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Filmkritik: „Tschiller: Off Duty“ (2016)

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TSCHILLER: OFF DUTY

Story

 
 
 

Nick Tschiller (Til Schweiger) kernigster Bulle Hamburgs, trommelt der Puls. Seine 17jährige Tochter Lennie (Luna Schweiger) hat sich heimlich und mit gefälschten Dokumenten nach Istanbul begeben. Dort will sie den Gangster erschießen, der im letzten Tschiller-Tatort ihre Mutter im Auto in die Luft gesprengt hat. Natürlich sind die bärtigen Bösewichter der Kleinen ein paar Schritte voraus und Lennie landet mit einer Dosis Heroin im Blut inmitten einer Lieferung mit illegalen Prostituierten – Zielort Moskau. Jetzt ist es am vom Dienst beurlaubten Nick, mit dem Gangsterpack zwischen Bosporus und Russland aufzuräumen. Eine Mission, die ihn mehr als einmal in höchste Gefahr bringt und bei der am Ende nur eine Seite überleben kann.

 
 
 


 
 
 

TSCHILLER: OFF DUTY – Kritik

 
 
 
Til Schweiger ist schon ein Phänomen. Seine Trefferquote beim Kinopublikum ist beachtlich und gibt dem Multitalent besonders dann Recht, wenn die feindselige Presselandschaft mal wieder kein gutes Haar an ihm lassen mag. Dabei hat der immer wieder auch in Hollywood arbeitende Deutsche eine Haut, so dick wie die eines Elefantenbullen. Die andauernde, nicht selten böswillige Kritik an seinem cool-nuscheligen Schauspiel, seinen mindestens zum Teil selbstverfassten Drehbüchern oder ganz allgemein seiner nicht gerade konfliktscheuen Persönlichkeit prallen am Wahl-Hamburger einfach ab.
 
 
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Und so muss man auch das erste Kinoabenteuer seines TATORT-Kommissars Nick Tschiller als Film des Genres „Schweiger gegen den Rest der Welt“ sehen. Daran gibt es nichts auszusetzen.
Christian Alvart, Regisseur mit einem Verständnis für Genrefilme und den Star Til Schweiger, dreht Filme, wie er sie selbst sehen möchte. Hart, schnell, hollywoodtauglich. Wäre man päpstlicher als der Papst, müsste man Schweigers Schießereien-Ballett vorhalten, sich gelegentlich zu nah an Szenen aus bekannten US-Kino-Vorbildern zu orientieren. Viel lieber sagen wir an dieser Stelle: Besser gut kopiert als schlecht selbst geschrieben.
 
 
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Dabei sind andere Punkte doch viel wichtiger: Die Action in TSCHILLER: OFF-DUTY ist von durchgängig höchster Qualität. Reden wir ruhig von internationalem Niveau. Knochenharte Schlägereien, wilde, aus nächster Nähe gefilmte Shoot-Outs und wahnwitzige Stunts mit Autos und sogar einem alten Mähdrescher (!) können sich sehen lassen. Nimmt man dann noch eine gute Portion schrägen Humors und die funktionierende Chemie unter den Schauspielern dazu, wird dem Zuschauer ein Feuerwerk des Aktionsreichtums geboten. All das macht den Film eher zu einem modernen James-Bond-Film mit deutscher Kante als zu einem Beitrag aus der schläfrigen TATORT-Reihe. Genau in dieser – für unser einheimisches Fernsehen so untypischen – Machart finden die Kritiker Til Schweigers natürlich eines ihrer dickborstigsten Suppenhaare. Der gute alte TATORT. Der musste früher vor allem bedächtig und spießig sein und ist heute eher ein Spielplatz für selbstverliebte Filmhochschüler. Die fabrizieren Woche für Woche überladene und verkrampft atmosphärische Deutsch-Krimis, die am allerwichtigsten Punkt prächtig scheitern: Der Unterhaltung ihres Publikums.
 
 
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TSCHILLER: OFF-DUTY steht viel eher in der Tradition des TATORT mit dem gerade verstorbenen Götz George als Kommissar Schimanski. Der grobe Ermittler war für Duisburg und das Ruhrgebiet das, was Nick Tschiller jetzt für die Hansestadt Hamburg ist. Ein für die große Leinwand tauglicher Actionheld nämlich, der auf bestehende Regeln von Polizeiarbeit und Fernsehfilmkunst nicht viel gibt. So waren zwei aufwändiger gedrehte Fälle Schimanskis in den achtziger Jahren auch der letzte Versuch der ARD, ihre berühmte Krimireihe vom Sonntagabend ins Kino zu bringen. Bis jetzt, bis TSCHILLER: OFF DUTY. Behält das Team Schweiger/Alvart für den nächsten Teil der TSCHILLER-Reihe die vorgelegte Kinotauglichkeit, das Tempo und auch die für einen Fernsehfilm unerhörte Splatter-Effekt-Härte bei, wird man sich beim Sender zweimal überlegen, ob man den im TV zeigen möchte.
 
 
 


 
 
 

TSCHILLER: OFF DUTY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Das hat man auch nicht oft! Ein Actionfilm aus deutschen Landen, der sich hinter so mancher Großproduktion aus den USA nicht verstecken muss. Til Schweiger als Kommissar Nick Tschiller mischt Kriminelle auf zwei Kontinenten auf. Da fliegen die Fetzen und die Knochen knacken. Bitte mehr davon.
 
 
 


 
 
 

TSCHILLER: OFF DUTY – Zensur

 
 
 
Die Action in TSCHILLER: OFF DUTY hat dafür gesorgt, dass der Film in Deutschland mit FSK16 ins Kino kam. Das wurde auch so für die Heimkinoveröffentlichung beibehalten. Die ist ebenso ungeschnitten freigegeben für 16jährige.
 
 
 


 
 
 

TSCHILLER: OFF DUTY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) WARNER HOME VIDEO

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Tschiller: Off Duty; Deutschland 2016

Genre: Thriller, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch (Hörfilmfassung) DD 2.0

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 140 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Making of, Die Stunts, Die Drehorte, Zur Story, Premierenclip, Trailer

Veröffentlichung: 28.07.2016

 
 
 

Tschiller: Off Duty [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

TSCHILLER: OFF DUTY – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei WARNER HOME VIDEO)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Zahn um Zahn (1985)

Zabou (1987)


Filmkritik: „Viral“ (2016)

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VIRAL

Story

 
 
 

Ein Wurm-Parasit schlüpft in die Köpfe seiner Wirts-Menschen und funktioniert sie in willenlose, aggressive Marionetten um.

 
 
 


 
 
 

VIRAL – Kritik

 
 
 
Man kann den Produzenten BLUMHOUSE und WEINSTEIN unterstellen was man will. Die von ihnen finanzierten Filme sind zwar in der Regel nicht sonderlich helle auf der Nachdenkanzeige; einen Unterhaltungswert kann man den meisten der fabrizierten Popcorn-Steifen aber nicht aberkennen. So wird stets groß aufgefahren, denn was visuell festgehalten wird, ist nicht selten beachtlich. Blickt man jedoch hinter die Fassade, bekommt man das kalte Grausen. Von Originalität oder Eigenständigkeit ist weit und breit keine Spur. Die geheime Geheimrezeptur heißt Horror für den Massenmarkt. Damit konnte man in der Vergangenheit vor allem jugendliche Kinogänger ködern, die sich leider viel zu oft von glatt-makellosen Horrorfilmen wie DER KULT, EXITUS oder JESSABELLE blenden ließen. Um genau jenes Zielpublikum nicht durch Neuerungen zu verwirren, scheut auch der neuste BLUMHOUSE/WEINSTEIN-Film alles Unkonventionelle und peilt den gleichen Erfolgskurs an.
 
 
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Die Welt geht mal wieder unter und die Menschheit ist in Gefahr. Diesmal ist es jedoch kein Virus, der Menschen in unaufhaltsame Killermaschinen verwandelt. Ein Wurm-Parasit der sucher verbreitet wie ein Virus (daher auch der ungewöhnliche Titel) nistet sich im Genick der Leute ein und macht aus freundlichen Nachbarn mordende Furien. Die Regisseure HENRY JOOST und ARIEL SCHULMAN verirren sich nach PARANORMAL ACTIVITY 3 und 4 ins Zombie-Genre und konzentrieren sich in VIRAL auf die kecke Schülerin Emma (SOFIA BLACK-D’ELIA) und ihre größere Schwester STACY (ANALEIGH TIPTON). Beide gehen in die gleiche Schule und werden dort vom eigenen Vater unterrichtet. Letzterer gibt den Schülern eine Lehrstunde zum Thema Parasiten. Die wird auch dringend benötigt, denn schon bald ist in der Gegend die Hölle los. Als erste trifft es die beste Freundin der aufgeweckten Emma. Die leidet plötzlich an blutigen Husten und klappt auf dem Schulhof zusammen. Wenig später ist sie wie viele andere Einwohner des Ortes verschwunden. Doch die mysteriösen Vorkommnisse sind erst der Anfang. Die Kleinstadt wird unter Quarantäne gestellt und den Menschen geraten, in ihren Häusern zu bleiben. Warum dem so ist, leuchtet bald ein. Todbringende Gestalten gieren nach Blut. Sie laufen durch die Gassen und wollen ihre Brut verteilen. Es sind infizierte Menschen, die in ihren Körpern ekelerregende Würmer beherbergen, die den Wirt für eigene Zwecke missbrauchen. Das leuchtet bald auch den beiden Schwestern ein, die ihr Heim allein verteidigen müssen, denn der Vater sucht draußen die Mutter. Was folgt sind Stunden der Angst, denn der Parasit macht auch nicht vor Geschwisterliebe halt. Überleben ist das Ziel – wie ist egal.
 
