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Beiträge mit Schlagwort “Gewalt

Filmkritik. „The Horde“ (2016)

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THE HORDE

Story

 
 
 
Deformierte Hinterwäldler kämpfen gegen ahnungslose Studenten und einen Ex-Marinesoldat. Mögen die Schlachkämpfe beginnen.

 
 
 


 
 
 

THE HORDE – Kritik

 
 
 
Vermutlich dürften sich noch viele Horrorfilmliebhaber an den Backwood-Slasher WRONG TURN und das Remake zu THE HILLS HAVE EYES erinnern. Die haben vor knapp zehn Jahren derbes Zeug auf der Leinwand gezeigt und konnten sich dank kruder Spezialeffekte einen Ehrenplatz in den Herzen vieler Genrefans sichern. Mittlerweile gehören beiden Filme zum Bestandteil jeder gut sortierten Horror-DVD-Sammlung und werden stolz hervorgekramt, wenn im Freundeskreis nach harten Horrorfilmen gefragt wird. Eine gute Alternative wird nun mit THE HORDE geboten. Der hat nichts mit dem französischen Zombie-Actioner LA HORDE von 2009 gemein, sondern ist bei genauerer Betrachtung eigentlich ein günstig gedrehter Mix aus anfangs erwähnten Mutanten-Schockern WRONG TURN und THE HILLS HAVE EYES. Deren Erfolgszutaten wurden hier ganz unverfroren für den Videomarkt kopiert, um mit der langsam abebbenden Backwood-Horror-Welle noch schnell etwas Geld verdienen zu können. Entstanden ist dabei kein nachhaltiger Horrorfilm an den man sich auch in zehn Jahren noch erinnern wird. Vielmehr bekommen Freunde fürs Grobe ausschließlich das, was ihnen in Deutschland oft wegen den strengen Zensurauflagen vorenthalten wird. Im Falle von THE HORDE ist das Gewalt, Gewalt und nochmals Gewalt. Zur Freude für jene, die den täglichen Brutalo-Kick im Genre suchen. Die werden wegen der vielen zermatschten Köpfe, abgesägten Gliedmaßen und unzähligen Knochenbrüchen feuchte Höschen bekommen – auch wenn nicht unverborgen bleibt, dass mit kleinem Budget gehaushaltet werden musste. Für genug Schauwerte hat das schmale Kapital dennoch ausgereicht.
 
 
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Hinter dem heftigen Filmchen steckt JARED COHN. Der hat sich bisher an reichlich B-Movie-Futter (u.a. BUDDY HUTCHINS) ausprobiert und auch genug Quatsch für das Filmstudio THE ASYLUM verbrochen, das seit dem Erfolg des Hai-Trash-Horrors SHARKNADO besorgniserregend viel Aufmerksamkeit erhält. Von selbstironischem Trash ist THE HORDE weit entfernt, auch wenn ausgelutschte Horror-Klischees, quälend dumme Stereotypen und penetrantes Overacting anfangs eine Parodie auf Backwood-Slasher vermuten lassen. Der Streifen bekommt jedoch schnell die Kurve. So wird der Action- und Gewaltanteil drastisch erhöht, damit dem Horrorfan nicht sofort auffällt, dass THE HORDE trivial und einfältig zusammengekritzelt wurde. Das Drehbuch zum Film glänzt nämlich nicht gerade durch Einfallsreichtum. Stattdessen wird die obligatorische Schlachtplatte serviert, weil sich nun mal Gewalt und Gore gut verkaufen lassen.
 
 
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In THE HORDE geht es einigen Studenten an den Kragen. Die wollten eigentlich mit Lehrerin Selina Duboix (TIFFANY BROUWER) und ihrem Freund John Crenshaw (PAUL LOGAN – der übrigens auch gleich das Drehbuch zum Film abgeliefert hat) einen Ausflug in die Wälder unternehmen, um dort Nachhilfe in Sachen Fotografie zu erhalten. Doch es kommt alles anders. Einige deformierte Kreaturen und ihre grausamen Anführer treiben in genau jenem Waldstück ihr Unwesen, in dem die Fotosafari stattfinden soll. Wer schon einige Backwood-Slasher gesehen hat, kann sich ausmalen, was passieren wird. Die Schüler werden von der Horde Hinterwäldler überwältigt und in den Unterschlupf verschleppt. Dort wird Menschenfleisch filetiert und verspeist. Gott sei Dank ist Begleiter John Crenshaw ein ehemaliger Soldat und wurde für Kriegseinsätze ausgebildete. Der weiß sich zu verteidigen und wird zum Retter in der Not. Mit puren Fäusten kämpft er sich den Weg zu Freundin Selina frei, die vom Oberbösewicht als neues Begattungsopfer auserkoren wurde. Wetten, dass das blutig wird?
 
 
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Trotz simpel zusammengeschusterter Geschichte ist ein gewisser Unterhaltungswert nicht vonn der Hand zu weisen. Das liegt in erster Linie an der temporeichen Inszenierung, die kaum Platz für Längen bietet und den Zuschauer durch ein ungemütliches Szenario hetzt, in dem die vielen Gewaltakte wegen der schmuddelig-dreckigen Atmosphäre gleich doppelt so deftig ausschauen. Viel Zeit für Nebensächlichkeiten wird nicht vergeudet. So geht es nach einer oberflächlichen Charakterisierung auch gleich in den Bau kannibalistisch veranlagter Waldbewohner, die ihre Opfer vergewaltigen, schlachten und fressen. Nacheinander müssen sich die hilflosen Studenten ihrem Schicksal beugen und einen qualvollen Filmtod sterben. Sind die meisten der törichten Opfer tot, rächen sich die wenigen Überlebenden. Dabei erweist sich B-Movie-Darsteller PAUL LOGAN als Glücksgriff, der der sich hier als unkaputtbarer Filmheld durch unzählige Körper schlitzt, schießt und schlägt. Schauspielerisch ist das was in THE HORDE geboten wird ziemlicher Käse. Hier sticht niemand mit herausragenden Qualitäten hervor. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn bis auf schreien, schluchzen und prügeln wird nicht viel abverlangt. THE HORDE ist brutales Fast-Food-Gemetzel ohne Anspruch. Splatterfans und Gorehounds wird das kaum stören. Die werden glücklich darüber sein, dass endlich mal wieder lupenreines Metzelfutter aufgetischt wird, das kompromisslos über den Bildschirm flimmert. Demzufolge sollte man das Hirn ausschalten und ein Bier trinken. Nur so lässt sich das hirnfreie Gewaltspektakel ertragen.
 
 
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THE HORDE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
WRONG TURN meets THE HILLS HAVE EYES. THE HORDE ist ein brutales und kompromissloses Gewaltspektakel, das das Herz eines jeden Horrorfan schneller schlagen lassen wird – insofern man Horrorfilme nur dann genießen kann, wenn es darin auch deftig zur Sache geht. Schauspiel oder Geschichte sind hier nebensächlich. Der Fokus liegt auf Spezialeffekte und Filmgewalt. Letztere kommt recht zeigefreudig zum Einsatz und hält die austauschbare und triviale Handlung zusammen. Trotz hanebüchener Geschichte kann THE HORDE was. Der günstige Videolook deutet darauf hin, dass schnell und günstig produziert werden musste. Dennoch stört die DTV-Optik keineswegs, sondern lässt viele der kruden Morde teilweise noch deftiger ausschauen. Glanzstück ist dabei eine Szene, in der einem der Opfer die Zunge herausgeschnitten und danach die Beine abgesägt werden. Empfindsame Gemüter werden angewidert abschalten – Gorehounds wiederum geraten bei solch rücksichtloser Zeigefreudigkeit ins Schwärmen. Weil Regisseur JARED COHN auf Logik pfeift, das Filmgeschehen mit Leichen pflastert und den Actionanteil erhöht, wird THE HORDE nie langweilig. Das ist doch letztendlich das, worauf es im Filmgeschäft ankommt, schließlich will niemand langweilige Horrorstreifen sehen. Demzufolge sollte man das Hirn abschalten und mit Alkohol betäuben. Nur so macht THE HORDE Laune.
 
 
 


 
 
 

THE HORDE – Zensur

 
 
 
Zermalmte Köpfe, aufgeschnittene Hälse, durchtrennte Achillessehnen, offene Brüche und Nägel, die durch Hände geschlagen werden. THE HORDE geizt nicht mit Gewaltakten und zelebriert diese genussvoll. Weil im Film das möglichst brutale Töten als einziger Ausweg definiert wird, dürfte es THE HORDE schwer haben in Deutschland überhaupt ungeschnitten veröffentlicht zu werden. Hierfür dürfte allein schon jene Szene Probleme bereiten, in der einem Protagonisten die Zunge herausgerissen wird. Wenig später schneidet sich eine Handkreissäge durch dessen Beine. THE HORDE ist definitiv nur für ein erwachsenes Publikum geeignet. Eine mögliche ungeschnittene Fassung dürfte wohl nur über das deutschsprachige Ausland erhältlich sein.
 
 
 


 
 
 

THE HORDE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei Gravitas Ventures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bela Kiss: Prologue (2013)
 
Wrong Turn 5 (2012)
 
Wrong Turn 6: Last Resort (2014)
 
Hatchet 3 (2013)
 
No One Lives (2012)
 
Inbred (2011)


Filmkritik: „Hidden in the Woods“ – Remake (2014)

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HIDDEN IN THE WOODS (REMAKE)

Story

 
 
 

Zwei Mädchen können sich zusammen mit ihrem kleinen Bruder aus den Fängen des tyrannischen Vaters befreien und begeben sich auf eine Reise voller Gefahren.

 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Kritik

 
 
 
Nicht ein einziges Jahr vergeht, in dem mindestens ein Horrorfilm gedreht wird, der die Geister in zwei Lager teilt. Das passiert vor allem immer dann, wenn Filme entstehen, die einzig darauf abzielen, mit möglichst viel Gewalt und polarisierendem Inhalt maximalen Reibach zu machen. So geschehen auch im Falle des chilenischen EN LAS AFUERAS DE LA CIUDAD (internationaler Titel: HIDDEN IN THE WOODS), der 2012 aufgrund seiner recht kontroversen Thematik die Horrorfans gegeneinander aufbrachte. Sein Regisseur, PATRICIO VALLADARES, nutzte geschickt Stilmittel des Exploitationfilms der 1970er und eckte damit vor allem bei den Zensurbehörden an. Auch die deutsche FSK verstand angesichts der Erniedrigung, Demütigung und Vergewaltigung wehrloser Frauen keinen Spaß, was dazu führte, dass der krude Genre-Mix aus Kannibalismus, Rape-and-Revenge und Überlebens-Thriller hierzulande kräftig Federn lassen musste. Trotz der semi-professionellen Machart fand der chilenische Exploitationer trotzdem viele Fans. Zu denen rechnet sich wohl auch der amerikanische Schauspieler MICHAEL BIEHN, der laut der Filmzeitschrift FANGORIA bis dato noch nie einen so heftigen Film gesehen hatte. Wegen seines realen Hintergrunds (das Original beruht angeblich auf wahren Begebenheiten) nahm ihn Biehn nicht einmal als unnötig brutal oder sonst ausbeuterisch wahr. Die weltweit stattfindende Gewalt gegenüber Frauen und deren (sexuelle) Ausbeutung muss gestoppt werden, forderte er in Interviews. Noch immer sei es an der Tagesordnung, dass Frauen sexuell missbraucht würden.
 
