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Filmkritik: “The Hallow” (2015)

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THE HALLOW

(THE WOODS)

Story

 
 
 
Für die Londoner Clare (Bojana Novakovic) und Adam Hitchens (Joseph Mawle) ist der Umzug in die Wälder Irlands eine willkommene Abwechslung. Dort kann Adam seiner Arbeit als Förster nachgehen, sich um die lokale Wildnis kümmern und gelegentlich ein paar Bäume zum Fällen markieren. Außerdem ist es ein ruhiger Ort für die Beiden, um weit von der schmutzigen Großstadt für das gemeinsame Baby zu sorgen. Leider sind die Anwohner von den neuen Nachbarn nicht überzeugt und versuchen sie, zunächst freundlich und später grob, vor den Gefahren der Wildnis zu warnen. Angeblich teilen sie sich ihr Grundstück mit Waldgeistern, die nachts aus ihrem Versteck kriechen und sich für die Invasion ihres Lebensraums revanchieren wollen. Die volkstümlichen Schreckensgeschichten, die anfangs wie typisches Hinterwäldler-Hokuspokus klingen, werden allmählich gruselige Realität und schon bald wird das Paar bereuen, die Eisengitter vor ihren Fenstern abgebaut zu haben.
 
 
 


 
 
 

THE HALLOW – Kritik

 
 
 
Während andere zeitgenössische Gruselfilme sich auf paranormalen Quatsch beschränken und wilde, unplausible Fantasien heraufbeschwören, geht „The Hallow“ einen erfrischend anderen Weg. Schon bei seiner ersten Exkursion entdeckt der Hobby-Biologe Adam die schreckliche entstellte Leiche eines Rehs, das von einem seltsamen Pilz befallen scheint. Die wissenschaftliche Neugier treibt Adam dazu, eine Probe des seltsamen, schwarz-öligen Schleims des Pilzes zu sichern und genauer zu überprüfen. Benebelt vom grünen Dunst hält er seiner Frau am Abend einen Monolog über einen parasitischen Pilz, der Lebensformen befallen und deren Körper und Geist übernehmen kann. Was sich anhört wie eine weitere, einfallslose Horrorgeschichte, könnte realer nicht sein. Der Parasit, der als Cordyceps bekannt ist, war die Grundlage für den gruseligen Pilz, der den Wald rund ums Haus der Hitchens bevölkert.
 
 
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Natürlich bleibt es nicht bei der Entdeckung dieses Pilzes. Nach Sonnenuntergang wird das neue Heim der jungen Familie von bizarren Kreaturen heimgesucht, die Adam, Clare und ihr Kind vertreiben wollen. Als das Paar einen genaueren Blick auf das Wald-Nekronomikon wirft, das ihr Nachbar ihnen vermacht hat, wird ihnen klar, dass sie es mit genau den missgestalteten Waldfeen zu tun haben, vor denen sie gewarnt wurden. Nachdem der Film in seiner ersten Hälfte nicht über eine Handvoll Jumpscares hinausgekommen ist, dreht „The Hallow“ gewaltig auf, sobald die Hitchens beschließen, ihren neuen Wohnort zu verlassen. Der zweite Teil des Films besteht aus einer nächtlichen Hetzjagd, die ungemein spannend und gruselig gestaltet wurde. Selbstverständlich kommt im Zuge der Flucht auch die Problematik der parasitischen Gedankenkontrolle zum Tragen und spätestens wenn das Paar getrennt durch den Wald stolpert, kann der Film sein volles Potential realisieren und dabei sogar mit einigen Überraschungen aufwarten.
 
 
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Als Hintergrund des Films wird ein modernes Europa serviert, das notgedrungen von der wirtschaftlichen Krise nach den letzten Strohhalmen greift. Dazu gehört sogar das Verkaufen der Wälder. Hieraus ergibt sich eine Story von Mensch gegen Natur. In diesem Fall, mitten in der irischen Wildnis hat die Natur eine klare Überhand. Regisseur Corin Hardy setzt die Natur in Form von rachsüchtigen Waldgeistern extrem bedrohlich um und lässt seine sympathischen Hauptcharaktere durch einen nächtlichen Spießrutenlauf marschieren. Trotz der Tatsache, dass sich ein Großteil des Films in Dunkelheit abspielt, ist er technisch gut umgesetzt und liefert auch in seinen Außenaufnahmen klar erkennbare und gut zusammengesetzte Bilder. Die fiesen Waldbewohner, die dem Film als Hallow ihren Namen geben, sind besonders gut und furchteinflößend designte Kreaturen und präsentieren als Todesengel von Mutter Natur einen denkwürdigen Gegner.
 
 
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THE HALLOW – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Eklig, düster und spannend – Waldhorror trifft auf Bodyhorror. Selten war Mann gegen Natur so gruselig. „The Hallow“ zählt zu den europäischen Juwelen der momentanen Horrorkost. Der Film gönnt sich eine lange Zeit zum Aufwärmen, eskaliert aber schließlich in einem furiosen dritten Akt, in dem typischer Waldhorror auf biologische Elemente und einen Schuss Bodyhorror trifft. Der hochaktuelle Rahmen, in dem Corin Hardy seine Story einbettet, gibt dem Film außerdem einen beunruhigenden, realistischen Hintergrund.
 
 


 
 
 

THE HALLOW – Zensur

 
 
 
„The Hallow“ geizt nicht mit Gruseleinlagen und reichlich ekligen Bildern, allen voran die fürchterlichen Waldkreaturen. Sein hohes Maß an Spannung erreicht er dabei ohne nennenswerte Gewaltexzesse. Von einer Freigabe ab 16 Jahren ist auszugehen.
 
 


 
 
 

THE HALLOW – Trailer

 
 

 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei MFA+ FilmDistribution

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Honeymoon (2014)
 
Wrong Turn (2003)
 
Cabin Fever (2002)
 


Filmkritik: “The Circle” (2015)

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THE CIRCLE

(CIRKELN)

Story

 
 
 
In einer kleinen Stadt im Süden Schwedens passieren seltsame Dinge. Das Böse zieht seine Kreise und ist für den Tod eines Teenagers verantwortlich. Sechs Schülerinnen des Engelsfors Gymnasiums gehen der Sache auf den Grund und lüften ein gruseliges Geheimnis.
 
 
 


 
 
 

THE CIRCLE – Kritik

 
 
 
Jetzt wird es episch, denn wer glaubt, dass nur Hollywood mehrteilige Fantasy-Romane verfilmen kann, der irrt. Schweden mischt jetzt auch mit auf dem internationalen Fantasy-Markt und hat sich der dort äußerst populären ENGELSFORS-TRILOGIE angenommen, die von MAT STRANDBERG und SARA BERGMARK ELFGREN geschrieben und sich im Land des Knäckebrots vor allem unter Teenagern großer Beliebtheit erfreut. Mit dem ersten Band CIRKELN hat man nun den Sprung auf die Leinwand gewagt, der mit einer Gesamtlänge von knapp 144 Minuten doch umfangreicher ausgefallen ist, als anfänglich geplant. Damit der erste Leinwandausflug auch ein Erfolg wird, konnte man mit Ex-Abba-Mitglied BENNY ANDERSSON einen weltweit bekannten Geldgeber finden, der die erste Verfilmung THE CIRCLE (so der internationale Titel) nicht nur mitfinanziert hat, sondern auch mit der selbst geschriebenen Filmmusik für Aufmerksamkeit sorgen soll.
 
 
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Das Böse kennt keinen Urlaub. Was bereits in HARRY POTTER, TWILIGHT und HERR DER RINGE Kernthema war, bildet auch in THE CIRCLE das Fundament für ein packendes Abenteuer voller Gefahren. Ein mysteriöser Selbstmord sorgt an der Schule des schwedischen Städtchens Engelsfors für ein heilloses Durcheinander. Sechs Mädchen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, entwickeln plötzlich geheimnisvolle Kräfte und fühlen sich von einer bösartigen Macht bedroht, die ihnen nach dem Leben trachtet. Die Schuldirektorin klärt auf. Die Mädchen sind Hexen und seit ihrer Geburt dazu bestimmt, die Menschheit vor bösen Dämonen zu beschützen. Mit vereinten Kräften und mit Hilfe der magischen Fähigkeiten schreitet man zur Tat. Doch der Kampf gegen das Böse stellt die Teenager nicht nur vor große Herausforderungen; er konfrontiert sie auch mit ihren größten Ängsten.
 
 
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Willkommen zur schwedischen Kinoversion der beliebten US-Fernsehserie CHARMED – ZAUBERHAFTE HEXEN. So zumindest lässt sich beschreiben, was das Publikum von THE CIRCLE zu erwarten hat. Vorerst sehr wenig, denn die Filmadaption des ersten Buches CIRKELN konzentriert sich dann doch vorrangig auf seine sechs Heldinnen, die in erster Linie mit irdischen Problemen zu kämpfen haben. Statt sich in Magie auszuprobieren, sehen sich die Figuren im Film mit Problemen konfrontiert, mit denen wohl die meisten Pubertierenden gleichen Alters zu kämpfen haben. Da wird Mobbing an der Schule betrieben, aber auch das hoffnungslose Verliebtsein zum Thema gemacht. THE CIRCLE ist mehr Coming-of-Age-Drama statt Mysterystreifen, der Themen aufgreift, mit denen sich wohl hauptsächlich heranwachsende Zuschauerinnen identifizieren können – auch wenn die Protagonisten im Film wenig glaubhaft von Schauspielern verkörpert werden, die längst dem Teenageralter entsprungen sind.
 
