECKINPAH mit STRAW DOGS beängstigend real in Szene zu setzen verstand: Home-Invasion-Horror. Diesmal bleibt das Grauen jedoch weniger durch Sadismus und Folterei im Gedächtnis. HALLIGAN macht sich die bekannte Terrormasche zu Eigen und hetzt seine Opfer lieber von Zimmer zu Zimmer, um ihnen anschließend so viel Angst wie möglich einzujagen. In WHITE SETTLERS steht das Finden kreativer Verstecke auf dem Programm, denn die Protagonisten sind die Hälfte der Laufzeit damit beschäftigt sich neue Orte zu suchen, an denen sie sich vor den mit Schweinemasken vermummten Einbrechern in Sicherheit wähnen können. Doch die Bösewichte scheinen nicht sonderlich daran interessiert zu sein, ihre Beute brutal und bestialisch niederzustrecken. Warum das so ist klärt das Filmende auf. Das darf zur Abwechslung mal wirklich die Etikette “garantiert nicht vorhersehbar” tragen.
 
 
white-settlers-bild1
 
 
Ein Schelm, wer bei Schweinemasken tragenden Einbrechern an den Splatter-Hit YOU’RE NEXT denken muss. Der ist dem hier besprochenen WHITE SETTLERS nicht unähnlich, wenngleich WINGARDS Gewalt-Orgie aus dem Jahr 2011 hauptsächlich durch fiese Effekt-Raffinessen auffallen konnte. Die fehlen in WHITE SETTLERS gänzlich, schließlich will SIMEON HALLIGAN mit gesellschaftskritischer Botschaft vor den Kopf stoßen, statt dem Zuschauer mit blutigen Gemeinheiten auf den Magen zu schlagen. Trotz Blutarmut und mittlerweile bekanntem Handlungsverläufen überrascht, dass das hier inszenierte Katz- und Mausspiel durchaus spannende Momente auf die Mattscheibe bringt. Zwar erfindet HALLIGAN keinesfalls das Rad neu; dank gutem Schauspiel und souveräner Machart wird aus einem einfachen Plot trotzdem fesselndes Angstkino ohne Längen. Aufgrund der kontroversen Thematik wird WHITE SETTLERS die Zuschauer jedoch in zwei Lager spalten. Die, die sich an der Problematik des Films nicht stoßen, dürften sich nicht nur einmal dabei ertappen, wie sie sich tief in den Filmsessel graben.
 
 


 
 
 

WHITE SETTLERS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Nervenzerfetzendes Angstkino à la carte. Wer meint, dass in Schottland die Welt noch in Ordnung ist, irrt. SPLINTERED-Regisseur SIMEON HALLIGAN nutzt die friedliche Kulisse schottischen Weidelandes, um einen Home-Invasion-Schocker mit politischer Botschaft an den Zuschauer zu bringen. Was in WHITE SETTLERS gezeigt wird, hat man eigentlich schon unzählige Male gesehen. Abermals werden unschuldige Menschen von maskierten Fieslingen terrorisiert, die ihre Opfer durch den Film hetzen und – das scheint neu – nicht daran interessiert sind, ihnen Böses anzutun. Warum das so ist wird erst am Ende erklärt. Bis dahin schafft es Macher SIMEON HALLIGAN trotz einfacher Geschichte, uns zu fesseln. Sein ungemütliches Terrorwerk reduziert sich auf das Wesentlich und lässt keine Längen entstehen. Zudem laden kräftige Adrenalinschübe zum Mitfiebern ein – den glaubhaften und guten Schauspielleistungen der beiden Hauptdarsteller sei Dank.
 
 


 
 
 

WHITE SETTLERS – Zensur

 
 
 
WHITE SETTLERS hält sich im direkten Vergleich zu ähnlichen Thrillern dieser Art mit der Zurschaustellung von Gewalt und Gore zurück. Für die Splatter-Fraktion gibt es gerade einmal einen zermatschten Kopf, einen unglücklichen Tritt in eine Bärenfälle sowie „Schnitzarbeiten“ mit einem Teppichmesser an der Wade der Heldin zu sehen. Demnach wird der Film garantiert mit FSK16 im Handel stehen, denn viel zu beanstanden wird die FSK hier nicht haben.
 
 
 


 
 
 

WHITE SETTLERS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Deadly Virtues: Love.Honour.Obey. (2014)
 
Hate Crime (2013)
 
Home Invasion (2012)
 
Home Sweet Home (2013)
 
In their Skin (2012)
 
Funny Games (1997)
 
Kidnapped (2010)
 


Filmkritik: “Devil May Call” (2013)

devil-may-call-2013
 
 
 

DEVIL MAY CALL

Story

 
 
 
Die blinde Sam hat ihren letzten Arbeitstag. Als ein Frauenmörder unangemeldet im Büro vorbeischauen möchte, geht auf der Arbeit die Angst um.

 
 
 


 
 
 

DEVIL MAY CALL – Kritik

 
 
Die Zeiten sind längst vorbei, in denen Fans böser Filme ungeduldig auf neue Genre-Ware warten mussten. Der Horror-Markt boomt, was vor allem den vielen unabhängigen Horrorproduktionen zu verdanken ist, die tagtäglich in die Händlerregal gebracht werden. Horrorfilme zu machen ist mittlerweile kein Kunststück mehr. Dennoch scheint es immer schwerer zu werden, den Fan überhaupt unterhalten zu können, hat der doch über die Jahre erdenklich viel Grauen zu sehen bekommen und fühlt sich oft sichtlich gelangweilt von dem was geboten wird. Frische Ideen: Fehlanzeige! Auch wenn offensichtlich jeder heutzutage mit dem richtigen Equipment Horror auf Film bannen kann, fehlen den meisten dieser Machwerke kreative Gedankenblitze, um überhaupt hervorstechen zu können. Vielen Filmschaffenden scheint das bewusst zu sein. Die versuchen erst gar nicht unnötig viel Arbeit in clever erdachte Geschichte zu investieren, sondern kopieren rigoros das, was schon einmal beim Zuschauer gut angekommen ist.
 
 
devil-may-call-bild1
 
 
JASON CUADRADO ist Regisseur, Produzent sowie Drehbuchautor und macht leider auch nichts Neues. Er hat einen Film namens DEVIL MAY CALL gedreht, der bei genauerer Betrachtung nichts anderes ist als eine günstig inszenierte Kopie von HALLOWEEN (1978) – freilich ohne JAMIE LEE CURTIS und William Shatner-Maske. Wie im Vorzeige-Slasher aus der Mache von Altmeister JOHN CARPENTER wird hier erneut ein skrupelloser Psychopath auf eine ahnungslose Frau gehetzt, die sich taktisch klug zur Wehr setzen und sich Slasher-typisch um Kopf und Kragen schreien muss. Kurioserweise lassen sich nicht nur inhaltlich Parallelen zum Schlitzer-Streifen entdecken. Schauspieler TYLER MANE scheint nämlich Gefallen an bösen Rollen gefunden zu haben. Der spielt hier nicht zum ersten Mal eine unaufhaltsame Killermaschine. Bereits in der HALLOWEEN-Neuverfilmung unter der Leitung von ROB ZOMBIE glänzte er als Kult-Killer MICHAEL MEYERS und stellte eindrucksvoll unter Beweis, dass er gut mit spitzen Mordwerkzeugen umgehen kann.
 
 
devil-may-call-bild2
 
 
DEVIL MAY CALL erzählt die Geschichte der blinden Sam, die in einem Callcenter arbeitet, wo sie ratsuchenden Menschen in Not am Telefon Hilfe anbietet. Der letzte Arbeitstag ist angebrochen und ein neuer Mitarbeiter soll von der hilfsbereiten Blondine eingearbeitet werden. Die hätte vermutlich freiwillig die Kündigung zurückgezogen, wenn sie davon gewusst hätte, zu welch schrecklichem Ausgang der Jobwechsel führen wird. Einer der Anrufer ist über Sams letzten Arbeitstag gar nicht erfreut. Der fühlt sich im Stich gelassen und tut alles daran, um die ahnungslose Frau bei einem persönlichen Vieraugengespräch zur Rede zu stellen. Doch was tun, wenn der erboste Gesprächspartner ein kranker Frauenmörder ist und wahllos Opfer von der Straße fängt, um sie wenig später ins Jenseits zu befördern?
 
