Filmkritik: „For the Sake of Vicious“ (2020)

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FOR THE SAKE OF VICIOUS

Story

 
 
 

Eine Krankenschwester, ein Verrückter und ein gefolterter Mann müssen sich in „For the Sake of Vicious“ gegen eine Horde irrer Killer verteidigen.

 
 
 


 
 
 

FOR THE SAKE OF VICIOUS – Kritik

 
 
 
Der Home-Invasion-Thriller erfreut sich gerade im Low-Budget-Bereich immer wieder großer Beliebtheit, was nicht verwunderlich ist, da man hier mit recht simplen Mitteln viel erreichen kann. So geschieht es auch in „For the Sake of Vicious“, der einen hammerharten Beitrag garantiert und Freunde des blutigen Filmes sicher nicht enttäuschen wird.
 
 
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Romina kommt an Halloween von ihrer Schicht nach Hause und findet dort einen Verrückten mit seinem Opfer vor. Chris ist sich sicher, dass der ominöse Geschäftsmann Alan seine Tochter vergewaltigt hat und durch ein paar Zufälle, konnte er ihn in Rominas Haus stellen. Zunächst wissen alle drei Parteien nicht so recht, wie sie mit der Situation umgehen sollen, doch als das Haus dann auch noch von Killern gestürmt wird, bahnt sich ein Kampf um Leben und Tod an.
 
 
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Im Grunde genommen, ist diese Handlung sehr simpel, sie wird jedoch verschachtelt genug erzählt, um Interesse zu erzeugen. „For the Sake of Vicious“ macht sich einen Spaß daraus, den Zuschauer lange nicht genau wissen zu lassen, wer hier denn eigentlich im Recht ist und was dort überhaupt vor sich geht. Der Aufbau ist sehr gelungen und erzeugt Spannung. Viel erklärt, wird auch hinterher nicht, aber das sorgt dafür, dass hier nichts zu vorhersehbar ist. Einziger Wermutstropfen am Drehbuch ist, dass es nicht unbedingt logisch zur Sache geht. Die Killer stürmen das Haus nur in Wellen, was zwar für den Blutgehalt zweckdienlich ist, aber nicht glaubwürdig wirkt. Außerdem halten die wichtigsten Charaktere enorm viel aus. Das ist jedoch Meckern auf hohem Niveau und wer beim Realismus ein paar Abstriche machen kann, bekommt eine gelungene Handlung serviert.
 
 
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Mit Gabriel Carrer und Reese Eveneshen besitzt der Film gleich zwei Regisseure, die schon einige Erfahrung sammeln konnten und hier wunderbar zusammenarbeiten. Es gibt ein paar herrlich stylishe Bilder zu sehen, die von dem elektronischen Soundtrack ideal ergänzt werden. Die Lautsprecher sollte man jedenfalls schön aufdrehen, denn der Sound macht echt etwas her. Die handwerkliche Arbeit ist rundum gelungen. Zwar muss man es mögen, wenn es desöfteren Mal hektische Schnitte zu sehen gibt, aber bei „For the Sake of Vicious“ wirkt das gut genug gemacht, um nicht zu unübersichtlich zu werden. Daneben können sich auch die drei Hauptdarsteller sehen lassen. Lora Burke macht ihre Sache glaubwürdig und Nick Smyth mutiert hinterher zu einer Art John Wick, was er ebenfalls ordentlich verkauft. Auch das Spiel von Colin Paradine ist alles andere als schlecht. Dass sich das Treiben an Halloween abspielt, bekommt man zwar selten so richtig mit, aber diese Tatsache stellt das i-Tüpfelchen der Atmosphäre dar. Diese gibt sich völlig humorfrei und ist enorm düster, was dem Spaß allerdings keinen Abbruch tut.
 
