Filmkritik: „Hatchet for the Honeymoon“ (1970)

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HATCHET FOR THE HONEYMOON

(RED WEDDING NIGHT | IL ROSSO SEGNO DELLA FOLLIA)

Story

 
 
 
Der Chef eines wohlhabenden Modehauses hat mit einem Kindheitstrauma zu kämpfen und kommt diesem nur näher, wenn er weiterhin junge Frauen umbringt…

 
 
 


 
 
 

HATCHET FOR THE HONEYMOON – Kritik

 
 
Wer Dario Argento seinen Lieblingsregisseur nennt, der sollte vermutlich schon früher einmal einen Mario Bava-Film gesehen haben, doch tatsächlich ist mir diese Freude bisher verwehrt geblieben, um nun also mit „Il Rosso segno della Follia“ aka. „Hatchet for Honeymoon“ aka „Red Wedding Night“ meinen Einstieg zu wagen. Mit zwischen sich verwischenden Farb- oder Blutspitzern auf Erde (oder Asche) aufblitzenden Porträts zu einer endlos schönen Score mit betörenden Trompeten gestaltet sich die dreiminütige Opening-Credit-Sequenz als neugierig machende, ästhetische Einstimmung, unvermittelt darauf rast ein Zug auf den Zuschauer und bereitet viszerale Kameraarbeit vor, bei der der Meister selber Hand angelegt hat. Modern wirkende, schnelle Schnitte spiegelnder Gesichter mahnen innerhalb von Sekunden an expressionistische Giallo-Sequenzen an, in der Tat inszeniert sich nun in verträumten, verzerrten Bildern mit hyperrealistisch stilisiertem Blut ein Doppelmord, in dem 7 Minuten lang bis auf „John!“ kein Dialog zu hören ist.
 
 
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John Harrington, so informiert uns ein Voiceover und laut dem gelungenem, 10-minütigen Bonusvideos von Marcus Stiglegger, ein Hitchcock-Verweis anhand eines Monologs über das Leben von Fliegen bzw. Insekten allgemein, der mich an Lees nächtliche Schneckenszene aus „The Wicker Man“ erinnert hat, heißt unser Protagonist und schnell offenbart er uns, dass er von Erinnerungen geplagt wird und aufgrund dieser bereits fünf Frauen umgebracht hat, die rund um sein Brautmodegeschäft vergraben liegen. Die zu Recht eifersüchtige Frau des in wunderbar farbenfrohen, grellen early 70s-Hemden posiernden Playboys schläft laut eigener Aussage nie und erwähnt recht nebensächlich dass sie zur einer Seance eingeladen wurde, das bildhübsche neue Model Helen schneit auch vorbei und biedert sich erfolgreich an. Ein großartig dekoriertes Set voller Schaufensterpuppen sorgt für eindrucksvolle Bilder, abseits des Ästhetikempfindens zieht sich der Film hier allerdings bereits nach knappen 18 Minuten, da John hier minutenlang „nur“ eine Puppe küsst und seine Mordwaffe präsentiert, das titelgebende Beil…
 
 
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Nachdem die Seance wenig ereignisvoll verläuft, besucht Inspektor Russel Johns Gewächshaus und lässt in blumigen Metaphern hervorschimmern, dass er dem umtriebigen Modelmörder längst auf der Schliche zu sein scheint. John wirkt überheblich unbekümmert und erinnert zu 70s-Reißzooms nur an den „richtigen Dünger“, die reizvolle Atmosphäre zwischen den Ermittlungen, der selbstüberhöhten, narzisstischen aber verstörten Darstellung Johns, dem schwarzen Humor und der Giallo-Ästhetik wird dabei durch eine nahezu experimentelle Score unterstützt, die spieluhrartige Melodien und an Italowestern erinnernde, große Gefühle mit schrillen E-Gitarrenriffs kontrastiert, die punktuell unfreiwillig komisch wirken können. In dem Ofen „für die Blätter“, der aber scheinbar in der Lage ist, menschliche Knochen zu verbrennen, den man eben so stehen hat im Gewächshaus, verbrennt John sein nächstes Opfer und kommt seinem Trauma wieder näher, als Zuschauer habe ich einzig durch generelles Genre-Vorwissen jetzt schon erraten können, wie sich sein Trauma wohl auflösen wird, was der Dramaturgie nicht in die Hände spielt. Die verzerrenden Spiegelbilder in bunten Farben und schneller Schnittfolge hingegen sind erneut als visuelles Schmankerl hervorzuheben – bitter nötig auch um die folgenden Szenen auszugleichen, in der partout nicht auf den Punkt kommen oder die Story weitertreiben wollende Dialoge die optisch ansprechenden Szenen inhaltlich sinnlos dehnen, während das zu oft genutzte, wenn auch harmonische Hauptstück des Soundtracks unpassenderweise auch in einer Clubszene gespielt wird, in der Leute wild tanzen.
 