 
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Warum er sich mit dieser Kontroverse anschließend nicht tiefgründig in Form eines glaubhaften Dramas beschäftigt hat, weiß wohl nur Biehn selbst. Stattdessen beauftragte er den chilenischen Regisseur PATRICIO VALLADARES, seinen EN LAS AFUERAS DE LA CIUDAD für den amerikanischen Filmmarkt neu zu interpretieren. Die Finanzierung des Streifens kam zwar vom hauseigenen Produktionsstudio, doch das perverse Endprodukt spottet jeglicher Beschreibung. Dem chilenischen Filmemacher PATRICIO VALLADARES gelang das Kunststück aus der ohnehin schon missratenen Vorlage ein noch schlechteres Remake zu inszenieren, das obendrein nur aus einer Aneinanderreihung fragwürdiger Szenen besteht. Das muss ihm erst mal jemand nachmachen.
 
 
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Die Neuverfilmung mit dem Titel HIDDEN IN THE WOODS beginnt für zwei heranwachsende Schwestern nebst kleinem Bruder nicht gerade rosig. Die Mutter ist früh gestorben, weshalb der Vater (MICHAEL BIEHN aus THE VICTIM, ALIENS – DIE RÜCKKEHR oder PSYCH: 9) die Kinder großzieht und sich regelmäßig an ihnen vergeht. Jahre nach den täglichen psychischen und physischen Attacken des Familienoberhaupts soll damit Schluss sein. Die Geschwister wollen sich der Polizei anvertrauen und die Behörden von den gesetzesfernen Machenschaften des Vaters unterrichten. Der missbraucht seine Kinder nicht nur regelmäßig, sondern handelt zudem mit größeren Mengen an Drogen. So wandert der Vormund nach einem blutigen Amoklauf sogar ins Gefängnis, ruft aber das Interesse seines Bruders auf den Plan. Der hat nun Sorge um seine Drogen, die der Inhaftierte bei sich zu Hause verstecken sollte. Ein fleißiges Familienunternehmen. Was folgt wird für die fliehenden Kinder kein Zuckerschlecken. Die sind nun nicht mehr nur auf der Flucht vor dem tyrannischen Vater, sondern müssen sich auch noch vor den Launen des psychopathischen Onkels in Sicherheit bringen, der seine Drogen zurückhaben möchte – koste es was es wolle.
 
 
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Von häuslicher Gewalt, gesetzesfremden Bürgern und einem ernstlich verschobenen Frauenbild. Das Remake zu HIDDEN IN THE WOODS bietet im Grunde viel Zündstoff, der aber durch die exploitationhafte Inszenierung an Schlagkraft verliert. Neben verrohter Sprache und ebensolcher Gewalt hat der Film eines der haarsträubendsten Drehbücher zu bieten, die man in den letzten Jahren zu sehen genötigt wurde. Darin passiert reichlich Willkürliches und Unglaubhaftes. Man schüttelt den Kopf in Fassungslosigkeit. Weil jeder Handlungsstrang ins Extreme abdriften muss, ist das was in HIDDEN IN THE WOODS geboten wird Gewalt-Fetischisierung pur. Der Film schert sich keinen Deut, tiefgründiger in die Seelen von Täter und Opfer zu blicken. Stattdessen zelebriert er Gewalt der Gewalt wegen und um Fans derberer Unterhaltung glücklich zu stimmen. Sonderlich glaubwürdig ist hier gar nichts. Quälend dumme Dialoge gesellen sich zu hündisch schlechten Schauspielleistungen, die aber zumindest das kaum vorhandene Niveau des Streifens noch einmal ganz trefflich unterstreichen. Damit bleibt die amerikanische Version zu HIDDEN IN THE WOODS weit hinter den Erwartungen jener Filmfans zurück, die daran geglaubt haben, dass mit größerem Budget mehr heftige und professionell inszenierte Gewalteffekte umgesetzt würden. Sicher, die Neuauflage bietet genaug brutales Material – zu genüge sogar. Leider verfehlen all die roh zelebrierten Abartigkeiten im Film die nötige Intensität, weil ihnen dieser gewisse semi-professionelle Schmuddel-Charakter fehlt, der manchen Brutalo-Moment im spanisch-sprachigen Original noch unangenehmer zur Geltung kommen ließ. Was bleibt ist ein leidlich spannender True-Crime-Thriller mit Hang zum Extremen, der zwar zahlreiche Gewaltakte abspult, aber den Fan des Groben doch unbeeindruckt vor der Glotze zurücklässt. Alles schon mal gesehen – und das sogar weitaus besser. Wir empfehlen: Abschalten.
 
 
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HIDDEN IN THE WOODS – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Ein Brutalo-Werk sondergleichen. HIDDEN IN THE WOODS ist die Neuverfilmung eines auch schon missratenen Films von 2012, dem das zweifelhafte Kunststück gelingt die miserablen Minus-Qualitäten der Vorlage noch in den Schatten zu stellen. Das Drehbuch ist eine lupenreine Schande, die Dialoge unter aller Kanone und die Schauspielleistungen mit viel gutem Willen als zweckmäßig zu betiteln. HIDDEN IN THE WOODS zielt ausschließlich darauf ab, einem bestimmten Publikum seinen Kick zu liefern. Zuschauer, denen im Genre gar nicht genug Frauen gequält, missbraucht und gefoltert werden können, werden hier definitiv auf ihre Kosten kommen. Weil man aber mittlerweile so viele ähnlich gestrickte Streifen gesehen hat, berührt das Gezeigte keineswegs. Vor allem auch deswegen, weil sich die Figuren so unsinnig verhalten, dass man sich kaum mit ihnen identifizieren kann oder auch nur möchte. So wird Gewaltexzess an Gewaltexzess geklebt und mit reichlich milieugeschädigter Sprache unterstrichen. Betrachtet man die Liste aller inszenierten Remakes der letzten zehn Jahre, ist die Neuverfilmung von EN LAS AFUERAS DE LA CIUDAD die wohl erbärmlichste Neuinterpretation, die überhaupt das Licht der Zelluloid-Welt erblickt hat. Gott sei Dank hat die deutsche FSK wegen der vielen fragwürdigen Szenen einige Schnitte gefordert, so dass dem Zuschauer mehr Lebenszeit bleibt. In solchen Momenten zahlt sich die Arbeit der sonst so oft kritisierten Zensurbehörde endlich mal aus.
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Zensur

 
 
 
Es werden Frauen missbraucht und wild um sich geschossen. Zudem kommt eine Kettensäge zum Einsatz. Was im Film gezeigt wird ist keineswegs für Kinder und Jugendliche geeignet. Das sah auch die FSK so. Die deutsche Fassung wurde zwar erst für Erwachsene freigegeben, ist aber um knapp drei Minuten geschnitten.
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hidden in the Woods; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1,78:1 (1080p) | 24 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Trailer

Veröffentlichung: 02.06.2016

 
 
 

Hidden in the Woods [Blu-ray] auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei Tiberius Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hidden in the Woods (2012)
 
I Spit on your Grave 2 (2013)
 
I’ll never die alone (2008)
 


Filmkritik: „The Demolisher“ (2015)

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THE DEMOLISHER

Story

 
 
 
Für den Technikinstallateur Bruce (Ry Barrett) und seine Frau Samantha (Tianna Nori) ist der Traum geplatzt. Samantha, eine ehemalige Polizistin, wurde bei einem Einsatz schwer verletzt und ist seitdem an den Rollstuhl gefesselt. Bruce kümmert sich um sie und zusammen versuchen die Beiden, die unerwarteten Hürden des Lebens zu meistern. Doch hinter jeder Ecke wartet ein neues Hindernis. Geplagt von irrationalen Schuldgefühlen und zügelloser Wut beginnt Bruce mit nächtlichen Streifzügen durch die Stadt. Dabei klopft er alles kurz und klein, was ihm in den Weg kommt und kriminell aussieht. Eine Krise bahnt sich an, als sein zerstörerischer Pfad den der jungen Marie (Jessica Vano) kreuzt.

 
 
 


 
 
 

THE DEMOLISHER – Kritik

 
 
 
Unter Fans von Actionfilmen, Horror und sonstiger Genrekost ist der Begriff „Arthouse“ nicht unbedingt populär. Verständlich, denn wo Genrefilme oft mit hoher Geschwindigkeit, Brutalität und ausgefallenen Ideen aufwarten, setzen sich Arthousefilme gerne mit anspruchsvollen Themen auseinander und beleuchten verschiedene Aspekte der (Zwischen)Menschlichkeit. Umso verblüffter dürfte der durchschnittliche Genre-Freund sein, wenn er mit den ersten Minuten von „The Demolisher“ konfrontiert wird. Es gibt lange, rätselhafte Einstellungen und Szenen, die zunächst ohne ersichtlichen Grund aneinandergeschnitten sind. Über weite Strecken erzählt der Film episodenhaft, springt zwischen Handlungssträngen und Zeitebenen und verzichtet gerne auf Dialoge. Allem Anschein nach handelt es sich bei „The Demolisher“ also um eine Kombination aus anspruchsvollem Arthouse-Kino und der brutalen Grobheit des Action- und Thrillerkinos. Oder zumindest um einen Versuch, dies zu tun.
 
 
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Sofort fallen zahlreiche Parallelen zu Nicolas Winding Refns „Drive“ auf. Ein Beispiel für eine ähnliche Kombination, die funktioniert hat und dafür mit jeder Menge Lob und Ruhm belohnt wurde. Im Vergleich zum offensichtlichen Vorbild fällt jedoch schnell auf, warum das selbe Rezept bei „The Demolisher“ überhaupt nicht aufgeht. Der namenlose Fahrer in „Drive“ ist ein interessanter und tiefgehender Charakter, der den Zuschauer auf einer feinen Linie zwischen Sympathie und Antipathie spazieren lässt. Hinter Bruces Augen sieht man nichts außer einer gähnenden Leere und dem unterschwelligen Zorn eines dumpfen Grobians. Hinzu kommt die Motivation der verletzten Frau, die schwerlich erklärt, warum der Proleten-Protagonist fast wahllos Leute krankenhausreif schlägt.
 
