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Filmkritik: „Blood Fest“ (2018)

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BLOOD FEST

Story

 
 
 

Auf einer Horror-Convention ist die Hölle los. Kreaturen aus Horrorfilmen werden lebendig und fallen über die Gäste her.

 
 
 


 
 
 

BLOOD FEST – Kritik

 
 
 
Wenn es nach Horror-Fans geht, dürfte es wohl nichts Schöneres geben, als einmal im Leben die Stars zu treffen, die das Gruselfilmfach groß gemacht haben. Diese Träume werden seit einigen Jahren wahrgemacht. Auf sogenannten Conventions können sich Filmliebhaber treffen und die Liebe zum Genre miteinander teilen. Hin und wieder werden die sogar von Genre-Größen besucht. Eine der wenigen Möglichkeiten für Fans ein Foto mit dem Lieblingsschauspieler zu knipsen ohne dafür um die halbe Welt reisen zu müssen. Horror-Conventions haben sich längst zum Mekka fürs horrorbegeisterte Publikum gemausert. Hier werden Kontakte geknüpft, Autogramme besorgt und Horrorfilme uraufgeführt, die man vermutlich sonst nie wieder vor die Linse bekommt. Umso interessanter, wenn genau eine dieser Pilgerstätten zum Thema eines Horrorstreifens gemacht wird, der sich auch noch als unterhaltsamer Fun-Splatter entpuppt.
 
 
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Dax (ROBBIE KAY) ist ein großer Fan blutiger Horrorfilm. Ein Grund, warum er sich Karten für das BLOOD FEST besorgt hat. Hierbei handelt es sich um ein riesiges Festival, dass sich ganz dem Genre verschrieben hat. Leider ist Vater Dr. Conway (TATE DONOVAN) gar nicht erfreut über die Teilnahme des Sohnemanns. Weil der mit Horrorfilmen auf Kriegsfuß steht, zerschneidet er die Eintrittskarte für die Convention und zerstört Träume binnen weniger Sekunden. Doch Dax lässt sich nicht unterkriegen. Der nutzt Vitamin B und erhält über Umwege Eintritt zur Horror-Fete. Vielleicht hätte er das lieber bleiben sollen, denn das Schicksal meint es nicht gut mit dem Genre-Liebhaber. Kaum die Veranstaltung betreten, passieren furchtbare Dinge. Nachdem Festivalorganisator Anthony Walsh (OWEN EGERTON) die Eröffnungsrede gehalten hat, erscheinen Killer auf der Bühne und arbeiten sich mit Kettensäge und Messern durchs Publikum. Da bricht Panik aus, denn das Eintrittstor ist plötzlich verschlossen und ein Entkommen ist unmöglich. Da bleibt nur noch die Konfrontation. Leider wird hier unfair gekämpft. Offenbar hat jemand Kreaturen der Horrorfilmwelt zum Leben erweckt, die nun über die Gäste der Convention herfallen. Da hilft nur Augen zu und durch. Waschechte Horrorfilmkenner wissen aber was zu tun ist. Gott sei Dank ist Dax einer derer. Der hat schon so viele Schocker gesehen, dass er Horrorfilmregeln beherrscht. In einer Situation wie dieser ist dieses Wissen pures Gold wert.
 
 
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Ein unterhaltsamer Mix aus HATCHET, CABIN IN THE WOODS und 2001 MANIACS. Passender lässt sich nicht beschreiben, was dem Zuschauer mit BLOOD FEST aufgetischt wird, bei dem vor allem eines im Vordergrund steht: Spaß. Mit letzterem machte sich die Produktionsfirma ROOSTER TEETH PRODUCTIONS einen Namen. Die Unternehmensgründer begannen vor über 15 Jahren damit mehr oder weniger gehaltvolle Videoclips zu drehen, die sie anschließend auf Youtube stellten. Offenbar kam der Quatsch gut an, den man regelmäßig für Nutzer der bekannten Videoplattform produzierte. Der gedrehte Irrsinn fand viele Zuschauer und spülte genug Geld in die Gründerkassen, um damit expandieren zu können. Diverse Web-Serien, Let’s Play-Videos, Podcasts und allerhand Youtube-Nonsens später, stieg man ins Spielfilmbusiness ein. Auch hier ging man nicht minder abgefahren zur Sache. Der Horror-Spaß BLOOD FEST zeigt’s eindrucksvoll.
 
