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Filmkritik: „We Go On“ (2016)

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WE GO ON

Story

 
 
 

Miles Grissom hat Angst vorm Sterben und vor allem vor dem was danach kommt. Deshalb zahlt er viel Geld an denjenigen, der ihm zeigen kann, was auf der Schwelle zum Tod passieren wird. Gott sei Dank steht immer Mutter Charlotte (ANNETTE O’TOOLE aus SMALLVILLE) zur Seite, die ihren Sohnemann vor Betrügern und Unachtsamkeit beschützt. Der muss bald am eigenen Leibe erfahren, dass mit dem Tod gern auch mal Geschäfte gemacht werden.

 
 
 


 
 
 

WE GO ON – Kritik

 
 
 
Was passiert eigentlich, wenn wir tot sind? Gibt es mit bereits verschiedenen Menschen ein Wiedersehen im Jenseits oder irren wir als verbitterte Geisterwesen rastlos auf Erden umher? Werden wir in einer anderen Lebensform wiedergeboren oder verharren wir bewegungslos in einer Holzkiste bis unsere Körper zu Staub zerfallen sind? Der Indie-Gruselstreifen WE GO ON geht diesem Thema auf den Grund und versucht Antworten auf eine Frage zu finden, die bereits seit Menschengedenken gestellt wird. Dabei hebt sich der Streifen mit seinem erfrischenden Konzept wohlwollend von der austauschbaren Geister- und Spukmassenware ab, die nahezu täglich in TV oder Kino zu sehen ist. Was hier gezeigt wird ist vom Ablauf ungewöhnlich unkonventionell und macht deshalb neugierig, weil WE GO ON nicht so schnell durchscheinen lässt, wohin die Reise führen wird. Das verwundert, vor allem deshalb, weil dieser tiefgründige Genre-Beitrag von Filmemachern inszeniert wurde, die vor einigen Jahren mit eher unbedachtem Horrorstoff von sich hören lassen haben. Mit dem Debütstück YELLOWBRICKROAD bekleckerten sich JESSE HOLAND und ANDY MITTON im Jahr 2010 nicht sonderlich mit Ruhm und lieferten langweiligen Mystery-Unsinn ab, der zu Recht von Kritikern verrissen wurde. Jetzt ist aber alles anders. Die beiden Newcomer scheinen nach einigen Regie-Arbeiten, wie CHILLING VISIONS – 5 SENSES OF FEAR dazugelernt zu haben. Entstanden ist sehenswertes Indie-Gruselkino, das den Zuschauer auf unbekannte Genre-Territorien lotst und dabei auch noch eine unverbrauchte Geschichte zu erzählen hat. Wem es daher dringend nach Neuerungen im Genre und gut durchdachten Handlungsaufbau dürstet, ist mit WE GO ON gut beraten.
 
 
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Das Leben geht manchmal seltsame Wege. So auch für den attraktiven Miles (absolut glaubwürdig: CLARK FREEMAN), der nach einem schweren Autounfall plötzlich mit vielen Ängsten zu kämpfen hat. Vor allem das Sterben bereitet dem Leidgeplagten große Sorgen und das, was danach kommt oder auch nicht. Um sich die begründete Angst vor dem Tod nehmen zu lassen, gibt der Angsthase eine Anzeige in der Tageszeitung auf. Darin verspricht er demjenigen 30.000 Dollar, der ihm einen Beweis liefert, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Natürlich melden sich gleich dutzende Menschen, die meinen Geister oder Engel gesehen zu haben. Doch schnell wird klar, dass es sich bei den meisten derer um Spaßvögel und Betrüger handelt, die nur auf schnelles Geld aus sind. Immerhin können drei Kandidaten Interesse wecken. Darunter ein Wissenschaftler, ein Medium und der Inhaber eines geheimnisvollen Holzkästchens – HELLRAISER lässt grüßen. Leider erhält der Fragesteller auch dort nicht die Antworten, die er sich anfangs erhofft hat. Da klingelt unverhofft das Telefon und ein mysteriöser Anrufer will den skeptischen Miles eines Besseren belehren. So wandelt unser ängstlicher Held bald auf Spuren des Außerweltlichen und kommt der Totenwelt näher, als es ihm lieb sein dürfte. Manchmal ist es eben besser, bestimmte Türen nicht zu öffnen.
 
 
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Die Geister, die er rief, wird er nicht wieder los. Hinter WE GO ON verbirgt sich ein origineller Mystery-Beitrag, der das Thema ‚Leben nach dem Tod‘ aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet. Statt schockiert, gegruselt und erschreckt, wird hier endlich mal wieder „erzählt“. Die Regisseure JESSE HOLAND und ANDY MITTON fokussieren sich auf Protagonisten, deren Ängsten und Schicksale und setzen in ihrem clever gestrickten Mysterdrama eine Kette von Umständen in Gang, die Zuschauer und Filmhelden am Ende gewünschte Erleuchtung bringen wird. Dabei erweisen sich die zugänglichen und sympathischen Hauptfiguren als eigentliche Geheimzutat. Aus denen geht die gesamte Geschichte hervor und man wünscht ihnen nichts Böses. Weil die sich rational und menschlicher verhalten, wachsen sie schnell ans Herz. Etwas, was man in vielen schnell abgedrehten und austauschbaren Genre-Produktionen neueren Datums vermisst. WE GO ON ist kein Film fürs breite Publikum. Der günstige produzierte Mysterystreifen protokolliert in ruhigen und zurückhaltenden Bildern die berechtigte Angst vorm Tod, belehrt aber am Ende fast schon ermahnend, dass die Furcht vor dem Ableben unbegründet ist und man besser das Leben in vollen Zügen genießen soll. Der langsame Handlungsaufbau und der gemächliche Erzählstil sind jedoch Fluch und Segen zugleich. Weil sich WE GO ON leider viel Zeit für Geschichte und Figuren lässt und dabei auch kaum Horrorelemente zu bieten hat, dürfte sich manch Mainstream-verwöhnter Filmfan schnell gelangweilt fühlen. Angesichts der Flut an sich ständig wiederholender Grusel- und Horrorgeschichten ist das egal, schließlich steckt in WE GO ON das, was in vielen aktuellen Produktionen fehlt: Herzblut und Originalität.
 
 
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WE GO ON – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Eine emotionale Suche nach Antworten. WE GO ON ist einer der emotionalsten und tiefgründigsten Gruselstreifen der letzten Jahre, der viele neuere Horror-Produktionen in den Schatten stellt. Das Szenario ist originell und die ungewöhnlichen Figuren wachsen schnell ans Herz. Trotz Geisterthematik ist WE GO ON aber kein Gruselfilm von der Stange. Schockmomente gibt es hier kaum zu sehen und auch sonst wird eher Unkonventionelles geboten. Überhaupt verbirgt sich hinter dem unaufgeregten Film mehr Drama über den Kampf gegen Ängste, das gerade wegen seiner hervorragend gewählten Schauspieler von aufgeschlossenen Genre-Fans vorgemerkt werden sollte. Statt eindimensionaler Massenware wird Grusel mit Hirn aufgetischt, der zum Miträtseln animiert und trotz ruhiger Inszenierung stets spannend bleibt. Die Wendungen, die WE GO ON im Verlauf der Handlung einschlägt, sieht man nicht kommen. Da kann sich der selbsternannte Mystery-Guru Hollywoods M. NIGHT SHYAMALAN (THE VILLAGE, SPLIT, THE VISIT) gern mal eine Scheibe von abschneiden. Der hat mit seinen haarsträubenden und überraschenden Filmauflösungen zuletzt eher für lautes Gelächter gesorgt, statt für verblüffte Gesichter. Wie’s richtig geht zeigen deshalb die Regisseure JESSE HOLAND und ANDY MITTON mit WE GO ON. Trotz mangelnder Effekthascherei – und vielleicht auch gerade deshalb – ist dieser Gruseltrip einer der unheimlichsten Filme, die wohl je gedreht wurden. Von uns gibt es daher das Prädikat: Geheimtipp!
 
 
 


 
 
 

WE GO ON – Zensur

 
 
 
WE GO ON hat eigentlich kaum Gewalt oder Schauwerte zu bieten. Man sieht eine halb verweste Leiche und eine Schusswunde. Das war’s. Hierzulande reicht das für FSK16. Ob sich aber ein deutsches Label erbarmen und diesen originellen Gruselfilm hierzulande veröffentlichen wird, dürfte hingegen fraglich sein. Hier sollte man sich mal überraschen lassen.
 
 
 


 
 
 

WE GO ON – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Sixth Sense (1999)
 
Wait Till Helen Comes (2016)
 
Jack Goes Home (2016)
 
The Suffering (2016)
 
Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt (1999)
 


Filmkritik: „From a House on Willow Street“ (2016)

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FROM A HOUSE ON WILLOW STREET

(HOUSE ON WILLOW STREET)

Story

 
 
 

Vier Kleinkriminelle planen einen großen Coup. Leider müssen sie schnell einsehen, dass es auch Dämonen missfällt, wenn man gegen Gesetze verstößt.

 
 
 


 
 
 

FROM A HOUSE ON WILLOW STREET – Kritik

 
 
 
Wenn vermeintliche Bösewichte selbst zu Gejagten werden. Das ist guter Stoff für fiese Horror-Unterhaltung von der man sich doch gern berieseln lassen möchte – vor allem wenn ein „Haus“ im Titel auf bösartige Gruselunterhaltung hoffen lässt. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass in unscheinbaren Häusern an reißerisch bezeichneten Straßen und Plätzen nicht selten das Böse zu Hause ist. So passiert im Mysterythriller THE HOUSE ON PINE STREET, dem Rache-Schocker LAST HOUSE ON THE LEFT oder dem Psychopathen-Grusler HOUSE AT THE END OF THE STREET, wo sich in abgelegenen Anwesen schockierende Dinge ereignet haben. Auch FROM A HOUSE ON WILLOW STREET lockt mit vielversprechender Titelgebung und springt auf den „House“-Zug auf. Doch diesmal sollte man nicht zuviel erwarten. Professionelle Optik macht das Fan-Herz weich. Forscht man aber tiefer, tritt schnell Ernüchterung ein, denn FROM A HOUSE ON WILLOW STREET ist weit weg von perfekt. Regisseur ALASTAIR ORR zeichnet verantwortlich. Der kommt aus Südafrika und hat scheinbar Gefallen am Horrorfach gefunden – zumindest legt das die bisherige Filmografie nahe. Mit einem hastig zusammengeschnippelten Trailer soll neugierig auf FROM A HOUSE ON WILLOW STREET gemacht werden. Leider verbrät man darin gleich die besten Szenen, weshalb enttäuschte Gesichter vorprogrammiert sind. Nach der Dschungel-Kreaturen-Gurke INDIGENOUS liefert Filmemacher ALASTAIR ORR Horrorstoff ab, der dem Vorgängerfilm des Regisseurs intellektuell das Wasser reichen kann. Das bedeutet: Abermals kämpfen dumme Protagonisten gegen das Böse auf Erden und schlagen es trotz geistiger Umneblung am Ende in die Flucht. Neu ist im direkten Vergleich das Gespür für’s Visuelle. Der dreckige und semiprofessionelle Videolook aus INDIGENOUS musste weichen. Dafür sind in FROM A HOUSE ON WILLOW STREET nun makellose Hochglanzaufnahmen zu sehen, die es gut und gerne mit Horrorproduktionen großer Studios aufnehmen können. Doch machen mehr Budget und professionelles Equipment aus einem sonst eher einfallslosen Drehbuch sehenswertes Horrorkino?
 
