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Filmkritik: „Gefesselt – Wake in Fear“ (2016)

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GEFESSELT – WAKE IN FEAR

(ALL I NEED)

Story

 
 
 

Ein solider aber trotzdem spannender Psychothriller mit interessantem Erzählmechanismus: Die attraktive Chloe wacht gefesselt und geknebelt in einem Zimmer voller Frauenleichen auf. Doch die toten Körper sind noch das kleinere Übel. Weitaus rätselhafter ist, wer die Frauen umgebracht hat und was die verängstigte Chloe in dieses Zimmer gekommen ist.

 
 
 


 
 
 

GEFESSELT: WAKE IN FEAR – Kritik

 
 
 
Was tun, wenn man im Bett eines dunklen Zimmers aufwacht neben dem sich ein Berg von Leichen stapelt? Genau diese Frage versucht der folgende Horrorthriller zu beantworten, der mal wieder von einem Regieneuling inszeniert wurde. DYLAN K. NARANG nennt sich der ambitionierte Newcomer, welcher zuvor mit dem Drehen von Kurzfilmen beschäftigt gewesen war und sich im Falle des Kreaturen-Gruslers DARK WAS THE NIGHT sogar auch schon als Produzent ausprobieren konnte. Mit Horror scheint sich der gute Mann demzufolge schon auszukennen, wie der erste Langfilm unter seiner Regie beweist. GEFESSELT – WAKE IN FEAR (Originaltitel: ALL I NEED) nennt sich das Horrorstück, ist im Serienkiller-Genre beheimatet und macht von einem Zutatencocktail Gebrauch, der schon so machen Horrorfilm zum Erfolg verholfen hat. Spannung durch Klaustrophobie, Panik und Ausweglosigkeit lautet die Erfolgsformel, die auch GEFESSELT – WAKE IN FEAR geschickt über Wasser hält. Geboten wird zwar nicht viel. Was aber zu sehen ist reicht trotzdem, um kurzweilig zu unterhalten. Demzufolge darf man an dieser Stelle auch mal applaudieren, denn dieser Film ist für ein Erstlingswerk durchaus brauchbar.
 
 
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Zwei Geschichten in einem Film: Chloe (CAITLIN STASY aus FEAR, INC. und EVIDENCE) erlebt den Albtraum ihres Lebens. Sie wacht ganz unerwartet in einem heruntergekommenen Zimmer auf und sucht nach Antworten. Hatte sie etwa einen Filmriss oder wurde sie vielleicht entführt? Letzter Verdacht verhärtet sich so ziemlich schnell, denn im gesamten Zimmer liegen Frauenkörper verteilt – einigen von ihnen leben, andere wiederum sind tot. Leider scheint eine Flucht unmöglich zu sein, denn vor der Tür dreht das Böse seine Runden. Ein vermummter Killer hat Lust zu töten. Der betritt regelmäßig das Zimmer und sucht sich Opfer aus, die er dann hinterlistig tötet. Währenddessen versucht Andrew (MARKUS TAYLOR) seiner Tochter ein besseres Leben zu bereiten. Er erhält einen mysteriösen Anruf von einem geheimnisvollen Fremden, der einen lukrativen Job anzubieten hat. Andrew soll Lieferungen an ausgewählten Adressen überbringen und nimmt das Angebot an. Eine verhängnisvolle Entscheidung, die das Leben des treu sorgenden Familienvaters verändern wird. Doch wohin führen beiden Geschichten? Die Auflösung folgt erst am Ende dieses Horrorthrillers.
 
 
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Wenn eine Geschichte knappe 80 Minuten füllen muss, die eigentlich auf einen Bierdeckel passt. In der Regel entstehen so cineastische Katastrophen. Überraschenderweise funktioniert genanntes Prinzip in GEFESSELT – WAKE IN FEAR trotzdem ganz gut, weil Regisseur DYLAN K. NARANG das Glanzstück schafft, sein wortkarges Langfilmdebüt irgendwie spannend zu gestalten. Der Grund ist in der Erzählweise zu suchen. In diesem Thriller erhält man nur häppchenweise Informationen. Statt mit der Tür ins Haus zu fallen, wird lieber ein Mysterium um Ereignisse gewebt. Was liegt hier im Argen, warum stapelt ein Killer Frauenleichen und welche Lieferungen muss ein unschuldig dreinblickendes Familienoberhaupt an ominöse Kunden verteilen? Die Zusammenhänge ergeben erst am Ende plausiblen Sinn, denn erst dann münden zwei Parallelhandlungen in den obligatorischen Überraschungstwist, der aber nicht sonderlich schwer zu durchschauen ist. Auch wenn die Handlung von GEFESSELT – WAKE IN FEAR rudimentär gehalten wurde, kann der Film überzeugen. Dafür sorgt die Serienkillerhandlung, die den Hauptteil von GEFESSELT – WAKE IN FEAR einnimmt und eine ahnungslose Frau durch ein schlecht ausgeleuchtetes Szenario jagt, in dem es gilt zu überleben. Ein pumpender Beat sorgt zusätzlich für Adrenalin. Immer dann, wenn der Killer vor der Linse auftaucht und sich die Heldin in unterschiedliche Verstecke verkriecht wird es hektisch und das Nervenkostüm des Zuschauers strapaziert. Doch die Eingesperrte ist zäh und gibt nicht auf. Die zeigt dem Peiniger mit Cleverness die Stirn. Dank guter Ideen wird der Überlebenskampf so fairer. Wer’s aber von beiden lebend bis zum Abspann schafft, sei an dieser Stelle nicht verraten. Nur soviel: Mit makabren Einfällen geizt man keineswegs.
 
 
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GEFESSELT: WAKE IN FEAR – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wortkarger Überlebenskampf auf engstem Raum. GEFESSELT – WAKE IN FEAR (OT: ALL I NEED) ist so simpel gestrickt, dass man hier eigentlich einen Rohrkrepierer erwartet. Viel Handlung oder gar Dialog hat der Film nicht zu bieten. Trotzdem gelingt es Regie-Newcomer DYLAN K. NARANG eine permanente Stimmung des Unbehagens heraufzubeschwören. Wie er das schafft, ist nicht sonderlich clever, aber durchaus effektiv. Er hebt sich Antworten und Erklärungsversuche bis zum Schluss auf. Weil der Zuschauer wissen möchte, warum hier eine ahnungslose Frau von einem Killer terrorisiert wird, verhaart man bis zum Abspann vor der Glotze. Dank klaustrophobischer Stimmung, Dialogarmut und undurchsichtigem Katz- und Mausspiel bleibt Gezeigtes spannend und quält mit kaum Längen. Auch wenn GEFESSELT – WAKE IN FEAR nichts sonderlich Neues zeigt, können Fans gemeiner Serienkiller-Streifen durchaus einen Blick riskieren. Dennoch warnen wir vor: Wer auf ultraharte Schauwerte wartet, ist hier an der falschen Adresse. Was geboten wird, ist eher gemeine Psychoware, statt knüppelharter Horrorstoff.
 