 
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Viel Gehalt hat BLOOD FEST demnach nicht. Den erwartet man natürlich von einer Splatter-Komödie auch nicht. Dafür unterhält der Horror-Ulk. So schöpft man gleich zu Beginn aus den Vollen. Schweinemaskentragenden Killer packen ihre Kettensägen aus und sägen sich durch dutzende Horror-Fans, die plötzlich einen Kopf kürzer gemacht werden. Da werden Körper zerteilt und Hälse aufgeschlitzt. Endlich mal wieder Hausmannskost, die in gut dosierten Abständen eine Wiederholung findet. Regisseur und Drehbuchautor OWEN EGERTON hat mit BLOOD FEST einen waschechten Fan-Film gemacht. Der gibt gleich zu Beginn seines Fun-Splatters zu verstehen, was er von den Horrorfilmen neueren Datums hält. So erklärt Festivalorganisator Anthony Walsh während der Eröffnungsansprache im Film, dass Horrorfilme schon längst nicht mehr das sind, was sie mal waren. Gruselig oder furchteinflößend sind die schon lange nicht mehr. Da spricht er dem Zuschauer wohl aus der Seele. In Zeiten des inflationären Filmmarktes muss man Schocker mit der Lupe suchen, die den Schlaf rauben.
 
 
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Leider spuckt BLOOD FEST große Töne. Zwar wird das fehlende Schockpotenzial von Horrorfilmen kritisiert; BLOOD FEST selbst steigt aber in die gleichen Fußstapfen der Filme, die an den Pranger gestellt werden. Das bedeutet: Herzklopfen und Nervenkitzel haben Sendepause. Stattdessen wird viel gealbert und in der Klischee-Kiste für Horrorfilme gekramt. Nicht unbedingt die feine Art, zumal sich der Streifen oft durch zu lange Dialoge selbst ausbremst, aber Genre-Kenner immerhin versucht mit Anspielungen auf das Horror-Genre aus der Reserve zu locken. Zugegebenermaßen funktionieren einige Zitate auf bekannte Horrorfilme ganz gut. Mehr Gore und Schocks wäre den meisten Zuschauern aber wohl lieber gewesen. Kommen wir daher zurück zu den eigentlichen Stärken von BLOOD FEST. Die liegen nun mal im Unterhaltungswert. Der ist zweifelsohne vorhanden. Taffe Sprüche, nett getrickste Spezialeffekte und unverbrauchte Thematik sorgen für Kurzweil. Langweilig wird’s daher nicht, denn verschiedene Bösewichte bringen Abwechslung auf die Mattscheibe. So hat man vermutlich wegen fehlender Rechtslage – ähnlich wie in CABIN IN THE WOODS – kurzerhand eigene Filmmonster erschaffen, die regelmäßig vor der Linse ihr Unwesen treiben. Neben Seitenhiebe auf SAW und die unzähligen Slasher-Gurken, fehlen natürlich Zombies genauso wenig wie altbekannte Vampire. Dabei verirren sich unsere Filmhelden gern mal in verzwickte Situationen, vergessen aber trotz misslicher Lage ihren Humor nicht. Lustig wird’s allemal, auch wenn weder das Nervenkostüm noch die grauen Zellen gefördert werden. BLOOD FEST ist Fast-Food-Horror mit Spaß-Garantie und kleinen Schwächen. Für verregnete Herbsttage zweifelsohne eine Empfehlung.
 
 
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BLOOD FEST – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Unterhaltsamer Splatter-Spaß mit zynischen Seitenhieben auf das Horror-Genre. BLOOD FEST ist kurzweiliger Meta-Horror, der aus Versatzstücken des Horrorfilms besteht und die bekannten Klischees des Genres auf die Schippe nimmt. Das wird zwar nicht immer sonderlich clever umgesetzt und wirkt mancherorts etwas flach. Spaß macht der Streifen aber dennoch, weil er keinen Hehl daraus macht, dass er einfach nur unterhalten will. Zu flachen Humor und netten Zitaten gesellen sich Blut und Gewalt. Letztere hätte gern etwas intensiver zelebriert werden können. Dann hätte BLOOD FEST in einer Linie mit so Splatter-Komödien wie BAD TASTE, BRAINDEAD oder CABIN IN THE WOODS stehen können. Demzufolge einfach das Hirn abschalten und berieseln lassen.
 
