Filmkritik: „Truck Turner – Chicago Poker“ (1974)

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TRUCK TURNER – CHICAGO POKER

(TRUCK TURNER | BLACK BULLET)

Story

 
 
 
Truck Turner (Isaac Fucking Hayes) verdingt sich nach dem verletzungsbedingten Ende seiner Football-Karriere in Los Angeles als Kopfgeldjäger. Auf der Suche nach dem flüchtigen Luden Gator gerät Turner in einen Revierkampf zwischen brutalen Zuhälterfraktionen. Der fieseste unter den Nuttenhauern ist Harvard Blue (Yaphet Kotto), der sich gerne den Kopf des Kopfgeldjägers über den Kamin hängen würde.

 
 
 


 
 
 

TRUCK TURNER – Kritik

 
 
Ein Film aus dem Fundus der American International Pictures (AIP) könnte nicht mal dann enttäuschen, wenn er es versucht. Was nicht heißen soll, dass TRUCK TURNER eine Enttäuschung wäre. Im Gegenteil! Roger Cormans langjähriges Heimatstudio versteht in den Seventies auch, die innerstädtischen Kinos, maßgeblich von einem schwarzen Publikum besucht, mit perfekt aufgezogenen Billigreißern zu beliefern. Dabei wird das Script des Films anfänglich für einen weißen Schauspieler geschrieben. Lee Marvin oder Ernest Borgnine sind im Gespräch für den Part des Bounty Hunters. Knarzige Altherren-Action also. Interessant, so aber besser.
 
 
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TRUCK TURNER funktioniert nach den liebgewonnenen Mustern des Black-Action-Cinema. Kampf der afroamerikanischen Alpha-Wasserbüffel in grausigen Garderoben vor urbaner Kulisse. Die Herren sind gleichermaßen gewaltbereit und übercool und selbst im Angesicht wildester Schlägereien wäre, wenn nötig, genug Hoden-Überdruck vorhanden, eine der scharfen Afro-Schnitten zu bespaßen, die mindestens genau so tough redet und handelt wie die Herren der Schöpfung. Das Betrachten eines Blaxploitation-Films dürfte in jedem feministischen Universitätsfilmclub zu spontanen Selbstentzündungen im Publikum führen.
 
 
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TRUCK TURNER (hierzulande übrigens früher CHICAGO POKER, obwohl er in LA spielt. Deutschland, meine Damen und Herren, Deutschland!) läuft in den USA als tatsächlicher B-Film (also Film Nummer zwei eines Double Features) für den genialen FOXY BROWN, ist aber auch separat ein Knüppel. Bei dieser Besetzung ja auch nicht weiter verwunderlich.
 
 
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Isaac Hayes (1942 – 2008), sagenhaft kreativer Musiker und Songschreiber des besseren Soul und Funk, landet mit seinem „Theme From Shaft“ Anfang 1971 einen Crossover-Hit, der nicht nur die Charts stürmt, sondern auch noch die Soundtrack-Blaupause zum Blaxploitation-Genre wird. Es folgen Jahre des Prominenz-Exzesses, Kokain, schlechte Weiber und schlechtere Finanzberatung. Dafür aber auch Auftritte in Kultprogrammen wie John Carpenters DIE KLAPPERSCHLANGE, wo er den Gangsterboss Duke Of New York spielt. Die Musik von TRUCK TURNER übernimmt er natürlich auch.
 
 
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Später Comeback-Erfolg ist dem Mann mit der tiefen Stimme als Chefkoch im wilden Erfolgs-Cartoon SOUTH PARK vergönnt. Er spricht und singt die Parts des stets potenten Cafeteria-Küchenmeisters mit jederzeit hörbarer Freude an der Sache ein. Seine immer deutlich unter der Gürtellinie landenden Sprüche sind wichtiger Beitrag zum frühen Erfolg der langlebigen Serie von Matt Stone und Trey Parker bis sich der bekennende Scientologe mit den beiden Machern überwirft. Grund ist natürlich eine Folge über L. Ron Hubbards kontroverse Science-Fiction-Sekte aus Kalifornien.
 
 
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Nichelle Nichols, die echte Uhura aus RAUMSCHIFF ENTERPRISE spielt mit, dann als blutgeiler Pimp der gewohnt intensiv agierende Yaphet Kotto, den’s ja leider auch dieses Jahr erwischt hat. Turners Auftraggeber spielt Dick Miller, den jeder Filmfan in mindestens fünf Filmen gesehen hat, wofür man ihm die Filmbiografie THAT GUY DICK MILLER geschenkt hat.
 
 


 
 
 

TRUCK TURNER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Populärer Blaxploitation-Standardfilm in großartiger Qualität. Isaac Hayes, der sich auf einem Plattencover auch mal ordentlich größenwahnsinnig Black Moses nannte, erfreut den Bahnhofskino-Freund als lässiger Sex- und Fressevoll-Gott im brütenden Los Angeles der Wilden Siebziger. TRUCK TURNER ist ein Beispiel für einen Genrefilm, bei dem tatsächlich alles stimmt.
 
 


 
 
 

TRUCK TURNER – Zensur

 
 
 
TRUCK TURNER ist ein Kultfilm, der während der Blaxploitation-Welle in den 70er-Jahren erschien und in Deutschland um zehn Minuten gekürzt auf VHS-Kassette veröffentlicht wurde. Diese Fassung wurde im Jahr 1984 indiziert. 20 Jahre stand der Streifen auf dem Index. Erst im September 2011 erfolgte eine Neuprüfung, die dem Kultfilm eine FSK16 in der ungeschnittenen Fassung attestierte. Die nun erhältliche Blu-ray besitzt einen roten FSK-Flatschen. Der Grund ist im von der FSK höher eingestuftem Bonusmaterial zu suchen, denn der Streifen selbst besitzt eine Jugendfreigabe. Die Blu-ray-Fassung des Streifens ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

TRUCK TURNER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM RECORDS (Blu-rays + DVDs in 6 Mediabooks)

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(c) NSM RECORDS (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Black Bullet; USA 1974

Genre: Thriller, Krimis, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase | Mediabook

Extras: Die ehemaligen nachsynchronisierten Fehlstellen wurden 2020 nochmal neu nachsynchronisert und ersetzen die bisherige Nachsynchro, Trailer, Radio-Spots | zusätzlich im Mediabook: 24-seitiges Booklet mit Text von Mike Blankenburg, Film auf DVD

Release-Termin: KeepCase: 24.09.2021 | Mediabook: 18.12.2020

 

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TRUCK TURNER – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei NSM RECORDS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hammer (1972)
 
Wenn es Nacht wird in Manhattan (1970)
 
Coffy – die Raubkatze (1973)
 

Filmkritik: „Die Todeskandidaten 2“ (2015)

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DIE TODESKANDIDATEN 2

(THE CONDEMNED 2)

Story

 
 
 
Will Tanner (WWE-Wrestling-Lumpenhund Randy Orton) ist Teil eines desaströsen Einsatzes gegen die Veranstalter eines perversen Menschenjagd-Games, das seinen kriminellen Machern im Netz dicke Dollars macht. Er kehrt zurück in die karge Kulisse seiner ländlichen US-Heimat und leckt sich die Wunden. Als plötzlich Anschläge auf Tanners Leben stattfinden, muss der Kämpfer feststellen, dass die Zielpersonen ganz genau wissen, wer es auf sie abgesehen hatte und jetzt den nächsten Schritt unternehmen.

 
 
 


 
 
 

DIE TODESKANDIDATEN 2 – Kritik

 
 
Als die Welt noch nicht ganz am Arsch war, ist man für solche Filme in die Videothek seines Vertrauens eingekehrt und durfte auf der heimischen Couch des Schicksals Stunden stumpfsinniger Herren-Zufriedenheit verleben. Schauspielende Kampfsport-Bestien zeigen gegen Armeen gesichts- und charakterloser Bösewichter, was der Mann vom Fach mit Fäusten, Tritten und einem vernünftigen Waffenarsenal anrichten kann und sind sich im besten Falle darüber im Klaren, auch diese Saison nicht im Rennen um den Oscar anzutreten.
 
 
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Menschenjagd-, und Einer-gegen-alle-Filme wie DIE TODESKANDIDATEN 2 sind – jetzt lassen wir mal den Filmwissenschaftler raushängen – seit 1932 eine der Säulen des Actionkinos. Da hetzt nämlich bereits der übergeschnappte Aristokrat Zaroff seine Opfer über die Sets des Original-KING-KONG-Films. Ach ja, der Film heißt natürlich GRAF ZAROFF – GENIE DES BÖSEN, Original: THE MOST DANGEROUS GAME und ist grob geschätzt 300 mal neu verfilmt worden. Meistens inoffiziell, mal offiziell (jetzt gerade auf Amazon Prime, liebe Kinder).
 
 
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Hier ist’s Kopfgeldjäger Will Tanner, der eigentlich einer mafiösen Gang von Mordshow-Veranstaltern das Geschäft versauen will. Der Einsatz verunglückt und zurück in der Redneck-Idylle seiner amerikanischen Heimat wird der Jäger, wie man so schön sagt, selbst zum Gejagten. Routiniert reißt er dem prämiengeilen Gesindel die Ärsche auf bis zum Nacken und hält sich nicht mit Kinkerlitzchen wie charakterlicher Tiefe und ausziseliertem Minenspiel auf. Weil er es auch nicht muss, verdammt noch eins! Irrwitzige Buddy-Movie-Einsprengsel gibt’s als Bonus, wenn Tanners Vater, gegeben von der mittlerweile One-Man-Exploitation-Show Eric Roberts, anrückt und seinem Junior das Leben schwer macht. Er meint es ja nur gut.
 
 
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DIE TODESKANDIDATEN 2 als Sequel des gleichnamigen Reißers von 2007 zu sehen, kann nur nach hinten losgehen. Wenn im Erstling „Stone Cold“ Steve Austin als verdeckter Ermittler die übelsten Mörder des Planeten eigenhändig zur Schlachtbank führt, findet das dermaßen knüppelhart und in den Actionszenen fast schon so cartoonhaft brutal statt, wie man es von einem „so nebenbei“ erschienenen Actionfilm mit Wrestling-Connection absolut nicht erwarten konnte. Ja, THE CONDEMNED dürfte der beste Film sein, den die Film-Tochter vom World Wrestling Entertainment bis dato hinbekommen hat.
 
 
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Diesen Elefanten aus dem Raum gescheucht, kann man DIE TODESKANDIDATEN 2 als den soliden Teller Action-Hausmannskost nach alter Väter Sitte genießen, der er ist. Ring-Sauhund Randy „The Viper“ Orton in der Hauptrolle hat definitiv Film-Potential, wäre aber in einer Rolle als Bad Guy deutlich besser aufgehoben. Der Kerl strahlt auch als Held einfach eine spezielle, vollendete Arschlochhaftigkeit aus, die er – so konnte ich als Nicht-Kenner modernen Wrestlings eruieren – in seiner Haupt-Karriere seinem Publikum auch seit Jahren meisterlich vor den Latz knallt.
Da sind die Baddies, denen Orton hier im Film die Leviten liest, beinahe farblose Bodycount-Kandidaten. Bis auf die beiden Chefs natürlich! Wes Studi, amerikanischer Indianer (ja, das sagt man eigentlich nicht mehr), ist seit Jahrzehnten auf der Leinwand zu sehen und liefert auch hier Qualität ab. Der Big Boss des Todesspiel-Programms ist Baccaro. Der wird gespielt von Steven Michael Quezada, den man hauptsächlich als Drogencop Steve in der Über-Serie BREAKING BAD kennt. Sein Turn zum skrupellosen Business-Psycho in DIE TODESKANDIDATEN 2 weist ihn als fähigen Schauspieler aus. Macht Spaß.
 