 
 


 
 
 

GEFESSELT: WAKE IN FEAR – Zensur

 
 
 
GEFESSELT – WAKE IN FEAR (im Original aber: ALL I NEED) ist nicht sonderlich blutig. Unschuldige Frauen werden im Off ermordet. Der einzige brutale Moment reduziert sich auf eine Heugabelszene. Mit der sticht der Killer mehrmals in einen Lüftungsschacht, wo sich eine Protagonistin versteckt. Weiterhin wird eine Filmfigur erdrosselt. Hierzulande hat GEFESSELT – WAKE IN FEAR eine FSK16 erhalten. Wegen Bonusmaterial besitzt die veröffentlichung aber einen roten FSK-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

GEFESSELT: WAKE IN FEAR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: All I Need; USA 2016

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Audiokommentar, Trailershow, Trailer Deutsch, Trailer Englisch

Veröffentlichung: 07.09.2016

 
 
 

Gefesselt – Wake in Fear [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

GEFESSELT: WAKE IN FEAR – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei TIBERIUS FILM GMBH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bikini Girls on Ice (2009)
 
Pinup Dolls on Ice (2013)
 
See No Evil (2006)
 
See No Evil 2 (2014)
 

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Filmkritik: „Bleed“ (2016)

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BLEED

Story

 
 
 

Sechs Freunde erleben den Horror ihres Lebens. Während einer kleinen Feier unter Freunden kommt man auf die Idee, unheimlichen Legenden eines verlassenen Gefängnisses genauer unter die Lupe zu nehmen. Wer schon einige Horrorfilme gesehen hat wird wissen, dass das kein gutes Ende nehmen wird.

 
 
 


 
 
 

BLEED – Kritik

 
 
 
Eigentlich hätte für Sarah (CHELSEY CRISP) und Ehemann Matt (MICHAEL STEGER) alles so schön werden können. Die beiden erwarten ein Baby und beziehen ein neues Haus irgendwo fernab der Großstadthektik, wo ein neues Leben für die noch junge Familie beginnen soll. Um den Anlass feiern zu können, werden Freunde und Sarahs Bruder Eric (RILEY SMITH aus GALLOWWALKERS) übers Wochenende ins neue Heim eingeladen. Letzterer ist ein Draufgänger und Frauenheld, der irgendwie nichts auf die Reihe bekommen will und sich bei der großen Schwester erstmal Geld leihen muss, um überhaupt über die Runden zu kommen. Wie es sich für einen Horrorfilm gehört, werden die Geschehnisse bald eine gruselige Wendung nehmen. Einer der Freunde berichtet von schaurigen Geschichten, die sich um die Gegend ranken. So soll sich in einem Gefängnis ganz in der Nähe Unheimliches ereignet haben. Serienkiller und Kannibale Kane (RAJINDER KALA) soll dort inhaftiert und bei einem Feuer ums Leben gekommen sein. Weil Neugierde größer ist als Verstand, macht sich die Gruppe auf, um den leerstehenden Gebäudekomplex genauer zu erforschen. Wie immer in solchen Filmen ein fataler Fehler, den die naiven Freunde mit dem Leben bezahlen müssen.
 
 
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Wenn sich Horrorfilme nicht ins Gedächtnis einbrennen wollen, hat der Regisseur wohl sein Ziel verfehlt. BLEED (Arbeitstitel war THE CIRCLE bzw. THE HARVESTING) ist einer dieser Filme, die krampfhaft darum bemüht sind anders zu sein, aber es letztendlich trotzdem nicht schaffen, das Interesse des Zuschauers für sich zu gewinnen. Regie-Newcomer TRIPP RHAME hat viele Ideen gesammelt. Das ist eigentlich löblich, denn Neuerungen werden gern in einem Genre gesehen, dem offensichtlich nichts Neues mehr einfallen möchte. Leider ist BLEED förmlich zugemüllt mit zahlreiche Nebenhandlungen und Gedankenblitzen, dass schnell der Überblick verloren geht. TRIPP RHAME erzählt im Spielfilmdebüt von unerklärlichen Phänomenen, einem übernatürlichen Mörder und ominösen Hinterwäldlern, die eine Leidenschaft fürs Okkulte besitzen. Das Fatale: BLEED ist für die Fülle an Informationen einfach zu kurz geraten, so dass kaum einer der diversen Handlungsstränge zufriedenstellend und plausibel abgehandelt werden kann. Das hat am Ende der Macher wohl selbst gemerkt und macht von Taschenspielertricks Gebrauch. Fiese Schreckmomenten und nicht immer überzeugende Spezialeffekte sollen von der konfusen Handlung ablenken und dafür sorgen, dass der Zuschauer keine unbequemen Fragen stellt. Das funktioniert anfangs ganz gut. Doch je näher sich BLEED dem Ende nähert, umso gravierender werden Logiklücken, die sich auch nicht mehr mit kostengünstigen CGI-Effekten verschleiern lassen.
 
 
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BLEED ist kein nennenswerter Horror-Indie. Der Streifen lässt mal wieder Figuren seltsame Dinge tun, an die kein normalsterblicher Mensch denken würde. So bleibt unverständlich, warum Erwachsene ausgerechnet in der Nacht ein verlassenes Gefängnis erkunden und darin sogar noch ein Schäferstündchen halten müssen. Außerdem unklar, wieso einer der Protagonisten die Geisterjagd fortsetzen möchte, nachdem er schwer verletzt wurde und dem Sensenmann noch einmal durch die Lappen gehen konnte. Möchte man in derart Situation nicht besser in einem Krankenhaus versorgt werden? In BLEED rauben ausgelutschte Horrorklischees den letzten Nerv. Das frustriert alteingesessene Horrorfans, die eigentlich Neuerungen im Horrorfilm suchen und sich mit dummen Charakteren und hanebüchenen Hokuspokus auseinandersetzen müssen. Doch das ist noch nicht alles, denn ein verworrener Mix der Subgenres vermasselt den Spannungsbogen, den man in BLEED ohnehin mit der Lupe suchen muss. Was bleibt sind eine Handvoll düstere Momente und ein schaurig geschminkter Bösewicht, der rastlos durch Gefängnisgänge spukt und immerhin für etwas Atmosphäre sorgt. Das allein macht aber noch keinen guten Horrorfilm, denn aufgrund billigem Indie-Looks (der Film hat gerade einmal 550.000 Dollar gekostet) verlieren die meisten gut gemeinten Schauer an Intensität. Demzufolge ist BLEED nur für Allesseher zu empfehlen, die auch jeden Horrorfilm schauen müssen, um mitreden zu können.
 
 
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BLEED – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Große Ziele doch viel zu kleines Budget. Regisseur TRIPP RHAME hat sich in BLEED wohl etwas verzettelt. Der wollte Großes erreichen und hat in seiner Euphorie viel vermasselt. Sein erster Spielfilm ist überladen mit Ideen. BLEED ist ein Mix aus diversen Subgenres und kommt aufgrund der vielen Handlungsstränge ins Taumeln, die leider nur angerissen und oberflächlich zu Ende gebracht werden. So lässt sich nicht so recht einordnen, was BLEED denn nun eigentlich für ein Film ist. Der Streifen streift Spuk, Okkult- und Serienkiller-Genre, macht von minderwertigen Spezialeffekten Gebrauch, verwirrt unnötig und hält den Zuschauer mit unglaubwürdig handelnden Protagonisten für dumm. Leider hat Macher TRIPP RHAM nicht mit der List des Publikums gerechnet. Das hat die Macht über die Fernbedienung und schaltet einfach ab, wenn es zu dämlich wird. Im Falle von BLEED wäre das wohl angebracht, denn der Film ist weder spannend, klug noch sonderlich gruselig. Keine guten Voraussetzungen für einen Horrorfilm.
 
 
 


 
 
 

BLEED – Zensur

 
 
 
Am Ende erwacht der Film aus seiner Lethargie und es gibt Mord und Totschlag zu sehen. Neben aufgehängten Körperteilen wird in Köpfe geschossen und Hälse mit spitzem Gegenstand aufgeschlitzt. Klingt brutal, ist es aber nicht sonderlich. Eine FSK16 dürfte ausreichen.
 
