Filmreview: „Hatchet 3“ (2013)

Hatchet-3-2013
 
 
 

HATCHET 3

Story

 
 
 
Nachdem Marybeth (Danielle Harris) den Geist Victor Crowleys (Kane Hodder) zur Strecke gebracht hat, wird sie in eine naheliegende Polizeistation gebracht, wo der Verdacht bezüglich der grausamen Morde direkt auf sie fällt. Niemand möchte ihr Glauben schenken, dass in den Wäldern eine unberechenbare Killermaschine haust, die für die Bluttaten zur Rechenschaft gezogen werden muss. Um ihre Unschuld zu beteuern, willigt sie ein, zusammen mit der Journalistin Amanda (Caroline Williams) die Asche von Crowleys Vater zu finden, die dem Spuk endlich ein Ende bereiten soll. Währenddessen werden die leblosen Überreste des Sumpfkillers von einem SWAT-Team in Sicherheit gebracht. Keiner der Anwesenden scheint zu ahnen, dass die Kreatur wieder von den Toten auferstehen und ihr blutiges Treiben erneut fortsetzen wird. Kann Marybeth dem rastlosen Mörder noch rechtzeitig das Handwerk legen?
 
 
 


 
 
 

HATCHET 3 – Kritik

 
 
 
Alle guten Dinge sind drei dachte sich vermutlich HATCHET-Macher ADAM GREEN (FROZEN – EISKALTER ABGRUND) und kurbelte in Windeseile den abschließenden, dritten und – planmäßig – letzten Teil der beliebten HATCHET-Serie herunter. Diesmal hat der Filmemacher das Regiezepter an BJ MCDONNELL weitergereicht, der für die beiden vorherigen Teile als Kameramann verantwortlich zeichnete und nun mit dem Abschluss der Trilogie seinen Einstand als Chef am Set gibt. Wirklich förderlich ist dieser konsequente Wechsel dem jüngsten Sequel nicht wirklich, denn HATCHET III ist leider nicht das geworden, was man von einem derart beliebten Franchise erwartet hätte. Während Kollege MCDONNELL vehement versucht, des wilden Treibens auf der Mattscheibe Herr zu werden, fungiert Erfinder ADAM GREEN diesmal nur als Produzent und Drehbuchautor. Aufgrund der Erwartungshaltung der Fanbase erschien der Druck enorm, so dass GREEN krampfhaft versucht haben muss, der Geschichte des mordgierigen Sumpfgeists ein würdiges Ende zu bereiten.
 
Herausgekommen ist eines, der vermutlich überflüssigsten Sequels der Filmgeschichte. Nicht einmal drei Jahre nach Fertigstellung des zweiten Teils kommt es in die Heimkinos der Welt. Ein Umstand, der dem Film keinen Gefallen tut. Die Geschehnisse wirken an den Haaren herbeigezerrt, die kaum vorhandene Geschichte zwanghaft auf Spielfilmlänge aufgeblasen. HATCHET-Erfinder GREEN scheinen die Ideen für einen würdigen Abschluss ausgegangen zu sein, so dass der dritte Aufguss förmlich wie ein Best Of der witzigsten Szenen der Vorgänger wirkt. Dabei schließt die Handlung direkt an die Geschehnisse des zweiten Teils an. Heldin MARYBETH schwingt die Kettensäge und macht Sumpf-Legende VICTOR CROWLEY mittels Schrotgewehr einen Kopf kürzer. Der irre Axtkiller scheint besiegt, wäre da nicht der Fluch, auf den Gebeinen der Kreatur der sie Nacht für Nacht unbeschadet von den Toten auferstehen lässt. Während die Geschichte konsequent weitergesponnen wird und sich MARYBETH zusammen mit Journalistin AMANDA und Sheriff FOWLER (ZACH GALLIGAN – war mal fast ein Star mit GREMLINS) auf die Mission begibt, der Wiederauferstehung des Bösen zu ein Ende zu machen, spielt sich eine Parallelhandlung ab. Ein wenig informiertes SWAT Team erkundet den Sumpf nach den Überresten der Opfer und stößt am darauffolgenden Abend natürlich auf den filetierten VICTOR CROWLEY, der sich wieder bester Gesundheit erfreut. Was folgt ist der obligatorische Blutzoll, den Fans der Reihe vermutlich auch erwartet haben.
 