 
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Kidnapping ist kein Kavaliersdelikt. Das müssen auch die Helden (darunter SHARIN VINSON) in FROM A HOUSE ON WILLOW STREET feststellen, die die Tochter einer gut betuchten Familie entführen wollen. Es sind Diamanten, auf die es die Bande abgesehen hat und welche nun als Lösegeld gefordert werden. Doch weil es sich hier um einen Horrorfilm handelt, darf man davon ausgehen, dass alles anders kommen wird. Die Entführung läuft zwar nach Plan, nur die Eltern der Geisel reagieren weder auf Anrufe oder Botschaften. Sind die etwa nicht daheim? Um auf Nummer sich zu gehen, begibt man sich noch einmal zum Tatort, um nach dem Rechten zu sehen. Was man jedoch nach akribischer Suche im Elternhaus findet, lässt den Kleinganoven das Blut in den Adern gefrieren. Die Eltern liegen verstümmelt in ihren Betten und im Keller findet man von Rohren durchbohrte Exorzisten. Wer hat diese grausamen Taten begangen? Schnell wird klar, dass hier wohl höhere Mächte am Werk sein müssen, denn die entführte Katherine (CARLYN BURCHELL) beginnt plötzlich zu schweben und faselt boshafte Verse.
 
 
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Guter Start, der Rest: Naja. Eigentlich hätte aus FROM A HOUSE ON WILLOW STREET fesselnder Horror werden können, der bis in den Schlaf verfolgt. Leider macht die zweite Filmhälfte aus diesem Horrorthriller dann doch nur eine übertriebene Gruselachterbahn ohne tieferen Sinn, die aber immerhin ohne Längen abgehandelt wird. Während Regisseur ALASTAIR ORR in den ersten 45 Minuten Spannung durch mysteriöse Vorfälle aufbaut, die auf subtilen Grusel mit Hirn hoffen lassen, lösen sich Vorfreuden spätestens ab der Halbzeit in Luft auf. Genau das Gegenteil flimmert nämlich über die Mattscheibe und dürfte Feingeister die Haare zu Berge stehen lassen. So wird aus einer unheimlichen Entführung plötzlich vorhersehbarer Dämonen-Nonsens, der sich zu sehr den Konventionen des Horrorkinos unterwirft und sich in einem faden Brei aus Klischees und Effekthascherei verfängt. Eine enttäuschende Wendung, weil einfallslose CGI-Effekte und austauschbare Besessenheitsthematik aus FROM A HOUSE ON WILLOW STREET belanglosen Horror-Blödsinn macht, an den sich bereits Stunden nach Sichtung niemand mehr erinnern wird. Hier hätte man mehr draus machen können, zumal dem Drehbuch in den letzten Zügen auch noch die Ideen ausgehen und die immer gleichen Spezialeffekte aus der Effektkiste gekramt werden. Da schweben besessene Zombie-Freunde durch die Luft und dämonische Wurmparasiten krabbeln aus Mündern, weil sie nach neuen Wirtskörpern suchen. Weil die immer gleichen Effekte zelebriert werden und die Helden auch noch spannungsarm vor einem Dämon in Menschengestalt flüchten müssen, versinkt FROM A HOUSE ON WILLOW STREET schnell in der Belanglosigkeit. Das hat man irgendwie alles schon mal besser gesehen, wobei wir an dieser Stelle noch einmal die Horrorstreifen DON’T BREATH und THE AUTOPSY OF JANE DOE in Erinnerung rufen möchten. Bei genauerer Betrachtung ist FROM A HOUSE ON WILLOW STREET nichts anderes, als ein Mix genannter Grusel-Hits. Leider erreicht der Film nicht mal annähernd jene Qualitäten. Spezialeffekte und Action sind eben nicht immer alles. In Zeiten permanenter Ideenarmut sind es clevere Geschichten, die vor allem das Horror-Genre dringend nötig hat.
 
 
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FROM A HOUSE ON WILLOW STREET – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Eine kurzweilige und atmosphärische Gruselachterbahn, die kaum Verschnaufpausen bietet. Leider hat FROM A HOUSE ON WILLOW STREET nur ein Problem: Hier fehlen Ideen. Der Streifen schaut zwar mit seinem permanent düsteren Look und den teils gut getricksten Spezialeffekten hervorragend aus. Blickt man aber hinter die Fassade, ist dieser komplett in Südafrika gedrehte Dämonen-Spuk nichts anderes, als ein hirnloser Okkult-Zirkus voller Schocks, der sich in erster Linie ans Mainstream-Publikum richtet. Was stark und unheimlich beginnt, katapultiert sich nach 45 Minuten selbst ins Aus. Geschichte und Figuren bleiben flach. Dafür wird Wert auf Spezialeffekte aus dem Computer gelegt. Was man hier geboten bekommt ist weit weg von clever. Ein bösartiger Dämon will die Menschenwelt beherrschen, benötigt aber fünf Seelen um auf Erden zu wandeln. Natürlich ist das konventioneller Blödsinn, der möglichst viele Schreckmomente abhaken möchte und mit permanent gruseliger Stimmung so etwas wie Spannung heraufbeschwören will. Leider verhalten sich die Figuren dämlich und auch der Dämon in Menschengestalt ist trotz magischer Fähigkeiten nicht die hellste Kerze auf der Torte. Dumme Handlungen gestalten das Treiben vorhersehbar. Das macht diesen Streifen zum Spannungskiller, der trotz netter Optik keinen Preis für Originalität gewinnen dürfte. Bei so einfältiger Gruselmacherei will man fast schon Mitleid mit Hauptdarstellerin SHARIN VINSON haben, die sich bereits mit Horrorfilmen auskennt und in YOU’RE NEXT oder BAIT 3D zu sehen war. Auch diese Popcornstreifen waren nicht sonderlich helle, hatten aber immerhin fiese Morde in petto. Letztere sucht man in FROM A HOUSE ON WILLOW STREET übrigens vergebens. Der Film hat nämlich kaum Schauwerte zu bieten, was vermutlich jene enttäuschen wird, die sich nach Sichtung des ansprechend geschnittenen Trailers ein Splatter-Feuerwerk erhofft haben.
 
 
 


 
 
 

FROM A HOUSE ON WILLOW STREET – Zensur

 
 
 
Was Gewalt angeht hält sich FROM A HOUSE ON WILLOW STREET sehr zurück. Es gibt kurz verstümmelte und übel zugerichtete Leichen zu sehen. Ansonsten verwandeln sich die wenigen Protagonisten im späteren Verlauf – ähnlich wie im Kult-Splatter EVIL DEAD – in willenlose Dämonen-Zombies. Wer jetzt aber denkt, dass die brutal morden, irrt gewaltig. In FROM A HOUSE ON WILLOW STREET sind die verwandelten Kleinganoven nur Handlanger eines Oberdämons, die Angst und Schrecken verbreiten sollen. Wegen der gelungenen Make-up und Spezialeffekte sowie verstörender Visionen dürfte es für den Streifen ohne Probleme eine FSK16 geben. FROM A HOUSE ON WILLOW STREET wird im Herbst 2017 nach Deutschland gebracht. TIBERIUS FILM besitzt die deutschen Auswertungsrechte.
 
 
 


 
 
 

FROM A HOUSE ON WILLOW STREET – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC FILMS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Don’t Breath (2016)
 
The Autopsy of Jane Doe (2016)
 
The Badger Game (2014)
 
Demonic (2015)
 
Evil Dead (2013)
 


Filmkritik: „The Axe Murders of Villisca“ (2016)

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THE AXE MURDERS OF VILLISCA

Story

 
 
 
In einem Spukhaus werden drei Teenager mit der eigenen Vergangenheit und der des Hauses konfrontiert.

 
 
 


 
 
 

THE AXE MURDERS OF VILLISCA – Kritik

 
 
 
Und schon wieder ein Spukhausfilm. Diesmal handelt es sich aber um einen der besseren Vertreter seiner Art, was in Zeiten schnell gedrehter B-Movie-Gurken zwingend Erwähnung finden sollte. Seit so gotischer Grusel-Horror wie BIS DAS BLUT GEFRIERT oder DIE VERFLUCHTEN im Kino für Schrecken sorgten, hat sich das Genre der Haunted-House-Schocker zum lukrativen Geschäft entwickelt. Warum das so ist, lässt sich schnell erklären. Trotz Unbehagen und Schauer geht von den mysteriösen Gemäuern eine gewisse Faszination aus, der sich so schnell niemand entziehen kann. Das war früher schon so und ist auch heute nicht anders. Dennoch hat sich in jüngster Vergangenheit einiges verändert. Geschichten über gruselige Anwesen allein reichen nicht mehr aus. In einer Zeit wie der heutigen muss Kopfkino visualisiert und möglichst reißerisch auf die Leinwand gebracht werden. Dabei üben vor allem jene Gruselfilme besonderen Reiz auf den Zuschauer aus, wenn die Geschichten dahinter auf tatsächlichen Gegebenheiten beruhen. Das dürfte wohl auch den Erfolg der unzähligen Amityville-Filme erklären, die seit den 1970ern offensichtlich am Fließband produziert werden. Der Erfolg ist nicht unbegründet, gehört die wirklich in Amerika stehende Bretterbude zu den bekanntesten Spukhäusern der Welt, welche sich gerade wegen ihrer schaurigen Geschichte zu einem regelrechten Wallfahrtsort unter Horrorfans entwickelt hat.
 
 
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Nicht minder schaurig, aber dafür umso weniger bekannt: Das Axtmörder-Haus in Villisca/Iowa. Auch darin geschahen schreckliche Dinge, die bis heute nicht rekonstruiert werden konnten. Am Morgens des 10. Juni 1912 soll sich darin Furchtbares ereignet haben. Acht Menschen wurden im Haus mit einer Axt erschlagen – alle Fenster und Spiegel waren mit Tüchern und Decken bedeckt. Trotz akribischer Polizeiarbeit und vieler Recherchen konnten weder Täter oder Erklärungen gefunden werden. Doch offene Fragen sind nicht das eigentliche Mysterium. Weitaus markerschütternder sind die Dinge, die sich nach der Tat ereignet haben sollen. Laut Augenzeugenberichten lebt im Haus das Böse. Neue Hauseigentümer sprachen sogar von Spuk, weshalb das berüchtigte Anwesen mehrfach von Parapsychologen untersucht werden musste. Das sind Geschichten aus denen man Gruselfilme machen kann. Eine einleuchtende Tatsache, die sich wohl auch Regisseur TONY E. VALENZUELA zu Herzen nahm und daraus etwas Gruselfutter fürs Heimkino fabrizierte. Die tatsächlichen Ereignisse von 1912 mussten dafür nur als Alibifunktion herhalten, der Rest ist fiktiv. Egal, Hauptsache Gänsehaut!
 