 
 


 
 
 

BLEED – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
666 – Paranormal Prison (2013)

Zellblock 11 (2014)

House of Dust (2013)

Driftwood (2006)


Filmkritik: „Deadly Home“ (2015)

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DEADLY HOME

(INTRUDERS)

Story

 
 
 
Eine von Angstzuständen geplagte Frau, muss sich nach dem Tod des Bruders vor drei Einbrechern (darunter JOSHUA MIKEL aus LAST SHIFT) in Sicherheit bringen. Leider haben die nicht mit der Schlagfertigkeit ihres Opfers gerechnet, das den Fieslingen zeigt, was eine Harke ist.

 
 
 


 
 
 

DEADLY HOME – Kritik

 
 
 
Ein weiteres Machwerk in dem sich ein Haus als Vorort zur Hölle entpuppt. Diesmal sind es jedoch nicht rastlose Seelen, garstige Poltergeister oder gemeingefährliche Dämonen, die für furchtbares Gepoltere und makabren Schrecken sorgen. Stattdessen spielt sich der Horror hinter verschlossenen Türen ab und wird von Menschenhand bewirkt. DEADLY HOME (im Original: INTRUDERS bzw. anfänglich zuviel verratend: SHUT IN) nennt sich teuflisch spannendes Grauen, das den Zuschauer mit auf eine erschreckende Reise in menschliche Abgründe nimmt, während der sich scheinbar friedliebende Menschen in fehlgeleitete Killermaschinen verwandeln. Regisseur ADAM SCHINDLER ist noch recht unerfahren im Horrorbereich, aber macht gleich mit dem ersten Spielfilm alles richtig. Das ist mittlerweile bei unabhängig produzierten Horrorfilmen nichts Ungewöhnliches mehr, denn die Kreativität junger, ambitionierter Horrorfilmmacher scheint keine Grenzen zu kennen. Viele meist selbst horrorbegeisterte Newcomer erkennen die Zeichen der Zeit und drehen Horrorfilme, die Genrefans eben sehen wollen. So entstehen fernab großer Filmstudios erfrischend andere Horrorstreifen, die mit der Angst des Zuschauers experimentieren, schockieren und damit unterhalten – DEADLY HOME ist einer derer.
 
 
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DEADLY HOME ist ein Film voller Überraschungen, denn die Spannung wird stetig gesteigert, weil nicht gleich verraten wird, welch Geheimnis sich um jenes Gebäude rankt, in das sich drei Männer Zutritt verschaffen. Darin lebt die fragile Anna (BETH RIESGRAF), die erst kürzlich Bruder Conrad (TIMOTHY T. MCKINNEY) an den Krebs verloren hat und nun viel Geld erben soll. Der großzügige Nachlass ruft das Interesse von Einbrechern auf den Plan, die die Gunst der Stunde nutzen und während der Beerdigung das Haus erkunden. Leider haben sie nicht mit der Anwesenheit der zermürbten Besitzerin gerechnet, die nicht zur Trauerfeier gehen kann, weil sie unter Agoraphobie leidet. Die bemerkt die unwillkommenen Gäste und beginnt ein makabres Spiel zu spielen, das nur einen Sieger kennt.
 
 
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Home-Invasion-Horror etwas anders, denn Macher ADAM SCHINDLER kopiert nicht lustlos und blutig, um Interesse zu wecken. Statt konventionellen Zu-Hause-Terror zu drehen, in dem sich Einbrecher über ahnungslose Hauseigentümer hermachen und sie brutal quälen, versucht der Regisseur durch einen Richtungswechsel frischen Wind in das mittlerweile nicht mehr ganz so neue Home-Invasion-Genre zu bringen. So vertauscht er im Film die Rollen von Gut und Böse und liefert geldgierige Schurken aus, die von vermeintlich hilflosen Opfern für gesetzloses Handeln bestraft werden. In DEADLY HOME ist mehr Schein als Sein, denn abermals wird ein Blick hinter die Fassade guter Familien gewährt, die eigentlich Furchtbares zu verbergen haben. Damit schwimmt der Beitrag auf gleicher Welle, wie Cravens HAUS DER VERGESSENEN, MUM & DAD oder dem kürzlich besprochenen THE HARVEST – Filme, die zeigen, dass anständige Bürger nicht immer anständig sein müssen.
 
 
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DEADLY HOME besitzt das, was vielen Horrorfilmen neueren Datums fehlt. So liegt der Fokus nicht ausschließlich auf das Kopieren der immer wieder gleichen Horrorgeschichten oder der Zurschaustellung möglichst zeigefreudiger Unmenschlichkeiten. Stattdessen spielt DEADLY HOME mit den Erwartungen des Zuschauers und erfreut durch fesselnde Spannung, welche durch überraschende Wendungen entsteht, die man so nicht kommen gesehen hat. Was wie bekannter Zu-Hause-Horror in der Machart von FUNNY GAMES beginnt, wird bald zum bitterbösen Vergeltungsakt, der eine fehlgeleitete Protagonistin über sich hinauswachsen lässt. Die mutiert zum unaufhaltsamen Racheengel und versteht es, böse Jungs zu bestrafen. Leider gipfelt das kurzweilige Katz-und-Maus-Spiel in einer genretypischen Auflösung, schließlich muss die Skrupellosigkeit von Filmheldin Anna und ihr abgebrühtes Ausradieren von Schurken irgendwie gerechtfertigt werden. Regisseur ADAM SCHINDLER gräbt tief in der Vergangenheit und lüftet Geheimnisse, die bisher nie die Türen des Hauses verlassen haben. Klickt man den Verstand aus, geht das in Ordnung. Rationalisten werden aber wohl eher mit dem Kopf schütteln.
 
 
 


 
 
 

DEADLY HOME – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Bitterböses Katz- und Mausspiel hinter Wohnungstüren vermeintlich friedliebender Hauseigentümer. DEADLY HOME (Originaltitel: INTRUDERS) ist ein weiterer Film vom Produzenten von PARANORMAL ACTIVITY und INSIDIOUS, was wohl alteingesessene Filmliebhaber eher abschrecken dürfte, statt zum Kauf zu animieren. Aber halt, die Werbung im Trailer ist etwas unglimpflich gewählt, denn DEADLY HOME hat soviel mit genannten Filmen gemein, wie Abfallpresse THE ASYLUM mit guten Horrorfilmen. Hinter dem fiesen Indie-Schocker verbirgt sich ein Home-Invasion-Streifen, der gängige Regeln jenes Subgenres bricht und dafür eigene aufstellt. Nach erstem Schnupperkurs als Produzent und Drehbuchautor scheint ADAM SCHINDLER nach DELIVERY: THE BEAST WITHIN Gefallen am Horrorfilm gefunden zu haben und nimmt zum ersten Mal auf dem Regiestuhl Platz. Entstanden ist teuflisch spannender Zu-Hause-Terror par excellence, der die Spannung durch unerwartetem Richtungswechsel und überraschenden Wendungen konsequent vorantreibt. Laut einem Interview mit der Fachpresse mag es Regisseur ADAM SCHINDLER, wenn er das Publikum mit Filmen herausfordern kann, die sich in keine Schublade stecken lassen. Mit DEADLY HOME konnte er seine Vorstellungen von Filmen, die er selbst gern sehen würde in die Tat umsetzen. Dafür lies er sich nach eigener Aussage von Home-Invasion-Klassikern, wie STRAW DOGS, WAIT UNTIL DARK, DESPERATE HOURS, PANIC ROOM und das SCHWEIGEND DER LÄMMER inspirieren. Letztgenannter beeindruckte, weil das Gefühl der Angst faszinierte, das sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film zog. Zwar ist DEADLY HOME von jenen Meisterwerken weit entfernt; für den ersten Ausflug ins Regiefach ist fabriziertes Grauen ganz ordentlich. Man darf gespannt sein, was Schindler demnächst aus dem Ärmel schütteln wird.
 