 
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Dabei hält sich die erste Hälfte noch ziemlich zurück. Hier kann man schon fast von einer Art Kammerspiel reden. Dass es nicht langweilig wird, liegt daran, dass man die Charaktere noch nicht richtig durchschauen kann und nicht weiß, auf wessen Seite man eigentlich sein soll. Ziemlich genau zur Halbzeit wechselt das Geschehen dann zum blutigen Home-Invasion-Thriller und bietet fast Nonstop-Action, die reichlich brutal ausgefallen ist. Da wird ein Hammer ins Auge gerammt, Messer kommen oft zum Einsatz und Schädel werden regelrecht zertrümmert. Die Gewalt tut manchmal schon richtig weh und dass die Effekte nebenbei von Hand gemacht sind, wird den Gorehound ebenfalls erfreuen. Bei einer Laufzeit von gerade mal 80 Minuten (mit Abspann) kann sich „For the Sake of Vicious“ das hohe Tempo hinterher durchaus leisten und der Film ist wirklich sehr kurzweilig. Da nebenbei genügend Action und Spannung vorhanden sind, verfliegt diese Laufzeit sehr schnell.
 
 
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FOR THE SAKE OF VICIOUS – Fazit

 
 
8 Punkte Final
 
 
„For the Sake of Vicious“ ist ein knüppelharter Home-Invasion-Thriller, der nichts für Zartbesaitete ist. Nach einer etwas ruhigeren, ersten Hälfte geht es reichlich brachial zur Sache. Die Story ist an sich nichts Besonderes, wird aber originell genug erzählt, um nicht zu langweilen und die handwerkliche Arbeit kann sich sehen lassen. Hinzu gesellen sich ordentliche Darstellerleistungen und der tolle Score rundet das Geschehen ideal ab. Lediglich auf Realismus sollte man keinen zu großen Wert legen. Spannend, kurzweilig und temporeich. Für Freunde der härteren Gangart absolut zu empfehlen!
 
 
 


 
 
 

FOR THE SAKE OF VICIOUS – Zensur

 
 
 
„For the Sake of Vicious“ ist brutal! Hier wird ein Hammer ins Auge gestoßen, Schädel werden zertrümmert und das Messer darf sich austoben. Zudem kommt der Film mit sehr ernster Atmosphäre daher. Fraglich, ob es der Home-Invasion-Schocker überhaupt in Deutschland unbeschadet durch die FSK schaffen wird.
 
 
 


 
 
 

FOR THE SAKE OF VICIOUS – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Raven Banner Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Motorrad – The Last Ride (2017)
 
Hate Crime (2013)
 
Kidnapped (2010)
 
Trauma – Das Böse verlangt Loyalität (2017)
 
Deadly Home (2015)
 
The Blood Lands – Grenzenlose Furcht (2014)
 

Filmkritik: „The Demolisher“ (2015)

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THE DEMOLISHER

Story

 
 
 
Für den Technikinstallateur Bruce (Ry Barrett) und seine Frau Samantha (Tianna Nori) ist der Traum geplatzt. Samantha, eine ehemalige Polizistin, wurde bei einem Einsatz schwer verletzt und ist seitdem an den Rollstuhl gefesselt. Bruce kümmert sich um sie und zusammen versuchen die Beiden, die unerwarteten Hürden des Lebens zu meistern. Doch hinter jeder Ecke wartet ein neues Hindernis. Geplagt von irrationalen Schuldgefühlen und zügelloser Wut beginnt Bruce mit nächtlichen Streifzügen durch die Stadt. Dabei klopft er alles kurz und klein, was ihm in den Weg kommt und kriminell aussieht. Eine Krise bahnt sich an, als sein zerstörerischer Pfad den der jungen Marie (Jessica Vano) kreuzt.

