Filmkritik: „Ouija: Ursprung des Bösen“ (2016)

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OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN

(OUIJA: ORIGIN OF EVIL | OUIJA 2)

Story

 
 
 
Eine Familie spielt mit einer Macht, die sie nicht begreifen kann. Mittels Hexenbrett nimmt man Kontakt mit der Geisterwelt auf und gerät an Kreaturen, die keinen Spaß verstehen.

 
 
 


 
 
 

OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN – Kritik

 
 
 
Manchmal geschehen doch noch Wunder. Vor allem dann, wenn eigentlich unnötige Ableger mehr oder weniger erfolgreicher Horrorfilme gedreht werden, die dann zu aller Überraschung besser sind als das Original. So auch geschehen mit dem Horrorstreifen OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN, bei dem man nicht vermuten würde, dass es sich hier eigentlich um einen weiteren Teil des durchwachsenen Teenie-Gruselstreifens OUIJA handelt. Der wurde von UNIVERSAL PICTURES im Jahr 2014 ins Kino gebracht, um den von WARNER BROS zuvor in Auftrag gegebenen THE CONJURING und dessen überflüssiges Spin-Off ANNABELLE den Kampf ansagen zu können. Leider entwickelte sich OUIJA zum Volldebakel, da der Film nicht hielt, was die umfangreich geschalteten Werbemaßnahmen versprochen hatten. Statt schaurigem Gänsehautkino gab’s austauschbares Gruseleinerlei nach bekanntem Muster zu sehen, bei dem die Spannung mangels Neuerungen schon nach dem Vorspann mit der Lupe gesucht werden musste. Trotz verärgerter Kinogänger spielte OUIJA immerhin genug Dollars an den Kassen ein, um eine Fortsetzung anpeilen zu können. Weil nach den unzureichenden Qualitäten der Gruselgurke wohl niemand für den Nachfolger Geld ausgegeben hätte, entschlossen sich die Macher zu einem geradezu hinterlistigen Trick. Sie verzichteten auf die Zwei im Titel und tauften den Nachfolger um in OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN. Besser hätte man das Publikum nicht an der Nase herumführen können.
 
 
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Die Fortsetzung von OUIJA ist somit gar keine richtige Fortsetzung. OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN erzählt die Vorgeschichte zum Gruselflop und entführt den Zuschauer ins Amerika der 1960er Jahre. Irgendwo in einem idyllischen Vorort von Los Angeles rettet sich eine verwitwete Mutter mit ihren zwei Töchtern über die Runden. Damit der Lebensunterhalt bestritten werden kann, ist man in Sachen Scharlatanerie im Einsatz, um mit falschen Séancen trauernden Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Doch aus Taschenspielertricks wird bald Ernst. Nachdem ein Ouija-Brett angeschafft wurde, um den falschen Kontakt mit dem Jenseits glaubwürdiger erscheinen zu lassen, staunt man nicht schlecht, als sich plötzlich wirklich Geister auf die Botschaften melden. Vor allem die jüngere Tochter Doris findet schnell Gefallen am Draht zum Jenseits. Leider wird die Familie die Geister bald nicht mehr los, die sie gerufen hat. Unter den toten Plaudertaschen befinden sich nämlich auch einige Gestalten, die der Menschheit nichts Gutes wollen. So nehmen die Geschehnisse ihren Lauf und bescheren Zuschauern Gänsehaut – einiger fieser Spezialeffekte sei Dank.
 
 
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Ein Prequel, das den missratenen Vorgänger gekonnt ignoriert. Als hätte es ihn nie gegeben. OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN ist überraschend anders als der Film, der zwei Jahre zuvor das Publikum mit Langeweile gequält hat. Statt sich ausschließlich auf Effekthascherei zu konzentrieren, geht man dem Gruseln auf den Grund und versucht das Angsteinjagen auf altmodische Weise zu zelebrieren. Das bedeutet: mehr Atmosphäre und Stimmung, dafür weniger Krawall und Blut. Verantwortlich ist MIKE FLANAGAN. Der hatte bereits mit den sehenswerten Genrefilmen BEFORE I WAKE, HUSH und OCULUS bewiesen, dass er in Sachen Horror Wert auf Qualität legt. So ließ er sich für OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN unverkennbar von Filmen wie THE CONJURING und dessen unmittelbarer Fortsetzung inspirieren, die kommerziell gesehen – und weil die Welt schlecht ist – zu den erfolgreichsten Horrorfilmen gehören, die jemals gedreht wurden. Dass die OUIJA-Fortsetzung in ebenso atmosphärischem Retro-Setting daherkommt, wie die genannten Horror-Hits, legt die Vermutung nahe, dass da jemand im Produzentenauftrag nacheifern sollte. Glücklicherweise wenigstens nicht unbeholfen, denn Dank seiner tristen 60er-Jahre-Kulisse fühlt sich OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN gleich doppelt so schaurig an.
 