 
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THE CIRCLE ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Mädchenfilm, dem es ein wenig an Drive mangelt. Sechs unerfahrene Schülerinnen sollen zu Nachwuchshexen ausgebildet werden, um den Wesen der Finsternis in die Allerwertesten zu treten. Das entpuppt sich in Anbetracht der viel zu langen Laufzeit als reichlicher zäher und klischeebehafteter Kinotrip in dem erhofftes Fantasy doch etwas zu kurz kommt, schließlich muss sich das Böse der Teenagerprobleme wegen zurückhalten. Da kann man nur hoffen, dass die Verfilmungen der anderen Bücher FIRE und THE KEY etwas straffer inszeniert werden, denn im direkten Vergleich zur Fantasy-Referenz zieht diese durchwachsene Romanadaption aus Schweden den Kürzeren.
 
 


 
 
 

THE CIRCLE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Die schwedische Antwort auf DER HEXENCLUB und CHARMED – ZAUBERHAFTE HEXEN. Mit ähnlich trist-unterkühlter Bildsprache wie sie auch im schwedischen Ausnahmedrama SO FINSTER DIE NACHT verwendet wurde, hat der Schwede LEVAN AKIN das erste Buch der ENGELSFORS-TRILOGIE mit dem Titel THE CIRCLE verfilmt und liefert eine solide Leistung ab. Leider fehlt dem souverän gedrehten Streifen Tempo, denn THE CIRCLE tut sich zwischen anstrengenden Teenager- und Alltagsproblemen schwer mit dem Erzählen einer interessanten Fantasygeschichte. So gibt es statt Magie, Fantasy und Dämonen doch eher ein Coming-of-Age-Drama mit Längen zu sehen, das von der Suche nach sich selbst erzählt und Mädchen auf Ihren Weg zum Erwachsenwerden begleitet. Insofern CIRKELN (so der Originaltitel) genug Geld einspielt, sollen Verfilmungen der übrigen Bücher folgen. Bis dahin darf man davon ausgehen, dass auch Hollywood eine eigene Filmversion der ENGELSFORS-Bücher ins Rennen schicken wird. Schließlich ist die Traumfabrik nicht weit, wenn schnell Geld verdient werden kann.
 
 


 
 
 

THE CIRCLE – Zensur

 
 
 
Nein, THE CIRCLE ist kein Film für Fans des derben Gewaltkinos. Blut oder Hinrichtungen gibt es gar nicht zu sehen. Einzig die bedrohliche und düstere Stimmung des Streifens, sowie einige verstörende Spezialeffekte dürften dafür sorgen, dass CIRKELN (so wie der Film im Schweden betitelt wird) mit FSK16 nach Deutschland kommen wird.
 
 


 
 
 

THE CIRCLE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Charmed – Zauberhafte Hexen (1998 – 2006)
 
Die Hexen von Eastwick (1987)
 
Practical Magic – Zauberhafte Schwestern (1998)
 
Der Hexenclub (1996)
 


Filmkritik: “Dark Was the Night” (2014)

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DARK WAS THE NIGHT

Story

 
 
 
Etwas Böses terrorisiert die keine Stadt Maiden Woods. Zerfetzte Körper werden gefunden und seltsame Dinge geschehen. Sheriff Paul Shields (KEVIN DURAND) will den Bewohnern die Angst nehmen und geht den mysteriösen Ereignissen auf den Grund.
 
 
 


 
 
 

DARK WAS THE NIGHT – Kritik

 
 
 
Monsterfilme sind auch nicht mehr das, was sie mal waren – und das ist auch gut so. Seit einiger Zeit sind ambitionierte Filmemacher daher bestrebt, dummen Monsterstreifen so etwas wie Anspruch einzuhauchen. Entstanden sind so herausragende Horrordramen wie SPRING oder LATE PHASES, die auf eindrucksvolle Weise zeigten, dass sich Kreaturen-Horror nicht zwangsläufig in eine Schublade packen lässt. Auch BAD MILO– und STATIC-Produzent JACK HELLER versucht mit seinem DARK WAS THE NIGHT Tiefe in die Materie der Monsterheuler zu bringen. Statt Augenmerk auf Böses zu richten, sind ihm seine Figuren wichtig. Die haben in erster Linie mit Schicksalsschlägen und inneren Dämonen zu kämpfen – gefräßige Monster haben zu warten.
 
 
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KEVIN DURAND spielt den sensiblen Sheriff Paul Shields, der entgegen dem stereotypen Bild des Helden auch einmal weinen darf und sogar Angst kennt. Er hat kein einfaches Los gezogen und befindet sich nach dem tragischen Unfalltod des Sohnemanns in einer Lebenskrise. Das Familieleben leidet darunter, denn der Zweitgeborene hat erkannt, dass sich die Eltern nach dem Ableben des Bruders voneinander entfernt haben. Als plötzlich Dinge im Ort geschehen, muss der Sheriff aus seiner Lethargie erwachen. Er soll dem Mysterium auf den Grund gehen, denn die Bewohner seiner Stadt Maiden Woods vermuten, dass etwas Böses aus den Wäldern gekommen ist und nichts Gutes im Schilde führt. Für den rational denkenden Gesetzeshüter eine Herausforderung. Der muss sich nämlich bald eingestehen, dass es auf der Welt Dinge gibt, die sich nicht so einfach erklären lassen.
 
 
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Deprimierende Familientragödie mit Monstern: eigentlich macht Regisseur JACK HELLER fast alles richtig. DARK WAS THE NIGHT besitzt Tiefgang, authentische Protagonisten, unwohlige Atmosphäre und einen ständig wachsenden Spannungsbogen. Auch räumt man Publikum und Figuren genügend Zeit ein, damit sich Charaktere entwickeln und Zuschauer mit den Geschehnissen vertraut machen können. Was trotzdem übel aufstößt ist die Tatsache, dass das Monster nicht vor die Linse darf. Das tritt den blutigen Rachefeldzug gegen die Menschheit bereits im Prolog an – in voller Pracht wird es nur für wenige Sekunden im Finale gezeigt. Filmemacher JACK HELLER übertreibt das Spiel mit der Andeutung. Das Monster scheint allgegenwärtig zu sein und dennoch bekommt der Zuschauer nur dunkle Schatten zu sehen oder vernimmt unheilverkündendes Stampfen. Warum das so ist, wird im Endkampf klar. Ein rigoroser Sparkurs zwang die Produktion in die Knie. Um wirtschaften zu können, musste der Filmbösewicht am Rechner geboren werden – leider mehr schlecht als recht. Die Animationen wirken unglaubhaft und das Wesen derart künstlich, das es nicht in die Szenerie passen will. Dass da das Gänsehautgefühl in den Keller saust und aufgebaute Illusionen zu Staub verpuffen, ist nur die logische Konsequenz. Da kann auch der rabenschwarze Schlussgag nichts reißen, der die Tür für eine mögliche Fortsetzung offen hält. DARK WAS THE NIGHT ist eine Enttäuschung und das trotz Tiefgang. Wer demzufolge in Monsterstreifen fressgierige Bestien sehen will, sollte sich fern halten – dieser Film macht’s eher subtil.
 
 
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DARK WAS THE NIGHT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärischer Monster-Grusler alter Schule. Bei diesem Indiestück handelt es sich in erster Linie um ein deprimierendes Drama, das sich als Monsterfilm tarnt. Statt blutige Fressorgien oder hektische Hetzjagden zu zelebrieren, geht es Regisseur JACK HELLER ruhiger an und beschäftigt sich in erster Linie mit seinen Protagonisten, die mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen haben. Dennoch; was hätte DARK WAS THE NIGHT für ein großartiger Film werden können – wenn mehr Geld zur Verfügung gestanden hätte! In diesem Monsterfilm steckt zwar Hirn; weil Budget knapp war musste man wohl improvisieren und auf subtile Weise Gänsehaut heraufbeschwören. DARK WAS THE NIGHT ist ein Monsterfilm ohne Monster. Nicht, dass es nicht da wäre. Ganz im Gegenteil, die Filmkreatur ist allgegenwärtig. Dennoch wird sie erst am Ende für wenige Sekunden gezeigt wohl, weil man keine Dollars für ausuferndes Creature-Design übrig hatte. Mit den miserablen CGI-Effekten verpuffen auch die Illusionen, die Regisseur JACK HELLER zuvor mit viel Liebe für Oldschool-Horror aufgebaut hat. Übrigens: dieser Film ist nichts für die Liebhaber hektisch geschnittener Hochglanzfilme aus der Mache eines Michael Bay. DARK WAS THE NIGHT ist langsam erzählte Gruselware, die den Anspruch bewahrt. Zuschauer, die nichts mit Horror der alten Schule anfangen können, dürften gelangweilt abschalten.
 
 


 
 
 

DARK WAS THE NIGHT – Zensur

 
 
 
Sonderlich zeigefreudig ist DARK WAS THE NIGHT nicht. Die meisten Gewaltmomente passieren im Off. Zudem setzt der Streifen vordergründig auf subtilen Horror. Hierzulande dürfte es dafür eine FSK16 geben.
 