 
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Trotzdem erkennt man stellenweise, was Regisseur und Autor Gabriel Carrer mit „The Demolisher“ erreichen wollte. Es ist eine Geschichte über blinde Wut, die daraus resultierende Gewalt und die Konsequenzen, wenn diese Gewalt zu weit geht. Umgesetzt wird diese Geschichte allerdings mit einem Stil, der kaum durchdacht ist und seine Vorbilder ausschließlich imitiert. Stilmittel – wie das episodische Erzählen oder eine viel zu oft eingesetzte Zeitlupe – ermüden schnell und behindern den Film eher, als dass sie ihn bereichern. Das hölzerne Schauspiel der Akteure, allen voran Ry Barrett, tut sein Übriges, um „The Demolisher“ zu einem inkompetenten Mix aus Stil und Inhalt werden zu lassen, bei dem nichts wirklich stimmt.
 
 
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THE DEMOLISHER – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
„The Demolisher“ macht das Gleiche wie seinerzeit „Drive“. Allerdings um Einiges schlechter. Flache Charaktere, Schwache Schauspieler und unangebrachte Stilmittel machen den Film zu einer Herausforderung. Immerhin lässt sich sehr viel Gelächter aus der Tatsache ziehen, dass sich „The Demolisher“ aus unerklärlichen Gründen extrem ernst nimmt. Im Gegensatz zum Film kann sich die deutsche Veröffentlichung aus dem Hause Meteor Film sehen lassen. In einem schicken Future-Pack, ausgestattet mit Extras wie Poster und Postkarten sowie lobenswert technischer Präsentation erhält „The Demolisher“ hierzulande eine weitaus bessere Veröffentlichung, als der Film letztendlich verdient hätte.
 
 
 


 
 
 

THE DEMOLISHER – Zensur

 
 
 
Selbst die Gewaltspitzen, die „Drive“ gewürzt haben, kommen sehr kurz. Abgesehen von der umstrittenen Selbstjustiz-Thematik hat der Film nicht viel im Gewalt-Sektor zu bieten. In Deutschland erscheint er ungeschnitten mit einer Freigabe ab 16 Jahren. Wegen „bösem“ Bonusmaterials wurde die Heimkinoveröffentlichung aber erst für Erwachsene freigegeben. Die besitzt den roten KJ-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

THE DEMOLISHER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Meteor Film

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(c) Meteor Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Demolisher; Kanada 2015

Genre: Action, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: Limitiertes 2-Disc Blu-ray FuturePack

Extras: CD mit Original-Score plus Bonus-Tracks (70:36 Min), A3-Retro-Miniposter mit 2 Wendemotiven, 3 Sammelkarten mit, Alternativ-Artworks, Q&A mit Cast + Crew, Behind the Scenes, Musikvideo LA GARCONNE – SUPER HERO, Deutscher Trailer, Originaltrailer

Release-Termin: 26.02.2016

 

The Demolisher (Limited FuturePak Blu-ray-Disc inkl. Soundtrack-CD) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE DEMOLISHER – Trailer

 
 

 
 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

(Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei METEOR FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Drive (2011)

Death Sentence (2007)


Filmkritik: „Condemned“ (2015)

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CONDEMNED

Story

 
 
 
In einem leerstehenden Apartmentkomplex braut sich etwas zusammen. Weil Hausbesetzer ihre Abfälle unüberlegt in den Ausguss gießen, kann sich eine mysteriöse Seuche ausbreiten, mit der sich die Bewohner infizieren. Die macht aus den Mietern aggressive Killermaschinen, die sich selbst zerfleischen. Was folgt, dürfte Gorebauern zufriedenstellen, schließlich wird mit der Infizierung ein blutiger Splatter-Reigen eingeläutet, in dem Därme aus Körpern gerissen und Gegenstände in Schädeldecken geschlagen werden.
 
 
 


 
 
 

CONDEMNED – Kritik

 
 
 
Was waren die 80er schön, als man noch ungezwungen mit Geschichten und Spezialeffekten experimentieren konnte und sich abstruse Kreaturen, fiese Serienmörder oder hungrige Kuschelaliens durch Horrorfilme bissen, schlitzten oder fraßen. Mittlerweile muss man nach Abwechslungsreichtum im Genre suchen, denn erfahrene Zuschauer werden zustimmen: es werden immer wieder die gleichen Geschichten verfilmt. Dabei erhält in letzter Zeit vor allem das Zombie- und Virusgenre besonderen Zuspruch, obwohl der Horrorfilm mit einer vielfältigen Auswahl an Subgenres Furcht bescheren möchte. CONDEMNED ist der neuste Streifen einer Flut von immer wieder ähnlich gestrickten Zombiewerken. Im Unterschied zu den meisten dieser Filme, fällt aber ungeschliffene Optik positiv auf, die immerhin manch Schmuddelperle aus VHS-Zeiten Revue passieren lässt. So dürften vor allen Fans der kultigen TROMA-Schmiede auf ihre Kosten kommen, die eine Schwäche für obskure Typen und schlechten Geschmack besitzen. Davon besitzt CONDEMNED nämlich eine ganze Menge.
 
 
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Maya (DYLAN PENN) – ein Mädchen aus gutem Hause – kann die ständigen Streitereien im Elternhaus nicht mehr ertragen, packt ihre Koffer und reist zu Freund Dante (RONEN RUBINSTEIN aus SOME KIND OF HATE) in den Osten von New York. Der teilt sich mit anderen Hausbesetzern einen heruntergekommenen Apartmentkomplex, der seit Jahren leersteht. Einladend ist es dort keineswegs. Nicht nur das Interieur stammt von der Müllhalde; auch bei den skurrilen Bewohnern handelt es sich um menschlichen Abschaum, dem man lieber nicht im Dunkeln begegnen möchte. In diesem Haus spielen Drogen, Gewalt und Alkohol eine wichtige Rolle. Umso mehr ist man darum bestrebt, die Polizei glauben zu lassen, dass in diesem Gebäude keine Menschen leben. Leider meint es Drehbuchschreiber und Regieneuling ELI MORGAN GESNER nicht gut mit seinen ohnehin desorientierten Figuren. Die werden von einer seltsamen Seuche heimgesucht, die sich wegen mangelnder Hygiene im Haus ausbreitet. Flucht ist zwecklos, denn einer der Hausbesetzer hat das Weite gesucht und die Eingangstür des Hauses verbarrikadiert. Der Rest muss ums Überleben bangen, denn die Krankheit macht aus gesetzlosen Menschen aggressive Furien, die nur ein Ziel kennen: töten.
 
 
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CONDEMNED ist ein weiterer Horrorfilm, der anwidern und polarisieren möchte. Ganz zur Freude all jener Zuschauer, denen es im Genre nicht abartig genug zugehen kann. Hier wird viel zweifelhaftes Zeug gezeigt und nicht mit Fäkal-, Brech- sowie Tötungsmomenten gegeizt. Hinter all dem steckt mal wieder ein Newcomer, der mit Ekel und Gewalt auf sich aufmerksam machen möchte, damit er im Horrorgeschäft Fuß fassen kann. Regisseur ELI MORGAN GESNER versucht es mit rudimentärer Handlung, reichlich Trash und teils bemerkenswert schlechten Make-up-Effekten, schafft es aber mit keimiger Atmosphäre und diversen Splatter-Einlagen an so Horror-Klassiker, wie STREET TRASH, BAD TASTE oder BASKET CASE zu erinnern. Viel Substanz besitzt CONDEMNED dennoch nicht, denn bis auf dreckige Atmosphäre und viel Mord- und Totschlag besitzt der Streifen nichts, was wohl länger im Gedächtnis bleiben könnte. Zudem schien der Regieneuling über die Richtung seines Machwerks unentschlossen gewesen zu sein, weshalb sich CONDEMNED immer wieder orientierungslos zwischen rigoroser Ernsthaftigkeit, unwitzigem Klamauk und unfreiwilliger Komik bewegt.
 
 
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Unerfahrenheit im Filmemachen sowie kleines Budget sind schuld, dass CONDEMNED weit hinter den Möglichkeiten zurückbleibt, obwohl der Film im klaustrophobischen Überlebenskampf manchmal sogar den spanischen [REC] in Erinnerung ruft, in welchem ein Kamerateam von Zombies durch ein ähnliches Szenario getrieben wird. Von den Qualitäten jenes Überlebenstrips ist CONDEMNED natürlich weit entfernt, denn von einem guten Film kann hier nicht die Rede sein. Die Figuren sind durch die Bank unsympathisch und entsprechen gängiger Stereotypen, die man irgendwie nicht mehr sehen möchte oder kann. Zudem hapert es im blutigen Durcheinander oft mit der Logik. So kümmert man sich nicht um Hilfe, während Körper von seltsamen Wundmalen übersät werden. Stattdessen überlässt man sich dem eigenen Schicksal, weil alle Mieter die Konsequenzen der Polizei fürchten – klug ist was anderes. Was bleibt sind einige Gewaltmomente, die in der letzten halben Stunde über den Bildschirm flimmern, damit die triviale Handlung Spielfilmlänge erreichen kann.
 
 
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Liebe Filmemacher, habt erbarmen und lehrt uns bitte auf andere Weise das Fürchten. Ja, CONDEMNED ist eine Independent-Produktion und natürlich stand nur kleines Kapital zu Verfügung. Trotzdem hat die Vergangenheit gezeigt, dass manchmal nur eine gute Idee genügt, um daraus einen packenden Film mit kleinem Budget drehen zu können. CONDEMNED ist nichts für Feingeister und schert sich einen Deut darum irgendetwas Neues zu erzählen oder Altbewährtes interessant zu verpacken. Stattdessen versucht der Streifen einfältig am immer noch lukrativen Virus-Hype mitzuverdienen. Das ermüdet so langsam, weil seit einigen Jahren die immer gleichen Filme in die Händlerregale gebracht werden, in denen sich Menschen in willenlose (Zombie)Kreaturen verwandeln, die anschließend blutig ausgelöscht werden müssen. Demzufolge werden all jene das Weite suchen, die von Viren, Zombies und tollwütigen Menschen die Nase gestrichen voll haben. Davon gab es in den letzten zehn Jahren einfach zu viel.
 