 
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Regisseur MIKE FLANAGAN erzählt hier eine stimmungsvolle Spukgeschichte, die gewöhnlich beginnt und im späteren Verlauf immer unheimlicher wird. Im Mittelpunkt steht die kleine Doris, die bald nicht mehr so unschuldig ist, wie sie auf den ersten Blick scheint. Geisterwesen schlüpfen in ihren Körper und richten kräftig Unheil an. Das passiert unter Einsatz von CGI, der aber nie zu aufdringlich wird. Ganz im Gegenteil. Das Effekte-Team spielt mit Morphing-Effekten, die das Gesicht der kleinen Hauptdarstellerin verzerren. Aufgrund verspielter Stilmittel wie Unschärfen und bewusst schlechter Ausleuchtung wirken die Entfremdungseffekte reichlich verstörend. Empfindsame Gemüter lassen demnach besser das Licht beim Schlafen an. Die tricktechnisch raffiniert animierten Grimassen des kleinen Mädchens folgen sicherlich bis in die Träume.
 
 
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Unterm Strich betrachtet ist OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN eine kleine Überraschung. MIKE FLANAGAN lässt viel Liebe zum Detail einfließen und überzeugt mit selbstbewusster Handschrift. Neben dem geschickten Spiel mit Licht und Schatten sind es vor allem visuelle Spielereien und Details, die die Gruselatmosphäre verstärken. So erinnern absichtlich verpatzte Schnitte und Filmrollenwechsel-Löcher im Bild an längst vergangene Zeiten, in denen man noch ins Kino gehen musste, um sich das Fürchten lehren zu lassen. Nur dort dürfte das OUIJA-Prequel ohnehin sein gesamtes Gruselpotenzial entfalten können, denn dieser Film ist dafür prädestiniert sich mit der schreckhaften Freundin zusammengekuschelt im Kinosessel auf Geisterjagd zu begeben.
 
 
 


 
 
 

OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Was für ein riesiges Gruseltheater um ein kleines, na ja, „Brettspiel“. OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN erzählt die Vorschichte zum Horrorfilm OUIJA, der 2014 erschien und leider enttäuschte. Wer jetzt aber meint, dass auch der zweite Teil mit Langeweile quält, irrt gewaltig. BEVOR I WAKE-Regisseur MIKE FLANAGAN hat all das aus dem Drehbuch gestrichen, was den Vorgänger so miserabel gemacht hat. So ist das Prequel im Gegensatz zur Schnarchtablette von 2014 eine deutliche Steigerung und Gruselfans uneingeschränkt zu empfehlen. Übrigens basieren beide Filme auf einem Okkultisten-Werkzeug, das als Brettspiel des Spielzeugherstellers HASBRO schon so einige Filmemacher beschäftigt hat. Der bekannteste Film zum Thema wurde in den 1980ern gedreht und dürfte sturmerprobten Horrorfilmkennern unter dem Titel WITCHBOARD – DIE HEXENFALLE bekannt sein. Auf der gleichen Welle reitet auch OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN, der ohne zu übertreiben sogar einen Tick besser ist, als der B-Horrorklassiker aus der Mache von KEVIN TENNY. Aber das ist auch kein Wunder, denn dem zweiten Teil von OUIJA stand weit mehr Budget zur Verfügung (neun Millionen US-Dollar) als Tenny seinerzeit für seinen Low-Budget-Grusler verbraten durfte.
 
