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Filmkritik: “Buddy Hutchins” (2015)

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BUDDY HUTCHINS

Story

 
 
 
Ein Familienvater versteht die Welt nicht mehr. Da brennen ihm die Sicherungen durch und er nimmt mit einer Kettensäge blutige Rache an jedem, der ihm zuvor nur Böses wollte.

 
 
 


 
 
 

BUDDY HUTCHINS – Kritik

 
 
Vermutlich dürften sich viele Horrorfans noch an Schauspieler JAMIE KENNEDY zurückerinnern können. Der spielte in der beliebten SCREAM-Reihe einen sympathischen Film-Nerd namens Randy, der in der Slasher-Serie viel zu früh das Zeitliche segnen musste. Mittlerweile sind viele Jahre vergangen und der smarte Witzbold von einst lässt sich mal wieder im Genre blicken. Für seinen aktuellen Streifen namens BUDDY HUTCHINS hat er sich reichlich Winterspeck angefuttert und absichtlich verunstalten lassen. Als ungepflegte Alkoholiker scheint er vom Pech verfolgt und wird unter tragischen Umständen zur tickenden Zeitbombe. FALLING DOWN lässt grüßen, denn es lassen sich allerhand Parallelen zum Thriller aus der Mache von JOEL SCHUMACHER erkennen. Der brachte im Jahr 1993 einen wütenden MICHAEL DOUGLAS ins Kino, dem in Los Angeles die Sicherungen durchbrannten. Natürlich ist hier alles eine Nummer kleiner. BUDDY HUTCHINS ist eine günstige Low-Budget-Produktion ohne Staraufgebot, die zum großen Teil in den vier Wänden von Regisseur JARED COHN (Macher der ASYLUM-Gurken: 12/12/12 oder BORN BAD) umgesetzt wurde. Dank gutem Hauptdarsteller fällt der rigorose Sparkurs dieses unabhängigen Horror-Thrillers nicht negativ ins Gewicht, denn BUDDY HUTCHINS gehört zu jener Art von Indie-Filmen, in denen gutes Schauspiel manch fehlenden Dollar im Budget verschmerzen lässt.
 
 
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Im Film hat Figur Buddy Hutchins kein einfaches Los gezogen. Geldsorgen plagen den unglücklichen Familienvater, der es aber immerhin von einem Jahr geschafft hat sein Alkoholproblem in den Griff zu bekommen und den sarkastischen Humor nicht verlernt hat. Doch die Bemühungen scheinen nicht viel Eindruck bei den Angehörigen hinterlassen zu haben. Die Ehefrau treibt es heimlich hinter dem Rücken mit dem besten Freund und auch der pubertierende Sohnemann hat schon längst den Respekt vor dem Vater verloren. Als dem mürrischen Pechvogel die Kinder weggenommen werden sollen, seine geliebte Mutter an Herzversagen stirbt und es beruflich bergab geht, ist es für Buddy Hutchins an der Zeit all jene zu bestrafen, die ihm bisher nichts Gutes wollten. Er wirft eine Motorsäge an und startet einen grausamen Rachefeldzug ohne Erbarmen.
 
 
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Regisseur JARED COHN bevorzugt es schwarzhumorig, denn BUDDY HUTCHINS geizt nicht mit zynischen Sprüchen und makabren Späßen. Dennoch bleibt im Unklaren was sein Kettensägenmassaker eigentlich sein soll. Für eine schwarze Komödie ist BUDDY HUTCHINS schlichtweg zu tragisch und für ein Drama dann doch wieder etwas sehr sarkastisch. Zudem finden am Ende drastische Horror-Elemente den Weg in die Handlung, so dass unschlüssig bleibt, ob man das Gezeigte ernst zu nehmen hat oder darüber schmunzeln soll. Als überhaupt nicht erheiternd kann die Gesellschaftskritik im Film gewertet werden, denn einmal mehr wird ein Genrefilm dazu verwendet, um sich kritisch über Missstände äußern zu können. Das liebe Geld gerät ins Visier des kontroversen Angriffs, denn das steuert in BUDDY HUTCHINS alle Bereiche des täglichen Miteinanders. Es treibt Familien auseinander, macht aus Freunden unerbittliche Feinde und entscheidet sogar über Leben und Tot. Für die Titelfigur ein Teufelskreislauf, der wieder nur mit Gewalt durchbrochen werden kann. Der Antiheld schnappt sich eine Kettensäge und versucht Aggressionen abzubauen, in dem er Köpfe spaltet und so Problem aus der Welt schafft. Die hierfür zum Einsatz kommenden Spezialeffekte sind Marke “Eigenbau”, simpel gestrickt aber nicht immer gleich zu durchschauen. Zur Freude der Gorehounds fließt reichlich Lebenssaft, was Zensurwächter hierzulande wenig Gefallen bereiten dürfte, kommt doch abgebrühte Gewalt zum Einsatz, damit Konflikte beseitigen werden können.
 
 
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Drehbuchautor und Filmemacher JARED COHN verarbeitet in BUDDY HUTCHINS eigene Schicksalsschläge. Die Idee zur bissigen Familientragödie kam ihm, als er sich selbst an einem Punkt in seinem Leben befand, an dem er nicht weiterwusste. Seine Gefühle und Gedanken verarbeitete er, in dem er die mutige Figur des Buddy Hutchins schuf und sie Dinge tun lies, über die vermutlich jeder schon einmal in ähnlicher Situation nachgedacht hat: Tritt Feinde nicht mit den Füßen, wenn sie bereits am Boden liegen, sie könnten grausame Rache nehmen.
 
 
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Letztendlich kann sich die filmische Umsetzung der zu Papier gebrachten Rachephantasie durchaus sehen lassen. Zwar litt die Produktion unter dem knappen Kapital, das keine Experimente zuließ. Dank zermürbender Atmosphäre und facettenreichem Schauspiel eines ambitionierten sowie talentiertem JAMIE KENNEDY, sticht BUDDY HUTCHINS unter der Vielzahl ähnlicher Rachestreifen positiv hervor. Ganz nebenbei hat COHN hier übrigens den besten Spielfilm seiner bisherigen Karriere abgeliefert. Nachdem er zuvor Miserables für Trash-Mache THE ASYLUM inszeniert hatte überrascht, dass der Regisseur weit mehr kann, als Filme für die Schrottpresse zu inszenieren. Letztendlich wäre zu erwähnen, dass BUDDY HUTCHINS im Gedächtnis bleibt – ein Kunststück, das unabhängigen Filmen neueren Datums nur selten gelingt. Bemerkenswert!
 
 
 


 
 
 

BUDDY HUTCHINS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein Familienvater sieht rot. Grimmiger Rachestreifen – grandios gespielt! Das hauptsächlich für seichte Komödien bekannte SCREAM-Sternchen JAMIE KENNEDY gibt im depressiven BUDDY HUTCHINS sein Bestes und macht aus dem kostengünstigen Rache-Thriller wirklich sehenswertes Indie-Kino in dem schwarzer Humor nicht zu kurz kommt. Zwar bekommt der Zuschauer hier eine wirklich seltsame Kombination aus Drama, Komödie und Horrorfilm zu Gesicht; irgendwie scheint der sonderbare Genre-Mix trotzdem zu funktionieren, weil KENNEDY den wohl bemitleidenswertesten aber gleichzeitig sympathischsten Antihelden verkörpert, den man bis dato in einem Rachefilm zu sehen bekommen hat. Dass Geld knapp gewesen ist, kann auch diese unabhängige Produktion nicht verbergen. Dennoch war Macher JARED COHN darum bestrebt seinen Film teurer aussehen zu lassen, als er letztendlich gewesen ist. Mit blutigen Taschenspielertricks macht er zudem Gorehounds glücklich, die am Ende überrascht sein dürften, wie zeigefreudig die Gewalt im Film zelebriert wird. Wem kostengünstiger Look in Indie-Thrillern nichts ausmacht wird BUDDY HUTCHINS schnell ins Herz schließen. Fans des “schönen” Mainstream-Horror bereitet das hier Gebotene jedoch kaum Freude.
 
 


 
 
 

BUDDY HUTCHINS – Zensur

 
 
 
Schwer zu sagen, ob BUDDY HUTCHINS ungeschnitten durch die FSK kommen wird. Hier werden Köpfe mit Baseballschläger eingeschlagen. Zudem bohrt sich eine Kettensäge durch Körper und Schädel. Dennoch blendet die Kamera immer dann weg, wenn es für den Zuschauer unerträglich wird. Oftmals hat das den Anschein, als ob bereits vor der amerikanischen Veröffentlichung die Schere angesetzt wurde. Viele Schnitten wirken hart und unprofessionell, was den Eindruck erweckt, dass bereits vorab gekürzt wurde. Aufgrund der kontroversen Rache-Thematik dürfte es BUDDY HUTCHIN in Deutschland nicht leicht haben. Wir tippen trotzdem auf eine ungeschnittene KJ-Fassung mit rotem Flatschen auf dem Cover.
 
 
 


 
 
 

BUDDY HUTCHINS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Falling Down – Ein ganz normaler Tag (1993)
 
Rampage (2009)
 
Axed (2012)
 
Hobo with a Shotgun (2011)
 


Filmkritik: “Pigs” (1972)

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PIGS

Story

 
 
 
Lynn (Toni Lawrence) entkommt aus der Klapse, in der sie nach dem Mord an ihrem üblen Schänder-Vater versauern sollte. Auf der Flucht strandet sie auf dem Einsiedlerhof des seltsamen Herrn Zambrini (Tonis Vater, Marc Lawrence), der seinen Hausschweinen nicht nur regelmäßig ausgebuddelte Leichen vom Friedhof verfüttert, nein, auch Durchreisende verschiedenster Couleur landen zerhackt im Trog der carnivoren Rüsseltiere. Selbstverständlich ist dieses Umfeld der geistigen Gesundung des Mädchens nicht gerade zuträglich und so beginnt sie in Besuchern der Farm ihre Vater zu sehen. Es folgen Bluttaten und wohlgenährte Sauen.
 