 
 


 
 
 

DEADLY HOME – Zensur

 
 
 
Rache zum Schutze der Allgemeinheit durch Selbstjustiz – ein heikles Thema mit dem die FSK auch Jahre nach der Video-Nasty-Ära keinen Spaß versteht. Erstaunlicherweise hat DEADLY HOME von der Prüfbehörde nicht die höchste Altersfreigabe erhalten und dass, obwohl Lynchjustiz rigoros im Film zelebriert wird. Dennoch: Wer hier glaubt, dass Menschen brutal vor der Linse abgeschlachtet werden, wird enttäuscht werden. Die auf dem Filmplakat abgebildeten Mordwerkzeuge kommen nur bedingt zum Einsatz. Zudem deutet Macher ADAM SCHINDLER meist nur an und blendet immer dann weg, wenn es für Gewaltfans interessant wird. Dennoch darf man Rechteinhaber EUROVIDEO MEDIEN für die überraschend niedrige Altersfreigabe beglückwünschen. DEADLY HOME wurde ungeschnitten frei ab 16 Jahren in Deutschland veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

DEADLY HOME – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Eurovideo Medien

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Shut In; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1920 x 1080p) | @50 Hz

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes, Interviews

Release-Termin: 17.03.2016

 

Deadly Home [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DEADLY HOME – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei EUROVIDEO MEDIEN)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Tiger House (2015)
 
The Aggression Scale (2012)
 


Kritik: „Absoluter Gehorsam – Silent Retreat“ (2013)

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ABSOLUTER GEHORSAM

SILENT RETREAT

Story

 
 
 
Die weiblichen Insassen eines Erziehungslagers werden vom Camp-Aufseher mittels Gehirnwäsche gefügig gemacht, damit sie als gut erzogene Hausfrauen zurück in die Gesellschaft eingegliedert werden können. Leider lebt im angrenzenden Wald auch etwas Böses, was die Jugendlichen davon abhalten soll davon zu laufen …
 
 
 


 
 
 

ABSOLUTER GEHORSAM – Kritik

 
 
 
Um Hilfe winselnde Frauen in Eröffnungssequenzen von Horrorfilmen verheißen nichts Gutes, denn meist führt ein blutiges Opening dem Zuschauer vor Augen, welch ungemütlicher Ton im späteren Verlauf angeschlagen wird. ABSOLUTER GEHORSAM (im Original: SILENT RETREAT) macht da keine Ausnahme, denn hier ist es eine nichtsahnende Schönheit, die sich zu Beginn panisch durch dichtes Geäst kämpft und wenig später von einer bis dato noch unbekannten Kreatur in Stücke gerissen wird. Kein gutes Omen für all jene, die im weiteren Verlauf des Streifens ebenfalls um ihr Leben bangen müssen. ABSOLUTER GEHORSAM ist inmitten der Flut günstiger Low-Budget-Indies aus letzter Zeit eine regelrechte Wohltat, denn trotz eigentlich bekannter Erzählverläufe gelingt es Regisseurin TRICIA LEE (ja, eine Frau hat den Streifen gemacht!) eine nicht mehr ganz so frische Geschichte trotzdem spannend zu verpacken. Dies meistert sie ohne Probleme, denn LEE vermischt in ABSOLUTER GEHORSAM quasi zwei Sub-Genres miteinander und führt diese am Ende zu einem zusammen. Etwas Gewalt gibt es auch zu sehen, so dass dem Zuschauer hier ein Rundum-sorglos-Paket geschnürt wird, das triste Herbsttag unterhaltsam versüßen soll.
 
ABSOLUTER GEHORSAM erzählt von den tragischen Erlebnissen des Teenagers Janey (Chelsea Jenish), der in eine Art Erziehungslager gebracht wird, wo straffällige Mädchen eine letzte Chance bekommen, um einer möglichen Haftstrafe entgehen zu können. In diesem abgelegenen Camp herrscht ein hartes Regime, denn ein strenge Aufseher (furchterregend: ROBERT NOLAN) sorgt für Zucht und Ordnung. Den Mädchen wird striktes Sprechverbot erteilt und ihnen werden jegliche Kommunikationsmöglichkeiten genommen. So verstreichen die Tage ins Land, ohne dass eine der Jugendlichen die zweifelhaften Regeln hinterfragt – auch dann nicht, als Inhaftierte aus unerklärlichen Gründen verschwinden. Doch ABSOLUTER GEHORSAM wäre wohl kein Horrorfilm, wenn nicht doch noch etwas Grauenvolles geschehen würde. Neuankömmling Janey wird zur Heldin deklariert und freundet sich mit der rebellischen Alexis (SOFIA BANZHAF) an. Zusammen kommen sie einem düsteren Geheimnis auf die Schliche, das der diabolische Lageraufseher sorgsam zu vertuschen versucht. In den Wäldern vor dem Camp geht die Angst um, denn hier lauert etwas Böses, das so seine Probleme mit vorlaut quasselnden Teenagern besitzt. Den neunmalklugen Mädchen Janey und Alexis ist das egal. Die wollen nur eins: weg aus diesem Umerziehungslager.
 
THE DESCENT nur ohne Höhle, dafür mit Holzbaracken. Regisseurin LEE hat sich reichlich Input beim britischen Überlebens-Horror aus dem Jahre 2005 geholt, wo sich eine Höhlenkraxelei für sechs Hobby-Bergsteigerinnen zum Albtraum entwickelt. Die werden im Inneren der Höhle mit blinden Kreaturen konfrontiert, die sich wie Fledermäuse mittels Schall orientieren und eine unerbittliche Jagd auf die ahnungslosen Frauen veranstalten. So ähnlich läuft das auch in ABSOLUTER GEHORSAM ab, denn wie der derbe Auftakt zu Beginn des Streifens vermuten lässt, wird auch in diesem Grusler ein missgebildetes Wesen auf das bevorzugt weibliche Kanonenfutter losgelassen. Die Mädchen bekommen das hungrige Filmmonster jedoch erst ab Filmmitte in seiner vollen Pracht zu Gesicht damit die Spannung bis zum Ende gehalten werden kann. Hierbei kommt das Konzept des Schweigens dem Streifen zugute, denn die quälende Stille macht ABSOLUTER GEHORSAM interessant, ist es den Mädchen untersagt sich miteinander zu unterhalten. Demzufolge verläuft auch die erste Hälfte des Films eher wortlos, was dem Grusler eine durchaus bedrückende, fast schon befremdlich wirkende Atmosphäre einräumt. Die Zwangseingewiesenen haben unter den fragwürdigen Erziehungsmethoden des Lagerbetreuers zu leiden, der ungehorsamen Häftlingen eine Gehirnwäsche unterzieht. Führt der Rehabilitationsversuch zu keinem Erfolg, bleibt nur die letzte Instanz: Monsterfutter. Dass sich der Aufenthalt im Eingliederungscamp für die inhaftierten Mädchen demzufolge zum Martyrium entwickelt dürfte verständlich sein, schließlich sehen die sich hier nicht nur mit einem menschlichen Monster konfrontiert, sondern müssen sich am Ende auch noch vor einer gefräßigen Bedrohung in Sicherheit bringen.
 