 
 
 


 
 
 

THE DEMOLISHER – Kritik

 
 
 
Unter Fans von Actionfilmen, Horror und sonstiger Genrekost ist der Begriff „Arthouse“ nicht unbedingt populär. Verständlich, denn wo Genrefilme oft mit hoher Geschwindigkeit, Brutalität und ausgefallenen Ideen aufwarten, setzen sich Arthousefilme gerne mit anspruchsvollen Themen auseinander und beleuchten verschiedene Aspekte der (Zwischen)Menschlichkeit. Umso verblüffter dürfte der durchschnittliche Genre-Freund sein, wenn er mit den ersten Minuten von „The Demolisher“ konfrontiert wird. Es gibt lange, rätselhafte Einstellungen und Szenen, die zunächst ohne ersichtlichen Grund aneinandergeschnitten sind. Über weite Strecken erzählt der Film episodenhaft, springt zwischen Handlungssträngen und Zeitebenen und verzichtet gerne auf Dialoge. Allem Anschein nach handelt es sich bei „The Demolisher“ also um eine Kombination aus anspruchsvollem Arthouse-Kino und der brutalen Grobheit des Action- und Thrillerkinos. Oder zumindest um einen Versuch, dies zu tun.
 
 
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Sofort fallen zahlreiche Parallelen zu Nicolas Winding Refns „Drive“ auf. Ein Beispiel für eine ähnliche Kombination, die funktioniert hat und dafür mit jeder Menge Lob und Ruhm belohnt wurde. Im Vergleich zum offensichtlichen Vorbild fällt jedoch schnell auf, warum das selbe Rezept bei „The Demolisher“ überhaupt nicht aufgeht. Der namenlose Fahrer in „Drive“ ist ein interessanter und tiefgehender Charakter, der den Zuschauer auf einer feinen Linie zwischen Sympathie und Antipathie spazieren lässt. Hinter Bruces Augen sieht man nichts außer einer gähnenden Leere und dem unterschwelligen Zorn eines dumpfen Grobians. Hinzu kommt die Motivation der verletzten Frau, die schwerlich erklärt, warum der Proleten-Protagonist fast wahllos Leute krankenhausreif schlägt.
 
 
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Trotzdem erkennt man stellenweise, was Regisseur und Autor Gabriel Carrer mit „The Demolisher“ erreichen wollte. Es ist eine Geschichte über blinde Wut, die daraus resultierende Gewalt und die Konsequenzen, wenn diese Gewalt zu weit geht. Umgesetzt wird diese Geschichte allerdings mit einem Stil, der kaum durchdacht ist und seine Vorbilder ausschließlich imitiert. Stilmittel – wie das episodische Erzählen oder eine viel zu oft eingesetzte Zeitlupe – ermüden schnell und behindern den Film eher, als dass sie ihn bereichern. Das hölzerne Schauspiel der Akteure, allen voran Ry Barrett, tut sein Übriges, um „The Demolisher“ zu einem inkompetenten Mix aus Stil und Inhalt werden zu lassen, bei dem nichts wirklich stimmt.
 
 
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THE DEMOLISHER – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
„The Demolisher“ macht das Gleiche wie seinerzeit „Drive“. Allerdings um Einiges schlechter. Flache Charaktere, Schwache Schauspieler und unangebrachte Stilmittel machen den Film zu einer Herausforderung. Immerhin lässt sich sehr viel Gelächter aus der Tatsache ziehen, dass sich „The Demolisher“ aus unerklärlichen Gründen extrem ernst nimmt. Im Gegensatz zum Film kann sich die deutsche Veröffentlichung aus dem Hause Meteor Film sehen lassen. In einem schicken Future-Pack, ausgestattet mit Extras wie Poster und Postkarten sowie lobenswert technischer Präsentation erhält „The Demolisher“ hierzulande eine weitaus bessere Veröffentlichung, als der Film letztendlich verdient hätte.
 