 
 


 
 
 

PIGS – Kritik

 
 
 
Marc Lawrence (1910-2005!) ist ein Faszinosum. Freunden klassischer Film Noirs ist das zerfurchte, Gangster-stereotype Gesicht des Amerikaners aus Meisterwerken der Schwarzen Serie wie „I Walk Alone“ (1948) oder – das darf ich hier sagen, meinem Lieblings-Noir – „This Gun For Hire“ (1942) bekannt. In den Fünfzigern wurde die Karriere des ehemaligen Kommunismus-Interessierten dann von den faschistischen Hetzereien der McCarthy-Anhörungen auf Eis gelegt. Was den Mann dann allerdings 1972, Jahre nach dem langsam erarbeiteten Comeback, dazu brachte, einen ruppigen Exploiter wie „Pigs“ abzuliefern und auch noch die eigene Tochter in der hochpsychotischen Hauptrolle zu besetzen, zählt zum Folkloreschatz der Genre-Filmgeschichte. Weder eine prä-Achtziger Gore-Bombe, noch mit dem Tempo moderner Horrorfilme mithalten könnend, ist „Pigs“ ein sicherer Tipp für Horrorfans, die mit Regisseuren wie Andy Milligan, Al Adamson oder Ted V. Mikels vertraut sind. Also garantiert geschmackloser Schlock für am niedrigsten bewegte Grindhouses. In den USA vertreibt Troma die DVD, was „Pigs“ ins Regal von deren Frühphasen-Ferkeleien wie „Igor And The Lunatics“ oder dem berühmt-berüchtigten „Muttertag“ stellt – wo er sich dann auch gut macht. Dankenswerterweise aus der halbdunkeln Welt der Bootlegs befreit, kann Lawrence’ Trip in die Niederungen sudeliger Schweinefutter-Drecksploitation jetzt als center piece eines ordentlichen Bahnhofskinoabends auf der heimischen Couch zur Aufführung gebracht werden.
 
 
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PIGS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
„Pigs“ (OT: Daddy’s Deadly Darling) ist ein wilder Seventies-Exploiter der Nach-Charles-Manson-Zeit, der schmutzig unterhält und von jemandem gedreht wurde, von dem man es sicherlich nie erwartet hätte.
 
 
 


 
 
 

PIGS – Zensur

 
 
 
“Pigs” wurde in Deutschland indiziert und erst 2009 vom Index gestrichen. Fünf Jahre sollte es dauern bis endlich eine “freie” DVD-Version in die Händlerregale kommen sollte. Die momentan erhältliche Filmversion trägt die alte FSK-Freigabe – eine Neuprüfung lohnt scheinbar nicht mehr und wäre zu kostenintensiv. Dennoch ist die wieder frei erhältliche Filmfassung ungeschnitten: FSK18.
 
 
 


 
 
 

PIGS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Daddy’s Deadly Darling; USA 1972

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Keine

Bild: 2,35:1

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: FSK 18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover (alternatives Filmcover)

Extras: Kein Bonusmaterial

Release-Termin: 28.11.2014

 

Pigs (DVD) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

PIGS – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Ekel (1965)
 
Töchter des Bösen (1977)
 
Human Beasts (1980)
 
Cannibal Girls (1973)
 


Filmkritk: “Gnome Alone” (2014)

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GNOME ALONE

Story

 
 
 
Teilzeitkassiererin und Collegestudentin Zoe hat das Herz am rechten Fleck. Als eine obdachlose Frau von einem betrunkenen Autofahrer überfahren wird, ist sie sofort zur Stelle. Leider ahnt die menschelnde Lebensretterin nicht, dass ihr Einsatz Konsequenzen hat. Die sterbende Alte belegt das Mädchen mit einem sonderbaren Fluch. Wenn immer Zoe in Gefahr ist oder ihr Menschen Böses wollen, eilt ein Kobold zur Hilfe und nimmt Rache an ihren Peinigern.

 
 
 


 
 
 

GNOME ALONE – Kritik

 
 
Als Filmkritiker ist man vor keiner Horrorfilmgurke sicher, schließlich weiß man vorab nie, ob der zu besprechende Streifen was taugt oder nicht. In einem Genre, das sich scheinbar nur noch aus Fortsetzungen, Duplikaten und Prequels zusammensetzt, ist es mittlerweile ziemlich schwer geworden die guten Filme zu finden, weil Schundproduktionen wie GNOME ALONE dem Fan das Hirn vernebeln. Wie unschwer am Filmplakat zu erkennen ist, hat man sich für diesen cineastischen Schnellschuss von der legendären LEPRECHAUN-Reihe inspirieren lassen und versucht nun eine Art Kopie des kultigen Killergnoms in die internationalen Heimkinos zu bringen, um die Gunst enttäuschter Horrorfans für sich gewinnen zu können. Denen wurde im vergangenen Jahr mit LEPRECHAUN: ORIGINS ein Neueinfang der nunmehr siebenteiligen Zwergen-Saga versprochen. Der wurde selbstverständlich pünktlich zu Halloween in die Wohnzimmer gebracht – nur ohne WARWICK DAVIS in der Hauptrolle, der in allen LEPRECHAUN-Filmen den garstigen Kobold verkörperte.
 
 
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Letztendlich entwickelte sich LEPRECHAUN: ORIGINS zu einer einzigen Enttäuschung von der auch GNOME ALONE nicht allzu weit entfernt ist, hat doch das hier Gebotene den Gehalt eines Baustellenklos am Ende der Arbeitswoche. Video-Trash ohne Niveau, plumpe Späße, peinliche Dialoge und schlechte Effekte. In GNOME ALONE bekommt man all das zu sehen, was man in Horrorfilmen eigentlich gar nicht mehr sehen will, wobei vor allem die schlechten schauspielerischen Leistungen das Fass zum Überlaufen bringen. Die sind nahezu kaum vorhanden und werfen die Frage auf, ob die hier zusammengeschusterte Lachnummer einfach nur unfreiwillig komisch ist oder sich selbst versucht auf die Schippe zu nehmen. Wir vermuten jedoch Ersteres, denn auch wenn VERNE TROYER die zynischen Wortspielchen eines LEPRECHAUNS unbeholfen kopiert – zünden wollen die gemeinen Sprüche des Kobolds keineswegs, weil TROYER (man mag es kaum glauben) nun mal kein talentierter Schauspieler ist.
 
 
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Eigentlich sollte der Rohrkrepierer anfänglich LEGEND heißen. Scheinbar war der Name zu beliebig, weshalb man mal wieder am Filmnamen gefeilt und die Titelkreation verschlimmbessert hat. Dass der neue Titel weitaus unsinniger klingt und eher an Kinderunterhaltung erinnert, ist aufgrund der desaströsen Machart ohnehin kaum von Gewichtung, schließlich ist dem Regie-Duo TIMOTHY WOODWARD JR. und JOHN MICHAEL ELFERS das Kunststück gelungen ist, den wohl erbärmlichsten Zwergen-Horror auf Zelluloid zu bannen, den die Filmwelt bis dato gesehen hat. Die musikalische Untermalung passt zu keiner Zeit, die Bluteffekte sind zwar handgemacht befinden sich aber auf Amateurlevel und Spannung – ja die sucht man hier mit der Lupe. Selten hat ein Film dem Zuschauer so heimtückisch Lebenszeit geraubt. GNOME ALONE entpuppt sich als filmischer Unfall, der den Zuschauer aus unerklärlichen Gründen am Abschalten hindert. Der dürfte leider vergebens auf richtige gute Momente warten, denn GNOME ALONE ist schlichtweg übelriechender Trash, der diesmal wirklich in den Mülleimer gehört.
 
 
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GNOME ALONE – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Ist das Trash oder kann das weg? GNOME ALONE sollte möglichst gemieden werden, denn selbst Liebhaber charmanter Trash-Gurken werden sich mit dieser Videoproduktion keinen Gefallen tun. In diesem Film dominieren schlechte Schauspieler, die zur Abwechslung wirklich nichts können, miese Effekte und grottiges Zwergen-Make-up, für das angeblich zwei Stunden pro Tag benötigt wurde, um den kleinwüchsigen VERNE TROYER in einen mordenden Killergnom verwandeln zu können. GNOME ALONE ist eine einzige (unfreiwillige) Lachnummer und Welten von jener Vorlage entfernt, die die beiden Regisseure TIMOTHY WOODWARD JR. und JOHN MICHAEL ELFERS vehement versuchen zu kopieren: LEPRECHAUN. Man sollte sich im Übrigen nicht vom Filmplakat blenden lassen. Das Gechöpft auf dem Poster schaut mehr nach NOSFERATU aus als jene Kreatur, die man letztendlich im Film zu sehen bekommt. Daher: Im Händlerregal liegen lassen, denn das erspart Unmut, Zeit und Geld!
 
 
 


 
 
 

GNOME ALONE – Zensur

 
 
 
In GNOME ALONE gibt es einige Splattermomente zu sehen, deren Qualitäten sich jedoch auf Amateurniveau befinden. Blut fließt hin und wieder, so dass in Deutschland mit dem roten FSK-Flatschen gerechnet werden muss: Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

GNOME ALONE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Leprechaun (1993)

Leprechaun 2 (1994)

Leprechaun – Tödliches Spiel in Vegas (1995)

Space Platoon (1997)

Leprechaun 5 – In the Hood (2000)

Leprechaun 6 – Back 2 tha Hood (2003)

Leprechaun: Origins (2014)

Katzenauge (1985)

Troll (1986)

Troll 2 (1990)


Filmkritik: “John Carpenters Sie leben” (1988)

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SIE LEBEN

Story

 
 
 
Die Außerirdischen haben die Erde bevölkert und können nur mittels Spezialbrille entlarvt werden. Der Gelegenheitsarbeiter John Nada findet eine solche Brille und deckt eine bisher unerkannte Gefahr auf …
 
 
 


 
 
 

SIE LEBEN – Kritik

 
 
 
“[…]THEY LIVE was a primal scream against Reaganism of the ’80s. And the ’80s never went away. They’re still with us. That’s what makes They Live look so fresh — it’s a document of greed and insanity. It’s about life in the United States then and now. If anything, things have gotten worse.“
 

(John Carpenter im Interview mit Entertainment Weekly)


 
 
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Als Ronald Reagan im Jahre 1981 Präsidenten der vereinigten Staaten von Amerika wurde, lenkte er das Land in eine etwas andere Richtung. Nach der Amtszeit von Jimmy Carter sollten die USA nun wieder konservativer werden. Nach längerer Abwesenheit führte Regan auch das heute noch oft zu hörende „God bless America“ wieder ein und unterbrach seine Reden oft für Gebete. Diese extrem konservative Haltung war es, die Filmemacher John Carpenter sauer aufstieß. All die Ideale für die er als junger Mann gekämpft hatte, so Carpenter, drohten nun in Vergessenheit zu geraten. Reagan wollte dem Land durch Kapitalismus wieder auf die Sprünge helfen, da die wirtschaftliche Situation der USA zum Ende der 70er-Jahre alles andere als rosig war. Die Leute sollten kaufen, damit Wohlstand in alle Gesellschaftsschichten durchsickern konnte. Bereits 1981 drehte Carpenter mit DIE KLAPPERSCHLANGE (ESCAPE FROM NEW YORK) einen Film, der die amerikanische Regierung als korrupt und scheinheilig darstellte. Mit diesem sehr ruhig erzählten Action-Adventure zeichnete Carpenter ein dystopisches Bild von der Zukunft Amerikas. Doch wie bei jeder seiner Arbeiten, lehnte der Filmemacher jegliche Stimmen ab, die sagten, dass er mit seinen Filmen eine Botschaft vermitteln wolle. Sein 1988 veröffentlichtes Werk SIE LEBEN (THEY LIVE) stellt eine große Ausnahme dar. Hier entschied sich Carpenter ganz bewusst dafür eine politische und gesellschaftskritische Aussage zu treffen. Und was für eine!
 