Köpfe werden gespalten, Hirne fliegen vor die Linse und Gliedmaßen werden abgetrennt, ganz so wie man es seit jeher von HATCHET gewohnt ist. Ernstzunehmen ist das blutige Gorefest zu keiner Minute, dazu sind die Effekte zu überladen, zu überdreht und zu unausgegoren, was mit Sicherheit auf das beschränkte Budget zurückzuführen ist, das der Produktion zur Verfügung gestanden hat. Während sich der Film in der zweiten Hälfte in ein regelrechtes Effekt-Feuerwerk verwandelt, bleibt dem Zuschauer dennoch nicht verwehrt, dass das alles zwar ganz nett anzuschauen ist, aber nicht wirklich Substanz besitzt. Das einfallslose Finale ist weder spannend noch sonderlich innovativ. Die Szenenabfolge wiederholt sich bis zum Erbrechen, so dass spätestens nach der zehnten Enthauptung merklich Langeweile eintritt. Wie im Slasherfilm üblich- braucht der Filmfreund auch rein gar nicht über das oft sonderbare Handeln der Anwesenden zu grübeln. Die verhalten sich natürlich durch die Bank weg sinnbefreit und finden entsprechend schnell einen möglichst blutigen Tod – etwas anderes würde den Horrorfilmfan auch wundern. Während es der Original-HATCHET herrlich selbstironisch verstand, sich von der Masse hölzerner Backwood-Slasher abzuheben, ist der aktueller Beitrag weder Fisch noch Fleisch. Zwar ist das Geschehen auch weiterhin mit einem Augenzwinkern abgelichtet; die Geschichte aber so trivial und unwichtig, dass man nicht verstehen möchte, warum man sich dafür entschieden hat, einen weiteren Teil zu drehen. Die Handlung hätte genauso gut in HATCHET II eingearbeitet werden können. So ist HATCHET III zwar ganz nettes Splatterkino mit großartigen Cameo-Auftritten bekannter Stars der Horrorfilmwelt, ein würdiges Finale erlebt das HATCHET-Universum aber nicht!
 
 
 


 
 
 

HATCHET 3 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Splatterkino zu wie es sein soll: kompromisslos, hart und blutig. Abgesehen vom durchaus blutroten Treiben ist HATCHET 3 leider nicht das Finale geworden, was man sich bei einem derart beliebten Franchise gewünscht hätte, denn wirklich frisch und ideenreich kommt der neuste Aufguss nicht daher. Stattdessen werden dem Zuschauer hier die bekannten Zutaten der Serie noch einmal lauwarm serviert. Schade drum!
 
 
 


 
 
 

HATCHET 3 – Zensur

 
 
 
Der Splatteranteil in HATCHET 3 ist erstaunlich hoch und durchaus seigefreudiger als im Vorgänger. Die netten, handgemachten Effekte sind trotz der ironischen Umsetzung dennoch erstaunlich hart, so dass HATCHET 3 hierzulande das gleiche Schicksal ereilen dürfte, wie bereits HATCHET 2: Freigabenverweigerung seitens der FSK!
 
 
 


 
 
 

HATCHET 3 – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
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Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings (2011)

Wrong Turn 5 – Bloodlines (2012)

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Filmreview: „Girls against Boys“ (2012)

girls against boys
 
 
 

Girls against Boys

Story

 
 
 

Manche Frauen haben einfach nur Pech im Leben, so auch die junge Shea (Danielle Panabaker), die sich scheinbar immer in die falschen Männer verliebt. Nachdem sie von ihrem Partner verlassen wurde, weil dieser verheißungsvolle Zukunftspläne zusammen mit seiner Frau schmiedet, ist Shea am Boden zerstört und vertraut sich ihrer Arbeitskollegin Lu (Nicole LaLiberte) an. Kurzum flüchten die beiden auf eine angesagte Party, um sich den Frust von der Seele zu tanzen. Doch der nächste Morgen offenbart Tragisches, denn auf ihrem Heimweg wird Shea von einer flüchtigen Party-Bekanntschaft skrupellos vergewaltigt. Vollkommen verstört schleppt sich das junge Mädchen zusammen mit ihrer neuen besten Freundin Lu in eine der nächsten Polizeistationen, wo das missbrauchte Opfer jedoch auf wenig tröstende Worte stößt, als vielmehr Spott und Hohn erntet. Da beschließen die beiden Frauen, dass Gesetz selbst in die Hände zu nehmen und den Peiniger auf grausame Art und Weise zu bestrafen …
 
