Filmkritik: „Sant Martí“ (2018)

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SANT MARTÍ

Story

 
 
 

Einige Durchreisende erleben im ländlichen Katalonien die Hölle auf Erden.

 
 
 


 
 
 

SANT MARTÍ – Kritik

 
 
 
Barcelona, Madrid und Malaga – moderne Vorzeigestädte mitten in Spanien, die jährlich Millionen Besucher anlocken, um Spaniens Kultur entdecken zu können. Doch im Hinterland geht es weniger zivilisiert zu. Dort wo Menschen in einfachsten Verhältnissen hausen müssen und sich von der spanischen Regierung in Stich gelassen fühlen, herrscht ein rauer Ton. Hier trauen sich keine Touristen hin. Wenn doch, werden diese gejagt, gefoltert und zerteilt – zumindest, wenn es nach den Filmemachern DAVID C. RUIZ und ALBERT VALÈNCIA geht. Die haben mit dem ersten Spielfilm Schubladendenken auf Zelluloid gebannt und wollen mit Backwood-Horror im Genre Fuß fassen. Damit wären sie nicht die Ersten. Mittlerweile hat sich der Horrorfilm etabliert und vielen Regie-Newcomern zu interessanten Arbeiten im Filmgeschäft verholfen. Ob das auch den oben genannten Newcomern mit SANT MARTÍ gelingt?
 
 
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Ein Rockfestival. Das ist das Ziel zweier Freunde. Die können es kaum erwarten das Wochenende über durchzufeiern. Unterwegs gabelt man zwei attraktive Anhalterinnen auf, die ebenfalls zur gleichen Veranstaltung wollen. Doch das Glück meint es nicht gut mit den jungen Leuten. Der Bus gibt den Geist auf und kommt in der Einöde zum Erliegen. Gott sei Dank bringt ein Einheimischer die Gestrandeten in einen kleinen Ort, der zurecht auf keiner Karte zu finden ist. Fluch oder Segen? Horrorfans wissen spätestens seit dem BLUTGERICHT IN TEXAS, dass mit verdorbenen Stadtmenschen in verschlafenen Ortschaften kurzer Prozess gemacht wird. In der Tat wartet der auch auf unsere Freunde. Die verhalten sich alles andere als ehrenwert und bringen sich so in große Gefahr.
 
 
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Atmosphärisch, düster und schmuddelig – aber weit hinter den Möglichkeiten. SANT MARTÍ ist der erste katalonische Backwood-Slasher überhaupt und orientiert sich in der Machart am Bay-Remake zum berüchtigten KETTENSÄGENMASSAKER von 2003. Das bedeutet: gammelige Häuser, dreckige Gassen und einfache Menschen, die fern der Zivilisation eigenen Gesetzen folgen. Eigentlich gute Voraussetzungen für ungemütliche Filmunterhaltung, zumal die Regisseure DAVID C. RUIZ und ALBERT VALÈNCIA penibel darauf achten, dass ihr Langfilmdebüt einen möglichst hochwertigen Eindruck hinterlässt. Leider folgt der ansprechend gefilmte Streifen zu verkrampft den vorhersehbaren Regeln des Hinterwäldler-Genres und lässt so kaum Raum für Neuerungen zu. Das bedeutet: hormongesteuerte Stadtmenschen geraten an ungebildete Leute vom Land, die natürlich im Hinterland nichts anderes kennen, als Durchreisende abzuschlachten. Ganz schön langweilig – vor allem auch deshalb, weil sich die Macher hinter SANT MARTÍ partout nichts einfallen lassen wollen, um irgendwie von bekannten Pfaden abzukommen. Die Folge: sattgesehene Verläufe, vorprogrammierte Klischees und austauschbare Stereotypen. Wer alle Teile der WRONG TURN-Serie und der TEXAS CHAINSAW MASSACRE-Reihe gesehen hat, dürfte sich schnell unterfordert fühlen.
 
 
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Worin SANT MARTÍ aber am meisten enttäuscht ist der Faktor Gewalt. Während in den letzten Filmen rund um Killer LEATHERFACE das Blut in Strömen floss und im Zuge der französischen Terrorwelle ein neues Kapitel in Sachen Filmgewalt aufgeschlagen wurden, macht SANT MARTÍ die sprichwörtliche Kehrtwende. Wer mit Backwood-Horror Aufmerksamkeit erregen möchte, sollte seine Figuren unmenschlich behandeln und möglichst lang leiden lassen. Da muss die Kamera allgegenwärtig sein und jede Grausamkeit detailliert festhalten. Regeln, die hätten dabei helfen können SANT MARTÍ zum neuen FRONTIER(S) zu machen. Doch die Macher DAVID C. RUIZ und ALBERT VALÈNCIA entscheiden sich – vermutlich auch des Budgets wegen – für eine seichtere Gangart. Das bedeutet, dass selten fiese Gewalteinlagen auf der Leinwand zelebriert werden. Stattdessen wird weggeblendet, wenn es ans Eingemachte geht. Eine Kamerafahrt über abgesägte Beine ist der Höhepunkt dieses spanischen Slasher-Flicks und macht den technisch souverän abhandelten SANT MARTÍ dann eher zu einem austauschbaren Horrorfilm über den Morgen schon niemand mehr sprechen wird. Schade!
 
 
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SANT MARTÍ – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Die katalonische Antwort auf Bays Remake zum legendären TEXAS CHAINSAW MASSACRE. SANT MARTÍ ist eine professionelle Produktion aus Spanien, die atmosphärisch gut vorlegt, aber inhaltlich nichts wagt. Das bedeutet, dass die Newcomer DAVID C. RUIZ und ALBERT VALÈNCIA weder frischen Wind in das mittlerweile angestaubte Backwood-Horror-Genre bringen, noch in Sachen Gewalt neue Maßstäbe setzen. Was folgt, ist Hinterwälder-Horror nach Schema F. Immerhin bringen einige überspitzte Anspielungen auf das ländliche Katalonien hin und wieder zum Schmunzeln. Muss man dennoch nicht unbedingt gesehen haben.
 
 
 


 
 
 

SANT MARTÍ – Zensur

 
 
 
SANT MARTÍ hält sich für einen Backwood-Slasher in Sachen Gewalt sehr zurück. Meist bekommt man nur das Resultat eines Mordes zu sehen oder die Kamera blendet weg, wenn es zu blutig wird. Das dürfte der hiesigen FSK gefallen. SANT MARTÍ dürfte in der ungeschnittenen Form einen roten FSK-Flatschen erhalten. Hierzulande hat sich das Label I-ON NEW MEDIA die Rechte für eine deutsche Auswertung gesichert.
 
 
 


 
 
 

SANT MARTÍ – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Black Mandala | I-ON NEW MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
What the Waters Left Behind (2017)
 
Escape from Cannibal Farm (2017)
 
Leatherface – The Source of Evil (2017)
 
Inbred (2011)
 

Filmkritik: „México Bárbaro 2 – In Blut geschrieben“ (2017)

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MÉXICO BÁRBARO 2 – IN BLUT GESCHRIEBEN

(MÉXICO BÁRBARO 2)

Story

 
 
 

„México Bárbaro 2“ bedient den Zuschauer mit acht weiteren Kurzfilmen, die sich mexikanischen Legenden verschrieben haben und inhaltlich sehr verschieden ausgefallen sind.

 
 
 


 
 
 

MÉXICO BÁRBARO 2 – Kritik

 
 
 
„México Bárbaro 2 – In Blut geschrieben“ sprang auf die beliebte Horrorfilm-Anthologie-Welle auf, als diese Filme gerade sehr beliebt waren, wurde in Deutschland aber erst einige Jahre später veröffentlicht. Deshalb hat es nun auch nicht lange gedauert, bis man hier den zweiten Teil serviert bekommt, der auch schon aus dem Jahre 2017 stammt. Dem Stil ist man treu geblieben. Erneut gibt es acht Kurzfilme von neun verschiedenen Regisseuren zu sehen und wieder haben diese miteinander natürlich nichts zu tun, außer dass sie angebliche mexikanische Legenden erzählen. Das darf teilweise stark bezweifelt werden und leider hat man sich erneut nicht die Mühe für eine Rahmenhandlung gemacht. Nun war der erste Teil schon absolut kein Highlight, aber „México Bárbaro 2“ gelingt eine qualitative Steigerung und besitzt zumindest keinen Totalausfall.
 
 
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Nach einem kurzen Vorspann geht es auch gleich los mit der ersten Geschichte „Juan the Soldier„. Hier geht es um einen unschuldigen Soldaten, der hingerichtet wird und dann einen Pakt mit dem Teufel eingeht. Die Wüsten-Kulisse lässt immerhin etwas mexikanischen Flair entstehen, die Schauspieler sind in Ordnung und filmisch ist das durchaus solide gemacht. Leider gibt es kaum eine Pointe und Effekte werden einem auch kaum geboten. So beginnt „México Bárbaro 2“ mit einem durchschnittlichen Beitrag, der aber nach ca. 10 Minuten auch schon wieder vorbei ist.
 
 
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Weiter geht es mit „Paidos Phobos„, dem schwächsten Beitrag der Sammlung. Der Kurzfilm ist recht ruhig aufgemacht und versucht Atmosphäre aufzubauen, bietet im Endeffekt aber eigentlich gar keinen Horror, auch keinerlei Splatter und so werden selbst die ca. 10 Minuten Laufzeit etwas langatmig. Außerdem ist der Twist von Anfang an ziemlich vorhersehbar.
 
 
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Mit dem dritten Beitrag „Potzonalli“ gelingt die Steigerung. Abermals sind religiöse Motive mit im Spiel, aber hier wird das Ganze noch mit Kannibalismus gepaart. Rein thematisch ist das etwas derber und erstmals gibt es hier auch ein paar blutigere Szenen. Außerdem ist der Humor recht eigenwillig und das Ende durchaus interessant. Man kann sich ganz gut unterhalten lassen, wird jedoch nicht vom Hocker gehauen.
 
