Filmkritik: „Happy Times – Ein blutiges Fest“ (2019)

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HAPPY TIMES – EIN BLUTIGES FEST

(HAPPY TIMES)

Story

 
 
 
In „Happy Times“ wird ein eigentlich als freudiger Anlass geplantes Familienfest zu einem blutrünstigen Massaker, bei dem niemand so richtig unschuldig ist.

 
 
 


 
 
 

HAPPY TIMES – Kritik

 
 
Dass Familienfeiern oftmals gnadenlos nach hinten losgehen und sich verschiedene Parteien an die Haare wollen, ist nicht nur ein Filmklischee, sondern kann auch in der Realität durchaus mal vorkommen. Dass es hinterher allerdings mit Leichen endet und jede menge Blut fließt, kommt im realen Leben wohl zum Glück seltener vor. „Happy Times“ zeigt ein solches Szenario und kommt dermaßen überzogen daher, dass er durchaus Spaß macht.
 
 
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Yossi und Sigal besitzen ein luxuriöses Haus in Hollywood und laden die Familie zu einem Festmahl ein. Darunter befindet sich z.B. der Cousin von Sigal, der mit dem israelischen Gehabe überhaupt nichts anfangen kann und eine Karriere als Schauspieler anstrebt. Er ist dann auch für so manch einen Streit am Essenstisch verantwortlich, doch nach für nach stellt sich heraus, dass hier eigentlich jeder mit jedem ein Hühnchen zu rupfen hat und als dann, mehr oder weniger, versehentlich jemand erschossen wird, ist dem Ansteigen der Leichen kein Einhalt mehr zu gebieten. Eine Familienfeier auf diese Art und Weise durfte man bestimmt noch nicht oft sehen und das Drehbuch kommt erfreulich abwechslungsreich daher. Alleine die politisch unkorrekten Gags und die Rassenwitze im ersten Drittel wirken schon mal erfrischend und könnten so auch direkt aus „South Park“ stammen. Allerdings bleibt es nicht bei diesem satirischen Unterton, sondern die Story macht dann mit Mord- und Totschlag weiter. Auch hier hat man sich kreativ ausgetobt, lässt manche durch einen Unfall, andere durch echte Morde sterben. Das Ganze ist niemals zu vorhersehbar, maßlos übertrieben und einfallsreich, weshalb man der Handlung stets gerne folgt.
 
 
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Dabei lässt sich „Happy Times“ eine gewisse Zeit, was jedoch positiv zu verstehen ist. Es geht zwar gleich mit reichlich Chaos und Streit los, aber mehr als ein Drittel der Laufzeit verläuft alles unblutig. Hier gibt man den Figuren erst mal genügend Stoff, weshalb sie hinterher auf sich losgehen dürfen. Ein Vorteil ist auf jeden Fall die Figurenzeichnung, denn diese kommt äußerst markant daher und ist höchst vielseitig ausgefallen. Jeder Charakter bekommt irgendwann seine Zeit, egal ob er früher oder später stirbt. Deshalb wirkt auch niemand belanglos oder austauschbar. Die vielen Darsteller nehmen das dankend an und erhalten alle irgendwann ihren Höhepunkt. Selbst wer zuvor noch unscheinbar war, darf seine fünf Minuten Ruhm kassieren. Das wird zwar teilweise maßlos übertrieben gespielt, aber das Overacting passt hier einfach und wirkt dadurch niemals nervig. Ein weiterer Punkt, der für Abwechslung sorgt, ist die Tatsache, dass keine Figur so einfach zu durchschauen wäre. Wie hier wer handeln mag, lässt sich zwar erahnen, aber manchmal wird man durchaus überrascht und so entfernt man sich angenehm von Klischee-Rollen.
 
 
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Bis das Ganze an Fahrt gewinnt, vergeht zwar einige Zeit, aber das ist nicht schlimm, weil hier schon für genügend Gags gesorgt wird. Sowieso hat man es bei „Happy Times“ am ehesten mit einer rabenschwarzen Komödie zu tun. Hinterher gesellen sich zwar noch ein paar Motive vom Horrorfilm und vom Thriller mit hinzu, aber das Treiben ist niemals ernst zu nehmen, schon nahezu grotesk und bietet stets bösen Humor. Manchmal übertreibt man es zwar auch etwas zu sehr, so z.B. im nochmals völlig überzogenen Finale, aber überwiegend macht diese Herangehensweise viel Spaß. Dass es nebenbei auch ganz gut blutig zur Sache geht, ist eine schöne Randnotiz. Das artet nie in Splatter-Gefilde aus, besitzt aber einige derbe Momente. Die Effekte sind gut gelungen und sowieso ist die gesamte handwerkliche Arbeit positiv zu vermerken. Das große Haus hat man als Schauplatz bestens genutzt und die Inszenierung gestaltet sich als clever. Nur Spannung kann dabei eigentlich keine aufkommen, denn dafür kann man das Geschehen einfach nicht ernst genug nehmen.