 
 
„In the end it’s simply […] a cheap science fiction movie with a wrestler as the star. […] But underneath it’s critique of what happened to America in the 80’s.”
 

(John Carpenter im Interview mit CineMayhem)


 
 
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Das Besondere an SIE LEBEN ist nicht nur seine Botschaft, sondern in aller erster Linie für wen dieser Film gemacht ist. Filme, die heutzutage die amerikanische Politik so ins Kreuzfeuer nehmen wie Carpenters Film, kommen meist erst gar nichts erst ins Kino und werden direkt für den Heimvideomarkt ausgewertet. Oder, es sind sehr anspruchsvolle Filme, mit denen eher Freunde des Art-House-Kinos etwas anfangen können. Doch SIE LEBEN blieben diese zwei Schicksale glücklicherweise erspart. Universal veröffentlichte den Film am 4. November 1988 in fast 1.500 Kinos in den USA. Bereits am ersten Wochenende konnte John Carpenters für gerade einmal 4.000.000 Dollar gedrehter Independent-Film sein Budget wieder einspielen und landete auf Plant 1 der US-Kinocharts. Auch in der darauf folgenden Woche war immerhin noch Platz 4 drin! Ob es einem solchen Film heutzutage noch mal so ergehen könnte? Wenn man es macht wie Carpenter, vielleicht. Denn sein Film war nicht nur etwas für Leute, die sich regelmäßig mit dem “intellektuellen Kino“ beschäftigen. SIE LEBEN war ein Film für die breite Masse, in welchem es jemanden aus der unteren Arbeiterschicht gelingt die Welt aufzuwecken. Für die Hauptrolle castete John Carpenter Profiwrestler Roddy Piper, da er jemanden suchte, der wie ein Arbeiter aussieht und eine authentische Ausstrahlung hat. Ein weiterer Neuzugang in Carpenters großer Schauspielerriege war Meg Foster (MASTER OF THE UNIVERSE, 1987), welche er engagierte, da er ihre Leistung in Ralph L. Thomas Film DAS SÜSSE WORT DER VERHEISSUNG (1981) mochte.
 
 
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Aber es wäre kein John Carpenter-Film, wenn nicht auch einige bekannte Gesichter dabei gewesen wären, mit denen der Regisseur zuvor schon zusammenarbeitete. So spielt in einer weiteren Hauptrolle Keith David, welcher bereits in Carpenters 1982er-Remake DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT den Charakter Childs spielte. Des Weiteren sehen wir in Nebenrollen Leute wie Peter Jason oder George ‘Buck‘ Flower, die in vielen Filmen von Carpenter kleinere Parts hatten. Auch hinter den Kulissen sorgte Carpenter dafür, dass er von Leuten umgeben ist, die ihm vertraut sind. Gary B. Kibbe wurde als Director of Photography engagiert. Er arbeitete bereits als Kameramann an HALLOWEEN II (1981) mit und war als Cinematograph an Carpenters späteren Filmen, wie DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS (1994), FLUCHT AUS L.A. (1997) oder VAMPIRE (1998) tätig. Die Musik zum Film stammt natürlich wieder von Carpenter selbst. Hierfür schloss er sich erneut mit Composer Alan Howarth zusammen. Zusammen mit ihm hat Carpenter im Laufe seiner Karriere die mit Abstand besten Soundtracks komponiert. ESCAPE FROM NEW YORK (1981), HALLOWEEN III (1982), CHRISTINE (1983), BIG TROUBLE IN LITTLE CHINA (1986), DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT (1987). Darüber, wieso die beiden nie wieder zusammen gearbeitet haben, wollte Carpenter nie sprechen. Ein großes Rätsel bis heute bleibt allerdings, weshalb der Film so plötzlich aus den Kinos verschwand. Nachdem SIE LEBEN zwei Wochen lang sehr erfolgreich in den USA lief, nahm ihn Universal urplötzlich aus dem Kinos. Wieso wurde nie wirklich geklärt. Hauptdarsteller Keith Davids erklärte es sich so, dass der Film womöglich wegen seiner harten Kritik an der amerikanischen Regierung “irgendjemanden nicht gefallen hat“. Ein gefundenes Fressen für Verschwörungstheoretiker.
 
 
 


 
 
 

SIE LEBEN – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
John Carpenters Sie leben ist ein Klassiker und sollte jedem Genre-Fan ein Begriff sein. Der Film schafft es ausgezeichnet spaßiges Unterhaltungskino mit einer großen Portion Gesellschaftskritik zu verbinden. Carpenter geht wie immer sehr bildhaft an das Thema heran, weshalb einem einige Szenen des Films wohl lange nicht aus dem Kopf gehen werden. Schon allein deswegen, weil (ganz abgesehen von der Sache mit den Außerirdischen) doch ein Fünkchen Wahrheit in diesem Werk steckt. Vielleicht auch ein ganzer Funke.
 
 
 


 
 
 

SIE LEBEN – Zensur

 
 
 
Carpenters SIE LEBEN hatte im Gegensatz zu anderen Filmen des Altmeister viel Glück mit der FSK. Die forderte keine Schnitte, so dass der Film problemlos in den Kaufhäusern verkauft werden konnte und das sogar in der ungeschnittenen Form. Auch die aktuellen HD-veröffentlichungen tragen noch das alte FSK-Logo und sind frei im Handel erhältlich.
 
 
 


 
 
 

SIE LEBEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) StudioCanal – Limitiertes Mediabook

 
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(c) StudioCanal – KeepCase Blu-ray

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: They Live; USA 1988

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Französisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Audiokommentar (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo)

Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Audiokommentar

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 94 Min.

Medium Erstauflage: Mediabook, Zweitauflage: Keepcase mit Wendecover

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Die HD-Veröffentlichung wurde in zwei unterschiedlichen Varianten veröffentlicht: in einer herkömmlichen KeepCase-Variante und einem limitierten Mediabook. Beide Veröffentlichungen beinhalten die gleichen Extras: Audiokommentar von John Carpenter und Roddy Piper, “Indepentent Thoughts” – Interview mit John Carpenter (10:07 Min.), “Woman of Mystery” – Interview mit Meg Foster (5:21 Min.), “Watch, Look, Listen” – Style und Musik von Sie leben (11:14 Min.), “Man vs. Aliens” – Interview mit Keith David (11:12 Min.), Making of (SD) (8:02 Min.), Promo-Clips (SD) (2:34 Min.), TV-Spots (SD) (1:56 Min.), Trailershow

Release Mediabook: 31.10.2014, KeepCase-Version: 05.12.2014

 

Sie leben [Blu-ray] – Limited Edition im Mediabook

 

Sie leben [Blu-ray] KeepCase-Variante

 
 
Rechteinhaber Studiocanal hat den Film am 31. Oktober 2014 in einem limitierten Mediabook (auf 2000 Stück limitiert) veröffentlicht. Das Mediabook enthält zwei Discs (BD+DVD), sowie einen zwölfseitigen Buchteil geschrieben von Markus Haage, dem Chefredakteur und Herausgeben der Genre-Zeitschrift DER ZOMBIE. Am 5. Dezember 2014 erschien die Amary-Version dieser VÖ, welche nur die Blu-ray Disc beinhaltet, auf der auch alle Extras (u.a. ein brandneues Interview mit John Carpenter) zu finden sind.
 
 


 
 
 

SIE LEBEN – Trailer

 
 

 
 

Sam Freissler

(Das Copyright der für diese Review genutzten Grafiken liegen bei Studiocanal)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Körperfresser kommen (USA 1978)
 
Die Dämonischen (USA 1956)
 
Die totale Erinnerung – Total Recall (1990)
 
Brazil (1985)
 


Filmkritik: “Asylum” (2014)

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ASYLUM

Story

 
 
 
Ein elfköpfiges Sondereinsatzkommando wird zu einer Irrenanstalt gerufen, in der es drunter und drüber geht. Dort haben sich die Insassen aus ihren Zellen befreien können und wandeln durch die Flure, um den Einsatzkräften nach dem Leben zu trachten. Die bemerken schnell, dass hier eine höhere Macht am Werkeln ist …

 
 
 


 
 
 

ASYLUM – Kritik

 
 
 
Es gibt Film auf dieser Welt, die selbst alteingesessene Horrorfans wie uns sprachlos vorm Fernseher zurücklassen. Im Falle von ASYLUM ist das natürlich negativ gemeint, denn selten haben wir Material zu sehen bekommen, das wir am liebsten schon nach fünf Minuten wieder abgeschalten hätten. Da wir dennoch jeden Film testen, der uns vor die Linse kommt, haben wir uns natürlich auch bis zum Ende dieses abgrundtiefschlechten Machwerks durchgekämpft, um auch allen Lesern erklären zu können, warum man ASYLUM lieber nicht ansschauen sollte. Eigentlich hätte der Name TODOR CHAPKANOV schon stutzig machen müssen. Der zeichnet nämlich in ASYLUM als Regisseur verantwortlich und ist eher für Arbeiten an überflüssigen Video-Fortsetzungen (WRONG TURN 3, BOOGEYMAN 3) oder miesen TV-Produktionen (MONSTERWOLF) bekannt. Gott weiß warum AFTER DARK FILMS diesem Mann das Regiezeptur überlassen hat – mit rationalen Erklärungen dürfte man hier jedoch nicht weit kommen.
 