 
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DIE TODESKANDIDATEN 2 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Vielleicht ist das eine angenehme Nebenerscheinung des gegenwärtig atemlos geschlagenen Kampfs um die Erhältlichkeit eines jeden Filmes zu jeder Zeit, wenn sich unter dem Radar millionenteurer Großproduktionen und aufwändig ausgestatteter Neu-Editionen großer Titel ein neues, verlässliches B-Action-Spielfeld entwickelt! DIE TODESKANDIDATEN 2 ist ein unterhaltsames, saftiges Männerfilm-Steak alter Schule und tut, was getan werden muss: Unterhalten!
 
 


 
 
 

DIE TODESKANDIDATEN 2 – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Die Todeskandidaten 2“ erscheint sechs Jahre nach seiner Veröffentlichung in den Vereinigten Staaten zum ersten Mal synchronisiert in Deutschland über NSM RECORDS. Der Film ist ungeschnitten und frei ab 18 Jahren. Anders als sein Vorgänger blieb ihm die Indizierung erspart. Actionfilmfans wird das freuen.
 
 
 


 
 
 

DIE TODESKANDIDATEN 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM RECORDS (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover D)

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(c) NSM RECORDS (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Condemned 2; USA 2015

Genre: Thriller, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase | Mediabook

Extras: Audiokommentar von Dominik Starck, Hinter den Kulissen: Drones, Hinter den Kulissen: Fight, deutscher Trailer, Originaltrailer | zusätzlich im Mediabook: 24-seitiges Booklet von Nando Rohner, Film auf DVD

Release-Termin: KeepCase: 27.08.2021 | Mediabook: 26.02.2021

 

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DIE TODESKANDIDATEN 2 – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei NSM RECORDS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Todeskandidaten (2007)
 
Running Man (1987)
 
The Hunt (2020)
 

Filmkritik: „The Ultimate Weapon“ (1998)

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THE ULTIMATE WEAPON

Story

 
 
 
Nachdem ein Söldner eigenmächtig gehandelt hat, wird seine Tochter von einem skrupellosen Verbrecher entführt. Da sich das nicht gehört, hagelt es bald Leichen.

 
 
 


 
 
 

THE ULTIMATE WEAPON – Kritik

 
 
Der ehemalige Wrestler Hulk Hogan hat es schon früh zu einer echten Berühmtheit gebracht. Schon damals war es nicht so unüblich, dass sich Wrestler auch mal im Filmbusiness ausprobieren und so machte das auch Hogan. Seine Filme beschränkten sich jedoch überwiegend auf albernen Kinderkram, der für den Erwachsenen teilweise schwer zu ertragen war. Abgesehen von „Der Ritter aus dem All“ befindet sich eigentlich kein hochwertiges Werk in der Filmographie von Hogan. 1997 sollte dann ein Richtungswechsel stattfinden. Nun versuchte sich Hogan an ernsten Rollen und harten Actionfilmen. Auch hier war er nicht erfolgreich. Woran das liegt, sieht man an „The Ultimate Weapon“.
 
 
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Der Söldner Cutter will eine letzte Mission durchziehen, die sich gegen Waffenschmuggler richtet. Als Cutter bemerkt, dass er von seinem Auftragsgeber betrogen wurde und die Waffen in terroristische Hände gelangen sollen, zerstört er sie eigenmächtig. Damit macht er einen Senator ziemlich sauer und als dieser herausfindet, dass Cutter eine Tochter hat, will er sie auch gleich entführen. Dummerweise hat Cutter keine gute Beziehung zu seiner Tochter, aber jetzt muss er sie natürlich befreien.
Mit dem Drehbuch gewinnt man sicherlich keine Innovationspreise, aber das muss bei simpler Action ja auch gar nicht sein. Die Prämissen sind oftmals total schlicht und an sich hätte die Story genügend Potenzial hergegeben, nur leider wird sie ziemlich lahm erzählt. Überraschungen gibt es keine und der gesamte Verlauf ist völlig vorhersehbar. Das wäre an sich zu verkraften, wenn man den Fokus mehr in Richtung Action gelenkt hätte, aber dafür fehlte „The Ultimate Weapon“ wohl das Budget.
 
 
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So konzentriert sich Regisseur Jon Cassar, der erst hinterher mit der Serie „24“ so erfolgreich werden sollte, im mittleren Teil auf einen lahmen Drama-Handlungsstrang, der den Zuschauer völlig kalt lässt. Hier geschieht nichts, was interessant wäre und dass man für diese Szenen kein großes Geld brauchte, lässt sich klar erkennen. Das ist zwar handwerklich solide gemacht, aber eben ganz schön langweilig und ereignislos. Immerhin gibt es am Anfang und am Ende jeweils zwei ausgedehnte, gut gemachte Actionszenen. Der Einstieg weckt somit falsche Hoffnungen, fällt aber noch ganz passabel aus. Das Finale rettet „The Ultimate Weapon“ nicht, sieht jedoch trotzdem hübsch aus, bietet nochmal eine gute Portion Action und auch die nötige Portion Gewalt. Die Shoot-outs sind nicht harmlos, aber die Freigabe ab 18 Jahren wirkt aus heutiger Sicht dennoch etwas überzogen. Allgemein ist die Inszenierung schon ganz brauchbar und sauber gemacht, ist der Streifen durchaus und trotzdem mangelt es erheblich an Schauwerten und an einem Wiedererkennungswert.
 
 
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Daran kann auch ein Hulk Hogan nichts ändern. In den Rollen, in denen er sich zum Affen machte, bewies Hogan stets Humor, Selbstironie und das Ergebnis war dann doch irgendwie sympathisch. In „The Ultimate Weapon“ versucht er nun komplett ernst zu spielen und dieses Ergebnis fällt schon weitaus enttäuschender aus. Das wirkt alles sehr verkrampft, erzwungen, plump und holprig. Dass aus Hogan kein echter Actionstar wurde, wundert einen nach diesem Film jedenfalls nicht. Die restliche Besetzung kann auch nicht viel reißen. Carl Marotte ist fehlbesetzt und Daniel Pilon spielt einen stereotypischen, nichtssagenden Bösewicht. Lediglich Cynthia Preston lässt noch ein wenig Charme aufkommen. Die Figurenzeichnung ist langweilig und funktioniert nicht. Alle Charaktere wirken künstlich, konstruiert und sind ein reines Mittel zum Zweck. Somit kommen keinerlei Sympathien auf und die Figuren sind dem Zuschauer schlichtweg egal.
 
 
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Für einen richtigen Actionreißer bietet „The Ultimate Weapon“ zu wenig Action und für die Drama-Anteile ist die Figurenzeichnung zu schlecht. Dass man sich nicht durchgehend langweilen muss, liegt an dem soliden Start und dem versöhnlichen Ende. Alles, was dazwischen geschieht, kann man verkraften, aber Spaß kommt hier sicherlich keiner auf. Auch die Atmosphäre erfüllt ihren Zweck selten. Das ist zwar teilweise reißerisch, aber niemals genug. Ein paar unfreiwillig komische Szenen lassen den Trash-Faktor automatisch nach oben schnellen, doch so richtig amüsant wird das trotzdem selten, denn dafür ist das Geschehen einfach zu trocken. So bekommt man im Endeffekt 95 Minuten Laufzeit geboten, die nicht schrecklich langatmig sind, aber am ehesten für einen gemütlichen Sonntag-Mittag, an dem man vielleicht noch ein bisschen dösen möchte, taugen.
Der Score ist okay, fällt aber nicht sonderlich auf.
 
 


 
 
 

THE ULTIMATE WEAPON – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
„The Ultimate Weapon“ ist ein recht lahmer Actionfilm, der zwar am Anfang und am Ende in diesem Bereich überzeugen kann, ansonsten jedoch keinerlei Highlights zu bieten hat. Die Inszenierung ist ganz sauber und die vorhandene Action wurde solide gestaltet, aber das Drama funktioniert überhaupt nicht und die Figurenzeichnung ist absolut öde. Aus der simplen Story hätte man mit mehr Budget sicherlich auch mehr herausholen können. So bleibt dem Zuschauer am ehesten ein Hulk Hogan, der beweist, dass er wirklich kein guter Schauspieler ist. Ihm dabei zuzuschauen, macht nicht gerade Spaß, aber auch die restlichen Darsteller bekleckern sich nicht gerade mit Ruhm. Das ist zwar niemals ärgerlich langweilig, besitzt aber im mittleren Teil dennoch zu viele Längen und ist am Ende weder trashig, noch amüsant oder brachial genug. Für Fans von Hogan vielleicht mal eine Sichtung wert, für Fans guter Actionfilme verzichtbar!
 
 


 
 
 

THE ULTIMATE WEAPON – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Ultimate Weapon“ war bereits bei seiner Erstveröffentlichung auf VHS ungeschnitten und frei ab 18 Jahren. Der Streifen lief sogar bereits im Free-TV geschnitten ab 16 Jahren. Die nun erhältliche HD-Fassung des Actionfilmklassikers ist ebenso ungeschnitten und frei ab 18 Jahren.
 
 
 


 
 
 

THE ULTIMATE WEAPON – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM RECORDS (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Ultimate Weapon; Kanada 1998

Genre: Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 95 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase | Mediabook

Extras: Erstmals als Blu-Ray (Digital remastered in 2K), Originaltrailer | zusätzlich im Mediabook: 24-seitiges Booklet von Mike Blankenburg, Film auf DVD

Release-Termin: KeepCase: 27.08.2021 | Mediabook: 26.03.2021

 

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THE ULTIMATE WEAPON – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei NSM RECORDS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Shadow Warriors – Rache um jeden Preis (1999)
 
Das Phantom-Kommando (1985)
 

Filmkritik: „Hellkat: Fight for your Soul“ (2021)

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HELLKAT: FIGHT FOR YOUR SOUL

(HELLKAT)

Story

 
 
 
Eine MMA-Kämpferin mit Narbe am Hals gerät an einen mysteriösen Mann, der sie in dieser endlosen, düsteren Nacht zu einer Bar mitnimmt…

 
 
 


 
 
 

HELLKAT – Kritik

 
 
79 Minuten brutale Action gegen Dämonen, so wird dieser Film verkauft – direkt zu Beginn die Titlecard, kein Rumgeplänkel also, direkt ins Getümmel stürzen. Haha. Was hier stattdessen auf den nichtsahnenden Zuschauer wartet, ist einer der billigsten, langweiligsten und enttäuschendsten Filme, die man auch ohne Erwartungshaltung zu sehen bekommen hat in den letzten Jahren. Denn „Hellkat: Fight for your Soul“ ist ein Film mit quasi vier Sets, mit drei Stationen, mit wenigen Darstellern und Ideen – heißt also, diese wenigen Ideen und Sets müssen dafür sitzen, unterhalten, Spaß machen.
 