 


 
 
 

DARK WAS THE NIGHT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Indigenous (2014)
 
Feed the Gods (2014)
 
Exists (2014)
 
Leprechaun: Origins (2014)
 


Filmkritik: “Pernicious” (2014)

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PERNICIOUS

Story

 
 
 
JU-ON: THE GRUDGE in Thailand. Drei amerikanische Urlauberinnen werden in Thailand von einem wütenden Kindergeist terrorisiert, der sich den Körpern der Frauen bemächtigt, um Rache zu nehmen.
 
 
 


 
 
 

PERNICIOUS – Kritik

 
 
 
Einmal Horror immer Horror – zumindest gibt es nicht wenige Regisseure, die am blutigen Genre Gefallen finden und plötzlich Horrorstreifen am Fließband drehen, als gebe es nichts Besseres. Das mag zwar durchaus löblich sein, wird aber spätestens dann gefährlich, wenn Quantität auf Kosten der Qualität geht. Einer derer, der in seiner Arbeitswut nicht mehr zwischen guten und schlechten Drehbüchern unterscheiden kann ist JAMES CULLEN BRESSACK. Der brachte es mit dem widerwärtigen Home-Invasion-Schund HATE CRIME zu beachtlicher Bekanntheit und das, obwohl sein kontroverses Machwerk in vielen Ländern erst gar nicht ausgewertet wurde. Dennoch sah Trash-Schmiede THE ASYLUM Potenzial. Das berüchtigte Produktionsstudio beauftragte den Filmemacher für die Umsetzung hauseigener Videoware. So entstand günstiger Schwachsinn wie 13/13/13 oder BLOOD LAKE der Bressack lehrte, wie man mit einfältigen Filmen möglichst große Gewinne erzielt! Seither produziert, schreibt und dreht der ambitionierte Horrorfan, als wäre der Teufel hinter ihm her. Zum Leidwesen des Zuschauers, der unwissend durchwachsene Film kauft, obwohl mit vielversprechenden Coverabbildungen geworben wird.
 
 
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Nach TO JENNIFER (übrigens der erste vollständig mit dem iPhone5 gedrehte Spielfilm) ist PERNICIOUS ein weiterer Streifen aus dem umfangreichen Portfolio des strebsamen Newcomers. Der nimmt den Zuschauer mit nach Thailand und begleitet drei Schönheiten durch einen blutigen Albtraum – Geist inklusive. Die suchen im Land des Lächelns nach Erholung, stoßen in der Ferienunterkunft jedoch auf die rastlose Seele eines kleinen Mädchens, die versehentlich aus einer goldenen Statue befreit wird. Rache steht auf den Plan, denn auch in PERNICIOUS ist ein furchtbares Ableben dafür verantwortlich, dass ein Geist keine Ruhe finden kann. Der bringt die drei Frauen unter seine Kontrolle und tötet so grausam all jene, die Schuld am Tod des Mädchens haben.
 
 
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Günstige Videoproduktion – souverän inszeniert. PERNICIOUS ist Grusel-Horror, der für den amerikanischen DVD-Markt gemacht wurde. Das bedeutet einmal mehr Fast-Food-Schauer ohne Tiefgang oder Anspruch, der vor allem Feingeister übel aufstoßen lassen dürfte. Zu sehen gibt es konventionelles Grauen, das sich teils ganz frei beim japanischen JU-ON bedient und mit etwas Folterei sowie derzeit beliebter Besessenheitsthematik verfeinert wurde. Die weiblichen Darsteller fallen durch Optik nicht durch Können auf und falsche Fährten sind dann doch vorhersehbarer, als vermutlich gewollt. Trotzdem schafft BRESSACK das, was vielen Horror-Regisseuren eben nicht gelingt: sein PERNICIOUS unterhält und sorgt für Lacher, denn die Heldinnen besitzen trotz misslicher Lage genügend Humor, um den männliche Zuschauer mit naivem Wortwitz (zumindest in der Originalfassung) und knackigen Rundungen bei Laune halten zu können. PERNICIOUS kommt fast ohne Längen aus, denn Regisseur JAMES CULLEN BRESSACK gibt Gas. Nach kurzem Ausflug ins Tortur-Genre muss ein mysteriöses Puzzle gelöst werden, das erst nach und nach ein Ganzes ergibt. Die unwissenden Protagonisten werden von einem Schauplatz zum nächsten getrieben und versuchen das zu entschlüsseln, was das erfahrene Publikum ohnehin schon weiß. Weitaus rätselhafter als die vorhersehbaren Ereignisse im Film ist die Tatsache, wie es den drei Mädchen nach albtraumreichen Nächten gelingt am Morgen danach perfekt geschminkt und frisch frisiert aus dem Bett zu steigen. Ein mysteriöses Phänomen, das am Ende leider nicht aufgelöst wird. Vermutlich wird das obligatorische Making-of wichtige Antworten liefern.
 
 
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PERNICIOUS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ungewöhnliche Mischung aus brutalem Folter-Horror und japanischem Gruselexport – kurzweilig und souverän inszeniert. Im Falle von PERNICIOUS ist dennoch nicht alles Gold was glänzt. Nicht nur, dass eine goldene Statue im Film Unglück bringt; Regisseur JAMES CULLEN BRESSACK stibitzt viel aus anderen Horrorstreifen, um Interesse zu wecken. So erinnern viele Momente an die klassischen Geisterfilme aus Fernost – allen voran JU-ON: THE GRUDGE. Zudem werden Fans der HOSTEL-Reihe manch unerwartetes Déjà-vu erleben, denn auch in PERNICIOUS scheint man daran Gefallen gefunden zu haben, intensiv an heraushängenden Augäpfeln zu schnippeln. Leider lassen sich viele Zitate nur mit geschultem Auge erkennen. So bemerken wohl ausschließlich erfahrene Horrorfans Anspielungen wie die, in der sich das Geistermädchen im Film krampfhaft versucht in die Ecke der Zimmerdecke zu zwängen. Aufmerksame Zuschauer haben da vermutlich gleich das Filmplakat zum Austreibungs-Horror THE LAST EXORZISMUS mit ähnlichem Motiv vor Augen. Nichtsdestotrotz ist PERNICIOUS nicht so einfältig, wie viele der genannten Zitate. Filmemacher JAMES CULLEN BRESSACK zündet den Turbo und lässt kaum Längen entstehen. Sein Film ist zwar nicht sonderlich helle, besitzt aber genügend Unterhaltungswert und bietet mit seinen drei attraktiven Hauptdarstellerinnen auch was fürs Auge. Männliche Zuschauer sehen da vermutlich gern über Defizite im Schauspiel hinweg, ist PERNICIOUS ohnehin nichts Großes, sondern astrein gemachtes Videofutter für den kleinen Horror-Hunger zwischendurch.
 
 


 
 
 

PERNICIOUS – Zensur

 
 
 
Der Folter-Anteil in PERNICIOUS ist recht zeigefreudig. Da werden Zangen und Macheten geschwungen und Zähne, Fingernägel aber auch Augäpfel bearbeitet. Auch im übrigen Film finden Gore-Bauern an unangenehmen Schlitzmethoden Gefallen. Dennoch kann man davon ausgehen, dass PERNICIOUS hierzulande ungeschnitten erscheinen wird: keine Jugendfreigabe!
 
 


 
 
 

PERNICIOUS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
An American Terror (2014)
 
The Scarhouse (2014)
 
Grave Halloween (2013)
 
Sadako 3D – Ring Originals (2012)
 
Hostel (2005)
 
Ju-On: The Grudge (2002)
 


Filmkritik: “The Nightmare” (2015)

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THE NIGHTMARE

Story

 
 
 
Eine Horror-Dokumentation über das Phänomen Schlafparalyse und mysteriösen Begegnungen, die viele Betroffene während dieser Phase in Todesangst versetzen.
 
 
 


 
 
 

THE NIGHTMARE – Kritik

 
 
 
Stell dir vor du liegst im Bett und erwachst, kannst dich jedoch nicht mehr bewegen und erlebst Dinge, die dich zu Tode ängstigen. Zirka sechs Prozent der Menschen weltweit leiden regelmäßig unter sogenannter Schlaflähmung – ein Zustand, halb träumend halb wachend, in dem der Körper bewegungsunfähig ist. So auch Regisseur RODNEY ASCHER, der für seine Dokumentation ROOM 237 im Jahr 2012 von Kritikern gelobt und auf einschlägigen Filmfestivals mit Preisen ausgezeichnet wurde. In einem Interview erzählte er, dass er bereits selbst mit Schlafparalyse in Berührung kam. Er lebte während der 1990er in einer WG, erwachte morgens gegen vier im Bett und konnte sich weder bewegen noch um Hilfe rufen. Er fühlte sich von der schwarzen Silhouette eines dünnen Mannes beobachtet, die immer näher kam und sich über das Bett beugte. In seiner Todesangst versuchte er krampfhaft die Kontrolle über den Körper wiederzuerlangen. Nach mehreren Versuchen gelang es ihm sich aus dem Bett zu rollen. Weil ihm diese Schlaferfahrung eine Menge Sorgen bereitete, begann er das Thema genauer zu erforschen und nach Gleichgesinnten zu suchen. Im Internet wurde er fündig. Dort lernte er eine Menge Menschen kennen, die sich ganz eigene mythologische und philosophische Erklärungen zurechtgelegt hatten, um sich weitestgehend die Angst vor diesem Mysterium zu nehmen. Ascher war überwältigt und fasziniert zugleich. Daher beschloss er das Thema genauer zu beleuchten und begann mit der Arbeit zu THE NIGHTMARE – einer Dokumentation mit der er bereits bei Betroffenen und in Horrorfankreisen viel Aufmerksamkeit erregte.
 