 
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THE AXE MURDERS OF VILLISCA rückt drei Teenager in den Mittelpunkt. Die haben schon einiges im Leben erdulden müssen, was sie zu Außenseitern an der Schule macht. Vor allem für den attraktiven Caleb (ROBERT ADAMSON) soll damit jetzt Schluss sein. Der will die High School beenden und den Heimatort verlassen, um die Vergangenheit hinter sich lassen zu können. Bevor das neue Leben jedoch beginnen kann, soll der eigene Youtube-Kanal mit Futter versorgt werden. Caleb tourt nämlich mit Kumpel Denny durch die Gegend, um als Geisterjäger paranormalen Ereignissen mit der Kamera auf den Grund zu gehen. Die von allen gemobbte Jess (ALEX FRNKA) schließt sich den Freunden an. Gemeinsam hat man einen Rundgang durch das berüchtigte Axtmörderhaus von Villisca gebucht. Doch eine kurze Begehung reicht nicht aus. Die drei brechen am Abend in das Geisterhaus ein, um Spukmaterial auf Film bannen zu können. Was sie aber erleben ist die Lektion ihres Lebens. Einbruch ist eben kein Kavaliersdelikt.
 
 
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Wer bricht denn nachts freiwillig in Spukhäuser ein? Das können eigentlich nur dumme Teenager sein. In der Tat, sonderlich originell ist THE AXE MURDERS OF VILLISCA keineswegs. Trotzdem wachsen die an der Schule schikanierten (attraktiven) Hauptdarsteller schnell ans Herz. Das liegt wohl hauptsächlich daran, weil dieser Horrorthriller dann doch sehr konventionell gestrickt und fürs junge Publikum gefertigt wurde. THE AXE MURDERS OF VILLISCA beginnt mit dem üblichen Charakteraufbau, stellt seine Protagonisten vor und bringt sie wenig später in Gefahr. Dazu gesellen sich Spuk, Geister und Besessenheit, damit im tobenden Finale die Spezialeffekte aus der Gruselkrabbelkiste gekramt werden können. Klingt einfallslos – ist aber kurzweilig, weil der Streifen mit nicht mal 80 Minuten kaum Leerlauf und auch noch gute Jungdarsteller zu bieten hat. Leider sollte man aber keinen nächsten CONJURING oder AMITYVILLE HORROR erwarten. THE AXE MURDERS OF VILLISCA erweckt den Anschein von TV-Unterhaltung, die man seit einigen Jahren des Öfteren auf den privaten Sendern zu sehen bekommt. Ganz abwegig ist die Vermutung allerdings nicht. Regisseur TONY E. VALENZUELA hat nämlich zuvor reichliche Stoff fürs amerikanische TV gemacht – darunter Serien und Filme. Ebenso fernseherfahren: Die wenigen Darsteller im Film. Einige von denen hat man schon in Folgen von BONES, DEXTER und NAVY CIS gesehen.
 
 


 
 
 

THE AXE MURDERS OF VILLISCA – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Spuk und Geister gehen immer. Dieser Gruselschocker macht AMITYVILLE HORROR Konkurrenz. Der Grundplot zu THE AXE MURDERS OF VILLISCA beruht auf einem historischen Kriminalfall von 1912 und entpuppt sich unterm Strich als solide Horror-Unterhaltung, die an Fernsehfilme auf Sendern wie LIFETIME oder CHILLER erinnert. Das lässt schlimmes erahnen, ist aber unterm Strich ganz in Ordnung, weil Fernsehware mittlerweile immer öfter höheren Produktionsstandart besitzt, als so mancher Kinofilm. Trotz überraschungsarmer Handlung liefert Regisseur TONY E. VALENZUELA leichte Gruselunterhaltung ab, die ganz kurzweilig geraten ist. Schockmomente sind vorhanden, die Atmosphäre passt und die (TV-erfahrenen) Schauspieler können auch was. Fans von modernen Spukhausfilmen werden nicht enttäuscht werden. Wer beliebte Klassiker zum Vergleich heranzieht, dürfte definitiv Gänsehaut bekommen. In diesem Falle aber eher der Bedeutungslosigkeit wegen.
 
 
 


 
 
 

THE AXE MURDERS OF VILLISCA – Zensur

 
 
 
Es gibt ein paar Messerstiche zu sehen. Mit einer Axt wird zudem auf Menschen eingeschlagen. Wer hier aber Blut erwartet, wird enttäuscht werden. Die Kamera blendet nämlich weg. Sollte THE AXE MURDERS OF VILLISCA in Deutschland veröffentlicht werden, dürfte der Streifen eine FSK16 erhalten. Gruselfutter fürs junge Mainstream-Publikum.
 
 
 


 
 
 

THE AXE MURDERS OF VILLISCA – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Ketchum Labs | IFC Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
We Are Still Here (2015)

Demonic (2015)

Das Grauen (1980)

The Conjuring (2013)

Amityville Horror (1979)

Amityville Horror – Eine wahre Geschichte (2005)


Filmkritik: „Phobia“ (2016)

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PHOBIA

Story

 
 
 
Nach einem traumatischen Erlebnis entwickelt Künstlerin Mehak eine krachende Angststörung und traut sich bald nicht mehr aus dem Haus. Mit fatalen Folgen.

 
 
 


 
 
 

PHOBIA – Kritik

 
 
 
Mit PHOBIA hat es nach der Fortsetzung zum Zombie-Film THE DEAD nun bereits der zweite indische Horror-Thriller auf FILMCHECKER geschafft. Das dürfte bei den meisten Lesern für Skepsis sorgen, weht doch in den meisten Filmen aus Indien ein anderer Wind. Hier wird in der Regel geschmachtet und getanzt. Doch es geht auch anders, wie der nachfolgend besprochene Psycho-Thriller beweist. Statt Dauergesang und Folklore fürs indische Massenpublikum oder trendige Auslandsfans auf Zelluloid festzuhalten, schielt man hier lieber gen Westen und übt ernstes Psychohandwerk aus, von dem sich mancher westliche Filmschaffende eine Scheibe abschneiden könnte. Weit weg von Bollywood, Kitsch und Gloria geht es diesmal nicht um Liebe, Freundschaft, Familienbunde oder den immer währenden Kampf gegen das Böse. PHOBIA versucht es mit Thrill und Suspense, fernab von Klischees. Wer sich drauf einlässt wird entlohnt, denn trotz stolzer Laufzeit von knapp zwei Stunden kann der Streifen etwas ganz gut: Verwirren und Manipulieren. So psychologisch geschickt aufgebaute Angstfilme wie DER BABADOOK oder SENSORIA lassen grüßen.
 
 
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Eine Geschichte über Angst und Wahnsinn. Die muss eine erfolgreiche Künstlerin durchleben und droht daran zu zerbrechen. Mehak (RADHIKA APTE) ist schön, jung und dazu noch talentiert. Doch das wird ihr zum Verhängnis. Als sie nach einer Feier mit dem Taxi nach Hause gefahren wird, passiert das Unfassbare. Der Fahrer vergeht sich an der jungen Frau und hinterlässt tiefe emotionale Narben. Die Vergewaltigung löst bei Mehak eine Art der Agoraphobie aus, die es dem Opfer unmöglich macht aus dem Haus zu gehen. Deshalb zieht sie sich immer mehr in ihre eigene Welt zurück. Vom einstigen Glanz der selbstbewussten Schönheit ist bald kaum noch etwas zu verzeichnen. Gott sei Dank nimmt sich der beste Freund des Problems an. Shaan (SATYADEEP MISHRA) will helfen und bringt die verstörte Frau in die Wohnung eines Bekannten, wo die traumatisierte Mehak lernen soll die Phobie in Griff zu bekommen. Doch kaum dort eingezogen, fangen die Probleme erst richtig an. Seltsame Dinge passieren und ein geheimnisvolles Tagebuch lässt darauf schließen, dass in dieser Wohnung schlimme Ereignisse passiert sein müssen. Spukt es hier etwa? Die Suche nach Antworten wird bald zu Mehaks Lebensinhalt. Leider will niemand der einst erfolgreichen Künstlerin Glauben schenken. Die verfällt immer mehr dem Wahn und ebnet sich damit den Weg in eine persönliche Katastrophe.
 
 
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Wie ein furchtbares Verbrechen das Leben einer jungen Frau verändern kann. PHOBIA bebildert den psychischen Verfall seiner Hauptdarstellerin in schonungsloser Detailfreudigkeit und lässt die mit RADHIKA APTE hervorragend besetzte Sympathieträgerin sprichwörtlich durch die Hölle gehen. Doch damit nicht genug. Auch der Zuschauer wird gefordert und soll ähnliche Qualen durchleben wie die Heldin des Films, die sich bald sicher ist, dass sie nicht mehr Herrin ihrer eigenen Sinne ist. Regisseur PAVAN KIRPLANI macht hierfür von hinterlistigen Taschenspielertricks Gebrauch. Ist die Protagonistin wirklich dem Wahnsinn nahe oder gibt es für all die unerklärbaren Ereignisse doch plausible Erklärungen? Die Antwort darauf wird möglichst lang hinausgezögert und mündet in jenem obligatorischen Überraschungstwist, ohne den im Genrefilm offenbar gar nichts mehr geht. Die Auflösung lässt sich dennoch nicht so einfach durchschauen und macht bei genauerer Untersuchung durchaus Sinn. Bis dahin gibt es ein ganz exzellent verschachteltes Verwirrspiel zu sehen, das geschickt zwischen knallhartem Psychothriller, schaurigem Geister-Film und erschreckendem Psychogramm einer Traumatisierten pendelt. Demzufolge ist PHOBIA für all jene ein gefundenes Fressen, die gern in die Psyche fehlgeleiteter Helden schauen wollen. Der indische Psycho-Horror macht vieles richtig – auch wenn die Idee dahinter wegen vieler ähnliche gestrickter Filme in letzter Zeit (u.a. THE DISAPPOINTMENTS ROOM, DER BABADOOK, THE NOONDAY WITCH) allmählich seinen Reiz verliert. Trotzdem gibt eine überdurchschnittliche Bewertung und die Empfehlung vom FILMCHECKER.
 
