FILMCHECKER – Die Seite im Netz für Horror. ☠☠☠ Kritiken zu den besten Horrorfilmen ☣☣☣ Slasher, Folterfilme, Thriller, Splatterfilme, Gruselfilme.

Beiträge mit Schlagwort “FSK18

Filmkritik: „Blutnacht – Das Haus des Todes“ (1972)

blutnacht-haus-des-todes-1972-poster
 
 
 

BLUTNACHT – DAS HAUS DES TODES

(SILENT NIGHT, BLOODY NIGHT | NIGHT OF THE DARK FULL MOON)

Story

 
 
 
Ein junger Kerl erbt das Haus seines Großvaters, das schon in dessen Jugend kein schöner Ort war. Noch früher war in dem Kasten gar eine Klapsmühle untergebracht, die maßgeblich forensisch Betroffenen bewachtes Obdach geboten hatte. Opa hat dort dann auch ein schreckliches Ende gefunden. Großbrand, Ursache unbekannt. Jedenfalls übernimmt der geschäftstüchtige Enkel eine ganze Zeit nach dem Unfall die unsympathische Immobilie und will sie zügig verkaufen. Gefällt den Anwohnern überhaupt nicht. Der angegriffene Kasten gilt als verflucht, soll laut deren Meinung aber bitte in Familienbesitz bleiben. Seltsam. Wie bestellt bricht aus der nächsten aktuell in Betrieb befindlichen Psychiatrie ein Schlitzer aus und macht Tabula Rasa in der Gemeinde. Offenbar kennt der wiederum die Hintergründe für die Katastrophen, die auch den Großvater röststeten.
 
 
 


 
 
 

BLUTNACHT – Kritik

 
 
 
BLUTNACHT – DAS HAUS DES TODES (Original: SILENT NIGHT, BLOODY NIGH) ist ein klassischer Fall eines unter dem Radar durchgeflogenen Films. Falsche Zeit, falscher Ort; und das gleich mehrfach. Seine Veröffentlichung auf VHS erlebte der Film mit dem so ungemein austauschbaren deutschen Titel weiland am abebbenden Ende der Slasher-Zeit. Hier liegt auch die Erklärung dafür, dass er maßgeblich von Horror-Fans gesichtet wurde, die sich jeden Film mit maskierten und messerschwingenden Bekloppten plus den Verstümmelungs-Exzessen á la TOM SAVINI im Kopf antun wollten. Da war THEODORE GERSCHUNYS kantiger Seventies-Reißer natürlich völlig vorbei an Trend und Stimmung. Zwar gibt´s hier auch einen übergeschnappten Mörderer und die Splattereffekte lagen deutlich über dem, was zeitgenössische Regisseure den Mägen ihrer Autokino-Zuschauer zumuteten (wenn sie nicht gerade Herschell Gordon Lewis hießen), man ließ der Handlung im Vergleich zu Jason siebenunddreißig aber viel Luft zum atmen. Atmosphärisch lässt sich auch nichts aussetzen – wenn man weiß, was man von einem Independent-Horrorfilm aus den frühen Siebzigern zu erwarten hat, dessen einziger Schauspieler mit gewissem Bekanntheitsfaktor das in seiner Rollenwahl über Jahrzehnte hinweg berüchtigt völlig schmerzfreie Schlachtross JOHN CARRADINE ist. Der Charme eines solchen Kleisterwerks ist krude, wie man so sagt. Poliert ist hier nichts und niemand, keine Kante all zu gerade. Aber stört das?
 
 
blutnacht-haus-des-todes-1972-bild-1
 
 
Mitnichten! Verwirrende Entwicklungen auf jeden Fall, die BLUTNACHT – DAS HAUS DES TODES sowohl den Freunden des klassischen Horrors als auch den Videotheken-Splatter-Fetischisten durch die Lappen gehen ließ. Den einen was zu sudelig, den anderen nicht sudelig genug. Schade. Regisseur THEODORE GERSCHUNY (1933-2007), ansonsten einigen noch bekannt als Mann hinter dem für das frühe TROMA gedrehte gefertigte, an ein Bühnenstück erinnernde Erotik-Lustspiel SUGAR COOKIES, war ein mit Ex-Warhol-Girl und B-Film-Ikone Mary Woronov verheirateter Künstler, der sich nur nebenbei mit dem Medium Film beschäftigte. Seine Credits sind nicht sehr umfangreich. Vielleicht erklärt sich so die so untypische Gestalt seines Horrorfilms hier.
 
 
blutnacht-haus-des-todes-1972-bild-2
 
 


 
 
 

BLUTNACHT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Horrorfilm-historisch interessanter Grindhouse-Schocker, in dessen Verlauf sich altmodisch-atmosphärisch gelungener Spukhaus-Grusel und schweinischer Früh-Splatter immer wieder die Hand reichen. Jetzt findet eine schöne, limitierte Wiedergeburt des Films für den Heimkino-Markt, nachdem die Videokassette in wilden Slasher-Zeiten unverdient untergegangen war, statt. Hat er sich verdient, wie wir finden.
 
 


 
 
 

BLUTNACHT – Zensur

 
 
 
Auch BLUTNACHT – DAS HAUS DES TODES – der übrigens 2013 ein äußerst miserables Remake erhielt – hatte es in Deutschland nicht leicht. Er wurde hierzulande Anfang der 1980er erstmals auf VHS ungekürzt veröffentlicht. Doch wie die meisten Horrorfilme zu jener Zeit hatten Zensurwächter auch mit diesem Titel so ihre Probleme. 1983 indizierte die BPjS den seltenen Horrorklassiker. 25 Jahre später wurde er vom Index gestrichen. Das sah das Label SCHRÖDER MEDIA zum Anlass ihn hierzulande noch einmal unter die Leute zu bringen. Die Blu-ray zu BLUTNACHT – DAS HAUS DES TODES ist trotz Kaufhausfassung ungeschnitten. Sammler und Nostalgiker können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

BLUTNACHT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
blutnacht-haus-des-todes-1972-bluray

(c) WGF | Schröder Media (auf 1000 Stück limitiertes BD KeepCase im Schuber)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Silent Night, Bloody Night; USA 1972

Genre: Horror, Klassiker

Ton:Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo)

Untertitel: Keine

Bild: 1,78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK18 – keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover und Schuber

Extras: Originaltrailer (1:13 Min.)

Release-Termin: 11.08.2016

 

Blutnacht – Das Haus des Todes [Blu-ray im Schuber auf 1000 Stück limitiert] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

BLUTNACHT – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Packshot, Abbildungen und Szenenbilder liegen bei WGF | Schröder Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Silent Night, Bloody Night: The Homecoming (2013)
 
Vor Morgengrauen (1981)
 
Halloween (1978)
 
Black Christmas (1974)


Filmkritik: „Trapped – Die tödliche Falle“ (1982)

trapped-die-toedliche-falle-poster
 
 
 

TRAPPED – DIE TÖDLICHE FALLE

Story

 
 
 

In den Hügeln von Tennessee, das wissen wir Jünger der organisierten Lebenszeit-Vernichtung durch Filmkonsum natürlich schon lange, sollte man sich nicht so unbedarft blicken lassen. Vor allem nicht, wenn man Teil eines Rudels blöder City-Teenager ist, die einfach mal ohne Sinn und Verstand campen gehen. Jetzt ist genau das aber passiert. Mancher Film jener Jahre würde jetzt einen irren Schlitzer oder gar verwilderten Inzucht-Sasquatch auf die Buben und Madeln loslassen, der stalkt und hackt und vielleicht sogar Einmachgläser mit Knaben-Nierchen befüllt. Nicht so TRAPPED – DIE TÖDLICHE FALLE. Da ist die Sache schlimmer. Gewaltmensch Chatwill (Henry Silva) ist aus nicht näher erklärten Gründen der unbestrittene Regierende über ein abgelegenes Kaff, ganz in der Nähe der Wanderroute unserer, naja, Helden. Im Dauerhass bumst es sich nicht gut und so hat seine vernachlässigte Redneck-Flittchen-Frau dem Unhold gerade mit einem anderen Hinterwäldler die Hörner aufgesetzt. Das entgeht Chatwill nicht und er tritt dem Ehebrecher entschlossen gegenüber. Als Richter und Henker. Die Städter sehen das durch einen Drehbuchzufall und haben jetzt den groben Klotz und seine schießwütigen Unterlinge im Kreuz.