 
 


 
 
 

OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN – Zensur

 
 
 
OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN (Originaltitel: OUIJA: ORIGIN OF EVIL) ist ein typischer Vertreter der Gattung Geisterfilm. Hier wird sich in erster Linie auf Stimmung und Atmosphäre konzentriert. Zeigefreudige Gewaltmomente sucht man vergebens. Ein Teenager wird aufgehängt, ein Mund zugenäht, ein Kind erstickt und einer Filmfigur wird eine Klinge in den Bauch gerammt. Außerdem gibt es noch ein paar Skelette zu sehen. Im Kino wurde OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN mit FSK16 aufgeführt. Diese Freigabe gilt ebenso für die Heimkinoveröffentlichung.
 
 
 


 
 
 

OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universal Pictures Home Entertainment (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Ouija: Origin of Evil; USA 2016

Genre: Horror

Ton: Deutsch DTS 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS 5.1, Italienisch DTS 5.1, Spanisch DTS 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Arabisch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Hindi, Isländisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Kommentar mit Regisseur/ Co-Autor/ Cutter Mike Flanagan, Unveröffentlichte Szenen, Das Making-of von „Ouija – Ursprung des Bösen“

Release-Termin: 23.03.2017

 

Ouija – Ursprung des Bösen [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Universal Pictures Home Entertainment 2017)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Witchboard – Die Hexenfalle (1986)
 
Ouija – Spiel nicht mit dem Teufel (2014)
 
Satanic (2016)
 
The Midnight Game (2013)
 
I am ZoZo (2012)
 
The Ouija Experiment (2011)
 
Witchboard 2 – Die Tür zur Hölle (1993)

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Filmkritik: „Sensoria“ (2015)

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SENSORIA – JEDE WOHNUNG HAT IHRE VERGANGENHEIT

(SENSORIA)

Story

 
 
 

Den Neuanfang hätte sich Caroline Menard wohl einfacher vorgestellt. Frisch vom Partner getrennt und in eine eigene Wohnung gezogen, passieren plötzlich mysteriöse Dinge um sie herum, die sich die zerbrechliche Frau nicht erklären kann.

 
 
 


 
 
 

SENSORIA – Kritik

 
 
 
Wenn sich keine spendablen Geldgeber für mögliche Horrorstreifen finden lassen, müssen die Zuschauer eben selbst ran. Seit einigen Jahren blühen die Geschäfte auf Crowdfunding-Plattformen wie KICKSTARTER, STARTNEXT und Konsorten, wo ambitionierte Regisseure mit Filmfans in Verbindung treten, um sich von ihnen Filme finanzieren zu lassen. So konnte in der Vergangenheit einiges an Kinomaterial (grandios: STROMBERG – DER FILM) umgesetzt werden, das sonst hätte nie gedreht werden können. Auch in Schweden versucht man jetzt Horrorfilme auf die Beine zu stellen, indem man Cineasten zum Spenden animiert. Regisseur CHRISTIAN HALLMAN ist Produzent und gleichzeitig Mitarbeiter in der European Fantastic Film Festivals Federation (EFFFF) – eine Organisation, die ins Leben gerufen wurde, um europäischer Horror-, Fantasy- und Science-Fiction-Filme zu fördern. Der wollte mit dem selbst geschriebenen SENSORIA unbedingt einen Horror-Thriller nach seinem Geschmack inszenieren und bat auf dem Finanzierungsportal KICKSTARTER um Unterstützung. Die lies nicht lang auf sich warten. Dank überzeugender Artworks und immer neuer Informationen zum Filmprojekt kamen umgerechnet mehr als 13.000 Euro zusammen. So konnte mit der Produktion von SENSORIA begonnen werden, für die ein enger Produktionsplan von gerade einmal 13 Tagen eingehalten werden musste.
 
 
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Jede Wohnung hat eine Vergangenheit. Im SENSORIA wagt Caroline Menard (intensiv gespielt von LANNA OHLSSON) einen Neuanfang. Was Tragisches im Leben der Frau passiert ist, bleibt ungeklärt. Sie hat sich von ihrem Partner getrennt und eine kleine Wohnung in einem Hochhaus gemietet, in der sich bald einsam und verlassen fühlt. Doch das seelische Ungleichgewicht der neuen Mieterin entpuppt sich bald als kleineres Übel. Nicht nur, dass sich die Nachbarn seltsam verhalten; auch in den eigenen vier Wänden geht es nicht mit rechten Dingen zu. So öffnen sich Schränke wie von Geisterhand und der Wasserhahn im Bad tropft ohne ersichtlichen Grund. Da das Apartment die Nummer 237 besitzt (SHINING lässt grüßen), dürfte wohl klar sein, dass in dieser Wohnung einiges im Argen liegt. Vor vielen Jahren ist darin Furchtbares geschehen, dass der neuen Mieterin den Neuanfang vermasseln wird.
 