 
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Leicht überlagernde Tonspuren sorgen für falsche Erwartungen, die Bava freudig mit überraschend-schwarzhumorigen Bildschnitten unterwandert oder enttäuscht, das perfideste und prägnanteste Bild des Films dürfte dann die deutlich an „Tenebre“ oder „Suspiria“ erinnernde Szene sein, in der die kunstvoll blutende und ausgestreckte Hand eines Opfers sich mitten zwischen den suchenden Inspektoren spiegelt, die ahnungslos unter der sterbenden Person liegen. Waren die Szenenverläufe bis zu diesem Zeitpunkt, etwa der 50-Minutenmarke, noch allzu vorhersehbar bis repetitiv und schienen zu geradlinig auf ihr Finale zuzusteuern, so überrascht Bava nun mit einem neuen Genreelement, das die Dynamik des Films ändert und einerseits für Verlaufsspannung sorgt, andererseits aber auch eine groteske Note mit sich bringt, die sich für mich nicht ganz in die Tonalität des Films gefügt hat. So läuft beim zweiten Clubbesuch zwar passend funkige und schnelle Musik, dafür aber ist der Besuch selber recht absurd in seiner Bildsprache, auch wirkt die Thematik plötzlich weniger seriös und beängstigend und deutlich ähnlicher einer „Geschichten aus der Gruft“-Folge, die auf teils abstrusen, unterhaltsamen Grusel aus ist. Die entfesselte Kameraführung entlang der malerischen Sets, die zahlreichen Schwenks und Neigungen sowie spannende Winkel vertrösten, das Finale kann mit poetisch-romantischem Dialog aufwarten und der gekonnte Schnitt sorgt für reibungslose, inspirierende Übergänge – dazu wird der Soundtrack so dissonanz und ambient-ähnlich wie noch nie. Doch wenn am Ende eine letzte, optisch sehr ansprechende Sequenz zum ein letztes Mal triumphal aufkommendem Soundtrack präsentiert wird, überwiegt leider nicht der Eindruck eines Films der so wild oder expressionistisch war, wie seine besten Passagen.
 
 
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Schauspielerische Extrapunkte dürften Genrefans gut und gerne nicht nur für die unterkühlte, charmante und überzeugend soziopathische, wenn auch nie sonderlich nahe gehende Performance von Stephen Forsythe vergeben, sondern zweifelsohne auch für die umwerfende Genrediva Dagmar Lassander als Helen und Laura Betti, einer Grande Dame des italienischen Kinos, als Johns Frau. Dass dieser so geradlinig und minimalistisch wirkende Film an Argento sowie Geschichten aus der Gruft, an eine Mörderkomödie ebenso wie an ein ernstes Psychodrama erinnern würde, hätte ich nach den teilweise sehr schleppenden, ersten 60 Minuten nicht gedacht und sehenswert kurios vermischt auf Genre- sowie tonaler Ebene ist „Hatchet for Honeymoon“ definitiv – nur von einem dramaturgisch versierten Film kann schwerlich geredet werden.
 
 
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HATCHET FOR THE HONEYMOON – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Wunderschöne Stilübung mit Kostümen, Perspektiven, Setdesigns und expressionistischen Morden zum Verlieben, ein wichtiger Film für Giallo-Fans und ein sehenswerter Bava zweifelsohne – doch so verziert die Rahmenbedingungen, so mager das Script, das weder als ernstes Psychodrama, noch als Thriller je wirklich klappt und zu langsam erzählt wird. Fast sieben, nach erster Sichtung aber „nur“ 6/10.
 
 


 
 
 

HATCHET FOR THE HONEYMOON – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung von „Hatchet for the Honeymoon“ erschien hierzulande stets ungeschnitten. Das war auf VHS so und ändert sich auch auf der jetzt erhältlichen Blu-ray des Kassikers nicht. Der wurde sogar neu geprüft und ist bereits für Zwölfjährige geeignet.
 
 
 


 
 
 

HATCHET FOR THE HONEYMOON – Deutsche Blu-ray

 
 
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(c) Wicked-Vision (Mediabook – Cover A – auf 888 Exemplare limitiert)

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(c) Wicked-Vision (Mediabook – Cover B – auf 444 Exemplare limitiert)

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(c) Wicked-Vision (Mediabook – Blu-ray KeepCase Erstauflage)

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(c) Wicked-Vision (Mediabook – Blu-ray KeepCase Zweitauflage)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Il rosso segno della follia; Italien | Spanien 1970

Genre: Horror, Mystery, Krimil

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Italienisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook | KeepCase

Extras: Deutscher Audiokommentar von Bava- Experte Pelle Felsch, Vorwort von Schauspielerin Dagmar Lassander, „A Hatchet for Dagmar“: brandneues & exklusives Interview mit Schauspielerin Dagmar Lassander, „My Dying Bride“: brandneues & exklusives Video-Feature mit Prof. Dr. Marcus Stiglegger, Deutsche Titel- & Endsequenz, Italienische Titel- & Endsequenz,Spanischer Werberatschläge, Fotobuste (Italienischer Aushang), Artwork Galerie, Hidden Features, Originatrailer, Trailershow | zusätzlich im Mediabook: DVD mit dem Hauptfilm, 24-seitiges Booklet mit Text von Dr. Marcus Stiglegger