 
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CONDEMNED – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Dreckig, versifft und garantiert geschmacklos – nach diesem Film, benötigt man dringend eine Dusche. Unappetitlicher Horror-Mix, der nicht mit Körperflüssigkeiten, menschlichem Gedärm oder Blutfontänen geizt. Auch wenn es in der zweiten Filmhälfte gewalttechnisch ordentlich zur Sache geht, ist CONDEMNED kein sonderlich sehenswerter Horrorspaß. Der Film reduziert sich hauptsächlich auf das Abhaken diverser Ekelmomente und garniert das stumpfsinnige Szenario mit groteskem Splatter. Leider erwecken die Make-up-Effekte einen kostengünstigen Eindruck. Zudem pendelt CONDEMNED unentschlossen zwischen Ernsthaftigkeit, Klamauk und unfreiwilliger Komik. Lacher bleiben aus, weil die meisten der gezeigten Geschmacklosigkeiten (TROMA lässt grüßen) nicht sonderlich witzig sind. Was bleibt ist durchschnittlicher Seuchen-Blödsinn, der einfach nur auf der momentan immer noch gefragten Virus-Welle mitreiten möchte. Überflüssig!
 
 


 
 
 

CONDEMNED – Zensur

 
 
 
Was vor einigen Jahren undenkbar durch die FSK gekommen wäre, dürfte heute locker ungeschnitten mit dem roten FSK-Flatschen in den Handel kommen. In der zweiten Filmhälfte gibt es genug blutige Sauereien zu sehen, die die Einstufung „keine Jugendfreigabe“ rechtfertigen.
 
 


 
 
 

CONDEMNED – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cabin Fever (2002)
 
Quarantäne (2008)
 
[REC] (2007)
 
The Crazies – Fürchte deinen Nächsten (2010)
 


Filmkritik: „Bait“ (2014)

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BAIT

(THE TAKING)

Story

 
 
 
Zwei strebsame Frauen, geraten in die Fänge eines gewissenlosen Kredithais, der mit den Damen ein krankes Spiel treibt. Doch die Freundinnen wissen sich zu wehren.
 
 
 


 
 
 

BAIT – Kritik

 
 
 
Unterschätze nie den Zorn wütender Frauen, denn der kann unberechenbar und tödlich sein. Im Horrorfilm scheint jene Weisheit für männliche Bösewichte auch Jahre nach I SPIT ON YOUR GRAVE und LAST HOUSE ON THE LEFT fremd zu sein, denn oftmals kommt denen die Einsicht zu spät, dass man Frauen weder betrügt, missbraucht oder hintergeht. Auch Regisseur DOMINIC BRUNT beschäftigt sich in seinem Rachethriller BAIT mit blutigem Geschlechterkampf und erzählt von Frauen, denen der Geduldsfaden reißt. Das passiert zur Freude des Zuschauers blutig und detailreich, steckt doch hinter BAIT nicht nur ein Regisseur, der Horrorfilme macht. In Interviews mit der Fachpresse erklärte Macher DOMINIC BRUNT, dass er eine unbeschreibliche Liebe zum Genre hegt. Die kam bereits im Backwood-Slasher INBRED zum Tragen, wo er kurzerhand in die Rolle eines Hinterwäldlers schlüpfte und Teenager abschlachtete. Mittlerweile steht Brunt jedoch nicht mehr nur als Schauspieler vor der Kamera (u.a. in der britischen Erfolgsserie EMMERSDALE). Seit einiger Zeit produziert und dreht er selbst. So stellte er mit dem Zombiestreifen BEFORE DAWN sein Regiedebüt auf die Beine, das von Fans und Presse leider nur durchwachsene Kritiken erntete. Ob BAIT gleiches Schicksal ereilen wird?
 
 
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Ähnlich wie im Erstling BEFORE DAWN erzählt auch Brunts zweiter Spielfilm von Monstern. Die entspringen diesmal jedoch nicht der Welt der Mythen, Märchen und Legenden, sondern sind irdischen Ursprungs. So regiert in einer von Arbeitslosigkeit geplagten englischen Kleinstadt der Terror. Ein schmieriger Kredithai namens Jeremy (unberechenbar widerlich: JONATHAN SLINGER) verbreitet im Ort Angst und Schrecken. Der führt Anwohner hinters Licht und bietet scheinbar lukrative Kredite an, fordert sie jedoch binnen weniger Tage zurück. Wer seine Rechnungen nicht zahlen kann hat ein Problem, denn der bekommt die Faust eines glatzköpfigen Handlangers zu spüren. Auch die Freundinnen Bex (VICTORIA SMURFIT) und Dawn (JOANNE MITCHELL aus WHITE SETTLERS) tappen in die Darlehnfalle. Die träumen von einem eigenen Tee- und Kuchengeschäft, bekommen jedoch kein Geld von der Bank. Kurzum leihen sie sich Geld bei Halsabschneider Jeremy, der bald sein wahres Gesicht zeigt. Er beginnt die Frauen zu terrorisieren, stellt unmenschliche Forderungen und demütigt seine Opfer. Doch die Freundinnen wissen sich zu wehren. Sie locken ihren Peiniger zu sich nach Haus und erteilen dem hinterlistigen Geldgeber eine Lektion.
 
 
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Ein Film mit wahrem Hintergrund: BAIT wurde von kontroversen Artikeln aus der internationalen Presse inspiriert in denen von unseriösen Kreditgeber berichtet wurde, die mit der finanziellen Not ahnungsloser Menschen grausames Schindluder getrieben haben. Doch die bittere Botschaft des Films lässt sich nicht ausschließlich auf ausgewählte Zeitungsberichte übertragen, sondern ist aktueller denn je. In einer Zeit in der Englands Bürger mit den Folgen der Inflation zu kämpfen haben, fällt es Millionen Briten immer schwerer, ihren gewohnten Lebensstandard zu halten. So frisst sich die drastisch gestiegene Inflationsrate und die Anhebung der Mehrwertsteuer besonders in die Einkommen der Geringverdiener. Viele Bürger, die einen Vollzeitjob suchen, finden nur Teilzeitstellen, weil nach schwerer Rezession die Wirtschaftserholung in Großbritannien weitgehend ausgeblieben ist. Zudem werden Haushalte durch hohe Schulden für Hauskauf und Konsum belastet, die sich in den fetten Jahren vor der Krise angesammelt haben. Die Folgen sind fatal, denn Wirtschaftsflaute und Bankenbeben haben einer Nischenbranche die Türen geöffnet, weil Banken keine Kredite mehr gewähren möchten. So bringt das blühende Geschäft mit den Geldproblemen immer neue Anbieter auf dem britischen Markt hervor, die für Darlehn horrende Zinsen fordern – darunter viele schwarze Schafe.
 
 
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THE TAKING – so wir THE BAIT anfangs eigentlich heißen sollte – treibt das Thema Finanzkrise auf die Spitze und taucht die Problematik in sattes Rot. Regisseur DOMINIC BRUNT stößt seine zwei Hauptcharaktere immer weiter in die Verzweiflung und lässt sie in einem unerbittlichen Showdown Amok laufen, der verstörend und brutal zugleich ist. Kompliment gilt dabei Schauspieler JONATHAN SLINGER, der den Bösewicht in Perfektion verkörpert. Der ist zwar anfangs vertrauenserweckend und freundlich, offenbart sich dem Publikum aber schon bald als das Böse in Menschengestalt. BAIT ist eine Geschichte über die Schrecken des modernen Kapitalismus und lässt keinesfalls kalt. Aufgrund der äußerst brutalen Inszenierung richtet sich der Streifen aber dann doch an jene, die mit reißerisch dargestellten Gewaltszenen keine Probleme besitzen. Übrigens: Knet-Splatter gibt es nach dem Abspann zu sehen. Der für seine Claymation-Kurzfilme bekannte LEE HARDCASTLE spinnt den Film durch Einsatz witziger Todesszenen weiter. Fans des kreativen Knet-Künstlers wird das freuen, denn dessen morbider Humor sorgt für einige Lacher.
 
 


 
 
 

BAIT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Unangenehm, brutal und verstörend: BAIT ist eine schockierende Geschichte über die Schrecken des modernen Kapitalismus, wie sie brisanter nicht sein könnte. Erneut rückt Regisseur DOMINIC BRUNT unberechenbare Monster in den Mittelpunkt – diesmal sind es jedoch keine Zombies, sondern das personifizierte Böse in Menschengestalt. Aufgrund des zermürbenden und bedrohlichen Erzählstils gehört BAIT zu jenen Filmen, die man nicht nebenbei sieht. Dieser Streifen ist harter Tobak, der sich vor allem an ein Publikum richtet, das mit Gewalt im Kino keine Probleme besitzt. Gerade weil Macher DOMINIC BRUNT Gesellschaftskritik mit harten, zweifelhaften Gewalteskapaden vermischt, liegt BAIT äußerst schwer im Magen. Dennoch meinen wir: sehenswert!
 
 


 
 
 

BAIT – Zensur

 
 
 
In BAIT geht es nicht zimperlich zu. Menschen werden gedemütigt und zusammengeschlagen. Im Finale wird ein Kopf mit einem Waschbecken zertrümmert und Gegenstände in Körper gebohrt. Hierzulande dürfte der Film vermutlich mit einer Freigabe für Erwachsene erscheinen. Da auf sehr grafische Weise Selbstjustiz ausgeübt wird, könnte es aber auch sein, dass BAIT keine Freigabe von der FSK erhalten wird.
 
 


 
 
 

BAIT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bound to Vengeance (2015)
 
Evangeline (2013)
 
Girls against Boys (2012)
 
Big Driver (2014)
 
Autumn Blood – Zeit der Rache (2013)
 


Filmkritik: „As the Gods Will“ (2014)

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AS THE GODS WILL

(Kamisama no iu tôri)

Story

 
 
 
Die Teenager einer japanischen Schule müssen um ihr Leben bangen. Einige Monster funktionieren harmlose Kinderspiele in tödliche Überlebenskämpfe um. Ziel ist es den stärksten und mutigsten Schüler von allen zu finden. Mädchenschwarm Shun Takahata (Sôta Fukushi) entpuppt sich als heimlicher Favorit und versucht hinter das Geheimnis der merkwürdigen Spiele zu kommen.
 