 
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Das Niveau bleibt auch mit „Fireballs“ auf einem erträglichen Level. Nun geht es um zwei junge Typen, die einen Home-Porno drehen wollen. Nur geraten sie da an die falschen Frauen. Man könnte darin sogar ein wenig Kritik an der Pornobranche erkennen. Allerdings ist die Aufmachung äußerst albern und gewöhnungsbedürftig. Die Inszenierung wirkt aber wenigstens recht experimentell und das Ende ist ganz witzig, weshalb auch dieser Beitrag relativ sehenswert ist.
 
 
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Das Highlight folgt mit „Vitriol„. Hier geht es durchaus ernster zur Sache. Die Atmosphäre ist unangenehm und obwohl man eigentlich gar keinen Horror zu sehen bekommt, entsteht hier eine dichte Atmosphäre, was wohl auch am Aufbau liegt, der in drei Kapitel unterteilt ist. Es gibt nahezu keine Gewalt zu sehen und dennoch fühlt man sich leicht in den Bann gezogen, weil dieser Kurzfilm einfach gut gemacht ist.
 
 
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Ähnliches kann man zum sechsten Beitrag „Do not sleep“ sagen. Die Story, in der es um ein Kind und um Monster geht, wurde doch recht eigenständig umgesetzt. Leider wartet man zwar weiterhin vergeblich auf Splatter, aber zu der ruhigen Aufmachung hätte das auch gar nicht gepasst. Der Beitrag kann unterhalten und enttäuscht dann am Ende nur mit einer schwachen Pointe, die eigentlich gar keine ist.
 
 
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Mit „It’s about time“ wird es wieder deutlich humorvoller. Hier betreiben zwei Girlies eine Teufelsbeschwörung mit nicht so angenehmen Folgen. Das nimmt sich nicht ernst und setzt eher auf Fun-Splatter. Schade, dass man nicht noch etwas mehr die Sau herausgelassen hat, denn hier wäre das durchaus angebracht gewesen. Leider sind auch die Effekte nicht ganz so toll und erbrochenes CGI-Blut sieht wirklich furchtbar aus. Trotzdem ist der Beitrag ganz witzig und angenehm simpel.
 
 
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Den Abschluss macht dann „Exodontia„. Hier verbindet man die Welt der Drogen mit ein paar SM-Szenen, was rein stilistisch wirklich gut gemacht wurde. Außerdem ist dies einer der wenigen Beiträge, die doch härter ausgefallen sind. Zumindest ist die Atmosphäre dreckig und düster. Es gibt einen schön verstörenden Sound, aber da es wieder so gut wie keine sichtbare Pointe gibt, ist man am Ende trotzdem nicht vollkommen zufrieden.
 
 


 
 
 

MÉXICO BÁRBARO 2 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wie schon dem ersten Teil, mangelt es auch „México Bárbaro 2 – In Blut geschrieben“ vor allen Dingen an Nachhaltigkeit. Die Stories sind einfach selten wirklich clever und meistens relativ stumpf, haben mit Mexiko im Allgemeinen nicht so viel zu tun, aber trotzdem konnte man sich steigern. Bei acht verschiedenen Kurzfilmen, die im Durchschnitt nur zehn Minuten Laufzeit besitzen, kann es zumindest nicht zur großen Langeweile kommen und da die meisten Beiträge sich tatsächlich leicht über dem Durchschnitt einpendeln, ist man über die Sichtung am Ende auch nicht so enttäuscht. Die handwerkliche Arbeit ist meistens durchaus brauchbar, über die Darsteller kann man sich nicht beklagen und selbst die deutsche Synchronisation ist solide (auch wenn gar nicht so viel gesprochen wird). Außerdem sind die Stimmungen sehr verschieden. Mal geht es düster und mal auch eher humorvoll zur Sache. Nur der richtige Horror bleibt meistens aus und die große Splattergranate sollte hier auch niemand erwarten. Fans der Horrorfilmanthologie können auf jeden Fall mal ein Blick riskieren, denn „México Bárbaro 2“ bietet im Endeffekt zwar nichts Besonderes, ist aber doch ganz kurzweilig und definitiv besser, als der erste Teil!
 
 
 


 
 
 

MÉXICO BÁRBARO 2 – Zensur

 
 
 
Die deutsche Kaufhausfassung von „México Bárbaro 2 – In Blut geschrieben“ mit dem roten FSK-Sticker im KeepCase (DONAU FILM) ist geschnitten. Wer den Streifen unzensiert sehen möchte, muss zum Mediabook von WICKED VISION MEDIA greifen.
 
 
 


 
 
 

MÉXICO BÁRBARO 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Donau Film (KeepCase – geschnittene Fassung)

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(c) Wicked Vision Media (limitiertes Mediabook – Cover A – auf 222 Stück limitiert)

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(c) Wicked Vision Media (limitiertes Mediabook – Cover B – auf 222 Stück limitiert)

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(c) Wicked Vision Media (limitiertes Mediabook – Cover C – auf 222 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: México Bárbaro 2; Mexiko 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1), Spanisch (DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 83 Minuten (geschnittene Fassung) | 87 Minuten (ungeschnittene Fassung)

FSK: keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung ) | ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover (cut) | Mediabook (uncut)

Extras: KeepCase: Trailer, Bildergalerie | Mediabook: 24-seitiges Booklet mit einem Essay von Christoph N. Kellerbach, „Hinter den Kulissen“-Featurettes, Deutscher Trailer Teil 1 und 2, Originaltrailer Teil 1 und 2, Bildergalerie, Hauptfilm auf DVD

Veröffentlichung: KeepCase: 29.11.2019 | Mediabook: 29.11.2019

 
 

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Mexico Barbaro 2 [Blu-ray im Mediabook – Cover A] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Mexico Barbaro 2 [Blu-ray im Mediabook – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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MÉXICO BÁRBARO 2 – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei Rawside Entertainment | Donau Film | Wicked Vision Media)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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Monsterland (2016)
 
P.O.E. Project of Evil (2012)
 
5 Senses of Fear (2013)
 
 

Filmkritik: „Kill Chain“ (2019)

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KILL CHAIN

Story

 
 
 

Ein erfolgloser Hotelbesitzer trifft in einer Nacht voller Gewalt auf mehrere kriminelle Banden, die alle einem Koffer voller Geld, ihrer persönlichen Vendetta und einem mysteriösen Mittelsmann hinterherjagen.

 
 
 


 
 
 

KILL CHAIN – Kritik

 
 
 
Es stimmt leicht traurig, es sich nach Großerfolgen wie „The Rock“ oder dem fantastisch spielfreudigem „Face/Off“ eingestehen zu müssen, doch wie auch Bruce Willis hat Charakterdarsteller Cage es mit C-Movie-itis erwischt, da der mehrfache Villenbesitzer, Kunstsammler und einst groß gefeierte Filmstar in den letzten Jahren wohl gut daran tut, jeden Job anzunehmen, seine Schulden auszugleichen. Talent ist zweifelsohne da, was bei visionären Projekten wie „Mandy“ auch immer wieder herausgekitzelt wird, spielen KANN Cage, nur die Motivation, sich wirklich um den Film oder Charakter zu kümmern, ist leider immer seltener ersichtlich. Und somit wären wir also bei „Kill Chain“, einem neuen Gangsterthriller von Ken Sanzel, den aufmerksame Genrefans schon als Produzent, Schreiberling oder Regisseur anderer Crime-Filme der 2000er kennen könnten, dessen letztes Regiewerk hiervor „The Gunfighters: Blunt Force Trauma“ darstellt. Legt man die deutsche Blu-ray rein, wird man mit zwei Trailern begrüßt, bevor das simple, rot-bläulich gehaltene, aber zweckdienliche und recht schicke Menü einen mit einer gitarrenlastigen 70s-Eurocrime-Spion-Score begrüßt, die auch direkt von The Iron Horse stammen könnte. Kapitelnamen gibt’s keine, auch englische Untertitel leider nicht, then again dürften diese bei wenig philosophischen, knackigen 90 Minuten Genreunterhaltung auch nicht weiter nötig sein, oder?
 
 
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Drohnenaufnahmen einer nächtlichen Großstadt leiten in den Film ein, begleitet von einem dumpfen Bass, dessen Verlauf zunehmend leicht an die 80s erinnert, zu dieser schicken Neon-Ästhetik gesellen sich alsbald Lederjacken tragende Gangster, die sich unruhig umschauen und vermehrt blinzeln, was unbedarftes Schauspiel, aber auch charakterisierenden Drogenkonsum signalisieren kann. Eine blutige, halbnackte Schönheit sowie ein leider allzu nuschelnder Nic Cage, der Wörter verschluckt als hätte er seinen Bart im Mund, bringen dann nach einigen Minuten Licht ins Dunkel, da man sich sowohl genretechnisch langsam zu orientieren weiß, – femme fatales, kaputte, alte Hotels, grimmige, bewaffnete Charaktere – als auch inhaltlich. Die beiden Typen, von denen der jüngere allzu peinlich spielt, sind Auftragskiller, und wollen Nic Cage umlegen – dieser erzählt aber noch eine letzte Story und somit dürfen nun todhässliche Opening Credits durchlebt werden, die mit einem Krankheits/“irgendwas krabbelt unter der Haut“-Filter à la Cabin Fever unterlegt sind, was inhaltlich so gar nicht passen will. Szenenbilder in bunten Farben, Gejauchze über country-mäßigen E-Gitarren, dann wirklich ein unpointiertes Fade-Out – völlige Abschreckung ist anders, die Opening Signals von „Kill Chain“ sind allerdings wirklich nicht allzu einladend.
 