Release-Termin: Mediabook: 30.03.2016 | KeepCase-Erstauflage: 30.03.2016 | KeepCase-Zweitauflage: 25.05.2020

 

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Hatchet for the Honeymoon [Mediabook – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Hatchet for the Honeymoon [Blu-ray Erstauflage im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Hatchet for the Honeymoon [Blu-ray Zweitauflage im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

HATCHET FOR THE HONEYMOON – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken und Packshots liegen bei Wicked-Vision)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blutige Seide (1964)
 
The Girl Who Knew Too Much (1963)
 
Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe (1970)
 
Tenebrae (1982)
 

Filmkritik: „Luz“ (2018)

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LUZ

Story

 
 
 
In „Luz“ wird ein zufälliges Treffen auf eine Frau für Polizeipsychologe Dr. Rossini zu einer ominösen Angelegenheit, bei der dämonische Kräfte ihre Finger mit im Spiel haben.

 
 
 


 
 
 

LUZ – Kritik

 
 
Wenn es um Horrorkino aus deutschem Lande geht, dürfen die Erwartungen wohl nicht ganz unberechtigt erst mal gering sein, denn es gibt einfach wenig Genre-Ware in diesem Bereich, welche wirklich sehenswert wäre. Mit „LUZ“ gibt es da mal wieder eine Ausnahme. Es handelt sich hierbei um die Abschlussarbeit an der Kunsthochschule für Medien Köln von Tilman Singer und Dario Mendez Acosta. Eine Verbeugung vor dem Giallo sollte einen hier erwarten, einem Genre, welches in den 70er Jahren seine Höhepunkte erreichte, nach wie vor beliebt ist und ab und zu auch mal weitere Vertreter hinzu bekommt. Entstanden ist ein sehr eigenwilliger, schwer greifbarer Film, der die Meinungen absolut spalten wird, aber handwerklich wirklich hervorragend gestaltet wurde.
 
 
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Der Polizeipsychologe Dr. Rossini hat Bereitschaftsdienst und verbringt den Abend in einer Kneipe. Dort wird er sehr seltsam von einer fremden Frau angeflirtet, die etwas von einer Luz erzählt. Kurze Zeit später wird Dr. Rossini auch schon zum Einsatz gerufen, denn auf einer Wache befindet sich eine verletzte Frau namens Luz. Mehr braucht man über die Handlung auch gar nicht zu erwähnen, denn hinterher blickt man sowieso nicht mehr so richtig durch. Das Drehbuch dient eigentlich nur dem Zweck eine hochwertige Inszenierung darbieten zu können, denn die Story ist sehr dünn und vor allen Dingen wird hier auch kaum etwas aufgeklärt. Der Zuschauer wird am Ende nicht schlauer sein, als zuvor auch. Da geht es um Dämonen und Besessenheit, doch was das alles genau mit den Charakteren zu tun hat, erfährt man nicht und so bleiben am Ende mehr Fragen offen, als gelöst werden. Oftmals geht ein solches Vorgehen schief, doch bei „LUZ“ besitzt es seinen Reiz und die Handlung erscheint da sowieso als gar nicht so wichtig. Jedenfalls vermisst man keine Erklärungen. Genauso ergeht es der Figurenzeichnung, die es streng genommen gar nicht gibt. Die Charaktere bekommen keinen Hintergrund und werden nicht näher durchleuchtet. Sie sind einfach da, handeln und sprechen ihre Texte. Das ist gerade deshalb absolut ausreichend, weil dieses Werk sich auf seine verspielte, handwerkliche Arbeit verlassen kann, die alle anderen Zutaten so oder so in den Schatten stellt.
 
 
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„LUZ“ wurde auf 16mm gedreht und bekommt alleine dadurch optisch einen schön altmodischen Anstrich. Da passt es gut, dass der Film als Hommage an das Giallo-Kino gedacht ist. Viele der Zutaten, die stilprägend für den Giallo waren, sind vorhanden, eigentlich nur die brutalen Morde nicht, denn davon gibt es in „LUZ“ nichts zu sehen. Obwohl der Film ziemlich simpel gestaltet wurde, kann er aus handwerklicher Sicht begeistern. Es gibt quasi keinerlei Effekte, lediglich das Spiel mit etwas Kunstnebel, ein wenig Kunstblut und ein paar Lichtern und trotzdem sieht das in allerlei Hinsicht enorm hochwertig aus. Das liegt aber auch an der tollen Kameraarbeit. Oftmals gibt es enorm langsame Kamerafahrten, die fast schon den Eindruck eines Standbildes vermitteln. Dazu gesellt sich dann der Score, der hier sehr wichtig ist. Musik ist fast immer zu hören und sie begleitet das Geschehen äußerst atmosphärisch. Sowieso lässt sich bei „LUZ“ von einem audiovisuellen Kunstwerk sprechen, denn manchmal gibt es Dinge zu hören, die nicht zu sehen sind und dann wiederum gibt es Dinge zu sehen, die nicht zu hören sind. Dieses Spiel ist den Machern sehr gut gelungen und alleine dafür verdient es ein dickes Lob.
 