 
 


 
 
 

AS THE GODS WILL – Kritik

 
 
 
Geht dem Genie langsam die Puste aus? TAKASHI MIIKE hat in der Vergangenheit einige äußerst nennenswerte Perlen hervorgebracht. So entstanden unter seiner Regie Filme wie AUDITION, VISITOR Q oder ICHI THE KILLER, die auch über die japanischen Landesgrenzen hinaus Kultstatus genießen. Seit einiger Zeit lassen große Filmhits leider auf sich warten, vergeudet der japanische Regisseur sein Potenzial für austauschbaren Horrorquatsch, der verständlicherweise nur noch sehr selten in unseren Breiten veröffentlicht wird. Immerhin lässt sich der japanische Kultregisseur nicht beirren und dreht weiterhin Filme am Fließband, als wäre der Teufel hinter ihm her. Der dürfte vermutlich auch in MIIKE geschlüpft sein, als er sich für die Regie zur Filmadaption eines in Japan sehr populären Mangas überreden lies. KAMI-SAMA NO IU TOORI heißt dort eine sehr erfolgreiche Comic-Reihe, von der zwischen März 2011 bis November 2012 über 1,5 Millionen Exemplare in Japan verkauft werden konnten und die mittlerweile sogar schon fortgesetzt wurde. Hierzulande dürfte die nicht zimperliche Horror-Lektüre spätestens mit MIIKE als Zugpferd auf Interesse stoßen. Doch lohnt die Comicverfilmung überhaupt gesehen zu werden?
 
 
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Eigentlich ist es für Schüler Shun Takahata ein Tag wie jeder andere auch. Wäre da nicht dieser eine Vorfall gewesen, der sein bisher geregeltes Leben komplett auf den Kopf stellen wird. Dem Lehrer platzt während des Unterrichts der Schädel und ein sprechender Daruma hüpft aus dem Rumpf direkt auf das Klassenpult. Die Figur will ein Spiel spielen, das für die meisten Teenager im Klassenzimmer tödlich enden wird. Shun überlebt als einziger und flüchtet zusammen mit einer Schülerin aus der Parallelklasse in die Sporthalle der Schule, wo man auf andere Überlebende trifft, die kurz zuvor in ebenso makabren Spielen um ihr Leben kämpfen mussten. Doch auch hier ist keine Rettung in Sicht. Stattdessen werden die Teenager erneut herausgefordert. Eine monströse Glückskatze – in Japan auch als Maneki Neko bezeichnet – macht Jagd auf die Schüler und verschlingt einen nach dem anderen bei lebendigem Leib. Wieder einmal gewinnt Shun Takahata das tödliche Spiel mit Taktik und Köpfchen, beginnt aber bald nach dem Warum zu forschen. In einem fliegenden Kubus hofft er auf Antworten, muss aber bald erkennen, dass hier höhere Mächte am Werk sind.
 
 
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Willkommen im japanischen Horrorkino. Hier traut man sich was, denn in puncto Skurrilität und ausgefallenen Gedankenblitzen sind die Japaner dem Rest der Welt eine Nasenlänge voraus. Hier wird jede noch so abgedrehte Idee auf Zelluloid gebannt und jedes noch so geschmacklose Tabu gebrochen – koste es was es wolle. AS THE GODS WILL (so die Titelkreation für den westlichen Filmmarkt) versinnbildlich mal wieder, wie konsequent und mutig man in Japan Filme dreht. Was sich in Europa vermutlich gar nicht vermarkten lassen würde, verkauft sich in Fernost wie geschnitten Brot. Umso logischer die Tatsache, dass man schon eine gewisse Leidenschaft für japanische Absurditäten mitbringen sollte, um einen quietschbunten und abgefahrenen Film wie AS THE GODS WILL überhaupt ertragen zu können. Wie bei so vielen japanischen Produktionen der letzten Jahrzehnte gilt auch diesmal: wer mit dem gewöhnungsbedürftigen Humor und der eigensinnigen Folklore japanischer Landsgenossen nichts anzufangen weiß, wird wohl auch mit AS THE GODS WILL nicht warm werden und das, obwohl mit blutigem Schabernack im Film nicht gegeizt wird.
 
 
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TAKASHI MIIKE bleibt seiner bisherigen Linie treu, für die ihn Fans rund um den Globus schätzen. Das bedeutet: Gewalt, Gewalt und nichts als Gewalt – wenngleich die etwas milder über die Mattscheibe flimmert, als man sie von MIIKE bisher zu sehen bekommen hat. Das liegt daran, dass AS THE GODS WILL auf einem Comic basiert. Die Umsetzung orientiert sich nah an der schrillen Vorlage und ist vollgestopft mit sonderbaren Einfällen, die comictypisch derart überzogen in Szene gesetzt werden, dass die dargestellte Gewalt weitaus weniger intensiv auf den Zuschauer einwirkt. Statt das Geschehen ausschließlich im Kunstblut zu ersäufen, fließen in der hektischen Filmadaption rote Murmeln aus Hälsen, Mündern und Gliedmaßen. Zudem verwandeln sich bekannte Glücksbringer und Gegenstände des alten Japan in riesige Monster, die eigentlich harmlose Kinderspiele in gefährliche Mutproben umfunktionieren und Verlierer zertreten oder zweiteilen.
 
 
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Nur die Starken überleben: AS THE GODS WILL ist eine unterhaltsame Mischung aus DIE TRIBUTE VON PANEM und dem legendären BATTLE ROYAL nur mit Unterschied, dass das hier Gezeigte mit einem Augenzwinkern betrachtet werden sollte. Vieles wirkt auf westliche Zuschauer sehr befremdlich, vor allem gerade deshalb, weil schablonenhafte Protagonisten merkwürdig naiv durch das kurzweilige Szenario stolpern. Eine tiefgründige Ausarbeitung der Figuren gibt es nicht. Die ist nämlich gar nicht von Nöten, sind nahezu alle Protagonisten ohnehin dazu verdammt, möglichst schnell und spektakulär den Löffel abzugeben. Nichtsdestotrotz kann man dem neusten Werk von Gore-Meisters TAKASHI MIIKE einen gewissen Unterhaltungswert nicht abstreiten. Die Tötungsarten sind abwechslungsreich, der Film zügig durchinszeniert und die visuell ansprechend in Szene gesetzten Filmmonster unterlegen das Morden mit zynischen Kommentaren. In der Originalfassung werden die im Übrigen von bekannten Sternchen der japanischen Pop- und Filmwelt gesprochen. Hierzulande dürfte man eher froh darüber sein, wenn AS THE GODS WILL überhaupt eine halbwegs vernünftige Synchronisierung erhält. Die Vergangenheit hat nämlich gezeigt, dass gerade bei Nischenproduktionen aus Asien weniger Liebe in Übersetzung und Vermarktung investiert wird.
 
 


 
 
 

AS THE GODS WILL – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
DIE TRIBUTE VON PANEM trifft auf BATTLE ROYAL. Blutiger Comic-Blödsinn für Freunde des speziellen Humors. TAKASHI MIIKE (LESSON OF THE EVIL) macht mal wieder was mit – welch Überraschung – Gewalt und Schulmädchen. Diesmal müssen jedoch blutige Kinderspiele gespielt werden. Nein, dass ich nicht die japanische Antwort auf SAW. Der absurde AS THE GODS WILL basiert auf einer erfolgreichen Manga-Reihe, die vor einigen Jahren zum Verkaufshit in Japan avancierte. Und weil man auch im Land der untergehenden Sonne die magische Formel für schnelles Geld kennt, war es nur eine Frage der Zeit, bis auch dieser populäre Comic auf die Leinwand kommen musste. Für die meisten westlichen Zuschauer dürfte AS THE GODS WILL etwas zu abgedreht erscheinen, schließlich bekommt man nicht alle Tage monströse Winkekatzen zu sehen, die in Mäusekostümen gekleidete Schüler verspeisen. Nichtsdestotrotz ist es gerade die Absurdität der Ereignisse, die dem Film Unterhaltungswert beschert. Man weiß nie, was noch passieren wird und vor welch sonderbaren Herausforderungen die Spielteilnehmer gestellt werden. Dass die Gewalt im Film etwas anders als sonst zelebriert wird, stört nicht. Statt Blutfontänen färben rote Murmeln die Mattscheibe rot. Etwas ungewohnt, aber nicht minder ruppig anzuschauen. Wer ein Herz für abgedrehte Schlachtplatten aus Japan besitzt, ist hier genau richtig. Diejenigen dürften wohl auch die angedeutete Fortsetzung kaum erwarten können, mit der am Ende geworben wird. Wir meinen: TAKASHI MIIKE in Hochforum – Herrlich schwarzhumoriger Cocktail der Absurditäten mit hochgradigem Unterhaltungswert.
 
 


 
 
 

AS THE GODS WILL – Zensur

 
 
 
Schon der Name TAKASHI MIIKE allein dürfte deutschen Zensurbehörden schlaflose Nächte bereiten. AS THE GODS WILL ist vermutlich nicht der härteste Streifen aus der Mache des japanischen Regisseurs. Dennoch gibt es einige blutige Gemeinheiten zu sehen, die hierzulande den roten FSK-Stempel bekommen werden – insofern der Film in Deutschland überhaupt einen Rechteinhaber finden wird.
 
 


 
 
 

AS THE GODS WILL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Battle Royale (2000)
 
Die Tribute von Panem – The Hunger Games (2012)
 
Running Man (1987)
 
Die Insel der Verdammten (1982)
 
Raze – Fight or Die! (2013)
 
The Human Race (2013)
 


Filmkritik: „Poker Night“ (2014)

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POKER NIGHT

Story

 
 
 
Polizist Jeter (Beau Mirchoff) erlebt im Keller eines Hauses das pure Grauen. Er wurde von einem Psychopathen entführt und muss nun allerhand Grausamkeiten über sich ergehen lassen. Wenige Stunden zuvor saß er noch zusammen mit einigen Arbeitskollegen an einem Kartentisch, die dem Neuling in geselliger Runde von den spektakulären Fällen ihrer Karriere erzählten.

 
 
 


 
 
 

POKER NIGHT – Kritik

 
 
 
Jahre nach dem Boom der sogenannten Torture-Porn-Welle finden immer wieder überflüssige Nachzügler ihren Weg in die Heimkinos, die dem unbewanderten Filmfan da draußen zeigen wollen, dass es im Kino auch mal eine Zeit gab in der es im Film etwas härter zugange ging. Der Trend scheint nach dutzenden Found-Footage-Gähnern und Geister-Schnachern in Vergessenheit geraten zu sein, was aber eifrige Regisseure nicht davon abhält in bescheidener Regelmäßigkeit stets etwas Folterei auf die Mattscheibe zu bringen – wenn auch ausschließlich für den Videomarkt produziert.
 