 
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PHOBIA – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wenn die sicheren vier Wände zum Albtraum werden. PHOBIA ist ein psychologisches Verwirrspiel in der Machart von DER BABADOOK, das sich vor der westlichen Konkurrenz nicht verstecken muss. Trotz Produktion aus der Hindi-Filmindustrie sollte man sich nicht blenden lassen. Auch Indien kann ernst und ungemütlich. Hinter PHOBIA steckt ein cleverer und vor allem spannender Psychothriller, der mit seiner hervorragenden Hauptdarstellerin glänzt und in der zweiten Filmhälfte kontinuierlich die Spannungsschraube anzieht. Was belanglos beginnt, steigert sich nahezu minütlich zum Albtraum. Das sahen aber indische Kinogänger nicht ganz so. Den gelungenen Angstmacher wollte dort kaum jemand sehen. Trotzdem wurde PHOBIA von Presse und Kritikern gelobt. Das nahm Regisseur PAVAN KIRPLANI zum Anlass trotzdem eine Fortsetzung zu planen. Für Hauptdarstellerin RADHIKA APTE zumindest war der Dreh eine Erfahrung. Die hatte sich für die Dreharbeiten gut vorbereitet und mit Ärzten und Betroffenen gesprochen, um den geistigen und biologischen Aspekt einer Phobie besser verstehen zu können. Geholfen hat die Weiterbildung allemal. Ihre Leistungen im Film sind beachtlich und sollten demzufolge auch lobend hervorgehoben werden.
 
 
 


 
 
 

PHOBIA – Zensur

 
 
 
PHOBIA hat kaum Schauwerte zu bieten, da der Film eher auf Psycho und Suspense aus ist. Ein Finger wird abgeschnitten, ein Messer dringt in Körper ein und mysteriöse Visionen machen der Hauptdarstellerin das Leben schwer. Sollte PHOBIA in Deutschland veröffentlicht werden, dürfte eine FSK16 sicher sein.
 
 
 


 
 
 

PHOBIA – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte Film für Grafiken liegen bei Next Gen Films | Eros International)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Babadook (2014)
 
Kaun? (1999)
 
The Noonday Witch (20156
 
The House on Pine Street (2015)
 
Darling (2015)
 


Filmkritik: „The Autopsy of Jane Doe“ (2016)

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THE AUTOPSY OF JANE DOE

Story

 
 
 
Der Körper der toten Jane Doe (so wie nicht identifizierte Personen in den USA genannt werden) stellt Pathologe Tommy Tilden (BRIAN COX aus MINDSCAPE) und dessen Sohn Austin Tilden (EMILE HIRSCH) vor große Herausforderungen. Die sollen die Todesursache finden und bekommen es dabei schnell mit der Angst zu tun.

 
 
 


 
 
 

THE AUTOPSY OF JANE DOE – Kritik

 
 
 
Keine Lust mehr auf schlechte Horrorfilme, die Lebenszeit rauben und die Laune verderben? Das Jahr 2016 hat sich im Angstkino nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Viele miserable Horrorfilme haben das Licht des Zelluloidhimmels erblickt, die den Zuschauer in der Regel mit Langeweile und schlechten Effekten gestraft haben. Offenbar hat das der Regisseur ANDRÉ ØVREDAL erkannt. Der brachte im Jahr 2010 mit TROLLHUNTER eine originelle Mockumentary in die Kinos und hinterließ wegen spektakulärer Effekte selbst in Hollywood Eindruck. Den hinterlässt der Norweger nun auch sechs Jahre nach seiner beeindruckenden Trolljagd. Statt Fabelwesen und Wackelkamera geht es der Filmemacher diesmal subtiler an. In THE AUTOPSY OF JANE DOE möchte er den Zuschauer das Fürchten lehren und ist darin wirklich gut. Selten hat man solch knisternde Hochspannung im Horrorfilm ertragen müssen. Deshalb erscheint es auch nicht übertrieben, wenn man behauptet, dass THE AUTOPSY OF JANE DOE zum Besten gehört, was 2016 im Kino zu bieten hatte.
 
 
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Der Mystery-Horror THE AUTOPSY OF JANE DOE ist nichts für die Splatter- und Gewaltfraktion. Darin findet die Polizei in einem Haus Erschütterndes. Übel verstümmelten Leichen lassen auf einen Mehrfachmord schließen. Doch im Keller stößt man auf weitaus Schlimmeres. Dort ziehen die Beamten den Körper einer mysteriösen Schönheit aus einer Grube, den zuvor wohl jemand im Boden vergraben wollte. Zwei Pathologen sollen den unversehrten Körper untersuchen und die Todesursache bestimmen. Leider stellen sich die Untersuchungen als großes Problem heraus, denn offenbar stimmt etwas mit dem Leichnam nicht. Hand- und Fußgelenke sind gebrochen. Auch die Zunge fehlt. Zudem findet man im Magen der Toten ein Tuch mit mysteriösen Schriftzeichen. Was anfänglich wie ein Mord an einer Frau ausschaut, die von Menschenhändlern zum Sex gezwungen wurde, entwickelt sich bald zum Mysterium. Je weiter die Männer in den Körper der geheimnisvollen Schönheit vordringen, desto mehr Fragen fallen auf. Was musste diese Frau ertragen? Antworten, die schon bald das Leben der beiden Pathologen in Gefahr bringen wird, weil sich plötzlich seltsame Dinge ereignen.
 
 
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Wenn ein lebloser Körper auf dem Seziertisch liegt. Das weckt Erinnerungen an einen ähnlichen Streifen. Unter dem Titel DIE LEICHE DER ANNA FRITZ wurde bereits 2016 ein spanischer Psychothriller in die Läden gebracht, der sich einer ähnlichen Ausgangssituation bediente. Auch in diesem Streifen stieß man auf die Leiche einer mysteriösen Schönheit, der wenig später für Chaos sorgte. Während sich dort jedoch drei Freunde am toten Körper einer bekannten Schauspielerin vergingen und sich aus Angst vor Konsequenz gegenseitig an die Gurgel sprangen, überzeugt THE AUTOPSY OF JANE DOE durch weniger kontroversen Inhalt. Dieser Streifen verfolgt andere Intensionen. Der Gruselthriller will Angst einjagen und ist zu aller Überraschung damit auch noch äußerst erfolgreich. Hier geht es im wahrsten Sinne des Wortes übernatürlich zu. Was anfänglich wie eine normales Leichensezierung beginnt, entwickelt sich im späteren Verlauf für die beiden Hauptprotagonisten zum nicht enden wollenden Albtraum. Dabei orientiert sich THE AUTOPSY OF JANE DOE beim Aufbau am klassischen Horror. Das bedeutet, dass sich Regisseur ANDRÉ ØVREDAL weniger den lauten Schocks und Jump Scares widmet. Stattdessen spielt er virtuos mit Licht und Schatten. Eine unheilverkündende Geräuschkulisse tut ihr Übriges.
 
 
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Der Hauptfokus in THE AUTOPSY OF JANE DOE liegt aber nicht ausschließlich auf Angst und Grusel. Ein stetig steigender Spannungsbogen ist hier die eigentliche Geheimzutat, denn Regisseur ANDRÉ ØVREDAL hält lang geheim, was es denn nun eigentlich mit dem makellosen Frauenkörper auf sich hat. Erst nach und nach kommen die beiden Pathologen hinter das Mysterium und entschlüsseln dabei ein Rätsel, das eiskalt das Blut in den Adern gefrieren lässt. Mehr über den packenden Plot zu verraten, wäre unfair all jenen gegenüber, die sich endlich mal wieder im (Heim)Kino vor Angst in die Hosen machen wollen. THE AUTOPSY OF JANE DOE schafft das ohne Weiteres. Da kann man nur ehrfürchtig seinen Hut ziehen, denn THE AUTOPSY OF JANE DOE ist definitiv einer der besten Horrorfilme der letzten Jahre. Chapeau!
 
 
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THE AUTOPSY OF JANE DOE – Fazit

 
 
 
10 Punkte Final
 
 
 
Eine schaurige Glanzleistung! Ohne Zweifel der beste Horrorfilm aus dem Jahr 2016. Europa zeigt Hollywood einmal mehr eindrucksvoll, wie man anständige Gruselstreifen inszeniert. Statt Gewalt und ausgeklügelte Spezialeffekte aus dem Computer, reichen in der Regel Licht und Schatten aus, um möglichst effektives Grauen heraufbeschwören zu können. Zudem sind nach wie vor gute und vor allem neue Ideen die Quintessenz für sehenswerte Horrorfilme, denn niemand möchte stets recycelten Blödsinn vor die Linse bekommen, den man schon in zig anderen Filmen zu sehen bekommen hat. Der britische Mystery-Horror THE AUTOPSY OF JANE DOE zeigt allen wie es geht. Spannung ist alles und die kommt eben nur dann zustande, wenn man sein Handwerk beherrscht und sich auch mal den Kopf über neue Geschichten zerbricht. Somit gehören die ersten 50 Minuten dieses Horrorthrillers zum Besten, was man seit zehn Jahren im Horror-Genre zu sehen bekommen hat. Wer eine empfindliche Blase besitzt, sollte demzufolge vor Filmbeginn noch einmal auf die Toilette gehen. THE AUTOPSY OF JANE DOE zieht wegen seiner geheimnisvollen Handlung so in den Bann, dass ein Toilettengang danach unmöglich sein wird. Weil der norwegische Regisseur ANDRÉ ØVREDAL hier ganze Arbeit geleistet hat, darf man davon ausgehen, dass bald Produzenten aus Hollywood klingeln werden. Es wäre nämlich nicht das erste Mal, wenn europäische Indie-Filmemacher plötzlich Horrorfilme in der Traumfabrik drehen. Der bisher erfolgreichste Horror-Export aus Europa: ALEXANDRE AJA. Dem Franzosen hat sein Beitrag zur neuen französische Terror-Welle den Weg nach ganz Oben geebnet. Mal sehen, wie weit ANDRÉ ØVREDAL kommen wird.
 
 
 


 
 
 

THE AUTOPSY OF JANE DOE – Zensur

 
 
 
Gewalt gibt es im Film kaum zu sehen. Ein Messer wird in einen Brustkorb gerammt und eine Axt kommt versehentlich zum Einsatz. Weiterhin gibt es übel zugerichtete Leichen zu Beginn zu sehen und ein Mann erliegt an den Verletzungen eines Sturzes aus großer Höhe. Die eigentlichen Schauwerte reduzieren sich auf die Obduktion einer Leiche. Die hier gezeigten Spezialeffekte dürften nichts für Zartbesaitete sein, denn in THE AUTOPSY OF JANE DOE wird äußerst realistisch der Körper einer Frau geöffnet. Trotz Leichenöffnung kann man von einer FSK16 ausgehen.
 