 
 


 
 
 

BLOOD FEST – Zensur

 
 
 
Zu Beginn wird mächtig gesplattert. Es werden Körper gespalten und Kehlen aufgeschlitzt. Da schlägt das Herz eines jeden Splatterfilmfans schneller. Leider hält sich BLOOD FEST nach dem fulminanten Auftakt mit Schauwerten zurück. Das bedeutet natürlich nicht, dass sie nicht vorhanden wären. Sie werden nur wohldosiert eingesetzt. Man darf von einer Erwachsenenfreigabe ausgehen: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

BLOOD FEST – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Rooster Teeth Productions)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cabin in the Woods (2011)
 
Night of the Demons 2 (1994)
 
Demon Night (1997)
 
2001 Maniacs 2 – Es ist angerichtet (2010)
 
2001 Maniacs (2005)
 
Shaun of the Dead (2004)
 
Tucker and Dale vs Evil (2010)
 
Scream – Schrei! (1996)
 

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Filmkritik: „The Funhouse Massacre“ (2015)

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THE FUNHOUSE MASSACRE

Story

 
 
 

Sechs der meistberüchtigten Serienkiller übernehmen eine dieser Spukattraktionen, die sich während der Halloween-Saison in Amerika großer Beliebtheit erfreuen und richten dort ein Massaker an. Das wird ein blutiger Spaß.

 
 
 


 
 
 

THE FUNHOUSE MASSACRE – Kritik

 
 
 
Nach all den ultraharten Folterfilmen, konsequent-kaltschnäuzig durchgezogenen Rachestreifen und kaum noch zu ertragenden Found-Footage-Schnarchern ist es schön zu sehen, dass man sich um Horrorfans sorgt und sie ab und an mit leichter Kost versorgt, für die das Hirnkästchen mal eine Runde ausgeschaltet bleiben kann. Zu einer dieser Kandidaten gehört der Spass-Horror THE FUNHOUSE MASSACRE, der keinen Hehl daraus macht, dass er nur gedreht wurde, um den Genreliebhaber zu unterhalten. Rasanter Splatter-Trash mit hohem Unterhaltungswert wird hier geboten, der sich zu keiner Minute ernst nimmt und somit auf gleicher Welle schwimmt, wie bereits das von TIM SULLIVAN im Jahr 2005 inszenierte Remake des Horrorklassikers TWO THOUSAND MANIACS. Unter dem Titel 2001 MANIACS kam die Neuverfilmung vor allem wegen der ironisch-übertriebenen Zurschaustellung von Gewalt bei horrorbegeisterten Zuschauern gut an und natürlich, weil Genre-Ikone ROBERT ENGLUND in einer weiteren Paraderolle zu sehen war – Jahre nachdem er das letzte Mal als Meuchelmörder FREDDY KRUEGER auf der Leinwand Bewohner der Elm Street mit fiesen Sprüchen und scharfen Handschuh-Klauen um den Schlaf brachte. Zwar keinesfalls böse, aber dennoch humorvoll darf der mittlerweile nicht mehr ganz so frische Altstar auch in THE FUNHOUSE MASSACRE auftreten. In dieser Horror-Comedy wechselt er ausnahmsweise die Fronten und ist diesmal einer von den Guten. Englund-Fans dürfte das Wiedersehen feuchte Höschen bescheren. Doch die Freude ist nur von kurzer Dauer, denn der beliebte Schauspieler hat leider nur einen kurzen Gastauftritt im Film. Nach gerade mal zehn Minuten muss er auf unsanfte Weise das Zeitliche segnen. Da stellt sich prompt die Frage, ob es eine gute Entscheidung gewesen ist, den Kultstar zu früh von der Bühne zu nehmen. Im Falle von THE FUNHOUSE MASSACRE kann Entwarnung gegeben werden, denn auch wenn Englund nicht lang zu sehen ist, hat der Streifen jede Menge Überraschungen zu bieten – und darauf kommt’s doch letztendlich an, oder?
 