 
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In THE NIGHTMARE folgt der Zuschauer den Berichten acht verschiedener Menschen, die alle unter dem Phänomen der Schlafparalyse leiden. Für die Betroffenen eine beklemmende Erfahrung, befinden die sich während des Schlafes in einer Art Schockstarre und können sich nicht mehr bewegen. Während dieser Phase begegnen die Leidtragenden dem Unbegreiflichen, für das sich nur schwer Worte finden lassen. So wird im Film von Schattenwesen, Dämonen oder geisterhaften Erscheinungen berichtet, denen Schlafgelähmte schutzlos ausgeliefert sind.
 
 
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THE NIGHTMARE liefert keine wissenschaftlich fundierten Aussagen über dieses Phänomen und lässt keine Experten auf dem Gebiet der Schlaflähmung zu Wort kommen. Vermutlich hätten rationale Erklärungen dem unheimlichen Mysterium die Angst genommen. Regisseur RODNEY ASCHER will nicht informieren, aufklären oder wachrütteln, sondern in erster Linie beunruhigen und Angst einjagen. Teilweise gelingt ihm das ganz gut, denn die vielen Erfahrungsberichte werden mit Schauspielern nachgestellt und gruselig in Szene gesetzt, damit der ein oder andere Schauer über den Rücken laufen kann. Leider ist THE NIGHTMARE nichts für Rationalisten. Im Film wird das nicht uninteressante Thema der Parawissenschaft zugeordnet, denn Ursachen oder Behandlungsmethoden werden nicht ergründet. Vielmehr ist das Augenmerk auf die Betroffenen gerichtet, die in Interviews von Dingen erzählen, die sie nicht erklären können.
 
 
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Auch wenn die unterschiedlichen Aussagen betroffener Menschen im Film ein flaues Gefühl hinterlassen und Macher RODNEY ASCHER etwas zu verkrampft darum bemüht ist viele schauderhafte Bilder aneinanderzureihen um Gänsehaut zu bescheren, wird der Zuschauer mit vielen Fragen zurückgelassen. Um nutzbare Informationen einzuholen muss der sich am Ende selbst die Mühe machen und recherchieren. Das ist bedauerlich, setzt man doch von einer Dokumentation voraus, dass sie Informationsgehalt liefert. Nach dem sucht man in THE NIGHTMARE vergebens. Denn statt die Thematik Schlaflähmung tiefer zu erforschen und darüber aufzuklären, wandelt THE NIGHTMARE ausschließlich auf Horrorpfaden – der Angst wegen. Am Ende bleibt die Frage nach dem Sinn. Was wollte RODNEY ASCHER mit seiner visuell ansprechend umgesetzten Dokumentation eigentlich bezwecken? Eine zufriedenstellende Antwort wird im Falle von THE NIGHTMARE nicht gegeben. Immerhin dürfte der Filmemacher mit der unverbrauchten Thematik mal wieder dafür sorgen, dass über ihn gesprochen wird. Der schnelle Dollar ist da garantiert, denn das ist doch letztendlich das worauf es im Filmgeschäft hinausläuft – oder?
 
 
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THE NIGHTMARE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Bizarr, erschreckend und unheimlich! THE NIGHTMARE ist eine der angsteinflößendsten Dokumentationen, die je gedreht wurden. In diesem Film wird ein äußerst kurioses Schlafereignis zum Mittelpunkt gemacht an dem knapp 6% aller Menschen auf unserem Erdball leiden: Schlaflähmung. Während dieses Zustands berichten Betroffene von vollständiger Bewegungsunfähigkeit und Begegnungen mit Geistern, Schattenwesen und sogar Außerirdischen. ROOM 237-Regisseur RODNEY ASCHER zeichnet für diesen filmischen Albtraum verantwortlich und verarbeitet quasi eigene Erfahrungen. Das macht er ganz geschickt, denn THE NIGHTMARE bewegt sich auf einem schmalen Grat zwischen Dokumentation und Horrorfilm – ist aber am Ende mehr Horror als Doku. ASCHER reißt das Thema nur an, taucht aber nicht tiefgründiger ein. So bekommt der Zuschauer zwar gruslige Erfahrungsberichte von acht Leidtragenden zu sehen; wissenschaftliche Hintergründe werden jedoch nicht gegeben. Das ist bedauerlich, wird der Filmfan am Ende mit unnötig vielen Fragen im Unklaren gelassen. Immerhin sorgt THE NIGHTMARE für reichlich Gänsehaut, denn viele Erfahrungsberichte werden in Form kurzer Gruselszenen unheilvoll nachgespielt. Wer wohldosierte Schauer sucht, ist mit THE NIGHTMARE gut beraten! Viel Wissensgehalt bietet die Dokumentation dennoch nicht.
 
 


 
 
 

THE NIGHTMARE – Zensur

 
 
 
THE NIGHTMARE ist kein Horrorfilm, sondern eine Dokumentation mit finsterem Filmlook. Es wird vornehmlich von subtiler Angstmacherei Gebrauch gemacht. Gewalt gibt es gar nicht zu sehen. Einige unheimliche Bilder und deftige Schreckmomente sorgen aber für schaurige FSK-16-Unterhaltung.
 
 


 
 
 

THE NIGHTMARE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Horsehead – Wach auf wenn du kannst (2014)
 
Before I Wake (2015)
 
A Nightmare on Elm Street (1984)
 


Filmkritik: “ExitUs – Play it Backwards” (2015)

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EXITUS

(THE ASYLUM / BACKMASK / EXETER)

Story

 
 
 
Einige Kids werden in einer heruntergekommen Psychiatrie – wie hätte es auch anders sein sollen – mit dem Bösen konfrontiert und müssen um ihr Leben bangen.
 
 
 


 
 
 

EXITUS – Kritik

 
 
 
Herr Nispel ist wieder am Start. Der deutsche Regisseur konnte sich in Hollywood mit Remakes bekannter Action- und Horrorfilme einen Namen machen. Leider blieb die letzte Regiearbeit weit hinter den Erwartungen zurück. Seine Neuinterpretation von CONAN DER BARBAR fand nach niederschmetternden Kritiken auch bei Zuschauern wenig Anklang. Der Film floppte und konnte seine Produktionskosten von 90 Millionen Dollar nicht wieder einspielen. Vermutlich einer der vielen Gründe, weshalb MARCUS NISPEL nun wieder kleine Brötchen bäckt und versucht mit günstigem Horrorquatsch an die einstigen Kassenerfolge anzuknüpfen. Weil ihm Horror bisher das meiste Lob eingebracht hat, ist die aktuelle Arbeit natürlich auch wieder im Genre angesiedelt und nennt sich vielversprechend EXITUS – PLAY IT BACKWARDS (in Amerika auch unter EXETER bekannt). Ein gute Entscheidung, konnte doch Nispel mit seiner gelungenen Neuauflage zu THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE unter Beweis stellen, dass er weit mehr kann, als nur ansprechende Musikvideos für bekannte Künstler zu drehen.
 
 
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BACKMASK – so wie EXITUS – PLAY IT BACKWARDS anfangs noch heißen sollte – rückt mal wieder unartige Kids in den Mittelpunkt, die in einer leerstehenden Psychiatrie die Party ihres Lebens feiern wollen. In dem Gebäude fanden einst beunruhigende Dinge statt. Patienten wurden darin wie Gefangene behandelt und mussten fragwürdige Experimente über sich ergehen lassen. Ein großes Feuer machte dem unmenschlichen Treiben ein Ende und die Einrichtung zur Ruine. Jahre nach den Vorfällen will Gemeindepfarrer Conway (STEPHEN LANG aus A GOOD MARRIAGE) die Anstalt wiedereröffnen und sucht Hilfe für sein Vorhaben bei Investoren und Gemeindemitgliedern. Teenager Patrick (KELLY BLATZ) stellt sich für den Wiederaufbau zur Verfügung und nutzt die Gelegenheit, um die ehemalige Klinik zum Feiertempel umfunktionieren. Bei Drogen und Alkohol wird Musik rückwärts abgespielt, weil darin satanische Botschaften zu hören sein sollen. Letztendlich keine gute Idee, wird durch die Naivität der Halbstarken das Böse freigesetzt. Plötzlich sind Ausgänge verschlossen und Freunde verwandeln sich in aggressiven Furien, weil sie von einer fremden Macht kontrolliert werden, die kein Erbarmen mit neunmalklugen Kids besitzt.
 
 
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Da macht Herr Nispel nun schon etwas Eigenes und versemmelt es auch noch. Statt bereits Dagewesenes erneut aufzuwärmen, zeichnet er diesmal selbst fürs Drehbuch verantwortlich und kann das Kopieren trotzdem nicht lassen. Bei genauerem Hinsehen ist EXITUS – PLAY IT BACKWARDS nämlich nichts anderes, als eine hektisch geschnittene Aneinanderreihung bekannter Szenen aus beliebten Horrorklassikern, denen die unverkennbare Handschrift des Regisseurs aufgedrückt wurde. Schaut man sich die bisherigen Werke Nispels an bedeutet das mal wieder “Style over Substance”, denn statt sich mit Figuren und Geschichte zu beschäftigen, gibt es durchgestylte Bilder am Fließband zu sehen, die in ihrer Hochglanzästhetik dann doch mehr an aktuelle Musikclips erinnern. Bei einem so ausgeprägten Gespür fürs Visuelle kommen Story und Charaktere leider zu kurz. Letztere geben sich derart arrogant, nervtötend und unzugänglich, dass man ihnen ein schnelles Ablebend wünscht, damit die Nerven des Zuschauers geschont werden.
 