 
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Makellose Bilder, hanebüchene Handlung und typisch amerikanische Teenager. Mit VIRAL bekleckert sich das Regie-Duo HENRY JOOST und ARIEL SCHULMAN zweifelsohne nicht mit Ruhm. Die Geschichte ist nach dem gleichen Schema aufgebaut wie viele postapokalyptische Horrorfilme neueren Datums. Auch hier gilt es zu überleben – da komme, was wolle. So wird gerannt, geschrieen und sich verteidigt, um bloß selbst nicht mit dem manipulativen Schmarotzer infiziert zu werden. Was jedoch 08/15 vermutet, ist nicht ohne. VIRAL ist trotz bekannter Geschichte wirklich spannend. Sympathische Figuren sind der Grund, warum man wissen will wie’s ausgeht. Die sind „von Nebenan“ und wurden so charakterisiert, dass man ihnen nichts Böses wünscht. Leider ist das den Drehbuchschreibern aus Hollywood egal. Die lassen selbst liebenswerte Schulkameraden und freundliche Nachbarn für kurze Schocks über die Klinge springen, damit dem Zuschauer die Selbstsicherheit vergeht. VIRAL wird zum erschütternden Survival-Drama umfunktioniert, in dem zwei Schwestern Entscheidungen treffen müssen, um zumindest das Überleben einer der beiden zu gewährleisten.
 
 
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So atmosphärisch dicht und packend das alles inszeniert wurde – so dumm sind viele Handlungen der Protagonisten. Denen scheint des Öfteren nicht bewusst zu sein, in welcher Gefahr sie sich befinden. Da wird sich trotz Quarantäne auf Partys herumgetrieben, infizierten Opfern die Hände entgegengestreckt und Operationen in Eigenregie durchgeführt. Tut das nicht, mag man da rufen. Leider bleibt die Warnung wie so oft im Horrorfilm ungehört. Die Konsequenz folgt auf dem Fuß. Hinter der Idee zum Film stecken übrigens die Autoren BARBARA MARSHALL und CHRISTOPHER LANDON. Letzterer sorgte bereits als Regisseur für Lacher. In der Horrorkomödie SCOUTS VS. ZOMBIES tastete er sich langsam ans Zombie-Genre heran. Mit VIRAL gibt’s den Feinschliff. Trotz Klischees und Logiklücken kein übler Vertreter dieser Gattung, dazu ist er einfach zu spannend geraten. Selbst BLUMHOUSE-Gegner und WEINSTEIN-Hasser müssen sich das leider eingestehen.
 
 


 
 
 

VIRAL – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärisch dichter Parasiten-Albtraum mit gut getricksten Ekeleffekten. Nö, VIRAL erfindet das Rad nicht neu. Der Film ist irgendwo im Zombie-Genre verwurzelt, auch wenn es kein reiner Zombie-Film ist. Ein Parasit benutzt Menschen, um Unheil anzurichten. Die Bevölkerung wird unter Quarantäne gestellt und das Militär versucht der Lage Herr zu werden. Neu ist die Geschichte von VIRAL definitiv nicht. Sie spielt mit der gleichen Angst vor unbekannten Bedrohungen wie viele Epidemie- und Virusfilme zuvor. Trotzdem rast das Herz – vor allem dann, wenn man den Parasiten zu sehen bekommt. Nach den Überwachungskamera-Grusel-Schnarchern PARANORMAL ACTIVITY 3 und 4 können die Regisseure HENRY JOOST und ARIEL SCHULMAN endlich mal ernsthaft unter Beweis stellen, dass sie auch in spannend können. Wenn VIRAL nur der Anfang ist, will man nicht wissen was man zu sehen bekommt, wenn sich die beiden erst mal warmgelaufen haben. VIRAL überzeugt vor allem der beklemmenden Atmosphäre wegen. Die ist ausreichend vorhanden und der eigentliche Pluspunkt in einem Drehbuch, das eigentlich bei genauerer Betrachtung nur aus einer Aneinanderreihung von Klischees und bekannten Handlungssträngen besteht. Wer aber Epidemiestreifen mag, den wird auch das kaum stören. Anschauen dieses Body-Horrorfilms lohnt.
 
 
 


 
 
 

VIRAL – Zensur

 
 
 
Für einen Zombie- oder Epidemiestreifen hält sich VIRAL sehr zurück mit Gewalt. Ein paar Schüsse und Schläge auf Körper gibt es zu sehen. Zudem spuken Infizierte Blut und wirbeln ein paar Menschen unsanft durch die Gegend sobald sie vom Parasit befallen wurden. Der wächst übrigens im Nacken heran und sorgt so für einige Ekelmomente. Hierzulande wird VIRAL mit FSK16 erscheinen. Das entspricht auch der Freigabe der meisten Filme aus dem Hause BLUMHOUSE.
 
 
 


 
 
 

VIRAL – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Capelight Pictures | BLUMHOUSE PRODUCTIONS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Faculty (1998)
 
The Bay – Nach Angst kommt Panik (2012)
 
Hungerford (2014)
 
Die Nacht der Creeps (1986)
 
Splinter (2008)
 
Shivers – Parasitenmörder (1975)
 


Filmkritik: „Sacrifice“ (2016)

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SACRIFICE

Story

 
 
 

Eine Frauenärztin verschlägt es samt ihres Gatten in die Provinz, wo sie einem mysteriösen Kult auf die Schliche kommt.

 
 
 


 
 
 

SACRIFICE – Kritik

 
 
 
Totgeglaubte leben länger! Filmemacher PETER A. DOWLING war vor vielen Jahren mal kurzzeitig ziemlich gefragt. 2008 zeichnete der für die Regie des Horrorfilms STAGE NIGHT verantwortlich und steuerte einige Zeit zuvor sogar das Drehbuch zum Thriller FLIGHTPLAN mit JODIE FOSTER bei. Danach war plötzlich Funkstille. Lange war es still um den Regisseur – jetzt ist er wieder da und zwar mit einem Beispiel für derzeit so beliebten Okkult-Horror. Wer jetzt aber glaubt, dass mit SACRIFICE beunruhigende Dämonenaustreibungen oder blutige Rituale über den Fernseher sausen, der irrt. Viel mit Horror hat der Streifen nämlich nicht am Hut. SACRIFICE ist eher im Thriller-Genre beheimatet und richtet sich mit Puzzle- und Rätseltaktik an ein eher knobelerprobtes Krimi-Publikum, das mehr an Detektivarbeit interessiert ist und weniger blutiges Einerlei auf der Mattscheibe sehen will. Demzufolge steht ein okkultes Ratespiel über mysteriöse Ritualmorde im Mittelpunkt, das es zu lüften gilt. Kinogänger mit Vorliebe fürs Grobe dürfte so etwas natürlich langweilen.
 
 
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Wieder mal verirrt sich Schauspielerin RADHA MITCHELL in einen Film fernab von Liebe und Herzschmerz. Sie scheint Gefallen an Kinostreifen gefunden zu haben, wo es gerne mal deftig und düster zur Sache geht. Zuletzt war das mit dem Mystery-Film THE DARKNESS der Fall. Aber auch in der Videospielverfilmung SILENT HILL und dem Found-Footage-Schocker EVIDENCE schlug sie sich wacker als Heldin durch ungemütliche Albtraumszenarien. Auch im mysteriösen Sekten-Thriller SACRIFICE hat sie die Heldenrolle ergattert und verkörpert Tora, eine Frau mittleren Alters, die zwar als Frauenärztin Schwangere berät, aber selbst keine Kinder bekommen kann. Nach einer weiteren Fehlgeburt, entscheidet Gatte Duncan (RUPERT GRAVES), dass das Leben auf dem Land weitergeht. Fernab der Großstadthektik soll auf den schottischen Shetland-Inseln ein Gang heruntergefahren werden. Das Leben scheint hier stillzustehen und auch der angeschlagenen Tora geht es langsam wieder besser. Leider schreibt das Leben manchmal die sonderbarsten Geschichten. Als Tora hinter dem Haus im Boden den Körper einer übel zugerichteten Frau entdeckt, ist Schluss mit Erholung. Der Leichenfund wirft Fragen auf. Nicht nur, dass auf der Haut der Toten rätselhafte Symbole eingeritzt wurden; auch das Herz der Frau wurde offenbar bei lebendigem Leibe entfernt. Leider werden die Akten bald geschlossen, denn Wissenschaftler sind sich einig, dass diese Moorleiche bereits seit Jahrhunderten ihr Dasein unter der Erde fristet. Doch Frauenärztin Tora ist da anderer Meinung. Die vermutete einen frischen Mord, stellt eigene Ermittlungen an und wittert das Werk eines ominösen Kultes, der seit Jahrhunderten auf den Inseln sein Unwesen treibt.
 