 
devil-may-call-bild3
 
 
Nicht Neues von der Horror-Front. Regisseur JASON CUADRADO hat lange gebraucht bis er sein DEVIL MAY CALL verkaufen konnte. Der Film wurde bereits im Jahr 2013 fertiggestellt und hatte so seine Probleme einen interessierten Käufer zu finden. Dass der Horror-Thriller dann doch durch den Film- und Fernsehvertriebgiganten LIONSGATE an amerikanische Horrorfans gebracht wurde, grenzt schon fast an ein Wunder. Dort scheint man nach unzähligen Kinoerfolgen immer noch ein Herz für kleine Indie-Schocker zu haben, die man möglichst gewinnbringend international vermarkten möchte. Eine gute Entscheidung, die für DEVIL MAY CALL nicht besser hätte ausfallen können, hat doch ein großer Filmvertrieb die Karriere für so manchen Regisseur erst in Gang gebracht. Auch CUADRADO dürfte nach seinem Stalker-Thriller zwischen weitaus mehr Filmaufträgen wählen, als es aktuell der Fall ist. Der hat sich für seinen ungemütlichen Slasher von Filmen wie WARTE, BIS ES DUNKEL IST (1967) und DAS ENDE (1976) inspirieren lassen und nutzt Dunkelheit als Mittel zum Zweck, um maximales Unbehagen heraufbeschwören zu können. DEVIL MAY CALL wurde auf das Wesentliche reduziert. Zu sehen gibt es gerade einmal eine handvoll Schauspieler, die in einer beengenden Kulisse ums Überleben kämpfen müssen. Wenig Licht in entscheidenden Momenten sorgt für Anspannung und Killer-Hüne TYLER MANE macht es GLENN JACOBS aus SEE NO EVIL gleich: hier wird wortkarg und ohne Rücksicht auf Verluste kompromisslos gemordet.
 
 
devil-may-call-bild4
 
 
Auch wenn mal wieder aufdringlich mit Slasher-Klischees jongliert wird und so manche Wendung arg an den Haaren herbeigezerrt wirkt überrascht, dass DEVIL MAY CAL am Ende doch weitaus runder geworden ist, als man anfänglich vermutet hätte. Regisseur JASON CUADRADO lässt kaum Längen aufkommen, schaut stets geradeaus und versucht erst gar nicht Nebensächlichkeiten zu beantworten. So bleibt ungeklärt, warum die Kummer-Hotline scheinbar ausschließlich von Frauenmörder John genutzt wird. Und man sucht vergebens nach Antworten, wie es die blinde Sam – gespielt von CORRI ENGLISH – trotz Handicap schaffen konnte, sich für den letzten Arbeitstag perfekt zu schminken. Letztere hat sich das “Blindsein” übrigens von einem Trainer beibringen lassen – das Resultat: sie verkörpert das blinde Opfer äußerst glaubhaft.
 
 
 


 
 
 

DEVIL MAY CALL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein kleiner aber feiner Thriller, der maximales Unbehagen verursacht. Im Falle von DEVIL MAY CALL gilt mal wieder das Sprichwort: Klein aber oho. Hier stand wenig Geld zu Verfügung und sonderlich innovativ ist das Gebotene auch nicht. Der düstere Mix aus SEE NO EVIL und HALLOWEEN schafft es aber irgendwie trotzdem mehr als nur ein austauschbarer Slasher zu sein. Zu verdanken ist das der schnörkellosen Inszenierung von Regisseur JASON CUADRADO. Der hält sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf, sondern erzählt klassische Schlitzerstoff, der überraschend atmosphärisch und straff zusammengebraut wurde. CUADRADO experimentiert mit Urängsten wie Dunkelheit und Klaustrophobie. Daraus entstanden ist brauchbare Genrekost, die gegen Ende sogar einige Höhepunkte zu verzeichnen hat. DEVIL MAY CALL ist düster, brutal und kompromisslos – auch wenn es für Gorebauern leider zu wenig zu sehen gibt.
 
 
 


 
 
 

DEVIL MAY CALL – Zensur

 
 
 
Auch wenn hier reichlich gemordet wird, ist das Gezeigte nicht sonderlich grausam. Vorwiegend werden Genicke gebrochen oder Frauen erwürgt. Am Ende verliert der Killer sein Augenlicht, weil die Heldin ihm die Augen in den Schädel drückt. Der Horror frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

DEVIL MAY CALL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Call – Leg nicht auf (2013)
 
See No Evil (2006)
 
See No Evil 2 (2014)
 
Halloween (1978)
 
Rob Zombie’s Halloween (2007)


Filmkritik: “Verfluchtes Amsterdam” (1988)

verfluchtes-amsterdam-1988
 
 
 

VERFLUCHTES AMSTERDAM

Story

 
 
 
In den Grachten von Amsterdam geht das Grauen um. Ein mysteriöser Angreifer hinterlässt eine Blutspur und stellt die Ermittelnden Polizeibeamten vor ein Rätsel. Inspektor Eric Visser heftet sich an die Fährten des Killers und gerät dabei bald selbst ins Visier des Wahnsinnigen…
 
 
 


 
 
 

VERFLUCHTES AMSTERDAM – Kritik

 
 
 
Der Niederländische Regisseur Dick Maas, vor allen Dingen bekannt durch eine gewisse Familie namens „Flodder“, feierte seinen Einstand als Regisseur mit dem, in meinen Augen eher unterdurchschnittlichen „De Lift“ (in Deutschland unter dem unfreiwillig komischen Titel „Fahrstuhl des Grauens“ bekannt) nur um fünf Jahre später mit dem hier besprochenen „Amsterdamned“ auch international für Furore zu Sorgen. Seine waghalsige Mischung aus Horror-, Action- und Copthriller wurde zu einem echten Kassenschlager indem sogar in einer bestimmten Szene Filmgeschichte geschrieben wurde. Dazu aber später mehr. Gleich zu Beginn fällt der düstere Score auf, der in seiner Simplizität entfernt an John Carpenter erinnert. Zusammen mit der düsteren Bildsprache baut Regisseur Dick Maas hier in den ersten Minuten eine hübsch bedrohliche Atmosphäre auf. Und wenn zum Einstieg in die Geschichte aus der subjektiven Kameraperspektive, begleitet von schwerem Atmen, aus den wässrigen Grachten der Blick auf die nächtlichen Straßen von Amsterdam freigegeben wird, ein langes Küchenmesser verschwindet und eine Bordsteinschwalbe in bester „Jack the Ripper“-Manier abgemurkst wird, schlägt der Film erst mal deutlich die Marschroute Richtung „Horror“ ein. Die Täterfigur wird sehr schön zurückhaltend in Szene gesetzt. Zwar wird schnell klar dass man es hier mit einem Serienkiller in Tauchmontur zu tun hat, jedoch schafft es Dick Maas diese Figur nicht zu einer „Edgar Wallace“- artigen Witzfigur verkommen zu lassen, sondern ihn als echte Bedrohung die aus dem Verborgenen blitzschnell zuschlägt, zu inszenieren.
 
 
verfluchtes-amsterdam-bild3
 
 
Mit der Einführung der Hauptfigur schlägt der Film dann einen abrupten Haken Richtung Copthriller. Die Hauptfigur wird dabei sympathisch eingeführt und präsentiert sich als gesunde Mischung aus zynischem Hard-Boiled-Cop, der im Vorbeigehen einen kleinen Raubüberfall sehr unkonventionell auflöst, und Familienvater der ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu seiner Tochter hegt. Huub Stapel, der hier den Inspektor Eric Vissel verkörpert, nimmt man dabei das sympathische Raubein sofort ab. Amsterdam bietet für die nun folgende Mörderhatz eine sehr schöne Kulisse, hält hier aber nicht nur als Schauplatz her, sondern ist maßgeblich in das Geschehen miteinbezogen. Selten wurden die Möglichkeiten einer Stadt so effektiv in einem Genre-Film genutzt. Wobei sich hier nicht nur auf die Postkartenmotiv-Seite von Amsterdam verlassen wird. Vielmehr zeigt uns Dick Maas das düstere Amsterdam, samt finsteren Hinterhöfen, Rotlichtvierteln, verschmutzten Grachten und einer wässrig-modrigen, unbehaglichen Atmosphäre. Die nun folgende Mörderjagd bietet inhaltlich nicht viel Neues und klappert munter bekannte Stationen ab, die das Genre eben in der Form mit sich bringt. Da werden Zeugen befragt, Kollegen auf das Untersuchen von Beweisen abgestellt, mögliche Verdächtige ausgemacht etc.pp.. Inszenatorisch wird das aber alles sehr kurzweilig verpackt und durch die regelmäßigen Ausflüge ins Horrorfilm-Fach, in Form weiterer Morde des Killer-Froschmanns, aufgelockert. Besonders ins Auge stechen dabei im späteren Verlauf zwei wirklich toll gefilmte Verfolgungsjagden, wobei die Minutenlange Motorboot-Jagd in den Kilometerlangen Grachten besonders hervor zu heben ist. Hier sind wir übrigens wieder beim oben bereits erwähnten Thema „Filmgeschichte“ angekommen. Denn innerhalb dieser Motorboot-Verfolgungsjagd hat der verantwortliche Stuntman einen 67-Meter Sprung über zwei Brücken hingelegt, der den damaligen Rekordhalter für solch einen Stunt, nämlich den „James Bond“-Film „Leben und Sterben lassen“, noch übertrifft. Ein Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde war die Folge. Aber nicht nur dieser Rekord-Stunt macht die Szene so sehenswert. Sie ist obendrein toll gefilmt und für die damaligen Verhältnisse äußerst spektakulär in Szene gesetzt. Tatsächlich der Höhepunkt des Films.
 