 
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Wenn aus besessenen Freunden lechzende Monster werden, die man sich nur durch möglichst kreatives Töten vom Hals halten kann, ist EVIL DEAD nicht weit. Raimis EVIL DEAD und Friedkins DER EXORZIST mussten wie so oft im Horrorfilm Pate stehen. MARCUS NISPEL vermischt Exorzismus- mit Besessenheitsthematik und bereichert EXITUS – PLAY IT BACKWARDS um Splatter-Exzesse, durch die bereits der erste EVIL DEAD Anfang der 1980er zu Bekanntheit gekommen ist. Vor allem für Gorefans eine gute Nachricht, bekommen die hier ein paar deftige Filmtode zu sehen, die makaber und unerwartet ihren Lauf nehmen. Leider ist das aber auch das Einzige, was zu erwähnen wäre, denn sonderlich gehaltreich ist Nispels neuer Streich leider nicht. Zwar gefallen einige Zitate aus genannten Filmen (es gibt den bekannten Spiderwalk aus dem EXORZIST zu sehen); dem Streifen mangelt es aber an Einzigartigkeit, um im Gedächtnis bleiben zu können. Bleibt zu erwähnen, dass die Pechsträhne Nispels auch mit EXITUS fortgeführt wird. Da kann man dem Regisseur nur nahelegen, dass er sich endlich mal dazu durchringen sollte, nicht immer Remakes und Plagiate bereits erfolgreicher Hits zu fabrizieren. In einer Zeit in der Horrorfans immer kritischer die filmischen Vergewaltigung liebgewonnener Klassiker beobachten, sollte man sich dreimal überlegen, ob man sich die Fanmeute zum Feind machen möchte – schließlich sind das die, die letztendlich die Filme kaufen sollen.
 
 
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EXITUS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
EVIL DEAD meets THE EXORZIST – Eine visuell beeindruckende und rasant inszenierte Splatter-Geisterbahn mit deftigem Blutzoll. Dennoch gilt im Falle von EXITUS – PLAY IT BACKWARDS die Devise: außen hui, inner pfui. Statt wahllos alte Kultfilme neu aufzulegen, macht der Frankfurter Regisseur MARCUS NISPEL was Neues. Er nimmt sich einfach zwei bekannter Horrorklassiker, beraubt ihnen der besten Szenen und macht daraus ein Machwerk, in dem EVIL DEAD den EXORZISTEN trifft. Kopieren und nacheifern scheint Nispels Leidenschaft zu sein, was ihm so langsam leider nicht mehr so recht gelingen möchte. Nach dem CONAN-Remake-Flop ist THE ASYULM nämlich der nächste Streifen aus der Mache des für Musikvideos bekannten Regisseurs, an den sich in zehn Jahren keiner mehr erinnern wird. Nach einem starken Einstieg wird es eintönig und der Film konzentriert sich ausschließlich auf das Ausradieren seiner stereotypen und unsympathischen Figuren. Fans fürs grobe Handwerk dürfte das vermutlich kaum stören, dürften die mit den abwechslungsreichen Todesszenen ihre Freude haben. Klammert man jedoch die makabren Gewaltmomente aus, bleibt nur noch Hochglanzästhetik und sonderbarer Humor, der zu keiner Minute zünden möchte. Demzufolge sollte man nach der gelungenen Neuverfilmung des Terrorklassikers THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE (2003) die Erwartungen herabschrauben. Auch wenn EXITUS visuell an den Terrorausflug erinnert; zwischen den beiden Filmen liegen Welten. Übrigens, die Titelschmiede verwirrt. EXITUS – PLAY IT BACKWARDS wird auch als BACKMASK und EXETER vermarktet. Wenn man da nicht durcheinander kommt.
 
 
 


 
 
 

EXITUS – Zensur

 
 
 
Ähnlich wie in EVIL DEAD werden hier aus Freunden besessene Furien, die nur eines im Sinn haben: töten. Die Kids wissen sich aber zur Wehr zu setzen und gehen nicht zimperlich gegen die besessenen Freunde vor. Es werden Zahnbürsten in Augen gerammt, ein Kronleuchter zerquetscht Körper und spitzes Mordwerkzeug kommt ebenfalls zum Einsatz. Schnell Schnitte sorgen dafür, dass sich die Effekte nicht so schnell entlarven lassen. Blutig geht es allemal zu, so dass EXITUS – PLAY IT BACKWARDS oder EXETER – so wie er in Amerika heißt – in Deutschland mit dem roten Freigabesticker in den Handel gekommen ist.
 
 
 


 
 
 

EXITUS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) EuroVideo Medien GmbH

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Backmask; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (@24 Hz)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Erstauflage im Steelbook

Extras: Trailer, Making-of “Behind the Blood” (OmU)

Release-Termin: 27.08.2015

 

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EXITUS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei EuroVideo Medien GmbH

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Gallows Hills (2013)
 
Evil Dead (2013)
 
Besessen – Der Teufel in Mir (2012)
 
Speak No Evil (2013)
 
Beneath (2013)
 
The Quiet Ones (2014)
 
Here Comes the Devil (2012)
 
Evil Dead (1981)
 
Der Exorzist (1973)
 


Filmkritik: “The Drownsman” (2014)

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THE DROWNSMAN

Story

 
 
 
Die hübsche Madison hat panische Angst vor Wasser und das nicht ohne Grund. Nach einer Nahtoderfahrung wird sie von einem Geist verfolgt, der sich Wasser zu Eigen macht, um sie und ihre Freunde zu töten.
 
 
 


 
 
 

THE DROWNSMAN – Kritik

 
 
 
Urängste haben im Horrorfilm immer wieder einen besonderen Stellenwert, denn daraus lassen sich die wohl besten Geschichten machen. Eine dieser Urängste wird im Film THE DROWNSMAN zum Thema gemacht: nämlich die vom Wasser und dem Ertrinken. Die hübsche Madison (MICHELLE MYLETT – die Heldin aus ANTISOCIAL) hat eine unbeschreibliche Furcht vor Wasser. Ob im Waschbecken, in Form einer Pfütze oder als Getränk – kaum mit dem Nass in Berührung gekommen, wird die Mittzwanzigerin von Angstattacken heimgesucht, die ihr unbeschreibliche Qualen bereiten. Doch die Phobie ist nicht unbegründet. Ein Trauma ist für die Leiden verantwortlich. Vor genau einem Jahr fiel die bis dahin lebensfrohe Frau in einen See und drohte zu ertrinken. Auf der Schwelle zum Tod begegnete sie einem unheimlichen Fremden, der sie fortan in ihren Träumen besucht. Für Madison kein einfaches Los, denn real wirkende Träume und Visionen machen ihr das Leben zur Hölle. Doch wozu hat man Freunde, wenn sie in schweren Zeiten nicht zur Seite stehen würden. Die besten Freundinnen sind zur Stelle und wollen der Traumatisierten helfen. Madison soll sich ihrer Angst stellen. Bei einer Séance inklusive Schaumbad, sollen Fragen geklärt und Leiden beseitigt werden. Was die Freundinnen leider nicht ahnen: mit dem Kontakt zu den Toten wird eine Tür geöffnet durch die das Böse aus Madisons Visionen und Träumen in unsere Welt schlüpfen kann. Was folgt ist vorprogrammiert. Die Mädchen werden vom Geist eines unaufhaltsamen Serienmörders verfolgt (RY BARRETT ebenfalls aus ANISOCIAL), der mit den naiven Protagonistinnen ein Hühnchen zu rupfen hat.
 
 
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Pitschnasse Haare, starrer Blick und ständig tropfendes Wasser. Nein, das hier ist keine weitere Fortsetzung des japanischen Kassenschlagers RINGU, in dem ein wütender Kindergeist aus Brunnen, Waschmaschinen und TV-Geräten krabbelt und tödlichen Unfug treibt. Der hier besprochene Streifen kommt aus Kanada und hat mit dem bekannten RING-Franchise nichts am Hut, obwohl der Film bei genauer Betrachtung dem genannten Gruselexport aus Japan nicht unähnlich ist. Ein toter Serienkiller sucht sich in THE DROWNSMAN einen Weg aus dem Reich der Toten in die Welt der Lebenden, um das auszuleben, was Kultkiller wie JASON VOORHEES, VICTOR CROWLEY und MICHAEL MEYERS stets von Neuem vorantreibt: Rache. Statt die Leidenschaft fürs Töten mit Machete und Küchenmesser auszuleben, geht Filmmörder Sebastian in THE DROWNSMAN wesentlich unkonventioneller vor. Er meuchelt nicht, sondern ertränkt. Das Element Wasser spielt in diesem Horrorstreifen eine wesentlich Rolle, das dem Killer als Brücke in unsere Welt dient. Ähnlich wie die Dunkelheit in DER FLUCH VON DARKNESS FALLS oder erschreckende Albträume in A NIGHTMARE ON ELM STREET kann das Böse in THE DROWNSMAN nur dann nach seinen Opfern krallen, wenn die mit Wasser in Berührung kommen. Das sorgt zwar für etwas Abwechslung und schnellen Herzschlag; neu erfunden wird das Slasher-Genre dadurch jedoch nicht.
 