 
 
 


 
 
 

TRAPPED – Kritik

 
 
 
Hat man in dieser Konstellation auch nicht oft. Der kanadische Filmemacher William Fruet wird in seriöseren Kreisen als denen, die wir nie verlassen werden, als Drehbuchautor und Bühnenstück-Dramatiker geschätzt. Freunde des ruppigeren Kinos verbinden seinen schwierigen Namen mit schmieriger Grindhouse-Ware wie AVANAIDA – TODESBISS DER SATASVIPER, dem superduper-knochigen DER MANN, DER AUS DEM DSCHUNGEL KAM oder eben TRAPPED – DIE TÖDLICHE FALLE. Dieser jenige welche, jetzt auf fürwahr netter und limitierter BluRay eingetrudelte Exploiter von Herrn Fruet wildert in den zumeist lebensgefährlichen Mischwäldern des Backwoods-Films. Oh, und er unterhält den Fan, dort unten am Bahnhof, am schmuddeligen Ende des Kino-Spektrums, geradlinig und direkt. Eine, wie – Friede sei mit ihm – Frank Zappa mal (nicht über TRAPPED!) gesagt hat, „titties-and-beer“-Version von BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE. Bang Bang!
 
 
trapped-die-toedliche-falle-bild-1
 
 
Heiliger Hodenteufel, entfährt es dem oft missverstandenen Rezensenten, dem das Vergnügen, TRAPPED – DIE TÖDLICHE FALLE zu schauen, anno dazumal schon auf VHS vergönnt war, auch nach tagesaktueller Eigentherapie mit der fließbandfrisch glänzenden BluRay erneut. Und Heiliger Hodenteufel, ist das verstörend, Henry Silva – Hank, motherfucking Silva! – in einem ländlichen Film spielen zu sehen. Geht das überhaupt? Damals gab es doch noch gar kein CGI! Ich war der festen Überzeugung, der Mann zerfiele zu betongrauem Staub, sobald er die Häuserschluchten von New York oder meinetwegen noch die engen und vermüllten Pflasterstein-Gassen von Palermo verlässt. Der Mafiaboss, nein, Boss der Bosse, kaltherzig gespielte Trumpfkarte des Syndikats und granitgesichtiger Drahtleib sizilianischer New Yorkigkeit ! Da thront er, verpackt in das schlecht sitzende Karohemd der verarmten Landbevölkerung und Schwarzbrenner-Jeans und bedroht die blöden Teenies, die sich in die Tennessee-Hills gewagt haben. Dort hat er genau so das Regiment wie in der Bronx. Sein Chatwill ist ein jähzorniger Hassbock selbstherrlicher Un-Rechtsprechung. Jahrzehnte des Method Acting ergießen sich brüllend und brutal über die verdutzte und zu Statisten degradierte Restbesetzung. Henry, trag´ uns diesen Film!
 
 
trapped-die-toedliche-falle-bild-2
 
 
 


 
 
 

TRAPPED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Damals in den Fluten von Video-Veröffentlichungen untergegangener Hinterwäldler-Thriller mit Hang zum Schmierigen, der auf dem neuen Medium darauf wartet, entdeckt zu werden. Eine Grinsen machende Henry-Silva-One-Man-Show und ein Brutalinski-Grindhouse-Rupfer für Kenner und solche die es werden wollen.
 
 
 


 
 
 

TRAPPED – Zensur

 
 
 
TRAPPED – DIE TÖDLICHE FALLE wurde 1983 indiziert. Nach 25 Jahren erfolgte eine Listenstreichung. Nun ist der Streifen frei ab 18 Jahren und darf sogar im Handel ausgelegt werden. Die nun in Deutschland erhältliche Blu-ray ist trotz Aufhebung des Index-Status ungekürzt und kann von allen Käufern gekauft werden, die volljährig sind.
 
 
 


 
 
 

TRAPPED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
trapped-die-toedliche-falle-bluray

(c) Schröder Media Handels GmbH (Blu-ray KeepCase im Schuber)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Trapped; Kanada | USA 1982

Genre: Horror, Klassiker, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo

Untertitel: Keine

Bild: 1,78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover im Schuber. Darauf aufgedruckte Limitierungsnummer (auf 2000 Stück limitiert).

Extras: Originaltrailer (1:36 Min.) in englischer Sprache mit festen deutschen Untertiteln

Veröffentlichung: KeepCase: 08.09.2016

 
 

Trapped – Die tödliche Falle [Blu-ray im limitierten Schuber] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 

 
 
 


 
 
 

TRAPPED – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei Schröder Media Handels GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)
 
Open Season (1974)
 
Eden Lake (2008)
 
Straw Dogs (1971)


Filmkritik: „The Hybrid“ (2014)

scintilla-the-hybrid-2014
 
 
 

THE HYBRID

Story

 
 
 
Söldner Jim Powell (JOHN LYNCH) kommt unerwartet aus dem Gefängnis frei und muss als Gegenleistung einen ganz besonderen Auftrag ausführen. Mit einem sechsköpfigen Team soll er in die ehemalige Sowjetunion reisen und in einen stark bewachten Forschungsbunker eindringen, um dort eine Wissenschaftlerin samt Arbeiten zu bergen. Doch der Einsatz ist nicht ungefährlich, denn hier unten haust eine von Menschenhand geschaffene Bedrohung, die sich bald nicht mehr bändigen lässt.
 
 
 


 
 
 

THE HYBRID – Kritik

 
 
 
Eine unterirdische Forschungsbasis irgendwo im russischen Hinterland. Darin eine strebsame Wissenschaftlerin, die geheimnisvolle Experimente mit menschlicher DNA durchführt und damit für Chaos sorgt, weil die Testobjekte nicht nach ihrer Pfeife tanzen wollen. THE HYBRID liefert Horrorstoff aus dem Albträume sind und das sogar fernab jeglicher Todesbakterien oder Killerviren, die nicht selten für apokalyptische Zombieszenarien verantwortlich gemacht werden, wenn Experimente mal wieder aus dem Ruder laufen. Überraschend aufgeräumt und geradlinig geht es im britischen THE HYBRID zu, der zwar eine knappe Geschichte erzählt, aber nicht minder unterhaltsam ist. Der Brite BILLY O’BRIAN hat diesen kurzweiligen Science-Fiction-Horror gedreht. Für ihn sind missglückte Forschungen kein Neuland.
 
 
scintilla-the-hybrid-bild3
 
 
Bereits 2005 beschäftigte er sich mit gescheiterten Experimenten und nahm für den Indie-Grusler ISOLATION das erste Mal auf dem Regiestuhl Platz. Seither ist es verdächtig ruhig um den talentierten Newcomer geworden, der wohl jetzt einen neuen Versuch wagt, um im Genre ernstgenommen zu werden. Ziemlich viele Autoren haben an Drehbuch zu THE HYBRID gepinselt, der anfangs eigentlich SCINTILLA bzw. THE SCINTILLA PROJECT heißen sollte. In den meisten Fallen kein gutes Omen, schließlich bewahrheitet sich immer öfter das Sprichwort vom verdorbenen Brei, an dem zu viele Köche gearbeitet haben. THE HYBRID tanzt aus da aus der Reihe und fällt positiv auf. Grund hierfür: die minimalistische Inszenierung, die sich nur auf das Wesentliche konzentriert, nicht viel Zeit mit Nebensächlichkeiten vergeudet und dennoch stets packend bleibt. Die eigentliche Handlung kommt zügig auf den Punkt und führt ein sechsköpfiges Team um Söldner Jim Powell (John Lynch) zu einer gut bewachten Rebellenbasis, in der abgeschottet von der Außenwelt mit außerirdischem Material gearbeitet wird.
 
 
scintilla-the-hybrid-bild2
 
 
Mehr von der ohnehin überschaubaren Geschichte zu erzählen wäre fatal, spielt doch THE HYBRID mit der Erwartungshaltung des Zuschauers, der hier mal wieder davon ausgeht, dass im Inneren der Forschungsräume deformierte Kreaturen ihr Unwesen treiben und grausam Schlachten. Natürlich ist die Verahnung nicht unbegründet, denn die Bedrohung kommt auf leisen Sohlen und getötet wird hier selbstverständlich auch. Dennoch ist die Auflösung reichlich unspektakulärer als vermutet, was aber nicht negativ gewertet werden sollte. Regisseur BILLY O’BRIAN hat ein Händchen für die Platzierung tiefsitzender Schocks, weil er langsam aufbaut und ganz unvorbereitet zuschlägt. Dank solider aber passender Spezialeffekte lässt er am Ende die Katze aus dem Sack und überzeugt mit böser Wendung. Dass da auch ein wenig gesplattert werden darf ist zeitgemäß und freut den Horrorfan. Wir raten trotzdem von der Sichtung des Trailers ab, gehört THE HYBRID zu jener Art von Filmen, über die man im Vorfeld so wenig wie möglich wissen sollte, um sich nicht die Spannung nehmen zu lassen. Endlich mal wieder ein sehenswerter Beitrag, auf den man sich freuen kann. Wir wünschen gute Unterhaltung!
 
 
scintilla-the-hybrid-bild1
 
 
 


 
 
 

THE HYBRID – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Unterhaltsamer, schnörkelfreier Sci-Fi-Horror mit überraschend bluttriefenden Momenten. THE HYBRID oder SCINTILLA – so wie er anfangs heißen sollte – ist kein tiefgründiger Science-Fiction-Schocker mit intelligenter Story. Vermutlich will er das auch gar nicht sein. Vielmehr wollte der britische Regisseur BILLY O’BRIAN (ISOLATION) kurzweilig unterhalten und das tut er mit seinem kleinen Streifen definitiv. Die Charaktere sind nur oberflächlich ausgearbeitet, die Geschichte strotzt nicht gerade vor Innovation und dennoch gelingt es dem Filmemacher einen knackig inszenierten Film an den Mann zu bringen, bei dem der Zuschauer durch die Etappen des Filmes getrieben wird – bis zum wendungsreichen Finale. Dass dort sogar auch etwas Gewalt zelebriert wird erweist sich als I-Tüpfelchen und macht aus THE HYBRID packende Genre-Unterhaltung, die bis zum Ende spannend bleibt, weil man sich ausschließlich auf das Wesentliche konzentriert. Wer übrigens diverse Fragen beantwortet haben möchte, schaut dumm aus der Wäsche. THE HYBRID liefert die nur zum Teil und kurbelt stattdessen die Phantasie des Zuschauers an. Wer daher jede Fragen bis ins Detail geklärt haben möchte, sollte lieber auf die Fortsetzung warten. Schenkt man dem offenen Ende glauben, könnte die wirklich fies werden.
 