 
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Was sich in den nächsten ~85 Minuten entpuppen soll, und auch von Sanzel im Interview erklärt wird, ist nun jedenfalls die Tatsache, dass die ganze Grundidee von „Kill Chain“ eben auf dieser angerissenen Ausgangssituation im Hotel basiert und der Titel zudem nicht von ungefähr kommt, da man als Zuschauer nun in der Tat einer bisweilen minimal verwirrenden, prinzipiell aber simplen und sehr geradlinigen Kette von Ereignissen folgt, die eben zu besagtem Intro geführt haben. Das hat den Vorteil, dass man sich settingtechnisch austoben konnte, da die Episoden kaum miteinander verbunden sein müssen was den Handlungsort oder den Charakter belangt, dafür aber den Nachteil, dass die einzelnen Szenen, Episoden, Kurzfilmkonzepte und Ideen teils besser klappen, als das große Ganze – „Kill Chain“ ist weniger effektiv, als die Summe seiner Einzelteile. Diese sind dafür aber durchaus lobenswert, auch wenn der Anfang mich wenig packen konnte: So starten wir mit einem älteren Scharfschützen und seinen privaten Problemen/Gesprächen im Kontrast zu seinem Job, nur dass Enrico Colantoni die seit Pulp Fiction bereits x-mal durchgekaute Thematik nicht sonderlich spannend spielt und eher die recht interessanten Noir-Digitaloptik punkten kann. Es gibt in diesem Setting/Part des Films recht schnell etwas Spannung und Grund zum Mitfiebern, dazu Brüste und nette Bilder, doch das Verhalten des Protagonisten bleibt schlußendlich wenig nachvollziehbar, zumal fragt man sich zu dem Zeitpunkt schon, wo genau der Zusammenhang zum Rest nun sein soll. Memetauglich peinliches Schauspiel kommt häufig bei emotionalen Ausbrüchen hoch, so auch hier, dafür entschädigt dieses, mit rund 20 Minuten etwas zu lange, Intro mit gutem Editing und gequält anschwellenden E-Gitarren im richtigen Moment.
 
 
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Ähnlich episodenhaft und ohne jeden Nicolas Cage-Faktor geht es dann auch weiter, denn nachdem die ganze Zeit in einem Raum verbracht wurde, geht es nun in das noch klaustrophobischere Setting eines Autos, in dem ein frisch gefangen genommener Killer versucht, seine korrupten Kidnapper gegeneinander auszuspielen. Erneut eine oft so oder so ähnlich gesehene Szene, dafür aber diesmal ziemlich knackig kurz, überraschend, exzellent getrickst, gut genug gespielt von allen Beteiligten und zudem mit einem geradezu lynchesquen Soundtrack versehen, der die nächtliche Hetzjagd ein gutes Stück atmosphärischer macht. Gerade Eddie Martinez weiß in diesem Segment zu glänzen und gibt eine manipulative, spielfreudige Performance ab. Setting 3 kann man dann mit „Bunte Fabrik mit Action“ beschrieben werden, wobei erstere hier leider eher an ein Musikvideo, denn an „Evil Dead Trap“ oder ähnlich Argento-inspirierte, expressionistische Werke erinnert, auch ist die eigentliche Schießerei oft Offscreen oder verwackelt – als komödiantisches Highlight gibt es dafür eine lächerliches „Verstecken im leeren Raum“ sowie flüchtende Untertitel, die den Gang entlangfliegen wie in einer 2000s-Moviemaker-Montage von Omas Urlaubsvideos. Loben muss man das mutige Pacing und nun hohe Tempo dennoch, zumal erstmalig, endlich wieder Charaktere aus dem Hotel-Setting auftreten, die für Verlaufsspannung sorgen. Der Stereotyp des oberkörperfreien, MG-tragenden Amis wird in Zeitlupe persifliert und zeigt wie verspielt und selbstbewusst überzeichnet der Film teilweise ist, nach einer sexy Autofahrt mit extrem seichtem Seufz-Soundtrack geht es nach etwa der Hälfte des Films auch endlich in das Anfangssetting und Cage darf zeigen, was er noch kann – oder will.
 
 
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Die enttäuschende Antwort lautet erstmal nur „Gerade genug“, denn während Anabelle Acosta sich als sehr guter Cast erweist und eine lebhafte, sinnliche Performance abgibt, grummelt Cage stattdessen irgendwas in seinen Bart, den er auch zu häufig kratzt, wenn er nicht gerade mit seiner Brille spielt. Fingerpistolen und kurzes Rumschreien nach dem Shot mahnen an die Eigenarten, die Fans so sehr lieben, doch wirklich aus sich rauskommen tut Nicolas zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Trotz Klischee-Lines à la „Everyone has bad dreams“ oder Beobachtungen wie „You have the hands & face of a violent man.“ ist der Dialog hierbei aber recht reizvoll und solide geschrieben, natürlich folgt der obligatorische Beischlaf mit Herrn Cage, doch die stilsichere Inszenierung mit ruhiger Handkamera, elliptische Erzählung abseits von Sexszenen-Klischees und die entspannte Lounge-Musik lassen selbst diese Szenen nicht zur Geduldsprobe verkommen. Wenn nach etwa einer Stunde Film wie erwartet die Antagonisten wiederkommen, der dritte Akt eingeläutet wird, die letzte halbe Stunde beginnt und die erste Szene narrativ erreicht wurde, lädt sich dank eines treibenden Soundtracks noch einmal Spannung auf, die durch blutige, kaltschnäuzige Kills und eine recht clevere Szene, die erneut an einen Kurzfilm erinnert, befriedigend entfesselt wird. Zugegeben, der Dialog wird zunehmends unnatürlich/realistisch und erkennbar filmisch, auch wird eine eigentlich so ruhige Stelle zu nervig gefilmt/verschnitten und scheinbar wurde zu spät bemerkt, dass man noch notdürftig eine relativ lange Backstory einfügen muss – doch durch gelungene Rekontextualisierungen erzählter Infos, eine emotionaler, offener und besser werdende Performance von Nicolas Cage, kreative und schicke Winkel, sowie teils wuchtige Waffensounds ist für Kurzweil und Unterhaltung allemal gesorgt. Diesem 88-minütigen Gangsterfilm ein allzu gewollt emotionales Ende mit Klischeemusik und Subplottwists aufzudrücken war vielleicht nicht die beste Idee, erst recht nicht wenn reine Noir-Charakternamen wie „The woman in red“, „The mean assassin“ etc. in den Credits direkt anzeigen, wie wenig ernst man diesen Film doch eigentlich nehmen sollte, aber abseits davon wird man doch tatsächlich mit einem Lächeln aus seiner Filmerfahrung entlassen – was bleibt also noch zu sagen?
 
 
 


 
 
 

KILL CHAIN – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
„Kill Chain“ ist teilweise unterhaltsam grimmig, schick, modern, lebendig, kreativ gefilmt und wirkt wie eine minimalistischere, amerikanische Version des wirklich guten „Cat Run“s, gleicht mit mutig expliziten, super handgetricksten Effekten stellenweise einer brutalen tour de force und kann durch seine audiovisuelle Komponente immer wieder die Muskeln spielen lassen, gleichzeitig handelt es sich aber auch um einen sehr simplen, überschaubaren, belanglosen Film. Genrefans mit Lust auf eine relativ interessante Erzählstruktur, versierten Aufnahmen, punktuell spannende Konfrontationen und eine teils witzige, später unironisch gelungene Nic Cage-Performance können sich den Spaß auf jeden Fall genehmigen, explizit für seine Rolle oder mit Erwartungen an einen groß budgetierten Hollywood-Reißer sollte man aber nicht an den Film herantreten.
 
 
 


 
 
 

KILL CHAIN – Zensur

 
 
 
„Kill Chain“ hat von der FSK eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Diese Fassung ist ungeschnitten. Action- und Thrillerfans können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

KILL CHAIN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) CONCORDE HOME ENTERTAINMENT

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Kill Chain; USA 2019

Genre: Action, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Kinotrailer

Release-Termin: 27.12.2019

 

Kill Chain [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

KILL CHAIN – Trailer

 
 


 
 
 

Dr. Barry Nyle

(Rechte für Abbildungen stammen von CONCORDE HOME ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Baytown Outlaws (2012)
 
Cat Run (2011)
 
Motel Room 13 (2014)
 

Filmkritik: „Rabid“ (2019)

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RABID

Story

 
 
 
Im Remake zu Cronenbergs „Rabid“ wird die Heilung nach einem schrecklichen Unfall für Rose ganz plötzlich zum echten Albtraum.

 
 
 


 
 
 

RABID – Kritik

 
 
Wohl kaum jemand hat den Body Horror so stark geprägt, wie David Cronenberg. Bereits in seinen früheren Werken widmete er sich Mutationen am menschlichen Körper. Sein 1977 entstandener „Rabid“ bot darüber hinaus ganz klar zu erkennende Gesellschaftskritik und wurde zum Klassiker. Über 40 Jahre später nahmen sich jetzt Jen und Sylvia Joska, die den Spitznamen die Twisted Twins erhalten haben, einem Remake an und was für Erwartungen man da haben sollte, war wirklich nicht leicht zu sagen. In Endeffekt haben die Schwestern ihre Sache aber sehr ordentlich gemacht, was auch gerade daran liegt, dass „Rabid“ kein stumpfes Remake darstellt.
 
 
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Rose arbeitet bei einem Modeschöpfer und wünscht sich nichts mehr, als ebenfalls eine Designerin zu werden. Doch dafür ist sie viel zu schüchtern. Sowieso gerät ihr Leben aus den Fugen, als sie eines Abends einen schweren Verkehrsunfall hat. Rose trägt schlimme Wunden davon, aber am grauenvollsten trifft es ihren Kiefer, so dass sie entstellt aussieht. Doch zum Glück wird ihr eine Klinik empfohlen, die mit Stammzellen experimentiert und die Behandlung umsonst anbieten. Rose ist erst skeptisch, nimmt dann aber an und plötzlich läuft ihr Leben wieder wunderbar. Doch das Glück hat auch eine Kehrseite.
 