 
 


 
 
 

HAPPY TIMES – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
„Happy Times“ ist eine sehr spaßige und richtig schön böse, schwarze Komödie geworden, die das Familienfest mal auf andere Art und Weise zelebriert. Der Humor wechselt von nahezu satirischen Spitzen hin zum fast schon slapstickartigem Blutvergießen und bietet so genügend Abwechslung. Zwar ist das manchmal schon zu viel Übertreibung und Geschmackssache stellt dieser Humor ganz sicher auch dar, aber meistens wird das treffsicher aufbereitet. Bis es zur Action kommt, vergeht einige Zeit, doch es ist immer etwas los und zu vorhersehbar ist das Szenario dabei niemals. Die handwerklich souveräne Arbeit und die guten Darsteller runden diesen blutigen Spaß ideal ab. Wenn’s mal wieder schwarzer Humor sein darf, dann ist „Happy Times“ absolut empfehlenswert!
 
 


 
 
 

HAPPY TIMES – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Happy Times – Ein blutiges Fest“ ist mit ihrer FSK16 vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

HAPPY TIMES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Meteor Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Happy Times; Israel | Italien | USA 2019

Genre: Horror, Thriller, Action, Komödien

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, O-Ton DTS-HD MA 5.1 (O-Ton = Englisch / Hebräisch)

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Entfallene Szenen, Outtakes, Alternative Szene, Originaltrailer, Deutscher Trailer

Release-Termin: KeepCase: 09.10.2020

 

Happy Times – Ein blutiges Fest [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

HAPPY TIMES – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Meteor Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
You’re Next (2011)
 
Ready or Not – Auf die Plätze, fertig, tot (2019)
 
Secret Santa (2017)
 

Filmkritik: „Yummy“ (2019)

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YUMMY

Story

 
 
 
Der Besuch in einem osteuropäischen Krankenhaus für Schönheitsoperationen endet in einem blutigen Gemetzel, als sich Zombies dazu gesellen.

 
 
 


 
 
 

YUMMY – Kritik

 
 
Irgendwann kommt jedes Land mal mit seinem eigenen Zombiefilm. Also warum nicht auch mal Belgien? Außer Mode scheinen diese Streifen sowieso nicht mehr zu geraten, also kann man gar nicht viel falsch machen, wenn man nur genügend Splatter bietet. In Zeiten, in denen aber gefühlt jeder zweite Vertreter des Zombiefilms als augenzwinkernde Komödie erscheint, tut es gut, dass „Yummy“ mal wieder den altmodischen Funsplatter bedient und das macht er sogar richtig ordentlich.
 
 
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Alison ist von einem zu großen Vorderbau geplagt, aber da Schönheitsoperationen so teuer sind, fährt sie mit ihrem Freund Michael nach Osteuropa, um sich dort die Brust verkleinern zu lassen. Was niemand ahnt: Die Klinik nimmt kostenlose Abtreibungen vor, um mit den Föten Experimente durchzuführen. Als Michael versehentlich eine festgeschnallte Frau los macht, die mit einem Virus infiziert ist, wimmelt es schon bald in der gesamten Klinik nur so vor Zombies.
Obwohl einem hier am ehesten eine weitere von zig Zombie-Varianten geboten wird, ist das Drehbuch im Falle von „Yummy“ sogar halbwegs originell, denn der Schauplatz passt einfach wie die Faust aufs Auge. Da sind sogar anfangs ein paar Seitenhiebe gegen den Schönheitswahn mit drin, bevor es dann zum splatterigen Spaß übergeht. Aus dem Schauplatz und der Prämisse hat man jedenfalls eine ganze Menge gemacht und man hatte durchaus amüsante Ideen, weshalb jeder Zombiefan mit dieser Story gut leben können wird.
 