 
verfluchtes-amsterdam-bild1
 
 
Aber bei all den offensichtlichen Horror- und Actionelementen ist auch der böse Humor nicht zu verachten, der in einigen Szenen durchblitzt. Die Szene, in der die Tote Prostituierte über eine, mit Schulkindern beladene Fähre rutscht und dabei eine knallrote Blutspur auf dem Gläsernen Dach dieser hinterlässt, ist dabei nicht nur bitterböse, sondern geht fast schon als Hommage an diverse Dario Argento-Streifen durch. Sowieso scheint sich Regisseur Dick Maas in der Horror-Filmgeschichte gut auszukennen, denn neben den offensichtlichen Anleihen bei John Carpenter, zitiert er in einer Mordszene munter die legendäre „Badewannen-Szene“ aus „Nightmare on Elm Street“ und während eines späteren Tauchgangs, in dem ein Schiffsrack inspiziert wird, zitiert er überdeutlich Spielbergs „Der Weiße Hai“. Gänzlich frei von Kritik ist der Film dann allerdings doch nicht, denn ausgerechnet auf der Zielgraden geht ihm etwas die Puste aus und die finale Auflösung wer denn nun der mysteriöse Killer ist und welchen Beweggründen er folgt erweist sich als haarsträubend und vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen. Schade.
 
 
 


 
 
 

VERFLUCHTES AMSTERDAM – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
„Verfluchtes Amsterdam“ ist eine unterhaltsame Mörderhatz durch eine beeindruckend in Szene gesetzte Großstadt. Der deutliche Horrorfilm-Einschlag steht dem Film ausgezeichnet und in Verbindung mit dem Copthriller-Thema sowie dem einen oder anderen Ausreißer in Richtung Action-Film gelang Regisseur Dick Maas hier ein höchst unterhaltsamer Genre-Mix wie man ihn heut zu Tage nur noch viel zu selten aus Europa zu sehen bekommt. Leichte Abzüge in der B-Note gibt’s für die haarsträubende Auflösung der Story, die allerdings dem Unterhaltungswert dieses Films in keinster Weise im Weg steht.
 
 
 


 
 
 

VERFLUCHTES AMSTERDAM – Zensur

 
 
 
Achtung: Leider ist die aktuelle Blu-Ray Veröffentlichung des Films nicht zu empfehlen, da sie einen wirklich ärgerlichen Zensurschnitt zu beklagen hat. Des Weiteren ist auch die deutsche Tonspur an manchen Stellen leicht asynchron. Genauere Infos über den Grund dieser Tatsachen gibt es bisher noch nicht, aber StudioCanal hat bereits angekündigt diesen Sachverhalt prüfen zu lassen. Scheinbar handelt es sich hier um einen Fehler, da alle bisherigen DVDs des Streifens ungeschnitten waren.
 
 
 


 
 
 

VERFLUCHTES AMSTERDAM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
verfluchtes-amsterdam-bluray

(c) StudioCanal

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Amsterdamned; Niederlande 1988

Genre: Action, Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Niederländisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 – @24 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 112 Min.

FSK: FSK 16

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: 30-minütiges Making Of, Original Kinotrailer

Release-Termin: 22.01.2015

 

Verfluchtes Amsterdam [Blu-ray] auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

VERFLUCHTES AMSTERDAM – Trailer

 
 

 
 

Sebastian Lach

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Poker Night (2014)
 
Killers (2014)
 
Das Schweigen der Lämmer (1991)
 
Sieben (1995)
 
Antikörper (2005)
 


Filmkritik: “Darker Than Night” (2014)

darker-than-night-2014
 
 
 

DARKER THAN NIGHT

(MÁS NEGRO QUE LA NOCHE)

Story

 
 
 
Die junge Greta wird mit dem plötzlichen Tod ihrer Tante Ofelia konfrontiert und erbt ein Haus, in dem es nicht mit rechten Dingen zugeht.

 
 
 


 
 
 

DARKER THAN NIGHT – Kritik

 
 
Wer glaubt, dass nur die Amerikaner beliebte Kult-Grusler neu verfilmen, irrt. Auch in Mexiko hat man den Recyclingmarkt längst für sich entdeckt und daran Gefallen gefunden, bereits Dagewesenes für ein junges Kinopublikum vermeintlich zeitgemäß aufzubereiten. DARKER THAN NIGHT heißt die zumindest visuell ansprechend gefilmte Gruselmär, die vor fast 40 Jahren schon einmal über lokale Leinwände geisterte und als einer der wichtigsten Horrorexporte aus Mexiko gehandelt wird. Weil sich jedoch Horrorfans von heute mit alten Klassikern schwer tun, war die Konsequenz nur logisch: Eine modernisierte Neuverfilmung muss her. Im Falle von DARKER THAN NIGHT stellt sich jedoch einmal mehr die Frage, ob ein Remake unbedingt hätte sein müssen, denn der Originalstreifen mit dem Titel MÁS NEGRO QUE LA NOCHE (1975) gehört zu jenen Horrorwerken, die ohnehin nur den wenigsten Gruselfans ein Begriff sein dürften. Für Regisseur HENRY BEDWELL kein überzeugender Grund, nicht doch recycelten Filmmüll zu schreiben, den er dann auch gleich selbst gedreht hat. Der Mexikaner zeichnet verantwortlich und lies es sich dazu
auch nicht nehmen, von einem lukrativen Gimmick Gebrauch zu machen, um die Neuinterpretation als 3D-Schauerstück auf die Kinozuschauer loslassen zu können. So weit, so gut. Dennoch bleibt ungeklärt, was das zeitgemäße 3D hätte bringen sollen. DARKER THAN NIGHT ist nämlich ein ziemlicher mieser Film und ein schlechtes Remake noch dazu, das vermutlich nur deshalb als 3D-Variante in die Multiplexe gebracht wurde, um überhaupt jemanden zum Kauf eines Tickets bewegen zu können.
 
 
darker-than-night-bild5
 
 
Wie ein Sechser im Lotto: nach dem tragischen Tod der Tante hat Greta deren Anwesen geerbt, in dem es viel zu entdecken gilt. Doch das Erbe ist an eine Bedingung geknüpft. Die Erbin muss dafür Sorge tragen, dass es Katze “Becker” gut geht, die Frauchen allein zurückgelassen hat. Leider nimmt Greta die Auflagen nicht ernst. Statt sich um das Wohl des Stubentigers zu kümmern, geht sie mit den aufgescheuchten Freundinnen auf Erkundungstour und entdeckt in den langen Fluren ihres neuen Heims manch mysteriöses Geheimnis. Als der Kater ertrunken aus dem Pool gefischt wird, ist leider Schluss mit lustig. Plötzlich mehren sich unheimliche Geschehnisse und Greta wird von schrecklichen Visionen und Albträumen geplagt. Alles deutet darauf hin, dass Tantchen Ofelia in die Welt der Lebenden zurückgekehrt ist und sie scheint über den plötzlichen Verlust ihres geliebten Haustieres nicht erfreut zu sein.
 