 
 


 
 
 

THE AUTOPSY OF JANE DOE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte Film für Grafiken liegen bei IFC Films | IFC Midnight)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Aftermath (1994)
 
Die Leiche der Anna Fritz (2015)
 
The Body (2012)
 


Filmkritik: „The Disappointments Room“ (2016)

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THE DISAPPOINTMENTS ROOM

Story

 
 
 
Ein Film, der angeblich auf wahren Begebenheiten beruht: Eine kleine Familie zieht nach einem Schicksalsschlag in ein altes Landhaus, ohne zu ahnen, was die vorherigen Bewohner für grausame Dinge darin veranstaltet haben.
 
 
 


 
 
 

THE DISAPPOINTMENTS ROOM – Kritik

 
 
 
Es gibt Horrorfilme, da braucht man sich nur Inhaltsangabe oder Trailer anschauen und schon spart man sich den mühsamen Weg bis zum Abspann. Gruselfilme haben seit Jahren im (Heim)Kino Hochkonjunktur, was eigentlich nichts Schlechtes bedeutet. Das Problem ist hierbei jedoch, dass die unheimlichen Streifen in dem meisten Fällen nach gleichem Muster gestrickt werden. Eine gut gemeinte Geste der Drehbuchautoren, um (amerikanische) Zuschauer nicht zu überfordern. Weil aber seit Jahren immer wieder die gleichen Handlungen im Geister- und Spukgenre abgespult werden, sind diese Filme zu richtigen Spannungskillern verkommen. So folgen Handlungen stets gleichem Ablauf, was Gruselfilme so vorhersehbar gestaltet, dass bereits nach wenigen Minuten klar sein dürfte, wohin die Reise gehen soll. Auch der glattgebügelte THE DISAPPOINTMENTS ROOM macht da keine Ausnahme. KATE BECKINSALE bleibt dem Horrorgenre treu, verändert aber ihren Stil. Statt dunkler Latexuniform (wie in den UNDERWOLRD-Filmen) trägt die Schauspielerin nun vornehmlich helle Baumwollgewänder und verwandelt sich von der erbarmungslosen Vampirjägerin in eine treusorgende Hausfrau und Mutter. Die Rolle nimmt man ihr zwar zu keinem Zeitpunkt ab, dafür bekommt der männliche Filmfan was fürs Auge geboten. Das Motto „Sex sells“ gilt eben auch im Horrorfilm. Leider kam der Film – trotz der Beckinsale als Blickfang – beim amerikanischen Publikum nicht sonderlich gut. Von knapp 14 Millionen US-Dollar Budget konnten gerade mal vier wieder eingespielt werden. Ein Kinoerfolg sieht anders aus.
 
 
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Dana (KATE BECKINSALE – übrigens diesmal blond) und David (MEL RAIDO) haben es nicht leicht. Nach dem plötzlichen Tod des neugeborenen Kindes soll die kleine Familie wieder zur Ruhe kommen. Der tragische Schicksalsschlag hat das Leben der noch jungen Eheleute ins Wanken gebracht. Doch ein Neuanfang soll’s wieder richten. Dafür bezieht das Paar zusammen mit Sohnemann Lucas ein altes Landhaus, das aber erst einmal auf Vordermann gebracht werden muss. Doch aus kleinen Reparaturen werden schnell große Probleme. Auf dem Dachboden entdeckt Dana einen verschlossenen Raum, der sich auf keinem Bauplan finden lässt. Das weckt die Neugier der leidenschaftlichen Architektin. Sie versucht einen Weg zu finden, um die Tür des geheimnisvollen Zimmers zu öffnen. Selbstverständlich ergibt sich bald eine Möglichkeit, doch der Raum ist leer. Kratzspuren an Wand und Tür hinterlassen ein ungutes Bauchgefühl. Das ist bald auch berechtigt, denn offenbar hat Dana etwas befreit, das eigentlich eingeschlossen bleiben sollte. Was folgt wird zum neuen Schreckgespenst. Furchtbare Albträume und Visionen machen der attraktiven Frau ein weiteres Mal das Leben schwer. Die sieht sich bald mit einer bösartigen Präsenz konfrontiert, die so rein gar nicht zu Scherzen aufgelegt ist. Was will der Geist von der ohnehin gebeutelten Mutter und was hat es mit dem mysteriösen Zimmer auf sich? Die Suche nach Antworten führt fast zur Katastrophe.
 
 
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Spielt sich das alles nur im Kopf der Hauptdarstellerin ab oder sind hier wirklich Geister am Werk? Regisseur D.J.CARUSO macht es Filmen wie DER BABADOOK oder THE HOUSE ON PINE STREET gleich. Das bedeutet, dass er gekonnt zwischen Psychothriller und Geisterfilm springt und damit mehrere Interpretationsansätze zulässt. THE DISAPPOINTMENTS ROOM funktioniert daher als lupenreiner Spukfilm ebenso, wie als Psychogramm einer von Schuldgefühlen geplagten Mutter, die wegen des tragischen Todes ihres Babys den Verstand verliert und plötzlich mysteriöse Dinge sieht. Auch wenn es derartige Taschenspielertricks in letzter Zeit so ziemlich oft auf die Mattscheibe geschafft haben, funktioniert das Verwirrspiel in diesem Film tadellos. THE DISAPPOINTMENTS ROOM ist aufgrund seiner anfänglich undurchsichtigen Machart nämlich ganz spannend geraten, weil lang ungeklärt bleibt, was es mit dem geheimnisvollen Raum im Dachgeschoss auf sich hat. Macher D.J.CARUSO lässt früh erahnen, dass mit diesem kargen Zimmer etwas nicht stimmt und webt darum ein Geheimnis, das von der Filmheldin erkundet werden soll. Die fängt an zu recherchieren und ebnet so ihren Weg in den Wahnsinn. Ein paar Geistererscheinungen sollen den Zuschauer auf falsche Fährten locken und von der psychische Instabilität der Filmheldin ablenken. Gemeine Manipulation, die aber immerhin für Gänsehaut sorgt und Liebhaber unheimlicher Mysterystreifen kurzweilige Schauer beschert. Wer demzufolge eine Vorliebe für alte Gemäuer mit grausamer Vergangenheit besitzt, kann gern dieser gruseligen Schnitzeljagd durch schlecht ausgeleuchtete Räume folgen. Konventionelle Schocks sind garantiert und die makellose Optik dürfte vor allem Mainstream-Zuschauern zusagen. Hollywood bleibt eben Hollywood.
 
 
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THE DISAPPOINTMENTS ROOM – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
THE DISAPPOINTMENTS ROOM ist spannend inszeniertes Gruselkino, das sich aber beim Ablauf am Altbewährten orientiert. Wer schon einmal Filme über alte Gemäuer gesehen hat in denen es spukt, weiß was gemeint ist. Die meisten Streifen dieser Art laufen nämlich nach gleichem Muster ab. So ist es nicht selten so, dass neue Bewohner alter Anwesen von Spukerscheinungen geplagt werden und die Ursachen dafür ergründen müssen. In der Regel ist das unfreiwillige Ableben ahnungsloser Menschen daran schuld, dass genau jene nach dem Tod nicht zu Ruhe kommen. Ganz ähnlich läuft das auch in THE DISAPPOINTMENTS ROOM ab. Hier muss eine attraktive Mutter den tragischen Tod ihres Neugeborenen verarbeiten und wird im neuen Heim auch noch mit Geistern konfrontiert. Hinter dem Spuk steckt Regisseur D.J.CARUSO, der bereits Kommerzielles für Hollywood gedreht hat. Mit DISTURBIA oder ICH BIN NUMMER VIER wurden schon einige Kassenschlager von ihm inszeniert, die für namhafte Studios viel Geld eingespielt haben. Zieht man THE DISAPPOINTMENTS ROOM zum Vergleich heran, ist das Gebotene zwar immer noch kurzweilig, aber weit weg vom potenziellen Kinohit. Der Mix aus Mystery, Psychothriller und Geisterfilm bietet nichts Neues oder gar Originelles, was ihn aus der Masse an Gruselstreifen hervorstechen lässt. Zudem wirkt die bekannte Schauspielerin KATE BECKINSALE (aus den UNDERWOLRD-Filmen) im Film unnahbar und lustlos. Für eine Identifikationsfigur fatal, soll die doch den Zuschauer an die Hand nehmen und durch den Film führen. Immerhin hat die attraktive Darstellerin in jeder Szene die Haare schön und steigt selbst nach einem Nickerchen aus dem Bett, als käme sie gerade aus dem Beautysalon. Da gibt’s von uns glatt mal ein Lob an das Haar- und Make-up-Team. THE DISAPPOINTMENTS ROOM erfindet das Rad nicht neu, bereitet jedoch altbewährte Gruselrezeptur so auf, dass es nicht langweilig wird. Wer Gruselnachschub benötigt, wird demnach nicht enttäuscht werden – auch wenn das Finale dann doch etwas sehr unglaubwürdig erscheint.
 
 


 
 
 

THE DISAPPOINTMENTS ROOM – Zensur

 
 
 
Es gibt eine zerfleischt Katze zu sehen, die von einem Hund attackiert wurde. Weiterhin schlägt KATE BECKINSALE mehrmals mit einem Gegenstand auf einen Kopf ein, so dass vom Schädel nur noch Brei übrig ist. Auch wenn diese Szene sehr hart anzuschauen ist, reicht es sicherlich noch für eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

THE DISAPPOINTMENTS ROOM – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen und Trailer liegen bei Rogue Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Noonday Witch (2016)
 
The Babadook (2014)
 
Darling (2015)
 
Dark Circles (2013)
 
Rosemaries Baby (1968)
 
The House on Pine Street (2015)
 
Little Devil (2014)
 
Shining (1980)
 
The Suffering (2016)


Filmkritik: „Wait Till Helen Comes“ (2016)

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WAIT TILL HELEN COMES

(LITTLE GIRL’S SECRET)

Story

 
 
 
Im neuen Heim geht es nicht mit rechten Dingen zu. Der Grund dafür ist nicht überraschend oder exorbitant einfallsreich: Im Garten vor dem Haus lassen Gräber die Ursache vermuten.
 
 
 


 
 
 

WAIT TILL HELEN COMES – Kritik

 
 
 
Auch ruhelose Geister brauchen Gesellschaft. So allein und verlassen im Jenseits kann es ganz schön langweilig werden. Das wird dem Publikum einmal mehr im Gruseldrama WAIT TILL HELEN COMES verdeutlicht, in welchem Geister durch Spuk versuchen sich die Ewigkeit unterhaltsamer zu gestalten. Auch der Zuschauer wird am eigenen Leib zu spüren bekommen, wie lang doch 80 Minuten sein können. Dieser Film macht dem Begriff Zeiträuber alle Ehre. Demzufolge wäre es besser Strickzeug, Bastelbedarf oder ein gutes Buch parat zu legen, denn WAIT TILL HELEN COMES kann eines wirklich gut: mit aufgewärmten Gruselgeschichten kostbare Zeit stibitzen. Da ist es beinahe nebensächlich, dass es sich hier mal wieder um eine nicht sonderlich gelungene Literaturumsetzung handelt, auf die die Welt nicht unbedingt gewartet hat. Hatten wir da nicht einige bereits in der Vergangenheit auf dem Schirm? So ungefähr, unendlich oft?
 