Zwei Cutter einer fiktiven Produktionsfirma vermiesen dem Zuschauer das Schauen dieses Horrorfilms. Die bekommen unfertiges Filmmaterial eines vermasselten Films zugespielt, das sie nun zusammelnschnippeln und überarbeiten sollen, um daraus einen halbwegs vernünftigen Horror-Heuler zu basteln. Die Aufnahmen werden gestartet und der Horrorfan bekommt einen düsteren Irrenhaus-Grusler zu sehen, dessen gesamte 90-minütige Handlung von beiden Schnittkünstlern kommentiert wird. Eine Zumutung, denn ein Folgen der Geschehnisse wird dem Zuschauer so unmöglich gemacht, da atmosphärische Momente durch zynische Fortfloskeln aus dem Off zerstört werden. Schnell vergeht die Lust am Schauen, obwohl die beiden Schneideprofis vehement darum bemüht sind, sich um Film und Protagonisten das Maul zu zerreisen. Statt dem Zuschauer zum Lachen zu bringen, wird dieser vermutlich schnell entnervt das Weite suchen, weil die Wortspielereien den letzten Nerv rauben.
 
Weitaus interessanter ist da die Entstehungsgeschichte des Streifens, schließlich rührt dessen gewöhnungsbedürftige Machart nicht von ungefähr, ist doch während der Dreharbeiten einiges schiefgelaufen. Autor CHRIS MANCINI schrieb das Drehbuch zu ASYLUM und verkauft es an das Filmstudio AFTER DARK FILMS. Leider konnte MANCINI nicht wie ursprünglich gewollt selbst Regie führen, sondern musste das Regiezepter dem Bulgaren TODOR CHAPKANOV überlassen. Es folgte ein Dreh wie jeder andere auch, wäre da nicht einer der Produzenten gewesen, der das gesamte Produktionsbudget einkassierte, um einen Film nach seinen Vorstellungen drehen zu lassen. Dieser veränderte MANCINIS Drehbuch bis zur Unkenntlichkeit und lieferte 88 Minuten Horror-Schrott ab, mit dem das AFTER DARK-Studio nichts anzufangen wusste. Demzufolge wurde Drehbuchautor MANCINI erneut an den Schreibtisch geholt und darum gebeten, aus dem desaströsem Filmabfall das Beste herauszuholen. Kurzum entschloss er sich aus ASYLUM sarkastische Film-in-Film-Comedy zu machen und unterlegte das Durcheinander mit satirischen Voiceover-Kommentaren im Stile eines MYSTERY SCIENCE THEATRE 3000.
 
Letzteres war eine amerikanische TV-Serie, die Ende der 80er und in den 1990ern im US-Fernsehen rauf und runter lief – hierzulande jedoch weitestgehend unbekannt sein dürfte. Die brachte es in den Staaten zu enormer Beliebtheit und zeigte B- und Trashfilme auf einer Kinoleinwand vor der Puppen und Protagonisten saßen, die den gezeigten Trashwerken spöttische Kommentare folgen liesen. Da jedoch die meisten der dort gezeigten Filmwerke amerikanischen Filmfans bekannt gewesen waren, funktionierte das erheiternde Voiceover-Konzept gut, so dass acht Staffeln abgedreht werden konnten, denen sogar ein Kinofilm folgte. Anders sieht es da bei ASYLUM aus. Hier fällt es schwer überhaupt einer Handlung folgen zu können, weil man das Ausgangsmaterial nicht kennt, über das man sich hier lustig macht. Während sich im Hauptfilm ein elfköpfiges Sondereinsatzkommando durch eine heruntergekommene Irrenanstalt vorarbeitet, in der entflohene Insassen zu eiskalten Mördern mutiert sind, bekommt der Zuschauer unentwegt zynische Kommentare aus dem Off zu hören, die ihn scheinbar selbst ins Irrenhaus treiben sollen. Man kann nur all jene für ihre Diziplin beglückwünschen, die es trotzdem schaffen ASYLUM bis zum Abspann zu sehen, denn letztendlich haben MANCINIS Bemühungen nicht bewirkt, dass ASYLUM ein halbwegs vernünftiger Film geworden ist.
 
 
 


 
 
 

ASYLUM – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
Auch wenn ASYLUM kein Film ist, der im für Trashfilme berüchtigten Asylum-Produktionsstudio hergestellt wurde, so haben Film wie Schund-Schmiede eines gemein: beides ist Schrott und braucht kein Mensch. Im Falle des Horror-Thrillers/ Komödie (?) ASYLUM ist die desaströse Inszenierung auf die komplizierte Entstehungsgeschichte zurückzuführen, die aus einer anfänglich guten Idee Horror-Ware gemacht hat, die sich nicht einmal fünf Minuten ertragen lässt. Die Ursache dafür liegt in der Umsetzung, denn der eigentlich unheimliche Irrenanstalt-Thriller wird 90 Minuten lang von zwei Off-Kommentatoren begleitet, die sich über jede Szene und jeden Protagonisten lustig machen. Das mag manchmal anmuten, als würde man mit Freunden einen Film anschauen, bei dem unentweg jemand dazwischen quasselt. Dahinter steckt aber ein Sinn, denn die Macher haben sich bei der Fertigstellung ihres Filmes an der Machart der amerikanischen Fernsehserie MYSTERY SCIENCE THEATRE 3000 orientiert, die sich während der 1990er in den Staaten zum Kult entwickelt hat. Die unkonventionelle Inszenierung geschah aus der Not heraus, weil die Rohfassung von ASYLUM gegen die Wand gefahren wurde und eine dringende Überarbeitung benötigte. Was letztendlich daraus entstanden ist, macht trotz spöttischer Floskeln kaum Laune, denn ASYLUM ist eine filmische Zumutung.
 
 
 


 
 
 

ASYLUM – Zensur

 
 
 
Es gibt Einschüsse und Bisswunden zu sehen. Aufgrund der spöttischen Kommentare aus dem Off wirkt das Gezeichte nur selten hart; mit einer ungeschnittenen KJ-Kennzeichnung muss man trotzdem rechnen.
 
 
 


 
 
 

ASYLUM – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mystery Science Theater 3000 (1988 – 1999)
 
Mystery Science Theater 3000: The Movie (1996)
 


Kritik: “Absoluter Gehorsam – Silent Retreat” (2013)

Silent-Retreat-2013
 
 
 

ABSOLUTER GEHORSAM

SILENT RETREAT

Story

 
 
 
Die weiblichen Insassen eines Erziehungslagers werden vom Camp-Aufseher mittels Gehirnwäsche gefügig gemacht, damit sie als gut erzogene Hausfrauen zurück in die Gesellschaft eingegliedert werden können. Leider lebt im angrenzenden Wald auch etwas Böses, was die Jugendlichen davon abhalten soll davon zu laufen …
 
 
 


 
 
 

ABSOLUTER GEHORSAM – Kritik

 
 
 
Um Hilfe winselnde Frauen in Eröffnungssequenzen von Horrorfilmen verheißen nichts Gutes, denn meist führt ein blutiges Opening dem Zuschauer vor Augen, welch ungemütlicher Ton im späteren Verlauf angeschlagen wird. ABSOLUTER GEHORSAM (im Original: SILENT RETREAT) macht da keine Ausnahme, denn hier ist es eine nichtsahnende Schönheit, die sich zu Beginn panisch durch dichtes Geäst kämpft und wenig später von einer bis dato noch unbekannten Kreatur in Stücke gerissen wird. Kein gutes Omen für all jene, die im weiteren Verlauf des Streifens ebenfalls um ihr Leben bangen müssen. ABSOLUTER GEHORSAM ist inmitten der Flut günstiger Low-Budget-Indies aus letzter Zeit eine regelrechte Wohltat, denn trotz eigentlich bekannter Erzählverläufe gelingt es Regisseurin TRICIA LEE (ja, eine Frau hat den Streifen gemacht!) eine nicht mehr ganz so frische Geschichte trotzdem spannend zu verpacken. Dies meistert sie ohne Probleme, denn LEE vermischt in ABSOLUTER GEHORSAM quasi zwei Sub-Genres miteinander und führt diese am Ende zu einem zusammen. Etwas Gewalt gibt es auch zu sehen, so dass dem Zuschauer hier ein Rundum-sorglos-Paket geschnürt wird, das triste Herbsttag unterhaltsam versüßen soll.
 
ABSOLUTER GEHORSAM erzählt von den tragischen Erlebnissen des Teenagers Janey (Chelsea Jenish), der in eine Art Erziehungslager gebracht wird, wo straffällige Mädchen eine letzte Chance bekommen, um einer möglichen Haftstrafe entgehen zu können. In diesem abgelegenen Camp herrscht ein hartes Regime, denn ein strenge Aufseher (furchterregend: ROBERT NOLAN) sorgt für Zucht und Ordnung. Den Mädchen wird striktes Sprechverbot erteilt und ihnen werden jegliche Kommunikationsmöglichkeiten genommen. So verstreichen die Tage ins Land, ohne dass eine der Jugendlichen die zweifelhaften Regeln hinterfragt – auch dann nicht, als Inhaftierte aus unerklärlichen Gründen verschwinden. Doch ABSOLUTER GEHORSAM wäre wohl kein Horrorfilm, wenn nicht doch noch etwas Grauenvolles geschehen würde. Neuankömmling Janey wird zur Heldin deklariert und freundet sich mit der rebellischen Alexis (SOFIA BANZHAF) an. Zusammen kommen sie einem düsteren Geheimnis auf die Schliche, das der diabolische Lageraufseher sorgsam zu vertuschen versucht. In den Wäldern vor dem Camp geht die Angst um, denn hier lauert etwas Böses, das so seine Probleme mit vorlaut quasselnden Teenagern besitzt. Den neunmalklugen Mädchen Janey und Alexis ist das egal. Die wollen nur eins: weg aus diesem Umerziehungslager.
 