 
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Bis auf die Ausgangssituation und die Sache mit der Epidemie, sind gar nicht mehr so viele Ideen von Cronenbergs Version übrig geblieben. „Rabid“ kopiert nicht einfach nur, sondern überträgt die Geschichte in die heutige Zeit und stellt somit ein angebrachtes Update dar. Etwas schade ist, dass die Gesellschaftskritik darunter leidet, denn man hat die Sache mit den Stammzellen dann doch eher nur dafür genutzt, um eben einen Horrorfilm zu realisieren. Auch das Thema Sexualität wird längst nicht so effektiv genutzt, wie in der Version von 1977. Stattdessen wird hier mehr Fokus auf eine Figurenzeichnung gelegt und hinterher beschäftigt man sich auch noch recht ausführlich mit der Epidemie. Ein bisschen glattgebügelter, als das Original, ist „Rabid“ anno 2019 somit zwar schon, gut funktionieren tut das Drehbuch jedoch trotzdem.
 
 
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Das liegt eben auch an der ganz anderen Herangehensweise. Langweilig wird es deshalb schon mal nicht, weil man nicht weiß, was noch so geschehen wird. Dafür braucht man allerdings erst mal etwas Geduld, denn die Twisted Twins lassen sich Zeit. Was bei Cronenberg bereits in den ersten zehn Minuten abgehandelt war, dauert hier eine gute halbe Stunde. Die Figurenzeichnung kann dadurch nur gewinnen und mit Rose gibt es eine gute Identifikationsfigur für den Zuschauer. Laura Vandervoort spielt das auch ordentlich und facettenreich. Nur bei den Nebenfiguren sieht es etwas schwächer aus, denn hier will niemand so richtig in Erinnerung bleiben. Allerdings hatte schon das Original mit diesem Problem zu kämpfen und da hier wenigstens die Hauptfigur besser gestaltet wurde, hat das Remake hier sogar die Nase vorn. Die restlichen Darsteller spielen allesamt zweckdienlich und enttäuschen nicht, sind aber eben von der Zeichnung her wenig markant ausgefallen und fallen deshalb auch kaum auf.
 
 
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In der zweiten Hälfte steigern die Twisted Twins dann so langsam die Splatter-Szenen und im Finale gibt es dann auch noch etwas mehr vom Body Horror zu sehen. Hier geht das Remake deutlich weiter, als das Original, was für manche vielleicht etwas zu übertrieben sein wird, aber optisch dennoch viel her macht. Sowieso ist die Inszenierung gut geworden und es gibt ein paar starke Schauwerte. Ob eine Operation ganz in rot, ein Albtraum wie aus einem Marilyn-Manson-Musikvideo oder eben das übertriebene Finale – Handwerklich wurde das völlig souverän gestaltet. Schön ist auch die Tatsache, dass die Effekte von Hand gemacht wurden. Zwar ist „Rabid“ jetzt keine echte Schlachtplatte, aber es gibt ein paar durchaus heftige Einlagen, die jeden Gorehound befriedigen sollten und eben auch gut getrickst wurden. Wirklich spannend ist das zwar eher selten und wenn dann auch eher in der letzten halben Stunde, doch wenn man nichts gegen die ein oder andere ruhige Szene hat, wird man trotzdem durchgehend gut unterhalten. Außerdem hält das Drehbuch zum Ende hin noch ein paar kleinere Wendungen parat, die ganz in Ordnung sind.
 
 
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RABID – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Es ist im Endeffekt gar nicht klar zu sagen, welche Version von „Rabid“ denn nun besser ist und somit kann hier von einem rundum gelungenen Remake die Rede sein. Das Original war etwas kühler, besaß mehr treffende Gesellschaftskritik und mehr Sex, aber dafür bietet das Remake eine bessere Hauptfigur, mehr Splatter und im Endeffekt auch mehr Horror. Dass die Story doch reichlich anders gestaltet wurde, ist auf jeden Fall erfreulich und von einer solchen Herangehensweise könnten sich manch andere Regisseure ruhig eine Scheibe abschneiden. Mit den Twisted Twins ist somit jedenfalls in Zukunft noch immer zu rechnen, denn sie erledigen ihre Arbeit handwerklich gut und schreiben solide Drehbücher. Zusätzlich wird „Rabid“ gut gespielt und bietet ein paar schön getrickste Splatterszenen. Um ein paar kleine Längen kommt man nicht herum, doch im Endeffekt ist dieser Film Horrorfans auf jeden Fall zu empfehlen!
 
 
 


 
 
 

RABID – Zensur

 
 
 
Der rote FSK-Flatschen auf dem Cover ist ein Blender. „Rabid“ wurde von der FSK in ungeschnittener Form bereits ab 16 Jahren freigegeben. Die Freigabe der Blu-ray wurde angehoben wegen dem Bonusmaterial auf der Scheibe. Darauf enthalten: Trailer zu weiteren Titeln von Splendid Film.
 
 
 


 
 
 

RABID – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Rabid; Kanada 2019

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 107 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung)| Blu-ray wegen Bonus: keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 25.10.2019

 

Rabid [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

RABID – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rabid – Der brüllende Tod (1977)
 
Parasiten-Mörder (1975)
 
Patient Zero (2018)
 
Bite (2015)
 
Eat (2013)
 

Filmkritik: „Escape Plan 3: The Extractors“ (2019)

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ESCAPE PLAN 3: THE EXTRACTORS

Story

 
 
 
Ray Breslin ist zurück mit seinem Team und dieses Mal wird ein Auftrag für ihn persönlicher, als es ihm lieb sein kann.

 
 
 


 
 
 

ESCAPE PLAN 3 – Kritik

 
 
Während „Escape Plan“ davon lebte, dass die zwei Actionikonen Arnold Schwarzenegger und Sylvester Stallone zum ersten Mal Hauptrollen im selben Film übernahmen, brachte die ziemlich billige Fortsetzung auch schon gleich wieder Ernüchterung mit sich. Schwarzenegger war nicht mehr vorhanden, selbst Stallone übernahm nur eine Nebenrolle. Er gab selbst zu, dass er sich mit diesem Film nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat und versprach für den dritten Teil „The Extractors“ Besserung. Wirklich einhalten, konnte er dieses Versprechen jedoch kaum. Auch „Escape Plan 3: The Extractors“ besitzt nur den simplen Zweck schnelles Geld einzuspielen und Qualität wird dem Actionfan weiterhin kaum geboten.
 
 
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Gleich am Anfang gibt es eine Entführung einer chinesischen Tochter eines reichen Industriellen zu sehen. Ziemlich schnell wird Ray Breslin mit seiner Firma auf den Fall aufmerksam, doch es kommt noch viel schlimmer. Seine Freundin Abigail wird vom selben Entführer gekidnappt und es gibt persönliche Motive dafür. Ray war nämlich einst verantwortlich dafür, dass der Vater von Lester Clark Jr. verstarb und dafür sinnt ihm nach Rache. Das Drehbuch versucht gleich mehr aus der Sache zu machen, als eigentlich daran ist. Dies gelingt mit zwei Handlungssträngen, die bald zusammengeführt werden, sogar noch einigermaßen gut. Ebenfalls positiv ist, dass es eine gewisse Kontinuität innerhalb der Reihe gibt und es schon von Vorteil ist, wenn man die vorherigen Teile gesehen hat. Viel mehr Positives gibt es über die Story jedoch nicht zu berichten. Um der Reihe treu zu bleiben und den Titel überhaupt zu rechtfertigen, muss natürlich wieder eine Art Knast mit an Bord sein, doch das wirkt gänzlich beliebig und besitzt keinerlei Reiz mehr. Einfach alles an dieser Geschichte wirkt absolut konstruiert und das will niemals so richtig funktionieren. Als Beispiel sei hier gleich mal die Beziehung zwischen Ray und Abigail genannt, die der Zuschauer einfach zu keinem Zeitpunkt spüren kann. So lässt ihn die Rache im Endeffekt genauso kalt, wie sie vorgetragen wird. Wenn man mit starker Action entschädigt werden würde, wäre diese Story jedoch völlig zweckdienlich, nur leider wird man eben nicht mit solcher belohnt.
 
 
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Sylvester Stallone bleibt der alte Actionstar und scheint sich seinen Ruhestand noch mehr absichern zu wollen. Dass er mittlerweile nicht mehr von Thomas Danneberg synchronisiert wird, sollte kein Geheimnis mehr sein und es ist echt schade, weil Danneberg einfach „die“ Stimme für ihn war. Doch selbst die beste Stimme der Welt hätte Stallones Leistung hier nicht viel engagierter erscheinen lassen. Er tut, was nötig ist, aber auch niemals mehr. Dabei ist seine Rolle zwar größer ausgefallen, als im zweiten Teil und er ist allgemein mehr mit in die Handlung involviert, trotzdem fühlt sich sein Auftreten stets wie eine Nebenrolle an. Dafür darf Dave Bautista, mit dem ja schon im zweiten Teil fleißig geworben wurde, nun etwas mehr heran. Ganz im Hintergrund sind auch 50 Cent und Jaime King wieder mit an Bord, ohne dabei jemals besonders aufzufallen. Ein Neuzugang wird von Jin Zhang bekleidet, der seine Sache ganz solide macht, aber nicht ansatzweise sein körperliches Können präsentieren darf. Am ehesten gefällt von den ganzen Darstellern noch Devon Sawa als durchaus fieser Bösewicht. Er besitzt den Elan, welchen die anderen ruhig auch hätten zeigen dürfen.
 