 
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Spannende Sonntagabendunterhaltung – simpel gestrickt, aber immerhin kurzweilig. Leider hat SACRIFICE ein großes Problem. Der Film ist leicht zu durchschauen und wirkt an vielen Stellen vorhersehbar. Wieder einmal ist es eine Kleinstadt, die zusammenhält. Hier kennt jeder jeden und Traditionen sind dazu da, um sie aufrechtzuerhalten. Demzufolge weiß natürlich niemand von nichts – obwohl von Anfang an klar ist, dass auf dieser Insel der Teufel zu Hause ist. SACRIFICE orientiert sich an den typischen Vertreter der Gattung Kleinstadt-Okkult-Horror, wie er Anfang der Siebziger in Robin Hardys legendärem THE WICKER MAN seine Vorlage für die Ewigkeit fand. Wer zu viele Fragen stellt wird ausradiert – ebenso die, die beim Auflösen behilflich sind. Doch die Heldin ist hartnäckig und zeigt, was eine Harke ist. Sie kommt beim Recherchieren zwar nur schleppend voran, enttarnt aber am Ende die hinterlistige Saubande. Mit Originalität hat das nichts im Entferntesten zu tun. So geht es gradlinig voran und Anhaltspunkte werden schlüssig kombiniert. Leider wirkt das Detektivspiel teils sehr konstruiert, ändert aber nichts an der Tatsache, dass man unterhalten wird. SACRIFICE erinnert an die vielen skandinavischen Thriller, die in den letzten Jahren vor allem des kühl-trostlosen Filmlooks wegen auffallen und öfters auf den Öffentlich Rechtlichen TV-Sendern gezeigte werden. Wenn man also schön gefilmten, aber anspruchslosen Stoff fürs Abendprogramm benötigt, ist man hier gut aufgehoben. Richtige Nervennahrung oder gar Suspense-Horror sieht aber anders aus!
 
 
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SACRIFICE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
SACRIFICE basiert auf dem erfolgreichen Roman von Autorin SHARON J. BOLTON, ist aber nichts Großes. Hinter dem geradlinig erzählter Sekten-Thriller ohne Überraschungen steckt einfach gut verdauliche Detektivarbeit, bei der man irgendwie nicht das Gefühl loswerden möchte, als wollte man hier anfänglich was fürs Fernsehen drehen. Demzufolge ist Gezeigtes nicht sonderlich anspruchsvoll, glänzt aber immerhin mit typisch schottischer Kulisse. Leider hat SACRIFICE nur wenig mit Horror am Hut. Vielmehr verbirgt sich hinter dem vielversprechenden Filmtitel ein kurzweiliger Okkult-Krimi mit Thriller-Elementen, den man sich anschauen kann, wenn mal gerade nichts in der Glotze kommt. Man macht aber auch nichts falsch, wenn man SACRIFICE einfach mal auslässt. Von missraten kann hier zwar nicht die Rede sein. Trotzdem kommt – wenn man das so sieht – mal wieder die Erkenntnis in den Kopf, dass manche Bücher nicht zwingend verfilmt werden müssen. SACRIFICE gehört ins Buchregal, aber nicht auf die Mattscheibe.
 
 
 


 
 
 

SACRIFICE – Zensur

 
 
 
Wer jetzt glaubt, dass hier Gewalt zelebriert wird, der irrt. SACRIFICE ist relativ harmlos. Es gibt nahezu kaum etwas zu sehen. Am Ende bekommt ein Bösewicht einen Dolch in den Körper gejagt. Wegen der düsteren Thematik über Morde und Rituale dürfte es aber bei einer FSK16 bleiben.
 
 
 


 
 
 

SACRIFICE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Wicker Man (1973)
 
The Wicker Man (2006)
 
Rosemaries Baby (1968)
 


Filmkritik: „Paranormal Drive“ (2016)

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PARANORMAL DRIVE

(MARSHRUT POSTROEN)

Story

 
 
 

Psychothriller oder Geisterdrama? Niemand weiß es so genau. In PARANORMAL DRIVE stimmt was nicht mit dem neu gekauften BMW eines Ehepaares. In dem Wagen spielen sich plötzlich ganz seltsame Dinge ab.

 
 
 


 
 
 

PARANORMAL DRIVE – Kritik

 
 
 
Böse Autos, die mordend über Landstraßen fegen, gibt es im Horror-Genre immer wieder mal zu sehen. Der wohl bekannteste Film dieser Art dürfte die von JOHN CARPENTER inszenierte Stephen-King-Verfilmung CHRISTINE gewesen sein, in der ein gut polierter Oldtimer ein blutiges Eigenleben führt. Doch es geht noch weiter. Nach thematisch ähnlich gelagerten Streifen wie WRECKER, BLOOD CAR, HYBRID oder dem sehr speziellen Tschechoslowaken DER AUTOVAMPIR erweitert nun ausgerechnet Russland die faszinierende Riege unberechenbarer Killerautos im Film um einen weiteren Kandidaten. Der wurde im eigenen Land unter dem Titel MARSHRUT POSTROEN ins Multiplex gebracht und verschlang eine Million Russische Rubel an Produktionsbudget. Zieht man das Einspielergebnis zum Vergleich heran, kann MARSHRUT POSTROEN dann doch schon als finanzieller Erfolg bezeichnet werden. 58 Millionen Russische Rubel Gewinn erzielte der Streifen allein im Entstehungsland. Eine beachtliches Ergebnis, von dem manches Filmstudio in Hollywood nur träumen kann. Garantieren viele Kinogänger auch gleichzeitig einen guten Horrorfilm? Im Falle von PARANORMAL DRIVE (so der ebenso sympathische wie einfallsreiche internationale Titel) dürfte der eine oder andere russische Gruselfan enttäuscht das Kino verlassen haben. Der Grund liegt mal wieder an der Unentschlossenheit der Macher. OLEG ASSADULIN hatte sich vor einiger Zeit schon einmal im Horrorgenre ausprobiert. PHOBOS nannte sich der etwas holprig inszenierte Mysteryt-Triller in dem sich sieben Freunde versehentlich selbst in einem geheimnisvollen Bunker eingeschlossen hatten. Holprig und unüberlegt geht es auch im aktuellen Werk zu. Hier sind nicht die Schauspieler das Problem, sondern das Drehbuch. Die Handlung passt auf einen Bierdeckel, wurde aber mit Effekten und JumpScares auf Spielfilmlänge aufgeblasen. Nur Spuk- und Geisterfans mit Liebe für oberflächliche Schocks könnte das gefallen. Wer’s gut überlegt und atmosphärisch aufgebaut braucht, kommt hier leider zu kurz.
 
 
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Eigentlich will sich das Paar Andrey und Olga (scheinbar gibt es in Russland nur diesen einen Frauennamen) bloß den Wunsch vom neuen Auto erfüllen. Dass der Gatte beim Autohändler mit dem neuen Fahrzeug ein richtiges Schnäppchen macht, kommt natürlich gelegen, denn man will verreisen und benötigt jeden Rubel. Doch das neue Auto bereitet technische Probleme. Erst ist es ein elektrischer Schlag am Lautstärkeregler des Radios. Später kommen ominöse Geräusche und plötzlicher Benzinverlust dazu. Leider treten bald Zweifel auf, ob der Autokauf doch nicht zu übereilt abgeschlossen wurde. Hinzu kommt, dass sich das Paar in einer Ehekrise befindet und man in Erwähnung zieht, nicht doch die Scheidung einzureichen. So kommt, was unweigerlich kommen muss. Die Fahrt zum Flughafen wird zum blanken Horror. Etwas Böses scheint das Steuer übernommen zu haben und will die Beziehung der beiden auseinandertreiben. Was Andrey und Olga nicht wissen: Der Vorbesitzer des Fahrzeugs hat nach einem Ehekrach die Liebste ermordet und deren Einzelteile im Kofferraum durch die Gegend kutschiert. Da liegt der Verdacht nahe, dass es sich der Geist der Ermordeten auf dem Rücksitz gemütlich gemacht hat.
 
 
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Entscheiden Sie sich jetzt. Was Regisseur und Drehbuchautor OLEG ASSADULIN mit PARANORMAL DRIVE abliefert, ist weder Fisch noch Fleisch. Der Gute scheint sich irgendwie nicht so recht schlüssig darüber gewesen zu sein, was er denn nun für einen Film drehen wollte. Was anfänglich einen Geisterstreifen vermuten lässt, verwandelt sich in den letzten zehn Minuten zum Psychothriller. Da werden plötzlich Themen wie Schizophrenie und Wahnsinn gestreift und lassen den bis dato akribisch auf Spuk getrimmten Horrorfilm löchrig und vor allem unplausibel erscheinen. Seit dem Erfolg des Mystery-Thrillers THE SIXTH SENSE gehören unerwartete Filmauflösungen in Horrorstreifen wieder zum guten Ton. Das ist auch gut so, insofern Filmwendungen Hand und Fuß haben. Im Falle des russischen PARANORMAL DRIVE ist das leider nicht so, denn der plötzliche Twist verwirrt unnötig und wirft mehr Fragen auf, als dass er Antworten geben kann. Demzufolge sollte man doch besser einige Kilometer weiter gen Osten schauen. Dort liegt nämlich jenes Land von dem sich der russische Geister-Psycho-was-auch-immer-Streifen hat inspirieren lassen: Japan. Da werden zwar Geisterfilme en masse produziert – tragen aber dann auch wirklich das Prädikat: unheimlich. Meistens. Davon ist PARANORMAL DRIVE leider weit entfernt. Gruselig sind hier nur die ständigen Streitereien zweier Eheleute, deren Beziehung schon bessere Tage erlebt hat. Kann man aber auch günstiger haben. Einfach mal das Ohr an die Wohnungstür des Nachbars halten und aufmerksam lauschen. Spätestens dann ist man garantiert mittendrin statt nur dabei.
 