THE DESCENT nur ohne Höhle, dafür mit Holzbaracken. Regisseurin LEE hat sich reichlich Input beim britischen Überlebens-Horror aus dem Jahre 2005 geholt, wo sich eine Höhlenkraxelei für sechs Hobby-Bergsteigerinnen zum Albtraum entwickelt. Die werden im Inneren der Höhle mit blinden Kreaturen konfrontiert, die sich wie Fledermäuse mittels Schall orientieren und eine unerbittliche Jagd auf die ahnungslosen Frauen veranstalten. So ähnlich läuft das auch in ABSOLUTER GEHORSAM ab, denn wie der derbe Auftakt zu Beginn des Streifens vermuten lässt, wird auch in diesem Grusler ein missgebildetes Wesen auf das bevorzugt weibliche Kanonenfutter losgelassen. Die Mädchen bekommen das hungrige Filmmonster jedoch erst ab Filmmitte in seiner vollen Pracht zu Gesicht damit die Spannung bis zum Ende gehalten werden kann. Hierbei kommt das Konzept des Schweigens dem Streifen zugute, denn die quälende Stille macht ABSOLUTER GEHORSAM interessant, ist es den Mädchen untersagt sich miteinander zu unterhalten. Demzufolge verläuft auch die erste Hälfte des Films eher wortlos, was dem Grusler eine durchaus bedrückende, fast schon befremdlich wirkende Atmosphäre einräumt. Die Zwangseingewiesenen haben unter den fragwürdigen Erziehungsmethoden des Lagerbetreuers zu leiden, der ungehorsamen Häftlingen eine Gehirnwäsche unterzieht. Führt der Rehabilitationsversuch zu keinem Erfolg, bleibt nur die letzte Instanz: Monsterfutter. Dass sich der Aufenthalt im Eingliederungscamp für die inhaftierten Mädchen demzufolge zum Martyrium entwickelt dürfte verständlich sein, schließlich sehen die sich hier nicht nur mit einem menschlichen Monster konfrontiert, sondern müssen sich am Ende auch noch vor einer gefräßigen Bedrohung in Sicherheit bringen.
 
ABSOLUTER GEHORSAM ist packendes Horror-Kino, das aufgrund des ordentlichen Blutzolls für Vegetarier ungeeignet ist. Denn anderes als es der eher gemächlich erzählte Einstieg verspricht, geht es im erstaunlich umfangreichen Finale ordentlich zur Sache. Es werden Körper aufgeschlitzt, Kehlen durchgeschnitten und mit eher unkonventionellen Methoden Monster in die Flucht geschlagen. Die wenigen Schauspieler machen ihre Arbeit gut, wobei man für die Rolle der Helden zwei durchaus sympathische Frauen gewinnen konnte, die schnell ans Herz wachsen. Regisseurin TRICIA LEE hat in ihrem eigenen Produktionsstudio einen kleinen aber feinen Horrorfilm inszeniert, der Potenzial hat in Serie zu gehen. Da kann man nur hoffen, dass sich viele Horrorfans für ABSOLUTER GEHORSAM begeistern können, damit eine Fortsetzung zügig folgen kann.
 
 
 


 
 
 

ABSOLUTER GEHORSAM – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Pssst … Wir bitten um Ruhe. Denn wir wollen, dass da draußen auch ja jeder Horrorfilmfan mitbekommt, dass ABSOLUTER GEHORSAM – SILENT RETREAT lohnt gesehen zu werden. Der kanadische Horror-Beitrag ist ein kleines Biest von Film und packendes Kreaturen-Kino, das garantiert nix für Weicheier ist. Zwar erinnert der Grundplot an den britischen THE DESCENT aus dem Jahre 2005; wie die eigentlich simple Geschichte von Regisseurin TRICIA LEE letztendlich umgesetzt wurde, gefällt gerade wegen ihrer schnörkellosen Schlichtheit. Aus einem minimalistischen und deprimierenden Jugenddrama entwickelt sich recht zügig ein atmosphärischer Horror-Trip, der seine Helden rastlos durch düstere Kulisse hetzen lässt. Indie-Horror, so wie er sein sollte: Klein, aber oho – Vielen Dank für 90 schaurig-schöne Minuten ohne Hänger.
 
 
 


 
 
 

ABSOLUTER GEHORSAM – Zensur

 
 
 
Nach eher subtilem Einstieg geht ab Mitte die Post ab. Zwar keine Schlachtorgie, aber durchaus zeigefreudig. Demnach wurde ABSOLUTER GEHORSAM (Originaltitel: SILENT RETREAT) von der FSK ab 16 Jahren freigegeben. Trotzdem wurde die erhältliche Blu-ray erst für volljährige Filmfans in den Handel gebacht. Das Bonusmaterial dürfte der Grund für die höhere Freigabe sein.
 
 
 


 
 
 

ABSOLUTER GEHORSAM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
absoluter-gehorsam-silent-retreat-bluray

(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Silent Retreat; Kanada 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: Film: FSK 16 / Blu-ray wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Behind the Scenes, Trailershow

Release-Termin: 27.02.2015

 

Absoluter Gehorsam – Silent Retreat (Blu-ray) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ABSOLUTER GEHORSAM – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Beneath (2013)

The Underneath (2013)

Underground – Tödliche Bestien (2011)

In Darkness We Fall (2014)

The Cavern – Abstieg ins Grauen (2005)

The Cave (2005)

The Descent – Abgrund des Grauens (2005)

The Descent 2 – Die Jagd geht weiter (2009)


Filmkritik: “The Dead 2: India” (2013)

The-Dead-2-India
 
 
 

THE DEAD 2: INDIA

Story

 
 
 
Der Zombie-Virus aus THE DEAD (2010) hat sich von den Wüsten West-Afrikas nach Indien vorgearbeitet und auch dort die Bevölkerung zu Menschenfleisch verzehrende Fressmaschinen verwandelt. Elektroingenieur Nicholas Burton begibt sich auf eine Reise voller Gefahren um in den Slums von Mumbai die Liebste zu finden …
 
 
 


 
 
 

THE DEAD 2 – Kritik

 
 
 
Seit die Erfolgsserie THE WALKING DEAD im Fernsehen Einschaltquoten explodieren lässt, sind Zombies im TV nicht mehr wegzudenken. Eine Ironie in sich, haben die wandelnden Toten bis vor einigen Jahren noch deutschen Sittenwächter schlaflose Nächte bereitet und wurden gänzlich in die Erwachsenenabteilungen der Videotheken verbannt. Mittlerweile scheinen auch Mitarbeiter der FSF und FSK Freude an jener Art von Horrorfilmen gefunden zu haben, so dass Zombiefilme nicht nur regelmäßig in den Handel gebracht, sondern auch immer häufiger im Fernsehen gezeigt werden – meist sogar ungeschnitten. Die Zombie-Boom findet kein Ende, wobei seit den jüngsten WORLD WARZ Z und WALKING DEAD-Erfolgen auch der Anspruch an derart Streifen gestiegen ist. Billig ist out, schließlich gab es vor allem auf dem Videomarkt in den letzten Jahren einfach zu viel günstig heruntergekurbeltes Videofutter, das qualitativ unter aller Kanone gewesen war und Käufern nicht selten den Spaß am Schauen jener Schocker genommen hat. Die Brüder HOWARD und JONATHAN FORD haben den qualitativen Verfall jener Horrorware mit ihrem THE DEAD im Jahr 2010 zu ändern versucht. Sie brachten den etwas anderen Zombieschocker in die Wohnzimmer, der vor allem durch die ungewöhnliche, afrikanische Kulisse glänzen und damit viel Lob bei Fans und Kritikern ernten konnte. Weil THE DEAD gut angenommen wurde und scheinbar auch durchaus rentabel gewesen ist, dürfte es demnach niemanden überraschen, dass eine Fortsetzung folgen musste. Die nennt sich nun THE DEAD 2: INDIA und ist laut eigenen Angaben der FORD-Brüder der zweite Teil einer geplanten Trilogie.
 
Die Zombie-Apokalypse wurde kurzum von Afrika nach Indien verlegt, denn statt direkt an den Vorgänger anzuschließen, haben sich die beiden Macher des ersten Teils dazu entschlossen eine andere Geschichte zu erzählen. Gänzlich neu ist die jedoch nicht, denn sieht man von der indischen Kulisse ab, lassen sich immer noch genügend Handlungsstränge finden, die man so ähnlich bereits im Erstling aufgetischt bekommen hat. Die Ford-Brüder HOWARD J.FORD und JONATHAN FORD erzählen erneut von einem Virusausbruch, der binnen weniger Stunden ganze Landstriche entvölkert und Menschen zu Killermaschinen werden lässt. Im Grunde genommen ein mittlerweile gängiges Thema. Doch die Brüder waren schlau und verlagerten die Handlung in eine für das Genre eher ungewöhnliche Umgebung, was THE DEAD 2: INDIA trotz aller Klischees relativ unverbraucht erscheinen lässt. In THE DEAD 2: INDIA begleitet der Zuschauer Nicholas Burton (JOSEPH MILLSON) nach Indien, der dort als Elektroingenieur für einen riesigen Windpark arbeitet und genau in jenem Moment Zeuge einer beunruhigenden Zombie-Invasion wird, als ihm seine indische Partnerin vom bevorstehenden Mutterglück berichtet. Die verschanzt sich zusammen mit der infizierten Mutter und dem besorgten Vater in den eigenen vier Wänden irgendwo in den Slums von Mumbai und hofft nun darauf, dass sich der Liebste auf den langen Weg begibt, um sie aus der Hölle der wandelnden Toten zu befreien.
 
Zurück zu den Anfängen, zumindest orientiert sich das Regie-Duo an den klassischen Zombie-Streifen eines GEORGE A. ROMERO, wo Untote noch schwerfällig durch die Landschaft streiften und nicht zu fressgeilen Hochleistungssprintern verkommen waren, die im Zombiefilm des 21. Jahrhunderts vermehrt durch apokalyptische Weltuntergangsszenerien hetzen. In THE DEAD 2: INDIA taumeln Untote gemach durch menschenleere Ortschaften und über trockene Felder, wobei ihnen trotz Langsamkeit immer wieder mal ein noch Lebender zwischen die Krallen kommt, der anschließend genüsslich verspeist wird. Von wirklicher Bedrohung ist keine Spur, schließlich bleibt den Überlebenden stets genügend Zeit um davon laufen zu können. Trotzdem; aus unerklärlichen Gründen scheinen die Infizierten dann doch den Gesunden haushoch überlegen zu sein – eine Prämisse, die vor allem im italienischen Zombiefilm der 80er vermehrt Verwendung fand und für THE DEAD 2: INDIA noch einmal aus der Mottenkiste gekramt wurde. Die teils altbackenen Zombie-Regeln funktionieren immer noch tadellos, denn HOWARD und JONATHAN FORD beweisen immer mal wieder ein geschicktes Händchen für nostalgisches Grauen. So gefällt eine Szene, in welcher Held Nicholas Burton mit einem Motorrad durch das Dunkel der Nacht düst und um Zombies fahren muss, die plötzlich wie aus dem Nichts im Lichtpegel des Scheinwerfers auftauchen und nach ihren noch lebenden Opfern schnappen.
 