 
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Doch Stallone hat erneut kein Geheimnis darum gemacht, dass „Escape Plan 3: The Extractors“ unter Zeitdruck entstand, was den Eindruck nur noch verstärkt, dass hier eben schnell ein wenig Geld umgesetzt werden soll. Mit John Herzfeld konnte ein erfahrener Regisseur gewonnen werden, der aber auch nicht viel aus dem Szenario herausholen kann. Den futuristischen Knast hat man nun weg gelassen, dafür gibt es aber keinen guten Ersatz. Allgemein wirken die Schauplätze langweilig und lustlos. Dabei ist die handwerkliche Arbeit durchaus in Ordnung und es gibt auch ein bisschen knallende Action, die gut konsumierbar ist. Zwar ist das Blut manchmal zu künstlich, aber hart ist der Film schon und die recht überschaubaren Choreographien sind solide, selbst wenn sie niemanden vom Hocker hauen werden. Nur ist das für die Laufzeit von rund 90 Minuten einfach zu wenig. In der ersten Hälfte wird alles vorbereitet und trotz eines einigermaßen hohen Tempos kommt es bereits hier zu Längen. Hinterher läuft alles nur noch auf das Finale hinaus, welches dann auch schnell beendet wurde. Das ist nie komplett langweilig, aber eben auch nie besonders unterhaltsam und so ist man als Zuschauer nicht böse darum, wenn der Abspann erscheint.
 
 
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ESCAPE PLAN 3 – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
„Escape Plan 3: The Extractors“ stellt genauso einen Schnellschuss dar, wie schon der zweite Teil. Beide Teile hatten ihre kleinen Vorteile. Hier sind es am ehesten Devon Sawa und Jin Zhang, die ihre Sache gut machen. Stallone selbst ist zwar wieder etwas mehr zu sehen, gibt sich jedoch keine besonders große Mühe. Das Resultat ist ein routiniert gemachter Actionfilm mit einigen netten Gewaltspitzen und einem teilweise annehmbaren Unterhaltungswert, aber leider komplett ohne Spannung und ohne jegliche Highlights. Die Story interessiert schon bald nicht mehr, die Charaktere wirken lustlos ausgedacht und Schauwerte bekommt man ebenfalls kaum welche geboten. Das Versprechen wurde also nicht eingehalten und jetzt darf mit dieser Reihe dann auch gerne Schluss sein!
 
 
 


 
 
 

ESCAPE PLAN 3 – Zensur

 
 
 
„Escape Plan 3: The Extractors“ hat von der FSK wegen einiger blutigen Szenen eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Diese Filmfassung ist ungeschnitten und wurde auch auf DVD und Blu-ray veröffentlicht. In der FSK-Datenbank wurde aber auch eine gekürzte Filmversion hinterlegt. Diese erhielt eine Freigabe ab 16 Jahren und ist um knapp 3 Minuten geschnitten. Ob diese auch noch auf den Heimkinomarkt gebracht wird, ist noch unklar.
 
 
 


 
 
 

ESCAPE PLAN 3 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NewKSM Cinema (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Escape Plan: The Extractors; USA 2019

Genre: Thriller, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Making of Escape Plan: The Extractors, Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: 07.11.2019

 

Escape Plan – The Extractors [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

ESCAPE PLAN 3 – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei NewKSM Cinema)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Escape Plan (2013)
 
Escape Plan 2: Hades (2017)
 

Filmkritik: „The Cannibal Club“ (2018)

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THE CANNIBAL CLUB

(O CLUBE DOS CANIBAIS)

Story

 
 
 
In „The Cannibal Club“ dient das Verspeisen von Menschen einem höheren Zweck, was ein Ehepaar trotzdem nicht daran hindert, sexuelle Lust daran zu verspüren.

 
 
 


 
 
 

THE CANNIBAL CLUB – Kritik

 
 
Dass Brasilien unter anderem ein großes Problem mit der Armut hat, sollte kein Geheimnis sein. Solche Missstände können Filmemacher gut nutzen, um Gesellschaftskritik in ihre Werke einzubauen und genau daran versucht sich auch „The Cannibal Club“. Dass der Film dabei jedoch zu wenig von dem bietet, was er ankündigt, wird mit der Zeit zu einem Problem und wird sicherlich nicht jedem Zuschauer schmecken.
 
 
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Otavio ist mit Gilda verheiratet und ein erfolgreicher Geschäftsmann. Außerdem ist Otavio Mitglied in einem ominösen Club, dessen Hintergründe jedoch eher schleierhaft bleiben. Auf jeden Fall geht es um Kannibalen, doch auch zu Hause, in ihrer Villa, weit abgelegen auf dem Land, betreiben Otavio und Gilda Gourmetspaß etwas anderer Art. Als Gilda eines Tages auf einer Feier etwas sieht, was nicht für ihre Augen bestimmt war, kommt es allerdings plötzlich zur Bedrohung.
Man kommt nicht drumherum den Kannibalen-Aspekt in die Handlung zu stecken, doch dabei entsteht sofort das Risiko falscher Erwartungen, denn um Kannibalen dreht es sich höchstens am Rande. Wirklich wichtig ist dieser Aspekt für die Story gar nicht, selbst wenn er die Grundprämisse vorgibt. Viel mehr geht es Regisseur und Drehbuchautor Guto Parente um Gesellschaftskritik und Brasilien bekommt schon sein Fett weg. Doch geschieht selbst dies eher auf subtiler Ebene und so fragt man sich als Zuschauer manchmal schon, was das ganze Szenario denn eigentlich bezweckt. Gute Ideen sind sicherlich vorhanden und selbst wenn „The Cannibal Club“ das Rad überhaupt nicht neu erfindet, wird er schon alleine durch seine andere Erzählweise einzigartig. Leider verliert Parente jedoch zu oft den Fokus und etwas geradliniger hätte das Drehbuch ruhig sein dürfen.
 
 
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Der Anfang wird den Erwartungen noch gerecht. Da gibt es gleich eine recht derbe Mischung aus Sex und Gewalt, die Lust auf mehr macht. Doch um Kannibalen dreht es sich danach kaum noch. Die Gewaltausbrüche kann man an einer Hand abzählen und die reichlich freizügigen Sexszenen ebenfalls. Beide Aspekte sind vorhanden, geben dem Horrorfan aber nicht das, was anfangs versprochen wird. Wobei man sowieso kaum von einem Horrorfilm sprechen kann. Im letzten Drittel fühlt man sich schon fast mehr wie in einer Art Thriller und dazwischen gibt es immer mal ein wenig Komödie. Wenn man Humor sucht, findet man diesen jedoch nur auf pechschwarzer Ebene. Die Mischung ist interessant, allerdings nicht ausgewogen. Es hat seinen Reiz, dass man als Zuschauer nie weiß, worauf man sich einstellen kann, doch mit der Zeit wirkt dieses Spiel etwas ermüdend. Obwohl die Laufzeit mit rund 80 Minuten (mit Abspann) sowieso schon ziemlich kurz ausgefallen ist, ergeben sich ein paar Längen, weil „The Cannibal Club“ einfach kein Tempo besitzt. Das ist zwar meistens immer noch erstaunlich unterhaltsam, besitzt jedoch kaum einen Mehrwert. Gerade weil die bissige Gesellschaftskritik eigentlich recht treffsicher ist, ist dies schade, denn hätte man mehr von ihr mitbekommen, würde der Film sicherlich länger im Gedächtnis verweilen.
 
 
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Aus handwerklicher Sicht gibt es an „The Cannibal Club“ nichts auszusetzen. Zwar fällt der Inszenierung nichts Besonderes ein und die Kamera-Arbeit bleibt etwas einfallslos, doch die hübschen Kulissen wissen zu überzeugen und selbst wenn alles etwas minimalistischer ausgefallen ist, so wirkt der Film stets hochwertig. Dazu gesellen sich gute Darstellerleistungen. Tavinho Teixeira spielt den harten Hund überzeugend und Ana Luiza Rios ist als seine Film-Ehefrau ebenfalls gut. Von diesen beiden Leistungen lebt der Film, denn alle anderen Rollen sind eher klein und nicht so wichtig. Doch auch hier enttäuscht niemand, selbst wenn manchmal ein wenig Overacting mit im Spiel ist. Dazu gibt es eine deutsche Synchronisation, die man sich zum Glück ganz gut anhören kann. Über mangelnde Abwechslung kann man sich auch eigentlich gar nicht beklagen, weil die Story immer wieder in eine andere Richtung geht. Zusätzlich gibt es dann eine kleine Schlusspointe, die vorhersehbar, aber im bösen Sinne ganz witzig ist. Dass man als Zuschauer trotzdem nie begeistert ist, liegt eben daran, dass man das gesamte Szenario noch viel bissiger, derber und krasser gestalten hätte können.
 
 
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THE CANNIBAL CLUB – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
„The Cannibal Club“ ist ein eigenwilliger Film, der am ehesten Gesellschaftskritik äußern möchte und dafür Sex und Gewalt in Aussicht stellt, davon im Endeffekt aber nicht genügend bietet, um den Zuschauer über die gesamte Laufzeit bei der Stange zu halten. Das Ergebnis ist nicht frei von Längen, aber immerhin einigermaßen kurzweilig, doch wenn der Abspann erscheint, fragt man sich schon ein wenig, was das alles denn nun sollte. Dank einer soliden Inszenierung, ein paar netten Schauwerten und guten Darstellern ist das auf jeden Fall sehenswert. Außerdem sind ein paar Ideen treffsicher und ein paar Szenen recht intensiv ausgefallen. Von einem Reinfall kann hier also absolut nicht die Rede sein, aber wenn man auch nur den Hauch falscher Erwartungen hat, kann eine Enttäuschung nicht ausgeschlossen werden!
 
 
 


 
 
 

THE CANNIBAL CLUB – Zensur

 
 
 
„The Cannibal Club“ hat von der FSK wegen einiger blutigen Szenen eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Diese Filmfassung ist wie bei der Deutschlandpremiere auf dem Fantasy Filmfest im Jahr 2018 vollkommen ungeschnitten. Fans gesellschaftskritischer Horrorschocker können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

THE CANNIBAL CLUB – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Donau Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: O Clube dos Canibais; Brasilien 2018

Genre: Horror, Komödien

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Portugiesisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes, Trailer

Release-Termin: 27.09.2019

 

The Cannibal Club [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE CANNIBAL CLUB – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei DONAU FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Society (1989)
 
We Are What We Are (2013)
 
Wir sind was wir sind (2010)
 

Filmkritik: „Trick“ (2019)

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TRICK

Story

 
 
 

Ein Teenager richtet an Halloween ein Blutbad an und wiederholt sein perfides Treiben fortan zu jedem Halloween-Fest.