 
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PARANORMAL DRIVE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Wenn die Fahrt zum Flughafen mit dem neuen Auto zum Albtraum wird. PARANORMAL DRIVE ist genauso einfallslos, wie die enervierend plumpe Titelkreation für den internationalen Filmmarkt. PARANORMAL DRIVE heißt im russischen Original eigentlich MARSHRUT POSTROEN. Weil das aber keiner versteht, musste etwas Auffälligeres her. „Paranormal“ heißt das Zauberwort, mit dem sich sichere Umsätze generieren lassen, denn seit PARANORMAL ACTIVITY vor fast zehn Jahren Traumsummen an den Kinokassen erwirtschaftete, geht in der Horrorwelt ohne als paranormal verkaufte Phänomene offensichtlich nur noch wenig. Leider verbirgt sich hinter PARANORMAL DRIVE eine Mogelpackung. Der Film beginnt wie jeder 08/15-Spukhausfilm, nur mit dem Unterschied, dass sich unerklärliche Ereignisse diesmal in einem Auto abspielen. Leider schlägt der Streifen in den letzten Filmminuten eine ganz andere Richtung ein und sorgt so für unangenehme Verwirrung. Nur Regisseur und Drehbuchautor OLEG ASSADULIN allein weiß, warum Protagonisten im Film handeln, wie sie handeln. Da funktionieren plötzlich Bremsen nicht mehr, ist Benzin aus unerklärlichen Gründen knapp und Fahrer schlafen am Steuer ein, fahren aber trotzdem weiter. Normalsterbliche Reisende hätten da wohl gleich den ADAC-Pannennotdienst gerufen oder ein Nickerchen am Rastplatz gemacht. Nicht in PARANORMAL DRIVE. Hier werden mysteriöse Ereignisse von genervten Eheleuten weggestritten. Was für ein Blödsinn.
 
 
 


 
 
 

PARANORMAL DRIVE – Zensur

 
 
 
PARANORMAL DRIVE bzw. MARSHRUT POSTROEN – wie er in Russland vermarktet wird – ist ziemlich harmlos. Es gibt Dutzende plakativ eingesetzte Schockmomente zu sehen. Die Grausamkeiten reduzieren sich auf eine Nagelschere, die einem Protagonisten in den Hals gerammt wird. Zudem wird einer Verkäuferin in den Kopf geschossen und die Heldin verletzt sich am Finger. PARANORMAL DRIVE ist ein sicherer FSK16-Kandidat.
 
 
 


 
 
 

PARANORMAL DRIVE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Christine (1983)
 
Hybrid 3D (2010)
 
The Car – Der Teufel auf Rädern (1977)
 
Der Autovampir (1981)
 
Blood Car (2007)


Filmkritik: „Summer Camp“ (2015)

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SUMMER CAMP

Story

 
 
 

Der Titel lässt einen Slasher-FIlm vermuten, doch SUMMER CAMP ist im Zombiegenre beheimatet: Vier Mittzwanziger wollen ein Sommercamp auf Fordermann bringen. Leider kommt es zu einem Zwischenfall und die Freunde verwandeln sich in reissende Bestien.

 
 
 


 
 
 

SUMMER CAMP – Kritik

 
 
 
Spanien ist immer eine Filmreise wert. Das Land des guten Essens und der feurigen Tänze hat sich über die letzten Jahre zum Eldorado für Grusel – und Horrorfans entwickelt. Was hier entsteht, kann sich mittlerweile mit dem messen, was in Hollywood fabriziert wird. Das hat man wohl auch in der Traumfabrik erkannt und sich die Rechte an diversen spanischen Kinohits gesichert. Der Zweck: Wenig glanzvolle Neuinterpretationen für den amerikanischen Markt produzieren. So auch geschehen mit dem Zombiestreifen [REC]. Weil der auch über die Landesgrenzen hinaus zum Kassenschlager wurde, musste die glattgebügelte Neuauflage her. Mit dem Found-Footage-Schocker QUARANTÄNE bastelte sich Hollywood seine eigene Version der genannten Zombie-Hatz und spielte damit sogar weltweit mehr Scheine ein, als die spanische Vorlage. Damit sich das Filmstudio das Remake sparen und die amerikanischen Zuschauer keine lästigen Untertitel lesen müssen, hat man den SUMMER CAMP direkt in englischer Sprache gedreht. Der bleibt auch gleich beim Thema Zombies – offensichtlich, weil man damit beim Publikum nach wie vor gut landen kann. Anders als bei den üblichen Verdächtigen gibt es in dieser spanischen-amerikanischen Produktion überraschenderweise Neuerungen zu sehen. In SUMMER CAMP verwandeln sich infizierte Menschen nach der Verwandlung zurück in Menschen. Frischer Wind also, der für Abwechslung sorgen soll. Doch, ob das nach gefühlt mehreren Tausend Filmen dieser Art überhaupt noch möglich ist, steht auf einem anderen Blatt.
 
 
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In SUMMER CAMP treffen drei Amerikaner und ein Einheimischer erste Vorbereitungen, um ein spanisches Ferienlager auf Fordermann zu bringen – bevor die Schüler anreisen. Doch die Ferienzeit steht unter keinem guten Stern. Sorge bereitet ein vermeintlich tollwütiger Hund, der im hauseigenen Streichelzoo andere Tiere verletzt und auch sonst ein aggressives Verhalten an den Tag legt. Aber der mutige Will (DIEGO BONETA) kennt sich aus. Er ist mit Tieren aufgewachsen und traut sich in den Käfig des erkrankten Tieres. Keine gute Idee; der Hund beißt zu. Doch der verletzte Arm ist nichts im Vergleich zu dem, was folgen wird. Die Freunde verwandeln sich nacheinander in unaufhaltsame Bestien und wollen den Übrigen an den Kragen. Seltsamerweise ist die Verwandlung nur von kurzer Dauer. Kaum wie eine Furie kreischend durchs Camp geflitzt, findet man sich wenig später verstört und orientierungslos auf dem Grundstück wieder. Lange bleibt die Ursache des Zombiewerdens ungeklärt. Bis man auf einer Wiese vor dem Ferienlager einen verlassenen Wohnwagen entdeckt.
 
 
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DAWN OF THE DEAD trifft auf 28 DAYS LATER. Am besten aber lässt sich der spanische Horrorbeitrag mit dem Epidemie-Streifen THE CRAZIES vergleichen, der vom Zombie-Vater GEORGE A. ROMERO persönlich gedreht und bereits über 40 Jahre auf dem Buckel hat. Dort verseucht ein biochemischer Kampfstoff das Grundwasser einer amerikanischen Kleinstadt und macht aus Bewohner aggressive Killer. Ganz ähnlich handhabt das auch ALBERTO MARINI. Der gibt zwar mit SUMMER CAMP sein Regiedebüt, ist aber in spanischen Filmkreisen kein Unbekannter, weil er schon an mancher Horror-Produkion Spaniens beteiligt gewesen ist. So produzierte er nicht nur die erfolgreiche [REC]-Serie, den sehenswerten Thriller SLEEP TIGHT und den Weltuntergangsfilm LAST DAYS mit. Auch in Filmen wie EXTINCTION, DARKNESS und BEYOND RE-ANIMATOR hatte er seine Finger mit im Spiel. Gut unterhalten wird man mit SUMMER CAMP. Filmemacher ALBERTO MARINI (übrigens gebürtiger Italiener) schafft es tatsächlich ein mittlerweile zu Tode gefilmtes Filmthema so zu inszenieren, dass man gebannt vor der Glotze verharrt. Warum das so ist, lässt sich einfach erklären. Der Regisseur jagt den Zuschauer unermüdlich durch ein hektisch zusammengeschnippeltes Szenario und gibt ihm kaum Gelegenheiten für Verschnaufpausen. Schock folgt auf Schock und gefackelt wird nicht lang. Das erhöht den Herzschlag und drischt auf das Nervenkostüm ein. Da muss man einfach wissen wie es ausgeht!
 
 
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Apropos ausgehen: Makaber, bitterböse und zynisch wird SUMMER CAMP abgeschlossen. Der Auslöser der Verwandlung zieht weite Kreise und lässt das Publikum mit einem mulmigen Bauchgefühl zurück. Auch deshalb, weil Macher Marini Kompromisse scheut. Er meint es alles andere als gut mit seinen Figuren und lässt sie nacheinander gnadenlos über die Klinge springen. Dabei spielt er ganz unverfroren mit der Erwartungshaltung des Zuschauers. So gibt es im Film immer mal wieder genretypische Momente zu sehen, die dann doch andere Wege einschlagen, als man vermuten würde und gewohnt ist. Spätestens hier wird klar, dass es sie trotzdem noch gibt: gute und sehenswerte Zombiefilme, die fesseln. Leider werden die immer rarer.
 
 


 
 
 

SUMMER CAMP – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Schnörkelloser Zombiefilm – adrenalinlastig und packend inszeniert. Wenn sich Helden in aggressive Mörderbestien verwandeln und sich mit ohrenbetäubendem Lärm durch schlecht ausgeleuchtete Szenarien bewegen, kommt nicht nur Gruselstimmung auf. In seinem besten Momenten erinnert SUMMER CAMP atmosphärisch sogar hin und wieder an das Remake zu EVIL DEAD in dem vom Prinzip ähnliche Handlungsverläufe zu sehen waren und sich Freunde vor sich selbst in Acht nehmen mussten. Die amerikanisch-spanische Produktion SUMMER CAMP glänzt durch markerschütternde Hetzjagden, die kaum Zeit zum Verschnaufen geben. Ist erst einmal einer der Protagonisten infiziert, geht es Schlag auf Schlag. Weil sich Regisseur ALBERTO MARINI aufs Wesentliche reduziert und Nebensächlichkeiten außer Acht lässt, bleibt der Überlebenskampf über weite Strecken wirklich spannend. Das soll schon was heißen, in einem Subgenre, das seit Jahren die immer wieder gleichen Geschichten abspult. SUMMER CAMP kann als die spanische Antwort zum Zombiethriller THE CRAZIES gewertet werden. Zombie-Vater GEORGE A. ROMERO hätte da vermutlich nichts einzuwenden. Auf den FANTASY FILMFEST WHITE NIGHTS 2016 zumindest konnte der Streifen manches Horrorfanherz begeistern. Das ist auch kein Wunder, denn SUMMER CAMP ist ein kleiner, dreckiger Zombietrip mit ordentlich Tempo und einer fiesen Schlusspointe obendrein.
 