 
 


 
 
 

THE HYBRID – Zensur

 
 
 
Am Ende gibt es einiges zu sehen. Es explodieren Köpfe, Knochen werden gebrochen und ein Protagonist wird mit einer Machete in zwei Teile geschnitten. Sollte THE HYBRID hierzulande veröffentlicht werden (was nicht unwahrscheinlich ist) kommt er mit rotem „Keine Jugendfreigabe“-Flatschen in den Handel.
 
 
 


 
 
 

THE HYBRID – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Species (1995)
 
Species II (1998)
 
Xtro II – Die zweite Begegnung (1990)
 


Kritik: „Macabre – Die Küsse der Jane Baxter“ (1980)

makabre-1980
 
 
 

MACABRE

Story

 
 
 
New Orleans. Jane Baxter hat Probleme mit den Plänen des Schicksals. Beim Date mit dem Lover passiert dem alleingelassenen Nachwuchs daheim ein fürchterliches Unglück. Tod. Als würde das nicht reichen, erleidet die Ärmste sogleich einen Autounfall, der ihren Liebhaber mit Schmackes enthauptet. Nachvollziehbarerweise landet Jane in der Klapsmühle. Etwas erholter bezieht sie die ehemalige Bumswohnung, die mal ihr kopfloser Liebhaber inne hatte und lebt in der Nachbarschaft ihres blinden und merkbar verknallten Vermieters. Nach und nach kommt dieser auf den Plan, dass Jane sich Herrenbesuch kommen lässt oder gar unlautere Beziehungen zu ihrem Verflossenen unterhält. Aber der ist doch nicht bloß tot, sondern etwa 35 Zentimeter kürzer.. Oder etwa nicht?
 
 
 


 
 
 

MACABRE – Kritik

 
 
 
Lamberto Bava ist der Sohn des legendären italienischen Genre-Regisseurs Mario Bava. Das Gefühl dieses Filmemachers für Bildkomposition und Farbgebung ist bis in die heutige Zeit stilbildend, nicht nur für den Horror. Auch inhaltlich verdankt die Fanschaft dem alten Römer einiges, gehen auf seine Kappe doch die Blaupausen für das Giallo-Kino (THE GIRL WHO KNEW TOO MUCH oder BLUTIGE SEIDE) Slasher (IM BLUTRAUSCH DES SATANS) glitzeriges Pop-Art-Comic-Kino, von dem Marvel unbewusst noch heute zehrt (GEFAHR: DIABOLIK!) und last but not least mit PLANET DER VAMPIRE ein Film, dessen ALIEN-haftigkeit anderthalb Jahrzehnte vor ALIEN Ridley Scott immer noch die Schamesröte ins bärtige Lehrergesicht treiben dürfte. Wieso diese kurze Einleitung zu den Meriten des älteren Bava? Natürlich um darauf hinzuweisen, wie schwer es sein Junior (der inzwischen auch schon stolze 70 Lenze zählt) sein Lebtag haben musste, nicht für jeden Pups, der ihm entfleuchte, mit seinem alten Herrn verglichen zu werden.
 
 
macabre-7
 
 
MACABRO oder MACABRE, wie die DVD in Anlehnung an den britischen Titel jetzt auch hier heißt, war 1980 Bavas erste eigene Regiearbeit nach der Assistenz beim Vater und sollte so etwas wie ein Befreiungsschlag werden. Weg von den historischen und gotischen Zelluloid-Malereien des Familiennamens, mehr hin zum Ekelhorror als Schlag in die Magengrube. In Zeiten der Fulcis und Argentos in Italien auch nur zeitgemäß. Trotzdem lebt MACABRE noch von den Antäusch-Gruseleien der Genretradition und es wird eben nicht graphisch dem Leichengeknatter gefrönt, wie es unter der Regie eben erwähnter Kollegen und im Sinne des Schockwerts vielleicht passiert wäre. Nein, es geht Atmosphäre vor Gore-Sauereien; und das ist dem Film zu Gute zu halten. Ruhig gefilmte Sequenzen des pittoresken New Orleans mit seiner Melange aus Katholizismus und Südstaaten-Voodoo sind seit jeher treffliche Zutaten guter Schauerstücke. In einem solchen Setting fällt es dem Publikum leichter, sich auf die Seite derer zu setzen, die Jane für eine Nekrophile halten oder doch lieber einer Protagonistin beim Durchdrehen zuschauen. Dazu trägt den Film, der vielleicht ein bisschen unter dem Anfängerfehler leidet, dem Zuschauer ein paar Handlungsstreckminuten zuviel zuzumuten, Anklänge an Hitchcock (PSYCHO natürlich) aber auch die trashigen Thriller eines William Castle, in denen auch regelmäßig Damen die Hölle heiß gemacht wurde.
 
 
macabre-8
 
 


 
 
 

MACABRE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
MACABRE – DIE KÜSSE DER JANE BAXTER ist kein unumstößlicher Meilenstein italienischen Horrorkinos aber ein Brückenschlag zwischen der Gotik-Atmosphärik der Bava-Tradition und modernen Schockern, wie sie die Achtziger noch zuhauf liefern sollten.
 
 
 


 
 
 

MACABRE – Zensur

 
 
 
Der ehemals indizierte Klassiker wurde bereits im Jahre 2007 von der BPjM wieder freigegeben. Zuvor war der Streifen knapp 25 Jahre auf der Liste für indizierte Medien zu finden. Mittlerweile kann der Film ungeschnitten im Handel erworben werden.
 
 
 


 
 
 

MACABRE – Deutsche DVD

 
 
 
macabre-dvd

(c) Edel Germany / Paragon Movies

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Macabro; Italien 1980

Genre: Horror, Klassiker, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 1.0 Mono), Englisch (Dolby Digital 1.0 Mono)

Untertitel: Keine

Bild: 1,85:1 (anamorph / 16:9)

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK 18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray, FSK-freies Wendecover mit alternativem Design, das dem der UK-DVD von Arrow Video gleicht

Extras: Trailer

Release-Termin: 30.01.2015

 

Macabre – Die Küsse der Jane Baxter(DVD) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

MAKABRE – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sado – Stoß das Tor zur Hölle auf (1979)
 
Nekromantik (1987)
 


Kritik: „Buddy Hutchins – Falling Down Again“ (2015)

buddy-hutchins-2015
 
 
 

BUDDY HUTCHINS – FALLING DOWN AGAIN

Story

 
 
 
Ein Familienvater versteht die Welt nicht mehr. Da brennen ihm die Sicherungen durch und er nimmt mit einer Kettensäge blutige Rache an jedem, der ihm zuvor nur Böses wollte.

 
 
 


 
 
 

BUDDY HUTCHINS – Kritik

 
 
Vermutlich dürften sich viele Horrorfans noch an Schauspieler JAMIE KENNEDY zurückerinnern können. Der spielte in der beliebten SCREAM-Reihe einen sympathischen Film-Nerd namens Randy, der in der Slasher-Serie viel zu früh das Zeitliche segnen musste. Mittlerweile sind viele Jahre vergangen und der smarte Witzbold von einst lässt sich mal wieder im Genre blicken. Für seinen aktuellen Streifen namens BUDDY HUTCHINS hat er sich reichlich Winterspeck angefuttert und absichtlich verunstalten lassen. Als ungepflegte Alkoholiker scheint er vom Pech verfolgt und wird unter tragischen Umständen zur tickenden Zeitbombe. FALLING DOWN lässt grüßen, denn es lassen sich allerhand Parallelen zum Thriller aus der Mache von JOEL SCHUMACHER erkennen. Der brachte im Jahr 1993 einen wütenden MICHAEL DOUGLAS ins Kino, dem in Los Angeles die Sicherungen durchbrannten. Natürlich ist hier alles eine Nummer kleiner. BUDDY HUTCHINS ist eine günstige Low-Budget-Produktion ohne Staraufgebot, die zum großen Teil in den vier Wänden von Regisseur JARED COHN (Macher der ASYLUM-Gurken: 12/12/12 oder BORN BAD) umgesetzt wurde. Dank gutem Hauptdarsteller fällt der rigorose Sparkurs dieses unabhängigen Horror-Thrillers nicht negativ ins Gewicht, denn BUDDY HUTCHINS gehört zu jener Art von Indie-Filmen, in denen gutes Schauspiel manch fehlenden Dollar im Budget verschmerzen lässt.
 