 
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Eigentlich sollte es nur eine Reportage über sechs der meistgefürchteten Verbrecher unseres Planeten werden. Doch die Reporterin hat anderes im Sinn. Statt den Leiter einer Haftanstalt (ROBERT ENGLUND) zu interviewen und Bilder von den Häftlingen zu schießen, gibt sie sich als Tochter einer der Inhaftierten zu erkennen und tötet alles und jeden. Ihr Ziel: die Bösewichte aus ihren Käfigen lassen, damit sie in Freiheit weiteres Unheil anrichten können. Selbstverständlich können die Fieslinge entkommen und flüchten zu einer dieser leicht kitschigen Spukattraktionen, die in Amerika Hochkonjunktur haben, wenn Halloween ist. So werden die Angestellten besagten Horrorhauses um die Ecke gebracht, damit die Psychopathen deren Plätze einnehmen können. Was folgt, kann sich der Zuschauer ausmalen. Ein blutiges Exempel wird statuiert. Die Besucher werden blutig ermordet und als Requisiten missbraucht. Doch eine Gruppe Freunde weiß sich zu wehren. Sie nehmen den Kampf gegen das Böse auf, um den Verbrechern ein Denkzettel zu verpassen. Liebhaber grober Schlachtszenarien wird’s freuen
 
 
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Nichts ist schlimmer als langweilige Horrorfilme, die Zeit und Nerven rauben. Wühlt man sich durch den ganzen Low-Budget-Kram, der tagtäglich in den Handel gebracht wird, muss man sich der erschreckenden Erkenntnis hingeben, dass wohl den meisten Genre-Regisseuren nicht bewusst ist, was Horrorfans eigentlich wollen. Nach guter und unterhaltsamer Abendunterhaltung dürstet es den Meisten, welche man schon lange nicht mehr von Produktionen neueren Datums erwarten kann. Dort findet eher die Formel schnellen Geldes Verwendung. Nach straffem Zeitplan und mit überschaubaren Budget werden dilettantische Drehbücher verfilmt, die von lustlosen und unerfahrenen Autoren geschrieben werden. Das Nachsehen hat oft der Zuschauer, dem langsam der Spaß am Schauen von Genrefilmen vergeht, weil Quantität vor Qualität geht. Weg vom schlechten No-Budget-Müll, hin zu erwähnenswerten Horrorfilmen, die Spaß bereiten. THE FUNHOUSE MASSACRE ist so ein Fall, dessen Handlung so schwachsinnig ist, dass man den Film allein schon deshalb nur mögen kann. Regisseur ANDY PALMER nimmt sich eines Themas an, an dem sich vor einiger Zeit der Found-Footage-Thriller HOUSES OF TERROR die Zähne ausgebissen hat: Serienmörder und Geisterbahnen. Anders als im bierernsten Wackelchaos von 2014 versucht es Palmer mit selbstironischem Humor. In THE FUNHOUSE MASSACRE haben Spaßbremsen und Moralapostel Sendepause. Hier verhalten sich alle Beteiligten derart schräg, dass kein Auge trocken bleibt. In einer Geisterbahn treten sechs skurrile Gestalten gegen grünschnäblige Jungdarsteller an, die selbstverständlich alles dafür tun, möglichst schnell über die Klinge zu springen. Im Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip geht’s voran – selbstverständlich blutig und abwechslungsreich. Nacheinander müssen alle Hauptfiguren kreativ sterben. Von zerquetschten Köpfen bis hin zur grotesken Zahnoperation gibt es allerhand absurdes Zeug zu sehen, das jedoch so überzogen zelebriert wird, dass die Lacher dem Ekel den Rang ablaufen. Höhepunkt ist das im Titel angedeutete Massaker in dem wahllos Gäste der Horrorattraktion irgendwie um die Ecke gebracht werden. Die Kamera hält drauf, der Zuschauer ist glücklich. Weil abwechslungs- und temporeich geschlitzt, gehackt und gesäbelt wird, kommen kaum Längen auf. Ein gewisser Unterhaltungswert lässt sich da nicht streitig machen – vor allem auch deshalb, weil die Grenzen zur Slasher-Persiflage fließend sind. Manchmal tut leichte Kost Not. THE FUNHOUSE MASSACRE ist ein gutes Beispiel dafür, dass doof nicht gleichzeitig schlecht bedeuten muss. Dieser Film ist zwar nicht sonderlich helle, dafür handwerklich gelungen und rasant inszeniert. Der hohe Splatterfaktor tut sein Übriges. Dieser ist übrigens ROBERT KURTZMAN und dessen kreativem Team zu verdanken. Die haben schon einige Blutbäder in bekannten Horrorfilmen angerichtet. Darunter: FROM DUSK TILL DAWN, TEXAS CHAINSAW 3D und TANZ DER TEUFEL 2 um nur einige zu nennen. Zurück zum Massaker – Fortsetzung erwünscht!
 