Die andersartige, exotische Kulisse bekommt THE DEAD 2: INDIA gut, entpuppt sich doch das ländliche Indien als trügerische Idylle, wo hinter jedem Hügel und jedem Haus die infizierte Bedrohung auf den Filmheld lauert. Der Zuschauer folgt Protagonist Nicholas Burton durch malerische Landschaften und verlassene Dörfer, wo er sich zusammen mit einem kindlichen Begleiter namens Javed (ANAND HRISHNA) durch Horden von Zombies durcharbeiten muss. Die werden vermehrt umgangen, statt schaufreudig erschossen. Überraschenderweise konzentrieren sich die Macher in ihrem Zombie-Road-Movie weniger auf das stumpfe Ausradieren der Zombie-Brut, noch werden die Ursachen der Infizierung näher beleuchtet. Stattdessen wird in THE DEAD 2: INDIA von einer Odyssee voller Gefahren berichtet, die von nur einem Ziel vorangetrieben wird: der Liebe. Im Gegensatz zum Vorgänger haben die Macher einige Mankos in der Inszenierung ausgebessert. So wurde das Geschehen nun reichlich flotter gestaltet, hatte doch der Erstling unter dem teils recht langsamen Erzähltempo zu leiden. Zudem wurde noch etwas an den Spezialeffekten und der Technik gefeilt, die THE DEAD 2: INDIA deutlich hochwertiger erscheinen lassen als das, was man sonst so in Sachen “Zombiefilm” geboten bekommt. Auch wen die Fortsetzung zu THE DEAD kein zweiter WORLD WAR Z geworden ist, gehört das von den FORD-Geschwistern neu geschaffene Untoten-Franchise zu den besseren Vertretern eine langen Reihe von Filmen dieser Art.
 
 
 


 
 
 

THE DEAD 2 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
THE WALKING DEAD goes Bollywood. Keine Angst in THE DEAD 2: INDIA gibt es keine tanzenden und singenden Zombies zu sehen. Vielmehr machen die beiden britischen Regisseure HOWARD und JONATHAN FORD Gebrauch von der exotischen Kulisse des Landes, die die Fortsetzung des Überraschungs-Hits THE DEAD (2010) zu einem etwas anderen Zombie-Spektakel werden lässt. Bis auf den ungewöhnlichen Schauplatz ist aber sonst alles beim Alten geblieben, so dass sich THE DEAD 2: INDIA eher wie ein actionreicheres Remake des Vorgängers anfühlt, zumal sich kein direkter Bezug (bis auf den Virus) zum Erstling finden lässt. Nichtsdestotrotz haben die Macher einige Defizite in der Inszenierung ausgebessert, so dass THE DEAD 2: INDIA flüssiger, rasanter und spannender als der erste Teil geworden ist. Mit viel Liebe zum Old-School wandeln die Toten hier gemächlich durch die Szenerie und sind dennoch allgegenwärtig. Fans klassischer Zombiefilme werden mit THE DEAD 2: INDIA ihre Freunde haben, schließlich orientiert sich diese Fortsetzung an den beliebten Zombie-Erzählungen eines GEORGE A. ROMEROS, der mit NIGHT OF THE LIVING DEAD eines der wohl bedeutendsten Horrorwerke unserer Zeit geschaffen hat. Selbstverständlich ist THE DEAD 2: INDIA noch weit von den Qualitäten des jungen ROMEROS entfernt; dennoch haben die FORD Brüder einen interessanten Beitrag zur mittlerweile nicht mehr ganz so frischen Zombie-Thematik geschaffen, der sogar minimal besser als der Erstling geworden ist. Ein würdiger Nachfolger!
 
 
 


 
 
 

THE DEAD 2 – Zensur

 
 
 
THE DEAD 2: INDIA orientiert sich in Sachen Gewalt an Streifen wie WORLD WAR Z oder bereits genannter Horror-Serie THE WALKING DEAD. Viele Schauwerte werden nicht geboten. Die meisten Geewaltszenen bestehen aus Ein- und Streifschüssen. Demnach wurde die Fortsetzung von der FSK für bereits Sechszehnjährige freigegeben. Aufgrund des Bonusmaterials der erhältlichen Heimkinofassung ist diese jedoch erst für Volljährige geeignet: Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

THE DEAD 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
the-dead-2-bluray

(c) Daredo Media (ungeschnittene Fassung)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Dead 2: India, Großbritannien 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1 (1080p/24)

Laufzeit: ca. 98 Min. (uncut)

FSK: Film: FSK 16 (ungeschnittene Fassung) / Die Blu-ray ist aufgrund des Bonusmaterials jedoch erst für Volljährige geeignet: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer zu THE DEAD und THE DEAD 2, Deleted Scenes, Making of

Release-Termin: 28.11.2014

 

The Dead 2 [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE DEAD 2 – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dead Within (2014)
 
Survival – Überlebe wenn du kannst! (2013)
 
Chrysalis (2014)
 
Infected (2012)
 
Zombie Night (2013)
 
Battle of the Damned (2013)
 
The Dead (2010)
 


Kritik: “Torture Chamber – Der Folterkeller” (2011)

Torture-Chamber-2013
 
 
 

TORTURE CHAMBER

DER FOLTERKELLER

Story

 
 
 
Der kleine Jimmy ist von Sinnen und hat das Morden für sich entdeckt. Als er aus einer psychiatrischen Anstalt flüchten kann, leben Bekannte und Verwandte fortan in Angst …
 
 
 


 
 
 

TORTURE CHAMBER – Kritik

 
 
 
Böse Kinder gehören mittlerweile zum Horrorfilm, wie eine gehörige Portion Kitsch in jede Liebesschmonzette. Seit Geister, Dämonen, Zombies und Serienkiller das Horrorkino unsicher machen, dürfen auch Kulleraugen des Schreckens nicht fehlen, die hinter ihrer kindlichen Fassade für Angst und Verderben sorgen, weil das Böse persönlich in ihre kleinen Leiber gefahren ist. Einige fiese Gören haben im Genre mittlerweile “Karriere” gemacht und den Horrorfilm nachhaltig geprägt. So bleibt LINDA BLAIR als vom Teufel besessene Regan im Okkult-Hit DER EXORZIST (1973) unvergessen; HARVEY STEPHENS gehört als Damien im Horror-Spektakel DAS OMEN (1976) zu einer der wohl unheimlichsten Horror-Gestalten, die das Kino des 20. Jahrhunderts bisher hervorgebracht hat. Die zornigen Kindern aus der Kurzgeschichte von Stephen King und der kleine Mikey (BRIAN BONSALL) aus dem gleichnamigen Psycho-Thrillers von 1992 bekommen nun ernstzunehmende Konkurrenz von Babysitter-Schreck und Nachwuchs-Killer Jimmy (CARMEN LOPORTO), der im Horrorfilm TORTURE CHAMBER sein blutiges Unwesen treibt. Der Streifen wurde von DANTE TOMASELLI inszeniert, der zwar alle paar Jahre etwas Horror auf den Videomarkt wirft, mit seinen Werken jedoch bisher nicht in Erinnerung bleiben konnte. Ob sich das mit TORTURE CHAMBER ändern wird dürfte fraglich bleiben, denn der große Wurf ist ihm trotz einer Menge Horrorfan-Herzblut nicht gelungen.
 
Drehbuchautor und Regisseur DANTE TOMASELLI macht es unkonventionell. Er bedient sich einer nicht-linearen Erzählmethode und kommt dabei leider etwas ins Stolpern. Sein TORTURE CHAMBER ist nämlich etwas konfus geraten, weil er sich etwas unbeholfen zwischen Gegenwart und Vergangenheit bewegt und dabei den roten Faden aus den Augen verliert. Der Zuschauer erfährt in unzähligen Rückblenden von den finsteren Machenschaften der unheimlichen Figur des kleinen Jimmy. Der hat sich beim Parfüm-Schnüffeln mit Schulfreunden die Schnute verbrannt und scheint seither von einer Art Dämon besessen zu sein, der den Jungen zu bösen Schandtaten anstiftet. Darunter zu leiden haben all jene, die dem Burschen nahestehen, denn Jimmy ist vehement darum bestrebt all denen möglichst viel Leid zuzuführen, die sich dem Jungen irgendwann einmal unfair gegenüber verhalten haben. Leider kann auch ein Exorzismus nicht helfen, den die zutiefst religiöse Familie veranstaltet, um den Jungen von seinen Qualen befreien zu können. Als das Kind letztendlich in der Irrenanstalt landet und von dort aus fliehen kann, müssen Verwandte und Bekannte um ihr Leben bangen. Jimmy hat telepathische Kräfte entwickelt und schart eine Bande Psychopathen um sich, die ebenfalls aus der Anstalt flüchten konnten und nach eine Gehirnwäsche im Sinne des Jungen handeln. Der will im Keller einer verlassenen Burg nur töten und foltern – koste es was es wolle.
 
TORTURE CHAMBER kommt mit knapp drei Jahren Verspätung nun auch in deutsche Wohnzimmer, wobei sich hier Freunde unabhängiger Horrorfilme über ein eher zweischneidiges Schwert freuen dürfen. TORTURE CHAMBER ist nämlich nicht dass, was man vermutlich bei einem Titel erwarten würde, der sich schlicht und einfach übersetzt “Folterkammer” schimpft und mit einem ansprechend reißerischem Cover wirbt. Von krankem Torture Porn à la HOSTEL sieht man im Film leider nichts. Stattdessen geht TOMASELLI weitaus atmosphärischer und altmodischer zugange, was ihm teilweise recht gut gelingt. Für knapp 200.000 Dollar Produktionsbudget hat der Streifen einige durchaus stimmige Momente zu bieten, die wohlige Schauer garantieren wie man sie in den 70ern oft im (italienischen) Horrorkino zu sehen bekam, schließlich entwickelt TOMASELLI schnell ein gutes Gefühl für atmosphärische Kameraeinstellungen und unheimliche Szenenverläufe, die zusätzlich mit bedrückendem Sound-Design untermalt wurden. Schnell wähnt sich der Zuschauer in einem dieser Rache- und Okkult-Werke, die sich Mitte der 70er großer Beliebtheit erfreuten, zwar nix Großes waren aber immerhin kurzweilig unterhalten konnten. Hierbei bietet der Low-Budget-Indie sogar einige kurze Schauwerte, die aber für einen Film mit derart plakativer Titelkreation im überschaubarem Rahmen bleiben und sich auch in puncto Gewalt (übrigens alles handgemacht) an den Filmen jener Dekade orientieren.
 