 
buddy-hutchins-bild2
 
 
Im Film hat Figur Buddy Hutchins kein einfaches Los gezogen. Geldsorgen plagen den unglücklichen Familienvater, der es aber immerhin von einem Jahr geschafft hat sein Alkoholproblem in den Griff zu bekommen und den sarkastischen Humor nicht verlernt hat. Doch die Bemühungen scheinen nicht viel Eindruck bei den Angehörigen hinterlassen zu haben. Die Ehefrau treibt es heimlich hinter dem Rücken mit dem besten Freund und auch der pubertierende Sohnemann hat schon längst den Respekt vor dem Vater verloren. Als dem mürrischen Pechvogel die Kinder weggenommen werden sollen, seine geliebte Mutter an Herzversagen stirbt und es beruflich bergab geht, ist es für Buddy Hutchins an der Zeit all jene zu bestrafen, die ihm bisher nichts Gutes wollten. Er wirft eine Motorsäge an und startet einen grausamen Rachefeldzug ohne Erbarmen.
 
 
buddy-hutchins-bild4
 
 
Regisseur JARED COHN bevorzugt es schwarzhumorig, denn BUDDY HUTCHINS geizt nicht mit zynischen Sprüchen und makabren Späßen. Dennoch bleibt im Unklaren was sein Kettensägenmassaker eigentlich sein soll. Für eine schwarze Komödie ist BUDDY HUTCHINS schlichtweg zu tragisch und für ein Drama dann doch wieder etwas sehr sarkastisch. Zudem finden am Ende drastische Horror-Elemente den Weg in die Handlung, so dass unschlüssig bleibt, ob man das Gezeigte ernst zu nehmen hat oder darüber schmunzeln soll. Als überhaupt nicht erheiternd kann die Gesellschaftskritik im Film gewertet werden, denn einmal mehr wird ein Genrefilm dazu verwendet, um sich kritisch über Missstände äußern zu können. Das liebe Geld gerät ins Visier des kontroversen Angriffs, denn das steuert in BUDDY HUTCHINS alle Bereiche des täglichen Miteinanders. Es treibt Familien auseinander, macht aus Freunden unerbittliche Feinde und entscheidet sogar über Leben und Tot. Für die Titelfigur ein Teufelskreislauf, der wieder nur mit Gewalt durchbrochen werden kann. Der Antiheld schnappt sich eine Kettensäge und versucht Aggressionen abzubauen, in dem er Köpfe spaltet und so Problem aus der Welt schafft. Die hierfür zum Einsatz kommenden Spezialeffekte sind Marke „Eigenbau“, simpel gestrickt aber nicht immer gleich zu durchschauen. Zur Freude der Gorehounds fließt reichlich Lebenssaft, was Zensurwächter hierzulande wenig Gefallen bereiten dürfte, kommt doch abgebrühte Gewalt zum Einsatz, damit Konflikte beseitigen werden können.
 
 
buddy-hutchins-bild1
 
 
Drehbuchautor und Filmemacher JARED COHN verarbeitet in BUDDY HUTCHINS eigene Schicksalsschläge. Die Idee zur bissigen Familientragödie kam ihm, als er sich selbst an einem Punkt in seinem Leben befand, an dem er nicht weiterwusste. Seine Gefühle und Gedanken verarbeitete er, in dem er die mutige Figur des Buddy Hutchins schuf und sie Dinge tun lies, über die vermutlich jeder schon einmal in ähnlicher Situation nachgedacht hat: Tritt Feinde nicht mit den Füßen, wenn sie bereits am Boden liegen, sie könnten grausame Rache nehmen.
 
 
buddy-hutchins-bild3
 
 
Letztendlich kann sich die filmische Umsetzung der zu Papier gebrachten Rachephantasie durchaus sehen lassen. Zwar litt die Produktion unter dem knappen Kapital, das keine Experimente zuließ. Dank zermürbender Atmosphäre und facettenreichem Schauspiel eines ambitionierten sowie talentiertem JAMIE KENNEDY, sticht BUDDY HUTCHINS unter der Vielzahl ähnlicher Rachestreifen positiv hervor. Ganz nebenbei hat COHN hier übrigens den besten Spielfilm seiner bisherigen Karriere abgeliefert. Nachdem er zuvor Miserables für Trash-Mache THE ASYLUM inszeniert hatte überrascht, dass der Regisseur weit mehr kann, als Filme für die Schrottpresse zu inszenieren. Letztendlich wäre zu erwähnen, dass BUDDY HUTCHINS im Gedächtnis bleibt – ein Kunststück, das unabhängigen Filmen neueren Datums nur selten gelingt. Bemerkenswert!
 
 
 


 
 
 

BUDDY HUTCHINS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein Familienvater sieht rot. Grimmiger Rachestreifen – grandios gespielt! Das hauptsächlich für seichte Komödien bekannte SCREAM-Sternchen JAMIE KENNEDY gibt im depressiven BUDDY HUTCHINS sein Bestes und macht aus dem kostengünstigen Rache-Thriller wirklich sehenswertes Indie-Kino in dem schwarzer Humor nicht zu kurz kommt. Zwar bekommt der Zuschauer hier eine wirklich seltsame Kombination aus Drama, Komödie und Horrorfilm zu Gesicht; irgendwie scheint der sonderbare Genre-Mix trotzdem zu funktionieren, weil KENNEDY den wohl bemitleidenswertesten aber gleichzeitig sympathischsten Antihelden verkörpert, den man bis dato in einem Rachefilm zu sehen bekommen hat. Dass Geld knapp gewesen ist, kann auch diese unabhängige Produktion nicht verbergen. Dennoch war Macher JARED COHN darum bestrebt seinen Film teurer aussehen zu lassen, als er letztendlich gewesen ist. Mit blutigen Taschenspielertricks macht er zudem Gorehounds glücklich, die am Ende überrascht sein dürften, wie zeigefreudig die Gewalt im Film zelebriert wird. Wem kostengünstiger Look in Indie-Thrillern nichts ausmacht wird BUDDY HUTCHINS schnell ins Herz schließen. Fans des „schönen“ Mainstream-Horror bereitet das hier Gebotene jedoch kaum Freude.
 
 


 
 
 

BUDDY HUTCHINS – Zensur

 
 
 
Seltsam, dass es BUDDY HUTCHINS ungeschnitten durch die FSK geschafft hat. Hier werden Köpfe mit Baseballschläger eingeschlagen. Zudem bohrt sich eine Kettensäge durch Körper und Schädel. Dennoch blendet die Kamera immer dann weg, wenn es für den Zuschauer unerträglich wird. Oftmals hat das den Anschein, als ob bereits vor der amerikanischen Veröffentlichung die Schere angesetzt wurde. Viele Schnitten wirken hart und unprofessionell, was den Eindruck erweckt, dass bereits vorab gekürzt wurde. Aufgrund der kontroversen Rache-Thematik verwundert es, dass BUDDY HUTCHINS sogar bereits für Sechsehnjährige freigegeben wurde. Die erhältliche Heimkinoversion hat von der Filmprüfbehörde eine FSK16 erhalten – ungeschnitten!
 
 
 


 
 
 

BUDDY HUTCHINS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
buddy.hutchins-falling-down-again-bluray

(c) Kinokater | Lighthouse Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Buddy Hutchins; USA 2015

Genre: Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englischh DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer

Release-Termin: 20.11.2015

 

Buddy Hutchins – Falling Down Again (Blu-ray) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

BUDDY HUTCHINS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Falling Down – Ein ganz normaler Tag (1993)
 
Rampage (2009)
 
Axed (2012)
 
Hobo with a Shotgun (2011)
 


Filmkritik: „Pigs“ (1972)

pigs-1972
 
 
 

PIGS

Story

 
 
 
Lynn (Toni Lawrence) entkommt aus der Klapse, in der sie nach dem Mord an ihrem üblen Schänder-Vater versauern sollte. Auf der Flucht strandet sie auf dem Einsiedlerhof des seltsamen Herrn Zambrini (Tonis Vater, Marc Lawrence), der seinen Hausschweinen nicht nur regelmäßig ausgebuddelte Leichen vom Friedhof verfüttert, nein, auch Durchreisende verschiedenster Couleur landen zerhackt im Trog der carnivoren Rüsseltiere. Selbstverständlich ist dieses Umfeld der geistigen Gesundung des Mädchens nicht gerade zuträglich und so beginnt sie in Besuchern der Farm ihre Vater zu sehen. Es folgen Bluttaten und wohlgenährte Sauen.
 
 
 


 
 
 

PIGS – Kritik

 
 
 
Marc Lawrence (1910-2005!) ist ein Faszinosum. Freunden klassischer Film Noirs ist das zerfurchte, Gangster-stereotype Gesicht des Amerikaners aus Meisterwerken der Schwarzen Serie wie „I Walk Alone“ (1948) oder – das darf ich hier sagen, meinem Lieblings-Noir – „This Gun For Hire“ (1942) bekannt. In den Fünfzigern wurde die Karriere des ehemaligen Kommunismus-Interessierten dann von den faschistischen Hetzereien der McCarthy-Anhörungen auf Eis gelegt. Was den Mann dann allerdings 1972, Jahre nach dem langsam erarbeiteten Comeback, dazu brachte, einen ruppigen Exploiter wie „Pigs“ abzuliefern und auch noch die eigene Tochter in der hochpsychotischen Hauptrolle zu besetzen, zählt zum Folkloreschatz der Genre-Filmgeschichte. Weder eine prä-Achtziger Gore-Bombe, noch mit dem Tempo moderner Horrorfilme mithalten könnend, ist „Pigs“ ein sicherer Tipp für Horrorfans, die mit Regisseuren wie Andy Milligan, Al Adamson oder Ted V. Mikels vertraut sind. Also garantiert geschmackloser Schlock für am niedrigsten bewegte Grindhouses. In den USA vertreibt Troma die DVD, was „Pigs“ ins Regal von deren Frühphasen-Ferkeleien wie „Igor And The Lunatics“ oder dem berühmt-berüchtigten „Muttertag“ stellt – wo er sich dann auch gut macht. Dankenswerterweise aus der halbdunkeln Welt der Bootlegs befreit, kann Lawrence’ Trip in die Niederungen sudeliger Schweinefutter-Drecksploitation jetzt als center piece eines ordentlichen Bahnhofskinoabends auf der heimischen Couch zur Aufführung gebracht werden.
 
 
pigs-1972-bild1
 
 
 


 
 
 

PIGS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
„Pigs“ (OT: Daddy’s Deadly Darling) ist ein wilder Seventies-Exploiter der Nach-Charles-Manson-Zeit, der schmutzig unterhält und von jemandem gedreht wurde, von dem man es sicherlich nie erwartet hätte.
 