 
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Station I und der Beginn von II sind dabei die mit Abstand gelungensten Stellen des Films, denn trotz des furchtbaren CGIs direkt bei der ersten Einstellung und trotz des furchtbaren CGI-Bluts später gibt es hier so etwas wie Hoffnung. Eine wortkarge, toughe Frau mit Narbe und Tattoo am Hals fährt durch die Nacht und wird schnell von einem undurchsichtigen, Monologe haltenden Typ mitgenommen, der sich alsbald als Dämon oder gar der Teufel herausstellt und einen Kopfschuss kassiert, den er aber ohne Weiteres wegsteckt. Dazu etwas instrumentale Country-Musik, die aber nicht unatmosphärisch ist, eine nette, handgetrickste Fleischwunde und etwas rot-blaues Neonlicht, ich war doch ganz unterhalten. Nicht falsch verstehen, zu diesem Zeitpunkt ist „Hellkat: Fight for your Soul“ bereits billig und weit weg von einem „guten Film“, doch 4 Punkte wären allemal drin gewesen.
 
 
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Und das gar für die gesamten ersten 26 Minuten, denn diese gingen trotz zu langer, zu schlecht abgemischter Dialoge überraschend kurzweilig und zügig um, beinhalteten ein paar hübsche Einstellungen sowie ein schickes Graffiti, dazu ist die Bar ansprechend inszeniert, die Musik exzellent authentisch knackend produziert und auch die glatzköpfigen, Lederjacken tragenden Rocker mit Aggressionsproblem scheinen erste Actionszenen, sowie einen Synthie-Beat im Soundtrack zu triggern. Doch als diese beiden Antagonisten dann mit wenigen, unspektakulären Schlägen „mal eben“ zu Strecke gebracht werden und es danach zurück zur Bar geht, für weiteres Overacting und langsam nervende, anstrengende Monologe von Ryan Davies als dauergrinsenden Teufel, kamen die ersten, berechtigen Fragezeichen auf.
 
 
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Schließlich befinden wir uns inzwischen eine halbe Stunde in diesem 79 Minuten kurzen Film und haben noch immer keine Actionsequenz, keinen längeren Kampf bekommen, aber auch keine wirkliche Story, Spannung oder sonstige Unterhaltung, bis auf audiovisuelle Schmankerl und einen (in Zahlen: 1) netten Effekt. In den nächsten zehn Minuten zur Halbzeit dieses verzweifelten Unterfangens hin verfliegen dann endgültig jede Unterhaltung oder Anspannung und schiere Ödnis bleibt: Kats Tattoo wird ausbuchstabiert, Davies darf weiter monologisieren und dabei massiv nerven, erst nach der Hälfte der Laufzeit steigt ein erster, uncharakterisierter Kämpfer endlich eine unverputzte Treppe hinunter, um in einen Ring mit ein paar Neon-Röhren zu steigen.
 
 
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Und somit sind wir also bei den unerträglichen nächsten beiden Stationen des Films angekommen, deren minimalistische Inszenierung und Settings endgültig in Trash-Tiefen waten: Ein ungeschmückter, beliebiger Raum mit Krankenliege und Pestmaske tragendem, im Akzent sprechendem „Doktor“ sowie ein zu dunkler, zu großer Raum mit einem einzelnen Ring und zwei Neon-Röhren, fertig ist scheinbar das Purgatorium, in dem es um seine Seele zu kämpfen gilt – und ja, die gesamte erste Hälfte des Films diente einzig dazu, Zeit totzuschlagen und diese Ein-Satz- Prämisse zu „erklären“. Taugen die Kämpfe denn wenigstens? Nein, tun sie nicht, mehr noch: Wäre diese unfassbar quälende, anstrengende, unwitzige Performance von Ryan Davies nicht, die Kämpfe wären der absolute Tiefpunkt dieser peinlichen Aktion: Mit regelmäßiger Zeitlupe unterlegt und immerhin mit recht langen Einstellungen gefilmt, bietet „Hellkat“ ZUSAMMEN genommen vielleicht 5 Minuten an Kampfszenen, im immerselben Setting, gegen beliebige, austauschbare, peinliche Gegner.
 
 
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Und wenn ich „peinlich“ sage, dann meine ich wirklich „Karnevalsmasken und Grunz-Geräusche“, „ein deplatzierter Wookie (?!) mit etwas Farbe im Gesicht“, „undefinierbare Schweinekreatur die quiekt“ und natürlich alles davon normale Menschen, bis auf die jeweilige Kopfbedeckung. Kreaturen-Design wirklich, das man ohne jegliches Geld oder Talent selber auf dem lokalen Spielplatz inszenieren kann – was nur besser klappte, das es sich nicht ernst nähme. Wie hier aber wirklich diese absurden Trash-Soldaten mit ihren Discounter-Masken und unerklärten Charakteren für eine Bedrohung sorgen sollen, egal ob beim Zuschauer oder den ebenfalls unbekannten Kämpfern, die ihr trauriges Trashfilm-Dasein neben unserer Protagonistin fristen, ist mir schleierhaft.
 
 
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Wie dem auch sei, Davies rennt breit grinsend im Anzug herum und kriegt später noch eine ebenfalls extrem anstrengend overactende, ebenso unerklärte Dragqueen an seine Seite gestellt, die nichts zum Film oder Plot hinzufügt, einer der Gegner sieht aus wie ein verworfenes Lordi-Bandmitglied, die Synthie-Beats schwanken zwischen nett und allzu cheesy, der Doktor darf immer wieder zu lange, pseudophilosophische Monologe halten und sonst offscreen die Wunden unserer Kämpfer zusammenflicken.
 
 
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Die Lore des Films und des Platzes wird damit erklärt, dass man, wenn man stirbt, in diese Vorhölle kommt, dort dann entweder rauskommt und eine Chance erhält, oder aber stirbt und sich in ein „Monster“ verwandelt. Stirbt man als Monster, ist man ganz tot. Nichts davon wird je wieder relevant oder für den nicht existenten Plot genutzt. Nach 50 Minuten gab es zwei sehr kurze Kampfszenen in diesem „Actionfilm“ und natürlich nichts, das annähernd an eine Hölle oder einen Horrorfilm erinnert. Langweilige Choreographien ohne Dynamik oder Spannung, in Faschingsmasken, mit unpassender Zeitlupe – man erinnert sich an ein klobiges, misslungenes Videospiel aus den 00er-Jahren erinnert, nicht an einen zeitgenössischen Film.
 
 
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Das „Finale“ versucht sich noch krampfhaft an einer Überraschung, überrascht aber niemanden mehr, es gibt Offscreen-Splatter, was so ziemlich die sinnloseste Entscheidung überhaupt ist in einem Film wie diesem, dazu ist der Konflikt noch tatsächlich der, in diesem toughen Actioner, dass unsere Protagonistin nicht mehr kämpfen will. Das Ende nimmt dann die mit Abstand billigste, belangloseste und enttäuschendste Route aus diesem Schlamassel, und macht nur noch enttäuschter, oder wütender.
 
 


 
 
 

HELLKAT – Fazit

 
 
 
1 Punkt
 
 
Genreloses Totalversagen das weder Action-, Trash-, noch Horrorfans irgendwas bieten kann bis auf ein paar hübsche Einstellungen in der ersten Hälfte. Extrem anstrengend und nervig gespielt, ohne Talent, Witz oder Geld inszeniert, belanglos und ärgerlich.
 
 


 
 
 

HELLKAT – Zensur

 
 
 
Der rote FSK-Flatschen auf der Heimkinoveröffentlichung von „Hellkat: Fight for your Soul“ ist eine kleine Täuschung. Der Streifen wurde von der FSK in der ungeschnittenen Filmfassung ab 16 Jahren freigegeben. Wegen höher eingestuften Trailern zu anderen Veröffentlichungen des Labels auf der Scheibe, ist aber auf dem Blu-ray- und DVD-Cover eine rote 18 zu sehen.
 
 
 


 
 
 

HELLKAT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hellkat; USA 2021

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 79 Minuten

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray aber wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 06.08.2021

 

Hellkat: Fight for your Soul [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

HELLKAT – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mortal Kombat (2021)
 
Raze – Fight or Die! (2013)
 
Arena (2011)
 
The Human Race (2013)
 
Die Insel der Verdammten (1982)
 
Game of Assassins (2013)
 
Die Todeskandidaten (2007)
 

Filmkritik: „Incision – Kleine Einschnitte, große Schmerzen“ (2020)

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INCISION – KLEINE EINSCHNITTE, GROSSE SCHERZEN

(INCISION)

Story

 
 
 
Nachdem die junge Alexa vor ihrer eigenen Schönheitsoperation zurückgewichen ist, gelangt sie zusammen mit einigen Freunden in die wahnsinnigen Hände eines Chirurgen.

 
 
 


 
 
 

INCISION – Kritik

 
 
Das Intro informiert uns mit schnell geschnittenen Zeitungsartikeln darüber, dass von 2014-2018 scheinbar ein wahnsinniger Chirurg sein Unwesen getrieben und mindestens 13 Patienten umgebracht hat. Um diesen Klischee-Opener zu vervollständigen, darf ein Opfer mit zugenähtem Mund sich nun noch schreiend im Spiegel beäugen, bevor ein kitteltragender Klischee-Antagonist, im Halbdunkeln stehend, dies mit „Beautiful!“ kommentiert. Als nächstes werden unzusammenhängende HD-Aufnahmen eingelegter Föten und Körperteile reißerisch und unmotiviert aneinander gereiht, wozu lahme, charakterlose, vage düstere Musik den unterdurchschnittlichen Ersteindruck untermauert. Medizinisches Besteck wird gezeigt, eine rostige Patientenliege, blablabla.
 
 
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Wie prinzipiell haltbare Ideen an inszenatorischem Unvermögen scheitern können, zeigt dann der nächste Abschnitt: Unsere schlecht gespielten, stereotypen, uninteressanten, jungen, reichen Protagonisten werden optisch ansprechend in hübschen, lichtdurchfluteten Luxuswohnungen inszeniert, hören exzellent produzierte sowie stimmig gewählte Musik und sogar an etwas Charakterisierung versucht sich der Film – doch die nach jeder Szene folgende Schwarzblende tötet jede Spannung und bremst massiv aus, die Dialoge sind schlecht geschrieben und deutlich zu leise abgemischt, inhaltlich wird auch auf der Stelle getreten. Vereinzelt genutzte Drohnenaufnahmen oder Chorgesänge reihen sich in die Liste der irritierenden, unzusammenhängenden Editing-Entscheidungen, immerhin tut sich nach knapp einer viertel Stunde audiovisueller Berieselung aber etwas, da eine Festplatte voll Musik drauf verschwunden ist.
 
 
„My family has lived here for generations!“
 
 
Besagte Festplatte wird kurzerhand geortet und befindet sich laut App nicht weit von der Gruppe, in einem alten Haus. Eine bemühte, pseudoemotionale Szene am Strand später, kann tatsächlich die irritierende, unberechenbare, leicht beunruhigende, wenn auch oft gesehen Performance der überfreundlichen alten Dame punkten, bei der Kenny, ein kiffender, blonder Surferboy, versucht das Eigentum seines Freundes zurück zu bekommen. Dieser hingegen könnte sein Anliegen nicht egaler sein, guckt sie stattdessen doch nur ihre Arzt-Soap, beleidigt die Schauspielerinnen lauthals als Huren, bietet ihm einen Brownie an – sprich, lenkt vom eigentlichen Geschehen ab. In diesen kurzen Szenen, mit der unlogischen, aber hübschen Beleuchtung, dem leicht atmosphärischen Sounddesign und der unberechenbaren Situation, gewinnt der Film tatsächlich so etwas wie Charakter – doch sobald Kenny das Wohnzimmer wieder verlässt und in einem unordentlichen Raum voll Diebesgut und Schaufensterpuppen (seufz) auf ein furchtbar schauspielendes Kind trifft, sowie auf einen Hünen mit Lederhemd, der aussieht wie ein Ex-Wrestler mit Drogenproblem, beginnt die Talfahrt.
 