Leider dämpft eine lieblose und eher zweckmäßige Übersetzung die anfängliche Freude über den in nur wenigen Tagen abgedrehten Old-School-Horror und machen aus TORTURE CHAMBER eine ziemlich anstrengen Angelegenheit, zumal unheimliche Momente schnell an Wirkung verlieren, weil die deutsche Tonspur einen enorm trashigen Beigeschmack hinterlässt. Die Synchronsprecher sprechen ihre wenigen Dialoge reichlich gelangweilt ins Mikrofon und die Dialoge der kindlichen Protagonisten wurden vermutlich aus Kostengründen gleich mit von den erwachsenen Sprechern übersetzt, was TORTURE CHAMBER zu Unrecht in die B-Trash-Sparte zwängt. Verdient hat das TOMASELLIS Film trotz offensichtlicher Mankos nicht. Auch wenn hier die teils gewöhnungsbedürftig anmutende und eher langsame Erzählmethode für Verwirrung stiftet, hat TORTURE CHAMBER zumindest das, was vielen unabhängigen Horrorfilmen jüngeren Datums meist fehlt: Charme und Mut zu unkonventioneller Inszenierung.
 
 
 


 
 
 

TORTURE CHAMBER – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Gut gemeinter Old-School-Horror mit einigen atmosphärischen Momenten, der aber mit einer holprigen Erzählweise zu kämpfen hat und einen roten Faden missen lässt. Die günstig gefertigte deutsche Übersetzung macht leider gar keinen Spaß und beraubt TORTURE CHAMBER seines unheimlichen Charmes. Gott sei Dank ist auf der deutschen Heimkinofassung die englische Sprachfassung mit an Bord. Wir empfehlen den Filmgenuss daher nur im Originalton.
 
 
 


 
 
 

TORTURE CHAMBER – Zensur

 
 
 
TORTURE CHAMBER ist kein Splatter- und Gewaltfest, wie der Titel wahrscheinlich vermuten lassen würde. Hier werden zwar einige grafische Leckereien gezeigt; wirklich derb sind die aber nicht. Meist wird weggeblendet, wenn es unangenehm wird. Etwas harmlose Folterrei sowie einige Verbrennungen gibt es trotzdem zu sehen. Das bewegt sich alles auf KJ-Niveau. Der Film wurde in Deutschland ungeschnitten herausgebracht und besitzt einen roten KJ-Flatschen aus dem Blu-ray/DVD-Cover.
 
 
 


 
 
 

TORTURE CHAMBER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
torture-chamber-blu-ray

(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Torture Chamber; USA 2013

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080P Full HD)

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer

Release-Termin: 23.09.2014

 
 
 

Torture Chamber – Der Folterkeller [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

TORTURE CHAMBER – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Speak No Evil (2013)

Come Out and Play – Kinder des Todes (2012)

Community of Fear (2012)

Dark Touch (2013)

Kinder des Zorns (1984)

Children of the Corn (2009)

Ein Kind zu töten (1976)

Mikey (1992)

Eden Lake (2008)

Der Exorzist (1973)

Das Omen (1976)


Filmkritik: “Hidden in the Woods” (2012)

Hidden-In-The-Woods-2012
 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS

(EN LAS AFUERAS DE LA CIUDAD)

Story

 
 
 
Nach dem Mord an ihrer Mutter gehen zwei Schwestern durch die Hölle. Die Hölle der Erniedrigung, Misshandlung, Vergewaltigung durch den eigenen Vater. Als das Familienoberhaupt schließlich im Gefängnis landet, nutzen die Mädchen die Gunst der Stunde und flüchten in die Freiheit …
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Kritik

 
 
 
“Tief in den Wäldern hört dich niemand schreien” … ein treffender Untertitel, der das Heimkino-Cover des vorliegenden Schmuddelfilms mit dem Titel HIDDEN IN THE WOODS sichtlich aufgewertet hätte. Auch in Chile ist man auf den Geschmack von grausamen Rape’n Revenge-Thrillern gekommen – jenes Sub-Genre, das es zumindest hier in Deutschland bei der FSK nicht gerade leicht hat. Betrachtet man die Entwicklung dieser Filmgattung in den letzten Jahren genauer, ist das aber auch kein Wunder. Mittlerweile ist es unter den Regisseuren dieser Streifen zum Sport geworden, sich in punkto Grausamkeit übertreffen zu wollen. Dabei kennt die Kreativität der Drehbuchautoren keine Grenzen, die sich immer kränkere Methoden einfallen lassen, um ihre meist weiblichen Heldinnen noch menschenverachtender zu quälen und zu demütigen. Der zweifelhafte Höhepunkt jener Art von Filmen wurde bereits im Jahr 2013 erreicht, als sich STEVEN R. MONROE mit seinem I SPIT ON YOUR GRAVE 2 ein Denkmal in Sachen Frauengewalt setzte und einen Rachestreifen inszenierte, der alle bis dato gedrehten Rape’n Revenge-Arbeiten in den Schatten stellte. Hierzulande verstand man mit der überflüssigen Gewaltorgie keinen Spaß – I SPIT ON YOUR GRAVE 2 erlitt das gleiche Schicksal, wie manch ähnlicher Film zuvor: Er wurde eingezogen und auf den Index gesetzt. Der chilenische Filmemacher PATRICIO VALLADARES führt mit seinem HIDDEN IN THE WOODS die traurige Saga sinnloser Gewalt gegen wehrlose Frauen fort und tut es dem Spanier ADRIÁN GARCÍA BOGLIANO gleich. Letzterer brachte Jahre vor seinem gelobten HERE COMES THE DEVIL einen ebenso schmuddeligen Gewalt-Mix in die Wohnzimmer, der es unter dem Titel I’LL NEVER DIE ALONE (wenn auch in zerschnippelter Form) sogar in deutsche Händlerregal brachte.
 
Von der Machart her ist HIDDEN IN THE WOODS besagtem I’LL NEVER DIE ALONE nicht unähnlich, denn auch in diesem trivialen Machwerk bekommt der Zuschauer alle Checkpunkte gängiger Exploitation-Kunst aufgetischt, ohne die Stoffe wie die berüchtigte I SPIT ON YOUR GRAVE-Reihe wohl niemals den Erfolg gehabt hätten, den sie heute unter Horror-Jüngern genießen. Unter der brennenden Sonne Südamerikas müssen hier abermals Frauen ums nackte Überleben kämpfen, die von ihren männlichen Filmkollegen auf Niederträchtigste durch die Filmhölle gejagt werden. Jahrzehnte der Emanzipation verlieren binnen weniger Minuten an Bedeutung, schließlich scheint die Nachfrage nach Filmen immer größer zu werden, in denen Frauen wie Vieh behandelt werden. Wie zu den Anfängen von Exploitation im Kino nutzt auch HIDDEN IN THE WOODS-Macher PATRICIO VALLADARES reißerische Themen, um sie dem Zuschauer in Kombination mit möglichst sadistischer Gewalt und kontroversen Sexszenen zu verkaufen. So finden neben grässlichen Vergewaltigungsszenen, eigentlich sensibel zu behandelnde Themen wie Kindesmissbrauch, Inzest und Kannibalismus Verwendung, die jedoch nur selten ernsthaft beleuchtet werden. Stattdessen bilden sie die Grundlage fragwürdigen Treibens, das ohnehin nur darauf hinausläuft, möglichst viel Leid und Lebenssaft auf der Mattscheibe zeigen zu können.
 
In HIDDEN IN THE WOODS begleitet der Zuschauer Ana und Anny – zwei traumatisierte Frauen, die allein mit ihrem Vater irgendwo in den Wäldern Chiles leben und unter dem täglichen Terror des Familienoberhauptes zu leiden haben. Der bunkert auf seinem Grundstück nämlich nicht nur Drogen des heimtückischen Drogenbarons “Onkel Costello”, sondern vergeht sich nach dem Mord an der eigenen Frau hin und wieder an seinen beiden Schützlingen. Als die älteste Tochter Ana nach jahrelanger Inzucht schwanger wird, sperrt der Vater den Säugling in eine dunkle Kammer und beginnt ihn mit rohem Fleisch zu füttern. Jahre später tauchen zwei Polizeibeamte auf, die durch Zufall auf das missgestaltete Kind Manuel stoßen. Bevor sie jedoch das gesetzeswidrige Treiben unterbinden können, greift der Vater zur Kettensäge und macht mit den Polizisten kurzen Prozess. Die kaltblütige Tat hat schwerwiegende Konsequenzen, denn wenig später wartet das Gefängnis auf das hinterlistige Familienmitglied. Für die Mädchen die einzige Möglichkeit endlich der Terrorherrschaft des Vaters entkommen zu können. Leider ist die Welt nicht von Gefahren gefreit. Bald schon nimmt Drogenboss “Onkel Costello” die Witterung der flüchtenden Töchter auf, schließlich fordert der die versteckten Drogen von den Mädchen zurück, die jedoch keinen blassen Schimmer haben, wo sie der Vater versteckt hat.
 