 
 


 
 
 

PIGS – Zensur

 
 
 
„Pigs“ wurde in Deutschland indiziert und erst 2009 vom Index gestrichen. Fünf Jahre sollte es dauern bis endlich eine „freie“ DVD-Version in die Händlerregale kommen sollte. Die momentan erhältliche Filmversion trägt die alte FSK-Freigabe – eine Neuprüfung lohnt scheinbar nicht mehr und wäre zu kostenintensiv. Dennoch ist die wieder frei erhältliche Filmfassung ungeschnitten: FSK18.
 
 
 


 
 
 

PIGS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
pigs-dvd

(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Daddy’s Deadly Darling; USA 1972

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Keine

Bild: 2,35:1

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: FSK 18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover (alternatives Filmcover)

Extras: Kein Bonusmaterial

Release-Termin: 28.11.2014

 

Pigs (DVD) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

PIGS – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Ekel (1965)
 
Töchter des Bösen (1977)
 
Human Beasts (1980)
 
Cannibal Girls (1973)
 


Filmkritk: „Gnome Alone“ (2014)

gnome-alone-2014
 
 
 

GNOME ALONE – GARTENZWERG DES GRAUENS

Story

 
 
 
Teilzeitkassiererin und Collegestudentin Zoe hat das Herz am rechten Fleck. Als eine obdachlose Frau von einem betrunkenen Autofahrer überfahren wird, ist sie sofort zur Stelle. Leider ahnt die menschelnde Lebensretterin nicht, dass ihr Einsatz Konsequenzen hat. Die sterbende Alte belegt das Mädchen mit einem sonderbaren Fluch. Wenn immer Zoe in Gefahr ist oder ihr Menschen Böses wollen, eilt ein Kobold zur Hilfe und nimmt Rache an ihren Peinigern.

 
 
 


 
 
 

GNOME ALONE – Kritik

 
 
Als Filmkritiker ist man vor keiner Horrorfilmgurke sicher, schließlich weiß man vorab nie, ob der zu besprechende Streifen was taugt oder nicht. In einem Genre, das sich scheinbar nur noch aus Fortsetzungen, Duplikaten und Prequels zusammensetzt, ist es mittlerweile ziemlich schwer geworden die guten Filme zu finden, weil Schundproduktionen wie GNOME ALONE – GARTENZWERG DES GRAUENS dem Fan das Hirn vernebeln. Wie unschwer am Filmplakat zu erkennen ist, hat man sich für diesen cineastischen Schnellschuss von der legendären LEPRECHAUN-Reihe inspirieren lassen und versucht nun eine Art Kopie des kultigen Killergnoms in die internationalen Heimkinos zu bringen, um die Gunst enttäuschter Horrorfans für sich gewinnen zu können. Denen wurde im vergangenen Jahr mit LEPRECHAUN: ORIGINS ein Neueinfang der nunmehr siebenteiligen Zwergen-Saga versprochen. Der wurde selbstverständlich pünktlich zu Halloween in die Wohnzimmer gebracht – nur ohne WARWICK DAVIS in der Hauptrolle, der in allen LEPRECHAUN-Filmen den garstigen Kobold verkörperte.
 
 
gnome-alone-2014-bild1
 
 
Letztendlich entwickelte sich LEPRECHAUN: ORIGINS zu einer einzigen Enttäuschung von der auch GNOME ALONE nicht allzu weit entfernt ist, hat doch das hier Gebotene den Gehalt eines Baustellenklos am Ende der Arbeitswoche. Video-Trash ohne Niveau, plumpe Späße, peinliche Dialoge und schlechte Effekte. In GNOME ALONE bekommt man all das zu sehen, was man in Horrorfilmen eigentlich gar nicht mehr sehen will, wobei vor allem die schlechten schauspielerischen Leistungen das Fass zum Überlaufen bringen. Die sind nahezu kaum vorhanden und werfen die Frage auf, ob die hier zusammengeschusterte Lachnummer einfach nur unfreiwillig komisch ist oder sich selbst versucht auf die Schippe zu nehmen. Wir vermuten jedoch Ersteres, denn auch wenn VERNE TROYER die zynischen Wortspielchen eines LEPRECHAUNS unbeholfen kopiert – zünden wollen die gemeinen Sprüche des Kobolds keineswegs, weil TROYER (man mag es kaum glauben) nun mal kein talentierter Schauspieler ist.
 
 
gnome-alone-2014-bild3
 
 
Eigentlich sollte der Rohrkrepierer anfänglich LEGEND heißen. Scheinbar war der Name zu beliebig, weshalb man mal wieder am Filmnamen gefeilt und die Titelkreation verschlimmbessert hat. Dass der neue Titel weitaus unsinniger klingt und eher an Kinderunterhaltung erinnert, ist aufgrund der desaströsen Machart ohnehin kaum von Gewichtung, schließlich ist dem Regie-Duo TIMOTHY WOODWARD JR. und JOHN MICHAEL ELFERS das Kunststück gelungen ist, den wohl erbärmlichsten Zwergen-Horror auf Zelluloid zu bannen, den die Filmwelt bis dato gesehen hat. Die musikalische Untermalung passt zu keiner Zeit, die Bluteffekte sind zwar handgemacht befinden sich aber auf Amateurlevel und Spannung – ja die sucht man hier mit der Lupe. Selten hat ein Film dem Zuschauer so heimtückisch Lebenszeit geraubt. GNOME ALONE entpuppt sich als filmischer Unfall, der den Zuschauer aus unerklärlichen Gründen am Abschalten hindert. Der dürfte leider vergebens auf richtige gute Momente warten, denn GNOME ALONE ist schlichtweg übelriechender Trash, der diesmal wirklich in den Mülleimer gehört.
 
 
gnome-alone-2014-bild2
 
 
 


 
 
 

GNOME ALONE – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Ist das Trash oder kann das weg? GNOME ALONE – GARTENZWERG DES GRAUENS sollte möglichst gemieden werden, denn selbst Liebhaber charmanter Trash-Gurken werden sich mit dieser Videoproduktion keinen Gefallen tun. In diesem Film dominieren schlechte Schauspieler, die zur Abwechslung wirklich nichts können, miese Effekte und grottiges Zwergen-Make-up, für das angeblich zwei Stunden pro Tag benötigt wurde, um den kleinwüchsigen VERNE TROYER in einen mordenden Killergnom verwandeln zu können. GNOME ALONE ist eine einzige (unfreiwillige) Lachnummer und Welten von jener Vorlage entfernt, die die beiden Regisseure TIMOTHY WOODWARD JR. und JOHN MICHAEL ELFERS vehement versuchen zu kopieren: LEPRECHAUN. Man sollte sich im Übrigen nicht vom Filmplakat blenden lassen. Das Gechöpft auf dem Poster schaut mehr nach NOSFERATU aus als jene Kreatur, die man letztendlich im Film zu sehen bekommt. Daher: Im Händlerregal liegen lassen, denn das erspart Unmut, Zeit und Geld!
 
 
 


 
 
 

GNOME ALONE – Zensur

 
 
 
In GNOME ALONE – GARTENZWERG DES GRAUENS gibt es einige Splattermomente zu sehen, deren Qualitäten sich jedoch auf Amateurniveau befinden. Blut fließt hin und wieder, so dass es in Deutschland dafür den roten FSK-Flatschen gab: Keine Jugendfreigabe. Hierzulande wird es übrigens vorerst nur eine DVD-Auswertung geben. Eine Blu-ray ist nicht geplant.
 