 
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Und hört auch nicht mehr auf – Hand auf die Kamera, Kenny ist ausgeknockt, nach 28 Minuten macht die Gruppe sich auf den Weg zum Haus, mit weiteren Schwarzblenden. Die. Nach. Jeder. Szene. Das. Tempo. Drosseln. Grenzenlos dämlich wird es nun an der Haustür, da die Gruppe um Rapper Calvin $oundz zwar anfänglich misstrauisch, vorsichtig und zurückhaltend vermeidet, in das Haus einzutreten, doch dann nach einem einzelnen „Ich muss auf Toilette!“ von der Freundin nicht nur ohne weitere Bedenken in das Wohnzimmer tritt, sondern auch mir nichts, dir nichts den angebotenen Scotch trinkt. Wie soll man hier mitfiebern, wenn sich bereitwillig in diese vorhersehbare, von Anfang an strange und unangenehme Situation begeben wird?
 
 
„We make people beautiful!“
 
 
Unfreiwillig komisch wird es innerhalb weniger Minuten nun an zwei Stellen, da sowohl der overactende, absurd euphorisch und künstlich herumrufende Junge „Timothy“, der „Becca“ bedrängt, gespielt von Caylee Cowan, die man aus „Willy’s Wonderland“ kennen kann, als auch der abgeschmierte Hüne mit seinen debilen, affigen Kopfbewegungen zu keiner Sekunde ernst genommen werden kann. Was nicht so schlimm wäre, würde dieser trashige Käse sich nicht so ernst nehmen – doch statt Selbstironie oder Comedy hagelt es stattdessen nicht funktionierende Jumpscares, langweilige Sets, Klischee-Dialoge, peinliches Overacting von James Allen Brewer als Mad Doc – und natürlich Gewalteinlagen.
 
 
„Insane? I’m going to make you beautiful!“
 
 
Das eine Motiv, das dieser Film kennt, ist das der Schönheitsoperation gegen den eigenen Willen, die eine Anweisung, die die Schauspieler bekommen haben, war „Sei verängstigt/Sei böse und gruselig!“, das eine „Horrorelement“, das dieser strunzlangweilige, ausgelutschte Nicht-Horrorfilm präsentiert, ist also natürlich krude Gewalt. Das fängt mit einem handgetricksten, heraushängendem Augapfel am Sehnerv noch halbwegs vielversprechend an – doch mit absurd schlechten CGI- Beinstümpfen, die in einer dunklen Szene fast schon leuchten so künstlich sehen sie aus, sowie weiteren wenig überzeugenden, sehr kurzen Gewaltmomenten nach Schema F, werden auch hier Tiefen der Inkompetenz erreicht. Doch auch wenn die Gewalt effektiver wäre, was würde es nutzen? Niemand interessiert uns, mit niemandem kann man mitfühlen oder sich identifizieren
 
 
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Der Soundtrack wird dabei regelmäßig ohrenbetäubend laut und impliziert eine Intensität und Spannung, der dieser belanglose, komplett unoriginelle Pseudo-Folterfilm einfach zu keiner Sekunde gerecht werden kann. In einer trashigen, billigen Umgebung gilt es lahmes Schauspiel und endlose, langweilige Monologe des Doktors zu ertragen, dazu viel Schluchzen aber keine Charakterbögen oder -fortschritte. Dass der Hüne es im Laufe dieses unmotivierten, generischen Stationen Abklapperns wirklich schafft, sich durch ein paar peinlich genuschelte Dialogzeilen noch weiter lächerlich und unbedrohlich zu machen, gar von einer Kopfnuss ausgeknockt wird, macht nach einer geschlagenen Stunde Laufzeit schon fast keinen Unterschied mehr.
 
 
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Wäre das Finale noch in irgendeiner Form spektakulär, neu, spannend, mutig oder unterhaltsam, „Incision“ hätte für seine kurze Laufzeit, die wenige Gewalt ohne CGI und die erfreulich wenig exploitative Inszenierung vielleicht noch 3 Punkte einheimsen können – doch weil Gegner ausgeknockt, aber nicht umgebracht, Waffen liegen gelassen, altbekannte Slasher-Pfade bis zum Erbrechen durchexerziert werden – darum reicht es dafür einfach nicht mehr. Die Kombination vom verrückten Doktor mit klassischer Musik hat man auch noch nie gesehen, ein unfreiwillig komischer Sägentanz noch, mehr bemerkenswert grausames Kinderschauspiel, die obligatorische Ankündigung, dass es noch nicht wirklich vorbei ist – und dann war es das auch schon wieder, 77 auf der Stelle vergessene Minuten Zeitverschwendung.
 
 
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INCISION – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
Fast schon bemerkenswert ideenloser, unorigineller, unfähiger, unblutiger, nie wirklich unterhaltsamer B-Horror ohne Spannung. „Incision – Kleine Einschnitte, große Schmerzen“ ist wenig blutiger Pseudo-Horror mit Klischees, Tropen, Abziehbildern und handwerklichen Mängeln wo überall man nur hinschaut.
 
 


 
 
 

INCISION – Zensur

 
 
 
Trotz Folterthematik hatte „Incision – Kleine Einschnitte, große Schmerzen“ Glück mit der FSK-Prüfung. Der Film ist ist ungeschnitten und frei ab 18 Jahren.
 
 
 


 
 
 

INCISION – Deutsche Blu-ray

 
 
 
incision-2020-bluray

(c) White Pearl Movies (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Incision; USA 2020

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 80 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 20.08.2021

 

Incision – Kleine Einschnitte, große Schmerzen [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

INCISION – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Turistas (2006)
 
Slashed – Aufgeschlitzt (2016)
 
Plastic (2012)
 
Daddy’s Girl (2018)
 

Filmkritik: „Eminence Hill – Der Tod ist die Erlösung“ (2019)

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EMINENCE HILL – DER TOD IST DIE ERLÖSUNG

(EMINENCE HILL)

Story

 
 
 
Ein paar Gesetzlose treffen in Eminence Hill auf ihren Verfolger, den Marshall und einen Kopfgeldjäger, um sich einen gnadenlosen Showdown zu liefern.

 
 
 


 
 
 

EMINENCE HILL – Kritik

 
 
Der Western gehört zwar schon lange nicht mehr zu einem populären Genre, doch da bekannte Größen immer mal wieder einen neuen Western drehen, der dann meist auch hervorragende Kritiken erhält, ist das Genre noch lange nicht tot. Und wo es große Vorbilder gibt, da gibt es bekanntlicherweise auch kleinere Produktionen. Zu diesen gehört „Eminence Hill – Der Tod ist die Erlösung“, der sich zwar sichtbar bemüht, dem Zuschauer etwas bieten zu können, dem es im Endeffekt jedoch leider nicht gelingt.
 
 
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Royce hatte einen gesetzlosen Bruder, der zum Tode verurteilt und gehängt wurde. Nun will er dafür Rache und zusammen mit seiner Gruppe macht sich Royce auf den Weg, um alle Geschworenen zu töten, die dafür verantwortlich waren, dass sein Bruder verurteilt wurde. Seine Mission ist eigentlich erledigt, da kidnappt er noch die Tochter seiner letzten Opfer und will sie an ein Bordell verkaufen. Nebenbei ist ihm ein Marshall mit einem ehemaligen Gang-Mitglied auf den Fersen und ein Kopfgeldjäger gesellt sich auch noch mit hinzu. In der abgelegenen Westernstadt Eminence Hill soll es zum großen Showdown kommen. Besonders viel zu bieten, hat die Story leider nicht, aber das soll für einen Western kein Todesurteil sein. In den primitiveren Beiträgen, von denen es jede Menge gibt, ging es eigentlich meistens um Rache und das ist auch hier der Fall, nur dass sich hier der Antagonist für etwas rächen möchte. Das Drehbuch kommt dabei zu selten auf den Punkt und schwafelt zu viel herum. Da werden unnötige Stationen eingebaut, die das Treiben lediglich strecken, ohne dabei etwas zum Gesamtpaket beitragen zu können. Das hätte man ruhig etwas fokussierter schreiben können, doch dann hätte „Eminence Hill“ noch weniger zu erzählen gehabt. Zwar möchte man hinterher noch ein paar Wendungen präsentieren, doch diese wirken unglaubwürdig und konstruiert.
 
 
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Der Film kann schon alleine deshalb nicht funktionieren, weil er für den Zuschauer keinerlei Identifikationsfiguren parat hält. Mit dem Marshall gibt es zwar eigentlich eine gute Figur, doch die ist dem Zuschauer von Anfang an egal. Auch mit Antihelden kann man punkten, doch dann müsste die Zeichnung markanter ausfallen. Royce ist ein langweiliger Antagonist und seine Truppe überzeugt auch nicht gerade. Das sind alles Charaktere, die man nach dem Film schon wieder vergessen hat, woran auch ein paar Wechsel in der Gut-Böse-Sichtweise nichts ändern können. Leider können die Darsteller da auch nichts reißen. Clint James ist passabel, fällt jedoch weder positiv, noch negativ auf. Owen Conway kauft man seine Rolle als Marshall nicht ab. Außerdem bekommt man es mit „Eminence Hill“ mal wieder mit einer ziemlichen Mogelpackung zu tun. Das Cover verspricht einem nämlich, dass es Barry Corbin und Lance Henriksen in den Hauptrollen zu sehen gibt. Beide bekleiden aber nur recht kleine Nebenrollen. Dabei hätten beide echt gut in den Film hineingepasst, aber sie sind sichtbar nur dabei, um ein paar Moneten zu verdienen. Mühe geben sie sich nämlich nicht großartig. Nur mit Dominique Swain hat man nicht ganz so dreist gelogen, denn sie ist öfter zu sehen und macht sich ganz okay.
 
 
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Wirft man einen Blick auf den Regisseur Robert Conway, wird schnell klar, weshalb „Eminence Hill – Der Tod ist die Erlösung“ kein guter Film ist, denn der Mann hat z.B. gleich zwei „Krampus“-Werke verbrochen. Die handwerkliche Arbeit wirkt einfach zu billig. Zwar hat man die Western-Kulissen solide hinbekommen, doch es mangelt dem Werk an Atmosphäre, weil die Optik selten so richtige Western-Stimmung aufkommen lassen will. Meistens gibt es Szenen zu sehen, die auch in jeder anderen Zeit an jedem anderen Ort hätten spielen können. Da fehlte es eindeutig an Budget, doch leider wird dieser Umstand nicht mit Kreativität wieder wett gemacht. Überwiegend wird nämlich nur um den heißen Brei herumgeredet und die 100 Minuten Laufzeit ziehen sich ganz schön in die Länge. Ob es da eine Freigabe ab 18 Jahren gebraucht hätte, ist ebenfalls fraglich, denn es fließt zwar Blut, doch so explizit ist das selten und die Effekte sind auch eher bescheiden. Immerhin bietet das Finale noch etwas mehr Action, selbst wenn das nicht viel retten kann. Der Score ist leider ebenfalls langweilig und passt nicht zu einem Western.
 