 
darker-than-night-bild2
 
 
Mit DARKER THAN NIGHT folgt Nachschub für all jene, die im Jahr 2014 noch nicht genug von Geister-Horror bekommen konnten. Schließlich war 2014 das wohl produktivste Jahr dieser Filme und machte das Heimkino zur Geisterbahn. Leider gab es nur selten Neues zu sehen, was viele Veröffentlichungen in völliger Bedeutungslosigkeit verschwinden ließ. Auch DARKER THAN NIGHT dürfte da keine Ausnahme bilden und gesellt sich zu jenen Kandidaten, über die morgen vermutlich kaum noch jemand sprechen wird. In dieser Grusel-Mogelpackung wird all das verbraten, was man in jedem austauschbaren Spuk- oder Gespensterfilm vor die Linse bekommt. Ob unheimliches Anwesen mit schlecht ausgeleuchteten Gängen, ein vorbeiziehender Sturm samt Blitz und Donner oder grausiges Stöhnen, flackerndes Licht und verwirrende Visionen – DARKER THAN NIGHT revolutioniert das Genre keineswegs. Ganz im Gegenteil. Regisseur HENRY BEDWELL holt sich Inspiration bei Genre-Größe GUILLERMO DEL TORO, (CRONOS, THE DEVIL’S BACKBONE), macht jedoch falsch was nur falsch zu machen geht und langweilt schnell, weil er knapp zwei Stunden für das benötigt, was andere in 20 Minuten zu erzählen haben. Den Zuschauer mit Langsamkeit quälen und Protagonisten orientierungslos durch ein riesiges Gemäuer treiben. Irgendwie scheinen die Macher nicht ganz verstanden zu haben, auf was es bei subtilen Horrorfilmen im Jahr 2015 ankommt. Mit endlos langen Kamerafahrten, bedeutungslosen Dialogen und schockarmen Streifzügen durch altmodisch eingerichtete Zimmer macht man sich keine Freunde, schließlich geht man davon aus, dass man in Geisterfilmen nicht nur erschreckt sondern auch mit Gänsehaut verwöhnt wird. Beides ist in DARKER THAN NIGHT Mangelware und ausreichend Beweis dafür, dass sich Regisseure von TV-Filmen besser mit der Umsetzung von Fernsehware beschäftigen sollten, statt sich in der Mache von Kinofilmen auszuprobieren.
 
 
darker-than-night-bild1
 
 
Normalerweise braucht ein Horrorfilm keine Stars, denn im Grunde genommen ist das auf Zelluloid gebannte Grauen die eigentliche Quintessenz eines jeden Horror-Schockers. Was jedoch tun, wenn die Schauspieler unbeholfen agieren und unheimliche Momente nur die Ausnahme bilden? Drehbuchschreiber und Regisseur HENRY BEDWELL nutzt Set-Design und Klangkulisse, um Schaueratmosphäre entstehen zu lassen. Die Ausgangslage könnte günstiger nicht sein, denn visuell ist DARKER THAN NIGHT über jeden Zweifel erhaben. Dennoch gelingt es BEDWELL trotz altmodischem Gruselambiente, kaum Gänsehautgefühl zu bewirken. Für einen Geisterstreifen ein fatales Unterfangen, das mal wieder auf den Schultern des Filmfreundes ausgetragen wird. Der wird nach nicht ganz zwei Stunden Filmlänge erneut feststellen müssen, dass er viel zu viel Zeit für einen überflüssigen Film vergeudet hat, der nicht das hält, was der Trailer verspricht. Auch wenn DARKER THAN NIGHT nach typisch mexikanischem Genre-Kino ausschaut und sich mit mehreren Zitaten im Film vor dem 75er Original verbeugt; qualitativ ist er mit ähnlich gelagerten Perlen wie HERE COMES THE DEVIL, JULIAS EYES oder WIR SIND WAS WIR SIND (Das Original!) nicht einmal ansatzweise vergleichbar. Prädikat: Schlaftablette mit Einschlafgarantie und hinterlistiger Zeiträuber!
 
 
 


 
 
 

DARKER THAN NIGHT – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Ein visuell beeindruckender Gruseltrip der alten Schule. DARKER THAN NIGHT (hier ist übrigens das Fell des Katers im Film gemeint) ist technisch gesehen Top, aber inhaltlich ein absoluter Flop. Die Ausstattung und das Set-Design sind ein Fest für die (Horror)Sinne und erinnern nicht nur einmal an die mexikanischen Gruselperlen aus der Werkstatt eines GUILLERMO DEL TORO. Blickt man jedoch hinter die Fassade, bröckelt der Putz und es offenbart sich das filmische Grauen. Der mexikanische Regisseur HENRY BEDWELL hat hier eines der unsinnigsten Remakes fabriziert, das die Filmwelt bis dato gesehen hat. Seine subtile Geister-Mär überrascht zwar mit finsteren Bildern – Gruselstimmung will aber kaum aufkommen, weil DARKER THAN NIGHT im Schneckentempo über die Mattscheibe kriecht und derart langweilig, ideenfrei, überraschungsarm und unbeholfen zusammengekleistert wurde, dass sich dem Zuschauer sprichwörtlich die Nackenhaare vor Ärger sträuben. Verschwendete Zeit, Finger weg!
 
 
 


 
 
 

DARKER THAN NIGHT – Zensur

 
 
 
Die Gewalt in DARKER THAN NIGHT befindet sich auf FSK16-Niveau. Es werden Gegenstände in Augäpfel gedrückt, eine Protagonistin fällt von der Treppenbrüstung und der männliche Filmheld wird von einer Katze angefallen. Schaut alles nicht sonderlich grausam aus, was auch nicht beabsichtigt war, schließlich konzentriert sich DARKER THAN NIGHT auf subtilen Horror.
 
 
 


 
 
 

DARKER THAN NIGHT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

(Alle Grafiken in dieser Review stammen von der Facebookseite des Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Waisenhaus (2007)
 
The Devil’s Backbone (2001)
 
KM 31: Kilómetro 31 (2006)
 


Filmkritik: “Dark Summer” (2015)

dark-summer-2015
 
 
 

DARK SUMMER

Story

 
 
 
Ein finsterer Sommer für Daniel (Keir Gilchrist). Er hat nämlich Hausarrest bekommen und darf sich in den eigenen vier Wänden mit den lästigen Annäherungsversuchen eines Geistes auseinandersetzen.

 
 
 


 
 
 

DARK SUMMER – Kritik

 
 
 
Fünf Jahre hat es gedauert bis sich Regisseur PAUL SOLET dazu durchringen konnte, an einem weiteren Streifen zu tüfteln. Nach dem durchaus passablen Horror-Drama GRACE (2009), das auf internationalen Filmfestivals diverse Nominierungen und Preise abstauben konnte, kehrt SOLET erneut ins Horrorfach zurück und widmet sich jener Gattung Film, die seit THE RING, CONJURING und PARANORMAL ACTIVITY im Kino immer wieder gern gesehen wird: Geister-Horror. Leider scheint sich das Spuk- und Gespenster-Genre in letzter Zeit einem atmosphärischen Wandel unterzogen zu haben, denn gruselig sind nur noch die wenigsten dieser Filme. Stattdessen sind die ewig gleichen Geschichten zu sehen, in denen die ständig gleichen Dinge passieren. SOLET handhabt das nicht anders. Sein DARK SUMMER orientiert sich am Einmaleins für Geisterfilme und klappert verhältnismäßig lustlos all jene Klischees und Schreckmomente ab, die man in nahezu jedem Gruselfilm zu sehen bekommt. Ob plötzlich hinter dem Rücken auftauchendes Geisterwesen oder Seancen, die zu nichts Gutem führen; viele der hier implementierten Schauerzutaten sind vorhersehbar und strotzen nicht sonderlich vor Einfallsreichtum.
 
 
dark-summer-2015-bild2
 
 
KEIR GILCHRIST spielt im Horrorfilm DARK SUMMER einen Schüler, der ähnlich wie im Psycho-Thriller DISTURBIA unter Hausarrest gesetzt wird. Er hat unerlaubt die Social-Media-Daten seiner Mitschülerin Mona Wilson gehackt und wurde – was für ein Zufall – beim Ausspionieren und Cyber-Stalking erwischt. Um aus Fehlern eine Lehre zu ziehen, bekommt Daniel einen Alarmsender ums Fußgelenk gebunden und darf sich fortan nur noch im Haus der Mutter aufhalten – freilich ohne Skype, Twitter und Internet. Für den computerinteressierten Teenager eine harte Strafe. Doch die besten Freunde Abby (STELLA MAEVE) and Kevin (MAESTRO HARRELL) finden eine Lösung. Sie legen eine geheime Internetleitung zum Rechner des 17-jährigen, damit der sich auch weiterhin bedenkenlos durchs Netz bewegen und der heimlichen Flamme Mona nachspionieren kann. Doch leider ist die anfänglich Freunde über Kontakt mit der “Außenwelt” nicht von langer Dauer. Er erhält von Mona eine geheimnisvolle E-Mail in deren Anhang sich das Video ihres Selbstmords befindet. Doch mit dem schockierenden Filmdokument fangen die Probleme erst an. Bald schon fühlt Daniel die Anwesenheit einer mysteriösen Präsenz. Die verfolgt ihn bis in die Träume und führt nichts Gutes im Schilde.
 