 
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Willkommen zum Spuk im Hochhaus. Nein, SENSORIA ist keiner dieser konventionell gestrickten Gruselfilme, in denen böse Geister viel Schabernack treiben, um den Lebenden die Freude am neuen Heim zu nehmen. Stattdessen richtet sich der Streifen mit seiner deprimierenden Atmosphäre und gemächlichen Machart an jene Zuschauer, denen bereits der schwedische Arthaus-Horror SO FINSTER DIE NACHT wohlige Schauer beschert hat. Auch wenn beide Filme in unterschiedlichen Subgenres beheimatet sind, bleiben Parallelen nicht unbemerkt. So nehmen sich beide Streifen nicht nur Zeit, um die Gefühlswelt ihrer traurigen Protagonisten zu erforschen. Auch brisante Themen wie Einsamkeit und Großstadtanonymität werden beleuchtet – gravierende Probleme, die immer mehr Menschen in der heutigen Zeit Sorgen bereiten. Umso eindringlicher die Warnung, dass SENSORIA kein Film fürs lebensfrohe Publikum ist. Steriler Plattenbau, erdige Töne und kaum Farben deuten nämlich darauf hin, dass es in diesem Schauerdrama nichts zu lachen gibt. Die trostlose Bildsprache ist hier Stilmittel, um den psychischen Abstieg einer Frau besser unterstreichen zu können, die in SENSORIA allmählich den Verstand verliert. So legt Macher CHRISTIAN HALLMAN zwar anfangs falsche Fährten, treibt aber seine Filmfigur mit Spuk in den Wahnsinn und konfrontiert mit Geistern der Vergangenheit. Der langsame Erzählstil bringt zwar die niederschmetternd Atmosphäre des Dramas gut zur Geltung; leider schlägt die bedrückende Stimmung aufs Gemüt. Umso makabrer das Ende. Statt die Heldin von Qualen zu erlösen, wird die ohnehin gebeutelte Hauptprotagonistin noch weiter in den Abgrund getrieben. Das lässt niemanden kalt.
 
 
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SENSORIA – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Weniger Horror, dafür mehr Drama. Erschütterndes Geisterdrama, das mit typisch skandinavischem Filmlook und starker Hauptdarstellerin überzeugen kann. Man kann nicht behaupten, dass SENSORIA trotz gemächlicher Inszenierung schlecht ist. Ganz im Gegenteil. Der Film punktet durch deprimierende Gruselatmosphäre, die man schon lange nicht mehr so auf der Leinwand zu sehen bekommen hat. Hinter kahlen Wänden trostloser, schwedischer Plattenbauten und inmitten quälender Anonymität einer schnellebigen Großstadt erlebt eine Frau ihr ganz eigenes Martyrium. Das zehrt an den Kräften, denn die tragische Geschichte über Einsamkeit, Verlust und Trauer lässt niemanden kalt. Leider meint man es mit der zerbrechlichen Hauptfigur nicht sonderlich gut. Die schlittert in das wohl ungemütlichste Filmende der letzten Jahre, mit dem sich die meisten Zuschauer wohl nicht zufriedengeben wollen. Nichtsdestotrotz darf man Regisseur CHRISTIAN HALLMAN an dieser Stelle beglückwünschen. Der zeigt mit SENSORIA zweifelsohne, dass gelangweilte und unkreative Filmemacher aus Hollywood vom unkonventionell schwedischen Horrorkino noch einiges lernen können. Wer Arthaus mag, sollte daher unbedingt einen Blick riskieren. Mainstream-verwöhnte Filmfans dürften mit dem eher langsam erzählten SENSORIA nicht viel anfangen können.
 
 


 
 
 

SENSORIA – Zensur

 
 
 
SENSORIA ist ein trauriges Gruseldrama. Im Mittelpunkt stehen Atmosphäre und Stimmung. Die Gewalt reduziert sich auf einen Badewannenmord. Hier wird eine Filmfigur in der Wanne ertränkt. Eine andere Protagonistin erhängt sich auf dem Dachboden. Mehr Gewalt gibt es nicht zu sehen. Die deutschen Veröffentlichung von SENSORIA ist ungeschnitten und FSK16.
 