 
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EMINENCE HILL – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
„Eminence Hill – Der Tod ist die Erlösung“ hört sich auf dem Papier reizvoll an, kann aber nicht ansatzweise halten, was er verspricht. So dümpelt die Handlung lange Zeit nur vor sich hin und kommt erst ganz zum Schluss auf den Punkt. Der namhafte Cast spielt auch nur eine kleine Rolle. Stattdessen übernehmen recht unbekannte Schauspieler die Hauptrollen, was sie nicht gerade begeisternd tun. Hinzu gesellt sich eine langweilige Figurenzeichnung und eine handwerklich ziemlich billige Arbeit. Die Western-Optik ist zwar passabel, aber die Atmosphäre ist eine Katastrophe. Der Unterhaltungswert ist gering, denn es passiert kaum etwas und nur das kurze Finale bietet noch ein wenig mehr Action. Mit einem solchen Werk macht man den Western sicherlich nicht wieder populärer und da wäre ein stumpfer, austauschbarer Actionfilm sogar reizvoller gewesen!
 
 


 
 
 

EMINENCE HILL – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Eminence Hill – Der Tod ist die Erlösung“ ist ungeschnitten und frei ab 18 Jahren.
 
 
 


 
 
 

EMINENCE HILL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
eminence-hill-2019-bluray

(c) White Pearl Movies (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Eminence Hill; USA 2019

Genre: Western

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 100 Minuten

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Original-Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 20.08.2021

 

Eminence Hill – Der Tod ist die Erlösung [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

EMINENCE HILL – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Badland (2019)
 
The Kid – Der Pfad der Gesetzlosen (2019)
 

Filmkritik: „Close Calls“ (2017)

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CLOSE CALLS

Story

 
 
 
Die junge Morgan muss auf ihre Oma und das Haus aufpassen, doch nimmt nach einem Haufen Drogen erst einmal den Telefonhörer in die Hand, da ein Unbekannter sie terrorisiert…

 
 
 


 
 
 

CLOSE CALLS – Kritik

 
 
Das Regiedebüt des amerikanischen Indiehorrorproduzenten Richard Stringham ist defintiv ein ungewöhnlicher Film, und zudem einer, der in Deutschland auffällig an genreaffine Fans vermarktet wird: Das Frontcover spricht von einem Film „im Stile Argentos mit einem modernen Twist“, auf dem Backcover findet sich neben viel unspezifischer Lobhubelei direkt noch einmal der Name des italienischen Großmeisters, in Verbindung mit dem Wort „Giallo“. Von hypnotisch drogenvernebelten Trips, Genrehommagen und Surrealismus ist die Rede, die blau-rot beleuchteten Screenshots halbnackter Frauen tun ihr Übriges – nach „Abrakadabra“ also wirklich direkt der nächste gelungene Subgenreausflug? Was als erstes stutzig machen könnte ist die Laufzeit von 128 Minuten, was, zusammen mit der Tatsache, dass dieser Film auch von Stringham selber produziert wurde, spontan aber immerhin für ein Herzensprojekt spricht, das nicht aus Kostengründen für die Industrie auf den Markt gerotzt wurde. Nach einem sympathischen VHS-Kasetten-Synthie-Retrointro von S&Drive startet der Film mit einer angestaubt klingenden, wohligen Klaviermelodie zu altem Bildmaterial und mit 60s/70s- Titlecard über dem Anwesen in dem ein Großteil des Films spielen soll. Newcomerin Jordan Phipps sitzt in der ersten Einstellung nun bereits hosenlos und mit beachtlichem Ausschnitt auf dem Bett und telefoniert, hier direkt fällt die miserable Soundmischung auf, da Soundtrack und gerade Foley- Geräusche, Türen etc. DEUTLICH lauter sind, als der teils unverständliche Dialog. Zwar nimmt sich „Close Calls“ insgesamt eher zurück, was dialoglastige oder relevante Passagen belangt, die auf Hörverstehen angewiesen sind, ohne Untertitel jedoch trotzdem eine punktuell ärgerliche Angelegenheit.
 
 
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Ihr Vater kommt rein und streitet sich mit Morgan, da er nach dem Tod seiner Frau nun ein Date hat, soll Morgan daheim bleiben und auf ihre Großmutter aufpassen. Der Vater fährt weg, zu sanfter Synthiemusik steht Morgan vorm Spiegel, bevor die Steadycam schamlos auf ihren halbnackten Hintern hält und sie auf dem Weg zu einer Box voll Drogen begleitet. Ein Beat setzt ein, sie nimmt Koks und raucht, eine an die 70s anmahnende Rotblende schließt die Szene. POV aus der Sicht des Kühlschranks, der von einem riesigen Dekolleté begrüßt wird, weiße Ranchsoße auf ihrem Essen, ein weiterer Close-Up auf den Hintern – zu diesem frühen Zeitpunkt werde ich bereits davon absehen, es jedes Mal neu zu nennen: Doch dieser Film ist absolut notgeil, gefilmt wie von einem Vierzehnjährigen und cinematographisch bei aller Professionalität und starker Frauenfigur reichlich sexistisch und mehr daran interessiert, die Kurven und Rundungen der Hauptdarstellerin zu filmen, statt Ihrer Mimik oder Gestik. Das Telefon klingelt und kurz kommt erste Spannung auf, Morgan geht ran und hört nichts als ein Atmen und verrücktes Lachen, Erinnerungen an „Black Christmas“ werden wach. Natürlich wird noch etwas Dip verschüttet, damit man sich in Unterwäsche auf den Boden bücken und wischen muss, ist auch diese freizügige Stelle überstanden, geht es aber tatsächlich auf den spinnenwebenbehangenen Dachboden um bei der Großmutter vorbeizugucken, wo das Setdesign durch Kerzen, einen Puppenkopf und eine lebendige Tarantel zwar nicht unbedingt realistisch, dafür aber visuell ansprechend und atmosphärisch angerichtet ist. Oma selber schläft, spuckt dann aber Blut und ahnt ihren baldigen Tod, zudem verlangt sie „Cheese dip soup“, redet kurz mit tieferer, wenn auch nicht ganz dämonischer, Stimme und greift Morgan gar kurz an. Panisch rennt diese durch den Gang, wo zahlreiche Bilder ihrer Mutter sie und ihre hüpfenden Brüste beäugen. Kurz darauf dann der nächste, wieder gemächlich inszenierte Anruf des Unbekannten und er masturbiert am Telefon, Morgan muss sich daraufhin übergeben, zieht mehr Koks, hört die Stimme ihrer Mutter und auf einmal sind auch schon fast 30 Minuten vergangen.
 
 
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Die Laufzeit des Films verwundert mich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr, denn nicht nur werden alle genannten Tätigkeiten oder Zwischenszenen gerne mal in die Länge gezogen und mit aller Ruhe erzählt, wie in den Vorbildern wohl oftmals auch, sondern fühle ich mich, tonal völlig verwirrt, endgültig wie in einer Art Russ Meyer-Film, da die Szenen mit der Großmutter definitiv einen überdreht-komödiantischen Ton haben, gleichzeitig aber wohl auch unironischer Schrecken verbreitet werden soll. Ein Werk also, in dem unabhängig vom Gesamtkonzept geschrieben und gefilmt wurde, was spontan Spaß gemacht hat? Morgans Vater diskutiert im Restaurant mit seinem Date, das sich über das Essen beschwert und allgemein genervt ist, keine Lust auf ihre Tochter hat. So, oder so ähnlich jedenfalls, da die Tonspur hier erneut derart desaströs gemischt ist, dass man ihren Dialog leider kaum ausmachen kann. Kristof Waltermire, der recht routiniert Morgans Vater spielt, beschwert sich darüber, dass er gerne hätte, dass seine Tochter auf ihn hört, eine uninspirierte, angedeutete und recht unnötige Sexszene auf der Restauranttoilette später geht’s zurück zu eben jener Tochter, dabei, wie sie offscreen masturbiert, nach dem Orgasmus einen Zug aus ihrem Inhaler nimmt…und dann von einer Gestalt mit Brille angefallen und begrabscht wird. Da es sich trotz des bemühten Pseudo-Jumpscares jedoch um einen Freund handelt, – der sie ganz unverhohlen anmacht und übergriffig wird, was sie jedoch völlig normal zu finden scheint – nimmt Morgan den Besuch einfach hin, zumal er Salvia dabei hat. Zuerst wird zwar noch der Loveletter eines ehemaligen Verehrers gelesen, der mit einer Todesdrohung endet und durchaus nicht unbedrohlich formuliert wurde, doch nur Robbie scheint sich ernsthaft darüber Sorgen zu machen, – oder vielleicht nur seinen Beschützerinstinkt ausleben wollen? – während die zu keinem Zeitpunkt mehr auffallend auf Drogen wirkende Morgan die Situation sehr gelassen sieht. Ein lautes Piepen irritiert den Zuschauer und soll wohl für aufkommende Bedrohung stehen, als es aufhört, folgt der dritte Anruf und Morgan legt den Hörer neben die Anlage. Eine weitere, unangenehme Fußfetisch- Anmache wird abgewehrt, daraufhin, nach etwa 45 Minuten Laufzeit, richtet sich die Aufmerksamkeit wieder dem Salvia und in der Tat wird ziemlich realistisch dargestellt wie Morgan nun Lachen muss und von den mannigfaltigen Eindrücken überfordert ist. Ihr „Freund“ allerdings nutzt dies auf und fängt an sie zu begrabschen, gar auszuziehen…
 
 
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Eine Dreiviertelstunde befinden wir uns im Film und nicht nur gibt es keine Rasierklingen oder Lederhandschuhe, keine Kommissare oder Designer-Wohnungen, auch bleibt ganz allgemein die Frage zu beantworten, in welche Richtung dieser merkwürdige Streifen jetzt eigentlich driften möchte. Ein feministischer Rachefilm über eine im Drogenrasch vergewaltigte sowie gestalkte, junge Frau die sich ähnlich wie in „Revenge“ vom Reize spielen lassenden Blondchen zur männertötenden Furie wird? Ein Film, der genau so plump und schamlos und simpel ist, wie er zu sein scheint und absolut keine Berechtigung hat, zwei Stunden lang zu laufen? Oder ein subversives Genre-Meisterwerk, das nach der liebevollen Exposition direkt in die Vollen geht? Die Antwort, ist, wie so häufig, nicht so einfach und irgendwo zwischen diesen Optionen. Die Vergewaltigung, soviel kann ich vorweg nehmen, scheint nämlich wirklich stattzufinden, doch auch wenn der Film nichts davon explizit zeigt, so ist es schon recht sinnlich und „sexy“ aufbereitet, viel schlimmer aber, absolut unreflektiert und unverständlich wenig von Morgan selber zur Sprache gebracht, die daraufhin freiwillig weiter mit diesem Freund Zeit verbringt. Wie dem auch sei, hat man ihr Verhalten sowie einen manipulativ lauten Jumpscare geschluckt, wird mit dem subtilen und unblutigen Verschwinden des „Freundes“ die zweite Hälfte des Films eingeläutet, in der Morgan erst einmal mit einer absurd riesigen Schüssel Popcorn Fernsehen guckt, ein Holzfällerhemd trägt und nach einem Streit mit ihrem Vater das Haustelefon zerschmettert. Der macht sich derweil Sorgen und will zurück nach Hause fahren, Sorgen die nicht gänzlich unberechtigt sind, da Morgan nun, beim Versuch ihrer Oma ihre Medizin zu geben, angefallen wird und einen apokalyptischen Monolog zu hören kriegt.
 