Günstige 90000 Dollar hat die Schmuddel-Orgie gekostet, die dem Exploitation-Genre so alle Ehre macht. In HIDDEN IN THE WOODS wird geschlagen, geschossen, geschändet und sogar Menschenfleisch gefressen, damit die Sensationsgier des Zuschauers befriedigt werden kann. Die Kamera hält das konfuse und an den Haaren herbeigezogene Treiben in ungeschönt-dreckigen Bildern ein, um die Authentizität bewahren zu können. PATRICIO VALLADARES hat sich wie so oft im Horror-Bereich von Geschichten inspirieren lassen, die das Leben im südamerikanischen Hinterland nun mal so schreibt. Dementsprechend darf der Hinweis im Opening nicht fehlen, der dem Zuschauer vorheuchelt, dass das Gezeigte auf wahre Begebenheiten zurückzuführen sei. Ob dem wirklich so gewesen ist, dürfte einmal mehr stark bezweifelt werden, denn mittlerweile gehört der “Alles total wahr”-Slogan zum Horrorfilm, wie das Kruzifix in die Kirche, weil sich mit pseudo-realem Hintergrund eigentlich immer besser Kasse machen lässt. Bei so viel Liebe zur Exploitation stellt sich natürlich die Frage, ob es dem Film gelingt unter Hobby-Sadisten überhaupt Laune zu verbreiten. Im Gegensatz zum Heiligen Folter-Gral I SPIT ON YOUR GRAVE (2010) und dessen Fortsetzung aus dem Jahre 2013 ist das Geschehen trotz aller Liebe zur Frauenverachtung weit entfernt von den perversen Phantasien eines STEVEN R. MONROE. Das mag vor allem an der etwas hölzernen Darbietung von Opfer und Täter liegen, die teilweise so unglaubwürdig agieren, weil mal wieder unbekannte und maximal leidlich talentierte Jungdarsteller gecastet wurden, die dazu auch noch einem unausgereiften Drehbuch folgen. Zudem verliert der Streifen immer wieder an Tempo, weil VALLADARES auf Krampf darum bestrebt ist, den Protagonisten seiner hanebüchenen Geschichte eine gekünstelte Charakterentwicklung einräumen zu wollen. Immerhin zieht der Regisseur in Momenten der Langeweile die Reißleine. Immer wenn HIDDEN IN THE WOODS mit Längen zu kämpfen hat, greift VALLADARES auf Exploitation zurück und lässt sein Treiben in Gewalt und Blut ersaufen. Zur Freude des Horrorfans ist die Kamera immer nah am Geschehen, damit der für die langen Wartezeiten mit grafischen Grausamkeiten entschädigt werden kann.
 
Groteskerweise stieß die eher mittelmäßige Gewaltgurke bei den Amerikanern auf große Aufmerksamkeit. In solchen Fällen ist es meist unvermeidbar, dass dem Original eine glattgebügelte Neuverfilmung nachgeschoben wird. Schauspieler, Produzent und Regisseur MICHAEL BIEHN (THE VICTIM) zeichnet in diesem Fall verantwortlich und hat das Remake unter gleichem Namen produziert, für das PATRICIO VALLADARES gleich noch einmal auf dem Regiestuhl platz nehmen durfte. Ob er sich verbessern konnte bleibt abzuwarten. Der große Wurf ist ihm mit seinem Original HIDDEN IN THE WOODS leider nicht gelungen. Denn: Ein paar kontroverse Szenen und eine handvoll Matscheffekte machen aus einem unglaubwürdig zusammengewürfelten Plot noch lange keinen guten Horrorfilm.
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Ein grausamer Schocker, der stahlharte Nerven voraussetzt. Leider ist HIDDEN IN THE WOODS keine Sternstunde des schmuddeligen Exploitation-Kinos, das sich seit den 1960ern bis weit in die 80er hinein großer Beliebtheit erfreut hat und seit der Remake-Welle der letzten Jahren durch alles von RODRIGUEZ und TARANTINO bis hin zu Bodensatz wie I SPIT ON YOUR GRAVE wiederbelebt wurde. EN LAS AFUERAS DE LA CIUDAD (so der Originaltitel) hat zwar alles zu bieten, was jene Art von Filmen so erfolgreich gemacht hat; Macher PATRICIO VALLADARES verliert aber zu oft die Geschichte und seine Heldinnen aus den Augen. Sie haben über weite Strecken schlichtweg nichts zu tun. Der Cocktail aus Inzuchtthematik, Kannibalismus, Gewalt und Sex ist teils arg wirr geraten und hat nicht selten mit ziemlichen Längen zu kämpfen. Vielleicht wäre es demnach besser gewesen, wenn sich VALLADARES auf nur ein Thema konzentriert hätte, statt seine Geschichte mit Kontroversem schlicht zu überfrachten. Immerhin findet er die Notbremse stets zur rechten Zeit. Immer dann, wenn es langweilig wird, gibt es Gewalt satt für alle Liebhaber frauenverachtender Filmware. Dass des Öfteren die Logik ausgeklammert wird, dürfte Fans jener Filme aber weniger stören. Die bekommen nämlich von der Vergewaltigung hin zu Motorsägen-Maniküre all das zu sehen, was in waschechtes Exploitation-Cinema nun einmal gehört: Gewalt als Mittel zum Selbstzweck.
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Zensur

 
 
 
Gerade weil HIDDEN IN THE WOODS den gängigen Exploitation-Regeln folgt und nicht zimperlich mit seinen Protagonisten zugange geht, wird der Streifen in Deutschland keine Freigabe erhalten. Hier werden Frauen erniedrigt und misshandelt, Kannibalismus zelebriert und Körperteile vor der Kamera mittels Kettensäge abgetrennt. Insofern der Streifen hierzulande ausgewertet wird, muss die Schere angesetzt werden, um die FSK besänftigen zu können. Gorebauern müssen auf jeden Fall den Umweg über Österreich in Kauf nehmen.
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
I Spit on your Grave 2 (2013)

Savaged (2013)

Autumn Blood (2013)

The Mooring (2012)

If a Tree falls (2010)

Girls against Boys (2012)

Black Rock (2012)

Eden Lake (2008)

The Last House on the Left (2009)

I Spit on your Grave (2010)

I’ll never die alone (2008)

Straw Dogs – Wer Gewalt sät (2011)


Filmreview: “Der Tag nach Halloween” (1979)

der-tag-nach-halloween-1979
 
 
 

DER TAG NACH HALLOWEEN

Story

 
 
 
Die hübsche und schüchterne Hairstylistin Angela wird von ihrer Freundin überredet ihren Beruf aufzugeben und es als Fotomodel zu versuchen. Doch Angela ist nicht wohl bei der Sache, da sie seit einiger Zeit von ihrem Ex-Freund verfolgt wird, der ihr überall hin zu folgen scheint. Jedoch muss sie erkennen, dass auch das Leben als erfolgreiches Model einige sehr unangenehme Schattenseiten birgt …
 
 
 


 
 
 

DER TAG NACH HALLOWEEN – Kritik

 
 
 
DER TAG NACH HALLOWEEN ist ein 1979 veröffentlichter Horror-Thriller aus Australien von Simon Wincer. Wincer, der später in den 90er Jahren wesentlich familienfreundlichere Filme ablieferte wie FREE WILLY (1993) oder DAS PHANTOM (1996) mit Billy Zane, war in den 70ern hauptsächlich als Fernsehregisseur tätig. DER TAG NACH HALLOWEEN stellte sein Spielfilmdebüt dar. Produzent des Films war Anthony I. Ginnane, welcher unter anderem Richard Franklins PATRICK (1978) und DARK AGE von Arch Nicholson (1987) produzierte. Das Budget lag bei 100.000 Dollar.
 
Was einem zunächst auffallen mag ist der Titel. Natürlich hat der Film weder etwas mit dem schaurigen Festtag zu tun, noch findet die Handlung am 1. November statt. In diesem Fall ist es der Titelschmiede des hiesigen Rechteinhabers zu verdanken, dass der im Original betitelte SNAPSHOT nun einen solch irreführenden Namen trägt. Orientiert hat man sich dabei an dem Titel, den der Streifen damals in den USA bekommen hat: THE DAY AFTER HALLOWEEN. Schaut man sich das Jahr der Veröffentlichung an, so dürfte einem ein Licht aufgehen. SNAPSHOT wurde nur ein Jahr nach John Carpenters Kinohit HALLOWEEN – DIE NACHT DES GRAUENS (1978) veröffentlicht…
 
Wenn man auf kleinere Thriller der 70er Jahre steht, dann ist man mit SNAPSHOT bestens bedient. Zum einen lebt und atmet der Streifen das Jahrzehnt in dem er entstanden ist, und zum anderen punktet er mit überraschend guten Schauspielern und sympathischen Charakteren. Ganz besonders Sigrid Thornton, welche man womöglich aus George Millers SNOWY RIVER (1982) kennt, spielt ihre Rolle sehr natürlich und gewinnt einige Sympathien beim Zuschauer. Man fiebert mit ihr mit und möchte nicht, dass ihr in unangenehmen Situationen die sie im Film durchlebt, etwas zustößt. Eine wirklich gute Leistung wenn man bedenkt, dass Thornton erst zwei Tage vor Drehstart gecastet wurde.
 
Das Ende von SNAPSHOT lädt im Übrigen zum Schmunzeln ein. Nicht etwa, weil es sonderlich schlecht ist, sondern weil gefühlte drei Twists hintereinander derart überspitzt sind, dass man nicht anders kann als mit einem Grinsen vor seinem Fernseher zu sitzen.
 
 
 


 
 
 

DER TAG NACH HALLOWEEN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
SNAPSHOT, oder, DER TAG NACH HALLOWEEN ist kein Meisterwerk, aber ein durchaus unterhaltsamer Film der nie wirklich langweilig wird. Wenn man auf kleine produzierte Filme aus den 70ern steht und Thriller mag, dann sollte man dem Streifen auf jeden Fall eine Chance geben.
 
 
 


 
 
 

DER TAG NACH HALLOWEEN – Zensur

 
 
 
In seiner ungekürzten Fassung läuft SNAPSHOT ziemlich genau 101 Minuten. Für sein Release in den USA wurde der Film jedoch auf 92 Minuten heruntergekürzt. Auch auf der Rückseite der alten deutschen VHS-Kassette von Screentime ist lediglich eine Laufzeit von 90 Minuten vermerkt. Diese Fassung befindet sich auch auf der DVD-Veröffentlichung von Maritim Pictures. Die komplett ungekürzte Fassung ist in englischer Sprache als Bonusmaterial enthalten. Der Film trägt damals wie heute eine FSK 18-Freigabe. Bei einer Neuprüfung dürfte jedoch eine Freigabe ab 16 Jahren drin sein.
 
 
 


 
 
 

DER TAG NACH HALLOWEEN – Deutsche DVD

 
 
 
der-tag-nach-halloween-1979-dvd

(c) Maritim Pictures / Alive

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Snapshot; USA 1979

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch Dolby Digital 2.0 Stereo, Englisch Dolby Digital 2.0 Stereo

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Wendecover, alternative Credits, internationale Fassung (100:24 Min.), Audiokommentar

Release-Termin: 30.05.2014

 
 
 

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DER TAG NACH HALLOWEEN – Trailer

 
 

 
 

Sam Freissler

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Augen der Laura Mars (1978)
 
Rosso – Die Farbe des Todes (1975)


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