 


 
 
 

SENSORIA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sensoria; Schweden 2015

Genre: Thriller, Drama, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Schwedisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Keepcase mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 19.05.2017

 

Sensoria [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

SENSORIA – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Maritim Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Unbroken (2012)

The Babadook (2014)

The Sixth Sense (1999)

Filmreview: „Two Moons“ (2012)

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TWO MOONS

Story

 
 
 
Drei Ahnungslose erwachen im Schuppen eines düsteren Hauses. Dort geht es nicht mit rechten Dingen zu, schließlich hat dort eine Mutter den Sohn und ihren Ehemann ermordet …
 
 
 


 
 
 

TWO MOONS – Kritik

 
 
 
Buh, es spukt wieder und zwar auf Koreanisch. Die Halbinsel zwischen Gelbem und Japanischem Meer hat in der Vergangenheit durch Staatenspaltung und einer Menge innerpolitischer Diskrepanzen Schlagzeilen gemacht, aber immerhin mit dem GANGNAM STYLE (um mal beim Positiven zu bleiben) die ganze Welt infiziert. Auch wenn Süd- und Nordkorea nicht gerade zu den neuen Hochburgen für Horrorfans gehören, kommen von dort ab und an gute Horrorfilme, die dann sogar weltweit Kasse machen. A TALE OF TWO SISTERS (2003), THE HOST (2006) und I SAW THE DEVIL (2010) haben eindrucksvoll bewiesen, dass Horror eine internationale Sprache spricht und jede Kultur ihre ganz eigene Methodik bevorzugt, dem Zuschauer das Fürchten zu lehren. Den Amerikanern war derartige Eigenbrötlerei vermutlich zuviel des Guten, so dass der von KIM JI-WOON inszenierte A TALE OF TWO SISTERS neu gedreht und unter dem Titel DER FLUCH DER ZWEI SCHWESTERN (OT: THE UNINVITED) 2009 im Kino ausgewertet wurde. Über die Unnötigkeit dieser typisch amerikanischen Neuverfilmung darf durchaus gestritten werden. Es zeigt sich aber mehr als deutlich, dass der koreanische Genrefilm als Exportgut für die Horrorfilmwelt unverzichtbar geworden ist.
 
Mit TWO MOONS (OT: DOO GAE-EUI DAL) wird die Reihe sehenswerter koreanischer Horrorstücke um einen Beitrag erweitert. Der wurde von LEE-JONG-HO derart intelligent zu Papier gebracht, dass es nicht verwunderlich wäre, wenn auch hier die US-Remake-Vermarktungs-Soldateska geldgeil zurückschlagen würde. Hinter dem Schauerstreich steckt Regisseur DONG-BIN KIM, der bereits einiges im Genre gemacht hat und bis heute eine besondere Beziehung zu Geistern besitzt. Bereits 1999 demonstrierte er selbige: Noch bevor es die amerikanische Traumfabrik tat, fabrizierte er mit THE RING VIRUS eine Neuverfilmung des japanischen Kassenschlagers RING (1998). Danach erschreckte er mit Geister-Terror in TRAIN OF THE DEAD (2005) und lässt nun TWO MOONS folgen. Der hat natürlich auch wieder was mit Spuk zu tun, ist aber unterm Strich doch irgendwie ganz anders, als die bisherigen Filme des Regisseurs.
 
Bleiche Geisterkinder, die pitschnass aus TV-Apparaten oder Brunnen krabbeln, sieht man hier nicht. Diesmal geht es zu einer Hütte im Wald, die seit original EVIL DEAD (und dem 2013er Reboot) zum unverzichtbaren Schauerort in Horrorfilmen geworden ist. Keine Angst, TWO MOONS ist keine unnötige koreanische Version von RAIMIS Kulthit. Hier erwacht Mystery-Schriftstellerin SO-HEE (PARK HAN-BYUL) zusammen mit dem arbeitslosen SEOK-HO (KIM JI-SEOK) und der äußerst nervigen Schülerin JEONG (PARK JIN JOO) in einem dunklen Schuppen. Die wissen erst mal gar nicht, wie sie hierher gekommen sind und befürchten Schlimmes. Als sie sich aus ihrem Gefängnis befreit haben, finden sie sich in einem verlassenen Haus irgendwo tief draußen im Wald wieder. Das wird natürlich erkundet und scheint menschenleer zu sein. Doch irgendwas liegt hier im Argen. Aus dem Wald gibt es seltsamerweise kein Entkommen und in den Räumlichkeiten ist eine Aura des Bösen allgegenwärtig. Als dann noch eine verwirrte Frau gefunden wird, die von allerhand komischen Dingen faselt, geht den Übrigen drei der Hintern auf Grundeis.
 