 
 


 
 
 

THE DEMOLISHER – Zensur

 
 
 
Selbst die Gewaltspitzen, die „Drive“ gewürzt haben, kommen sehr kurz. Abgesehen von der umstrittenen Selbstjustiz-Thematik hat der Film nicht viel im Gewalt-Sektor zu bieten. In Deutschland erscheint er ungeschnitten mit einer Freigabe ab 16 Jahren. Wegen „bösem“ Bonusmaterials wurde die Heimkinoveröffentlichung aber erst für Erwachsene freigegeben. Die besitzt den roten KJ-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

THE DEMOLISHER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Meteor Film

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(c) Meteor Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Demolisher; Kanada 2015

Genre: Action, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: Limitiertes 2-Disc Blu-ray FuturePack

Extras: CD mit Original-Score plus Bonus-Tracks (70:36 Min), A3-Retro-Miniposter mit 2 Wendemotiven, 3 Sammelkarten mit, Alternativ-Artworks, Q&A mit Cast + Crew, Behind the Scenes, Musikvideo LA GARCONNE – SUPER HERO, Deutscher Trailer, Originaltrailer

Release-Termin: 26.02.2016

 

The Demolisher (Limited FuturePak Blu-ray-Disc inkl. Soundtrack-CD) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE DEMOLISHER – Trailer

 
 


 
 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

(Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei METEOR FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Drive (2011)

Death Sentence (2007)

Filmreview: „If a Tree falls“ (2010)

 

 

Die Geschwister Brad und Lisa befinden sich auf dem Weg zum jährlichen Familientreffen.

Mit an Bord, zwei langjährige Bekannte der Geschwister, Will und Vanessa. Unterwegs legen die Freunde in den Wäldern Ost-Kanadas eine Rast ein, um sich von der anstrengenden Fahrt zu erholen. Doch der erheiternde Camping-Kurztrip wird jeher gestört, als einige vermumte Gestalten auftauchen und die vier grundlos auf derbster Weise schikanieren, terrorisieren und demütigen.

 

 

Mit dem „Grindhouse„-Spektakel „Planet Terror“ und „Death Proof“ haben es „Robert Rodriguez“ und „Quentin Tarantino“ im Jahre 2007 geschafft das längst vergessenen „Grindhouse-B-Movie-Genre“ der 60er und 70er Jahre zu reanimieren und erneut salonfähig zu machen. Dabei haben sie eindrucksvoll bewiesen, dass auch reißerischer und vorwiegend auf Sex, Horror und Gewalt ausgelegter Billig-Bahnhofskino-Schund, der vor nunmehr bereits 60 Jahren großen Anklang fand, auch heute noch Unmengen Horrorfilm-Liebhaber begeistern und unterhalten kann. Aufgrund des fortschreitenden Kultstatus des Rodriguez/Tarantino- „Grindhouse„-Projektes folgten diverse Nachzügler dieser Werke („Hobo with a Shotgun„, „Fathers Day„, „Machete„), die mal mehr, oder weniger überzeugen konnten.

Einer dieser kleineren, unbekannten Produktionen ist der nun vorliegende „If a Tree Falls„, der der Bezeichnung „billiger Bahnhofs- und Sex-Kinoschund“ , mit seiner kruden und exploitationhaften Inzenierung und der ungeschönten Darstellung genretypischer Zutaten, vollends gerecht wird.

Dabei ist die 10 minütige kontroverse Einleitung nur ein Vorbote dessen, welch haarsträubend kranke Ideen dem jungen Nachwuchs-Drehteams „Gabriel Carrer„(Regie) und „Ryan Barrett“ (Drehbuch) in den Sinn gekommen sind und die nun dem Zuschauer grafisch krude untergejubelt werden. Denn nachdem die vier Charaktere aufs nötigste vorgestellt und skizziert wurden, geht die Post gehörig ab und der Filmfreund erhält die gesamte restliche Filmlaufzeit über Gewalt und Terror satt. Nachdem die Freunde ein kuscheliges Nachtlager im Wald gefunden und es sich gemütlich gemacht haben, beginnen 6 mit Strumpfhosen maskierte Fremde, die wehrlosen Opfer aufs unmenschlichste zu malträtieren. Die Beweggründe ihres Handelns bleiben größtenteils verborgen, und dem Zuschauer drängt sich ein merklich ungemütliches und hilfloses Gefühl auf, dass von Filmminute zu Filmminute, durch die recht unmenschliche Vorgehensweise der anonymen Psychopathen, auf die Spitze getrieben wird.