 
 


 
 
 

Girls against Boys – Kritik

 
 
 
Um Gottes willen, was war denn das? Horror, Satire, Thriller oder gar gesellschaftskritisches Selbstfindungs-Drama? So wirklich einordnen lässt sich „Girls against Boys“ nämlich nicht wirklich, auch wenn der notdürftig zusammengeschusterte Plot einmal mehr expolitationhaftes Revenge-Kino der Extra-Klasse suggeriert. Zwar werden hier diverse Filmzutaten aus unterschiedlichen Genres katastrophal wirr miteinander verknüpft, dennoch kann man trotzdem nicht behaupten, dass das vorliegende Rache-Filmchen dadurch schlechter ist, als manch klassischer Rape-and-Revenge-Thriller, der sich vordergründig mit zeigefreudigem Rache-Gekröse beschäftigt. Der Film wird hierbei aus der Sicht der leidenden und durchaus naiv handelnden Shea geschildert, die erkennen muss, dass man in einer egoistischen und selbstsüchtigen Welt wie der Unseren, doch besser einen dicken Schutzwall um das eigene Seelenheil zimmert, damit man nicht derart schnell verletzt und enttäuscht werden kann, wie der Film zu Beginn erschreckend dokumentiert. Durch prägende Schicksalsschläge, welche sie im Verlauf des Filmes über sich ergehen lassen muss, wächst sie letztendlich über sich selbst hinaus und wird zur skrupellosen Rächerin, die sich von Nichts und Niemanden aufhalten lässt. Dabei dient ihr die geheimnisvolle Lu als erfahrene Lehrerin, die bereits schon früh gelernt haben muss, jedem Mann mit einer gehörigen Portion Skepsis gegenüberzutreten. Ihr Charakter wird durch unnahbare, unterkühlte und emotionslose Gestiken bebildert, welche vermuten lassen, dass Lu ebenso einschneidende Erfahrungen mit Männern erlebt und nun einen unstillbaren Hass gegenüber dem starken Geschlecht geschürt haben muss. Dennoch bleibt ihr Schicksal gänzlich ungeklärt, was ihre Rolle durchaus einige interessante Facetten verleiht, dennoch gleichzeitig diverse Fragen in den Raum wirft. Woher ihr Zorn und ihre Verachtung rührt, hinterfragt „Girls against Boys“ leider nicht, sodass man als Zuschauer meinen könnte, dass Lu aus reinem Genuss am Foltern, Männer skrupellos über den Jordan meuchelt.
 
Trotz eigentlich kontroverser Botschaft, reduziert sich die dramenlastige Inszenierung und das Martyrium Sheas leider nur auf den Beginn der Geschichte. Wie so oft in klassischen Rape-and-Revenge-Filmen, werden die Gegebenheiten einmal mehr auf die Spitze getrieben. Auch „Girls against Boys“ macht da keine Ausnahme. Das Opfer Shea wird schön sadistisch durch die emotionale Hölle gejagt, sodass die Frau jegliche Selbstachtung vor ihrer eignen Person verliert, damit letztendlich der Racheakt eingeleitet werden kann und die „(Folter)Spiele“ beginnen dürfen. Der gierige Horrorfilmfreund dürfte sich hierbei natürlich gierig die Hände reiben, zumal „Girls against Boys“ hier durchaus Zündstoff bietet, ein angemessenes Gorefest zu zelebrieren. Wer jedoch hier auf zeigegeiles Foltergekröse hofft, dürfte gänzlich enttäuscht werden, denn Regisseur hält sich bei der blutigen Zurschaustellung obligatorischer Gemeinheiten dezent zurück, was in diesem Falle natürlich nicht negativ gewertet werden soll. Die Kamera ist zwar auch in den „bösen“ Szenen immer aktiv am Geschehen beteiligt, hält die Linse aber hierbei immer auf die Gesichter der beiden Rächenden, die mit Sägen und Macheten schonungslos zur Tat schreiten und ihren Peinigern Löcher durch Genitalien jagen oder die Gliedmaßen von den Körpern ihrer Opfer trennen. Zwar wirken diese Szenen schonungslos hart, dennoch weiß ein unbeschwerter Sarkasmus die ansprechenden Folterszenen zu begleiten, sodass einige Gewaltakte dadurch bereits wieder weniger hart wirken. Überhaupt durchzieht die gesamte Szenarie ein merklich befremdlicher Unterton. Da laufen Popsongs im Hintergrund, die von der Schönheit des Verliebtseins berichten und davon erzählen, wie stark die Liebe von Mann zu Frau sein kann – das alles natürlich in einem Kontext, der das ganze Gegenteil symbolisiert. Auch die grotesken Wortgefechte zwischen den beiden Mädchen wirken während ihren sadistischen Racheakten durchaus erheiternd, was den Film durchaus aufzuwerten weiß und ein wenig abhebt von üblicher Revenge-Kost.
 