Erscheinen zwei Monde am Himmel, dann sind die Geister nicht weit. Denn wenn sich die Welt der Menschen mit der der Geister vereint, sieht man zwei Monde – für jede Welt einen. Mit diesen weißen Worten aus dem Off wird der Prolog zu TWO MOON eingeläutet. In dem wird auch erklärt, dass jenes Haus im Wald einer Familie gehört hat, die sich selbst ausradiert haben soll. Dem bewanderten Zuschauer schwant da schon des Rätsels Lösung und dennoch geht TWO MOON ganz andere Wege. Auf Langsamkeit wird in DONG-BIN KIMS neusten Schaffen besonderen Wert gelegt. Hier sehen wir all das, was seit jeher Gruseltrips ausmacht und eigentlich ausmachen sollte. Düstere Gänge, unheimliche Schatten, langsame Kamerafahrten und viele Buh- und Ah-Momente. Den Baller-Experten unter den Horrorfans dürfte derart klassisch erzählte Spukware gegen den Strich gehen, gibt es in TWO MOONS kaum rasante oder effekthascherische Momente zu sehen. Gruselige Stimmung ist allgegenwärtig und die ungewöhnliche Geschichte wird in zwei Teile gegliedert. Während zu Beginn Zuschauer und Protagonisten sprichwörtlich im Dunkeln tappen und die Szenerie erkunden, weht spätestens ab Filmmitte ein ganz anderer Wind, denn DONG-BIN KIM hat sich bewusst für einen Plottwist entschieden. Der kommt so unerhofft, wie Besuch von den Schwiegereltern und sorgt gekonnt und effektiv für reichlich Verwirrung. Dennoch: überraschende Auflösungen gehören zwar im Horrorfilm zum Standard und wirken nicht selten erheblich konstruiert; im Falle von TWO MOONS tut so ein Twist Not, entsteht hier gerade aufgrund jener Wendung eine gewisse Dynamik. So verwandelt sich subtiles Grauen rasch zu mysteriösem Thrill, der Gruselfreunden einige Schrecksekunden abverlangt und für Herzattacken sorgt. Zum Kultknaller reicht es zwar nicht und natürlich ist die Inszenierung weit entfernt von westlicher Kinomachart; wer jedoch seit jeher ein Faible für typisch asiatisches Geisterschinken besitzt, wird auch hier gebannt vor der Glotze sitzen – spannend genug ist TWO MOONS alle Mal.
 
 
 


 
 
 

TWO MOONS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Einmal mehr lehrt Korea Gruselfans aus aller Welt das Fürchten. Auch wenn die Asiaten ihre ganz eigene Art des Erschreckens besitzen, stellt man wieder mal fest, dass Jahre nach RING immer noch gute Geisterschocker aus dem Fernen Osten kommen. Mancher Horrorfan mag da vermutlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und an schlecht geschminkte Geistergören denken, die für den westlichen Zuschauer wenig beängstigend aus Mattscheiben krabbeln; TWO MOONS hält von diesen abgedroschenen Klischees Abstand und punktet durch Atmosphäre, Überraschungsmomente und handfeste Schocks. FAZIT: TWO MOONS ist gelungener Geisterhorror für ganz mutige Zuschauer.
 
 
 


 
 
 

TWO MOONS – Zensur

 
 
 
TWO MOONS ist subtiler Geisterhorror, ganz ohne großes Blutvergießen. Der Film wird mit FSK 16 nach Deutschland kommen, denn sonderlich grafisch oder brutal ist TWO MOONS nämlich nicht.
 
 
 


 
 
 

TWO MOONS – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Ringu (1998)
 
The Sixth Sense (1999)
 
The Others (2001)