 
 


 
 
 

SUMMER CAMP – Zensur

 
 
 
Für einen Zombiefilm hält sich SUMMER CAMP ziemlich zurück mit der Zurschaustellung von Grausamkeiten. In den meisten Fällen blendet die Kamera weg. Einiges gibt es aber zu sehen. Ein Ast bohrt sich durch die Brust, ein Mann wird mit gepfählt und ein Hund beißt sich in einem Arm fest. Hierzulande wird SUMMER CAMP eine Freigabe ab 16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

SUMMER CAMP – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Filmax International)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Hive (2015)
 
The Crazies (1973)
 
The Crazies (2010)
 


Filmkritik: „Satanic“ (2016)

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SATANIC

Story

 
 
 

Vier Freunde sind am Thema Satanismus interessiert und öffnen durch Neugierde und Unachtsamkeit einer höheren Macht die Pforte zur Welt der Lebenden.

 
 
 


 
 
 

SATANIC – Kritik

 
 
 
Wenn das Drehen von Serien allein irgendwann keine Erfüllung mehr mit sich bringt, macht man eben Horrorfilme – und sind die Drehbücher dahinter auch noch so mies. Ganz ähnlich dürfte sich das Regisseur JEFFREY G. HUNT gedacht haben. Der fabriziert seit 2006 Serienfolgen am Fliessband und hat so Episoden zu TV-Hits wie CSI: NY, HAWAII FIVE-0 oder FRINGE beigesteuert. Offensichtlich hat’s ihn mit der Zeit gelangweilt, weshalb er nun seinen ersten Film gemacht hat. Jetzt kann er auch dem Publikum zeigen, über welche Untiefen der Ozean der Langeweile doch verfügt. Mit SATANIC hat sich der serienerprobte Hunt leider keinen Gefallen getan. Das verfilmte Drehbuch aus der Feder von ANTHONY JASWINSKI muss Ausschuss gewesen zu sein. Hier stimmt leider gar nichts und das von der ersten Minute an. Bei einer so desaströsen Grundlage wundert es schon sehr gewaltig, dass der Drehbuchautor ebenso für die Skripts zu THE SHALLOWS und KRISTY – LAUF UM DEIN LEBEN verantwortlich zeichnet. Zieht man die genannten Horrorempfehlungen zum Vergleich heran, will man irgendwie nicht so recht glauben, dass die gleiche Person auch den äußerst beliebigen SATANIC verbrochen haben soll. Vermutlich litt ANTHONY JASWINSKI aber wohl einfach nur unter einen Schreibblockade und musste unter Zeitdruck abliefern. Nur so lässt sich der Schlamassel erklären, der dem Zuschauer mit SATANIC zugemutet wird.
 
 
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Vier Mittzwanziger wollen ein paar okkulte Orte und Sehenswürdigkeiten Amerikas abklappern und bleiben in Los Angeles hängen, wo sie in den Hollywood Hills auch auf den Pfaden der brutalen Manson Morde wandeln. In einem okkultistischen Laden wittern die vier den Höhepunkt ihrer Reise. Der Ladenbetreiber macht einen verdächtigen Eindruck, weshalb die Freunde auf den Ladenschluss warten und ihm folgen. Er führt die Gruppe unwissend zu einem geheimnisvollen Ort, wo Satanisten ein mysteriöses Ritual durchführen, bei dem die attraktive Alice geopfert werden soll. Doch dazu kommt es nicht. Die Freunde unterbrechen versehentlich die Zeremonie und machen die Sektenmitglieder zornig. Was bleibt ist die Flucht, die immerhin heil im Hotelzimmer und mit verlorenem Telefon endet. Am nächsten Tag meldet sich ein ehrlicher Finder zurück. Es ist das vermeintliche Opfer Alice, die viel zu erzählen hat. Prompt werden im Hotelzimmer Beschwörungsrituale gehalten und ein Hexenbrett kommt zum Einsatz. Wenig später öffnet sich das Tor zu Hölle und die gute ist Alice tot. Was folgt braucht hier wohl nicht weiter erläutert werden, denn der Ausgang von SATANIC ist austauschbar. Die neunmalklugen Protagonisten haben durch Neugierde und Unachtsamkeit etwas Böses befreit, dass nun Jagd auf Menschen macht. Wetten, dass keiner der Freunde überleben wird?
 
 
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Mit Sicherheit hat jeder Filmfan schon einmal folgende Streifen im Player gehabt. Filme, die so furchtbar langweilig sind, dass einem deshalb die Augen schwer werden und die einen gegen Ende aus dem Schlaf reißen, weil Tontechniker dreist an den Lautstärkereglern gedreht haben. SATANIC reiht sich in die Reihe jener fiesen Muntermacher ein, die wohl einzig deshalb gemacht wurden, um den Zuschauer zu ärgern. Regisseur JEFFREY G. HUNT macht alles falsch, was man beim Drehen von Horrorfilmen falsch machen kann. Er war wohl um Neuerungen bemüht, verzettelt sich aber ziemlich früh mit seinem Plan, wie er den Zuschauer Unbehagen bescheren möchte. Konfus und unüberlegt geht es nämlich in SATANIC zugange, der nicht nur elendig langweilig ist, sondern ebenso gemein blendet, weil er falsche Erwartungen schürt. So streift der Film früh das Okkult-Fach und lässt das Publikum im Glauben, dass sich hier vier Freunde bei einem skrupellosen Satanismus-Kult unbeliebt machen. Doch während man Satanisten zu Beginn heimlich beim Opferritual über die Schulter schaut, haben die Macher dann doch andere Pläne. SATANIC hat wenig mit Sekten oder Ritualen am Hut. Vielmehr verliert sich der Streifen im Dämonen- und Geistergenre, lässt Protagonisten unbedacht mit Hexenbrettern spielen, damit finstere Mächte den Weg in die Menschenwelt finden. Bekanntes Terrain also, wie es in letzter Zeit erschreckend oft über die Bildschirme geflimmert ist. Leider lässt sich der Film zu lange damit Zeit, um endlich mal in die Gänge zu kommen. Erst nach einer knappen Stunde Laufzeit beginnt das große Sterben und den neugierigen Freunden geht’s an den Kragen. Bis es jedoch soweit ist, wird viel Sitzfleisch und Geduld vorausgesetzt. Für einen Horrorfilm sind das keine guten Voraussetzungen – vor allem dann nicht, wenn langes Warten müde macht. Demzufolge sollte man ausgeschlafen sein und Erwartungen herunterschrauben, denn so satanistisch wie es der Filmtitel suggeriert, ist SATANIC keineswegs. Möge Regisseur JEFFREY G. HUNT für diesen Zeiträuber in der Hölle schmoren und sich beim Satan höchstpersönlich für diesen Schnellschuss entschuldigen.
 
 
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SATANIC – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Hier sparste Dir die Schlaftablette. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn Regisseur JEFFREY G. HUNT einen harten Sektenthriller über einen satanischen Kult auf Film gebannt hätte, wie sie derzeit wieder in Mode kommen. Dann wären alle glücklich gewesen. Doch statt Satanisten beim Opfern zu begleiten und die Geschehnisse im Blut zu ersäufen, wird es mal wieder 08/15. Böse Mächte aus einer anderen Welt wollen vier unschuldigen Mittzwanzigern an den Kragen. Ein Hexenbrett hier, ein paar paranormale Momente dort – fertig ist SATANIC, ein Schnarcher vor dem Herrn. Der Spannungsbogen fehlt gänzlich – Schockmomente ebenso. Die hat man versucht irgendwie in den letzten zehn Minuten abzuhaken. Leider verfehlen die ihre Wirkung, denn offensichtlich geraten Drehbuch und Geschehnisse am Ende vollkommen außer Kontrolle, so dass ein Folgen nahezu unmöglich gemacht wird. Auch wenn SATANIC in visueller Hinsicht vielen billigen Videoproduktionen um Längen voraus ist, kann dieser Film leider gar nichts. Ein treffender Beweis dafür, dass immer noch gute Geschichten und Ideen mehr wert sind, als glattgebügelte Optik und nett getrickste Spezialeffekte.
 
 
 


 
 
 

SATANIC – Zensur

 
 
 
Wer glaubt, dass in SATANIC die Post abgeht, irrt sich gewaltig. Die wohl grausamsten Szenen beschränken sich auf einen Kehlenschnitt sowie einer gebrochenen Nase. Am Ende sieht man in einer Szenen kurz, wie eine Frau mit einer Zimmerdecke verschmolzen ist. Ebenso wurden einer Protagonistin die Arme abgetrennt und der Mund zugenäht. Klingt zwar alles ziemlich reißerisch, ist aber Kinderfasching. SATANIC dürfte in Deutschland eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

SATANIC – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Magnolia Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Demonic (2015)
 
The Ouija Experiment (2011)
 
The Midnight Game (2013)
 


Kritik: „The Shallows – Gefahr aus der Tiefe“ (2016)

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THE SHALLOWS – GEFAHR AUS DER TIEFE

Story

 
 
 

Eine Badeurlauberin besucht den Ort ihrer Kindheit, um ein wenig zu surfen. Doch im Wasser lauert eine unberechenbare Gefahr, die keine natürlichen Feinde kennt.