Dennoch, auch wenn „Girls against Boys“ am Ende doch etwas anders sein will, als die üblichen Konsorten seines Sub-Genres, so schafft es Regisseur „Austin Chick“ letztendlich dennoch nicht, seinen recht fiesen und vor allem überraschend wortkargen Schocker vor groben Schnitzern zu bewahren. Die stereotype Betrachtungsweise von Mann und Frau wirkt hier mitunter sehr eindimensional. Der Mann wird, wie so oft, als triebgesteuerter Primat skizziert, der wie so oft die Frau allein nur als Begattungsmaschine betrachtet. Die Frau wiederum wird natürlich einmal mehr als primitives Dummchen beschrieben, die zwar mit ihren Reizen zu provozieren weiß, dennoch am Ende immer das Nachsehen trägt, egal in welcher Hinsicht. Eine wirklich ernstzunehmende Auseinandersetzung mit den Geschlechterverhältnissen findet hier natürlich keineswegs statt, zumal die Sicht einzig aus der Perspektive der Frau geschildert wird. Auch verliert der eigentlich kontroverse Charakter des Films spätestens mit der Einleitung des Racheakts jegliche Glaubwürdigkeit. Shea und Lu hinterfragen ihre Schandtaten natürlich zu keiner Minute und werden natürlich weder von Polizei verfolgt, noch von sonst irgendjemanden in die Schranken gewiesen. Zudem fragt man sich als Zuschauer ohnehin, warum die missbrauchte Shea auch Tage nach ihrem körperlichen Mißbrauch immer noch mit Highheels und Minirock durch die dunklen Gassen der Großstadt stolziert.
 
Austin Chick“ ist mit seinem „Girls against Boys“ ein recht passabler Thriller geglückt, der schon irgendwie ein wenig abgefahren wirkt. Leider scheint der ziemlich erschütternde und bierernste Beginn nicht so wirklich zum vollkommen durchgeknallten und zynisch-dialogisierten zweiten Teil der Geschichte zu passen. Teilweise mag man als Zuschauer das Gefühl nicht loswerden wollen, als hätte Regisseur „Austin Chick“ zu Beginn selbst nicht wirklich gewusst, in welche Richtung denn nun sein „Geschlechterkampf“ abzielen sollte. Trotz der wenigen psychologisch ansprechenden Ansätze wirkt sein Film irgendwie substanzlos und eine wirklich plausible Aussage mag der Film auch nicht so recht treffen wollen. Trotzdem, auch wenn es das rabenschwarze „Thelma und Louise“-Plagiat nur selten schafft, sich auf ernsthafter Basis mit gesellschaftskritischen Themen auseinanderzusetzen, kann man Chick nicht vorwerfen einen miesen und überflüssigen Film gedreht zu haben. „Girls against Boys“ wird seine Liebhaber finden, da sind wir uns sicher, immerhin wissen die wenigen Racheakte mit einer ziemlich kompromiss- und schonungslosen Darbietung zu überzeugen. Somit dürfte „Girls against Boys“ gerade für all die Horrorfilmfans interessant sein, die bisher noch immer nicht genug von missbrauchten Frauen haben, die sich schön selbstzweckhaft und grafisch ansprechend an ihren Peinigern zu rächen wissen!
 
 
 


 
 
 

Girls against Boys – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Man sollte nie die Rache einer Frau unterschätzen – Bitterböser Geschlechterkampf mit einigen ziemlich markerschütternden Szenen.
 
 
 


 
 
 

Girls against Boys – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung dürfte ungeschnitten eine „Keine Jugendfreigabe“-Einstufung erhalten.
 
 
 


 
 
 

Girls against Boys – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
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