 
dark-summer-2015-bild1
 
 
Kennst du den Trailer, kennst du den Film. Nicht das erste Mal warnen wir von FILMCHECKER davor, sich den Kinospot zum Grusel-Indie anzuschauen, denn die dort zusammengeschnippelten Szenen zeigen den ohnehin schon knappen Mystery-Thriller als Kurzfilmvariante. Regisseur PAUL SOLET lässt das Geschehen seines Zweitwerks nur schleppend vorankommen. Vermutlich wäre der Film bei regulärem Erzähltempo bereits nach 30 Minuten zu Ende gewesen wäre, so dass die Geschwindigkeit künstlich gedrosselt werden musste. In DARK SUMMER flimmert alles etwas langsamer über den Bildschirm als in Filmen ähnlichen Kalibers. Im Unterschied zu anderen Geister-Gruslern passiert jedoch über weite Strecken nichts, was nicht nur Sitzfleisch sondern auch Geduld voraussetzt. Hier ein paar Schatten, da unheimliche Stimmen – SOLET macht es subtil und zögert hinaus, obwohl ohnehin offensichtlich sein dürfte, wohin die Reise führen wird.
 
 
dark-summer-2015-bild3
 
 
Wenn Geister zu Stalker werden und verwirrende Liebeskonstellationen das Hirn vernebeln. DARK SUMMER wirft die Frage auf, wer hier eigentlich von wem besessen ist, denn natürlich passieren die mysteriösen Vorfälle im Film nicht ohne Grund. Leider kommt SOLET mit seinen Spukerei reichlich spät auf den Punkt, denn DARK SUMMER vergeudet zu viel Zeit mit dem Abhandeln vorhersehbarer Gruselszenen, dass die Dynamik der Geschichte aus den Augen verloren wird. Die Geschehnisse kriechen förmlich von Höhepunkt zu Höhepunkt und es wird auf Zwang versucht das zu vertuschen, was jeder längst ahnt: Geist Mona liebt Daniel und Teenager Daniel liebt Mona. Dass beide die Annäherungsversuche des jeweils Anderen falsch interpretieren, gehört zu den wenigen makaberen Gedankenblitzen, die den zähen DARK SUMMER am Ende dann doch vor dem Untergang retten können – auch wenn unschlüssig bleibt, was uns der Macher mit seinem Horrorwerk eigentlich mitteilen möchte. Will DARK SUMMER vor den Gefahren und Möglichkeiten des Internets warnen oder handelt es sich hier schlichtweg um eine Liebesgeschichte voller Missverständnisse, die dem Zuschauer mit abgedroschenen Schreckmomenten Lebenszeit rauben möchte. Wer DARK SUMMER gesehen hat, wird verstehen, was gemeint ist.
 
 
 


 
 
 

DARK SUMMER – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
DISTURBIA meets THE RING. Subtiler Gruselstreifen mit makaberem Schlussgag und für Indie-Verhältnisse versierter Machart. DARK SUMMER schaut in Anbetracht des Budget ganz vernünftig aus und hat glaubhafte Schauspieler am Start. Leider hat GRACE-Regisseur PAUL SOLET einen derart langsamen Film gebastelt, dass man vor der Sichtung ausgeschlafen sein sollte, um der nicht sonderlich spektakulären Geistergeschichte folgen zu können. Zu sehen gibt es mittlerweile gängiges Spukeinmaleins, das zudem um Okkultismus ergänzt wurde. Innovativ ist das nicht und gute Gedankenblitze sucht man vergebens. Wer nur ab und an Geisterfilme schaut, dürfte sich gut unterhalten fühlen. Alte Horrorhasen dagegen drücken nach 10 Minuten bereits die Vorspultaste, schließlich hat man das hier Gezeigte schon unzählige Male gesehen. Bei solch ereignislosem und behäbigem Spuk stellt sich die Frage: Schaust Du noch oder schläfst Du schon?
 
 
 


 
 
 

DARK SUMMER – Zensur

 
 
 
DARK SUMMER ist subtiler Geister-Horror ohne großes Blutvergießen. Ein Gegenstand wird in eine Hand getrieben und ein paar selsame Male verzieren die Haut des Protagonisten. Zudem gibt es ein abgesägtes Bein zu sehen. Für FSK16 genügt das.
 
 
 


 
 
 

DARK SUMMER – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sadako 3D – Ring Originals (2012)
 
The Caller – Anrufe aus der Vergangenheit (2011)
 


Filmkritik: “The Atticus Institute” (2015)

The-Atticus-Institute-2015
 
 
 

THE ATTICUS INSTITUTE

Story

 
 
 
“…Auf dieser Welt gibt es Dinge, die wir nicht erklären können und Judith Winstead ist eines dieser Dinge …”

Parapsychologen untersuchen die telekinetischen Fähigkeiten von Testobjekt Judith Winstead und entdecken, dass im Körper der Frau das Böse schlummert.

 
 
 


 
 
 

THE ATTICUS INSTITUTE – Kritik

 
 
 
Dass mit Dämonen und Geistern nicht gut Kirschen essen ist und es im Horrorfilm immer wieder übermütige Protagonisten geben muss, die das Böse unnötig herausfordern, scheint eine der vielen Absurditäten im Genre zu sein, die sich in nahezu jedem Film dieser Art wiederholen. Seit jeher ist der Mensch vom Unerklärlichen fasziniert, was auch der Grund dafür sein dürfte, weshalb paranormal angehauchte Gruselwerke so viel Zuspruch erhalten und nicht mehr von der Bildfläche verschwinden wollen. Paranormales geht immer. Ob als Komödie, Drama oder im längst totgefilmten Found-Footage-Stil; seit PARANORMAL ACTIVITY im Kino zum Renner wurde, haben Filme mit unerklärlichen Phänomenen Hochkonjunktur.
 
 
the-atticus-institute-2015-bild4
 
 
Ein weiterer in der Runde dieser Unbehagen verursachenden Mystery-Grusler ist das Schauererlebnis THE ATTICUS INSTITUTE in dem drei Filmzutaten miteinander kombiniert werden, die momentan die Horrorlandschaft dominieren. Regisseur CHRIS SPARLING hat vor einigen Jahren an den Drehbüchern zu BURIED (2010) und ATM (2012) geschrieben und vereint in seiner zweiten Regiearbeit Dämonen- und Exorzismus-Genre mit der Wackelkamera-Methode, damit alles authentischer wirkt. In dem als Dokumentarfilm getarnten Gruseltrip wird die telepathisch veranlagte Judith Winstead (sehr beängstigend verkörpert von RYA KIHLSTEDT) von Wissenschaftlern in einem kleinen Forschungslabor bei Pennsylvania untersucht. Sie kann Dinge mit der Kraft ihrer Gedanken bewegen und verhält sich im Vergleich zu gleichaltrigen Geschlechtsgenossinnen nicht sonderlich normal. Es sind die späten 70er und die Erforschung paranormaler Ereignisse steckt noch in den Kinderschuhen, so dass es selbst erfahrenen Forschern nicht immer auf Anhieb gelingt Betrüger oder Scharlatane zu entlarven. Die meist abwesend und aggressiv auftretende Frau scheint da jedoch aus einem anderen Holz geschnitzt zu sein. Ihre Präsenz verursacht bei Experten Gänsehaut und in Experimenten bestätigt sich die Vermutung, dass ihre Fähigkeiten nicht menschlicher Natur sein können. Schnell wird das Militär auf die sonderbare Gabe aufmerksam und erweckt im Körper der hilflosen Frau das Böse, das von der Regierung nun gezähmt werden möchte, um es für eigene Belange nutzen zu können.
 