 
 
 


 
 
 

THE SHALLOWS – Kritik

 
 
 
GOSSIP GIRL auf Abwegen. Einmal mehr konfrontiert Hollywood schöne Menschen mit den Launen der Natur. Diesmal ist es Schauspielerin BLAKE LIVELY, die im Film THE SHALLOWS – GEFAHR AUS DER TIEFE feststellen muss, dass so ein chilliger Surftrip ins Paradies auch unerfreulich ausgehen kann. Die Traumfabrik versucht’s mal wieder mit dem Aufwärmen gängiger Horrorfilm-Rezepturen und widmet sich erneut unberechenbaren Giganten aus den Ozeanen, die seit Spielbergs DER WEISSE HAI ausreichend Kinogänger ins Multiplex locken, damit kräftig abgesahnt werden kann. Immerhin hat die immer gleiche Formel von gefräßigen Haifischen stets gut funktioniert und die Ticketverkäufe angekurbelt. Ob SHARK NIGHT 3D, DEEP BLUE SEA oder BAIT 3D – zumindest finanziell haben sich die auf Zelluloid gebannten Überlebenskämpfe immer ausgezahlt, so dass zweifelsohne behauptet werden kann: Aggressive Haifische im Kino gehen eigentlich immer. Auch mit THE SHALLOWS wird sich das nicht ändern, denn der Horrorthriller scheut das Unkonventionelle und macht es stattdessen nach bekanntem Muster. Regisseur JAUME COLLET-SERRY (HOUSE OF WAX und ORPHAN – DAS WAISENKIND) geht auf Nummer sicher und orientiert sich beim Bescheren von Nervenkitzel an den üblichen Verdächtigen. Insbesondere der Found-Footage-Thriller OPEN WATER und dessen Fortsetzung dürften Pate gestanden haben, denn schaut man genauer hin, sind Parallelen zu genannten Überlebens-Schockern nicht von der Hand zu weisen.
 
 
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Eine beunruhigende Situation wird für 80 ungemütliche Filmminuten missbraucht, um das Herz des Zuschauers schneller schlagen zu lassen. Ein gutes Nervengerüst ist folglich auch die Voraussetzung, will man THE SHALLOWS unbeschadet überstehen. Wenn der Hai die Witterung aufgenommen hat, wird’s brenzlig. Eine solche Erfahrung macht auch die Hobbysurferin und Medizinstudentin Nancy Adams (BLAKE LIVELY), die zu einem malerischen Strand reist, um dort mit dem Surfbrett auf den Wellen zu reiten. Die ersten Anläufe gelingen auf Anhieb, doch kaum draußen im Meer wird es gefährlich. Ein weißer Hai ist besonders aggressiv und wittert die Fährte. Er beißt der Surferin ins Bein und reist sie in die Tiefe hinab. Doch Nancy ist zäh. Sie kann entkommen und rettet sich auf einen Felsen, der aus dem Meer herausragt. Weil’s sich bei dem idyllischen Flecken Erde um einen Geheimtipp handelt, ist aber auch keine Menschenseele zu sehen, die helfen könnte. So verharrt die verängstigte Frau wenige Meter entfernt von der Küste im Wasser und nimmt den Kampf gegen ein Tier auf, das über eine ungewöhnlich hohe Intelligenz verfügt.
 
 
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Willkommen zu einer weiteren kleinen Dokumentation über hungrige Bewohner der Meere, die dafür sorgen dürfte, dass Meeresbiologen fassungslos die Hände über den Kopf zusammenschlagen werden. Drehbuchautor ANTHONY JASWINKSI (KRISTY – LAUF UM DEIN LEBEN) war nämlich um besonders authentischen Realismus bemüht, stattet aber seine Filmbestie mit taktisch besonders hinterlistigen Eigenschaften aus, damit möglichst viele Menschen zerfleischt werden. Das ist natürlich vollkommener Blödsinn, vor allem wenn man im Hinterkopf hat, dass Haifische um Menschen mehr oder weniger einen großen Bogen machen. Offensichtlich war das den Filmemachern wohl wenig reißerisch genug, weshalb in der Klischeekiste gekramt werden musste. Nichtsdestotrotz ist THE SHALLOWS nicht zwangsläufig schlecht. Ganz im Gegenteil. JAUME COLLET-SERRY beherrscht die Gabe des Panikmachens besonders gut und treibt die Heldin in allerhand verzwickte Situationen. Die gibt sich wacker und handelt clever, um dem fleischreichen Speiseplan des Tieres entgehen zu kommen.
 
 
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Trotz immer gleicher Handlungsverläufe vom Entkommen und sich Retten, wird das Geschehen nie langweilig. Das ist in Anbetracht der dünnen Handlung schon als kleine Meisterleistung zu bezeichnen. Auch deshalb, weil kaum Verschnaufpausen geboten werden. Immer wieder attackiert der Hai sein Opfer und lässt dem Zuschauer dabei den Atem stocken. Leider vermasselt das zu effekthascherische Finale den eigentlich positiven Gesamteindruck. Das bis dato hyperintelligente Tier begeht plötzlich Fehler und macht den Überlebenskampf fairer. Gut für die Hilfesuchende – blöd für den Zuschauer, dem der etwas zu dick aufgetragene Schlussfight auf einer Boje im Wasser dann doch etwas sehr übertrieben erscheint. Das ist halt Hollywood. Besser man schaltet den Kopf aus. Nur dann kann man nicht enttäuscht werden.
 
 


 
 
 

THE SHALLOWS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Wenn es Tiere mit dem Menschen aufnehmen und andersherum. THE SHALLOW – GEFAHR AUS DER TIEFE ist typisches Mainstream-Futter fürs konventionelle Publikum, das Logik scheut und Protagonisten in absurde Situationen bringt. Ein Hai ist es mal wieder, der sich in diesem Film als überlegener Gegner wähnt und am Ende doch in die Schranken gewiesen wird. Ein bisschen DER WEISSE HAI hier, ein wenig OPEN WATER da – fertig ist Haifisch-Horror von der Stange, der zumindest eines kann: packend unterhalten. THE SHALLOWS hat durchaus Höhepunkte und ist aus irgendeinem Grund richtig spannend geworden. Das dürfte wohl in erste Linie Verdienst des erfahrenen JAUME COLLET-SERRY gewesen sein, der mit Thrillern wie UNKNOWN IDENTITY und NON-STOP schon einiges an Nervenzerfetzern auf die Kinoleinwand gebracht hat. Starke Nerven und gute Kondition brauchte übrigens auch Hauptdarstellerin BLAKE LIVELY. Die erklärte in Interviews, dass sie für den Film an die Grenzen der körperlichen Belastbarkeit ging. 13 Stunden war sie täglich im Wasser und musste gegen steile Wellengänge ankämpfen. Besonders Gatte RYAN REYNOLDS machte der Schauspielerin für die schwierigen Dreharbeiten in Australien Mut – von dessen nicht weniger anstrengenden Performance in BURIED lies sich die Amerikanerin nämlich inspirieren. Ihr willenstarker Einsatz hat sich im Falle des Haifisch-Thrillers bezahlt gemacht. THE SHALLOWS ist kurzweilig, beunruhigend und spannend – so sollte Horrorkino am besten immer sein.
 
 
 


 
 
 

THE SHALLOWS – Zensur

 
 
 
THE SHALLOWS – GEFAHR AUS DER TIEFE ist kein sonderlich blutiger Vertreter der Gattung Hai-Horror. Der Heldin wird in den Oberschenkel gebissen, einem Mann wird der Unterleib abgerissen und ansonsten werden einiger Surfer vom Hai unter Wasser gezogen. Rot eingefärbtes Wasser deutet an, dass die Opfer das Zeitliche gesegnet haben. Weil das Nervenkostüm des Zuschauers arg strapaziert wird, dürfte es hierzulande von der FSK den blauen FSK-Flatschen geben. In Amerika PG-13 – hierzulande FSK16.
 
 
 


 
 
 

THE SHALLOWS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Filmplakat und Abbildungen liegen bei SONY PICTURES GERMANY)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Open Water (2003)
 
Open Water 2 (2006)
 
The Reef – Schwimm um dein Leben (2010)
 
Frozen (2010)
 


Filmkritik: „The Forgotten“ (2014)

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THE FORGOTTEN

Story

 
 
 

In britischen Sozialwohnungen passieren seltsame Dinge. Dem 14jährigen Tommy bereiten unheimliche Geräusche aus der Nachbarswohnung Angst. Der will in THE FORGOTTEN herausfinden, ob das Gepolter rational erklärbare Ursprünge besitzt oder ob da vielleicht doch höhere Mächte am Werk sind.

 
 
 


 
 
 

THE FORGOTTEN – Kritik

 
 
 
Es müssen nicht immer düstere Friedhöfe, alte Burgen oder englische Herrenhäuser sein, in denen Kreaturen aus dem Jenseits Unruhe stiften. Auch in den Ghettos britischer Großstädte fühlen sich Geister neuerdings heimisch und treiben Besetzer verlassener Sozialwohnungen in den Wahnsinn. Erfahrene Zuschauer wissen natürlich, dass Spuk in den meisten Fällen nicht grundlos stattfindet. Meist wollen Geister den Lebenden Botschaften überbringen oder den eigenen verfrühten Tod rächen, der durch die Hand skrupelloser Zeitgenossen herbeigeführt wurde. In den meisten Fällen löst das unerwartete Kettenreaktionen aus. Ob das auch in THE FORGOTTEN der Fall ist? Hinter dem sensibel orchestrierten Gruselstreifen stecken zwei, die zumindest in England nicht unbekannt sind. OLIVER FRAMTON und JAMES HALL zeichneten für Arbeiten an der langjährigen Polizeiserie THE BILL verantwortlich, die zwischen 1984–2010 eine feste Größe im britischen TV war und unter dem Titel DIE WACHE sogar für Deutschland adaptiert wurde. Für die britische Version steuerten die beiden Autoren Geschichten bei, die dann regelmäßig über die Mattscheibe flimmerten. Mit THE FORGOTTEN hat man zusammen an etwas Eigenem gearbeitet – fernab von Trivialität und Massengeschmack. Ein riskanter Versuch, der sich sehen lassen kann. Über einige wenige Logiklücken sieht man da gern hinweg.
 