 
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Etwa 70 statt der üblichen 10-30 Minuten Exposition, Teasing, Vorlauf, Charaktere und Umgebung kennenlernen, Set-Up und, je nach Auslgegung des Wortes „Rumtrödeln“ gilt es für den Genrefan zu genießen, doch dann klopft es – und am zu breiten Lächeln, an der wunderbar langen und realistischen Gesprächsszene mit verschlossener Tür, durch das angespannte Framing mit rotem Pool-Table, grün beleuchteten Zimmerpflanzen und roter Küchentheke merkt man als Zuschauer schnell, das nun tatsächlich so etwas wie eine Bedrohung oder Thrill zu erwarten sind und tatsächlich, aus dem harmlosen Besuch entwickelt sich ein erotisch aufgeladenes, unangenehmes, stellenweise brutales und spannendes Katz- und Maus-Spiel mit einer herrlich eklig-schleimigen Performance von Greg Fallon. Backstory wird noch relevant und sorgt für Spannungsmomente, die Aufbröselung und Konfrontation der Beteiligten erinnert entfernt an absurde Giallifinale, doch in einem deutlich kleineren Maßstab. Verspielte Splitscreens und eine rotierende Kamera kommen zum Einsatz, eine überraschend kaltschnäuzige und brachiale Kampfchoreographie wird zum Besten gegeben und auch wenn das Familiendrama kurz Überhand nimmt, so wissen die handgemachten Effekte, expressionistischen Einblendungen sich drehender Gesichter und der besser werdende Soundtrack zu gefallen – nachdem ich es nämlich fast schon aufgegeben hatte, stellt sich nach 104 Minuten durch den groovigen Soundtrack, die Winkel und das spannende Setting der Gewächshäuser bei Nacht absolutes Giallofeeling ein. Die Einstellungen und Nahaufnahmen sitzen, der Plot ist nicht völlig absurd, Romero- und Argento- Referenzen lassen durch ihre ansprechende Umsetzung freudig grinsen, spätetens dann, wenn sich durch langsame Einstellungen und drastische F/X-Arbeit noch Fulci-Einschläge finden lassen. Ein trippiges, stark inszeniertes Finale wird zwar leider vom Cover gespoilert, doch die Gänsehaut verursachende, letzte Einstellung dürfte jeden Horrorfan trotzdem freudig aus diesen halb billig und routiniert, halb ideenreich und originell wirkenden zwei Stunden leiten.
 
 
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CLOSE CALLS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Technisch ansprechender, farbenfroher Retrothriller mit ausgebeuteter Hauptdarstellerin und ungewöhnlicher Erzählstruktur.
 
 


 
 
 

CLOSE CALLS – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Close Calls“ ist ungeschnitten und frei ab 18 Jahren. Somit ist der Film nur für Erwachsene geeignet.
 
 
 


 
 
 

CLOSE CALLS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-On New Media (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Close Calls; USA 2017

Genre: Horror, Thriller, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 128 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 27.11.2020

 

Close Calls [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

CLOSE CALLS – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei I-On New Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Abrakadabra (2018)
 
Tulpa (2012)
 
Yellow (2012)
 

Filmkritik: „Zombie – Dawn of the Dead“ (1978)

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ZOMBIE – DAWN OF THE DEAD

(DAWN OF THE DEAD)

Story

 
 
 
Der wahrscheinlich einflussreichste und kultigste Zombie-Film aller Zeiten führt vier Protagonisten in ein Kaufhaus, in welchem sie sich gegen die drohende Apokalypse verteidigen müssen.

 
 
 


 
 
 

DAWN OF THE DEAD – Kritik

 
 
Wohl niemand hat den Zombiefilm dermaßen geprägt, wie George A. Romero. Zwar wurden Zombies auch schon weit vor 1968 thematisiert, doch Romero verpackte bissige Gesellschaftskritik mit in den Horror und so wurde schon sein Erstling „Night of the Living Dead“ zu einem Kultstreifen, der bis heute nichts von seiner Atmosphäre eingebüßt hat. Es sollte ca. zehn Jahre dauern, bis Romero seinen Ruf als Meister der Zombies ausbaute. 1978 war es soweit und „Dawn of the Dead“ (in Deutschland schlicht mit „Zombie“ oder auch „Zombies im Kaufhaus“ betitelt) erblickte das Licht der Kinoleinwände. Dieses Mal in Farbe und mit deutlich mehr Aufwand. Romero hat hier schlichtweg DEN Klassiker des Zombiefilms gedreht und er löste damit eine regelrechte Welle von ähnlichen Werken (oftmals aus Italien) aus, die sich bis Mitte/Ende der 80er Jahre erfolgreich hielt. Es gibt an diesem Film eigentlich nichts auszusetzen, denn selbst kleinere Fehler können diesem Meisterwerk nichts anhaben.
 
 

 
 
In „Night of the Living Dead“ wurde das Übel mit den Zombies eingeleitet. Seitdem ist einige Zeit vergangen und „Dawn of the Dead“ steigt mitten in ein apokalyptisches Szenario ein. Stephen arbeitet als Verkehrsberichtserstatter und bekommt deshalb die Gelegenheit mit einem Hubschrauber abzuhauen. Seine Freundin Francine kommt mit, ebenso wie die beiden SWAT-Beamten Peter und Roger. Das gesamte Land wird von Zombies überfallen und die Vier suchen nach einem sicheren Ort. Sie finden ein ganzes Einkaufszentrum, in welchem es Verpflegung im Überfluss gibt. Nachdem man ein paar Zombies aus dem Weg geräumt hat, scheint es hier sicher zu sein, doch der Schein trügt.
 
 
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Romero verstand es wunderbar seine Horrorfilme mit reichlich Gesellschaftskritik zu füllen und es ist ihm wohl niemals mehr so genial gelungen, wie in „Dawn of the Dead“. Die Idee mit dem Einkaufszentrum ist einfach perfekt und lässt so viele Deutungen zu, dass es zwangsläufig anspruchsvoll wird. Wenn die Zombies nach ihrem Tod zu dem Ort zurückkehren, der ihnen wohl trotzdem in Erinnerung geblieben ist, wenn selbst die vier Protagonisten dem Kapitalismus frönen, dann besitzt das ein Niveau, welches man im Horrorfilm sonst eher vergeblich sucht. Das Drehbuch an sich ist natürlich ziemlich simpel, doch 1978 war das noch erlaubt, denn hier war der Zombiefilm noch längst nicht so ausgelutscht, wie heutzutage. Es sind die Ideen, die auch über 40 Jahre später noch faszinieren und deshalb gibt es an der Handlung absolut nichts auszusetzen.
 
 
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Ein weiterer Punkt, der „Dawn of the Dead“ so stark macht, ist selbstverständlich sein Splatter-Gehalt. Gleich am Anfang geht es schon mächtig zur Sache und im Finale fliegen die Gedärme regelrecht durch die Gegend. Mit Tom Savini (der auch eine kleine Rolle übernahm) hatte Romero einen der besten, wenn nicht den besten Effekte-Künstler zur Verfügung und der konnte sich hier so richtig austoben. Bei den Zombies muss man kleinere Abstriche machen, denn die sind manchmal einfach nur etwas angemalt. Allerdings muss man auch beachten, dass „Dawn of the Dead“ keineswegs eine Big-Budget-Produktion war. Dafür kann sich die handwerkliche Arbeit umso mehr sehen lassen und der handgemachte Splatter kann auch heute noch ein Strahlen ins Gesicht jedes Gorehounds zaubern.
 
 
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Einen Überblick über die verschiedenen Fassungen zu bewahren, ist nicht so leicht, denn es existieren zig Schnittversionen von „Dawn of the Dead“. In Deutschland wurde er damals natürlich beschlagnahmt (was mittlerweile zum Glück rückgängig gemacht wurde) und so gab es viele gekürzte Fassungen. Zusätzlich exisitiert die Long-Version, ein Romero- und ein Argento-Cut. In der längsten Fassung läuft der Film fast zweieinhalb Stunden, doch in Deutschland ist die gängigste Version wohl die zweistündige. Diese reicht auch aus, denn nicht jede kleine Handlungserweiterung ist notwendig.
 
 
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Neben allen bisherigen Glorifizierungen, muss man den saustarken Unterhaltungwert ebenfalls loben. Dieser kommt am ehesten zustande, weil der Aufbau so genial geraten ist. Ohne eine richtige Einleitung geht es sofort zur Sache und schon in der ersten Viertelstunde kommt es zu genügend Action. Im mittleren Teil wird es dann etwas ruhiger und hier kommt sogar eine richtige Feel-Good-Stimmung auf. Wenn die vier Protagonisten es sich im Einkaufszentrum gut gehen lassen, kann man das als Zuschauer bestens nachvollziehen und ist fast schon neidisch auf diese Situation. „Dawn of the Dead“ ist nicht einfach nur eine brutale Schlachtplatte geworden, er macht zeitweise auch einfach sehr viel Spaß und ist unerwartet locker. Natürlich ist die Gefahr keineswegs vorüber und so bahnt sich ein Finale an, welches wirklich alle Register zieht. Hier gibt es nochmals reichlich Splatter zu sehen und es kommt eine gute Portion Spannung auf. Egal ob nun 120 oder 140 Minuten – Der Unterhaltungswert ist perfekt. Keine Sekunde scheint überflüssig und dass einem der Film trotz seiner Kurzweiligkeit manchmal etwas lang vorkommt, sorgt nur für ein noch epischeres Gefühl.
 
 
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Bei den Darstellern braucht man nicht unbedingt nach Perfektion zu suchen, wobei trotzdem jeder sehr ordentlich spielt. Besonders David Emge besitzt ein paar Momente, die etwas holprig wirken, doch das stört niemals. Ken Foree sieht man sehr gerne zu und sein Mitwirken erbrachte ihm in Horrorkreisen hinterher einen gewissen Kultstatus. Auch Scott H. Reiniger besitzt eine ordentliche Ausstrahlung und Gaylen Ross macht das Quartett souverän voll. Alle anderen Darsteller besitzen nur kleinere Rollen und stehen nicht im Mittelpunkt, doch auch hier wurde viel Aufwand betrieben und man hat sehr große Massen an Statisten etc. versammelt. Dass „Dawn of the Dead“ überhaupt Spannung erzeugen kann, liegt selbstverständlich auch an einer gelungenen Figurenzeichnung. Die vier Hauptcharaktere sind nicht perfekt, besitzen ihre Ecken und Kanten, verhalten sich manchmal auch ein wenig dämlich, doch sie funktionieren als Menschen, sind sympathisch genug und man kann mit ihnen mitfiebern. Hier wurde nahezu alles richtig gemacht.
 
 
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Einen kleinen Extra-Absatz verdient zum Schluss noch der tolle Soundtrack der italienischen Progressive-Rock-Band Goblin, die schon so manch einen Film mit ihrer Musik verfeinert hat. Es ist also kein Wunder, dass oftmals auf den Soundtrack zurückgegriffen wird und die Musik oft zu hören ist. Die Melodien prägen sich sofort ein, wurden sogar für andere Zombiefilme später erneut verwendet und alleine wenn man diese Musik hört, ist das Feeling vom Film sofort wieder da. Und wenn dann noch das offene Ende folgt, kann man noch heute eine Gänsehaut bekommen.
 