 
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Von einem klassischen Unterhaltungswert zu sprechen, ist bei diesem Film jedoch schwierig. Das Szenario beginnt schon höchst merkwürdig, doch anfangs lässt sich das alles noch halbwegs klar verfolgen. Hinterher verliert man als Zuschauer dann aber schon die Orientierung und lässt sich nur noch von Szenen berieseln, dessen Zusammenhang man nur erahnen kann. Der eine wird daran seine Freude haben, der andere wird das als Kunstmist betiteln. Fakt ist aber, dass die 70 Minuten Laufzeit ziemlich zügig vergehen. Laut Regisseur Tilman Singer war so eine Laufzeit anfangs gar nicht geplant und das Projekt wurde dann länger, als gedacht. Längen lassen sich aber keine feststellen, nur gibt es eben auch keinerlei Zutaten wie Action, Spannung oder Humor. Grusel entsteht ebenfalls nicht viel, wobei die Atmosphäre dennoch sehr dicht und wunderbar geheimnisvoll erscheint. Dass dies gelungen ist, liegt allerdings auch mit an den soliden Darstellern. Jan Bluthardt spielt seine Rolle mit einem Hang zum Psychopathen und Luana Vellis wirkt einfach authentisch. Es gibt noch zwei, drei Rollen mehr, die allesamt überzeugend ausfallen, aber viele Schauspieler gibt es hier nicht zu sehen.
 
 
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LUZ – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
„LUZ“ stellt das etwas andere Horrorkino aus Deutschland dar. Die Tatsache alleine, dass dieser Film aus Deutschland stammt, ist schon überraschend genug, denn eine Giallo-Hommage in dieser Qualität war nicht zu erwarten. Perfekt ist das Ergebnis keineswegs und jedem wird das absolut nicht gefallen. Wer viel Wert auf eine durchdachte Story, eine tiefere Figurenzeichnung, Spannung oder Action legt, dürfte mit „LUZ“ nicht viel anfangen können. Wer sich auf ein audiovisuelles Kunstwerk einlassen möchte, welches handwerklich stark gemacht wurde und mit ein paar simplen, aber effektiven Ideen daherkommt, der wird schon eher seine Freude haben. Optisch ist das hochwertig, die Inszenierung wirkt sehr gekonnt, der Score ist toll anzuhören und die Atmosphäre zieht einen durchaus in den Bann. Dazu gibt es gute Darsteller zu sehen und die Laufzeit ist mit 70 Minuten keineswegs zu hoch ausgefallen. Speziell, aber empfehlenswert!
 
 
 


 
 
 

LUZ – Zensur

 
 
 
„Luz“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung eine Freigabe ab 12 Jahren erthalten. Diese Freigabe ist gerechtfertigt. Wegen Bonusmaterial auf der Blu-ray besitzt diese aber einen FSK16-Flatschen. Horrorfilmfans und Sammler können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

LUZ – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Bildstörung (KeepCase im Schuber)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Luz; Deutschland 2018

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 68 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover im Schuber

Extras: Booklet, Zwei Kurzfilme von Tilman Singer, Audiokommentar von Regisseur Tilman Singer und Szenenbildner Dario Méndez Acosta, Making Of mit Interviews von Cast & Crew

Release-Termin: 27.09.2019

 

Luz [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

LUZ – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Bildstörung)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rabid – Der brüllende Tod (1977)
 
Amer (2009)
 
Aura (1992)
 

Filmkritik: „Francesca“ (2015)

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FRANCESCA

Story

 
 
 
Ein Killer geht um. Kommissar Bruno Moretti (Luis Emilio Rodriguez) will eine mysteriöse Mordserie untersuchen und kommt einer grausamen Psychopathin auf die Schliche.