 
 


 
 
 

GNOME ALONE – Deutsche DVD

 
 
 
gnome-alone-dvd

(c) Eurovideo | Primal Screen Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Gnome Alone; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Keine

Bild: 2,35:1 (anamorph / 16:9)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Keine

Release-Termin: 15.01.2016

 

Gnome Alone – Gartenzwerg des Grauens (DVD) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

GNOME ALONE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

(Rechte für alle Grafiken liegen bei Primal Screen Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Leprechaun (1993)

Leprechaun 2 (1994)

Leprechaun – Tödliches Spiel in Vegas (1995)

Space Platoon (1997)

Leprechaun 5 – In the Hood (2000)

Leprechaun 6 – Back 2 tha Hood (2003)

Leprechaun: Origins (2014)

Katzenauge (1985)

Troll (1986)

Troll 2 (1990)


Filmkritik: „John Carpenters Sie leben“ (1988)

John-Carpenters-Sie-leben-1988
 
 
 

SIE LEBEN

Story

 
 
 
Die Außerirdischen haben die Erde bevölkert und können nur mittels Spezialbrille entlarvt werden. Der Gelegenheitsarbeiter John Nada findet eine solche Brille und deckt eine bisher unerkannte Gefahr auf …
 
 
 


 
 
 

SIE LEBEN – Kritik

 
 
 
“[…]THEY LIVE was a primal scream against Reaganism of the ’80s. And the ’80s never went away. They’re still with us. That’s what makes They Live look so fresh — it’s a document of greed and insanity. It’s about life in the United States then and now. If anything, things have gotten worse.“
 

(John Carpenter im Interview mit Entertainment Weekly)


 
 
sie-leben-1988-bild4
 
 
Als Ronald Reagan im Jahre 1981 Präsidenten der vereinigten Staaten von Amerika wurde, lenkte er das Land in eine etwas andere Richtung. Nach der Amtszeit von Jimmy Carter sollten die USA nun wieder konservativer werden. Nach längerer Abwesenheit führte Regan auch das heute noch oft zu hörende „God bless America“ wieder ein und unterbrach seine Reden oft für Gebete. Diese extrem konservative Haltung war es, die Filmemacher John Carpenter sauer aufstieß. All die Ideale für die er als junger Mann gekämpft hatte, so Carpenter, drohten nun in Vergessenheit zu geraten. Reagan wollte dem Land durch Kapitalismus wieder auf die Sprünge helfen, da die wirtschaftliche Situation der USA zum Ende der 70er-Jahre alles andere als rosig war. Die Leute sollten kaufen, damit Wohlstand in alle Gesellschaftsschichten durchsickern konnte. Bereits 1981 drehte Carpenter mit DIE KLAPPERSCHLANGE (ESCAPE FROM NEW YORK) einen Film, der die amerikanische Regierung als korrupt und scheinheilig darstellte. Mit diesem sehr ruhig erzählten Action-Adventure zeichnete Carpenter ein dystopisches Bild von der Zukunft Amerikas. Doch wie bei jeder seiner Arbeiten, lehnte der Filmemacher jegliche Stimmen ab, die sagten, dass er mit seinen Filmen eine Botschaft vermitteln wolle. Sein 1988 veröffentlichtes Werk SIE LEBEN (THEY LIVE) stellt eine große Ausnahme dar. Hier entschied sich Carpenter ganz bewusst dafür eine politische und gesellschaftskritische Aussage zu treffen. Und was für eine!
 
 
 
„In the end it’s simply […] a cheap science fiction movie with a wrestler as the star. […] But underneath it’s critique of what happened to America in the 80’s.”
 

(John Carpenter im Interview mit CineMayhem)


 
 
sie-leben-1988-bild2
 
 
Das Besondere an SIE LEBEN ist nicht nur seine Botschaft, sondern in aller erster Linie für wen dieser Film gemacht ist. Filme, die heutzutage die amerikanische Politik so ins Kreuzfeuer nehmen wie Carpenters Film, kommen meist erst gar nichts erst ins Kino und werden direkt für den Heimvideomarkt ausgewertet. Oder, es sind sehr anspruchsvolle Filme, mit denen eher Freunde des Art-House-Kinos etwas anfangen können. Doch SIE LEBEN blieben diese zwei Schicksale glücklicherweise erspart. Universal veröffentlichte den Film am 4. November 1988 in fast 1.500 Kinos in den USA. Bereits am ersten Wochenende konnte John Carpenters für gerade einmal 4.000.000 Dollar gedrehter Independent-Film sein Budget wieder einspielen und landete auf Plant 1 der US-Kinocharts. Auch in der darauf folgenden Woche war immerhin noch Platz 4 drin! Ob es einem solchen Film heutzutage noch mal so ergehen könnte? Wenn man es macht wie Carpenter, vielleicht. Denn sein Film war nicht nur etwas für Leute, die sich regelmäßig mit dem “intellektuellen Kino“ beschäftigen. SIE LEBEN war ein Film für die breite Masse, in welchem es jemanden aus der unteren Arbeiterschicht gelingt die Welt aufzuwecken. Für die Hauptrolle castete John Carpenter Profiwrestler Roddy Piper, da er jemanden suchte, der wie ein Arbeiter aussieht und eine authentische Ausstrahlung hat. Ein weiterer Neuzugang in Carpenters großer Schauspielerriege war Meg Foster (MASTER OF THE UNIVERSE, 1987), welche er engagierte, da er ihre Leistung in Ralph L. Thomas Film DAS SÜSSE WORT DER VERHEISSUNG (1981) mochte.
 
 
sie-leben-1988-bild1
 
 
Aber es wäre kein John Carpenter-Film, wenn nicht auch einige bekannte Gesichter dabei gewesen wären, mit denen der Regisseur zuvor schon zusammenarbeitete. So spielt in einer weiteren Hauptrolle Keith David, welcher bereits in Carpenters 1982er-Remake DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT den Charakter Childs spielte. Des Weiteren sehen wir in Nebenrollen Leute wie Peter Jason oder George ‘Buck‘ Flower, die in vielen Filmen von Carpenter kleinere Parts hatten. Auch hinter den Kulissen sorgte Carpenter dafür, dass er von Leuten umgeben ist, die ihm vertraut sind. Gary B. Kibbe wurde als Director of Photography engagiert. Er arbeitete bereits als Kameramann an HALLOWEEN II (1981) mit und war als Cinematograph an Carpenters späteren Filmen, wie DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS (1994), FLUCHT AUS L.A. (1997) oder VAMPIRE (1998) tätig. Die Musik zum Film stammt natürlich wieder von Carpenter selbst. Hierfür schloss er sich erneut mit Composer Alan Howarth zusammen. Zusammen mit ihm hat Carpenter im Laufe seiner Karriere die mit Abstand besten Soundtracks komponiert. ESCAPE FROM NEW YORK (1981), HALLOWEEN III (1982), CHRISTINE (1983), BIG TROUBLE IN LITTLE CHINA (1986), DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT (1987). Darüber, wieso die beiden nie wieder zusammen gearbeitet haben, wollte Carpenter nie sprechen. Ein großes Rätsel bis heute bleibt allerdings, weshalb der Film so plötzlich aus den Kinos verschwand. Nachdem SIE LEBEN zwei Wochen lang sehr erfolgreich in den USA lief, nahm ihn Universal urplötzlich aus dem Kinos. Wieso wurde nie wirklich geklärt. Hauptdarsteller Keith Davids erklärte es sich so, dass der Film womöglich wegen seiner harten Kritik an der amerikanischen Regierung “irgendjemanden nicht gefallen hat“. Ein gefundenes Fressen für Verschwörungstheoretiker.
 
 
 


 
 
 

SIE LEBEN – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
John Carpenters Sie leben ist ein Klassiker und sollte jedem Genre-Fan ein Begriff sein. Der Film schafft es ausgezeichnet spaßiges Unterhaltungskino mit einer großen Portion Gesellschaftskritik zu verbinden. Carpenter geht wie immer sehr bildhaft an das Thema heran, weshalb einem einige Szenen des Films wohl lange nicht aus dem Kopf gehen werden. Schon allein deswegen, weil (ganz abgesehen von der Sache mit den Außerirdischen) doch ein Fünkchen Wahrheit in diesem Werk steckt. Vielleicht auch ein ganzer Funke.
 
 
 


 
 
 

SIE LEBEN – Zensur

 
 
 
Carpenters SIE LEBEN hatte im Gegensatz zu anderen Filmen des Altmeister viel Glück mit der FSK. Die forderte keine Schnitte, so dass der Film problemlos in den Kaufhäusern verkauft werden konnte und das sogar in der ungeschnittenen Form. Auch die aktuellen HD-veröffentlichungen tragen noch das alte FSK-Logo und sind frei im Handel erhältlich.
 
 
 


 
 
 

SIE LEBEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
sie-leben-mediabook

(c) StudioCanal – Limitiertes Mediabook

 
sie-leben-bluray

(c) StudioCanal – KeepCase Blu-ray

 
sie-leben-neuauflage-bluray

(c) StudioCanal – KeepCase Blu-ray Neuauflage

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: They Live; USA 1988

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Französisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Audiokommentar (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo)

Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Audiokommentar

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 94 Min.