POKER NIGHT ist so ein reichlich verspäteter Ableger der einst kassenträchtigen Folter-Welle und folgt dem noch grünschnäbeligen Polizisten Jeter (BEAU MIRCHOFF), der gerade seinen ersten größeren Auftrag erfolgreich abgeschlossen hat. Ihm gelang die Festnahme eines gesuchten Psychopathen, was ihm nicht nur die Anerkennung seiner Kollegen einbrachte, sondern auch die Teilnahme zu einem dieser Pokerabende, an denen sich erfahrene Polizisten versammeln, um mit spektakulären Geschichten aus ihrem Berufsleben prahlen zu können. Leider hat das erste Poker-Duell für Jeter ein unerwartetes Ende zur Folge. Auf dem Heimweg wird er von einem Fremden überwältigt und in einen Keller verschleppt. Dort muss der Jungpolizist zusammen mit seiner Freundin schlimmste Quälerei erdulden und erinnert sich in Gefangenschaft an jene Weisheiten und Erzählungen zurück, von denen seine Cop-Kollegen noch wenige Stunden zuvor am Pokertisch berichtet hatten.
 
Nach Arbeiten an dutzenden TV-Produktionen tischt Drehbuchautor und Regisseur GREG FRANCIS mit POKER NIGHT sein Spielfilmdebüt auf und orientiert sich mit dem ansprechenden Filmlook seines Erstlings an die finstere Bildsprache eines JAMES WAN, der vor knapp zehn Jahren mit der beliebten Folter-Schnitzeljagd SAW (2004) internationale Erfolge verbuchen konnte. Der Zuschauer wird Zeuge dreckiger Bildkompositionen, die der Regisseur vermehrt in Grün- und Rottöne taucht und gar an Tortur-Heuler wie besagtem SAW und THE COLLECTOR (2009) erinnern. Neben reichlich Gewalt, Schussgefechten und makabren Folterideen (so wird Filmheld Jeter mit Hilfe von Spezialkleber an die Wand gekleistert) scheint zuletzt erwähnter Horror-Thriller vor allem beim Masken-Design Eindruck hinterlassen zu haben. Der Fiesling in POKER NIGHT trägt ähnliche Maskierung wie einst der legendäre Sammler im perfiden Katz-und-Maus-Spiel, dem man 2012 mit THE COLLECTION sogar eine Fortsetzung folgen lies.
 
Von den Qualitäten der genannten Splatter-Granaten ist POKER NIGHT jedoch um Längen entfernt. Viel zu oft wird der Zuschauer ungeschickt aus der Haupthandlung gerissen und gleichzeitig durch unnötige Rückblenden verwirrt, die zurück an den Kartentisch führen, wo der Spannungsbogen immer wieder durch schlecht platzierte Erzählungen anwesender Polizisten unterbrochen wird. Die blicken auf ihre Karriere zurück, brüsten sich mit den spektakulären Einsätzen ihrer bisherigen Polizistenlaufbahn und quasseln von hinterlistigen Serienmördern, die von einer krankhaften Sucht des Tötens getrieben werden. Für eine Anthologie durchaus interessanter Kurzgeschichtenstoff, weil POKER NIGHT Material für mindesten fünf weitere Filme bereithält. Im Falle von POKER NIGHT ein nerviges Übel, das dem Filmfreund schnell die Lust am Filmeschauen vermasselt, weil das Folgen der eigentlichen Handlung durch unzählige Flashbacks und Storyabzweigungen nahezu unmöglich gemacht wird.
 
Eigentlich hätte alles so schön werden können, denn POKER NIGHT macht in Sachen Folter alles richtig. Macher GREG FRANCIS zeigt nicht viel, aber auch nicht zu wenig, lässt Opfer flüchten, um sie in darauffolgender Szene vom Killer erneut einfangen zu lassen. POKER NIGHT wächst vor allem während der Quälmomente zu eigentlicher Größe heran, weil es dem Film trotz trivialer Gewaltszenen und allerhand Vorhersehbarkeiten gelingt, immer noch genügend Nervenkitzel zu verursachen, so dass der Zuschauer gebannt in seinem Filmsessel verharrt. Viel Spaß an den wenigen Folterakten bleibt jedoch nicht, denn FRANCIS widmet sich ausgerechnet dann seinen unzähligen Nebenhandlungen, wenn es zur Sache geht und für Gewaltfans interessant wird. Dass der Überraschungstwist am Ende nicht fehlen darf, ist mal wieder so eine nervende Horror-Zutat, die seit einigen Jahren sichtlich in Mode gekommen ist. Hier werden die Ambitionen des Killers gelüftet, die reichlich Phantasie voraussetzen, um sie überhaupt nachvollziehen zu können. Letztendlich bleibt zu erwähnen, dass GREG FRANCIS viel Potenzial verschenkt hat und etwas zu eifrig und unbeholfen namhaften Filmschaffenden wie DARREN LYNN BOUSMAN oder MARCUS DUNSTAN hinterhereifert, so dass er ganz nebenbei seine eigene Geschichte aus den Augen verliert. Die ist mit unnötigen Informationen überladen, undurchsichtig, reichlich sprunghaft und absolut unglaubwürdig, was POKER NIGHT zu einem zwar handwerklich soliden, aber nicht sonderlich sehenswerten Filmerlebnis macht.
 
 
 


 
 
 

POKER NIGHT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Durchgestylter Folter-Thriller, der sich vor der legendären SAW-Serie verbeugt. Auch wenn auf dem Filmposter zum Thriller POKER NIGHT ein Angst einflößender Killer grinst, dessen Maske etwas zu offensichtlich an THE COLLECTOR erinnert, hat der Film natürlich nichts mit dem harten Horror-Kracher aus dem Jahre 2009 am Hut. Vielmehr scheint Macher GREG FRANCIS von harter Mainstream-Folterei der letzten Jahre derart fasziniert gewesen sein, dass er kurzum an seinem eigenen Tortur-Flick gewerkelt hat. Der kann sich in punkto Optik durchaus sehen lassen; inhaltlich ist das Machwerk jedoch derart unsinnig, dass dem Zuschauer die Freunde schnell vergehen wird. POKER NIGHT ist überladen, wirr, undurchsichtig und dazu auch noch vollkommen unglaubwürdig. Der Grund hierfür dürfte in der stattlichen Anzahl an verschiedenen Nebenplots zu suchen sein, die es dem Zuschauer ziemlich schwer machen, der eigentlichen Handlung folgen zu können. Zudem entpuppt sich Regisseur GREG FRANCIS als Spaßbremse. Immer wenn der Filmbösewicht zum Folterutensil greift und POKER NIGHT an Fahrt gewinnt, wird zu einer der unzähligen Nebenhandlungen übergewechselt. So macht man sich unter Fans härterer Filmware keine Freunde. Was im Übrigen HELLBOY-Star RON PERLMAN dazu getrieben hat, in einem so unausgereiften Horror-Thriller mitzuwirken, dürfte mal wieder eines dieser vielen Hollywood-Mysterien sein, deren Antwort wir nie erfahren werden.
 
 
 


 
 
 

POKER NIGHT – Zensur

 
 
 
Ziemlich viel geschossen wird in POKER NIGHT, weil nicht lang gefakelt wird. Ein wenig Folterei gibt es ebenso zu sehen, obwohl sich der Streifen hinsichtlich der obligatorischen Grausamkeiten in Genrefilmen überraschend zurückhält. Daher kann man davon ausgehen, dass POKER NIGHT hierzulande mit rotem „keine Jugendfreigabe“-Sticker erscheinen wird. Natürlich vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

POKER NIGHT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Collector (2009)
 
Deadly Virtues: Love.Honour.Obey. (2014)
 
Love of my Life (2013)
 
Pig (2010)
 
Hate Crime (2013)
 
Saaw (2004)
 
Saw II (2005)
 
Saw III (2006)
 
Saw IV (2007)
 
Saw V (2008)
 
Saw VI (2009)
 
Saw 3D – Vollendung (2010)
 


Filmkritik: „Zombie Fight Club“ (2014)

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ZOMBIE FIGHT CLUB

Story

 
 
 
Ein tödlicher Zombievirus hat in der Millionenstadt Taipei ein Desaster angerichtet. Jegliche soziale Strukturen befinden sich am Rande des Zusammenbruchs, was Kriminalität und Korruption blühen lässt. In einem Hochhaus irgendwo in der Innenstadt werden aus Gangstern Gejagte. Die müssen sich ähnlich wie im Remake zu JUDGE DREDD von Stockwerk zu Stockwerk vorarbeiten, um Horden Infizierter Hausbewohner entkommen zu können.

 
 
 


 
 
 

ZOMBIE FIGHT CLUB – Kritik

 
 
 
In Taiwan ist mal wieder die Hölle los, denn dort wandeln erneut hungrige Zombies durch Straßen und Gassen, stets auf der Suche nach wohlschmeckendem Menschenfleisch. Regisseur JOE CHIEN hat ein Herz für Fans von Zombiefilmen. Der fernöstliche Filmemacher scheint es sich zur Aufgabe gemacht zu haben Liebhabern solcher Filme mit immer wieder neuem Horrormaterial zu versorgen, in dem sich verängstigte Protagonisten vor Horden Untoter in Sicherheit bringen müssen. Nach dem eher bescheidenen ZOMBIE WORLD WAR (OT: ZOMBIE 108), der zumindest in Taiwan ordentlich Zaster in die Kassen bringen konnte, war es nur eine Frage der Zeit bis CHIEN ein weiteres Mal auf dem Regiestuhl Platz nehmen sollte, um dort anzuknüpfen, wo er zuletzt Erfolge verbuchen konnte. Mit ZOMBIE FIGHT CLUB hat er die sehnlich erwartete Fortsetzung zu ZOMBIE WORLD WAR gedreht und macht quasi nichts anderes als die Gewinnformel seines Erstlings abzuarbeiten und diese um Extremgewalt, Sex und Splatter zu erweitern. Technisch bleibt alles beim Alten. Abermals wird dem Zuschauer eine auf Hochglanz gebügelte und in dreckige Farben getauchte Zombieapokalypse geboten, in der Handlung, Figuren und deren Schicksale kaum Gewichtung finden. Stattdessen wird das grafische Auslöschen von Mensch und Zombie in den Mittelpunkt gerückt, was im direkten Vergleich zu aktuellen, amerikanischen Zombie-Produktionen nicht ganz ohne ist. Neben hektischen Schnitten und schnellen Kampfszenen liegt das Augenmerk auf rasante Schussduelle, ekelige Verwandlungs- und Matscheffekte sowie reißerische Zeitlupenmorde, die so genüsslich und schonungslos zelebriert werden, dass deutschen Zensurbehörden mit ZOMBIE FIGHT CLUB gar keinen Spaß verstehen dürften. Hier wird Gewalt als Mittel zum Selbstzweck eingesetzt, denn die unzugänglichen Protagonisten sehen im kaltblütigen Ausmerzen von Überlebenden und Infizierten den einzigen Ausweg einem postapokalyptischen Weltuntergangsszenario entkommen zu können. Dass im unkontrollierten Blutrausch die Handlungsbeweggründe aller Beteiligten nicht immer Sinn ergeben, ist eines der vielen Mankos mit denen ZOMBIE FIGHT CLUB sprichwörtlich zu kämpfen hat. Dem Zuschauer dürfte es da schwer fallen sich überhaupt mit einem der reichlich unsympathischen Charaktere identifizieren zu können, denn nach einer glaubhaften Charakterisierung sucht man in diesem Splatterfest vergebens.
 