 
 
 


 
 
 

FRANCESCA – Kritik

 
 
 
Es mag da draußen ja immer noch (vermutlich jüngere) Horrorfans geben, die nicht wissen, was man unter sogenannten „Giallos“, korrekt „Gialli“, versteht. Hierbei handelt es sich in erster Linie um italienische Filme, die dem Thrillergenre zuzuordnen sind und in denen Serienkiller meist attraktive Frauen brutal ermorden, während die grausame Bluttat virtuos von der Kamera eingefangen wird. Das kunstvoll und spektakulär inszenierte Morden wurde in den 1960ern von Altmeister MARIO BAVA ins Leben gerufen und kam in den 70ern erst richtig in Mode. Leider war Anfang der 1980er – bis auf ein paar aufflackernde Ausnahmen – Schluss, weil Zombies, Kannibalen und Selbstjustiz-Heuler weitaus mehr Scheinchen in Kinokassen und Videotheken wehten, als die oftmals kryptisch erzählten Giallos aus den Schmieden von ARGENTO, TESSARI oder PRADEAUX. Auch wenn die Hochzeiten der Giallos bereits Jahrzehnte zurückliegen, erleben die kreativen Schlitzerfilme jüngst eine kleine Renaissance. Getreu dem Motto „Was früher gut war, kann heute nicht schlecht sein“ lassen junge Filmemacher ein vergessenes Subgenre erneut aufleben, das vor einem halben Jahrhundert mal von deutschen Edgar-Wallace-Filmen beeinflusst wurde.
 
 
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Nach neueren Krimis, wie TULPA, AMER und misslungen Versuchen durch den müde gewordenen DARIO ARGENTO, den klassischen Giallo einer neuen Generation Zuschauer schmackhaft zu machen, geht es mit FRANCESCA weiter – einem Neo-Giallo, der auch noch im Ursprungsland der Filmgattung gedreht wurde: Italien. Darin wird von einer grausamen Mordserie berichtet, die die Polizei in Alarmbereitschaft versetzt. Die Taten tragen immer die gleiche Handschrift. So sind die Augen der Leichen mit Münzen bedeckt und rätselhafte Bekennerschreiben werfen Fragen auf. Weil der Mörder Handschuhe trägt, führen Ermittlungen zu keinem Erfolg. Doch Kommissar Bruno Moretti ist ein ausgefuchstes Schlitzohr. Dem kommt bald ein Fall in Erinnerung, bei dem eine Frau Jahre zuvor spurlos verschwand. Die hatte bereits als Kind nur Unsinn im Kopf und spielte bevorzugt mit spitzem Werkzeug. Erfahrene Leser dürften vermutlich schnell kombinieren können, denn bei besagter Frau handelt es sich, um die titelgebende Killerin.
 
 
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Netter, kleiner Genrefilm, der seine Liebhaber finden wird. FRANCESCA ist kein Horrorstreifen für jedermann. Vielmehr werden hier Zuschauer angesprochen, die mit DARIO ARGENTO, MARIO BAVA oder SERGIO MARTINO groß geworden sind und auch etwas anfangen können. FRANCESCA ist ein typischer Vertreter der Gattung Giallo, wie er bereits in den 1970ern über die Leinwand flimmerte. Das bedeutet, dass er nicht nur in seiner Machart an Filme dieses Jahrzehnts erinnert; Regisseur LUCIANO ONETTI suggeriert dem Zuschauer mittels kontrastreichen Bildern, schnellen Zooms und blasse Farben, dass er auch einen Film aus dieser Zeit zu sehen bekommt. Selbstverständlich ist FRANCESCA ein Werk neueren Datums. Trotzdem rückt jene Tatsache schnell in den Hintergrund, weil Onetti detailverliebt mit bekannten Stilmitteln experimentiert, die dem Giallo seinerzeit zum Erfolg verholfen haben. So gibt es nicht nur kunstvoll bebilderte Morde zu sehen, die von Synthesizer-Klängen begleitet werden; auch der behandschuhter Killer darf nicht fehlen, der seit Italo-Krimis – wie DAS GEHEIMNIS DER SCHWARZEN HANDSCHUHE – zum Hauptwiedererkennungsmerkmal vieler Gialli gehört.
 
 
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Auch wenn FRANCESCA das Herz aller Liebhaber dieser Filme schneller schlagen lässt, stört das zu krampfhafte Nacheifern bekannter Giallo-Größen dann doch ein wenig. Weil mehr Herzblut ins Visuelle investiert wurde, kommt die Geschichte zu kurz. Die wurde nach üblichem Genre-Konzept zusammengekritzelt und wirkt in Kombination mit der unkonventionellen Inszenierung für heutige Verhältnisse äußerst angestaubt, unbeholfen und hölzern. Sie wird – zumindest für unerfahrene Zuschauer – zur Geduldsprobe, weil das Spiel aus surreal anmutenden Einstellungen und ungewohnten Farben unnötig verwirrt und nicht gerade förderlich für den Spannungsaufbau ist. Aber auch in punkto Härte wäre mehr möglich gewesen. Der gebürtige Argentinier LUCIANO ONETTI zeigt zwar deftige Morde; vergleicht man aber den zelebrierenden Umgang mit Gewalt in vielen älteren Werken besagtem Subgenres, vermisst man den Mut der Klassiker, die mit zeigefreudigem Detailreichtum manch Sittenhüter um den Schlaf gebracht haben.
 