 
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Die Stiefgeschwister Molly und Heather (übrigens auch im echten Leben Geschwister: SOPHIE und ISABELLE NÉLISSE) verschlägt es, natürlich zusammen mit den Eltern und dem kleinen Bruder, in ein neues Heim fernab von Großstadt und Hektik. Die kleine Heather hat vor einiger Zeit die leibliche Mutter unter tragischen Umständen verloren, weshalb sie nun in der Ersatzfamilie die schrecklichen Ereignisse vergessen soll. Doch der Umzug und die neuen Familienmitglieder interessieren das kleine Mädchen nicht. Heather wirkt nach außen hin unnahbar und hat sich in ihre eigene Welt zurückgezogen. Ein großes Problem für die ohnehin überforderte Molly, die als große Schwester mit dem seltsamen Verhalten der Adoptivschwester so gar nicht warm werden möchte. Als man im Garten vor dem Haus die Grabplatte eines kleinen Mädchens findet, beginnt für die Familie eine Zeit des Grauens. So scheint die kleine Heather plötzlich Gefallen daran zu finden mit einer imaginären Freundin zu plaudern. Hobby-Geisterjäger ahnen wohl schon, was da so Schröööckliches dahinterstecken wird. Der Geist jenes Mädchens, dessen Grab vor dem neuen Zuhause gefunden wurde, treibt hier sein Unwesen. Offenbar scheint der mit dem mysteriösen Verschwinden von unzähligen Kindern in Verbindung zu stehen und hat mit ihrer Menschenfreundin eigene Pläne. Auch die große Schwester Molly wittert paranormalen Geisterspuk. Doof nur, dass ihr keiner Glauben möchte. Was folgt ist akribische Detektivarbeit und viele Stunden in den Archiven der Stadt. Ob die rebellische Molly hinter das Geheimnis des Kindergeistes kommen wird?
 
 
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WAIT TILL HELEN COMES oder LITTLE GIRL’S SECRET – so wie der Film zur Premiere auf dem amerikanischen TV-Sender LIFETIME noch hieß – basiert auf einem Roman der amerikanischen Jugendbuch-Schriftstellerin MARY DOWNING HAHN. Die ist hier in einer kleinen Gastrolle zu sehen, weil sie seit Kindertagen davon träumt, endlich mal selbst in einem Spielfilm mitwirken zu können. Die Produzenten hatten Erbarmen und erfüllten der Autorin und früheren Schul-Bibliothekarin den Herzenswunsch. So ist die Schriftstellerin – wenn leider nur in einer kurzen Szene – ebenfalls als Bibliothekarin im Film zu sehen. Doch das ist nicht der einzige Insider. Weitaus interessanter ist da schon die Tatsache, dass anfangs Scream-Queen JENNIFER LOVE HEWITT (die Heldin aus ICH WEISS WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST und der Fortsetzung des Slasher-Films) für den Regieposten angedacht war. Die sollte mit der Filmadaption zum Roman WAIT TILL HELEN COMES ihr Regiedebüt feiern, überlies die Arbeit dann doch DOMINIC JAMES, weil das Projekt nicht vorankam. Immerhin konnte Letzterer bereits Erfahrungen im Horror-Genre sammeln. Mit DIE! – EIN SPIEL AUF LEBEN UND TOD inszeniert er einen SAW-ähnlichen Horror-Thriller, der aber wegen der schleppenden Inszenierung und des mageren Blutgehalts bei Horrorfilm-Fans nicht sonderlich gut ankam. Mit ganz ähnlichen Mankos hat auch WAIT TILL HELEN COMES zu kämpfen. Der besitzt zwar mit Schauspielerin MARIA BELLO (aus DEMONIC oder COYOTE UGLY) eine Hollywood-erfahrene Darstellerin; hat aber sonst nichts zu bieten, als 08/15-Gruselstimmung.
 
 
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Mal wieder quasselt ein Mädchen mit unsichtbaren Freunden, die später als Geister entlarvt werden und das Kind bezirzen, auf dass Unheil angerichtet werden möge. Das hat man alles schon viele Male gesehen und enttäuscht deshalb, weil Regisseur DOMINIC JAMES fast gänzlich von Schocks mit Herzschlag-Momenten absieht. Stattdessen wird der Zuschauer mit seichtem Grusel gelangweilt, der sich trotz Geisterzutat eher Themen wie kindlicher Einsamkeit oder dem Zusammenhalt unter Geschwistern widmet. Demzufolge ist WAIT TILL HELEN COMES mehr Mystery-Drama mit Gruselbonus, statt waschechter Geisterspuk. Dennoch; trotz guter Absichten ist auch dieser Indie-Horror nichts, was man unbedingt gesehen haben muss. Gänsehaut kommt nur selten auf und die überraschungsarme Geschichte hat unter einem zähen Erzählfluss zu leiden. Was passieren wird, dürfte bereits nach wenigen Minuten ersichtlich sein. Weil WAIT TILL HELEN COMES den Mut scheut mal abseits der bekannten Geisterwege zu wandeln, wird dieser Film wohl bei den meisten Zuschauern ein frühes Ende finden. Schade um die guten Kinderdarsteller, die zugegeben wirklich optimal besetzt wurden.
 
 


 
 
 

WAIT TILL HELEN COMES – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Behäbig inszeniertes Mystery-Puzzle ohne Überraschungen, das nur jenen Zuschauern zu empfehlen ist, die auch jeden Geisterfilm auf ihrer Liste sehen müssen. WAIT TILL HELEN COMES oder LITTLE GIRL’S SECRET (so wie er in Amerika auch vermarktet wird) ist eine dieser Romanverfilmungen, die man nicht zwangsläufig hätte auf Zelluloid verewigen müssen. Geboten wird seichte Gruselei, der es streckenweise an Spannung mangelt. Das ist pures Gift vor allem für solche Filme, in denen es gilt, Mysterien zu entschlüsseln. Das ist auch in WAIT TILL HELEN COMES der Fall, wo mal wieder Geister spuken und der Grund dafür herausgefunden werden muss. Dank glaubhaft agierender Kinderdarsteller ist das Gebotene zumindest halbwegs ertragbar. Weil der Film aber – bis auf wenige Ausnahmen im Finale – kaum Effekthascherei zu bieten hat und die dünne Geschichte äußerst schleichend erzählt wird, dürften sich schnell Müdigkeitserscheinungen bemerkbar machen. WAIT TILL HELEN COMES ist kein nennenswerter Gruselbeitrag. Da hat man schon bedeutend bessere Schauerfilme auf der Mattscheibe gehabt.
 
 


 
 
 

WAIT TILL HELEN COMES – Zensur

 
 
 
Gewalt gibt es im Film gar nicht zu sehen. Ebenso wie knallharte Schocks. Das einzige was für Gänsehaut sorgt sind ein schemenhafte Umrisses eines Geistes, Schreie von brennenden Menschen und zwei vermoderte Skelette. Eigentlich könnte man WAIT TILL HELEN COMES (AT: LITTLE GIRL’S SECRET) ab 12 Jahre freigeben. Vermutlich wird’s aber eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

WAIT TILL HELEN COMES – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen, Szenenbilder liegen bei Courtesy of TriCoast Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jessabelle (2014)
 
Ouija: Ursprung des Bösen (2016)
 
The Devil’s Backbone (2001)
 
The Darkness (2016)
 
Sensoria (2015)
 
Das Waisenhaus (2007)


Filmkritik: „Ouija: Ursprung des Bösen“ (2016)

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OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN

(OUIJA: ORIGIN OF EVIL | OUIJA 2)

Story

 
 
 
Eine Familie spielt mit einer Macht, die sie nicht begreifen kann. Mittels Hexenbrett nimmt man Kontakt mit der Geisterwelt auf und gerät an Kreaturen, die keinen Spaß verstehen.

 
 
 


 
 
 

OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN – Kritik

 
 
 
Manchmal geschehen doch noch Wunder. Vor allem dann, wenn eigentlich unnötige Ableger mehr oder weniger erfolgreicher Horrorfilme gedreht werden, die dann zu aller Überraschung besser sind als das Original. So auch geschehen mit dem Horrorstreifen OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN, bei dem man nicht vermuten würde, dass es sich hier eigentlich um einen weiteren Teil des durchwachsenen Teenie-Gruselstreifens OUIJA handelt. Der wurde von UNIVERSAL PICTURES im Jahr 2014 ins Kino gebracht, um den von WARNER BROS zuvor in Auftrag gegebenen THE CONJURING und dessen überflüssiges Spin-Off ANNABELLE den Kampf ansagen zu können. Leider entwickelte sich OUIJA zum Volldebakel, da der Film nicht hielt, was die umfangreich geschalteten Werbemaßnahmen versprochen hatten. Statt schaurigem Gänsehautkino gab’s austauschbares Gruseleinerlei nach bekanntem Muster zu sehen, bei dem die Spannung mangels Neuerungen schon nach dem Vorspann mit der Lupe gesucht werden musste. Trotz verärgerter Kinogänger spielte OUIJA immerhin genug Dollars an den Kassen ein, um eine Fortsetzung anpeilen zu können. Weil nach den unzureichenden Qualitäten der Gruselgurke wohl niemand für den Nachfolger Geld ausgegeben hätte, entschlossen sich die Macher zu einem geradezu hinterlistigen Trick. Sie verzichteten auf die Zwei im Titel und tauften den Nachfolger um in OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN. Besser hätte man das Publikum nicht an der Nase herumführen können.
 
 
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Die Fortsetzung von OUIJA ist somit gar keine richtige Fortsetzung. OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN erzählt die Vorgeschichte zum Gruselflop und entführt den Zuschauer ins Amerika der 1960er Jahre. Irgendwo in einem idyllischen Vorort von Los Angeles rettet sich eine verwitwete Mutter mit ihren zwei Töchtern über die Runden. Damit der Lebensunterhalt bestritten werden kann, ist man in Sachen Scharlatanerie im Einsatz, um mit falschen Séancen trauernden Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Doch aus Taschenspielertricks wird bald Ernst. Nachdem ein Ouija-Brett angeschafft wurde, um den falschen Kontakt mit dem Jenseits glaubwürdiger erscheinen zu lassen, staunt man nicht schlecht, als sich plötzlich wirklich Geister auf die Botschaften melden. Vor allem die jüngere Tochter Doris findet schnell Gefallen am Draht zum Jenseits. Leider wird die Familie die Geister bald nicht mehr los, die sie gerufen hat. Unter den toten Plaudertaschen befinden sich nämlich auch einige Gestalten, die der Menschheit nichts Gutes wollen. So nehmen die Geschehnisse ihren Lauf und bescheren Zuschauern Gänsehaut – einiger fieser Spezialeffekte sei Dank.
 