In ZOMBIE FIGHT CLUB handeln die Protagonisten nicht nachvollziehbar. So finden einige Ganoven im Überlebenskampf mit dutzenden Zombies immer noch genügend Zeit, um hilflose Schulmädchen zu vergewaltigen. Zudem handelt ein Lehrer wie von Sinnen, weil seine Tochter erschossen wurde, was ihn aus unerklärlichen Gründen dazu nötigt zwei unschuldige Schulmädchen zu ermorden, mit denen er wenige Minuten zuvor noch friedlich an der Kaffeetafel gesessen hat. Vieles in ZOMBIE FIGHT CLUB ist kaum einleuchtend, weil sich JOE CHIEN zu versteift auf blutige Kämpfe und das grafische Zerschießen von Köpfen konzentriert, statt sich mit seinem Film und dessen Figuren ernsthaft auseinanderzusetzen. Fast alle Protagonisten sind Kanonenfutter, die kurz vorgestellt und wenig später kreativ vor der Kamera um die Ecke gebracht werden. Förderlich ist dies dem Film keineswegs, weil sich trotz abwechslungsreicher Gewaltakte schnell Langeweile einstellt. Letztendlich wird die dünne Handlung allein von den immerhin hervorragend umgesetzten Effekten getragen.
 
ZOMBIE FIGHT CLUB besteht aus zwei unterschiedlichen Filmhälften. Während in der ersten Stunde der Ausbruch einer Zombie-Plage zum Thema des Films gemacht wird und sich einige (kriminelle) Überlebende durch ein Hochhaus kämpfen müssen, setzt die Handlung in den letzten 30 Minuten ein Jahr später ein. In einer Art unterirdischer Kampfarena müssen Überlebende gegen Infizierte kämpfen, um just genau jenen Lehrer zu belustigen, der ein Jahr zuvor seine Tochter auf perfide Weise verloren hat. Mittlerweile handelt der nicht mehr ganz so ehrenhaft und ist zur dunklen Seite übergewechselt, hält sich Überlebende als Sklaven, um diese zu demütigen oder ermorden zu lassen. Bei derart trivialer Filmunterhaltung werden Erinnerungen an das ruppige Exploitationkino der 70er wach, denn JOE CHIEN bleibt bis zum Abspann seinem Kurs treu und ergänzt Zombie-Klischees um Sex, Martial-Arts-Action und Gewalt, so dass zumindest Freunde der etwas härteren Filmgattung gut unterhalten werden dürften. Letztendlich bleibt trotz technisch versierter Machart und reichlich Action die Spannung aus, was ZOMBIE FIGHT CLUB nur zu einem weiteren, unbedeutenden Zombie-Streifen macht, den man nach Sichtung schnell wieder vergessen haben dürfte. Eigentlich schade, hätte CHIENS Zweitwerk durchaus Potenzial gehabt, ein neuer asiatischer Splatter-Hit werden zu können. Leider mangelt es ZOMBIE FIGHT CLUB am Feinschliff, denn trotz glatt polierter Optik fehlt mal wieder das, was man in jedem zweiten Horrorfilm schmerzlich vermisst: ein sympathischer Charakter, der im Verlauf eine glaubwürdige Entwicklung durchlebt, damit sich der Zuschauer mit ihm verbunden fühlen und mitfiebern kann. Dennoch, trotz aller Kritik gehört das Sequel ZOMBIE FIGHT CLUB zu den wenigen Ausnahmen, in denen die Fortsetzung besser ist, als das Original. Demzufolge sollten Zombiefans auf jeden Fall einen Blick riskieren.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE FIGHT CLUB – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Die taiwanesische Antwort auf THE WALKING DEAD. ZOMBIE FIGHT CLUB ist ein rasantes Zombie-Splatterfest, das seinesgleichen sucht und anfänglich etwas zu offensichtlich an den Action-Kracher THE RAID oder das JUDGE DREDD-Remake aus dem Jahre 2012 erinnert. Hier wird all das verbraten, was man bereits im schmuddeligen Exploitationkino der 70er zu sehen bekommen hat. Es wird geschossen, gefressen und zermatscht als gebe es keinen Morgen mehr, was zumindest Fans derber Gewaltstreifen durchaus zusagen dürfte. Sieht man jedoch vom hektisch geschnittenen Sex- und Gewaltcocktail sowie einigen frauenfeindlichen Filmmomenten ab, bleibt nicht mehr viel übrig, was ZOMBIE FIGHT CLUB über Wasser halten kann. Die Charaktere sind flach, die Geschichte dünn und Spannung hält sich auch in Grenzen. Wer darüber hinwegsehen kann, wird mit diesem ziemlich kruden Schmuddel-Action-Mix trotzdem gut unterhalten – den vielen kreativen und hervorragend umgesetzten Gewaltspitzen sei Dank, die diesmal vorwiegend aus dem Rechner kommen, jedoch perfekt zum unbequemen Ton der düsteren Kulisse passen.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE FIGHT CLUB – Zensur

 
 
 
ZOMBIE FIGHT CLUB hat hierzulande eine ungeschnittene Freigabe erhalten. Das ist verwunderlich. Nicht nur, dass hier ziemlich fragwürdige Gewalt gegenüber Frauen fast schon zelebriert wird; in diesem Film werden in nahezu jeder Filmminute Menschen und Zombies auf grausame Weise um die Ecke gebracht. Manchmal sind die Beurteilungen der FSK nicht nachvollziehbar. Zombiefans dürfte das aber freuen, hat es ZOMBIE FIGHT CLUB mit rotem FSK-Flatschen in die Händlerregale geschafft. Keine Jugendfreigabe!
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE FIGHT CLUB – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mad Dimension

 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Zombie Fight Club; Taiwan 2014

Genre: Horror, Splatter, Thriller, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Mandarin DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Schwarze KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer zum Film, Trailershow

Release-Termin: 31.07.2015

 

Zombie Fight Club [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ZOMBIE FIGHT CLUB – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Judge Dreed (2012)
 
The Raid (2011)
 
The Raid 2 (2014)
 


Filmkritik: „Starry Eyes“ (2014)

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STARRY EYES

Story

 
 
 
Ein Anruf aus der Hölle verändert das Leben der erfolglosen Schauspielerin Sarah maßgeblich. Sie wird zu einem Vorsprechen eingeladen, das ihr zwar alles abverlangt, jedoch die Möglichkeiten eröffnet in der schillernden Welt Hollywoods Fuß fassen zu können …
 
 
 


 
 
 

STARRY EYES – Kritik

 
 
 
Es ist immer wieder schön zu sehen, dass es da draußen immer noch Filme gibt, von denen man sich nicht viel verspricht und die letztendlich überraschen, weil sie eine unerwartete Richtung einschlagen. STARRY EYES ist so ein unentdeckter Diamant, der mit zwei gegensätzlichen Filmhälften die Gunst der Horrorgemeinde für sich gewinnen möchte und sich aber damit nicht nur Freunde macht. Hier wird Gewalt ganz groß geschrieben, was vor allem zartbesaitete Angsthasen tief in den Filmsessel rutsch lassen dürfte, schließlich werden für STARRY EYES harte Nerven und eine Vorliebe fürs Grobe vorausgesetzt. Die beiden Drehbuchautoren und Regisseure KEVIN KOLSCH und DENNIS WIDMYER machen seit geraumer Zeit gemeinsame Sache und haben in den letzten Jahren schon so einige Filmprojekte zusammen auf die Beine gestellt. Leider haben sie damit nicht den Erfolg ernten können, den sich das Duo vermutlich gewünscht hätte. Grund genug mal Tacheles zu reden und im Horrorfilm STARRY EYES mit der rücksichtslosen Geldmaschinerie Hollywoods abzurechnen, wo kreative Filmemacher und Schauspieler ihre Seele an profitgeile Produzenten verkaufen müssen, um überhaupt einen Fuß in der Traumfabrik bekommen zu können. So ähnlich ergeht es Protagonistin Sarah im Film. Sie durchlebt Dank hervorragender Spezialeffekte und einer Menge Ekel-Make-up eine groteske Metamorphose vom ehrgeizigen Traumtänzer hin zur gewissenlosen Karrierefrau, die am Ende sogar die besten Freunde für ihr Ziel unter die Erde bringt.
 
Sarah lebt in L.A., verdient sich mit einem schlecht bezahlten Kellnerjob ein paar Dollar, damit sie die Miete für eine kleine Wohnung bezahlen kann, die sie sich mit der besten Freundin teilt. Doch zufriedengeben will sie sich damit nicht. Sie bewirbt sich wahllos für Vorsprechen in unbedeutenden Filmen und hofft, irgendwie Fuß in die schillernde Traumwelt Hollywoods bekommen zu können. Für eine Rolle im Film „Silver Scream“ setzt sie alles auf eine Karte und spricht bei einem Casting vor, das ihr bisher erfolgloses Leben auf den Kopf stellen wird. Der Produzent ist von Sarahs Talent begeistert, fordert jedoch Opfer, die die ehrgeizige Frau in Kauf nimmt, um endlich auch im Rampenlicht stehen zu können.
 