 
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FRANCESCA – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Der Giallo ist tot, es lebe der Giallo! Lang hat erwähntes Thriller-Subgenre das Dasein des Vergessenen gefristet. Das dürfte sich mit FRANCESCA nicht ändern, der sich dann durch Einsatz typischer Giallo-Stilmitteln an ein eher bewandertes Publikum richtet, die etwas mit dieser Art von Filmen anfangen können. Liebhaber kommerzieller Hochglanzproduktionen werden FRANCESCA als unsehbar abstempeln. Das ist auch kein Wunder, denn im kunstvoll zelebrierenden Morden kommt die Spannung ein wenig kurz. Zudem findet die Handlung auf einem Bierdeckel Platz, obwohl das Geschehen unermüdlich zwischen Zeitebenen und Ereignissen wechselt. Das ist so gewollt, denn Regisseur LUCIANO ONETTI huldigt bewusst engstirnig den vielen Giallo-Streifen der 70er. Liebhaber dieser Filmgattung werden die liebevolle Hommage des Filmemachers zu schätzen wissen. Die werden für knapp 80 Minuten in eine vertraute Welt jener Filme entführt, die dem heutigen Slasher zum Erfolg verholfen haben. Wer Action und Tempo benötigt, aber nix mit dem italienischen Horror-Zeitgeist der 70er anfangen kann, ist bei FRANCESCA an der falschen Adresse.
 
 
 


 
 
 

FRANCESCA – Zensur

 
 
 
FRANCESCA hat es ungeschnitten nach Deutschland geschafft. Im Vergleich zu vielen früheren Giallos ist das schon beachtlich, denn viele der alten Schlitzerfilme stehen hierzulande wegen ihrer detailfreudigen Zurschaustellung von Gewalt immer noch auf dem Index. FRANCESCA kann auf DVD und im Mediabook gekauft werden. Beides besitzt den roten FSK-Flatschen: Keine Jugendfreigabe. Eine Einzelveröffentlichung auf Blu-ray kann derzeit noch nicht gekauft werden. Ein Release ist aber geplant.
 
 
 


 
 
 

FRANCESCA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mad Dimension (KeepCase DVD)

 
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(c) Mad Dimension (limitiertes Mediabook mit DVD und BD – limitiert auf 3500 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Francesca; Argentinien, Italien 2015

Genre: Horror, Thriller, Krimi

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Italienisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase (DVD) | Mediabook (BD+DVD) | KeepCase (BD) – ist geplant

Extras: Interview, Behind the Scenes, Hidden Scene, Deleted Scene Trailer zum Film, Trailershow | Zusätzlich im Mediabook: 20-seitiger Buchteil mit einem Text von Nando Rohner,

Release-Termin: 29.01.2016 (DVD KeepCase) | 29.01.2016 (Mediabook) | 01.04.2016 (BD KeepCase) – ist geplant |

 

Francesca [DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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FRANCESCA – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei MAD DIMENSION

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sonno Profondo (2013)

Eyes of Crystal – Die Angst in deinen Augen (2004)

Amer – Die dunkle Seite Deiner Träume (2009)

Sleepless (2001)

Review: „Tulpa – Dämonen der Begierde“ (2012)

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TULPA – DÄMONEN DER BEGIERDE

Story

 
 
 
Die sexhungrige Karrierefrau Lisa (Claudia Gerini) gerät an einen maskierten Irren, der ihren Sexpartnern auf gar kaltblütige Weise nach dem Leben trachtet …
 
 
 


 
 
 

TULPA – Kritik

 
 
 
Wenn in der Filmrunde der Begriff GIALLO fällt, dürften bei erfahrenen Horrorfans die Alarmglocken läuten. Das italienische Subgenre des Thrillers hat es in den 70ern dank ARGENTO, BAVA und MARTINO zu großer Bekanntheit gebracht und auch den Prüfern der FSK schlaflose Nächte bereitet. Berüchtigte Streifen wie PROFONDO ROSSO (1975), DIE SÄGE DES TEUFELS (1973) oder TENEBRAE (1982) befinden sich in ihrer ungeschnittenen Form selbst heute nochauf der Liste für jugendgefährdende Medien und haben sich mittlerweile zu begehrten Sammlerobjekten bei Liebhabern beschlagnahmten Materials entwickelt. Leider fristet der damals gefeierte Giallo seit Jahren ein mehr als jämmerliches Dasein in der Horrorlandschaft. Altmeister DARIO ARGENTO versucht zwar immer mal wieder den vergessen geglaubten Giallo erneut aufleben zu lassen, scheint aber allmählich auch zu begreifen , dass die von ihm entwickelte Suspense-Rezeptur bei Weitem nicht mehr so gut funktioniert, wie vor 30 Jahren. Immerhin sind ambitionierte Nachwuchsregisseure seit einigen Jahren emsig dabei, die brutale Filmform generalüberholt in die Wohnzimmer zu bringen. Streifen wie MASKS (2011), AMER (2009) und EYES OF CRYSTAL (2004) zeigen eindrucksvoll, dass der Giallo immer noch Daseinsberechtigung besitzt und auch Jahre nach Entstehung Zuschauer in den Bann zu ziehen weiß.
 