 
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Erfreulich ist allerdings auch, dass „Yummy“ nicht als reine Komödie daherkommt. Es gibt immer mal wieder Gags, die zum Schmunzeln einladen und auch etwas alberner Natur sind, aber ansonsten sind es vor allen Dingen die bizarren Ideen, die hier für Spaß sorgen. Etwa wenn da eine Penis-Prothese zum Einsatz kommt oder aber auch der Gebrauch von Körperfett (Yummy eben) den Bildschirm ziert. Das, was wohl alle Zombiefans sehen wollen, nämlich reichlich Splatter, ist hier auf jeden Fall gegeben und die Effekte sind dabei herrlich altmodisch von Hand gemacht. Nur ganz wenig stammt aus dem Computer und so macht das Gemetzel gleich noch mal deutlich mehr Spaß. Übrigens ist auch der Bodycount erfreulich hoch und hält sich keineswegs zurück. So kann man sich hier über die 90 Minuten Laufzeit ordentlich unterhalten lassen. „Yummy“ begeht nicht den Fehler einer zu langen Einleitung und kommt nach dem sympathischen Start schnell in die Gänge. Gerade weil die beiden Hauptcharaktere einigermaßen charismatisch erscheinen, ergibt sich im weiteren Verlauf sogar eine gewisse Spannung. Man nimmt sich nie zu ernst, geht aber auch nicht konsequent lächerlich zur Sache und diese Mischung sorgt für Abwechslung.
 
 
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Dass das nicht perfekt ist, liegt am ehesten daran, dass man solche Szenarien einfach schon zu oft geboten bekam und auch die Figurenzeichnung macht es sich hier relativ einfach. Nicht jeder wirkt da besonders markant und auch nicht alles erscheint besonders logisch. Wenigstens kann man sich aber nicht über die Darsteller beklagen. Maaike Neuville und Bart Hollanders funktionieren als Sympathieträger ganz gut und auch alle anderen agieren zweckdienlich, mal mehr, mal weniger übertrieben. Aus handwerklicher Sicht ist ebenfalls alles im grünen Bereich. Dass kein riesiges Budget zur Verfügung stand, erkennt man aufgrund der etwas monotonen Kulissen schon, aber Regisseur und Drehbuchautor Lars Damoiseaux gelingt es meist dies mit genügend Blutvergießen zu kaschieren. Und das Ende kommt dann auch noch mal mit einer geballten Portion schwarzem Humor daher, so dass man hier nicht den kompletten Standard bedient.
 
 


 
 
 

YUMMY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„Yummy“ ist ein brauchbarer Vertreter des Funsplatters, der sich nicht als reine Komödie versteht und deshalb ab und zu auch mal etwas Spannung aufkommen lässt. Vor allen Dingen sind es aber die schön abgefahrenen Ideen, welche es immer wieder zu reichlich Splatter kommen lassen, die hier zu gefallen wissen. Und natürlich die hübschen Effekte. Die Grundprämisse ist erfrischend und selbst wenn das hinterher wieder nur einen gewissen Standard bedient, gab es genügend eigenständige Ideen. Aus handwerklicher Sicht ist alles in Ordnung, die Darsteller sind gut und über die etwas magere Figurenzeichnung kann man hinweg sehen. Wer mal wieder ein amüsantes, blutiges und etwas geschmackloses Zombie-Spektakel braucht, ist bei „Yummy“ jedenfalls an der richtigen Adresse.
 
 


 
 
 

YUMMY – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Yummy“ ist zwar ungeschnitten und frei ab 18 Jahren. Dennoch hatte es der Film bei seiner ersten FSK-Prüfung nicht leicht. Das Label Busch Media reichte den Streifen für die Heimkinoauswertung bei der FSK zur Prüfung ein und kassierte zunächst statt der erhofften Altersfreigabe eine Ablehnung – die Gewalt war den Prüfern zu zeigefreudig. Ein groteskes Unterfangen, zumal der Trailer bereits erkennbar darlegte, dass der Film die Zombiethematik auf deutlich humorige Weise verarbeitete. Doch das Label ließ sich nicht beirren und ging in Berufung. Mit tatkräftigen Argumenten konnte man die FSK überzeugen und erhielt für die Heimkinofassung in der ungeschnittenen Fassung die Kennzeichnung: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

YUMMY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Busch Media Group (KeepCase Blu-ray)

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(c) Busch Media Group (Mediabook DVD + Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Yummy; Belgien 2020

Genre: Horror, Thriller, Action, Komödien

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, O-Ton DTS-HD MA 5.1 (O-Ton = Flämisch, Englisch)