 
 
 


 
 
 

TRICK – Kritik

 
 
 
Was wäre Halloween nur ohne seine Horrorikonen und vor allem ohne seine bluttriefenden Horrorfilme. Alljährlich buhlen viele neue Genre-Produktionen am Tag vor Allerheiligen um die Gunst der Horrorfilmfans. Da wird massakriert, gemeuchelt und gefoltert – nicht immer erfolgreich. Viele dieser neuen Filme verschwinden danach in der Bedeutungslosigkeit, weil sie über keinerlei Alleinstellungsmerkmale verfügen. Eine Tatsache die Regisseur PATRICK LUSSIER nun ändern möchte. Der will sich nach DRIVE ANGRY und MY BLOODY VALENTINE 3D an den ganz großen Kultwerken des modernen Horrorfilms messen und prophezeit im Trailer zum Film TRICK die „Geburt einer Horror-Legende“. Vielversprechende Worte, die nicht selten Schlimmes erahnen lassen. So hat die Vergangenheit gezeigt, dass genau diese ach so hochgelobten Schocker nicht unbedingt von Qualität zeugen, die bereits beim Marketing den Mund zu voll nehmen. Im Falle von TRICK bestätigt sich dieses Muster. Viel Tamtam und am Ende nur heiße Luft. Eine gesunde Skepsis sollte bei derart Werbegequassel vorausgesetzt werden.
 
 
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Halloween 2015 – irgendwo in Benton, New York. Der 18-jährige Patrick ‘Trick’ Weaver feiert mit seinen Klassenkameraden eine Kostümparty. Doch die Feier endet im Massaker. Der Teenager zückt ein Messer und ermordet seine Mitschüler kaltblütig. Doch der Jugendliche kann überwältigt werden und landet wenig später in einem Krankenhaus, wo er von Gesetzeshütern bewacht wird. Der Friede ist aber nicht von langer Dauer. Trick kann sich losreißen und entkommt schwer verletzt. Ein Jahr später wiederholen sich blutige Morde, die sich auch diesmal haargenau so zutragen, wie bereits an Halloween des Jahres 2015. Für den Polizeibeamten Mike Denver zu viel des Guten. Der stellt Ermittlungen an und kommt bald zur Einsicht, dass es sich bei dem Wiederholungstäter um jenen Teenager handeln muss, der einst Halloween zu einer blutigen Nacht des Schreckens verwandelt hat.
 
 
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Nicht schon wieder ein Teen-Slasher. Zumindest könnte man das meinen, wenn man den ersten zehn Minuten von TRICK folgt. Darin sehen wir wie ein maskierter Teenager an Halloween diverse Mitschüler abschlachtet und anschließend in Polizeigewahrsam genommen wird. Doch der Halbstarke kann entkommen und mordet ein Jahr später erneut – pünktlich an Halloween. Da werden natürlich Erinnerungen an Carpenters Kult-Slasher HALLOWEEN – DIE NACHT DES GRAUENS wach, wo ebenfalls ein von Hass getriebener Killer alljährlich am Abend vor Allerheiligen eine Kleinstadt in Angst versetzt. TRICK macht aber einiges anders. Der Streifen ist nicht unbedingt im Teenager-in-Angst-Genre beheimatet. Schnell schlägt der Streifen eine andere Richtung ein und wandelt auf Pfaden, die eher an so harte Thriller wie THE COLLECTOR und dessen Fortsetzung erinnern. Statt Teenager rücken Polizisten in den Mittelpunkt. Die hetzten einem Mörder hinterher, der stets einen Schritt voraus ist. Letzterer hinterlässt eine blutige Spur der Verwüstung und handelt fast schon übermenschlich. Das mag mancherorts unglaubwürdig und konstruiert erscheinen, bereichert den Thriller aber um eine gewisse Dynamik. Leider hat die Sache nur einen Haken. TRICK mangelt es an Spannung. Der Grund: die Szenenabfolge wiederholt sich zu oft. So wohnen wir den Taten des Killers bei, der anschließend von den Gesetzeshütern verfolgt wird – aber entkommen kann. Gleicher Ablauf wiederholt sich anschließend bis zum Erbrechen. Mit so einem „Trick“ kann man auch Spielfilmlänge erreichen.
 
 
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Immerhin glänzt der Horrorthriller durch blutige Schlachtereien. Der unberechenbare Mörder geht nicht zimperlich vor. Anfangs nur mit Messer bewaffnet, denkt er sich im Verlauf der Handlung perfide Tötungsarten aus, die nicht selten SAW-reske Ausmaße annehmen. Dabei zieht TRICK seinen Reiz daraus, dass lang unklar bleibt, warum das Böse hier Amok läuft. Ist es Rache an Mitschülern, Mobbing oder einfach nur die Lust am Töten? Viel erfährt der Zuschauer nicht über das personifizierte Böse, das vor allem wegen seiner unvorsichtigen Opfer leichtes Spiel hat. Das Kanonenfutter verhält sich reichlich dumm. So kann es schnell und effizient in den Filmhimmel gemeuchelt werden. Demnach ist der Blutzoll hoch – nur mit der Auflösung tut sich TRICK schwer. Die Erklärungen für die Taten haben es in sich. Hier wühlt der Streifen äußerst krampfhaft in der Twistkiste und versucht mit einer unvorhersehbaren Auflösung nach einer Fortsetzung zu schielen. Die wird nicht lange auf sich warten lassen – auch wenn des Rätsels Lösung das wohl dümmste ist, was das Filmjahr 2019 so hergegeben hat.
 
 
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TRICK – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
SAW meets THE COLLECTOR. Blutiger Mix aus Cop-Thriller und Horror-Slasher mit an den Haaren herbeigezogener Auflösung, dummen Figuren und teils üblem Schauspiel. Ein großer Wurf ist Regisseur PATRICK LUSSIER mit seinem TRICK nicht gelungen. Der Filmemacher hat hier vermutlich versucht eine neue Horrorikone à la CHROMESKULL oder GHOSTFACE zu etablieren. Gelungen ist das Vorhaben nicht. Sein Bösewicht ist zwar böse, aber nicht sonderlich interessant und vor allem: austauschbar. Als wäre das schon nicht deprimierend genug, fehlt TRICK dazu auch noch ein Spannungsbogen. Hier wird Mord an Mord gereiht, bis man sich sattgesehen hat. Originell ist das nicht. Filmemacher PATRICK LUSSIER war als Regisseur fast ausschließlich für Videoware oder TV-Produktionen tätig. Genau in diese Schublade passt auch TRICK, der dann doch eher an schnell abgedrehte Low-Budget-Filme erinnert, die seit Jahren schnell und lieblos auf den Markt geworfen werden. Einzig der hohe Gewaltanteil dürfte bei Horrorfans in Erinnerung bleiben. Hier wird schnell, hektisch und oft gemordet. Ein paar fiese Splatterszenen gibt es obendrein. Ob das alles für neuen Horror-Kult ausreicht, steht auf einem anderen Papier. TRICK ist trotz Meuchelparade irgendwie langweilig und das, obwohl man mit SCREAM-Randy JAMIE KENNEDY und TOM ATKINS auch noch zwei bekannte Gesichter gewinnen konnte, die in so einigen gelungenen Genre-Beiträgen zu sehen waren. Offenbar hat das Geld gelockt oder es war ein Freundschaftsdienst. Anders lässt sich nicht erklären, warum sich zwei erfahrene Schauspieler in einem mäßigen Horrorfilm unter Wert verkaufen.
 
 
 


 
 
 

TRICK – Zensur

 
 
 
TRICK ist nicht ohne. Neben Messerstichen, werden ebenfalls Köpfe zermatscht und Kehlen durchgeschnitten. Hierzulande dürfte das zeigefreudige Gewaltspektakel aber erst für Erwachsene freigegeben werden. Man darf mit einer Veröffentlichung mit rotem FSK-Flatschen rechnen.
 
 
 


 
 
 

TRICK – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei RLJE Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
ChromeSkull: Laid to Rest 2 (2011)
 
Sieben (1995)
 
Bastard (2015)
 
You’re Next (2011)
 

Filmkritik: „The Curse of Valburga“ (2019)

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THE CURSE OF VALBURGA

Story

 
 
 

Eine betrügerische Touristentour wird für zwei kriminelle Veranstalter zum blutigen Verhängnis. Die verkaufen Geschichten, welche sich in Slowenien so nie zugetragen haben. Dass ihnen dafür eine blutige Strafe droht, ist im Horror-Genre selbstverständlich.

 
 
 


 
 
 

THE CURSE OF VALBURGA – Kritik

 
 
 
Dass Horror schon lange eine internationale Sprache spricht, ist mittlerweile keine Seltenheit mehr. Da bekommt man schon mal Horrorfilme aus Ländern auf die Mattscheibe, von denen man nicht mal dachte, dass dort überhaupt eine inländische Filmindustrie existiert. Umso mehr überraschte es uns vor einigen Jahren, dass ausgerechnet Slowenien versucht hat auf dem internationalen Horrorfilmmarkt mitzumischen. Als angeblich erster Horrorfilm Sloweniens (was nicht unbedingt richtig ist) schaffte es der Backwood-Slasher IDYLLE nicht nur bis nach Deutschland. Auch andere Länder sicherten sich Rechte und warfen das doch eher konventionell gestrickten WRONG-TURN-Plagiat auf den Videomarkt. Für IDYLLE-Regisseur TOMAZ GORKIC offenbar ein Grund Nachschub zu produzieren. Der weiß, was Horrorfilmfans wollen und färbt im zweiten Film mit dem Titel THE CURSE OF VALBURGA die Mattscheibe rot. Darin wird ein Mix aus Blut, Geschrei und jede Menge Gemetzel an den Zuschauer gebracht. Der ist aber weit weg von ernst. Stattdessen erinnert alles an Parodie im Stile eines DAVE AND TUCKER VS EVIL.
 