Medium Erstauflage: Mediabook, Zweitauflage: Keepcase mit Wendecover

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Die HD-Veröffentlichung wurde in drei unterschiedlichen Varianten veröffentlicht: in zwei herkömmlichen KeepCase-Varianten und einem limitierten Mediabook. Alle drei Veröffentlichungen beinhalten die gleichen Extras: Audiokommentar von John Carpenter und Roddy Piper, „Indepentent Thoughts“ – Interview mit John Carpenter (10:07 Min.), „Woman of Mystery“ – Interview mit Meg Foster (5:21 Min.), „Watch, Look, Listen“ – Style und Musik von Sie leben (11:14 Min.), „Man vs. Aliens“ – Interview mit Keith David (11:12 Min.), Making of (SD) (8:02 Min.), Promo-Clips (SD) (2:34 Min.), TV-Spots (SD) (1:56 Min.), Trailershow

Release Mediabook: 31.10.2014, KeepCase-Version: 05.12.2014, KeepCase-Neuauflage mit annderem Cover: 16.04.2015

 

Sie leben [Blu-ray] – Limited Edition im Mediabook

 

Sie leben [Blu-ray] KeepCase-Variante

 

>Sie leben [Blu-ray] KeepCase-Variante Neuauflage

 
 
Rechteinhaber Studiocanal hat den Film am 31. Oktober 2014 in einem limitierten Mediabook (auf 2000 Stück limitiert) veröffentlicht. Das Mediabook enthält zwei Discs (BD+DVD), sowie einen zwölfseitigen Buchteil geschrieben von Markus Haage, dem Chefredakteur und Herausgeben der Genre-Zeitschrift DER ZOMBIE. Am 5. Dezember 2014 erschien die Amaray-Version dieser VÖ, welche nur die Blu-ray Disc beinhaltet, auf der auch alle Extras (u.a. ein brandneues Interview mit John Carpenter) zu finden sind. Eine Neuauflage mit anderem Cover erschien im KeepCase am 16. April 2015. Diese ist inhaltlich identisch mit der Amaray-Erstauflage.
 
 


 
 
 

SIE LEBEN – Trailer

 
 

 
 

Sam Freissler

(Das Copyright der für diese Review genutzten Grafiken liegen bei Studiocanal)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Körperfresser kommen (USA 1978)
 
Die Dämonischen (USA 1956)
 
Die totale Erinnerung – Total Recall (1990)
 
Brazil (1985)
 


Filmkritik: „Asylum“ (2014)

Asylum-2014-after-dark-films
 
 
 

ASYLUM

Story

 
 
 
Ein elfköpfiges Sondereinsatzkommando wird zu einer Irrenanstalt gerufen, in der es drunter und drüber geht. Dort haben sich die Insassen aus ihren Zellen befreien können und wandeln durch die Flure, um den Einsatzkräften nach dem Leben zu trachten. Die bemerken schnell, dass hier eine höhere Macht am Werkeln ist …

 
 
 


 
 
 

ASYLUM – Kritik

 
 
 
Es gibt Film auf dieser Welt, die selbst alteingesessene Horrorfans wie uns sprachlos vorm Fernseher zurücklassen. Im Falle von ASYLUM ist das natürlich negativ gemeint, denn selten haben wir Material zu sehen bekommen, das wir am liebsten schon nach fünf Minuten wieder abgeschalten hätten. Da wir dennoch jeden Film testen, der uns vor die Linse kommt, haben wir uns natürlich auch bis zum Ende dieses abgrundtiefschlechten Machwerks durchgekämpft, um auch allen Lesern erklären zu können, warum man ASYLUM lieber nicht ansschauen sollte. Eigentlich hätte der Name TODOR CHAPKANOV schon stutzig machen müssen. Der zeichnet nämlich in ASYLUM als Regisseur verantwortlich und ist eher für Arbeiten an überflüssigen Video-Fortsetzungen (WRONG TURN 3, BOOGEYMAN 3) oder miesen TV-Produktionen (MONSTERWOLF) bekannt. Gott weiß warum AFTER DARK FILMS diesem Mann das Regiezeptur überlassen hat – mit rationalen Erklärungen dürfte man hier jedoch nicht weit kommen.
 
Zwei Cutter einer fiktiven Produktionsfirma vermiesen dem Zuschauer das Schauen dieses Horrorfilms. Die bekommen unfertiges Filmmaterial eines vermasselten Films zugespielt, das sie nun zusammelnschnippeln und überarbeiten sollen, um daraus einen halbwegs vernünftigen Horror-Heuler zu basteln. Die Aufnahmen werden gestartet und der Horrorfan bekommt einen düsteren Irrenhaus-Grusler zu sehen, dessen gesamte 90-minütige Handlung von beiden Schnittkünstlern kommentiert wird. Eine Zumutung, denn ein Folgen der Geschehnisse wird dem Zuschauer so unmöglich gemacht, da atmosphärische Momente durch zynische Fortfloskeln aus dem Off zerstört werden. Schnell vergeht die Lust am Schauen, obwohl die beiden Schneideprofis vehement darum bemüht sind, sich um Film und Protagonisten das Maul zu zerreisen. Statt dem Zuschauer zum Lachen zu bringen, wird dieser vermutlich schnell entnervt das Weite suchen, weil die Wortspielereien den letzten Nerv rauben.
 
Weitaus interessanter ist da die Entstehungsgeschichte des Streifens, schließlich rührt dessen gewöhnungsbedürftige Machart nicht von ungefähr, ist doch während der Dreharbeiten einiges schiefgelaufen. Autor CHRIS MANCINI schrieb das Drehbuch zu ASYLUM und verkauft es an das Filmstudio AFTER DARK FILMS. Leider konnte MANCINI nicht wie ursprünglich gewollt selbst Regie führen, sondern musste das Regiezepter dem Bulgaren TODOR CHAPKANOV überlassen. Es folgte ein Dreh wie jeder andere auch, wäre da nicht einer der Produzenten gewesen, der das gesamte Produktionsbudget einkassierte, um einen Film nach seinen Vorstellungen drehen zu lassen. Dieser veränderte MANCINIS Drehbuch bis zur Unkenntlichkeit und lieferte 88 Minuten Horror-Schrott ab, mit dem das AFTER DARK-Studio nichts anzufangen wusste. Demzufolge wurde Drehbuchautor MANCINI erneut an den Schreibtisch geholt und darum gebeten, aus dem desaströsem Filmabfall das Beste herauszuholen. Kurzum entschloss er sich aus ASYLUM sarkastische Film-in-Film-Comedy zu machen und unterlegte das Durcheinander mit satirischen Voiceover-Kommentaren im Stile eines MYSTERY SCIENCE THEATRE 3000.
 
Letzteres war eine amerikanische TV-Serie, die Ende der 80er und in den 1990ern im US-Fernsehen rauf und runter lief – hierzulande jedoch weitestgehend unbekannt sein dürfte. Die brachte es in den Staaten zu enormer Beliebtheit und zeigte B- und Trashfilme auf einer Kinoleinwand vor der Puppen und Protagonisten saßen, die den gezeigten Trashwerken spöttische Kommentare folgen liesen. Da jedoch die meisten der dort gezeigten Filmwerke amerikanischen Filmfans bekannt gewesen waren, funktionierte das erheiternde Voiceover-Konzept gut, so dass acht Staffeln abgedreht werden konnten, denen sogar ein Kinofilm folgte. Anders sieht es da bei ASYLUM aus. Hier fällt es schwer überhaupt einer Handlung folgen zu können, weil man das Ausgangsmaterial nicht kennt, über das man sich hier lustig macht. Während sich im Hauptfilm ein elfköpfiges Sondereinsatzkommando durch eine heruntergekommene Irrenanstalt vorarbeitet, in der entflohene Insassen zu eiskalten Mördern mutiert sind, bekommt der Zuschauer unentwegt zynische Kommentare aus dem Off zu hören, die ihn scheinbar selbst ins Irrenhaus treiben sollen. Man kann nur all jene für ihre Diziplin beglückwünschen, die es trotzdem schaffen ASYLUM bis zum Abspann zu sehen, denn letztendlich haben MANCINIS Bemühungen nicht bewirkt, dass ASYLUM ein halbwegs vernünftiger Film geworden ist.
 
 
 


 
 
 

ASYLUM – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
Auch wenn ASYLUM kein Film ist, der im für Trashfilme berüchtigten Asylum-Produktionsstudio hergestellt wurde, so haben Film wie Schund-Schmiede eines gemein: beides ist Schrott und braucht kein Mensch. Im Falle des Horror-Thrillers/ Komödie (?) ASYLUM ist die desaströse Inszenierung auf die komplizierte Entstehungsgeschichte zurückzuführen, die aus einer anfänglich guten Idee Horror-Ware gemacht hat, die sich nicht einmal fünf Minuten ertragen lässt. Die Ursache dafür liegt in der Umsetzung, denn der eigentlich unheimliche Irrenanstalt-Thriller wird 90 Minuten lang von zwei Off-Kommentatoren begleitet, die sich über jede Szene und jeden Protagonisten lustig machen. Das mag manchmal anmuten, als würde man mit Freunden einen Film anschauen, bei dem unentweg jemand dazwischen quasselt. Dahinter steckt aber ein Sinn, denn die Macher haben sich bei der Fertigstellung ihres Filmes an der Machart der amerikanischen Fernsehserie MYSTERY SCIENCE THEATRE 3000 orientiert, die sich während der 1990er in den Staaten zum Kult entwickelt hat. Die unkonventionelle Inszenierung geschah aus der Not heraus, weil die Rohfassung von ASYLUM gegen die Wand gefahren wurde und eine dringende Überarbeitung benötigte. Was letztendlich daraus entstanden ist, macht trotz spöttischer Floskeln kaum Laune, denn ASYLUM ist eine filmische Zumutung.
 
 
 


 
 
 

ASYLUM – Zensur

 
 
 
Es gibt Einschüsse und Bisswunden zu sehen. Aufgrund der spöttischen Kommentare aus dem Off wirkt das Gezeichte nur selten hart; mit einer ungeschnittenen KJ-Kennzeichnung muss man trotzdem rechnen.
 