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Original Trailer, Deutscher Trailer, Trailershow | zusätzlich im Mediabook: 2 exklusive Kurzfilme von Regisseur Lars Damoiseaux, Director’s Diary, Promo Videos, Booklet

Release-Termin: Mediabook + KeepCase: 23.10.2020

 

Yummy [Bluray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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YUMMY – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Busch Media Group)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Braindead (1992)
 
Planet Terror (2007)
 
Dead Snow: Red vs. Dead (2014)
 

Filmkritik: „Adult Babies“ (2017)

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ADULT BABIES

(ATTACK OF THE ADULT BABIES)

Story

 
 
 
Der Spielenachmittag einer britischen Familie wird jäh unterbrochen, als sie gezwungen werden eine mysteriöse Box aus einem Anwesen zu befreien, das hinter jeder Tür Geheimnisse birgt – insbesondere im Keller…

 
 
 


 
 
 

ADULT BABIES – Kritik

 
 
Ich muss ehrlich sein, als ich mir „Adult Babies“ gewünscht habe, mit seiner unterdurchschnittlichen imdb-Wertung, den schnell relativ billig werdenden Mediabooks und ohne auch nur einen mir bekannten Namen bis auf Laurence R. Harvey, dem wunderbar fiesen kleinen Psychopathen aus „The Human Centipede II“, da war meine Erwartungshaltung nicht die Höchste – ein Film, der vier bis fünf Punkte verdient vielleicht. Einer, der ein paar eklige und vermutlich aber nur zum Ende hin EINE brutale Szene haben dürfte, einer, der vermutlich die Hälfte seiner Laufzeit braucht, um auch nur richtig zu starten und vor allem einer, der schnell vergessen ist.
 
 
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Doch nach diversen Tiefschlägen, Enttäuschungen und filmischen Selbstpeinigungen in letzter Zeit bin ich überglücklich, verkünden zu dürfen, dass die Riesenbabys genau diese Probleme tatsächlich nicht haben und der Film stattdessen in mehrerlei Hinsicht deutlich besser war, als ich es je für möglich erachtet hätte, bzw. als er eigentlich sein dürfte.
 
„Let’s get this done & call in the cleaners“
 
Dominic Brunts britischer Babyfilm beginnt dabei mit einer angenehm nach 80s-Genrekino riechenden, blutroten Font, einem ohrwurmtauglich-minimalistischen Synthiebeat und überbelichteten Aufnahmen die durch eine eindrucksvolle Villa führen, in der direkt eine eng angezogene Krankenschwester vor einem alten, oberkörperfreien Mann in Windel flüchtet, einem der titelgebenden Riesenbabys. Titlecard und Schnitt, im recht leeren Wohnzimmer sitzt die gut situierte Familie beim Brettspiel und auch hier fällt auf, dass die Optik leider recht billig wirkt, der Himmel überbelichtet ist, alles außerhalb des Raums ausbrennt. Kleine Streitereien innerhalb der Familie, insbesondere zwischen dem Vater und Tim, dem Sohn, zeigen bereits erste Anspannungen, die Mutter bleibt passiv.
 
 
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Zurück in dem Anwesen werden uns nun die hübschen Krankenschwestern vorgestellt, die unter den Anweisungen einer dominanten, älteren Anführerin im schwarzen Outfit und ihres debil-grausamen Sidekicks die 8 Riesenbabys rumfahren, pflegen, füttern und streicheln müssen. Überrascht war ich zu dem Zeitpunkt, dass wir hier nun weder peinliche, langgezogene Szenen mit Ekelhumor, noch peinlichen Slapstick serviert bekommen, sondern relativ geerdet und faktisch festgehalten wird, wir die Strukturen in diesem Haus funktionieren – und das wars. Keine ekligen Nahaufnahmen, kein ewiges Herauszögern der titelgebenden Babys – einzig ein bisher noch zusammenhangloses Verschneiden von Familienalltag und, well, Adult Baby Alltag.
 
„Everybody play Bing Bong, everybody happy!“
 
Bemühtes, allzu theatralisches Schauspiel im Wohnzimmer der Familie weitet einen ersten Konflikt aus, dient aber nur als Ablenkung, da auf einmal bewaffnete Gangster mit russischem Akzent die Wohnung stürmen und verlangen, dass bis auf den Vater alle eine ominöse Box aus natürlich genau dem Haus holen, in dem die Fetischbabys ihr Unwesen treiben. Da die Babys bisher kein bisschen bösartig oder bedrohlich inszeniert wurden und wir die Familie kaum kennen, zu dem Zeitpunkt noch ein recht undurchsichtiges Konzept, doch da die russischen Gangster durchaus unterhaltsam gespielt sind und witzige Lines haben und die Außenaufnahmen zudem deutlich besser aussehen, als die ersten Bilder es vermuten ließen, bin ich mal ganz optimistisch an den Spaß ran getreten.
 