 
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Ausgefuchste Geschäftsidee. Weil zwei Brüder Geld brauchen, schmieden sie einen hinterlistigen Plan. Sie erfinden die Geschichte eines sogenannten Baron Valburga, um an das Geld ahnungsloser Touristen zu kommen. Der soll angeblich der Cousin von Graf Dracula gewesen sein und es nicht immer gut mit seinen Untergebenen gemeint haben. Gute Voraussetzungen, um das Interesse geschichtsinteressierter Reisender zu wecken. Die kommen auch bald nach Slowenien und wollen sich auf die Spuren des grausamen Barons begeben. Da klingelt bei Marjan (JURIJ DREVENSEKS) und dessen Bruder Bojan (MARKO MADIC) schon mal die Kasse. In einem Herrenhaus soll die erfundene Tour stattfinden. Doch statt spannendem Geschichtsunterricht geht es bald ans Eingemachte. Im Keller leben nämlich Kannibalen, von denen die Geschwister nichts wissen. Die fallen über die Touristen her und schlagen sich mit ihnen die Bäuche voll. Splatterfans wird das freuen, denn Blut fließt reichlich.
 
 
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THE CURSE OF VALBURGA schlägt in die gleiche Kerbe, wie der von Gorkic inszenierte IDYLLE in welchem Hinterwäldler ahnungslosen Stadtmenschen an die Eingeweide wollen. Diesmal kämpfen aber nicht Landeier gegen Großstädter. In dieser Horrorkomödie sind es Osteuropäer (was für ein dummes Klischee), die es gleich mit der ganzen Welt aufnehmen wollen. So plump wie die Idee zum Film ist dann aber auch dessen weiterer Verlauf. Wir sehen ausschließlich überzeichnete Stereotypen, die derart unsympathisch in Erscheinung treten, dass es eine Freude ist ihnen dabei zuzusehen, wie sie nacheinander über die Klinge springen. Darum geht es nämlich hauptsächlich auch. Alle Touristen wie auch die Tour-Veranstalter selbst werden von einer Gruppe Kannibalen in Stücke gerissen, die im Keller des Herrenhauses seit Jahrzehnten unbemerkt ihr Dasein fristen. Hierbei besonders eigensinnig, wie TOMAZ GORKIC die aus verschiedenen Nationen stammenden Protagonisten in Schubladen steckt, welche an der ersponnenen Tour teilnehmen. Während die russischen Touristen nach einer ausgefallenen Location suchen, um darin einen Porno zu drehen, sind die deutschen Tour-Teilnehmer nur daran interessiert möglichst viel Bier zu trinken und dabei Volksmusik zu hören. Seltsam, dass diese nicht auch noch Lederhosen tragen. Wenn schon hanebüchene Klischees, dann doch bitte richtig.
 
 
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THE CURSE OF VALBURGA ist als Horrorkomödie konzipiert, aber Regisseur TOMAZ GORKIC scheint in Sachen Humor nicht unbedingt den besten Riecher zu haben. Die Späße sind politisch inkorrekt, zünden aber nur selten. Alles wirkt plump und sonderbar – große Lacher bleiben aus. Dafür fährt man in Sachen Gewalt groß auf. War die im Vorgängerfilm IDYLLE noch relativ zurückhaltend und überschaubar, wird jetzt aus dem Vollen geschöpft. Es werden Sägeblätter durch die Luft geworfen und mit Nägel gespickte Keulen in Körper geschlagen. Viele der Spezialeffekte sind zwar simpel und durchschaubar, verfehlen ihre Wirkung aber nur selten. Dass die Morde dabei derart übertrieben zelebriert werden, dass man diese zu keiner Minute ernst nehmen kann, beschert THE CURSE OF VALBURGA Trash-Potenzial. Letzterer wird immer blutiger, je mehr sich das Treiben der Zielgrade nähert. Eine Freigabe für Erwachsene ist diesem Horrorfilm aus Slowenien somit gewiss.
 
 
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THE CURSE OF VALBURGA – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Unterhaltsam – aber dumm. THE CURSE OF VALBURGA ist eine Horrorkomödie mit hohem Trash-Anteil, die sich nicht unbedingt ernst nimmt. Regisseur und Drehbuchautor TOMAZ GORKIC nimmt nach dem slowenischen Backwood-Horror IDYLLE mal wieder das Horror-Genre auf die Schippe und parodiert Klischees und Stereotypen. Gute Ansätze, die aber etwas missglückt sind. Die Späße sind platt und nicht sonderlich clever. Beinahe mag man meinen ein pubertierender Teenager habe diese zu Papier gebracht. Dafür stimmt der Blutzoll. THE CURSE OF VALBURGA ist ganz schön blutig und zeigt mit einfachen Mitteln, wie man das Herz eines jeden Gorehounds in Wallung bringt. Da ist es fast schon etwas schade, dass das blutige Finale dann doch etwas überhastet abgehandelt wird. Ob es am überschaubaren Budget lag? Je näher sich THE CURSE OF VALBURGA dem Ende nähert, umso splattriger wird das Treiben. Vielleicht gibt es irgendwann eine Fortsetzung. Eine wirklich witzige Pointe in der letzten Einstellung deutet darauf hin und stellt ganz nebenbei alle Verläufe im Film infrage.
 
 
 


 
 
 

THE CURSE OF VALBURGA – Zensur

 
 
 
THE CURSE OF VALBURGA ist für eine Horrorkomödie recht blutig geraten. In einer Szene wird etwa eine Minute lange gezeigt, wie die Kannibalensippe im Film auf den Körper einer verletzten Frau einschlagen und in offenen Wunden herumstochern. Weiterhin fliegen Köpfe durch die Gegend und ein Sägeblatt bohrt sich in jede erdenkliche Weise in menschliche Körper. THE CURSE OF VALBURGA dürfte von der FSK erste eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Eine deutsche Veröffentlichung ist noch nicht angekündigt.
 
 
 


 
 
 

THE CURSE OF VALBURGA – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Strup Produkcija | Black Mandala)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cannibals and Carpet Fitters (2017)
 
Tucker and Dale vs Evil (2010)
 
Inbred (2012)
 

Filmkritik: „Monster Party“ (2018)

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MONSTER PARTY

Story

 
 
 
Für drei junge Kriminelle wird ein geplanter Diebstahl zum wahren Albtraum, denn dieses Mal haben sie sich die falschen Opfer ausgesucht.

 
 
 


 
 
 

MONSTER PARTY – Kritik

 
 
Über Psychopathen kann man eigentlich immer etwas machen – Etwas Anspruchsvolles, etwas Lustiges oder aber auch eben etwas total Plattes. „Monster Party“ besitzt eine doch gar nicht mal so uninteressante Grundprämisse und nutzt diese manchmal sogar ziemlich gut, verpufft am Ende aber dennoch in der Durchschnittlichkeit, weil das alles viel zu gewollt wirkt.
 
 
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Der Plot handelt von drei jungen Dieben, die meist kleinere Brötchen backen, aber weil der Vater von Casper Spielschulden hat, muss dieses Mal eine größere Summe daher. Gut, dass Iris einen Job als Kellnerin bei einem reichen Ehepaar hat und in dieser Woche dort arbeiten muss. Diese Chance nutzen die jungen Gauner und wollen mal eben den Safe im Schlafzimmer knacken. Doch alles kommt anders, als gedacht, denn das reiche Ehepaar feiert gerade einen Jahrestag. Weitere Gäste erscheinen und alle sind seit ein paar Jahren „trocken“. Was ihre Sucht ist, sollen die Diebe bald schmerzhaft erfahren. Das Geheimnis, welches man anfangs noch daraus macht, wäre gar nicht nötig gewesen, denn jeder erfahrene Horrorfan wird sofort wissen, was hier Sache ist. Es dauert dann aber auch gar nicht lange, bis die Katze aus dem Sack gelassen wird und dann geht das Morden los. Die Grundidee ist sicherlich nicht besonders originell, doch schlecht ist sie keineswegs und man hätte daraus eine ganze Menge machen können. Allerdings fehlt es dem Drehbuch an eigenen Ideen. Manchmal fühlt man sich an „Mike Mendez‘ Killers“ erinnert, zum Schluss gesellen sich sogar noch ein paar Zutaten von „Das Haus der Vergessenen“ mit hinzu. Außerdem ist es fraglich, ob die Szene mit der Kettensäge nun als Hommage gedacht war oder einfach nur eine sehr plumpe Parodie auf „The Texas Chainsaw Massacre“ sein soll. Auf jeden Fall besitzt das Drehbuch brauchbare Ideen, denkt die meisten aber nicht richtig zu Ende und so will sich im Endeffekt niemals eine ernstzunehmende Handlung aufbauen.
 
 
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Bei der Figurenzeichnung wiederholt sich dieses Problem. „Monster Party“ will besonders markant und cool sein, erreicht dies jedoch niemals. Immer wieder Möchtegern-Killer in ihren schicken Anzügen zu zeigen, ist jedenfalls nicht ansatzweise cool genug. Die deutsche Synchronisation klingt manchmal ein wenig lächerlich, selbst wenn sie professionell gesprochen wurde, doch wenn all dies zusammentrifft, entstehen Charaktere, die nicht ernstzunehmen sind. Weder auf der „guten“ Seite befinden sich echte Sympathieträger, noch sind auf der „bösen“ Seite die richtig fiesen Oberkiller vorhanden. Das ist schade, weil „Monster Party“ gar nicht mal so schlecht besetzt ist. Julian McMahon ist als Familienkilleroberhaupt zwar sichtbar unterfordert, versprüht aber immerhin etwas schauspielerische Klasse. Genauso wie Lance Reddick. Sam Strike soll der Underdog sein und geht als solcher auch durch und Virginia Gardner soll eben niedlich sein. Die Schauspieler sind vollkommen in Ordnung, nur die Figuren sind eben zu belanglos. Da fällt es nicht mal besonders auf, dass der Film hier doch recht konsequent ist mit den Opfern. Hätte niemand überlebt, hätte das wohl auch jeden kalt gelassen.
 