ABSOLUTER GEHORSAM ist packendes Horror-Kino, das aufgrund des ordentlichen Blutzolls für Vegetarier ungeeignet ist. Denn anderes als es der eher gemächlich erzählte Einstieg verspricht, geht es im erstaunlich umfangreichen Finale ordentlich zur Sache. Es werden Körper aufgeschlitzt, Kehlen durchgeschnitten und mit eher unkonventionellen Methoden Monster in die Flucht geschlagen. Die wenigen Schauspieler machen ihre Arbeit gut, wobei man für die Rolle der Helden zwei durchaus sympathische Frauen gewinnen konnte, die schnell ans Herz wachsen. Regisseurin TRICIA LEE hat in ihrem eigenen Produktionsstudio einen kleinen aber feinen Horrorfilm inszeniert, der Potenzial hat in Serie zu gehen. Da kann man nur hoffen, dass sich viele Horrorfans für ABSOLUTER GEHORSAM begeistern können, damit eine Fortsetzung zügig folgen kann.
 
 
 


 
 
 

ABSOLUTER GEHORSAM – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Pssst … Wir bitten um Ruhe. Denn wir wollen, dass da draußen auch ja jeder Horrorfilmfan mitbekommt, dass ABSOLUTER GEHORSAM – SILENT RETREAT lohnt gesehen zu werden. Der kanadische Horror-Beitrag ist ein kleines Biest von Film und packendes Kreaturen-Kino, das garantiert nix für Weicheier ist. Zwar erinnert der Grundplot an den britischen THE DESCENT aus dem Jahre 2005; wie die eigentlich simple Geschichte von Regisseurin TRICIA LEE letztendlich umgesetzt wurde, gefällt gerade wegen ihrer schnörkellosen Schlichtheit. Aus einem minimalistischen und deprimierenden Jugenddrama entwickelt sich recht zügig ein atmosphärischer Horror-Trip, der seine Helden rastlos durch düstere Kulisse hetzen lässt. Indie-Horror, so wie er sein sollte: Klein, aber oho – Vielen Dank für 90 schaurig-schöne Minuten ohne Hänger.
 
 
 


 
 
 

ABSOLUTER GEHORSAM – Zensur

 
 
 
Nach eher subtilem Einstieg geht ab Mitte die Post ab. Zwar keine Schlachtorgie, aber durchaus zeigefreudig. Demnach wurde ABSOLUTER GEHORSAM (Originaltitel: SILENT RETREAT) von der FSK ab 16 Jahren freigegeben. Trotzdem wurde die erhältliche Blu-ray erst für volljährige Filmfans in den Handel gebacht. Das Bonusmaterial dürfte der Grund für die höhere Freigabe sein.
 
 
 


 
 
 

ABSOLUTER GEHORSAM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Silent Retreat; Kanada 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: Film: FSK 16 / Blu-ray wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Behind the Scenes, Trailershow

Release-Termin: 27.02.2015

 

Absoluter Gehorsam – Silent Retreat (Blu-ray) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ABSOLUTER GEHORSAM – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Beneath (2013)

The Underneath (2013)

Underground – Tödliche Bestien (2011)

In Darkness We Fall (2014)

The Cavern – Abstieg ins Grauen (2005)

The Cave (2005)

The Descent – Abgrund des Grauens (2005)

The Descent 2 – Die Jagd geht weiter (2009)


Filmreview: „Raze – Fight or Die!“ (2013)

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RAZE – FIGHT OR DIE!

Story

 
 
 
Sabrina (Zoë Bell) und viele andere Frauen müssen sich in Zweikämpfen gegenseitig umbringen, um das Leben der ihnen Nahestehenden zu retten. Hinter dem fiesen Treiben steckt eine geheime Organisation, die Spaß daran hat den Kämpfen mittels Kamera zu folgen …
 
 
 


 
 
 

RAZE – Kritik

 
 
 
Es ist bedauerlich wohin sich das Genre im 21. Jahrhundert entwickelt hat. Extremgewalt heißt die neue Geheimrezeptur, die sich mittlerweile wie ein Parasit von Film zu Film frisst, damit der Zuschauer stets die eigenen Grenzen des Ertragbaren austesten kann. Ein Horrorfilm scheint sich in der heutigen Zeit nur dann gut zu verkaufen, wenn darin ausgiebig zerstückelt, gehäutet, vergewaltigt und gefoltert wird. Doch das Vorhandensein purer Gewalt allein reicht Jahre nach Tortur-Wegweisern wie HOSTEL, SAW und MARTYRS schon lange nicht mehr aus. Wer heute mit seinen Filmen schockieren und unterhalten möchte, muss möglichst sadistisch und menschenverachtend vorgehen, schließlich muss so einem wehrlosen Opfer eingebläut werden, das es eigentlich einen Dreck wert ist, bevor es dann nach unendlich vielen Qualen den erlösenden Tod finden darf. Wo sind die guten Gruselgeschichten von einst, die vor Jahrzehnten das Horror-Genre begründet haben? Die sind mittlerweile Mangelware geworden, denn nicht selten genügen allein Visionen vom groben Morden, um darum einen dünnen Plot zu weben und Filme draus zu machen. Ganz finsterer Nonsens und fragwürdiger Vertreter jener zweifelhaften Filmchen ist RAZE, der mit Sicherheit von der hiesigen FSK in der Luft zerrissen werden dürfte. Nicht ohne Grund, befriedigt das triviale Machwerk einzig die niederen Instinkte gelangweilter Gorehounds, die immer nur dann hellhörig werden, wenn sinnlose Brutalitäten das Schauen von eigentlich überflüssigen Horrorfilmen rechtfertigen. RAZE dürfte harsche Kritik von empörten Feministinnen auf den Plan rufen, schließlich sind es hier wieder einmal ausschließlich Frauen, die möglichst menschenunwürdig vor der Kamera ermordet werden. Keine Ahnung welche kranken Phantasien in Drehbuchautor und Regisseur JOSH C. WALLER schlummern, damit man so einen frauenverachtenden Streifen drehen und auf die Menschheit loslassen musste. Hinzukommt Unverständnis, warum sich ausgerechnet drei (!) Drehbuchautoren an der dünnen Geschichte ausprobieren mussten, ist doch die Idee hinter RAZE in nur wenigen Sätzen erklärt.
 
HOSTEL und HUNGER GAMES lassen grüßen, denn in RAZE sind es mal wieder Spiele, die es zu überleben gilt. Die werden von einer geheimen Organisation durchgeführt, die 50 nichts ahnende Frauen von der Straße fängt (merkt ja auch keiner) und in eine Art Arena sperrt, wo sie sich dann nacheinander selbst umbringen sollen. Leider bleibt den unfreiwilligen Gladiatorinnen keine andere Wahl, denn wer sich nicht seinem Schicksal fügen will oder sich gar den Anweisungen widersetzt, verliert einen geliebten Menschen. Damit die reichen Initiatoren beim Beiwohnen per Videoübertragung in Stimmung kommen, müssen sich die Teilnehmerinnen eigenhändig und ohne Hilfsmittel in die ewigen Jagdgründe befördern, was einigen leichter und anderen schwerer fällt. Dennoch sind bald die ersten Sieger auserkoren, doch unter den Frauen brodelt es verständlicherweise. Vor allem Kampfamazone Sabrina (ZOË BELL) will nicht so einfach beugen. Sie schmiedet einen Plan, um den perversen Spielorganisatoren das Handwerk zu legen.
 