HOUSE OF THE DEVIL lässt grüßen, denn STARRY EYES orientiert sich in seiner Machart an die großen B-Klassiker der 1970er- und 1980er, die bereits 2009 von TI WESTS (THE SACRAMENT) im genannten Okkult-Horror eindrucksvoll gehuldigt wurden. Ob nun preisgekröntes Poster, eingängiger Synthesizer-Soundtrack oder handgemachtes Splatter-Gematsche; STARRY EYES hat all das, was klassisches Horrorkino aus jenen Dekaden zu bieten hatte und dürfte vor allem jene Nostalgiker begeistern, deren Herz am Old-School-Horror hängt. Das Massenphänomen Crowdfunding hat dazu beigetragen, dass das Projekt überhaupt verwirklicht werden konnte. Wie bei so einigen Indie-Produktionen (u.a. AMERICAN BURGER) aus letzter Zeit musste auch STARRY EYES durch Spendengelder teilfinanziert werden, damit der Streifen überhaupt fertiggestellt werden konnte. Dass wenig Geld zur Verfügung gestanden hat, ist dem Film aber nicht anzusehen – ganz im Gegenteil, die Produktion befindet im Gegensatz zu den meisten B-Movies auf technisch beachtlichem Standard und hat sogar noch gute Schauspieler zu bieten, die zur Abwechslung auch noch Ahnung vom Schauspielen haben. Allen voran ALEX ESSOE, die mit beängstigender Intensität eine verzweifelte Jungaktrice verkörpert, die alles tut, um ihrem Traum ein Stück näher kommen zu können.
 
Man nehme 70er-Okkult-Horror, kopiere etwas Cronenbergschen Body-Horror und füge die Brutalität des neuen französischen Terrorkinos dazu. Fertig ist STARRY EYES, ein Film der gemächlich beginnt und am Ende mit reichlich Gewalt wachrüttelt. Auch wenn die eigentliche Botschaft des Streifens am Ende zugunsten blutrotem Todesreigen an Wichtigkeit verliert, dürften KEVIN KOLSCH und DENNIS WIDMYER das erreicht haben, was sie wohl erreichen wollten: über STARRY EYES wird gesprochen. Wer offen für Filmexperimente ist sollte einen Blick riskieren – aber vorsichtig: dieses Horror-Drama hat es in sich!
 
 
 


 
 
 

STARRY EYES – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Schockierend, ekelerregend und kontrovers: STARRY EYES ist kein Film den man sich auf nüchternen Magen anschauen sollte. Die beiden Regisseure KEVIN KOLSCH und DENNIS WIDMYER haben einen haarsträubenden Genre-Mix auf Zelluloid verewigt, der ganz souverän mit der amerikanischen Filmindustrie abrechnet. Zwischen düsterer Okkult-Thematik, harten Slasher-Praktiken und widerlichem Body-Horror kritisieren die Macher das knallharte Business der schillernden Traumfabrik und decken auf, was Arbeitnehmern fernab Hollywoods nicht sonderlich neu sein dürfte. Trotzdem, STARRY EYES lebt von der Prämisse, dass er ab Filmmitte unerwartet das Genre ändert, was sich vor allem bei unvorbereitete Zuschauern zu einer nervenaufreibenden Prozedur entwickeln kann. Aus einem anfänglich deprimierenden Drama wird knüppelharter Brutalo-Horror, der nicht selten an die Gewalt-Eskapaden des neuen französischen Terrorkinos erinnert. Wer damit leben kann, dürfte mit der abgrundtief bösen Abrechnung gut unterhalten werden, schließlich sorgt der unerwartete Wechsel vom Drama zum Horror dafür, dass STARRY EYES in Erinnerung bleibt – etwas, dass kaum noch neueren Horrorfilmen heutzutage gelingen will.
 
 
 


 
 
 

STARRY EYES – Zensur

 
 
 
Rechteinhaber TURBINE MEDIEN konnte eine ungeschnittene Freigabe bewirken. Ab Filmmitte ist STARRY EYES vollgepackt mit grafischen Gewaltmomenten, die nicht ohne sind. Da wird mit einer Hantel das Gesicht einer Protagonistin eingeschlagen. Außerdem werden Körper mit einem Küchenmesser bearbeitet, was schon ziemlich grenzwertig bebildert wurde. Zudem schaut der körperliche Zersetzungsprozess von Heldin Sarah reichlich unappetitlich aus, so dass es doch ein wenig verwundert, warum STARRY EYES hierzulande von der FSK in kompletter Form freigegeben wurde. Keine Jugendfreigabe!
 
 
 


 
 
 

STARRY EYES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Turbine Medien (Limitiertes Digipack mit DVD, Blu-ray und Soundtrack-CD)

 
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(c) Turbine Medien (Kaufhaus-Blu-ray)

 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Starry Eyes; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1., Deutsch DTS 5.1., Englisch DTS-HD MA 7.1., Englisch DTS 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Einfache Auflage: KeepCase mit Wendecover / Luxus-Auflage: Limitiertes Digipack

Extras: Audiokommentar mit den Regisseuren Kevin Kölsch & Dennis Widmyer und demProduzenten Travis Stevens, 10 unveröffentlichte Szenen mit deutschen Untertitel, Making of: Soundtracks, Casting-Video: Alex Essoe, Fotoshow: Hinter den Kulissen, Teaser, Trailer (USA) & (D) / Limitiertes Digipack zusätzlich mit Soundtrack-CD

Release-Termin: Kaufhaus-Fassung: 03.04.2015 / Limitiertes Digipack: 13.03.2015

 

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STARRY EYES – Trailer

 
 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Black Swan (2010)
 
Irreversible (2002)
 
Suspiria (1977)
 
House of the Devil (2009)
 


Filmkritik: „Love of my Life“ (2013)

love-of-my-life-2013
 
 
 

LOVE OF MY LIFE

Story

 
 
 
Protagonist Julius muss ein Spiel spielen. Entweder er lässt fünf Tage Folter am Stück über sich ergehen oder seine große Liebe Nicole muss ihr Leben lassen …

 
 
 


 
 
 

LOVE OF MY LIFE – Kritik

 
 
 
Ist LOVE OF MY LIFE Folterkram für gewalthungrige Tortur-Liebhaber, die nicht genug von Filmen haben können, in denen ahnungslose Protagonisten gequält und gefoltert werden? Das Filmposter lässt zumindest derartiges Filmvergnügen erahnen, um damit jene Horrorfans anlocken zu können, die ein gewisses Maß perverser Abartigkeiten von Horrorfilmen erwarten. Doch die Freude über neuen Gewaltabfall dürfte rasch einen Dämpfer erhalten, wenn LOVE OF MY LIFE im Player rotiert. Brutalitäten als Mittel zum Selbstzweck sucht man nämlich hier vergebens, denn Regisseur und Produzent MICHAEL BUDD macht aus seinem Film ein ermüdendes Beziehungs-Drama, das eigentlich nur mit Folterei lockt, damit die Schlaftablette überhaupt Aufmerksamkeit erhält. Viel zu erzählen gibt es nicht. Julius (DIARMID HEIDENREICH) wird eines Tages unsanft aus dem Schlaf gerissen und findet sich festgekettet auf dem Operationstisch einer verlassenen Klinik wieder. Ein Fremder will ihm nichts Gutes. Er stellt sein verschrecktes Opfer vor die Wahl und beginnt es zu foltern. Einige Türen weiter wartet Julius‘ Gattin auf Rettung. Die wurde ebenfalls in das leerstehende Krankenhaus verschleppt und wird seither von Überwachungskameras beobachtet. Nun liegt es an Julius den Fortgang der Geschehnisse zu beeinflussen. Entweder er erduldet fünf Tage Folterei am Stück und das Paar überlebt oder er fordert das Ende der Quälerei und die nichtsahnende Ehefrau stirbt. In kurzen Rückblenden flimmern die Etappen der noch jungen Ehe über den Bildschirm, wobei die Partnerschaft der beiden Turteltauben zu den wohl langweiligsten Beziehungskonstrukten gehört, die die Filmwelt bis dato erdulden musste. Selbstverständlich werden Julius Entscheidungen zusätzlich auf eine harte Probe gestellt, denn Ehegattin Nicole war ein unartiges Mädchen und hat’s mit dessen besten Freund hinter dem Rücken des Liebsten getrieben. Kann der Betrogene verzeihen und beider Leben retten?
 
Kommen wir zurück zum Gewaltpegel. Hier wartet tropfende Säure auf das Opfer, das zudem gemeine „Operationen“ am Auge über sich ergehen lassen muss. Doch was ist das? Die Kamera blendet in entscheidenden Momenten weg, so dass der Splatterfan überhaupt nur wenige der Gemeinheiten zu sehen bekommt! Stattdessen wird in LOVE OF MY LIFE von Moral und Gewissen gefaselt und in knapp 90 Minuten Gründe einer Beziehungskrise erörtert. Nervenkitzel geht bei einem derartig unüberlegten Vorgehen natürlich flöten, denn immer dann wenn der unbekannte Foltermeister zum Werkzeug greift, erinnert sich Protagonist Julius an die schönen Zeiten seines zerrütteten Beziehungsdaseins zurück. Selbstverständlich bringt das Ende Licht ins Dunkel, schließlich wird das verängstigte Paar hier nicht grundlos festgehalten. Ob der Zuschauer das jedoch erleben möchte dürfte fraglich sein, denn bei untalentierten Schauspielern, schwachem Drehbuch und uninteressanten Paarproblemen ist ein frühzeitiges Abschalten des Streifens ohnehin vorprogrammiert.
 
 
 


 
 
 

LOVE OF MY LIFE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Nerviges Beziehungspalaver unter dem Deckmantel eines Folterstreifens. MICHAEL BUDDS (der hier gleich eine Nebenrolle übernommen hat) Erstwerk dürfte für reichlich enttäuschte Gesichter sorgen, schließlich werden Erwartungen von Folterfans nicht einmal ansatzweise befriedigt. Da wo „Folter“ draufsteht, muss nicht immer zwangsläufig Tortur drin stecken. LOVE OF MY LIFE ist eine gemeine Mogelpackung und eine langweilige auch noch dazu. Die Schauspieler sind nicht die besten, die Geschichte entwickelt sich behäbig und viel Mord- und Totschlag gibt’s auch nicht zu sehen. Welche Gründe bietet LOVE OF MY LIFE überhaupt, gesehen zu werden. Ganz einfach: gar keine. Fünf Minuten Folter und 90 Minuten Langeweile – ein Trauerspiel. Demnach gilt hier: Zäher und enttäuschender Indie-Horror, den man getrost liegen lassen kann.
 
 
 


 
 
 

LOVE OF MY LIFE – Zensur

 
 
 
LOVE OF MY LIFE ist nicht sonderlich zeigefreudig. Zwar gibt es ein paar kurze Gewaltspitzen zu sehen – die sind aber nicht der Rede wert. Aufgrund des fragwürdigen Kontextes tippen wir auf: Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

LOVE OF MY LIFE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 

The Tortured – Das Gesetz der Vergeltung (2010)
 
The Collection (2012)
 
Bitter Feast – Blutiges Kochduell (2010)
 


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