 
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Eigentlich ist THE DROWNSMAN kaum der Rede wert, denn die Handlung ist derart klischeebehaften und überschaubar, dass sie auf einem Bierdeckel Platz finden würde. Die Darstellerinnen strotzen nicht gerade vor Talent und agieren reichlich unsicher, dass man meinen könne, sie ständen das erste Mal vor der Kamera. Zudem hat man ausufernde Gewaltmomente gänzlich aus dem Drehbuch radiert, damit sich der Schrecken auf subtile Weise entfalten kann. Trotz quälender Vorhersehbarkeit überrascht der Film durch eine souveräne technische Inszenierung, die THE DROWNSMAN dann doch wertiger erscheinen lässt, als er letztendlich ist. Die Kulisse ist minimalistisch aber finster, eine auf Hochglanz gebügelte Optik rückt die vielen (Er)Schreckmomente ins rechte Licht. Somit ist passable Gruselunterhaltung garantiert, die sich kurzweilig ihren Weg durch den übernatürlichen Slasher bahnt. Regisseur CHAD ARCHIBALD und Produzent von Filmen wie IF A TREE FALLS, ANTISOCIAL und SEPTIC MAN hat vorausschauend gearbeitet. Nicht nur, dass er beim Drehbuchschreiben an das offene Ende gedacht hat. Ganz nebenbei war er darum bestrebt ein neues Franchise zu kreieren, dass Potenzial haben könnte in Serie zu gehen. Mit der imposanten Figur des DROWNMAN hat er einen interessanten Mythos und gleichzeitig einen neuen unkaputtbaren Filmkiller geschaffen, der genügend Potenzial besitzt, um in mehreren Fortsetzungen sein Unwesen treiben zu können. Sichtlich von Cravens NIGHTMARE ON ELM STREET inspiriert, erinnert THE DROWNSMAN an die vielen schwarzhumorigen Abenteuer eines gewissen FREDDY KRUEGER, der in sieben Albträumen, einer TV-Serie und dem obligatorischen Remake sein Unwesen trieb. Der schlich sich in die Albträume vorlauter Teenager, um sie dort einen Kopf kürzer machen zu können. Ganz ähnlich geht es THE DROWNSMAN zu. Bösewicht Sebastian ist zwar nicht zu scharfzüngig wie sein kreativer Metzelkollege aus der Elm Street, hat es aber ebenso faustdick hinter den schmutzigen Ohren. Die dampfenden Rohre und lodernden Flammen aus Freddys Welt wurden durch speiende Wasserfontänen ersetzt, die es dem Killer ermöglichen ahnungslose Opfer aus unserer in seine feuchte Welt zu zerren. Kaum kommt eine der Figuren mit Wasser in Berührung findet sie sich im Folterkeller des Drownsman wieder und muss dort ums Überleben wimmern und schwimmen. Das passiert atmosphärisch, abwechslungsreich und tricktechnisch ganz ordentlich, so dass THE DROWNSMAN definitiv Lust auf mehr macht. In diesem Fall darf die Fortsetzung gern kommen – wir sind bereit.
 
 
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THE DROWNSMAN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
A NIGHTMARE UNDERWATER. Ein freucht-gruseliges Albtraumszenario, das sich menschliche Urängste zunutze macht, um maximales Unbehagen heraufbeschwören zu können. Auch wenn der Plot so ziemlich offensichtlich an Cravens Klassiker NIGHTMARE ON ELM STREET erinnert ist THE DROWNSMAN besser als man bei einer solch erfolgreichen Vorlage vermuten würde. Macher CHAD ARCHIBALD hat einen soliden Horrorbeitrag ohne Längen auf Zelluloid gebracht, der unbeschwert mit dem Element Wasser spielt und ganz nebenbei für ein paar fiese Schreckmomente sorgt, die trotz Vorhersehbarkeit ordentlich zusammenschrecken lassen. Die Quintessenz des Streifens ist jedoch Filmmonster Sebastian. Der wortkarge, mürrische und imposante Bösewicht hat gute Chancen in die Reihe beliebter Filmmeuchler aufgenommen zu werden. Da kann man nur hoffen, dass der Film trotz schauspielerischer Defizite und simpler Geschichte gut angenommen wird, damit eine Fortsetzung folgen kann, schließlich hat Regisseur CHAD ARCHIBALD mit seinem THE DROWNSMAN das erreicht, von dem manch anderer Filmschaffender nur träumen kann: unterhaltsames Horrorkino, das den Zuschauer packt und nicht mit Langeweile quält.
 
 
 


 
 
 

THE DROWNSMAN – Zensur

 
 
 
Blut oder Gewalt gibt es im Film nicht zu sehen. Der Filmmörder reißt seine „Beute“ unter Wasser oder sperrt sie in Behälter, die sich dann mit Wasser füllen. Demzufolge wird THE DROWNSMAN bereits für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet sein.
 
 


 
 
 

THE DROWNSMAN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Fluch von Darkness Falls (2003)
 
Dream Demon (1988)
 
A Nightmare on Elm Street (1984)
 
Ring – Remake (2002)


Filmkritik: “From the Dark” (2014)

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FROM THE DARK

Story

 
 
 
Bei einer Abkürzung durch die irische Einöde bleibt das Auto im Schlamm stecken, so dass sich Sarah und Mark auf die Suche nach Hilfe begeben müssen und dabei auf eine Kreatur der Finsternis stoßen mit der nicht gut Kirschen essen ist …
 
 
 


 
 
 

FROM THE DARK – Kritik

 
 
 
CONOR MCMAHON ist zurück. Dem Horror-Publikum dürfte der Regisseur bereits mit dem unabhängigen Zombie-Streifen DEAD MEAT und dem schwarzhumorigen STITCHES – BÖSER CLOWN in Erinnerung geblieben sein. Letzterer erhielt von Zuschauern und Kritikern durchweg positives Feedback, was MCMAHON dazu anspornte auch weiterhin dem Genre treu zu bleiben. FROM THE DARK heißt sein neuer Streifen, der dem Filmfreund mit subtiler Machart Angst einjagen möchte. Bewirkt wird die mit ganz einfacher Rezeptur. Dunkelheit heißt die Quintessenz, die dem Film zum Erfolg verhelfen soll, gehört doch FROM THE DARK zu jenen Horrorfilmen, die nicht nur die Finsternis zum Thema machen, sondern bevorzugt im Dunkeln angeschaut werden sollten, um ihr gesamtes (Er)Schreckpotenzial entfalten zu können. Im Mittelpunkte des Schauertrips stehen Sarah (NIAMH ALGAR) und Mark (STEPHEN CROMWELL). Die irren durch das ländliches Irland und fahren über holprige Ackerpfade bis das Auto im Matsch stecken bleibt. Nun ist guter Rat teuer. Da der Handyempfang schlecht ist, versucht Mark in der Gegend nach Hilfe zu suchen. In der Ferne entdeckt er ein altes Bauernhaus, das bei näherer Betrachtung nicht sonderlich einladend eingerichtet ist. Darin macht er Bekanntschaft mit dem Hauseigentümer, der sich jedoch alles andere als normal verhält. Stunden zuvor hat der beim Torfstechen versehentlich eine geheimnisvolle Kreatur von ihren Fesseln befreit. Die geistert nun hungrig um die Hütte und beginnt die Durchreisenden zu jagen.
 
 
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Nach dem gelungenen STITCHES macht Macher CONOR MCMAHON einiges anders. Im Gegensatz zum bitterbösen Clown-Horror aus dem Jahre 2012 ist FROM THE DARK frei von Zynismus, Splatter und Ironie. Dafür liegt der Fokus auf Gänsehaut und Gruselatmosphäre. Letztere gelingt ganz gut, wenngleich die jedoch aus dem handzahmen FROM THE DARK keinen guten Horrorfilm macht. Das Problem liegt in der überschaubaren Handlung, die sich in knapp zwei Sätzen zusammenfassen lässt – aber einen ganzen Streifen füllen soll. Einer Herausforderung, die sich der Regisseur zwar stellt. Dennoch scheitert er an der mangelnden Substanz, die gerade mal Stoff für einen Kurzfilm liefert. FROM THE DARK ist ein solider Versuch dem Vampirfilm jenen Schrecken zurückzugeben, den das Blutsauger-Genre einst mit Filmen wie NOSFERATU – EINE SYMPHONIE DES GRAUENS (1922) und NOSFERATU – DAS PHANTOM DER NACHT (1979) eingeflößt hat. CONOR MCMAHON distanziert sich bewusst von der mittlerweile gängigen Romantisierung des Vampirs. Seine Kreatur will nicht verführen und beißen, sie will terrorisieren und zerfetzen. Mit reichlich Make-up ist ein wenig Kunstblut gelingt die Wandlung von der facettenreichen Figur des Draculas hin zur hirnlosen Tötungsmaschine ganz gut – auch wenn sich die lichtscheue Kreatur nur selten vor der Kamera zeigen möchte.
 