Let’s get ready to rumble: Wenn zwei Frauen die Fäuste sprechen lassen, freut sich vor allem der männliche Zuschauer, dem bei soviel selbstbewusster Frauen-Power ganz rasch der Schlüpfer feucht werden dürfte. In RAZE werden den Mitstreiterinnen Köpfe eingeschlagen, Arme gebrochen, Augen eingedrückt und Nasen gebrochen – ganz so, wie es VAN DAMME und DUDIKOFF mit vehementer Leidenschaft in den trashigen Actionern der 80er Jahre getan haben. Leider gab’s in den meisten dieser eher dummen Prügelorgien immerhin so etwas wie eine Story, die man in RAZE leider vergebens sucht. Der Sinn des Ganzen bleibt weitestgehend unbeleuchtet, was dem Streifen gut und gerne das Prädikat „Gewaltpornographie“ einbringen dürfte. Hier bekommt der Zuschauer die immer wieder gleichen Szenenabläufe geboten, die sich nur durch deren Teilnehmer voneinander unterscheiden. In bester MORTAL KOMBAT-Tradition treten die Opfer zum Kampf an. Zuvor werden die Namen der austauschbaren Amazonen eingeblendet, was angesichts der kaum vorhandenen Charakterisierung vollkommen überflüssig scheint, dürfte dem Zuschauer spätestens nach dem dritten Fight deren Namen egal sein. Einfach zu verdauen ist das Dargestellte mit Sicherheit nicht gerade. Das Treiben orientiert sich an den ruppigen Frauenknastfilmen der 70/80er (freilich ohne schmuddligen Sex), das jedoch im Vergleich zu Exploitation-Klassikern wie der legendären ILSA-Reihe ganz andere Dimensionen erreicht. RAZE ist roh, hart und wird mit allerhand kruder und selbstzweckhafter Gewalt serviert, die dann in den letzten Minuten ihren kläglichen Höhepunkt erreicht. Denn wie es in aktuellen Gewaltbrüllern üblich ist, darf ein blutiger Racheakt der Heldin nicht fehlen, schließlich muss ein so unmenschliches Handwerk ebenfalls mit Mord und Totschlag vergolten werden. Die Mattscheibe färbt sich rot, der Horrorfan jauchzt vor Freunde und Händler im deutschsprachigen Ausland verdienen sich ein goldenes Näschen.
 
 
 


 
 
 

RAZE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Wenn sich Frauen sinnlos und blutig die Köpfe einschlagen, freut sich das leicht zu erheiternde (männliche) Horrorherz. RAZE ist mal wieder ein überflüssiger Beitrag mit dürftigem Kontext und viel dummer Gewalt, die selbstverständlich im Nichts endet. Da schwebt mal soeben eine Idee durch die Köpfen der Drehbuchschreiberlinge und schon wird darum eine rudimentäre Handlung gewoben, die natürlich im Blut ertränkt werden muss. Leider werden todbringende Spiele in Zukunft öfters über den TV-Apparat flimmern, als einem lieb sein dürfte. Denn seit DIE TRIBUTE VON PANEM-Filme Rekordumsätze erzielen, wollen natürlich auch andere Filmschaffende mit ähnlicher Thematik etwas Kohle verdienen. RAZE soll vermutlich eine Hommage an die berüchtigten Frauenknastfilme sein; jene Machwerke, die sich vor über 30 Jahren großer Beliebtheit erfreut haben. Leider ist die vorliegende Verbeugung mehr gewaltgeiles HOSTEL meets HUNGER GAMES, als exploitationhaftes ILSA. Wer sich am Leid hilfloser Frauen ergötzen kann, bekommt hier die volle Dröhnung. Empfindsame Gemüter werden vermutlich schon nach zehn Minuten das Weite suchen.
 
 
 


 
 
 

RAZE – Zensur

 
 
 
RAZE hatte keine Chance bei der FSK. Rechteinhaber PIERROT LE FOU hat den Streifen mehrfach zur Prüfung vorgelegt, aber keine Freigabe von der FSK erhalten. Die Gewaltdarstellungen sind derart menschenverachtend, dass das Label Schnitte ansetzen musste. Diese haben das Prüfungsgremium nicht milde stimmen können. Demnach hat sich PIERROT LE FOU für eine ungeschnittene Veröffentlichung mit dem SPIO/JK-Kennzeichen „strafrechtlich unbedenklich“ entschieden. Die Scheibe kann daher nicht im stationären Handel erworben werden, sondern ausschließlich in einschlägigen Online-Shops, in Videotheken und auf Filmbörsen. Nur Drogeriemarkt MÜLLER verkauft die ungeschnittene Scheibe auf Anfrage unter der Ladentheke; die Volljährigkeit wird vorausgesetzt. Ein Mediabook (auf 3000 Stück limitiert) mit der kompletten Fassung des Films wird zudem über Österreich vertrieben.
 
 
 


 
 
 

RAZE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
raze-bluray-uncut

(c) Pierrot Le Fou (Abbildung der ungeschnittenen Fassung im herkömmlichen Keep Case)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Raze, USA 2013

Genre: Action, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 92 Min. (uncut)

FSK: SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover, ein Mediabook ist ebenfall bereits erschienen

Extras: Interviews, Behind the Scenes, Trailer

Release-Termin: Amaray: 30.05.2014 (Uncut-Fassung) – Mediabook: 10.07.2014 (Uncut-Fassung)

 
 
 

BR+DVD – RAZE – limitierte Mediabook Uncut Edition (Deutsche Uncut Auflage) bei AMAZON kaufen

 

Ungeschnitten in der Amaray-Version bei Cyper-Pirates bestellen

 
 
 


 
 
 

RAZE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Human Race (2013)
 
Die Tribute von Panem – The Hunger Games (2012)
 
Battle Royale (2000)
 
Die Insel der Verdammten (1982)
 
Ilsa, She Wolf of the SS (1974)


Filmreview: „666 – Paranormal Prison“ (2013)

666 - PARANORMAL PRISON
 
 
 

666 – PARANORMAL PRISON

Story

 
 
 
Ein weiterer Wackelcam-Film: Ein Team des FBI soll den mysteriösen Vorkommnissen in einem verlassenen Gefängnis auf den Grund gehen und stößt bei den Ermittlungen auf das abgrundtief Böse …
 
 
 


 
 
 

666 – PARANORMAL PRISON – Kritik

 
 
 
Manch deutsches Filmlabel weiß, wie man aus bierernsten Horrorfilmen wahrlich köstliche Komödien zaubert. Man nehme einfach hundsmiserabel zusammengeschusterten Found-Footage-Trash und spendiere ihm eine grottenschlechte Synchronisation mit Sprechern, die offenbar weder ihr Handwerk, noch die deutsche Sprache verstehen. Fertig ist der schnelle Spaß für Zwischendurch, der mit genügend Bier zum Hit auf jeder Filmglotzerfete wird. Die Pornoübersetzung hat 666 – PARANORMAL PRISON auch bitter nötig, denn im Originalton ist der Streifen das wohl Übelste, was das Filmjahr 2013 hervorgebracht hat. Es mag ja immer wieder Horrorfilme geben, die ihr eigentliches Ziel verfehlen und den Zuschauer ins Koma flimmern, statt ihn zu Tode zu ängstigen. In 666 – PARANORMAL PRISON erlebt der Zuschauer eine neue Dimension filmischen Grauens, denn hier steckt zwar der Geist im Film, fehlt dafür aber im Drehbuch. Das macht sich vor allem bei den trivial zusammengesponnenen Dialogen bemerkbar, die sich vornehmlich tief unter der Gürtellinie befinden und sich konstant auf dem Niveau pubertärer Halbwüchsiger bewegen.
 