 
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DAWN OF THE DEAD – Fazit

 
 
 
10 Punkte Final
 
 
So stark, wie bei „Dawn of the Dead“ war George A. Romero nie wieder. Zwar war auch „Night of the Living Dead“ sehr gut und die beiden Nachfolger „Day of the Dead“ und „Land of the Dead“ („Diary of the Dead“ und „Survival of the Dead“ werden hier bewusst verschwiegen) konnten ein tolles Niveau halten, aber hiermit hat Romero wirklich sein Meisterwerk erschaffen. Es fängt schon bei der genialen Handlung an, die beweist, dass man mit simplen Ideen ein perfektes Drehbuch schreiben kann. Weiter geht es mit einer tollen Inszenierung und einer handwerklich hervorragenden Arbeit, der man es überhaupt nicht anmerkt, dass das Budget nicht so groß war. Dann wären da natürlich die zahlreichen Effekte, die reichlich Splatter bieten, welcher auch heute noch toll aussieht. Dass der Film kleinere Macken, keine perfekten Darsteller und auch ein paar etwas dümmliche Verhaltensweisen der Figuren besitzt, macht ihn eigentlich nur noch sympathischer. Der Unterhaltunswert könnte höher nicht sein und der fabelhafte Soundtrack rundet das Ganze ideal ab. „Dawn of the Dead“ ist auch über 40 Jahre später noch ein actionreicher, spannender, aber auch amüsanter, lockerer und vor allen Dingen echt brutaler Zombiefilm, der seinen Kultstatus zurecht erlangt hat, eine unschlagbare Atmosphäre besitzt und wohl den besten Zombiefilm aller Zeiten darstellt!
 
 


 
 
 

DAWN OF THE DEAD – Zensur

 
 
 
„Zombie – Dawn of the Dead“ hatte in Deutschland eine bewegte Zensurvergangenheit. Der Film lief damals in einer leicht gekürzten Fassung in den deutschen Kinos, die auf dem Argento Cut beruhte. Letzterer wurde in allen europäischen Ländern veröffentlicht, während der sogenannte Romero Cut in englischsprachigen Ländern sowie Nord- und Südamerika herausgebracht wurde. Beide Fassung unterscheiden sich in Musik und Alternativszenen. Die erste deutsche VHS von Marketing Film war um fast 13 Minuten geschnitten und wurde 1983 indiziert. Es folgte eine Neuauflage von VPS, die zwar mehr Handlung enthielt aber in sämtlichen Gewaltszenen zensiert wurde. 1991 wurde die erste VHS von Marketing Film beschlagnahmt. Es folgten diverse Indizierungen und Beschlagnahmungen aller erdenklicher Fassungen und Veröffentlichungen, die in Deutschland und im Ausland herausgebracht wurden. Erst das Label Astro veröffentlichte „Zombie – Dawn of the Dead“ zum ersten mal im ungekürzten Argento Cut auf Laser Disk und VHS. Das Label Laser Paradise zog nach und brachte selbigen auf DVD heraus. Während der Klassiker in den letzten Jahren mehrfach ungeschnitten im deutschsprachigen Ausland auf DVD und Blu-ray ungeprüft veröffentlicht wurde, passierte im Januar 2019 in Deutschland ein Wunder. Dort wurde die Beschlagnahme von „Zombie – Dawn of the Dead“ nach 28 Jahren aufgehoben. Es folgte Index- und Listenstreichungen diverser Fassungen. Ende Mai 2019 wurde der Argento Cut neu von der FSK geprüft und mit „Keine Jugendfreigabe“ bewertet. Demzufolge dürfen die „Zombies im kaufhaus“ nun auch zum ersten mal auch dort ungeschnitten verkauft werden. Das nahm das Label Koch Film zum Anlass, um „Zombie“ erstmalig auf Blu-ray zu releasen. Hierzu hat der Käufer die Qual der Wahl zwischen vielen tollen Veröffentlichungen mit massig an Bonusmaterial!
 
 
 


 
 
 

DAWN OF THE DEAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Koch Films (1 UHD + 2 Blu-rays im Mediabook – Cover A)

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(c) Koch Films (1 UHD + 2 Blu-rays im Mediabook – Cover B)

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(c) Koch Films (1 UHD + 3 Blu-rays in der Retro-Edition – Cover B)

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(c) Koch Films (1 UHD + 3 Blu-rays in der Retro-Edition – Cover B)

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(c) Koch Films (1 UHD + 6 Blu-rays + 1 CD in der Limited Special Edition)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dawn of the Dead; Italien | USA 1978

Genre: Thriller, Horror, Drama, Klassiker

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 119 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover, Mediabook, VHS-Verpackung, Sammlerbox

Extra – KeepCase: Unzensierte Argento-Fassung auf Blu-ray, Audiokommentar von Komponist Claudio Simonetti (Englisch, Optionale Deutsche Untertitel), Englische Trailer, Deutsche Trailer, TV-Spots, Trailer Europäische Fassung, Radio Spots

Extras – Mediabook: Unzensierte Argento-Fassung auf Blu-ray, Audiokommentar von Komponist Claudio Simonetti (Englisch, Optionale Deutsche Untertitel), Englische Trailer, Deutsche Trailer, TV-Spots, Trailer Europäische Fassung, Radio Spots 18-seitiges Booklet mit einem Text von Peter Osteried, Interview mit Regisseur George A. Romero, Interview mit Produzent Dario Argento, Interview mit Make-Up-Artist Tom Savini, Interview mit Stuntman Taso Stavrakis, Interview mit Filmemacher Nicolas Winding Refn, Bela B. trifft George Romero, Über die italienische Fassung, Bildergalerie, 4K-UHD-Fassung des Argento Cuts

Extras – VHS Retro Edition:Unzensierte Argento-Fassung auf Blu-ray, Audiokommentar von Komponist Claudio Simonetti (Englisch, Optionale Deutsche Untertitel), Englische Trailer, Deutsche Trailer, TV-Spots, Trailer Europäische Fassung, Radio Spots, Interview mit Regisseur George A. Romero, Interview mit Produzent Dario Argento, Interview mit Make-Up-Artist Tom Savini, Interview mit Stuntman Taso Stavrakis, Interview mit Filmemacher Nicolas Winding Refn, Bela B. trifft George Romero, Über die italienische Fassung, Bildergalerie, 4K-UHD-Fassung des Argento Cuts, Jörg Buttgereit und Kai Nowak über „Zombie“ in Deutschland, Biennale 2016 Pressekonferenz, Biennale 2016 Einführung, Deutscher TV-Beitrag über die Dreharbeiten, Home Videos mit Kommentar von Robert Langer, Home Videos mit Kommentar von Ralph Langer, Monroville Mall Tour, Super-8-Fassung

Extras – Special Limited Edition: Edler Schuber mit Titel in Heißfolienprägung und Spotlackierung, 28-seitiges Booklet in DINA4, Nachdruck des Deutschen Pressehefts in DINA4, 2 einseitig bedruckte Filmplakate (89×59 cm), 6 hochglanz Art-Cards (32×32 cm), Unzensierte Argento-Fassung auf Blu-ray, Audiokommentar von Komponist Claudio Simonetti (Englisch, Optionale Deutsche Untertitel), Englische Trailer, Deutsche Trailer, TV-Spots, Trailer Europäische Fassung, Radio Spots, 4K-UHD-Fassung des Argento Cuts, Vollbild Argento-Fassung in HD, US-Kinofassung in HD (Romero Cut), Extended Cannes-Fassung in HD, Interview mit Regisseur George A. Romero, Interview mit Produzent Dario Argento, Interview mit Make-Up-Artist Tom Savini, Interview mit Stuntman Taso Stavrakis, Interview mit Filmemacher Nicolas Winding Refn, Bela B. trifft George Romero, Über die italienische Fassung, Bildergalerie, Jörg Buttgereit und Kai Nowak über „Zombie“ in Deutschland, Biennale 2016 Pressekonferenz, Biennale 2016 Einführung, Deutscher TV-Beitrag über die Dreharbeiten, Home Videos mit Kommentar von Robert Langer, Home Videos mit Kommentar von Ralph Langer, Monroville Mall Tour, Super-8-Fassung, Soundtrack-CD

Release-Termin: KeepCase | Mediabooks | Retro-VHS-Edition | Limitied Special Edition: 17.12.2020

 

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DAWN OF THE DEAD – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Nacht der lebenden Toten (1968)
 
Zombie 2 – Day of the Dead (1985)
 
Land of the Dead (2005)
 
Diary of the Dead (2007)
 
Survival of the Dead (2009)
 

Filmkritik: „Die Schlange – Killer vs Killer“ (2017)

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DIE SCHLANGE – KILLER VS KILLER

(LE SERPENT AUX MILLE COUPURES)

Story

 
 
 
Ein Profikiller ermordet drei Gangster eines südamerikanischen Kartells und bekommt prompt selbst einen Profikiller auf den Hals gehetzt.

 
 
 


 
 
 

DIE SCHLANGE – Kritik

 
 
Da es schon haufenweise Thriller gibt, die ihren simplen Plot „Gut gegen Böse“ verkaufen, schadet es manchmal nicht, etwas andere Wege zu gehen. Dies versucht „Die Schlange“, der den reichlich plumpen deutschen Zusatztitel „Killer vs. Killer“ erhalten hat. Wenn man etwas Geduld mit sich bringt, bekommt man einen brauchbaren Vertreter seiner Art zu sehen, der sich allerdings in zu vielen Nebensträngen verliert.
 
 
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Nachdem ein Profikiller drei Gangster eines südamerikanischen Kartells umgebracht hat, versteckt er sich auf einem Hof in der Nähe. Hier lebt Omar mit seiner Frau und seiner Tochter. Weil Omar ein Schwarzer ist, hat die Familie oftmals mit Rassismus zu tun. Doch das soll längst nicht ihr schlimmestes Problem sein, denn der Killer hält die Familie als Geisel, um sich bei ihr zu verstecken. Ein Versteck hat er auch dringend nötig, denn das Kartell hat bereits einen weiteren Profikiller auf die Sache angesetzt und will Rache. Die Story ist nicht schlecht, aber sie ist zu verschachtelt. Hier gibt es wirklich viele Nebenstränge, die erst nach für nach ein großes Ganzes ergeben, aber nicht alle zwingend notwendig gewesen wären. So ist z.B. die Sache mit dem Rassismus nur eine Randnotiz, denn eine größere Rolle spielt das Thema niemals. Außerdem fällt es nicht leicht den Überblick zu bewahren, wer denn hier eigentlich welche Rolle einnimmt. Reduziert man das Drehbuch auf das Wesentliche, ist es relativ dünn und hat nicht mehr zu erzählen, als andere Filme dieser Art auch. Durch die vielen Nebenstränge soll das wohl aufgewertet werden, aber hätte man es etwas simpler und übersichtlicher gehalten, wäre das wahrscheinlich sogar etwas effektiver geraten.
 