 
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FROM THE DARK ist ein zweischneidiges Schwert. Nach einer atmosphärisch dichten, ersten Hälfte erlebt der Streifen eine Talfahrt. Nachdem die Durchreisenden sich in einem Haus vor einem jahrhundertealten Nackenbeißer in Sicherheit gebracht haben, verliert FROM THE DARK den Spannungsbogen aus den Augen. Sarah flüchtet im Lichtschein der Öllampe die Treppe hinauf, Sarah flüchtet im Lichtschein die Treppe hinunter, Sarah flüchtet im Lichtschein nach draußen, um anschließend im oberen Stockwerke der Hütte nach dem rechten zu sehen. Sonderlich packend ist die Aneinanderreihung von immer wieder gleichen Szenen nicht, auch wenn stets ein blutsaugendes Wesen durch die Nacht huscht, das in den gruseligsten Momenten eine gewisse Ähnlichkeit mit den von MAX SCHRECK verkörperten Nosferatu an den Tag legt. Leider wirkt in FROM THE DARK vieles konstruiert, um die kaum vorhandene Handlung künstlich vorantreiben zu können. Dass da ach die obligatorischen Horror-Klischees nicht fehlen dürfen ärgert, weil den beiden Hauptfiguren auch in diesem Film Dinge widerfahren müssen, die wohl nur Protagonisten in Horrorfilmen zustoßen können. Dass beim Überlebenskampf mehrmals hingepurzelt werden muss und die Heldin während ihrer Flucht vor dem Bösen versehentlich in einen spitzen Gegenstand springt verdeutlicht, dass man wohl mehr um gruselige Atmosphäre bemüht gewesen ist, statt die nicht gerade innovative Geschichte um frische Ideen zu bereichern. Immerhin bedient sich Regisseur CONOR MCMAHON des Öfteren alten Taschenspielertricks. Mit einem effektiven Spiel aus Licht und Dunkelheit hält er den Zuschauer bei Laune und lässt Protagonistin Sarah verzweifelt mit Lampen, Kerzen und Scheinwerfern durch dunkle Flure, Sümpfe und Felder irren, damit sie sich ein lichtscheues Wesen vom Hals halten kann. An gruseligen und unheilvollen Momenten wird nicht gespart. Meist ist die Flüchtende nur vom Lichtpegel umgeben und kämpft sich Schritt für Schritt durch endlose Dunkelheit. Bei einem derart sparsamen Einsatz von Beleuchtung werden Erinnerungen an SILENT HILL geweckt. Die Leinwandadaption des Videospiels bediente sich ähnlichen Mechanismen, wurde aber weitaus raffinierter und trickreicher in Szene gesetzt, als der teils äußerst zähe FROM THE DARK. Daher: Durchschnittlicher Kreaturen-Heuler mit guten Ansätzen, aber wenig Story.
 
 
 


 
 
 

FROM THE DARK – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Wer Angst vor der Dunkelheit hat, sollte diesen Film möglichst meiden. FROM THE DARK macht die Finsternis zum Thema eines Gruselausflugs, in dem es oftmals so düster ist, dass man kaum die Hand vor Augen sieht. Demzufolge entfaltet der Streifen auch nur dann seine maximale Wirkung, wenn es auch im Heimkino so richtig dunkel ist. Regisseur CONOR MCMAHON versucht mit seinem Horror-Abenteuer den ursprünglich furchterregenden Vampir-Mythos erneut aufleben zu lassen. Schluss mit zivilisierten und romantisierten Blutsaugern. In FROM THE DARK werden Vampire nicht vermenschlicht, sondern zu reißerischen Bestien der Nacht deklariert. Die Stimmung passt und Gänsehaut ist vorprogrammiert. Leider macht die vorhersehbare Handlung Sorgen, die sich in knapp zwei Sätzen zusammenfassen lässt. FROM THE DARK ist ein durchschnittlicher Kreaturen-Heuler mit vielen stimmigen Grusel- und deftigen Schreckmomenten. Die Ansätze sind gut, wenngleich die zweite Filmhälfte aufgrund mangelnder Ideen kaum der Rede wert ist, weil die Spannung fehlt.
 
 
 


 
 
 

FROM THE DARK – Zensur

 
 
 
FROM THE DARK ist ein eher subtiler Horrorfilm. Ein Bein wird aufgerissen, ein Finger mit einem Schraubendreher abgetrennt und zwei Protagonisten lösen sich in Staub auf. Das ist alles nicht sonderlich grausam, so dass FROM THE DARK bereits für 16-jährige geeignet sein dürfte.
 
 
 


 
 
 

FROM THE DARK – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens (1922)
 
Nosferatu – Phantom der Nacht (1979)
 
Shadow of the Vampire (2000)
 
Stephen King’s The Night Flier (1997)
 
Silent Hill: Revelation (2012)
 


Filmkritik: “Nightlight” (2015)

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NIGHTLIGHT

Story

 
 
 
Fünf Kids spielen in einem geheimnisvollen Wald ein dummes Taschenlampenspiel und erzählen sich gruselige Geistergeschichten, ums sich gegenseitig Angst einzujagen. Dass um den Ort unheimliche Legenden ranken stört die Teenager nicht. Alles läuft nach Plan, bis die Mutprobe außer Kontrolle gerät und die Freunde um ihr Leben fürchten müssen …
 
 
 


 
 
 

NIGHTLIGHT – Kritik

 
 
 
Es ist wieder Zeit für einen Verriss und wer regelmäßig bei FILMCHECKER vorbeischaut, dürfte vermutlich schon ahnen zu welcher Sorte Film der hier besprochene NIGHTLIGHT gehört. Found-Footage heißt die Filmplage, die sich seit den Erfolgen von BLAIR WITCH PROJECT und PARANORMAL ACTIVITY wie ein Parasit durch die Horrorlandschaft frisst. Ende der 90er wurde das polarisierende Subgenre Dank innovativer Ideen aus der Versenkung geborgen – mittlerweile hat die Geldgeilheit Dollar-fixierter Produzenten dazu beigetragen, dass Found-Footage kaum noch zu ertragen ist. Keine Woche vergeht, ohne dass nicht mindestens ein weiterer dieser immer wieder gleich gestrickten Filme in die Läden gebracht wird, die mit schlecht ausgeleuchteten Bildern und unerträglichem Kameragewackel Zuschauern den Nerv rauben wollen. NIGHTLIGHT macht da keine Ausnahme. Die Regisseure SCOTT BECK und BRYAN WOODS stecken hinter diesem cineastischen Fiasko, für das sie hoffentlich in der Hölle schmoren werden, schließlich verläuft ihr konfuser NIGHTLIGHT nach dem bekannten Aufbau üblicher für Found-Footage-Ware und lässt erwartungsgemäß Originalität missen. LIONSGATE hat sich in den Staaten die Rechte an der Vermarktung des Rohrkrepierers gesichert und scheint mal wieder kein gutes Händchen bei der Filmauswahl gehabt zu haben. Überhaupt holt das einst für sehenswerte Schocker berüchtigte Medienunternehmen kaum noch gute Horrorstreifen ins Programm. Bis auf JESSABELLE und EXISTS (auch eines dieser Wackelcam-Movies) waren in den letzten Monaten keinen nennenswerten Grusler am Start, die es hätten verdient gesehen zu werden.
 
 
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Fünf nervige Kids stehen diesmal auf der Todesliste. Die verschlägt es in ein abgelegenes Waldgebiet, über das viele gruselige Legenden ranken. Vor einigen Wochen hat sich hier ein Mitschüler das Leben genommen. Für die Freunde ein Grund mehr das unheimliche Areal bei Nacht mit Taschenlampen genauer unter die Lupe zu nehmen. Leider wird schnell klar, dass die nächtliche Erkundungstour mit den mitgebrachten Taschenlampen keine so gute Idee gewesen ist. Aus der harmlosen Mutprobe entwickelt sich ein furchterregender Kampf ums Überleben, der für die Teenager erwartungsgemäß kein gutes Ende nehmen wird. Eine verbitterte Gestalt hat sich an die Fersen der Kids geheftet und will jetzt mit den Freunden ein grausames Spiel spielen, das leider nur einen Sieger kennt: den Tod.
 
 
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Willkommen in der Welt paranormaler Ereignisse und Epilepsie verursachendem Kamerageschüttels, für das die meisten Zuschauer nach gefühlt tausend ähnlicher Filme nur noch ein lauthalses Gähnen übrig haben. Nach einer Welle an mal mehr aber oft weniger gelungenen Found-Footage-Produktionen scheint für viele Liebhaber des phantastischen Films das Maß gestrichen voll zu sein. Warum das so ist, lässt sich ganz einfach am Beispiel NIGHTLIGHT erkennen. Der in der Egoansicht gedreht Schauertrip vereint nämlich all jene Regeln gängiger Wackelkamera-Heuler, die dem Zuschauer allmählich die Lust am Schauen von Horrorfilmen nehmen. Hier wird die gesamte Laufzeit planlos durch Wald und Wiesen gehetzt, gekreischt, gewimmert und um Vergebung gebettelt. Dabei wäre die rettende Lösung doch so einfach gewesen. Rückzug lautet das Zauberwort, das den einfältigen Protagonisten hätte den Hintern retten können. Stattdessen bekommen es die Kids mit der Angst zu tun und flüchten vor einer übernatürlichen Bedrohung immer tiefer in den Wald hinein, um in einer nicht sonderlich einladenden Kirche Zuflucht zu suchen. In NIGHTLIGHT ist alles wie gehabt. Ob plötzlich vor der Kamera auftauchende Kreaturen, ausufernde Schüttelattacken oder plötzlich eintretende Bildausfälle; kaum eine Idee ist neu, außer vielleicht die, dass die Geschehnisse diesmal aus der Sicht einer Taschenlampe erzählt werden. Die purzelt ins Wasser, rammt gegen Steine und fällt Klippen hinunter – freilich ohne dabei zu zerspringen. Mit Logik tut sich NIGHTLIGHT schwer. Aber auch ein Spannungsbogen lässt sich nicht finden. Der wird von den sinnfreien Interaktionen der unsympathischen Filmfiguren im Keim erstickt, die sich teils so unfreiwillig komisch verhalten, dass man ihnen einen möglichst schnellen Tod wünscht. NIGHTLIGHT wurde für ein jugendliches Kinopublikum konzipiert, das sich mit dem Nötigen zufrieden gibt und kaum Horrorweitblick besitzt. Demzufolge sollten alteingesessene Horrorfans lieber Abstand halten, ist doch jede Filmsekunde in NIGHTLIGHT vergeudete Lebenszeit.
 