 
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THE FUNHOUSE MASSACRE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Disneyland für Erwachsene. Kunterbuntes Splatterfeuerwerk mit hohem Fun-Faktor, das sich zu keiner Minute ernst nimmt. Wer Filme wie 2001 MANIACS, HATCHET oder das Remake zu NIGHT OF THE DEMONS mochte, wird diesen Film garantiert ins Herz schließen. THE FUNHOUSE MASSACRE punktet mit jeder Menge hirnfreiem Charme, trashigen Splattereffekten und einem absurdem Szenario, dass am Ende so ziemlich ins Nirwana der Absurdität vorstößt. Sechs unaufhaltsame Psychopathen – darunter ein Zahnarzt, ein Kannibale, ein Sektenguru, ein Leichenfledderer, ein Clown und eine Lolita – metzeln sich durch eine Geisterbahn und richten dabei ein lupenreines Massaker an. Mit handgemachten Splatterexzessen, Prothesen und Blutkonserven hat man nicht gegeizt. Das Interesse ausgehungerter Gore-Freunden wird damit geweckt, die sich am blutroten Metzelreigen kaum satt sehen können. Trotz hohem Blutzoll besticht THE FUNHOUSE MASSACRE durch enormen Unterhaltungswert. Hier ist immer was los und viel gequasselt wird nicht. Im Fokus stehen möglichst abgefahrene Todesarten. Darin ist der Film Weltmeister. Löblicherweise lässt sich FEDDY KRUEGER-Darsteller ROBERT ENGLUND kurz blicken und schaut nach dem Rechten. Der hatte zuletzt immer Pech bei der Auswahl seiner Rollen in drittklassigen Horrorfilmen. THE FUNHOUSE MASSACRE macht da eine Ausnahme. Der bereitet nämlich jede Menge Laune – auch wenn Englund zeitig sein Leben lassen muss. Als Partyfilm mit Bier und Freunden macht diese Splatter-Comedy definitiv eine gute Figur. Daher Hirn abschalten und genießen.
 
 
 


 
 
 

THE FUNHOUSE MASSACRE – Zensur

 
 
 
THE FUNHOUSE MASSACRE zelebriert – wie es bereits der Titel vermuten lässt – Gewalt zum Selbstzweck. Hier gibt es allerhand krudes Zeug zu sehen, dass aber durch den humoristischen Unterton nicht so hart wirkt, wie man es vermuten würde. Es werden Köpfe abgeschlagen, Zähne herausgerissen und Kehlen durchgeschnitten. Das ist aber noch längst nicht alles. Es würde wohl den Rahmen sprengen, wenn hier jede Todesart genannt werden würde. Vergleicht man THE FUNHOUSE MASSACRE mit Filmen wie HATCHET kann man sich in etwa ein Bild machen, wohin die Reise gehen wird. Mit viel Glück gibt es für den Streifen eine ungeschnittene Freigabe für Erwachsene (keine Jugendfreigabe). Aber die Wege der FSK sind auch heute noch unergründlich.
 
 
 


 
 
 

THE FUNHOUSE MASSACRE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hatchet (2006)
 
Hatchet 2 (2010)
 
Hatchet 3 (2013)
 
2001 Maniacs (2005)
 
2001 Maniacs 2 – Es ist angerichtet (2010)
 


Filmreview: „Piranha 3DD“ (2012)

 

 

Ein Jahr nach dem Massaker des ersten Teils sind die aggressiven Killer-Fische wieder da.

Diesmal nistet sich die fleisch- und blutgierige Monsterbrut in den Gewässern eines Erlebnisbades ein, dass kurz vor seiner Veröffentlichung steht. Im Vorfeld sieht sich die taffe „Daniel“ mit den hungrigen Biestern konfrontiert, kann aber zusammen mit ihren Freunden nicht verhindern, dass ihr kommerz-gieriger Stiefvater von der Eröffnung des Freizeitbades absieht. Nachdem die ersten Badegäste eingetroffen sind, fressen sich die „Piranhas“ durch die Abwasserrohre hinein in das Erlebnisbad. Ein Wettlauf um Leben und Tod beginnt für alle Beteiligten.