 
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Ein Prequel, das den missratenen Vorgänger gekonnt ignoriert. Als hätte es ihn nie gegeben. OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN ist überraschend anders als der Film, der zwei Jahre zuvor das Publikum mit Langeweile gequält hat. Statt sich ausschließlich auf Effekthascherei zu konzentrieren, geht man dem Gruseln auf den Grund und versucht das Angsteinjagen auf altmodische Weise zu zelebrieren. Das bedeutet: mehr Atmosphäre und Stimmung, dafür weniger Krawall und Blut. Verantwortlich ist MIKE FLANAGAN. Der hatte bereits mit den sehenswerten Genrefilmen BEFORE I WAKE, HUSH und OCULUS bewiesen, dass er in Sachen Horror Wert auf Qualität legt. So ließ er sich für OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN unverkennbar von Filmen wie THE CONJURING und dessen unmittelbarer Fortsetzung inspirieren, die kommerziell gesehen – und weil die Welt schlecht ist – zu den erfolgreichsten Horrorfilmen gehören, die jemals gedreht wurden. Dass die OUIJA-Fortsetzung in ebenso atmosphärischem Retro-Setting daherkommt, wie die genannten Horror-Hits, legt die Vermutung nahe, dass da jemand im Produzentenauftrag nacheifern sollte. Glücklicherweise wenigstens nicht unbeholfen, denn Dank seiner tristen 60er-Jahre-Kulisse fühlt sich OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN gleich doppelt so schaurig an.
 
 
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Regisseur MIKE FLANAGAN erzählt hier eine stimmungsvolle Spukgeschichte, die gewöhnlich beginnt und im späteren Verlauf immer unheimlicher wird. Im Mittelpunkt steht die kleine Doris, die bald nicht mehr so unschuldig ist, wie sie auf den ersten Blick scheint. Geisterwesen schlüpfen in ihren Körper und richten kräftig Unheil an. Das passiert unter Einsatz von CGI, der aber nie zu aufdringlich wird. Ganz im Gegenteil. Das Effekte-Team spielt mit Morphing-Effekten, die das Gesicht der kleinen Hauptdarstellerin verzerren. Aufgrund verspielter Stilmittel wie Unschärfen und bewusst schlechter Ausleuchtung wirken die Entfremdungseffekte reichlich verstörend. Empfindsame Gemüter lassen demnach besser das Licht beim Schlafen an. Die tricktechnisch raffiniert animierten Grimassen des kleinen Mädchens folgen sicherlich bis in die Träume.
 
 
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Unterm Strich betrachtet ist OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN eine kleine Überraschung. MIKE FLANAGAN lässt viel Liebe zum Detail einfließen und überzeugt mit selbstbewusster Handschrift. Neben dem geschickten Spiel mit Licht und Schatten sind es vor allem visuelle Spielereien und Details, die die Gruselatmosphäre verstärken. So erinnern absichtlich verpatzte Schnitte und Filmrollenwechsel-Löcher im Bild an längst vergangene Zeiten, in denen man noch ins Kino gehen musste, um sich das Fürchten lehren zu lassen. Nur dort dürfte das OUIJA-Prequel ohnehin sein gesamtes Gruselpotenzial entfalten können, denn dieser Film ist dafür prädestiniert sich mit der schreckhaften Freundin zusammengekuschelt im Kinosessel auf Geisterjagd zu begeben.
 
 
 


 
 
 

OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Was für ein riesiges Gruseltheater um ein kleines, na ja, „Brettspiel“. OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN erzählt die Vorschichte zum Horrorfilm OUIJA, der 2014 erschien und leider enttäuschte. Wer jetzt aber meint, dass auch der zweite Teil mit Langeweile quält, irrt gewaltig. BEVOR I WAKE-Regisseur MIKE FLANAGAN hat all das aus dem Drehbuch gestrichen, was den Vorgänger so miserabel gemacht hat. So ist das Prequel im Gegensatz zur Schnarchtablette von 2014 eine deutliche Steigerung und Gruselfans uneingeschränkt zu empfehlen. Übrigens basieren beide Filme auf einem Okkultisten-Werkzeug, das als Brettspiel des Spielzeugherstellers HASBRO schon so einige Filmemacher beschäftigt hat. Der bekannteste Film zum Thema wurde in den 1980ern gedreht und dürfte sturmerprobten Horrorfilmkennern unter dem Titel WITCHBOARD – DIE HEXENFALLE bekannt sein. Auf der gleichen Welle reitet auch OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN, der ohne zu übertreiben sogar einen Tick besser ist, als der B-Horrorklassiker aus der Mache von KEVIN TENNY. Aber das ist auch kein Wunder, denn dem zweiten Teil von OUIJA stand weit mehr Budget zur Verfügung (neun Millionen US-Dollar) als Tenny seinerzeit für seinen Low-Budget-Grusler verbraten durfte.
 
 
 


 
 
 

OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN – Zensur

 
 
 
OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN (Originaltitel: OUIJA: ORIGIN OF EVIL) ist ein typischer Vertreter der Gattung Geisterfilm. Hier wird sich in erster Linie auf Stimmung und Atmosphäre konzentriert. Zeigefreudige Gewaltmomente sucht man vergebens. Ein Teenager wird aufgehängt, ein Mund zugenäht, ein Kind erstickt und einer Filmfigur wird eine Klinge in den Bauch gerammt. Außerdem gibt es noch ein paar Skelette zu sehen. Im Kino wurde OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN mit FSK16 aufgeführt. Diese Freigabe gilt ebenso für die Heimkinoveröffentlichung.
 
 
 


 
 
 

OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universal Pictures Home Entertainment (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Ouija: Origin of Evil; USA 2016

Genre: Horror

Ton: Deutsch DTS 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS 5.1, Italienisch DTS 5.1, Spanisch DTS 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Arabisch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Hindi, Isländisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Kommentar mit Regisseur/ Co-Autor/ Cutter Mike Flanagan, Unveröffentlichte Szenen, Das Making-of von „Ouija – Ursprung des Bösen“

Release-Termin: 23.03.2017

 

Ouija – Ursprung des Bösen [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Universal Pictures Home Entertainment 2017)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Witchboard – Die Hexenfalle (1986)
 
Ouija – Spiel nicht mit dem Teufel (2014)
 
Satanic (2016)
 
The Midnight Game (2013)
 
I am ZoZo (2012)
 
The Ouija Experiment (2011)
 
Witchboard 2 – Die Tür zur Hölle (1993)


Filmkritik: „Within“ (2016)

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WITHIN

(CRAWLSPACE)

Story

 
 
 
Eine Familie bezieht ein neues Haus, in dem es – Überraschung – nicht mit rechten Dingen zugeht. Da poltert es mal wieder aus nicht erklärlichen Gründen oder Möbel verschieben sich wie von Geisterhand. Spukt es hier etwa? Na, hoffentlich nicht.

 
 
 


 
 
 

WITHIN – Kritik

 
 
 
Es gibt ja immer mal wieder eingeschränkt kreative Produzenten, Regisseure oder Drehbuchautoren, die meinen, stets besonders einfallsreich sein zu müssen. Sie feilen auf Biegen und Brechen an Titelkreationen, damit am Ende ein möglichst ausgefallener Filmname möglichst viele neugierige Zuschauer ins Kino lockt. Ein durchaus cleverer Einfall, der aber die Mühe nicht wert ist, wenn er zu viel verrät. Genau das ist beim Horrorfilm WITHIN passiert. Hier entschlüsselt der Titel quasi das, worauf der Streifen abzielt. Dumm gelaufen, vor allem deshalb, weil Drehbuchautor GARY DAUBERMAN (von ihm kommen übrigens auch die Drehbücher zu den THE CONJURING-Ablegern ANNABELLE und ANNABELLE 2) vehement darum bemüht ist, die Auflösung zum Film möglichst lang hinauszuzögern. Hat man dann aber die ersten Filmminuten gesehen und zieht den Filmtitel für Erklärungsversuche heran, wird schnell klar, wohin die Reise gehen wird. Weil WITHIN von einem größeren Studio produziert wurde, kann es sich definitiv um keinen Anfängerfehler handeln. Da war wohl jemand einfach nur dumm und hat nicht mitgedacht.
 
 
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„Jede Straße hat ein unheimliches Haus und in einem dieser Häuser lebst Du!“. Jene beunruhigende Botschaft überbringt einer der Nachbarsjungen der neu hinzugezogenen Teenagerin Rebecca Howe (TEAGAN SIRSET), als die in der Garage mal wieder mysteriösen Geräuschen auf den Grund gehen will. Sie hat zusammen mit den Eltern ein schönes Anwesen in einer gepflegten Vorstadtsiedlung bezogen. Doch die Idylle ist trügerisch. Vor einigen Jahren hat sich hier Tragisches ereignet. Eine Familie kam im neuen Heim auf schreckliche Weise ums Leben. Seither machen die Nachbarn einen großen Bogen um das Haus. Spukt es hier etwa? Zumindest liegt der Verdacht nahe, denn seit dem Einzug passieren seltsame Dinge. Bilder fallen plötzlich von der Wand, Möbel werden verschoben, auf dem Dachboden rumpelt es und die Hauskatze wittert hinter den Wänden das Böse. Nach einigen Recherchen in alten Kisten der früheren Bewohner findet Rebecca eine Spur. Offensichtlich ist hier weit mehr im Busch als anfangs vermutet. Sie beginnt Ursachen zu erforschen und stößt auf ein Geheimnis, das allen bald das Blut in den Adern gefrieren lässt.
 
 
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WITHIN oder CRAWLSPACE – so wie der Film wohl anfangs heißen sollte und umbenannt wurde, weil die Auflösung dann zu offensichtlich gewesen wäre – ist leichte Thrillerunterhaltung mit ein paar unterwarteten Wendungen und dem obligatorischen Überraschungstwist. Letzterer ist im Horrorfilm mittlerweile so oft zu sehen, dass es fast schon überflüssig ist, ihn als raffiniertes Filmelement erwähnen zu müssen. Mit Spuk hat Gezeigtes natürlich wenig gemein. Die Bedrohung ist greifbar und die mysteriösen Ereignisse lassen sich rational erklären. So dürften geübte Zuschauer recht schnell erraten, worauf es hier hinauslaufen wird, obwohl lang suggeriert wird, dass WITHIN ein weiterer Spukstreifen ist. Das macht den Streifen vorhersehbar, weil Regisseur PHIL CLAYDON (LESBIAN VAMPIRE KILLERS) mit allerhand Klischees und bekannten Schreckmomenten arbeitet, um auf falsche Fährten zu locken. Leider hat man viele der Schockmomente und Handlungsabläufe so ähnlich bereits in vielen anderen Filmen gesehen, weshalb die Irreführung nur bedingt funktioniert. Hinzukommt, dass WITHIN dann doch so einige Zeit braucht, bis es wirklich mal interessant wird.
 