 
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Teenager Tommy hat es nicht leicht. Seine Eltern leben getrennt und der Junge hat keine Freunde, weshalb er sich zurückzieht und Bilder malt. Als die Mutter einen Nervenzusammenbruch erleidet, soll der Jugendliche beim Vater wohnen. Der entpuppt sich als Hausbesetzer und plündert abrissreife Gebäude, um sich mit dem Verkauf von Kupferrohren über Wasser halten zu können. Leider ist der Vormund kein unbeschriebenes Blatt, was den Jungen stutzig macht, weil der Vater eigenartiges Verhalten an den Tag legt. Als der von Zuhältern zusammengeschlagen wird und im Krankenhaus landet, ist Tommy auf sich allein gestellt. Nun ist guter Rat teuer. Im neuen Zuhause scheint es nicht mit rechten Dingen zuzugehen. Seltsames Poltern ist im Apartment nebenan zu hören. Leider wohnt dort schon seit Jahren niemand mehr. Das verursacht natürlich Unbehagen. Doch das Leben schlägt manchmal sonderbare Wege ein. Beim Zeichnen auf einer Parkbank lernt er die geheimnisvolle Carmen kennen. Schnell entsteht zwischen den Jugendlichen eine innige Freundschaft, die keine Grenzen kennt. Zusammen versucht man das Geheimnis der unheimlichen Geräusche zu ergründen, die Tommy Nacht für Nacht den Schlaf rauben. Leider ist die Auflösung alles andere als erbaulich.
 
 
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Grusel mit Anspruch. THE FORGOTTEN setzt Köpfchen voraus, was aufgrund der hohen Anzahl an trivial gedrehter Spuk- und Geisterfilme der letzten Jahre schon als Glanzleistung betitelt werden kann. Viele davon machen nämlich das Hirn des Zuschauers zu Brei, wenn mit schlechten Geschichten versucht wird, Unterhaltung vorzugaukeln. Im Grunde besteht das Ergebnis dann aber doch nur aus einer Aneinanderreihung von Klischees. Der englische Regisseur OLIVER FRAMTON macht da einiges anders. Hinter dem Schauerdebüt von der Insel verbirgt sich nämlich ein berührender und zugleich deprimierend-trauriger Geisterfilm, der vor allem durch hervorragend besetzte Jungdarsteller überzeugen kann. Wie im schwedischen SO FINSTER DIE NACHT entsteht hier eine Freundschaft zwischen zwei Jugendlichen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Während der 14jährige Tommy (CLEM TIBBER) als Einzelgänger durchs Leben geht und zurückgezogen in einer ganz eigenen Welt lebt, verschanzt sich die unnahbare Carmen (ELARIA JOHNSON aus AFTERDEATH) hinter dicken Mauern und lässt kaum Schwäche zu. Trotz ihrer Gegensätze erkennen die pubertierenden Protagonisten schnell, dass sie mehr Gemeinsamkeiten besitzen als anfangs vermutet. So machen sich die beiden auf, ein Rätsel zu lösen, das den Zuschauer durch seine unbefriedigende und unerwartete Auflösung leider vor dem Kopf stößt, den Zuschauer aber gleichzeitig da packt, wo es weh tut. Kino kann manchmal ein richtiges Arschloch sein.
 
 
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THE FORGOTTEN ist nichts für Arthouse-Hasser. Dieser Genrestreifen gehört zu jener Gattung Film, die man eigentlich gern im Programmkino sehen würde. Statt plakative Grusel- und Schockeffekte abzuhandeln, waren Drehbuchautor JAMES HALL die Hauptdarsteller wichtig. Demzufolge liegt der Fokus mehr auf Charakterentwicklung und Drama, statt auf Spuk und Erschrecken. Weil es der Film ruhig angeht und so Unheil gemächlich aufgebaut wird, ist THE FORGOTTEN garantiert kein Film für Gegner des langsamen Erzählens. Die sollten besser nach kommerziellem Spukkino Ausschau halten. Der nächste Blödsinn aus Hollywood lässt mit Sicherheit nicht lange auf sich warten. Da sind wir uns sicher.
 
 


 
 
 

THE FORGOTTEN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Authentisch gespieltes Schauerstück vor ungewöhnlicher Gruselkulisse. THE FORGOTTEN beweist, dass es nicht nur in alten Herrenhäusern oder modrigen Kellergewölben spuken kann. Auch in heruntergekommenen Neubaublöcken Großbritanniens finden es Geister gemütlich. Triste Wohnviertel in sozialen Brennpunkten laden ein zu Spuk auf hohem Niveau. THE FORGOTTEN ist keiner dieser konventionell zusammengekleisterten Gruselfilme. Hier nimmt man sich Zeit für Charakter und Emotionen, so dass Spuk und Budenzauber beinahe zu kurz kommen. Ein gute Entscheidung: THE FORGOTTEN berührt – vor allem wegen der Antihelden, die von talentierten Jungdarstellern verkörpert werden. Mehr Drama statt Horror steht auf dem Programm, was den Beitrag aus der Masse hervorstechen lässt. Wer mit dem schwedischen SO FINSTER DIE NACHT was anfangen konnte, wird sich hier gut aufgehoben fühlen. THE FORGOTTEN ist nämlich mehr oder weniger vom gleichen Kaliber. Ungewöhnlich, ergreifend und sehenswert.
 
 
 


 
 
 

THE FORGOTTEN – Zensur

 
 
 
In THE FORGOTTEN gibt es weder Gewalt noch Blut zu sehen. Hierbei handelt es sich um ein Gruseldrama, das eher von seiner unheilvollen Stimmung lebt, als die Geschehnisse in Blut zu ertränken. Weil es doch hin und wieder etwas unheimlich wird, bekommt der Streifen in Deutschland vermutliche eine FSK16. Insofern sich überhaupt ein Label finden lässt, das den Film hierzulande veröffentlichen möchte. THE FORGOTTEN ist nämlich sehr speziell und richtet sich eher an ein Arthaus-erprobtes Publikum. Übrigens: das Filmplakat ist vollkommen irreführend. Hier wird reißerischer Geisterspuk vorgegaukelt. Der Film ist aber ein ganz anderes Kaliber.
 
 
 


 
 
 

THE FORGOTTEN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
So finster die Nacht (2008)
 
Let Me In (2010)
 
Citadel – Wo das Böse wohnt (2012)
 


Filmkritik: „Monsterland“ (2016)

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MONSTERLAND

Story

 
 
 

Eine weitere Horror-Anthologie, in der buchstäblich die Monster los sind. Die wollen der Menschheit nichts Gutes und treiben einen Überlebenden in ein menschenleeres Kino, in dem unheimliche Filme über die Leinwand flimmern.

 
 
 


 
 
 

MONSTERLAND – Kritik

 
 
 
Kennst Du noch den satirischen Horror-Erfolg THE CABIN IN THE WOODS, in dem verschiedene Horrorwesen aus ihren Käfigen gelassen wurden und am Ende ein Blutbad in den unterirdischen Räumen einer geheimen Organisation anrichteten? Die Kurzgeschichtensammlung MONSTERLAND spinnt diese Geschehnisse weiter und zeigt, was quasi passieren könnte, wenn Monster die Herrschaft über die Menschheit übernehmen würden. Postapokalyptische Bilder stimmen ein, wohin die Reise gehen soll. Doch die Macher des Films haben anderes im Sinn. Ein Kino steht im Mittelpunkt. In das flüchtet der einzige Überlebende einer Kleinstadt, um sich vor Horden aggressiver Mutanten und bizarrer Kreaturen in Sicherheit zu bringen. Doch statt im Theater Verteidigungspläne zu schmieden, will er lieber Filme gucken und Popcorn vertilgen – macht ja auch Sinn. Unheimlich. So wirft sich der Flüchtende in den Kinosessel und lässt zehn Kurzfilme auf sich einprasseln, die von sonderbaren Ereignissen und grotesken Wesen berichten. Leider können davon nur wenige halbwegs überzeugen.
 
 
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Los geht es mit DON’T GO INTO THE WATER, in dem sich die üblichen Jugendlichen beim Baden Streiche spielen. Leider lauert in den Tiefen etwas Böses, das einen teuflischen Hunger nach Menschenfleisch verspürt. Man kann sich ausmalen, wie dieser Badeausflug ausgehen wird. Was hier klingt wie die zigste Kopie von „DER WEISSE HAI“, ist ziemlich kalter Kaffee. Die Geschichte ist gerade einmal vier Minuten lang, kann sich nicht entwickeln und wirkt unfertig. Zudem gibt’s außer Blutfontänen keine Monster zu sehen. Demzufolge bleibt unklar, was da im Wasser lauert, denn des Rätsels Lösung wird nicht geklärt. Ein schwacher Auftakt.
 
Besser wird es mit THE GREY MATTER. Hier versucht ein Büroangestellter, bei einer attraktiven Kollegin zu landen – leider vergebens. Eines Tages passieren seltsame Dinge. Er wacht eines Morgens mit einem riesigen Loch im Hinterkopf auf. Darin wohnt neuerdings ein Parasit, der ihm wertvolle Tipps gibt, bei Frauen landen zu können. Was skurril klingt, ist ziemlich schwarzhumorig und erinnert hin und wieder an Frank Henenlotters Neo-Trashfilm ELMER, in dem sich ein ähnlich wurmartiges Ungetüm am Hirn seines Wirtes zu schaffen macht. Dennoch nur Durchschnittsware.
 