 
the-atticus-institute-2015-bild1
 
 
THE ATTICUS INSTITUTE gehört zur Gattung “Mockumentary”, was ein Filmgenre bezeichnet, in dem die Geschehnisse in einen gestellten Dokumentarfilm verpackt werden. Hier bekommt der Zuschauer auf echt getrimmte Interviews mit Angehörigen und Professoren vor die Linse, die von schrecklichen Ereignissen berichten und das grausames Vorgehen des Militärs beschreiben, das in diversen Experimenten versucht, den Willen eines widerspenstigen Dämons zu brechen. Der Hauptteil der Handlung wird jedoch von Hindergrundmaterial, Aktenaufzeichnungen und Archivaufnahmen getragen, in denen unmenschliche Versuche an einer labilen Frau protokolliert werden. Die sollen dazu dienen, um das Böse heraufbeschwören zu können, das sich hartnäckig in Protagonistin Judith Winstead versteckt hält. Lang dauert es jedoch nicht, bis der dämonischen Präsenz der Geduldsfaden reißt. Ganz unerwartet verwandelt sich die anfänglich verwirrte Patientin in eine unkontrollierbare Furie und scheint sichtlich Spaß daran zu haben Zuschauer, Militär und Professoren ausgiebig in Sachen Terror zu unterrichten – Mord und Totschlag inklusive.
 
 
the-atticus-institute-2015-bild2
 
 
In Judith schlummert das Grauen, was angesichts des reichlich spektakulär geschnittenen Trailers niemand verwundern dürfte, zeigt der nämlich die besten Szenen am Stück und nimmt dem Zuschauer die Spannung. Demzufolge raten wir von der Sichtung des Trailers ab, der mal wieder viel zu viel verrät und dem Fan solcher Streifen das Filmsehen vermiest. Immerhin bahnt sich der Schrecken langsam seinen Weg durch die finsteren Versuchsräume und garantiert zumindest in den ersten dreißig Minuten wohlig altmodisches Gänsehautfeeling, was vor allem durch die auf alt getrimmten Videobänder verstärkt wird, die immer mal wieder längst vergessene VHS-Zeiten wach werden lassen. Leider kann Schocktherapie-Macher CHRIS SPARLING das hohe Grusel-Niveau der ersten halben Stunde nicht konstant halten, denn nach einem spannenden Einstieg dümpelt der Film lustlos auf der Stelle und quält mit immer haarsträubenderen Experimenten, die nur unnötig das Tempo bremsen. Was folgen wird ist vorhersehbar, denn die Absurdität der im Film gezeigten Ereignisse lässt darauf schließen, dass der jähzornige Dämon letztendlich nur mit einem Exorzismus bekämpft und die Menschheit so gerettet werden kann. Doch die Austreibung fruchtet nur bedingt und gipfelt mal wieder im ach so überraschenden Schlussgag, mit dem sich Horror-Regisseure in letzter Zeit scheinbar gegenseitig selbst übertrumpfen möchten.
 
 
 the-atticus-institute-2015-bild3
 
 
Dass THE ATTICUS INSTITUTE trotz Found-Footage-Gewand weitestgehend nach Film ausschaut, muss man Regisseur CHRIS SPARLING hoch anrechnen. Die für diese Art von Filmen bekannten und gehassten Kameraausfälle, Wackelattacken und Bildstörungen bleiben aus, so dass THE ATTICUS INSTITUTE auch bei Gegnern von pseudodokumentarischen und auf echt getrimmten Schüttelfilmen Eindruck hinterlassen dürfte. Im Rahmen des Found-Footage-Genres gehört dieser Besessenheits-Spuk zu den besseren Vertretern jener Gattung Filme. Zumal es einige gut platzierte Schreckmomente schaffen, den Puls mutiger Filmfreunde nach oben zu treiben. Zusammen mit den gelungenen Spezialeffekten garantiert THE ATTICUS INSTITUTE auf jeden Fall kurzweilige Mystery-Unterhaltung von der man dennoch nichts Großes erwarten sollte.
 
 
 


 
 
 

THE ATTICUS INSTITUTE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Unheimliche Schocktherapie, die den Puls des Zuschauers nach oben treiben wird. In THE ATTICUS INSTITUTE sind dämonische Kräfte am Werk, die dem Mensch mal wieder klar machen wollen, dass man das Tor zur dunklen Seite besser verschlossen halten sollte. Regisseur CHRIS SPARLING kombiniert Exorzismus-, Dämonen- sowie Found-Footage-Genre und macht daraus eine finstere Geschichte im Mockumentary-Stil, die sich am derzeit immer noch beliebten Paranormal-Trend orientiert. Das anfänglich subtile Gruselkino verwandelt sich recht zügig zum schreckintensiven Besessenheits-Thriller, der leider im späteren Verlauf eine ziemlich absurde Metamorphose durchlebt. Immerhin beweist SPARLING ein gutes Gespür für treffende Schockmomente. Trotz Vorhersehbarkeit sitzen die sicher und machen THE ATTICUS INSTITUTE zur Mutprobe unter zartbesaiteten Gemütern. Abschließend bleibt zu erwähnen, dass man sich gegen nervige Found-Footage-Klischees entschieden hat, die man vermutlich von pseudodokumentarischen Horrorflicks erwartet. THE ATTICUS INSTITUTE schaut mehr nach Film aus, weil man bewusst auf Kameraausfälle, Wackelattacken und Bildstörungen verzichtet hat. Für den als Dokumentation getarnten Mystery-Grusler eine Bereicherung, können so auch Gegner mittlerweile nicht mehr ganz so beliebter Schüttelfilme endlich mal wieder in den Genuss gut getrickster Horrorware kommen.
 
 
 


 
 
 

THE ATTICUS INSTITUTE – Zensur

 
 
 
THE ATTICUS INSTITUTE ist typischer Mystery-Horror ohne großes Blutvergießen. Zu sehen gibt es nicht viel Gewalttätiges. Die vermutlich blutigste Szene ist die, in der die Besessene allein mit ihrer Gedankenkraft das Herz eines aufgeschnittenen Frosches zerfetzt. Ansonsten ist der Horror hier hauptsächlich subtiler Natur. Eine FSK16 dürfte genügen.
 
 
 


 
 
 

THE ATTICUS INSTITUTE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Taking of Deborah Logan (2014)
 
The Dyatlov Pass Incident (2013)
 
The Vatican Exorcisms (2013)
 
The Bay (2012)
 
The Dinosaur Project (2012)


Filmkritik: “House of Last Things” (2013)

House-of-Last-Things-2013
 
 
 

HOUSE OF LAST THINGS

Story

 
 
 
Das Miteinander des Ehepaars Alan (Randy Schulman) und Sarah (Diane Dalton) ist alles andere als friedlich. Nach einem gescheiterten Selbstmordversuch und einem Aufenthalt im Krankenhaus kehrt Sarah wieder zu ihrem Mann zurück, noch immer sichtlich erschüttert und im Griff der Trauer und Verzweiflung. Um die Rehabilitation seiner Frau zu unterstützen, entführt Alan sie kurzerhand auf einen Ausflug nach Italien.
 
Während die Beiden sich das europäische Kulturgut einverleiben, wird die junge Kelly (Lindsey Haun) damit beauftragt, auf das Haus des Paares aufzupassen. Zusammen mit ihrem Freund Jesse (Blake Berris) und Bruder Tim (RJ Mitte) zieht Kelly ein und beweist ihre Housesitting-Fähigkeiten. Doch auch ohne seine eigentlichen Bewohner versprüht das Haus einen eigenartigen und unheimlichen Eindruck. Schuld daran ist ein tragischer Unfall, der sich vor einiger Zeit auf dem Grundstück ereignete. Fortan müssen Kelly, Jesse und Tim sich unbekannten Kräften stellen, die genau so bedrohlich wie verführerisch sind.

 
 
 


 
 
 

HOUSE OF LAST THINGS – Kritik

 
 
 
In der Liebe und beim Horrorfilm ist alles erlaubt. Doch trotz dieser ungeschriebenen Regel hat Regisseur und Autor Michael Bartlett es 15 Jahre nach seiner letzten Bemühung mit dem Namen „Ein tödliches Verhältnis“ geschafft, ein uraltes Gesetz zu brechen. Er hat sich mit dem monumentalen, unantastbaren und definitiven Horrorfilm, auch bekannt als Stanley Kubricks „Shining“, angelegt. Ein Haus, das vorübergehend die Bewohner wechselt, eine zunächst unausgesprochene Tragödie und natürlich die Last der blutbefleckten Vergangenheit, die langsam in Richtung Gegenwart kriecht. Bartletts „House of Last Things“ benötigt allerdings nicht den Vergleich zu Kubricks Meisterstück, um seine Ineffizienz und Debilität zur Schau zu stellen. Auch ohne die deutlichen Parallelen zum offensichtlichen Vorbild wirkt der Film wie die Arbeit eines Filmstudenten, der kurz vor der Exmatrikulation steht.
 