 
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So bleibt leider nur ein weiterer – immerhin glattgebügelter – Thriller fürs kommerzverwöhnte Mainstream-Publikum. Sonderlich viel Anspruch und Einfallsreichtum sollte man nicht erwarten, denn WITHIN will nicht die grauen Zellen fordern, sondern ausschließlich unterhalten. Wenn man den Kopf ausschaltet, funktioniert das im hektisch geschnittenen Finale sogar wirklich gut. Hier jedoch von einem außergewöhnlich guten oder gar intelligenten Thriller zu sprechen, wäre schlicht übertrieben.
 
 
 


 
 
 

WITHIN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wenn aus einer kleinen Idee viel Brimborium gemacht wird. WITHIN verläuft nach bekannten Mustern, und kommt nicht von gewohnten Bahnen ab. Eine Familie zieht in ein Haus, bemerkt mysteriöse Dinge, geht der Sache auf den Grund und bekämpft das Böse. Der Ablauf ist bekannt und hat man in vielen anderen Horrorthrillern so ähnlich gesehen. Relativ unverbraucht ist hier nur die Erklärung, welche sich dafür mehr oder weniger dreist bei Filmen wie DAS HAUS DER VERGESSENEN, THE BOY oder UNCERTAIN GUEST bedient. Drehbuchautor GARY DAUBERMAN hat viel Füllmaterial um einen Überraschungstwist geschrieben, der in WITHIN den eigentlichen Höhepunkt darstellen soll. Wer horrorfilmunerfahren ist, dürfte über den Twist verblüfft sein – alte Horrorhasen wittern die Fährte bereits nach wenigen Minuten. Trotz austauschbarer Handlung ist Hauptdarstellerin TEAGAN SIRSET immerhin hübsch anzusehen. Die hat in quasi jeder Szenen die Haare schön und steigt natürlich nach acht Stunden Nachtruhe perfekt geschminkt aus dem Bett. Die Dame muss am Ende gegen das personifizierte Böse kämpfen und purzelt dabei von einem Klischee ins nächste. Für Zwischendurch reicht das Gruseltheater. Sonderlich hohe Erwartungen sollte man aber nicht haben.
 
 
 


 
 
 

WITHIN – Zensur

 
 
 
Schlimme Szenen gibt es nicht zu sehen. Ein Hammer wird in einen Kopf geschlagen, einer anderen Person wird ein Kabel um den Hals gelegt und sie wird aufgehangen. Hierzulande wird es wohl eine FSK16 geben. Der Film soll Februar 2017 in Deutschland über WARNER BROS. erscheinen.
 
 
 


 
 
 

WITHIN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Packshot liegen bei WARNER BROS.)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Pact (2012)
 
Uncertain Guest – Du bist nicht allein (2004)
 
Das Haus der Vergessenen (1991)
 
The Boy (2015)


Filmkritik: „Abattoir“ (2016)

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ABATTOIR

Story

 
 
 
Auf der Suche nach Antworten zu mysteriösen Mordfällen, verschlagt es eine neugierige Reporterin in ein verschlafenes Dorf, wo es nicht mit rechten Dingen zugeht.

 
 
 


 
 
 

ABATTOIR – Kritik

 
 
 
Und wieder ein Mysteryfilm mit Geisterzutat. Das ist Anbetracht der Menge jener Art von Streifen mittlerweile nichts Besonderes mehr. Weitaus interessanter ist da schon eher, wer es sich auf dem Regiestuhl gemütlich gemacht hat. DARREN LYNN BOUSMAN ist wieder da und wechselt die Fronten. Der ist eigentlich für blutige Hausmannskost berüchtigt und hat zuvor die Teile zwei, drei und vier der nicht gerade zimperlichen SAW-Reihe fürs Multiplex inszeniert. Vermutlich hatte er es aber wohl satt den immer gleichen Käse fürs gewalterprobte Publikum zu drehen. Daher verirrt er sich nun mit ABATTOIR ins subtile Filmfach – kann aber scheinbar trotzdem nicht das mit dem Blut und der Gewalt lassen. Der Schuster bleibt halt bei seinen Leisten. ABATTOIR basiert auf den gleichnamigen Graphic Novels des horrorkundigen Filmemachers. Leider ist der Sprung auf die Leinwand nicht sonderlich erwähnenswert, denn irgendwie vermisst man in der Kinoadaption das zügige Tempo und die knallharte Kompromisslosigkeit der früheren Werke des Regisseurs. Das verursacht keine Begeisterungsstürme – vor allem nicht beim Zuschauer, der eine gewisse Kaltschnäutzigkeit erwartet, die er mit den Werken des DARREN LYNN BOUSMAN in Verbindung bringt. Da kann man nur hoffen, dass beim nächsten Film alles besser wird. Schenkt man Interviews und Berichten im Internet Glauben, soll ABATTOIR unter dem Titel THE DWELLING fortgesetzt werden. Hoffentlich dann aber auch in der für Bousman bekannten Gangart – denn ABATTOIR ist im Gegensatz zu dem was man sonst von ihm gesehen hat Kinderfasching.
 
 
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Düsterer Videolook und dreckige Bilder. Auch ABATTOIR erinnert visuell so ziemlich an die bisherigen Schocker des Herrn Bousmann und erzählt die Geschichte von Journalistin Julia, die hier versucht ein Mysterium zu lüften. Die Familie ihrer Schwester wurde von einem Fremden kaltblütig abgeschlachtet. Die Polizei steht vor einem Rätsel – vor allem auch deshalb, weil wenige Stunden später der gesamte Tatort aus dem Haus gerissen wurde. Weil man keine Erklärungen für die Tat findet, beginnt die attraktive Mittdreißigerin auf eigene Faust zu recherchieren. Schnell findet Julia eine erste Spur. Offensichtlich verschwinden seit Jahren immer häufiger Schauplätze grausamer Verbrechen. So verschlägt es die Journalistin auf der Suche nach Antworten in ein kleines Dorf in dem Prediger Crone für Zucht und Ordnung sorgt. Leider sind die Bewohner nicht sonderlich kommunikativ. Das hat auch seine Gründe, denn hinter der Fassade friedliebender Bürger versteckt sich das ultimativ Böse.
 
 
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ABATTOIR (was so viel heißt wie Schlachthaus) bewegt sich irgendwo zwischen Sekten, Geister- und Kleinstadt-Horror, macht aber nicht sonderlich Laune. Statt den Zuschauer mit Terror, Adrenalin und Hektik zu quälen – so wie man es bisher aus der Bousman’schen Tortur-Werkstatt vorgesetzt bekommen hat – bereitet dieser Streifen in erster Linie nur eines: Langeweile. Der US-amerikanische Regisseur versucht es mit Langsamkeit und stetig steigenden Spannungsbogen. Leider gelingt es dem Filmemacher nur mühsam den Film voranzutreiben und die Handlung irgendwie interessant zu gestalten. Demzufolge braucht ABATTOIR erschreckend lang bis er endlich in die Gänge kommt und seine Richtung gefunden hat. Spätestens dann überzeugt der Horrorthriller aber mit tricktechnisch gutem CGI-Finale und netten Einfällen. Nach vermeintlich ergebnisfreier Suche nach Antworten und teils spannungsfreier Detektivarbeit schöpft Bousman endlich aus den vollen und zeigt einmal mehr, wieso die SAW-Filme so erfolgreich wurden. Die Helden und auch der Zuschauer werden durch eine Art surreale Geisterbahn gejagt, in der vor allem Bousmans Gespür für abrupte Schnitte zum Tragen kommt. Das macht den Film hektisch und rasant – kommt aber 70 Minuten zu spät. Letztendlich bleibt ABATTOIR weit hinter den Erwartungen zurück. Trotz aller Bemühungen schafft es der Streifen zu keiner Minute zu fesseln. Das ist dahingehend schade, weil die Idee mit den verschollenen Tatorten und die letztendliche Auflösung durchaus ihren Reiz haben. Demzufolge kann man Bouman dann doch eher raten bei dem bleiben, was er wirklich kann. Das sind nun mal in erster Linie keine atmosphärischen und gut durchdachten Gruselschauer, sondern reißerische Horrorfilme, die sich mit den Abgründen der menschlichen Seele beschäftigen.
 
 
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ABATTOIR – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Eine surreale Geisterbahn, die irgendwie nicht so recht an Fahrt zulegen will. ABATTOIR ist eine kleine Enttäuschung, denn nach den durchaus unterhaltsamen SAW-Streifen zwei, drei und vier hat man dann doch schon etwas mehr Fingerspitzengefühl in Sachen Horror von Regisseur DARREN LYNN BOUSMAN erwartet. Wo die reißerischen SAW-Ableger trotz gleicher Machart irgendwie doch noch mitfiebern ließen, herrscht in ABATTOIR Leere. Der Film ist unglaublich ereignisarm und hätte auch gut und gerne als 30-minütige Gruselepisode irgendeiner Horror-TV-Sendung abgehandelt werden können. Stattdessen wird eine im Grunde genommen gar nicht mal so uninteressante Geschichte zwanghaft auf 90 Minuten geblasen und verursacht gähnende Langeweile. Viel passiert nicht – zumindest bis kurz vor Ende. Dann wird der Zuschauer immerhin durch eine spukreiche Jahrmarkt-Attraktion gejagt. Ob das aber das Sehen dieses eher mittelprächtigen Gruselstreifens rechtfertig, muss jeder selbst entscheiden. Wer jedoch gerade wegen DARREN LYNN BOUSMAN am Steuer einen „krassen“ Film erwartet, dürfte sehr schnell enttäuscht werden.
 
 
 


 
 
 

ABATTOIR – Zensur

 
 
 
Zwar ist ABATTOIR kein SAW, aber es gibt dennoch einige recht krude Morde zu sehen. So gibt es in einem Zusammenschnitt sämtliche Verbrechen zu sehen, die sich in diversen Zimmern zugetragen haben, welche dann auf mysteriöse Weise verschwunden sind. Dennoch halten sich die Schauwerte in Grenzen und rechtfertigen eine FSK16. Nach der Deutschlandpremiere auf dem FANTASY FILMFEST 2016 ist der Streifen nun ungeschnitten auf DVD und Blu-ray erschienen.
 
 
 


 
 
 

ABATTOIR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Constantin Film | Highlight Communications

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Abattoir; USA 2016

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD HR 5.1, Englisch DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 (1920 x 1080p)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Making of (10 Min.), Trailer Deutsch, Originaltrailer, Unsere DVD/BD-Empfehlung

Release-Termin: 06.10.2016

 

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ABATTOIR – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Constantin Film | Highlight Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Conjuring – Die Heimsuchung (2013)
 
100 Feet (2007)
 
100 Ghost Street – The Return of Richard Speck (2012)