 
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Was sich nun liest wie ein relativ vorhersehbares Szenario, zumindest rein formell, verlangt es mir aber nun, nach etwa 15 der 84 Minuten Laufzeit, bereits ab nicht mehr weiter zu spoilen, da die erste Überraschung folgt – brutal, gut getrickst und humortechnisch genau mein unpointiertes Anti-Ding, machen wir uns nach zwei sehr netten Extraszenen nämlich bereits auf den Weg zum Anwesen, um nach etwa 20 Minuten am Haupthandlungsort anzukommen – was stimmig gewählt ist und als Einstieg bestens funktioniert, nun noch eine Stunde Action zu bieten.
 
 
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Kaum wurde die erste Überraschung nämlich aus dem Sack gelassen, wird von physischen Veränderungen der Adult Babies gesprochen, dann noch in der selben Szene erwähnt dass etwas im Keller ist und eine Hand präsentiert, die merkwürdig eitrig ist und an einem merkwürdig laut atmendem Mann gewachsen zu sein scheint. Doch damit gibt sich „Adult Babies“ auch noch nicht zufrieden, denn noch in der ersten Hälfte erfahren wir folgend nicht nur ein weiteres pikantes Plot-Detail, sondern kriegen gar auch unerwarteten und deftigen Splatter, wirklich witzig inszenierte Comedy und eine Synthesizer-Score, die das flexibel in mehrere Richtungen abdriften könnende Geschehen sehr stimmig untermalt.
 
 
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Und ist der letzte Schock verdaut, gibt es – wie in allen guten Filmen, 2001 reiht sich hier direkt neben die Windelträger – eine kurze Intermission, bevor die zweite Halbzeit sich mit gelungen ekliger Maskenarbeit einleitet, eine Crackhouse-Psychoversion von Toni Collette in einer Nebenrolle glänzen lässt und immer wieder im reinen Dialog und Banter, in den Details der leider ohne Untertitel zu undeutlich genuschelten britischen Schnauze, überraschend witzige Zeilen raus haut. Da werden die Animositäten und Konfrontationen von Beginn auf die Spitze getrieben, da wird im unpassendsten Moment gesoffen, da kommen Geheimnisse an die Oberfläche, die vielleicht lieber versteckt bleiben sollten.
 
„That thing in the basement produces something!“
 
Sollte die Analogie, dass weiße, übergewichtige, alte Männer sich von jungen Frauen freiwillig für viel Geld wie Babys behandeln lassen, jegliche Verantwortung ablegen und hinter verschlossenen, vergoldeten Türen ihren geheimen Fetischen nachgehen, nicht offensichtlich oder präzise genug sein, so wird in einem kleinen Exkurs nun das Konzept bzw. grobe Modell des ganzen Ladens noch einmal vertieft, wobei aber mehr Fragen aufkommen,als erklärt werden – vorerst. Direkt danach, etwa 51 Minuten im Film, etwas mehr als eine halbe Stunde noch ausstehend, spitzt sich die Situation bereits so weit zu, dass man von einer Eskalation reden kann, in überraschen frühen, großen Schritten scheinbar auf das Finale zusteuert – hier gibt es schön fieses Schauspiel der Antagonistin zu bewundern, eine Fragezeichen und Vorfreude auslösende Szene mit allen Babies im Fokus und dann so extrem drastischen und gelungen handgemachten Splatter, dass ich beim dran denken schon grinsen und zufrieden grunzen muss.
 
„Fuck!“ – „Language, Timothy!“ – „They’re coming, Dad!“ – „Fuck!“
 
Die Logik wird nun relativ schnell über Bord geworfen wie es sich für schnellen, kurzweiligen Funsplatter mit mehreren Fraktionen imo aber auch gehört, zu einer wirklichen Hetzjagd oder schnellen, brutalen Auseinandersetzung kommt es auch nicht, doch bei der kurzen Laufzeit, den vielen Witzen und kreativen, überraschenden Ideen hat mich das ja mal tatsächlich so gar nicht gestört. Der Anführer der Babies hat sichtlichen Spaß an seiner grotesken Rolle, eine einzelne Szene ist unerwartet düster, hoffnungslos und bösartig, ohne den Bogen zu überspannen, wie erwartet muss es natürlich auch einmal kurz richtig eklig werden, aber das nur eine Sekunde lang, trotzdem extrem einprägsam.
 