 
 


 
 
 

ASYLUM – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mystery Science Theater 3000 (1988 – 1999)
 
Mystery Science Theater 3000: The Movie (1996)
 


Kritik: „Absoluter Gehorsam – Silent Retreat“ (2013)

Silent-Retreat-2013
 
 
 

ABSOLUTER GEHORSAM

SILENT RETREAT

Story

 
 
 
Die weiblichen Insassen eines Erziehungslagers werden vom Camp-Aufseher mittels Gehirnwäsche gefügig gemacht, damit sie als gut erzogene Hausfrauen zurück in die Gesellschaft eingegliedert werden können. Leider lebt im angrenzenden Wald auch etwas Böses, was die Jugendlichen davon abhalten soll davon zu laufen …
 
 
 


 
 
 

ABSOLUTER GEHORSAM – Kritik

 
 
 
Um Hilfe winselnde Frauen in Eröffnungssequenzen von Horrorfilmen verheißen nichts Gutes, denn meist führt ein blutiges Opening dem Zuschauer vor Augen, welch ungemütlicher Ton im späteren Verlauf angeschlagen wird. ABSOLUTER GEHORSAM (im Original: SILENT RETREAT) macht da keine Ausnahme, denn hier ist es eine nichtsahnende Schönheit, die sich zu Beginn panisch durch dichtes Geäst kämpft und wenig später von einer bis dato noch unbekannten Kreatur in Stücke gerissen wird. Kein gutes Omen für all jene, die im weiteren Verlauf des Streifens ebenfalls um ihr Leben bangen müssen. ABSOLUTER GEHORSAM ist inmitten der Flut günstiger Low-Budget-Indies aus letzter Zeit eine regelrechte Wohltat, denn trotz eigentlich bekannter Erzählverläufe gelingt es Regisseurin TRICIA LEE (ja, eine Frau hat den Streifen gemacht!) eine nicht mehr ganz so frische Geschichte trotzdem spannend zu verpacken. Dies meistert sie ohne Probleme, denn LEE vermischt in ABSOLUTER GEHORSAM quasi zwei Sub-Genres miteinander und führt diese am Ende zu einem zusammen. Etwas Gewalt gibt es auch zu sehen, so dass dem Zuschauer hier ein Rundum-sorglos-Paket geschnürt wird, das triste Herbsttag unterhaltsam versüßen soll.
 
ABSOLUTER GEHORSAM erzählt von den tragischen Erlebnissen des Teenagers Janey (Chelsea Jenish), der in eine Art Erziehungslager gebracht wird, wo straffällige Mädchen eine letzte Chance bekommen, um einer möglichen Haftstrafe entgehen zu können. In diesem abgelegenen Camp herrscht ein hartes Regime, denn ein strenge Aufseher (furchterregend: ROBERT NOLAN) sorgt für Zucht und Ordnung. Den Mädchen wird striktes Sprechverbot erteilt und ihnen werden jegliche Kommunikationsmöglichkeiten genommen. So verstreichen die Tage ins Land, ohne dass eine der Jugendlichen die zweifelhaften Regeln hinterfragt – auch dann nicht, als Inhaftierte aus unerklärlichen Gründen verschwinden. Doch ABSOLUTER GEHORSAM wäre wohl kein Horrorfilm, wenn nicht doch noch etwas Grauenvolles geschehen würde. Neuankömmling Janey wird zur Heldin deklariert und freundet sich mit der rebellischen Alexis (SOFIA BANZHAF) an. Zusammen kommen sie einem düsteren Geheimnis auf die Schliche, das der diabolische Lageraufseher sorgsam zu vertuschen versucht. In den Wäldern vor dem Camp geht die Angst um, denn hier lauert etwas Böses, das so seine Probleme mit vorlaut quasselnden Teenagern besitzt. Den neunmalklugen Mädchen Janey und Alexis ist das egal. Die wollen nur eins: weg aus diesem Umerziehungslager.
 
THE DESCENT nur ohne Höhle, dafür mit Holzbaracken. Regisseurin LEE hat sich reichlich Input beim britischen Überlebens-Horror aus dem Jahre 2005 geholt, wo sich eine Höhlenkraxelei für sechs Hobby-Bergsteigerinnen zum Albtraum entwickelt. Die werden im Inneren der Höhle mit blinden Kreaturen konfrontiert, die sich wie Fledermäuse mittels Schall orientieren und eine unerbittliche Jagd auf die ahnungslosen Frauen veranstalten. So ähnlich läuft das auch in ABSOLUTER GEHORSAM ab, denn wie der derbe Auftakt zu Beginn des Streifens vermuten lässt, wird auch in diesem Grusler ein missgebildetes Wesen auf das bevorzugt weibliche Kanonenfutter losgelassen. Die Mädchen bekommen das hungrige Filmmonster jedoch erst ab Filmmitte in seiner vollen Pracht zu Gesicht damit die Spannung bis zum Ende gehalten werden kann. Hierbei kommt das Konzept des Schweigens dem Streifen zugute, denn die quälende Stille macht ABSOLUTER GEHORSAM interessant, ist es den Mädchen untersagt sich miteinander zu unterhalten. Demzufolge verläuft auch die erste Hälfte des Films eher wortlos, was dem Grusler eine durchaus bedrückende, fast schon befremdlich wirkende Atmosphäre einräumt. Die Zwangseingewiesenen haben unter den fragwürdigen Erziehungsmethoden des Lagerbetreuers zu leiden, der ungehorsamen Häftlingen eine Gehirnwäsche unterzieht. Führt der Rehabilitationsversuch zu keinem Erfolg, bleibt nur die letzte Instanz: Monsterfutter. Dass sich der Aufenthalt im Eingliederungscamp für die inhaftierten Mädchen demzufolge zum Martyrium entwickelt dürfte verständlich sein, schließlich sehen die sich hier nicht nur mit einem menschlichen Monster konfrontiert, sondern müssen sich am Ende auch noch vor einer gefräßigen Bedrohung in Sicherheit bringen.
 
ABSOLUTER GEHORSAM ist packendes Horror-Kino, das aufgrund des ordentlichen Blutzolls für Vegetarier ungeeignet ist. Denn anderes als es der eher gemächlich erzählte Einstieg verspricht, geht es im erstaunlich umfangreichen Finale ordentlich zur Sache. Es werden Körper aufgeschlitzt, Kehlen durchgeschnitten und mit eher unkonventionellen Methoden Monster in die Flucht geschlagen. Die wenigen Schauspieler machen ihre Arbeit gut, wobei man für die Rolle der Helden zwei durchaus sympathische Frauen gewinnen konnte, die schnell ans Herz wachsen. Regisseurin TRICIA LEE hat in ihrem eigenen Produktionsstudio einen kleinen aber feinen Horrorfilm inszeniert, der Potenzial hat in Serie zu gehen. Da kann man nur hoffen, dass sich viele Horrorfans für ABSOLUTER GEHORSAM begeistern können, damit eine Fortsetzung zügig folgen kann.
 
 
 


 
 
 

ABSOLUTER GEHORSAM – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Pssst … Wir bitten um Ruhe. Denn wir wollen, dass da draußen auch ja jeder Horrorfilmfan mitbekommt, dass ABSOLUTER GEHORSAM – SILENT RETREAT lohnt gesehen zu werden. Der kanadische Horror-Beitrag ist ein kleines Biest von Film und packendes Kreaturen-Kino, das garantiert nix für Weicheier ist. Zwar erinnert der Grundplot an den britischen THE DESCENT aus dem Jahre 2005; wie die eigentlich simple Geschichte von Regisseurin TRICIA LEE letztendlich umgesetzt wurde, gefällt gerade wegen ihrer schnörkellosen Schlichtheit. Aus einem minimalistischen und deprimierenden Jugenddrama entwickelt sich recht zügig ein atmosphärischer Horror-Trip, der seine Helden rastlos durch düstere Kulisse hetzen lässt. Indie-Horror, so wie er sein sollte: Klein, aber oho – Vielen Dank für 90 schaurig-schöne Minuten ohne Hänger.
 
 
 


 
 
 

ABSOLUTER GEHORSAM – Zensur

 
 
 
Nach eher subtilem Einstieg geht ab Mitte die Post ab. Zwar keine Schlachtorgie, aber durchaus zeigefreudig. Demnach wurde ABSOLUTER GEHORSAM (Originaltitel: SILENT RETREAT) von der FSK ab 16 Jahren freigegeben. Trotzdem wurde die erhältliche Blu-ray erst für volljährige Filmfans in den Handel gebacht. Das Bonusmaterial dürfte der Grund für die höhere Freigabe sein.
 
 
 


 
 
 

ABSOLUTER GEHORSAM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
absoluter-gehorsam-silent-retreat-bluray

(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Silent Retreat; Kanada 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: Film: FSK 16 / Blu-ray wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Behind the Scenes, Trailershow

Release-Termin: 27.02.2015

 

Absoluter Gehorsam – Silent Retreat (Blu-ray) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ABSOLUTER GEHORSAM – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Beneath (2013)

The Underneath (2013)

Underground – Tödliche Bestien (2011)

In Darkness We Fall (2014)

The Cavern – Abstieg ins Grauen (2005)

The Cave (2005)

The Descent – Abgrund des Grauens (2005)

The Descent 2 – Die Jagd geht weiter (2009)