 
“ Wie hast du es nur durch die Aufnahmeprüfung geschafft?“ – „Na mit Schwanz und Charisma“ – „Oh Mann, weißt du was du brauchst? – Du brauchst Jesus“
 
 
Eigentlich heißt 666 – PARANORMAL PRISON im Original 616 – PARANORMAL INCIDENT und ist die Quasi-Fortsetzung des bereits 2011 erschienenen PARANORMAL INCIDENT. In Sachen Dilettantismus ist der nachfolgende Teil dem Erstling ebenbürtig und darf als wohl ultimatives Schlaferlebnis im aktuellen Filmjahr gewertet werden. Umso dreister, dass man dem ohnehin schon desaströsen Vorgänger eine Fortsetzung folgen ließ, die für den internationalen Filmmarkt sogar noch unter anderem Namen vermarktet wurde. Ein Schelm, wer da Böses vermutet, schließlich hätte bei so einem katastrophal zusammengeklautem Vorgänger kein Horrorfan zum Sequel gegriffen. Weil in „Geist“-reichen Zeiten „verwackelte“ Kinoerfolge wie PARANORMAL ACTIVITY (2007) genug Zaster in die Kinokassen schwemmen, sind es vor allem die kleinen Indieproduktionen, die mit unzureichendem Know-How die Erfolgsrezeptur der Großen zu kopieren versuchen. Und gerade weil man für Found-Footage-Filme kein teures Equipment oder viel Budget benötigt, sprießen solche Werke wie die Pilze aus dem Boden. 666 – PARANORMAL PRISON ist auch so eine dieser Produktionen, die mit möglichst wenig Aufwand ganz viel Umsatz generieren möchten. Ganz zum Leidwesen des Filmfans, der sich aufgrund des reißerisch gestalteten Covers zum Kauf verleiten lässt und sich nach Sichtung schwarz ärgert, weil er für so einen Schwachsinn viel Geld ausgegeben hat. 666 – PARANORMAL PRISON wurde von DAVID CHIRCHIRILLO inszeniert, der bisher nicht weiter aufgefallen ist und auch noch nichts Nennenswertes geleistet hat. Weil man vermutlich in 666 – PARANORMAL PRISON kein großartiges Erfolgspotenzial gesehen hat, durfte der bisher unbekannte CHIRCHIRILLO gleich mal sein nichtvorhandenes Regiekönnen unter Beweis stellen und an seinem Spielfilmdebüt tüfteln. Wo hier der dreiste Ideenraub stattgefunden hat, ist schnell ergründet, denn 666 – PARANORMAL PRISON entpuppt sich als lächerliches Light-Duplikat des bereits 2011 entstandenen GRAVE ENCOUNTERS, der in Genrekreisen durchaus positiv aufgenommen wurde.
 
Während sich im besagten GRAVE ENCOUNTERS ein Filmteam durch eine spukende Psychiatrie kämpft, ist es in 666 – PARANORMAL PRISON eine Spezialeinheit des FBIs, die in ein leerstehendes Gefängnis gerufen wird, weil es dort nicht mit rechten Dingen zugehen soll. Man stößt auf eine seltsame Frau, die wenig später von einer (Para)Psychologin aus anfänglich unerklärlichen Gründen in einen Zelltrakt gesperrt wird. Eine gute Entscheidung, denn schnell stellt sich heraus, dass die ominöse Fremde gar nicht so hilflos ist, wie sie es anfänglich vortäuscht. In ihr steckt das Böse, das sich durch die Wände des Gebäudes frisst und bald für das Verschwinden und den Tod des gesamten Einsatzteams verantwortlich gemacht wird. Das abgedroschene Filmthema über Geister in verwaisten Gebäuden durchläuft dabei die gängigen Regeln üblicher Found-Footage-Ware. Das Geschehen wird wie gewohnt mit Hilfe verschiedener Kameratechniken protokolliert, die oftmals kaum erkennen lassen, was da im Film gerade passiert. Hierbei kommen sogar Brillen zum Einsatz, in welche Mikrokameras verbaut wurden. Vermutlich die wirklich einzige erwähnenswerte Idee im gesamten Film, erweist sich diese Methode gerade dann als recht effektiv, wenn der Zuschauer das Geschehen aus der Egoansicht miterleben darf. Da flitzen dann doch schon mal dunkle Gestalten auf die ahnungslosen Crewmitglieder zu, so dass sich der Genrefan in einer Art filmischem Egoshooter wähnen dürfte. Apropos Gestalten, hier hat man sich leidenschaftlich beim Original EVIL DEAD (1981) bedient. Denn nachdem die einzelnen Crew-Mitglieder nacheinander das Zeitliche gesegnet haben, wandeln sie als besessene Killerdämonen mit weißen Kontaktlinsen durch die Gänge des Gefängnisses. SAM RAIMI hat es 1981 vorgemacht, DAVID CHIRCHIRILLO 2013 kläglich kopiert. Ansonsten gibt es in 666 – PARANORMAL PRISON viel Füllstoff, damit der Streifen auf seine Filmzeit kommt. Wir erleben unwichtige Entdeckungstouren, die oft gar keinen Sinn ergeben, eine klaustrophobische Kulisse, die erst gar nicht genutzt wird um zu Erschrecken oder gar zu Gruseln und einen kaum vorhandener Spannungsbogen, der 666 – PARANORMAL PRISON zum wohl langweiligsten Wackelcam-Heuler der letzten Dekaden macht. Wem seinen Lebenszeit kostbar ist, sollte diesen Billigmist möglichst meiden, denn mit Filmen wie 666 – PARANORMAL PRISON versaut man sich nur die Freunde am Tag!
 
 
 


 
 
 

666 – PARANORMAL PRISON – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
Talentfreie Laiendarsteller, dreist geklaute Ideen, absolut furchtbare Synchronisation, austauschbare Handlung und eine nahezu nicht vorhandene Spannungskurve. In 666 – PARANORMAL PRISON gibt es kaum Positives, das Erwähnung finden könnte. Wer dennoch den Mut aufbringt, einen Ausflug in dieses Gefängnis zu wagen, sollte auf das Schlimmste vorbereitet sein – wir haben Euch gewarnt!
 
 
 


 
 
 

666 – PARANORMAL PRISON – Zensur

 
 
 
In 666 – PARANORMAL PRISON gibt es am Ende etwas Splatter zu sehen. Aufgrund einiger zerstückelter Leichenteile wurde der Streifen hierzulande ab 18 Jahren freigegeben. Die deutsche Fassung ist mit KJ-Kennzeichnung ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

666 – PARANORMAL PRISON – Deutsche Blu-ray

 
 
 
666 - PARANORMAL PRISON blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: 616: Paranormal Incident; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DD 2.0

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK 18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Interview-Feature (ca. 9 Minuten, keine UT), Audiokommentar (keine UT), Filmtrailer (ca. 3 Minuten)

 
 
 

666 – Paranormal Prison – Horror Extreme Collection [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

666 – PARANORMAL PRISON – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Grave Encounters 2 (2012)

Grave Encounters (2011)

Apartment 143 (2011)


Filmreview: „Hot 247° F – Todesfalle Sauna“ (2011)

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Hot 247° F – Todesfalle Sauna

Story

 
 
 
Vier Freunde streben einem gemütlichen und feierfreudigen Wochenende entgegen. In einer einsam gelegenen Holzhütte wollen sie für einige Stunden den stressigen Alltag hinter sich lassen und gemütlich bei Alkohol und Musik unbeschwert feiern. Doch der vermeintliche Frieden ist schnell verschwunden, als drei von ihnen in einer Sauna eingesperrt werden und panisch versuchen, sich aus ihrer misslichen Lage zu befreien.
 