 

 

Nachdem in den letzten Jahren so ziemlich jeder berühmte Horror-Stuff der letzten vier Jahrzehnten durch die amerikanische Remake-Recycle-Presse gejagt wurde, erschien 2010 auch eine Neuauflage des 78er Joe Dante Tierhorror-Thrillers „Piranha“, für den kein geringerer als der französische Newcomer „Alexandré Aja“ auf dem Regiestuhl Platz nahm. Aja, der bereits einige Jahre zuvor mit seinem kompromisslosen Terrorfilm „Haute Tension“ ein glückliches Händchen bewies und mit selbigen die Ära des modernen europäischen Extremhorrorfilms einläutete, fand mit seiner kreativ blutrünstigen Bilderflut schnell Zuspruch in Hollywood, und wurde sogleich von amerikanischen Major-Produktionsstudios damit beauftragt, drei Horrorwerke glatt-poliert in die Kinosäle zu bringen.

Seine Neuinterpretationen der Horrorfilme „Mirrors“, „Piranha“ und „The Hills have Eyes“ waren nicht nur Garanten für spannende und ideenreiche Kinounterhaltung, sie sorgten auch für beachtliche Kinoerfolge.

Aufgrund der erfrischenden Umsetzung seines „Piranha 3D“-Remakes und der erstaunlich erfolgreichen Kinoauswertung (25 Millionen Dollar Produktions-Budget und weltweiten Einnahmen von 85 Millionen Dollar) war es für das Produktionshaus „Dimension“ nur eine Frage der Zeit an einer Fortsetzung des Überraschungshits aus dem Jahre 2010 zu basteln.

Doch das Schicksal meinte es bisher weniger glänzend mit der direkten Fortsetzung der blutgierigen Terror-Fische. Bereits im Vorfeld wurde der amerikanische Release im vergangenen Herbst gecancelt, zuletzt die Kinoauswertung der 20 Millionen teuren Produktion gänzlich gestrichen und die Veröffentlichung im Heimkinosektor immer wieder aufs Neue verschoben.

Dass derart Vorgehensweisen oftmals kein gutes Omen für herausragende filmische Qualitäten dieser Produktionen bedeuten, dürfte interessierten und erfahrenen Horrorfilmfreunden bereits bewusst sein.

Nach eine regelrechten Veröffentlichungs-Odysee (ähnlich wie zuletzt in „The Cabin in the Woods“) startet das Sequel „Piranha 3DD“ teilweise nun doch noch in den weltweiten Kinosälen, sowie direkt auf DVD und Blu-ray.

Und richtig, „Piranha 3DD“ (mit dem Alexandré Aja natürlich nichts mehr am Hut hat)  ist meilenweit von der erfrischend-innovativen Umsetzung seines Vorgängers entfernt. Die Geschichte ist platt, die Effekte sind dürftig und das Niveau wirklich gänzlich im Keller. Statt bluttriefenden Horror setzt man hier ausgiebig auf platt inszenierten Teenie-Ulk, der derart geschmacklos und billig daherkommt, dass man sich fragt, welch unterbelichteter pubertärer 13jähriger wohl an diesem haarsträubenden Drehbuch gewerkelt haben muss.

American Pie“ meets „Der weiße Hai“ ist wohl die treffliche Umschreibung für „Piranha 3DD“ – Pralle weibliche Hupen satt und Witze gänzlich unter der Gürtellinie wechseln sich mit fast schon peinlich schlechter Dramaturgie und penetranten Overacting der Protagonisten ab. Die 20 Millionen Produktionsbudget sieht man der Fortsetzung an keiner Stelle im Film an und als Fan des unterschlagenen Genre-Films dürfte man nun einmal mehr die desaströse Veröffentlichungspraktiken der Studios verstehen, denn „Piranha 3DD“ ist wirklich absolut penetrant-dummer Mist, der wahrlich nichts im Kino zu suchen hat. Trotzdem, auch wenn sich das hier alles verdammt mies liest, das Sequel rockt trotzdem und dürfte dennoch zu Gefallen wissen.