 
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Episode 3 heißt CURIOSITY KILLS und ist einer der besten Beiträge dieser Geschichtensammlung. Darin macht ein kleiner Junge im Arbeitskoffer des Vaters eine rätselhafte Entdeckung. Zwei seltsame Flüssigkeiten hat der von seiner Arbeit mit nach Hause gebracht. Es handelt sich um radioaktive Substanzen. Die werden heimliche an das Haustier verfüttert, das sich in eine tickende Zeitbombe verwandelt. Was folgt macht Laune, denn eine nuklear verseuchte Ratte saust unaufhaltsam durch die Wohnung und sorgt dabei für allerhand Situationskomik. Slapstick- und Blödelhumor ist hier Programm. Was passiert wird derart abgefahren und überspitzt dargestellt, dass laute Lacher nicht ausbleiben werden. Der junge PETER JACKSON hätte daran wohl seine helle Freude gehabt.
 
 
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Weniger spaßig geht es in HAG zugange, der sich einem mysteriösem Thema widmet, das bereits die Dokumentation THE NIGHTMARE beleuchtet hat: Schlaflähmung. In dieser Episode sucht ein Paar Rat beim Psychologen. Während einer Eheberatung soll geklärt werden, warum der Gatte unter quälenden Albträumen leidet. Der glaubt des Nachts von einer dämonischen Fratze im Bett attackiert zu werden, doch des Rätsels Lösung ist erschreckender als er wohl je vermutet hätte. HAG erinnert mit makabrem Ausklang an die vielen Gruselgeschichten der Horror-Reihe GESCHICHTEN AUS DER GRUFT. Leider ist die Auflösung trotz reichlich Hokuspokus Blödsinn, auch wenn mal wieder DER EXORZIST fürs Zitieren herhalten musste. Immerhin gibt es ein Widersehen mit JOHN FRANKLIN. Der hatte 1982 im Originalfilm zu KINDER DES ZORNS den bösartigen Sektenführer Isaac verkörpert. Das markante Gesicht des mittlerweile als Lehrer tätigen Wichts vergisst man nicht so schnell. Schön es mal wieder gesehen zu haben.
 
Der wohl schlechteste Kurzfilm wird mit MONSTER MAN geboten. In diesem stümperhaft animierten Zeichentrickfilm nimmt es ein betagter Mann mit einem Monster auf. Dieses wird ohne Widerworte mit der Gehhilfe des Rentners zur Strecke gebracht. Leider erwecken die einfach gehaltenen Animationen den Anschein, hier habe jemand am heimischen PC herumexperimentiert und mit günstiger Software einen Fünfminüter zusammengeschnitten. Auch wenn der Titel großes Monsterkino verspricht, kann MONSTER MAN nicht überzeugen. So etwas darf unseretwegen gern bei YouTube hochgeladen werden. In einem Spielfilm, der auch noch auf großer Leinwand gezeigt wird, hat so etwas nichts zu suchen.
 
Gott sei Dank bietet MONSTERLAND anschließend mehr Gehalt, denn in der Geschichte HOUSE CALL kommen endlich auch einmal die Gorehounds auf ihre Kosten. Hier wird ein Zahnarzt auf eine Bewährungsprobe gestellt. Ein junger Mann klingelt an dessen Tür und behauptet ein Vampir zu sein. Demzufolge soll der Arzt ihm die Eckzähne ziehen. Leider sind Bohrer und Zange in der Praxis, weshalb improvisiert werden muss. Gegenstände aus dem Baumarkt kommen zum Einsatz und die Kamera hält reißerisch drauf. Für Zartbesaitete definitiv zu viel des Guten. Für diese Zahnextraktion sind geübte Nerven Voraussetzung. HOUSE CALL ist eine der gelungenen Beiträge dieser Sammlung, was vor allem der bitterbösen Pointe zu verdanken ist, die beim Horrorfan Freude aufkommen lässt. Sehenswert!
 
 
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Leider kann die hervorragende Qualität nicht beibehalten werden, die mit dieser Vampirepisode geboten wird. Im darauf folgenden HAPPY MEMORIES wurmt es nämlich gewaltig. Hierbei handelt es sich um einen bizarren Handpuppenfilm für den man reichlich Phantasie mitbringen sollte, um überhaupt verstehen zu können, was sich da vor den Augen des Zuschauers abspielt. Abstruse Monster aus einer anderen Welt foltern hier ein kleines Wesen, das am Ende der Geschichte wiedergeboren wird. HAPPY MEMORIES ist verworren und unschlüssig – nimmt sogar fast schon surrealistische Züge an. Liebhaber des Experimentellen kommen da wohl als einzige auf ihre Kosten. Fürs Otto-Normal-Publikum ist dieser Kurzfilme leider schwer zugänglich.
 
Leichter zu verdauen ist hingegen STAY AT HOME DAD. Darin will ein Mann der Liebsten beim Stillen des Nachwuchses behilflich sein. Er erfährt von einem ominösen Experiment, das ihm Brüste wachsen lässt. Die gedeihen prächtig und sorgen anschließend für jede Menge Lacher, weil der Milchfluss nicht unter Kontrolle gebracht werden kann. Doch der Spaß hat bald ein Ende. STAY AT HOME DAD schließt nämlich mit einem makabren Finale ab. Handgemachte Spezialeffekte kommen da zum Einsatz und erinnern in ihrem grotesken Ausmaß an die Werke des legendären Schriftstellers H.P.LOVECRAFT. Der Kurzfilm aus der Mache von ANDRW KASCH und JOHN SKIPP ist eine runde Sache und gehört zu den wenigen Höhepunkten von MONSTERLAND.
 
Trotzdem kommt das Beste zum Schluss. Mit HELLYFISH gibt es herrlich sinnfreien Trash zu bewundern, der intellektuell auf gleicher Welle schwimmt wie die dreidimensionale Fortsetzung zum Remake-Horror PIRANHA von 2012. Im Filmsegment wird ein Badestrand von übergroßen Quallen heimgesucht, die sich über die Badegäste hermachen und verputzen. Der Kurzfilm wurde bereits auf diversen Filmfestivals gefeiert und bietet edles CGI in Kombination mit pumpenden Beats und schrägen Ideen. Was anmutet wie ein F/X-Demonstrationsvideo ist unterm Strich hirnfreies Invasionsgemetzel, das dem Horrorfan ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert.
 
 
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Ausverkauf und Resterampe. Man sollte wissen, dass die Kurzfilme von MONSTERLAND nicht extra für diese Anthologie angefertigt wurden. Fast alles, was man hier zu sehen bekommt, gab es nämlich schon mal – auf Filmfestivals und im Internet. MONSTERLAND ist eine wahllose Zusammenstellung von Kurzfilmen, die man wohl eingekauft und zusammengeschnitten hat, um flink Geld für was auch immer zu verdienen. Das einzige, was neu gedreht wurde ist die Rahmenhandlung. Die hält die jeweiligen Segmente zusammen, strotz aber nicht gerade vor Einfallsreichtum. Wer ein Herz für Horror-Anthologien besitzt, kann gern mal einen Blick riskieren, sollte aber die Erwartungen herunterschrauben. So grandios wie es der Trailer verspricht ist MONSTERLAND keineswegs. Hier handelt es sich um Fast-Food-Horror mit nicht sonderlich herausragenden Gruselgeschichten. Bis auf den Quallen-Trash und den Ratten-Slapstick bleibt kaum etwas in Erinnerung. Angesichts der Tatsache, dass hier eine stattliche Anzahl von zehn Kurzfilmen über den Bildschirm flimmern, ist das schon ziemlich deprimierend.
 
 
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MONSTERLAND – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Spaßiger Zeitvertreib für Fans des Anthologie-Horrors. Leider kann MONSTERLAND Horrorsammlungen wie ABCS OF DEATH oder der V/H/S-Reihe nicht annähernd das Wasser reichen. Angesichts der Tatsache, dass Genre-Anthologien derzeit Hochkonjunktur erleben, ist MONSTERLAND nämlich eine kleine Enttäuschung. Hier sind leider nur wenige Kurzgeschichten gelungen. Zwar sind die gebotenen Kurzfilme abwechslungsreich, wirken aber wahllos zusammengestellt. Der Grund hierfür ist ganz einfach. Fast alle Geschichten liefen bereits auf Festivals oder im Internet. Das bedeutet, dass bis auf die Rahmenhandlung kaum etwas für diese Sammlung eigens gedreht wurde. Offensichtlich ist bei der engeren Auswahl der Ausschuss gelandet. Bis auf wenige Ausnahmen (allen voran die Quallen-Episode) sind die meisten Filme durchwachsen und schnell wieder vergessen. Daher ist MONSTERLAND nur eingefleischten Fans von Geschichtensammlungen zu empfehlen. Netter Spaß für Zwischendurch, aber ohne Tiefgang und mit nur wenig Herzblut.
 
 
 


 
 
 

MONSTERLAND – Zensur

 
 
 
MONSTERLAND ist keine Splattergranate. Bis auf die Zahnarztepisode HOUSE CALL wird hier kaum harter Stoff gezeigt. Demzufolge dürfte es die Anthologie hierzulande sehr leicht haben mit einer Freigabe. Man kann jetzt schon sagen, dass MONSTERLAND bereits für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet sein wird.
 
 
 


 
 
 

MONSTERLAND – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken & Poster liegen bei RLJ Entertainment | Dread Central)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Holidays – Surviving Them Is Hell (2016)
 
V/H/S 2 (2013)
 
V/H/S 3 – Viral (2014)
 
Still 2 (2014)
 
P.O.E. Project of Evil (2012)
 
5 Senses of Fear (2013)
 
Phobia 2 (2009)
 
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Scary or Die (2012)


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