FREDERICO ZAMPAGLIONE ist einer von denen. Der ist eigentlich Musiker und Frontmann der Band TIROMANCINO, hält aber seine Leidenschaft zum phantastischen Genre ganz souverän auf Film fest. Auf seine Kappe geht der 2007 veröffentlichte SHADOW – IN DER GEWALT DES BÖSEN mit dem er bereits beweisen konnte, dass er nicht nur gut komponieren und singen kann, sondern zusätzlich auch noch das Regiehandwerk beherrscht. TULPA heißt sein neuster Streich und ist ein lupenreiner Giallo der alten Schule. Es geht um Lisa (CLAUDIA GERINI), die tagsüber die knallharte Geschäftsfrau mimt und am Abend Entspannung in einem exklusiven Privatclub genießt. TULPA nennt sich das anrüchige Etablissement, wo gut zahlende Kunden anonymen Sex in exotischem Ambiente erleben können. Leider entwickeln sich die regelmäßigen Clubbesuche für die Karrierefrau schon bald zum Albtraum, denn ein irrer Mörder hat es auf jene Mitglieder abgesehen, mit denen die unwissende Lisa intim gewesen ist. Um das geheime Doppelleben zu wahren, beginnt sie eigene Recherchen anzustellen, schließlich soll auf der Arbeit niemand von ihrer extravaganten Freizeitgestaltung erfahren. Weit kommt sie mit der Detektivarbeit jedoch nicht, denn schon bald stehen sich Opfer und Killer Auge in Auge gegenüber.
 
Einen Giallo zu drehen ist kein Zauberwerk. Man nehme möglichst grausame Morde, umwebe sie mit einer rudimentären Handlung und garniere sie mit befremdlichen Farbspielereien und akustischen Raffinessen. Für Letztere zeichnet ZAMPAGLIONE logischerweise auch gleich mitverantwortlich. Der Regisseur hat es sich nicht nehmen lassen am Soundtrack mitzuschreiben und selbigen auch gleich einzuspielen. Kultband GOBLIN (a.a. Soundtrack zu DAWN OF THE DEAD, SUSPIRIA) hat die Inspiration geliefert. Die hat bei den bekanntesten Gialli der 70er für stimmungsvolle Akustik gesorgt und wird hauptsächlich mit dem schmuddeligen Schlitzer-Krimis in Verbindung gebracht. ZAMPAGLIONES Sound ist dem von GOBLIN nicht unähnlich. Die ätherischen Klänge besitzen Widererkennungswert, gehen ins Ohr und bringen das blutreiche Treiben auf den Punkt. Mit Blut wird selbstverständlich nicht gegeizt. Das Lebenselixier darf in TULPA reichlich fließen, denn wie in den bekanntesten Streifen dieser Art sind auch hier die Gewaltmomente das Salz in der Suppe. Dabei hat sich ZAMPAGLIONE in ihrer Machart eng an das grausame Gemetzel in den klassischen Gialli orientiert, denn einige der Morde sind in ihrer bizarren Ausführung schon als ziemlich obskur zu bezeichnen. Es werden Gesichter mit Stacheldraht verschandelt und Augen aus Höhlen gerissen. Das obligatorische Abstechen aus der Egosicht des Killers darf natürlich auch nicht fehlen. Übrigens hat der Filmemacher ein Urgestein des italienischen Horrorkinos gewinnen können. Autor DARDANO SACCHETTI war Ideenlieferant und hat zusammen mit dem ambitionierten Regisseur an der Geschichte zum Film gefeilt. Für den manchmal etwas zähen TULPA ein definitiver Zugewinn, hat doch SACCHETTI legendären Horrormeilensteinen wie DAS HAUS AN DER FRIEDHOFSMAUER (1981) und ÜBER DEM JENSEITS (1981) zum Erfolg verholfen indem er deren Drehbücher schrieb.
 
Trotz guter Voraussetzungen sollte der Fan jedoch die Erwartungen dämpfen, denn Macher FREDERICO ZAMPAGLIONE stiert zu sehr nach den Großen, vergisst dem Film aber eine individuelle Note zu verleihen, weil er zu oft kopiert und nacheifert. Zudem vermisst man Spannung und Atmosphäre, die sich vor allem in den wenigen Tagesszenen gänzlich verabschieden. Teilweise ist das Geschehen derart simpel und ereignisfrei gestrickt, dass nur der nächste Mord den teils behäbigen TULPA aus seiner Lethargie reißen kann. Immerhin hält der Fan mit TULPA einen der wohl erotischsten Vertreter seiner Art in den Händen. Heldin Lisa kann sich bei ihren Swinger-Spielchen nämlich nicht so recht zwischen den Geschlechtern entscheiden und treibt es stattdessen mit Frauen und Männern. Dabei beweist ZAMPAGLIONE einen souveränen Sinn für Ästhetik, denn die Erotikszenen schauen weder billig noch unbeholfen aus. Unterm Strich ist TULPA ein Neo-Giallo, der vermutlich nur dem Fan munden wird und der seinen Reiz hauptsächlich aus seinen grafischen Gewaltspielereien zieht. Die krude Mischung aus Gewalt und Sex besitzt mit Sicherheit einige Höhepunkte, wirkt aber vielerorts etwas arg aufgesetzt. Nichtsdestotrotz ist TULPA ohnehin für den Giallo-Fan Pflichtprogramm. Der wird ZAMPAGLIONES Verbeugung zu schätzen wissen, zumal der brutale Krimiflick bei Weitem besser ist, als das was DARIO ARGENTO in letzter Zeit semi-erfolgreich fabriziert hat.
 