Verstärkt wird dieser, für den Zuschauer arg anstrengender Psycho-Trip, durch den arg selbstzweckhaften „Grindhouse„-Look, der dem Geschehen eine gewisse Authentizität verleiht.

Das Geschehen wechselt zwischen der Sicht der Täter, die ihre Greueltaten mit einer Digital-Kamera filmen und der der Opfer hin und her.

Das Bild weist stellenweise schlimmste Verschmutzungen auf, das Filmmaterial wirkt verwaschen und überbelichtet und Tonaussetzer sind keine Seltenheit.

Wie zuletzt in „Planet Terror“ und „Death Proof„, sowie den diversen anderen „Grindhouse„-Beiträgen trägt dieser „billig„-Effekt enorm zu Atmosphäre der genannten Filmen bei und wirkt in „If a Tree Falls“ überaus verstörend. Dennoch aufgrund der überaus sadistischen Darstellung und der arg kontroversen Thematik, dürfte „ungeübten“ Filmfreunden der Kloß wahrlich im Halse stecken bleiben. Aufgrund des recht geschickt eingesetzten „Grindhouse„-Filters und der, zugeben erschreckend glaubhaften Interaktionen und schauspielerischen Leistungen der Protagonisten, vertuscht Regisseur Gabriel Carrer die diversen Logiklücken und Filmfehler, die zudem auch einen recht amateurlastigen Eindruck hinterlassen. Das arg oberflächliche Skript, gibt den wenige Protagonisten kaum Entfaltungsmöglichkeiten und bietet im Grunde genommen nur Gewalt und Demütigung des Selbstzwecks wegen.

 

 

If a Tree Falls“ ist ein wahrlich kranker Film, der vermutlich seine Fans finden wird. Die unmenschliche Vorgehensweise bietet hier die Grundlage dieses überaus dilettantisch inszenierten Werkes, welches sich zudem „Grindhouse„-untypisch bierernst nimmt. Filmische Schwächen, das begrenzte Filmbudget und dramaturgische Tiefschläger werden hier unter dem Deckmantel eines „Grindhouse„-Filmes recht gelungen kaschiert. „If a Tree falls“ ist Gewaltpornografie satt, das auf ungeübte Filmzuschauer überaus verstörend wirkt.

Splatter-Effekte oder übertrieben Folterszenen sind hier Mangelware – Die selbstzweckhafte Gewalt spielt sich vorwiegend psychisch ab. Dennoch, aufgrund der geschickt platzierten Schnitte, lassen sich einige „Krösel-Szenen“ in ihrer hektischen Inszenierung, nicht so leicht durchschauen.

Für meinen Geschmack jedoch ist “ If a Tree falls“ etwas zu viel des Guten, denn wer sich daran ergötzen kann, wie vier unschuldige Menschen über eine halbe Stunde am Stück gedemütigt, geschlagen, erniedrigt und letztendlich ermordet werden, der sollte vermutlich schnellst möglich den Psychiater seines Vertrauens aufsuchen.

Aufgrund der schwierigen und fragwürdigen Thematik wird es „If a Tree falls“ vermutlich niemals FSK-tauglich ungeschnitten nach Deutschland schaffen. Eine ungeprüfte Veröffentlichung im deutschsprachigen Ausland dürfte vermutlich nicht allzu lang auf sich warten lassen.

 

 

 

Fazit: 3/10 Punkten

 

Psychische und physische Gewalt des Selbstzwecks wegen und unter dem Deckmantel eines „Grindhouse„-Movies.

Der Hauch einer Story wird mit haarsträubend-unmenschlichen Terrorszenen kaschiert – Wem´s gefällt.

FSK-Prognose: ungeschnitten keine Freigabe! Veröffentlichung über das deutschsprachige Ausland möglich.

 

 

Hellraiser80