Piranha 3DD“ kommt so derart trashig und minderbemittelt daher, dass er schon wieder gut ist. Dem Film kommt es gänzlich zugute, dass er sich zu keiner Minute ernst nimmt, und man als Filmfreund das Gefühl nicht loswerden möchte, eine Parodie zum Aja-Vorgänger zu sichten.

Die Darstellung der Gegebenheiten wirkt so lächerlich und an den Haaren herbeigezogen, dass man sich fast schon dafür schämen muss, zugeben zu müssen „Piranha 3DD“ gesehen zu haben. Aber ich muss gestehen, bei all dem dreist dämlichen Bullshit, dem einem hier untergejubelt wird, sorgen die diversen Gags, trotz ihrer moralisch-geschmacklosen Darstellung, für gehörig lauthalses Lachen. Allen voran die Szene, in der der Filmbösewicht von einer bunten „Wimpel-Absperrung“ geköpft wird und der abgetrennte Kopf in das Dekolleté eine prall-busigen Film-Chikka landet. Das wirkt vermutlich so bescheuert, aber dennoch gleichzeitig vollends genial.

Leider ist der total abgedrehte und niveaulose Trash-Spaß nach knappen 70 Minuten vorbei. Das finale Massaker im Schwimmbad wirkt unfertig, bedeutungslos und viel zu kurz. Trotz einem regelrechten Gag-Feuerwerk sowie einigen recht makaberen und frischen Ideen in der ersten Filmhälfte (u.a. nistet sich ein Baby-Piranha beim Nachtbaden in das Geschlechtsteil einer weiblichen Protagonistin ein) geht gerade zum Ende hin „Piranha 3DD“ gehörig die Puste aus. Das Sequel kränkelt am Mangel eine wirklichen Schluß-Fights um letztendlich durch die Bank weg als gelungenes, selbstironisches Trash-Werk überzeugen zu können.

Da kann auch das Wiedersehen mit der 80er Jahre Serienlegende „David Hasselhoff“, der sein Ego selbst spielt und sich spöttisch selbst auf die Schippe nimmt und den unwissenden jüngeren Protagonisten verklickern möchte, dass er in der Vergangenheit ein großer Filmstar gewesen sei, nichts mehr reißen. Schade!

 

 

Piranha 3DD“ ist Edel-Trash wie er im Buche steht. Dümmer und dreist-platter geht es nun wirklich nicht. Pubertäre Fäkal-Witze geben sich mit desaströsen Story-Elementen die Waage. Aja´s direktes Sequel zum Überraschungshit aus dem Jahre 2010 wirkt derart peinlich, dass dem Filmfreund bereits nach nur wenigen Filmminuten die Schamesröte zu Gesicht stehen dürfte. Trotzdem, mal abgesehen vom wirklich deplatzierten und unfertigen Ende, macht „Piranha 3DD“ wirklich Laune und ist trotz der hohlen Inszenierung weit besser, als der Großteil aktueller Genreproduktionen (und vor allem 100 mal besser als der Mist aus der Trash-Schmiede „Asylum) .

Freunde fernab des guten Geschmacks kommen hier absolut auf ihre Kosten. Aber auch Film-Begeisterte, die sich einmal nach einem anstrengenden Arbeitstag von ungehaltvoller Genre-Unterhaltung berieseln lassen möchten, dürften Gefallen an „Piranha 3DD“ finden.

Ein politisch inkorrekter und geschmacklich vollkommen indiskutabler Party-Film, der mit einem Six-Pack Bier gleich doppelt soviel Spaß macht und der mit Alexandre Aja´s „Piranha“ , mal abgesehen von den Killer-Fischen im Filmtitel und der 3D-Umsetzung, nur noch wenig gemein hat.

 

 

 

Fazit: 6,0/10 Punkte

 

Edel-Trash-Gurke mit ordentlich selbstironischer Fäkal-Humor-Power. Politisch vollkommen inkorrekt und als direkt Fortsetzung eigentlich ein Witz, macht er gerade deswegen enorm viel Spaß!

FSK-Prognose: ungeschnitten mit „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung. Eine Veröffentlichung erfolgt im Spätsommer durch Sunfilm.

 

 

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