 
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Die letzten 20 Minuten von „Adult Babies“ gehören dann mit zu dem Überraschendsten, Kreativsten, Unerwartesten, das ich je gesehen habe und auch hier werde ich nicht spoilen. Der zweigeteilte Aufbau gestaltet sich nämlich so, dass ich zuerst einfach nur glücklich war, sehr stark und krass getricksten Gore zu kriegen, der unironisch auf einem Level mit „Inside“ z.B. ist, nur dabei noch mit grimmigen One-Linern versehen, schicken Aufnahmen und zwerchfellerschütternd deftigen Effekten. Und dann aber, wenn man denkt „Ok, was jetzt?“, gibt es noch einen ganzen Haufen Exposition und Backstory, die cool erzählt, eklig, interessant und absolut originell ist, so imo noch nicht gemacht wurde im Film. Und last but not least, diese Informationen verdaut, folgt eine absolut beängstigende Sicht, die kosmischen Horror streift obwohl sie nicht unerklärt bleibt, Stilmittel des Films, die bisher noch nie benutzt wurden, komplett dominieren lässt und mit Streichern und Klaver und Sounddesign erst etwas Wunderschönes, dann Merkwürdiges, dann schlußendlich arschkickend Kreatives und Mutiges liefert. Klingt vage, aber ich will wie gesagt nicht spoilern und hab nur nicht schlecht gestaunt, was sich das gerade Wildes vor mir auf der Leinwand abspielt – Technisch fantastisch, mit einem großartigen Soundtrack und keine Sekunde zu lang.
 
 
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„Adult Babies“ hätte einfach nur billig, peinlich, zu lang gezogen, krampfhaft eklig und enttäuschend sein sollen, konnte stattdessen aber fast durchgängig wirklich gut unterhalten. Ein paar amateurige Shots und Performances stoßen etwas übel auf, das Finale schlägt vielleicht vereinzelt über die Stränge, aber einen so blutigen, so originellen, so merkwürdigen WTF-Trip habe ich lange nicht mehr gesehen und jeder Genrefan, jeder Freund von Botched oder Braindead oder allgemein wilden Konzepten á la The Human Centipede ist, sollte definitiv zuschlagen – und das nicht nur aufgrund der Akzente, Wortspiele und grottigen Synchronisation auf Englisch, sondern auch weil die ganze Spur deutlich druckvoller und besser abgemischt ist, insbesondere im Finale.
 
 


 
 
 

ADULT BABIES – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Blutiger, kurzweiliger, überraschend witziger, rasanter Funsplatter mit 1A-Effekten, einem der abgedrehtesten Enden der Filmgeschichte und spielfreudigen Performances.
 
 


 
 
 

ADULT BABIES – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung von „Adult Babies“ wurde von der FSK in der ungeschnittenen Fassung mit einer FSK16 freigegeben. Wegen einiger höher eingestufter Trailer auf der Kaufhaus-Blu-ray ist auf dem Cover selbiger ein roter FSK-Flatschen abgebildet.
 
 
 


 
 
 

ADULT BABIES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-On New Media (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Shock Entertainment (Mediabook Cover A)

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(c) Shock Entertainment (Mediabook Cover B)

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(c) Shock Entertainment (Mediabook Cover C)

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(c) Shock Entertainment (Mediabook Cover D)

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(c) Shock Entertainment (Mediabook Cover E)

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(c) Shock Entertainment (Mediabook Cover F)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Adult Babies; Großbritannien 2017

Genre: Horror, Komnödie, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: KeepCase: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung) | Mediabook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover | Mediabook

Extras: Trailer | zusätzlich im Mediabook: Audiokommentare, The Making of Adult Babies, 24-seitiges Booklet mit Texten von Nando Rohner, Hauptfilm zusätzlich auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 31.05.2019 | KeepCase: 27.03.2020

 

Adult Babies [Blu-ray im Keepcase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

ADULT BABIES – Trailer

 
 


 
 
 

Dr. Barry Nyle

(Rechte für Grafiken liegen bei I-On New Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Botched – Voll verkackt! (2007)
 
The Cottage (2008)