 
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An Glaubwürdigkeit scheint Regisseur Chris von Hoffmann, der hier seinen zweiten Langfilm realisiert hat, aber sowieso nicht so viel gelegen zu haben. Alleine die unglaubwürdige Prämisse mit einer gesamten Killer-Familie ist schon arg konstruiert, aber auch so manch ein Verhalten will nicht wirklich passen. Dazu gesellt sich der übertriebene Einsatz von schrägen Kameraperspektiven. Ansonsten kann man der Inszenierung jedoch weniger vorwerfen. „Monster Party“ sieht optisch schick aus, besitzt brauchbare Kulissen und ist in manchen Szenen sogar recht intensiv gestaltet. Die etwas längere Einleitung stört ausnahmsweise mal nicht und wenn das Blutbad dann beginnt, ist das effektiv gestaltet. Im mittleren Teil ist der Film am besten, nur zum Ende geht ihm leider etwas die Luft aus. An der Splatter-Front geht es solide zur Sache. Für ein paar abgehackte Gliedmaßen reicht es schon aus und die Effekte sind wenigstens von Hand gemacht. Das wird nun niemanden vom Hocker hauen, ist aber immerhin etwas blutig. So vergehen die 90 Minuten Laufzeit teilweise recht kurzweilig, besitzen aber auch ihre Längen. Man muss sich also weder langweilen, noch fühlt man sich prächtig unterhalten. Der Synthie-Score, der immer mal wieder eingesetzt wird, hat gut gepasst und wurde ordentlich eingesetzt.
 
 
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MONSTER PARTY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
„Monster Party“ ist ein durchschnittlicher Horrorfilm, der sich nicht so recht entscheiden kann, welche seiner Ideen er nun konsequent ausfährt. Potenzial ist reichlich vorhanden, doch immer wieder, wenn man kurz davor ist, mal so richtig die Sau heraus zu lassen, bremst sich das Treiben schon wieder aus. Trotz der vielseitigen Zutaten ist das alles leider zu vorhersehbar und auch zu brav ausgefallen. Da kommt keine echte Spannung auf, amüsant wird es jedoch ebenfalls kaum und somit sorgen am ehesten die soliden Schauspieler sowie eine passable Inszenierung für ein wenig Kurzweil. Der Splattergehalt ist leider überschaubar ausgefallen und die Figurenzeichnung ist doch deutlich zu lahm, um hier jemals markant zu werden. Sind die Ansprüche nicht zu hoch, kann man sich davon ganz gut unterhalten lassen, mehr als Mittelmaß kann „Monster Party“ aber niemals erreichen!
 
 
 


 
 
 

MONSTER PARTY – Zensur

 
 
 
„Monster Party“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung eine Freigabe ab 18 Jahren erthalten. Diese Freigabe ist gerechtfertigt, denn es gibt einige Gewaltmomente zu bestaunen, die Splatterfans entzücken dürften.
 
 
 


 
 
 

MONSTER PARTY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Busch Media Group (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Monster Party; USA 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2,39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 04.10.2019

 

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MONSTER PARTY – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Busch Media Group)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mike Mendez‘ Killers (1996)
 

Filmkritik: „The Furies“ (2019)

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THE FURIES

Story

 
 
 

Mehrere Frauen müssen sich an einem geheimen Ort gegen diverse Killer behaupten, die ihnen das Leben ausknipsen wollen.

 
 
 


 
 
 

THE FURIES – Kritik

 
 
 
Wo sind sie eigentlich hin? Die kompromisslosen Horrorfilme, die sich vor allem durch eines auszeichnen: Gewalt, Gewalt, Gewalt. In den 2000ern sah man sie so ziemlich oft auf der Leinwand. Mittlerweile muss man sie mit der Lupe suchen – aber es gibt sie noch. Einer dieser seltenen Vertreter ist der australische THE FURIES, der vermutlich bis vor einigen Jahren noch Probleme mit der FSK bekommen hätte, weil er so freizügig Gewalt zeigt, als wäre die im Film selbstverständlich. Darin wird mal wieder der Kampf zwischen den Geschlechtern zum Thema gemacht. Mann gegen Frau und Frau gegen Mann. Doch die Story ist nebensächlich. Stattdessen rückt Regie-Newcomer TONY D’AQUINO lieber Spezialeffekte in den Mittelpunkt. Blut, Gematsche und jede Menge Leichen. Gorehounds wirds freuen.
 
 
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THE FURIES erzählt die Geschichte der besten Freundinnen Kayla (AIRLIE DODDS) und Maddie (EBONY VAGULANS). Die geraten in Streit und werden mitten im Konflikt von Fremden überwältigt. Die verschleppen die Frauen zu einem mysteriösen Ort, wo ihnen niemand zur Hilfe eilen kann. Schnell stellt sich heraus, dass man hier nicht sicher ist. Maskierte Gesellen schleichen durch das Gebiet und gehen auf Beutefang. Sie töten sich entweder gegenseitig oder die vielen Frauen, die sich hier im Gebüsch verstecken. Doch was soll das ganze Theater? Wird hier nur zum Spaß getötet oder hat das gegenseitige Abmetzeln einen tieferen Sinn? Die Antwort darauf wird nach und nach gelüftet. Sonderlich plausibel oder glaubwürdig ist der Twist aber nicht.
 
 
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Handwerklich ganz solider Survival-Horror, der die niederen Instinkte des Zuschauers befriedigen möchte. THE FURIES ist definitiv nichts für Feingeister. Was anfangs noch eine erbarmungslose Menschenjagd im Stile von CARNAGE PARK, WOLF CREEK 2 oder 31 vermuten lässt, wird mit fortschreitender Laufzeit ganz schön haarsträubend. Da fallen plötzlich nicht mehr nur die Frauen zum Opfer. Auch die Killer müssen Federn lassen. Entweder deren Köpfe explodieren aus heiterem Himmel oder sie gehen sich gegenseitig an die Gurgel. Sind wir hier im Krieg? Man sollte sich nicht den Kopf zerbrechen, die Auflösung ist dumm, denn Plausibilität ist nicht unbedingt im Sinne von Regisseur TONY D’AQUINO. THE FURIES ist ein Horrorfilm, der sich ausschließlich an Hardcore-Horrorfilmfans richtet, die es etwas härter mögen. Die Spezialeffekte sind erste Sahne und zeigen mal wieder eindrucksvoll zu was talentierte Maskenbildner und Effektekünstler in der Lage sein können. Gesichter werden gespalten, Augen aus Augenhöhlen gezogen und Köpfe gespalten – da bekommen Liebhaber fürs Grobe feuchte Höschen. Leider ist die schonungslose Detailgenauigkeit von Gewalt auch schon der einzige Punkt mit dem THE FURIES glänzen kann. Der Rest ist Slasher-Standard.
 
 
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Die weiblichen Opfer bestehen aus Stereotypen und über die männlichen Gegenspieler erfährt man nichts. Die verhüllen ihre Gesichter unter Masken, für die man sich von klassischen Schlitzern wie HALLOWEEN, BRENNENDE RACHE, TEXAS CHAINSAW MASSACRE oder FREITAG DER 13. inspirieren lassen hat. Viel Substanz besitzt THE FURIES nicht. Aber die erwartet man auch nicht von einem Film, der bereits im Trailer die Gangart diktiert, mit welcher er um die Gunst des zahlenden Publikums buhlen möchte. Immerhin besitzt die Schlachtplatte kaum Leerlauf. Regisseur TONY D’AQUINO tritt im Spielfilmdebüt aufs Gaspedal, sodass kaum Längen entstehen. Sowas nennt man ehrliche Hausmannskost – mehr aber auch nicht.
 
 
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THE FURIES – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Die Splatter-Antwort auf DIE TRIBUTE VON PANEM. Dreckiges Splatter-Kino für Fans hausgemachter Gewaltmanschereien, das die niederen Instinkte des Publikums befriedigen möchte. THE FURIES macht in Sachen Gewalt keine Gefangenen. Der Ton ist rau und die Stimmung angespannt. Blut fließt reichlich und die Spezialeffekte sind aller erste Sahne. Das war’s dann aber auch schon. Der Rest ist Slasher-Standard. Frauen werden von Killern ausradiert, bis eine übrig bleibt, die sich als kühne Rächerin behaupten muss und allen Bösewichten den Marsch bläst. Die Handlung ist nebensächlich und die Auflösung dumm. Deshalb sollte man das Hirn ausschalten und sich einfach nur berieseln lassen – insofern man überhaupt etwas mit expliziten Filmen anfangen kann, in denen ausschließlich geschrien und getötet wird.
 
 
 


 
 
 

THE FURIES – Zensur

 
 
 
THE FURIES ist sehr blutig. Die Spezialeffekte werden detailliert und lang zelebriert. Dabei hält die Kamera stets darauf. Weil sich der Film auch selbst sehr ernst nimmt, hätte THE FURIES vermutlich vor einigen Jahren von der FSK keine Freigabe erhalten. Mittlerweile ist die aber humaner geworden. Daher kann man von einer ungeschnittenen Veröffentlichung mit rotem Freigabe-Flatschen ausgehen. THE FURIES feiert im September 2019 auf dem FANTASY FILMFEST seine Deutschlandpremiere. Danach wird der Survival-Horror vom Anbieter SPLENDID FILM in die Händlerregale gebracht.
 
 
 


 
 
 

THE FURIES – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Graf Zaroff – Genie des Bösen (1932)
 
Battle Royal (2000)
 
Wrong Turn (2003)
 
A Lonely Place to Die – Todesfalle Highlands (2011)
 
Raze – Fight or Die! (2013)