 
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„Die Schlange – Killer vs Killer“ besitzt definitiv zu viele Figuren, die man lange nicht richtig einordnen kann. Außerdem ist die Figurenzeichnung sehr dünn, weil man quasi nichts über die Charaktere erfährt. Das ist mit Sicherheit bewusst so geschehen (von den Killern erfährt man nicht mal einen Namen), aber etwas mehr Hintergründe wären nicht verkehrt gewesen. So wird immer mal eine gewisse Tiefe angedeutet, doch eine richtige Zeichnung bleibt aus. Bei der Vielzahl an Figuren, kann auch längst nicht jeder Darsteller einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Insgesamt spielt hier jeder ordentlich, doch viele Schauspieler verkommen zur reinen Randnotiz. Am ehesten überzeugen die beiden Killer. Tomer Sisley bleibt lange Zeit ambivalent und es fällt zunächst schwer, ihn als Identifikationsfigur anzuerkennen, weil er nicht der Gute ist. Zwar ist es begrüßenswert, dass man hier keine reine Schwarz-Weiß-Zeichnung serviert bekommt, aber größere Sympathien bleiben aus. Terence Yin überzeugt als eiskalter, sadistischer Killer am meisten. Er strahlt eine gewisse Bedrohung aus und macht das echt gut.
 
 
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Die Inszenierung der belgisch-französischen Co-Produktion kann sich sehen lassen und aus handwerklicher Sicht ist hier alles im grünen Bereich. Die Schauplätze sind unspektakulär, passen jedoch sehr gut und die Kamera fängt alles schön ruhig ein. Manche Szenen, gerade die, in denen der starke Score präsenter ist, besitzen eine tolle Atmosphäre. Diese ist sowieso gelungen und gibt sich eiskalt. Humor sucht man hier vergebens, denn man hat einen kleinen, dreckigen Thriller vor sich. Große Gewalteskapaden gibt es zwar nicht zu sehen, aber ein paar Szenen sind nicht gerade harmlos und rechtfertigen eine Freigabe ab 18 Jahren. Sowieso sollte man nicht zu viel Action erwarten, denn abgesehen vom gelungenen Showdown geht es meist sehr ruhig zur Sache. Diese Tatsache macht „Die Schlange – Killer vs Killer“ dann leider auch etwas langatmig. Die 105 Minuten Laufzeit vergehen alles andere als schnell und das Tempo hätte gelegentlich gerne etwas flotter sein dürfen. Wenn man Geduld mit sich bringt, wird man aber eben mit ein paar starken Szenen belohnt.
 
 
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DIE SCHLANGE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
„Die Schlange – Killer vs Killer“ erfindet das Rad nicht neu, versucht sich aber geheimnisvoll zu geben, indem man einfach gar nichts über die Charaktere erfährt. Aus rein handwerklicher Sicht ist das Resultat gelungen und die Inszenierung weiß zu gefallen. Auch die Darsteller können überzeugen, wenngleich einige von ihnen auch zu belanglos bleiben. Etwas schade ist, dass die an sich recht simple Geschichte unnötig verschachtelt vorgetragen wird und es den Zuschauer schwer macht, einen Überblick zu behalten. Das gemächliche Tempo sorgt zudem für ein paar Längen und Kurzweil sieht definitiv anders aus. Ein schickes Finale, ein paar coole Dialoge, eine insgesamt gelungene Atmosphäre und vereinzelte Gewalt-Ausbrüche sorgen aber dennoch für einen sehenswerten Thriller.
 
 


 
 
 

DIE SCHLANGE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Die Schlange – Killer vs Killer“ ist ungeschnitten und frei ab 18 Jahren. Diese Freigabe ist auch berechtigt.
 
 
 


 
 
 

DIE SCHLANGE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Le serpent aux milles coupures; Belgien | Frankreich 2017

Genre: Thriller, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 104 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer, Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: KeepCase: 28.01.2021

 

Die Schlange – Killer vs Killer [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DIE SCHLANGE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Assassins – Die Killer (1995)
 
Sicario (2015)
 

Filmkritik: „Roboman“ (1988)

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ROBOMAN

(ROBOWAR – ROBOT DA GUERRA)

Story

 
 
 
Dschungelkrieg, Vietnam oder so. Strahlende, als Yankees verkleidete Italiener werden der Aufständischen Asiaten nicht mehr Herr. Da setzt das US-Militär den Kriegsroboter Omega-1/Robowar ein. Als dem metallischen Zornespfarrer die Sicherungen durchfliegen und er durch den Busch pflügt, ohne noch zwischen Freund und Feind zu unterscheiden, landet Dr. Mascher, der Designer des Roboters, unter dem Geleitschutz von Captain Murphy Black (Reb Brown) und seinen Meistern der Martialität, im Grün des Todes.

 
 
 


 
 
 

ROBOMAN – Kritik

 
 
Italo-Urwald (Cast und Crew hospitieren auf den Philippinen) – Check. Ohne Rücksicht auf die guten Sitten zusammengeklaute Eighties-Actionhandlung – Check. Dem Zuschauer-Unterbewusstsein wohlbekannte Zuchthäusler-Visagen aus zahllosen Spaghetti-Krachfilmen der zweiten Garnitur – Check. Was kann der Fan stühlernen Bahnhofskinos aus europäischen Landen denn noch mehr verlangen? Vielleicht die Direktion des gesegneten Dilettanten Bruno Mattei? Selbst die ist gegeben. Reb Brown und seine Einheit knochenharter Buschwiesel in Basilikum geben dem blechernen Mordbrenner Saures. Hierbei grinst der ehemalige Footballer Brown gerne so dämlich, wie er es in Antonio Margheritis Ultra-Schlocker EINER GEGEN DAS IMPERIUM 1983 vor deliriösen Fantasy-Kulissen vielleicht am unappetitlichsten tun darf. Der cineastische „claim to fame“, den der blonde Athletikus vor sich her tragen kann und der 25 Jahre lang eigentlich niemanden interessiert hat, ist, dass er den Titelhelden in einer Früh-Version von CAPTAIN AMERICA spielen darf. Jener pinienkernige Superhero-Film von 1979 entsteht fürs amerikanische Fernsehen, wirft im gleichen Jahr noch ein Sequel mit Christopher Lee ab und kostet etwa insgesamt so viel wie das Abendcatering eines Marvel-Films an einem müden Donnerstag. In Italien schießen Browns geilste Videotheken-Exploitationer wie die Funghi aus dem Boden und er glänzt als tomatensoßige Kopie diverser Schwarzeneggers, Stallones und anderer zeitgenössischer Hollywood-Muskelböcke ohne Mienenspiel-Belastung. DIE VERWEGENEN SIEBEN, 1983 gedreht, ist einer von Browns ernsthafteren Leistungen und der Film selbst ein Meilenstein des US-Kriegsfilms, dessen Wiederentdeckung in der Moderne immer noch auf sich warten lässt.
 
 
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Den Roboter gibt Bruno Matteis Lehrling Claudio Fragasso, der neben der Schauspielerei auch als Regisseur tätig ist und ein paar der perversesten italienischen Sau-Filme auf dem Kerbholz hat. Allein sein Kinoverbrechen TROLL 2 (1990), in den Listen halbwissender Film-Nerds gerne mal als „schlechtester Film aller Zeiten“ geführt, hat zu gegen den Regisseur gefällten Todesurteilen auf drei Kontinenten geführt. Nein, das war jetzt erfunden. Zwei Kontinente.
 
 
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ROBOMAN, ein Name vom Film und Ungetüm, den man schnell wieder vergisst, treffen hier doch ein schon bei DOCTOR WHO zur Verwendung gekommener Titel, ROBOCOP und jeder Superheld US-amerikanischer Prägung aufeinander. Im Film selbst sind’s auch der berühmte Detroiter Blechbulle (inklusive der Wiederkunft seines Menschennamens „Murphy“ in Reb Browns Hauptfigur hier) plus die Dschungelabenteuer um den PREDATOR und sogar ein wenig UNIVERSAL SOLDIER. Bei letztgenanntem ist mal wieder Assessor Zufall am Werk, da Roland Emmerichs Zombie-Soldaten van Damme und Dolph ja erst vier Jahre später über die Leinwände toben. Wir wollen uns einmal nicht an jenem einst beliebten Nischenfilm-Paranoia-Game beteiligen, laut dem jeder zweite Mainstream-Hit dem Trashkino gestohlen wurde. Nächstes Mal wieder. Versprochen.
 
 
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Fast wie in alten Tagen, als Brutalo-VHS-Labels wie Mike Hunter noch den kompletten Film, einschließlich sämtlicher Tode und Handlungs-Twists, minutiös auf den Backcovers ihrer Videokassetten verbrieten, findet sich auf Amazon eine ähnliche Nacherzählung von ROBOMAN. Aber wie dem auch sei, schließlich braucht man nach dem Konsum eines durchschnittlichen, quälend langen Kinotrailers heutzutage auch keine zweieinhalb Stunden Lebenszeit mehr für den neuesten AVENGERS-Teil aufwenden. Wenn schon der Erwerb einer Pappschachtel für fünfzig Taler nötig scheint: Augen zu beim Einkaufs-Schmuh!
 
 
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ROBOMAN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Über die Debüt-LP der kalifornischen Hardcore-Punk-Urgesteine Suicidal Tendencies schrub mal ein Kritikaster: „Wenn morgen die Aliens landen und wissen wollen, was ist Hardcore?“, muss man ihnen bloß erwähnte Schallplatte vorspielen. ROBOMAN lässt den launigen Rezensenten diese Anekdote auf das Subgenre des italienischen Raubkopien-Actionfilms übertragen. Das Erscheinen von Bruno Matteis Vietnam-Androiden-Rasselbock von Film wird von uns ausdrücklich begrüßt.
 
 


 
 
 

ROBOMAN – Zensur

 
 
 
ROBOMAN erschien hierzulande nur auf VHS und das sogar geschnitten – trotz einer FSK18. Diese geschnittene Fassung wurde zwischen 1991 bis 2016 indiziert. Auf DVD erschien der Film leider ebenso nur geschnitten. Das ändert sich jetzt. Das Label CINESTRANGE EXTREME hat sich die Rechte gesichert und brachte die DVD- und HD-Premiere des Streifens Ende 2020 auf den Markt. Fans kultiger Trash-Actioner wird das sicher freuen. Die erhältliche Blu-ray und DVD ist ungeschnitten und aktuell noch ungeprüft. Ob eine von der FSK geprüfte Fassung für die Kaufhäuser folgen wird, ist noch nicht sicher.
 
 
 


 
 
 

ROBOMAN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover A auf 250 Stück limitiert)

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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover B auf 150 Stück limitiert)

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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover C auf 100 Stück limitiert)

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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray im KeepCase auf 300 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Robowar – Robot da guerra; Italien 1988

Genre: Horror, Abenteuer, Action, Komödien, Science Fiction

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0, Italienisch DD 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Hardbox | Mediabook

Extras: Alternative Intros, Bildergalerie, Trailer | zusätzlich im Mediabook: Hauptfilm auf DVD, 24-seitiges Booklet mit einem Text von Nando Rohner

Release-Termin: Mediabooks: 13.11.2020 | KeepCase: 23.12.2020

 

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Roboman [Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Roboman [Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover C] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Roboman [diverse Veröffentlichungen] ungeschnitten im CINESTRANGE EXTREME ONLINE SHOP kaufen

 
 


 
 
 

ROBOMAN – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei Cinestrange Extreme)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Predator (1987)
 
Predator 2 (1990)
 
Predators (2010)