 
 


 
 
 

Hot 247°F – Kritik

 
 
 
Durchstöbert man einmal die Annalen des Genre-Films, so verblüfft es ein wenig in welch missliche Situationen Helden der Horrorfilmgeschichte bereits so alles geraten sind. Dabei ist immer wieder verwunderlich mit welch minimalistischen Mitteln eine Geschichte erzählt werden kann, die zudem bis zum erlösenden Ende spannend unterhält. Ein sehr beliebter Spielball in der Welt des psychologisch recht effektiven Horrorfilms, ist die Angst vor geschlossenen Räumen (Klaustrophobie) geworden, welche die Protagonisten in ihren Filmen teilweise enorm Disziplin und Selbstbeherrschung kostet, um sich am Ende doch noch aus dem ungemütlichen Gefängnis befreien zu können. Ob in einem Sarg lebendig begraben („Burried„), in einem Bank-Terminal eingeschlossen (ATM (2011)) oder in einem riesigen mechanischen Würfel („Cube„) dem Ausgang suchend – die Ideenvielfalt kreativer Drehbuchautoren war bisher unerschöpflich.
 
Auch die drei Protagonisten des aktuellen Thrillers „247°F“ (so der Original-titel) geraten in eine überaus verzwickte Situation und finden sich in einer sprichwörtlich „schweißtreibenden“ Situation wieder. Dabei haben die beiden Regie-Debütanten „Levan Bakhia“ und „Beqa Jguburia“ alle Mühe damit, die Geschehnisse so plausibel, realistisch und ehrlich zu schildern. Dass die reißerischen Floskeln zu Beginn des Filmes auf wahre Begebenheiten hinweisen, sollten Filmfreunde unkommentiert außer acht lassen, denn bei „247°F“ handelt es sich um ein kleines und effektives Filmchen, dass besser zu sein scheint, als anfänglich gedacht. Die Geschehnisse plätschern zwar vorerst genüsslich daher, gewinnen dennoch im Laufe des Filmes allmählich an Fahrt und gipfeln in einem überaus desaströsen Ende, dass sich auch für den Zuschauer zu einer wahren Nervenprobe entwickelt. Immer wieder verstreuen die beiden Filmemacher ersichtlich wirre Brotkrumen, damit der Zuschauer nicht so schnell hinter das Geheimnis dieses kleinen fiesen und dennoch einfach gestrickten Thrillers gelangt.
 
Wer ist für diese Misere verantwortlich und welcher Sinn steckt hinter all dem? Fragen, die der Film glücklicherweise erst in den letzten Filmminuten beantwortet und Genre-Fans vorab im Dunkeln umherirren lässt. Aber auch in der heißen Zelle ereignet sich Erschütterndes. Die drei Leidtragenden versuchen mit allen erdenklich logischen Mitteln die Tür zu ihrem Gefängnis zu öffnen und in irgendeiner Form auf sich aufmerksam zu machen. Natürlich haben die drei immer ihre eigenen physischen Grenzen vor Augen und die Angst, inmitten der unmenschlichen Temperaturen im Inneren der Sauna zu kollabieren. Wer wird ohne Flüssigkeit, bei derart unmenschlicher Hitze, wie lange überleben können? Hinzukommt, dass sich unter den Anwesenden eine Protagonistin befindet, die bereits durch einen vorherigen Schicksalsschlag traumatisch gezeichnet ist und demnach umso mehr Spannungen in die so schon angespannte Situation bringt.
 
Mit dem recht gemeinen Thriller haben die beiden Regisseure „Levan Bakhia“ und „Beqa Jguburia“ ein Debüt-Filmchen geschaffen, dass sich wie ein schmerzhafter Faustschlag in der Magengegend anfühlt. Technisch auf einem recht ansprechenden Niveau, kommen hier auf engstem Raum die Vorzüge klassischem Klaustrophobie-Horrors zum Einsatz. Hier wird geschrien, gewinselt und mit allerhand handfesten Methoden versucht die Pforten des Gefängnisses zu zerbrechen. Dabei trifft zwar im Verlauf des Filmes immer wieder unerwartet Hilfe ein, die aber dennoch nicht zum erhofften Erfolg führt. „247°F“ kommt definitiv zugute, dass er nicht in derb-klischeebeladene Sphären driftet und mit dreist-nervigen Stereotypen aufwartet, sondern zu jeder Minute für den Zuschauer logisch und nachvollziehbar scheint. Die Vorgehensweise der eingesperrten Protagonisten ist immer plausibel und menschlich, auch wenn die beiden Regisseure gänzlich entgegen traditioneller Film-Regeln den Sympathieträger im Verlauf der Filmhandlung radikal „ausschalten“. Freunde des eher realistischen Horrors sei „247°F„, im wahrsten Sinne des Wortes, „wärmstens“ zu empfehlen. Denn hier stehlen den leidenden Protagonisten nicht irgendwelche Zombies, Mutanten und Serienkiller die Show, sondern die unangenehme und ausweglose Situation, in welcher sich die liebenswerten Charaktere befinden.
 
 
 


 
 
 
 

Hot 247°F – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Ein überaus fieses, wenn auch unglaublich spannendes Stück Thriller-Kino. Ein regelrechter Geheimtipp für Freunde realistischen Horrors.
 
 
 


 
 
 

Hot 247°F – Zensur

 
 
 
Im Film selbst fliesst bis auf eine Szene kein Blut. Daher ist der Film ungeschnitten ab FSK16 freigegeben.
 
 
 


 
 
 

Hot 247°F – Deutsche Blu-ray

 
 
 
247F Bluray Cover
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: 247°F; USA 2011

Genre: Drama/Horror/Thriller

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1920x1080p, 2.35:1

Laufzeit: 88 Min.

FSK: FSK 16

Verpackung: Amaray ohne Wendecover

Extras:Original Trailer, Audiokommentar des Regisseurs (keine UT), Entfallene Szenen (keine UT), diverse Trailer aus dem Programm von „Great MOvies“

 
 
 
Wenn man Blu-rays aus dem Hause „Great Movies“ in den Händen hält, ist das ja immer so eine Sache. Hier wird oftmals eher schlimmster Trash eingekauft und unter die Leute verhöckert. Umso erstaunlicher, dass sich das Label diesen durchaus sehenswerten Streifen gesichert hat und ihm eine bodenständige Veröffentlichung spendiert. Nach dem Einlegen der Scheibe erwartet den Zuschauer ein recht puristisches, aber stimmiges Menü, von wo aus er zwischen dem Film, Ton-Einstellungen und Extras wählen kann. Ein Kapitelmenü gibt es nicht, ebenso wie auswählbare Untertitel für Film, Audiokommentar und Extras. Wo die Liebe zum Detail fehlt, überrascht diese Veröffentlichung dennoch durch eine ansprechende Bild- und Tonqualität. Lobenswerterweise hat man sich hier sogar auch Mühe gegeben, dem Film eine ansprechende Synchronisation zu spendieren. Zu den Extras gesellen sich der Audiokommentar des Regisseurs, diverse Trailer u.a. auch zum Film, sowie entfallene Szenen. Ein Making of, wie auf dem Cover versprochen, gibt es nicht. Ebenso wie Untertitel und ein Wendecover.
 
 

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Hot 247°F – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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