Schon früh offenbart Michael Bartlett, dass er keines seiner Werkzeuge wirklich im Griff hat, weder das Personal, noch die visuellen oder akustischen Trümpfe, die ein Film dieses speziellen Genres ziehen muss. Es erwarten den Zuschauer gut ausgeleuchtete, farbenfrohe und ebenso langweilige Bilder, grausames und beinahe lächerliches Overacting sämtlicher Darsteller, holpriger Schnitt zwischen mehreren Ländern und Zeitebenen und ein permanenter Teppich aus Musik. Letzteres wirkt zunächst nicht so tragisch, aber sobald man merkt, dass die Filmmusik das Niveau einer öffentlichen Musikbibliothek hat, verfliegt auch der kleine Hauch an Atmosphäre, den „House of Last Things“ zu Beginn aufbauen kann.
 
Selbst wenn der Film ein Mindestmaß an Unbehagen und Gruselstimmung erzeugen könnte, würde er an seinem hanebüchenen Drehbuch scheitern. Es dürfte zu diesem Zeitpunkt keine Überraschung sein, dass die Drehvorlage ein Dschungel aus halbgaren Figuren, vollends unglaubwürdigen Charakterentwicklungen und einer ultimativ sinnlosen Geschichte ist. Das Einzige, was zumindest den Unterhaltungswert von „House of Last Things“ rettet, ist die Tatsache, dass sowohl Regisseur als auch Darsteller sich und ihr Werk so ernst nehmen, wie es nur geht. Dies sorgt zusammen mit der technischen und schauspielerischen Unfähigkeit dafür, dass es sich bei „House of Last Things“ trotz seiner Fehlzündung im Thriller-Bereich um einen unterhaltsamen Film handelt. Mit noch einem Fünkchen mehr Wahnsinn und Sinnlosigkeit hätte er vermutlich sogar Kultpotential, aber so kann man sich sicher sein, dass dieser Filmversuch schon sehr bald zu den dunklen Ereignissen der Vergangenheit gehört, die er selber thematisiert.
 
 
 


 
 
 

HOUSE OF LAST THINGS – Fazit

 
 
 
1 Punkt
 
 
 
Sobald man die Erwartungen an einen atmosphärischen, spannenden Thriller komplett abstellt, sich ein paar Freunde ins Haus holt und einen gemütlichen Pegel aneignet, kann man mit „House of Last Things“ durchaus Spaß haben. Alternativ ist er wie gemacht für das Publikum, das sich an endgültiger und absoluter Unfähigkeit (à la „The Room“) erfreuen kann. Alle, die ihre Filmkost und ihre Zeit respektieren, sollten um dieses Stück jedoch einen großen Bogen machen und stattdessen „Oculus“ probieren, der den nahtlosen Wechsel zwischen Zeiten und Orten um Einiges besser meistert und sogar professionelle Schauspieler bietet.
 
 
 


 
 
 

HOUSE OF LAST THINGS – Zensur

 
 
 
Der Film ist in Deutschland mit einer Freigabe ab 16 erschienen. Da er fast komplett auf gewalttätige Szenen oder Bilder verzichtet, ist dies angebracht und vielleicht sogar etwas streng.
 
 
 


 
 
 

HOUSE OF LAST THINGS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
house-of-last-things-bluray

(c) Castle View Film (ungeschnittene Filmfassung)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: House of Last Things; USA 2013

Genre: Grusel, Horror, Dama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 110 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 28.11.2014

 
 

House of Last Things [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

HOUSE OF LAST THINGS – Trailer

 
 

 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Shining
 
Oculus (2013)


Filmkritik: “Time Lapse” (2014)

Time-Lapse-2014
 
 
 

TIME LAPSE

Story

 
 
 
Eine mysteriöse Kamera sagt drei Mittzwanzigern die Zukunft voraus. Doch die wundersame Gerätschaft stellt die Freundschaft auf die Probe, weil sie die wahren Gesichter der Freunde zum Vorschein bringt.

 
 
 


 
 
 

TIME LAPSE – Kritik

 
 
 
Geübte Filmfans wissen, dass das Manipulieren von Zeitlinien vor allen in Horror- und Mysteryfilmen nur selten ein gutes Ende nimmt. Bereits im Zeitreise-Thriller BUTTERFLY EFFECT (2004) richtete das Verändern von Zeitebenen ein heilloses Durcheinander an. Aber auch in THE CALLER (2011) oder FREQUENCY (2000) wurde der Zuschauer ziemlich eindringlich davor gewarnt, besser nicht mit Anrufern oder Hobbyfunkern aus einer früheren Zeit Kontakt aufzunehmen, um nachträglich Vergangenheit oder Zukunft beeinflussen zu können. TIME LAPSE macht da keine Ausnahme und ist ein weiterer in einer langen Reihe lehrhafter Mystery-Grusler, die den Filmfreund darauf hinweisen möchten, dass man das eigene Schicksale besser so hinnehmen sollte, wie es der liebe Gott vorbestimmt hat. Der bis dato unbekannte BRADLEY KING steckt hinter dem Zeitsprung-Thriller und liefert – wie so viele Nachwuchsregisseure in letzter Zeit auch – sein Regiedebüt ab, das scheinbar so gut beim Organisatoren-Team des alljährlichen Fantasy Filmfestes angekommen ist, dass er sogar 2014 ins Programm des beliebten deutschen Genre-Festivals aufgenommen wurde.
 
In TIME LAPSE finden Maler Finn, seiner Freundin Callie (aus GIRLS AGAINST BOYS) und Mitbewohner Jasper in der Wohnung ihres vermissten Nachbars eine seltsame Maschine, für deren mysteriöse Funktionen sie anfänglich keine Erklärung finden. Ein riesiges Objektiv ist auf das Wohnzimmerfenster der drei WG-Bewohner gerichtet und projiziert jeden Tag einen geheimnisvollen Schnappschuss auf Fotopapier, der den Freunden verrät, was exakt 24 Stunden später dort stattfinden wird. Für die drei eröffnen sich ungeahnte Möglichkeiten. So nutzt Finn die Voraussagungen, um nach einer Schaffenskrise erneut kreative Kunstwerke malen zu können. Jasper dagegen macht mit den magischen Eigenschaften das große Geld und verdient sich mit Wettspielen ein goldenes Näschen. Doch Habgier und Eifersucht treibt einen Keil zwischen die Freundschaft und macht aus Freunden schnell Feinde.
 
TIME LAPSE ist weder Fisch noch Fleisch. Einerseits gelingt Regisseur BRADLEY KING das Kunststück, sein Debüt trotz beschränktem Handlungsspielort spannend zu verpacken und so den Zuschauer bei Laune zu halten. Andererseits hat der Mystery-Thriller Probleme mit Glaubwürdigkeit und Logik, was vor allem Erbsenzähler wahnsinnig machen dürfte, denen hier unzählige Plotungereimtheiten sprichwörtlich auf dem Silbertablett serviert werden. So finden die drei Filmhelden in einer Abstellkammer die modrigen Überreste des früheren Besitzers jenes Fotoapparates, der den Freunden später die Zukunft voraussagen wird. Statt Hilfe herbeizurufen oder die Leiche der Polizei zu übergeben, verriegeln die drei Protagonisten lieber wieder die Tür der Kammer und überlassen den leblosen Körper den Würmern, damit man sich in Ruhe mit den magischen Eigenschaften der wundersamen Zeitmaschine auseinandersetzen kann. Leider sind die WG-Freunde keineswegs darum bestrebt, das Geheimnis der ominösen Gerätschaft ergründen zu wollen, sondern versuchen ausschließlich eigenen Vorteil aus den sonderbaren Funktionen der Maschine zu schlagen. Als schließlich doch noch eine ältere Dame unerwartet an der Haustür klopft und von weiteren Fähigkeiten des eigenartigen Fotoapparates berichten möchte, wird eine Waffe gezückt und ohne Vorwarnung auf die Unwissende geschossen.
 