 
 


 
 
 

TULPA – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein kruder Cocktail aus Sex und Gewalt – TULPA bringt den klassischen Giallo zurück in die Wohnzimmer und lässt bewanderte Horrorfans in Erinnerung schwelgen. Auch wenn Regisseur FREDERICO ZAMPAGLIONE ziemlich präzise bei den Großmeistern des Giallos stibitzt; die Klasse eines (jungen) ARGENTO erreicht er mit seinem TULPA nie. Der erotische Schlitzer-Krimi ist des Öfteren ganz schön hölzern, das Ende ist mit der schwachsinnigen Auflösung für den Fan solcher Filme als ziemlich enttäuschend zu betiteln und die teils übertriebene Gewalt wirkt manchmal enorm aufgesetzt. Trotzdem muss man ZAMPAGLIONE für die gelungene musikalische Untermalung loben, die sich nicht nur einmal an Stücke der bekannten Band GOBLIN orientiert. Schlecht ist TULPA auf keinen Fall, auch wenn der Film nur Fans des Subgenres zu empfehlen ist, denn Mainstream-Zuschauer werden an TULPA ganz klar nur wenig Gefallen finden.
 
 
 


 
 
 

TULPA – Zensur

 
 
 
Die bisher einzige, deutsche Fassung von TULPA ist ungeprüft und wurde demnach auch der FSK nicht für eine Prüfung vorgelegt. Die hätte den Streifen in ungeschnittener Form ohnehin nicht passieren lassen. Verwunderlich ist das nicht, denn in TULPA geht es übertrieben blutig zur Tat. Wer den Film in deutscher Sprache kaufen möchte, muss ins deutschsprachige Ausland düsen. Denn nur dort kann man den problemlos Giallo erwerben. Eine offizielle Fassung für den hiesigen Handel gibt es bis dato noch nicht, wer aber in einem der vielen Uncut-Onlineshops (u.a. Cyber-Pirates) angemeldet ist, kann sich das gute Stück auch dort bestellen.
 
 
 


 
 
 

TULPA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
tulpa blu-ray

(c) LFG

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Tulpa – I demoni del desiderio; Italien 2012

Genre: Horror, Thriller, Erotik

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Italienisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: nicht von der FSK geprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Digipack auf 2000 Stück limitiert

Extras: Making of Tulpa (18:20 Min.), Bildergalerie (02:48 Min.), Deutscher Trailer (01:50 Min.), Originaltrailer (01:46 Min.), Trailershow: Cold Sweat (01:43 Min.), Help me I’m dead (01:19 Min.), Strippers vs. Werewolves (01:45 Min.), S-VHS (01:51 Min.), Yellow (01:56 Min.), kompletter Soundtrack auf CD, zusätzliche DVD mit dem Hauptfilm

Release-Termin: 15.02.2014

 
 
 
Man muss Rechteinhaber LFG an dieser Stelle einmal für die vorbildliche Veröffentlichung loben, denn es passiert nicht oft, dass kleine Labels „spezielle“ Filme neueren Datums mit anständigen Synchronisationen und Untertiteln ausstatten. TULPA hat die selbstverständlich an Bord, denn hier wurde nicht nur der Hauptfilm deutsch untertitelt, sondern auch das Bonusmaterial, schließlich will der deutschsprachige Filmfan auch verstehen, was der Regisseur da auf der Mattscheibe zu berichten hat. TULPA kommt in einer limitierten Digipack-Auflage in den Onlinehandel. Da der Film ungeprüft erscheint, muss der Sammler den Umweg übers deutschsprachige Ausland in Kauf nehmen. Dort bekommt der auch was für sein Geld geboten. Neben dem Hauptfilm hat es noch ein Making-of auf die Blaustrahlscheibe geschafft. I-Tüpfelchen ist jedoch der Soundtrack zum Film, der neben der obligatorischen Film-DVD beiliegt. Wer Gialli liebt sollte zugreifen, denn das schöne Digi dürfte recht schnell vergriffen sein.
 
 

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TULPA – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Terror in der Oper (1988)
 
Blutige Seide (1964)
 
Die neunschwänzige Katze (1971)
 
Profondo rosso (1975)