Kein kluger Schachzug, was aber in TIME LAPSE nichts Ungewöhnliches ist, wird der Zuschauer hier nicht nur einmal Zeuge unerklärlicher Handlungsbeweggründe, die normal denkenden Filmliebhabern partout nicht einleuchten wollen. Die stereotypen Figuren handeln nicht nach logischem Menschenverstand. Viele ihrer Entscheidungen verursachen Unverständnis, wirken konstruiert und nicht nachvollziehbar. Hinzukommt, dass sich das von BRADLEY KING mitgepinselte Drehbuch viel zu oft an den Konventionen des modernen Genre-Kinos orientiert, wo Mord- und Totschlag eine wesentliche Rolle spielen und ein reißerisches Finale mit Überraschungstwist nicht fehlen darf. Die Vorhersehbarkeit schmälert den Filmgenuss, weil dem Zuschauer ziemlich schnell klargemacht wird, vorauf die Geschehnisse des Film hinauslaufen sollen. Etwas weniger Konventionalität hätte daher gut getan, weil TIME LAPSE gerade wegen seiner immerhin unverbrauchten Idee genügend Unterhaltungswert und makabre Einfälle verspricht, damit der Genre-Fan bis zum Abspann geduldig vor der Glotze sitzen bleibt.
 
Dass der Film trotz vieler Defizite besser ist, als manch andere Debüt-Gurke liegt vor allem an den guten Schauspielern, die hier hervorragende Arbeit abliefern – auch wenn ihnen das Drehbuch nicht sonderlich viel abverlangt und die Charakterentwicklung nach bekanntem Schema verläuft. Kurzum: TIME LAPSE hatte reichlich Potenzial, das letztendlich nur bedingt ausgeschöpft wurde, weil man etwas zu halbherzig an der Geschichte gefeilt hat. Für einen verregneten Sonntagnachmittag reicht es dennoch allemal.
 
 
 


 
 
 

TIME LAPSE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Spannender Mystery-Horror mit Überraschungseffekt. Das Filmdebüt von BRADLEY KING hätte ein richtig guter Sci-Fi-Streifen werden können, wäre der Film nicht zugemüllt mit dutzenden Ungereimtheiten, über die sich der Zuschauer am Ende den Kopf zerbrechen dürfte. Sicher ist die Zeitsprung-Geschichte von einem überdimensionalen Fotoapparat, der die Zukunft voraussagt nicht uninteressant. Trotzdem hinterlässt TIME LAPSE einen faden Nachgeschmack, weil die Protagonisten des Films so dämlich handeln, dass gesunder Menschenstand allein nicht ausreicht, um nachvollziehen zu können, warum sich die drei Helden so verhalten, wie sie sich verhalten. Auch wenn sich TIME LAPSE trotz Indie-Status ziemlich streng am konventionellen Horror-Kino orientiert und früh klar wird, wie der Mystery-Thriller ausgehen wird, verspricht TIME LAPSE vermutlich gerade deswegen knapp 90 Minuten solide Horror-Unterhaltung – mehr aber auch nicht.
 
 
 


 
 
 

TIME LAPSE – Zensur

 
 
 
Bis auf einige Schusswunden, sowie Stichen und Schläge mit Haushaltsgegenständen gibt es in TIME LAPSE nichts zu sehen, was für Fans härterer Filme an Interesse wäre. Zwar fließt Blut, aber der Gewaltgehalt hält sich in Grenzen. Demzufolge kommt TIME LAPSE mit FSK16 in die Händlerregale.
 
 
 


 
 
 

TIME LAPSE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Triangle (2012)

Coherence (2013)

Timecrimes – Mord ist nur eine Frage der Zeit (2007)

Butterfly Effect (2004)

Mine Games (2012)

Frequenzy (2000)


Filmkritik: “Sindbads fünfte Reise ” (2014)

Sinbad-The-Fifth-Voyage-2014
 
 
 

SINDBADS FÜNFTE REISE

Story

 
 
 
Irgendwo in jenem Bilderbuch-Orient, der so heute unvorstellbar wirkt: Der fiese Magier Deev klaut – wie im legendären SINDBADS SIEBENTE REISE – dem weitgereisten Kapitän (Shahin Sean Solimon) seine Herzallerliebste, Prinzessin Firoozeh (passend exotisch: Sadie Alexandru), unter den Fingern weg. Der macht sein Schiff startklar und bricht auf zur kämpferischen Nummernrevue gegen die Schergen des Zauberers und schließlich den Miesling selbst.

 
 
 


 
 
 

SINDBADS FÜNFTE REISE – Kritik

 
 
 
Wollen wir zuerst einmal die beiden sprichwörtlichen Elefanten verscheuchen, die sich da so wichtigtuerisch auf dem Cover der BluRay von SINDBADS FÜNFTE REISE niedergelassen haben: Patrick Stewart, bei aller finanziell entschädigten Freude am Mitmischen in niedrig budgetierten Filmen, steht zwar an erster Star-Stelle, gibt aber nur den Erzähler. Die beliebte Glatze des Captain Picard glänzt also nicht in die Linse. Dreist – aber als Köder zu entschuldigen. Schwerer wiegt da schon die Betonung der Spezialeffekte als Stop-Motion á la Ray Harryhausen. Es erfreut diesen Rezensenten zwar, wenn ein Publisher einmal etwas anderes als äffische Brutalität in gefliesten Tortur-Kellern zum Alleinstellungsmerkmal einer Veröffentlichung erklärt, trotzdem hat man nach dem hübschen Puppentricks mit Monstern, Riesenvögeln und anderen Unholden aus 1001 Nacht noch fleißig in die Tasten der computerisierten Nachbearbeitung gegniedelt.
 
Regisseur und Produzent, Drehbuchautor und gleich Hauptdarsteller Shahin Sean Solimon ist der Sohn eines iranischen – beziehungsweise vor der islamischen Revolution persischen – Popsängers und wuchs in Florida auf. Nach seinem Erstling DJINN, in dem er auch vor und hinter der Kamera am Ruder stand, erfreut er ein märchenaffines Publikum nun, genauer gesagt bereits 2011, zum zweiten Mal mit Abenteuern aus der Sagenwelt seiner kulturellen Wurzeln. Das ist sympathisch und strotzend vorm Herzblut des Amateurs, wenn wir dieses Wort einmal als das lesen, was es eigentlich bedeutet: Der, der etwas liebt. So kann man die oft euphorisch-hölzern daherrumpelnde Schauspielkunst, die sterile Digitalvideooptik und die steifen Effekte aus dem Heimcomputer auch nicht mit Hochglanzproduktionen aus Kalifornien vergleichen. Stattdessen sehen wir einen Independent-Abenteuerfilm nach bekannten Motiven, der sich redlich müht, die Technicolor-Magie der Fünfziger und Sechziger Jahre zu versprühen. Ob ihm das gelingt, liegt zu mindestens einmal der Hälfte beim Willen des Zuschauers, sich auf freundlich-antiquiertes Kino wie SINDBADS FÜNFTE REISE einzulassen.
 
 
 


 
 
 

SINDBADS FÜNFTE REISE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Liebevolle Märchen- und Fantasyfilm-Hommage, behutsam orientiert an den Vorbildern in Breitwand und Technicolor. Zwar nicht auf dem Level der süßen Farbfilm-Bonbons mit Kerwin Matthews oder John Philip Law und den beliebten Effekten Ray Harryhausens, aber durchaus unterstützenswert.
 
 
 


 
 
 

SINDBADS FÜNFTE REISE – Zensur

 
 
 
SINDBADS FÜNFTE REISE wurde von der FSK bereits für Zwölfjährige freigegeben. Dennoch wurde die aktuelle Heimkinoveröffentlichung mit blauen FSK16-Flatschen in den Handel gebracht, was mal wieder den Trailern auf der Scheibe zu schulden ist.
 
 
 


 
 
 

SINDBADS FÜNFTE REISE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
sinbads-fuenfte-reise-bluray

(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sinbad: The Fifth Voyage; USA 2014

Genre: Horror, Thriller, Fantasy

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1), Englisch (DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: Keine

Bild: 1,85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK 12 (ungeschnittene Fassung), Blu-ray wurde aufgrund des Bonusmaterials ab FSK16 heraufgestuft

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 28.10.2014

 

Sindbads fünfte Reise [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

SINDBADS FÜNFTE REISE – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sindbads 7. Reise (1958)
 
Sindbads gefährliche Abenteuer (1973)
 
Sindbad und das Auge des Tigers (1977)
 
Sindbad – Herr der sieben Meere (1989)
 


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 71 Followern an