 
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NIGHTLIGHT – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Nach Filmen wie NIGHTLIGHT weiß man: Found-Footage hat die besten Zeiten längst hinter sich gelassen. Abermals gibt es einen überraschungsarmen Streifen in Egoansicht und Wackeleffekten zu sehen, der in seiner Machart so ausgelutscht ist, wie das Subgenre selbst. Neue Ideen sind hier Mangelware, denn NIGHTLIGHT setzt sich aus all jenen Klischees zusammen, die das Found-Footage-Genre so berüchtigt gemacht haben. Dazu gehört natürlich konfuses Kameragewackel genauso, wie eine nicht enden wollende Hetzjagd durch Wald und Gestrüpp bei der minutenlang Waldboden gefilmt werden muss. Das ist keineswegs spannend, auch wenn die Macher SCOTT BECK und BRYAN WOODS leidlich darum bemüht sind ihre Schlaftablette um reißerische Schreckeffekte zu bereichern. Wer sich 80-minütigen Irrlauf sparen und dennoch mitreden möchte, sollte sich den Trailer anschauen. Die besten Szenen bekommt man dort im Schnelldurchlauf zu sehen.
 
 
 


 
 
 

NIGHTLIGHT – Zensur

 
 
 
Eine Glasscherbe wird in einen Hals gerammt und einige Kids sausen die Klippen eines Felsens herab. Außerdem knirschen ein paar Knochen im Off. Mehr an Gewalt gibt es nicht zu sehen: FSK16.
 
 
 


 
 
 

NIGHTLIGHT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Grave Halloween (2013)
 
Raised by Wolves (2014)
 
Hollows Grove (2014)
 
Grave Encounter 2 (2012)
 


Filmkritik: “Spring” (2014)

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SPRING

Story

 
 
 
Es ist Frühling und für Evan an der Zeit sein Leben neu zu ordnen. Er reist nach Italien und verfällt dort den Reizen einer schönen Einheimischen, die jedoch andere Intentionen hegt, als sich in Touristen zu verlieben …
 
 
 


 
 
 

SPRING – Kritik

 
 
 
In einer Zeit, in der das Genre unter chronischer Ideenarmut leidet ist es immer wieder schön zu erleben, wenn Filme nicht nach gewohntem Gruselkurs gedreht werden, sondern durch frische Konzepte aus der Reihe tanzen, um Fans des fantastischen Filmgenusses auf ungewohntem Wege Gänsehaut zu bescheren. SPRING macht eindrucksvoll vor, wie ein solcher Film auszusehen hat, denn dieser durchdacht inszenierte Herz-Schmerz-Grusel schert sich einen Deut darum sich dem Massengeschmack zu unterwerfen. Wer Horrorfilme anhand seines Härtegrades als empfehlenswert einstuft, macht sich mit SPRING keine Freu(n)de. Vielmehr dringen die Regisseure JUSTIN BENSON und AARON MOORHEAD (beide haben in V/H/S: VIRAL die Regie für das Segment BONESTORM übernommen) tiefgründiger in die Materie vor und sorgen sich um das, was in Horrorfilmen leider viel zu oft vernachlässigt wird: Atmosphäre, Geschichte und Charaktere. Für SPRING erweist sich Schauspieler LOU TAYLOR PUCCI als Glücksgriff. Der konnte schon im Remake zu EVIL DEAD erstmals Horrorluft schnuppern und zeigt diesmal, dass er auch das Zeug dazu hat Charakterrollen zu spielen.
 
 
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In SPRING mimt er den ruhigen Evan, dem die Sicherungen durchbrennen. Nach dem plötzlichen Krebstod der Mutter wird er auf der Arbeit in eine Schlägerei verwickelt, verliert den Job und beschließt nach Italien durchzubrennen, um dort sein Leben neu ordnen zu können. Viel Zeit für sein Vorhaben bleibt nicht. Kurz nach Ankunft verdreht ihm die temperamentvolle Louise (NADIA HILKER) denn Kopf, in die sich der stille Chaot Hals über Kopf verliebt. Zwischen den beiden entbrennt eine leidenschaftliche Liaison, die jedoch unter keinem guten Stern steht, denn Louise hat ein finsteres Geheimnis, das sie bald nicht mehr vor ihrem Liebhaber verstecken kann.
 
 
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Viel zu beanstanden gibt es in SPRING nicht. Hier passt irgendwie alles zusammen und dass, obwohl SPRING mehr übernatürlicher Liebes- statt bluttriefender Horrorfilm ist. Das Regie-Duo JUSTIN BENSON und AARON MOORHEAD vermischt Romantik mit Grusel auf kongeniale Weise und entführt den Zuschauer in die Welt zweier Liebenden für die die Welt scheinbar stillzustehen scheint. Da schwebt die Kamera ganz unbeschwert durch die engen Gassen eines verschlafenen Fischerdorfes und bannt melancholische Urlaubsbilder auf Zelluloid, die von einem fast schon einzigartigen Gespür fürs Visuelle zeugen. AARON MOORHEAD zeichnet nicht nur für die Regie verantwortlich, sondern fängt als Kameramann die romantische Bilderwelt Italiens ein, die den Streifen so mit Leichtigkeit aus der grauen Masse an unüberlegten Billigproduktionen hervorstechen lässt. Aufgrund der visuellen Raffinesse wäre es wohl nicht übertrieben zu behaupten, dass SPRING zu den wohl “schönsten” Gruselfilmen gezählt werden darf, die man bisher im Kino zu sehen bekommen hat. Leider dürfte der Streifen auch nur dort seine gesamte Magie entfalten können, gehört doch SPRING zu jenen Filmen, die für die große Leinwand gemacht wurden.
 
 
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Blut, Gewalt und Gore – Fehlanzeige! SPRING entfaltet sein Gruselpotenzial auf anderem Wege. Im späteren Verlauf der Geschichte rückt das Geheimnis der Filmheldin in den Mittelpunkt, über das der Zuschauer nur häppchenweise Informationen erhält. Mehr über die Handlung zu verraten raubt Illusionen, lebt doch SPRING von der Prämisse, dass irgendwas mit der schönen Louise nicht im Reinen ist. Immerhin: die wenigen Spezialeffekte glänzen durch Einfallsreichtum und entschädigen für fehlende Splatter-Einlagen. Trotzdem finden die im Film nicht selbstzweckhaft Verwendung, sondern sind schmückendes Beiwerk, auf die der Film auch gänzlich hätte verzichten können. Unterm Strich findet SPRING nur lobenswerte Worte, weil er Horror unkonventionell verpackt. Nach dem Regiedebüt RESOLUTION haben die Macher JUSTIN BENSON und AARON MOORHEAD eine sehenswerte Metapher für die Ängste und Unsicherheiten einer noch jungen Liebe fürs (Heim)Kino inszeniert an der vor allem jene Gefallen finden werden, die sonst doch immer bemängeln, dass es dem Genre an Niveau mangelt. Das sorgfältig inszenierte Gruselmär hat schöne Bilder, gute Schauspieler und sogar Sinn für Humor. Demzufolge sollte man die beiden Macher im Auge behalten, schließlich darf man nach dem gelungenen SPRING gespannt darauf sein, was die als nächstes drehen werden.
 
 
 


 
 
 

SPRING – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Hinter dem doppeldeutigen Titel SPRING schlummert ein stimmungsvoller Mix aus übernatürlicher Romanze und unheimlichen Gruselstreifen, der in seinen düsteren Momenten an die Werke eines H. P. LOVECRAFT erinnert. Nach dem Erstlingswerk RESOLUTION haben die Regisseure JUSTIN BENSON und AARON MOORHEAD die Katze aus dem Sack gelassen und eine sehenswerte Liebesgeschichte inszeniert, die in schönen Bildern die Unsicherheiten und Ängste einer noch frischen Liebe erzählt, ohne zu sehr im Kitsch zu ertrinken. Dank guter Schauspieler und ekligen Spezialeffekten sticht SPRING aus der Masse an trivialen Horrorbrei hervor und richtet sich vor allem an jene Zuschauer, die sonst Probleme mit sinnloser Brutalität im Genre haben. Die sucht man hier vergebens, denn SPRING entfaltet sein Gruselpotenzial auf eher subtile Weise. Empfehlenswert!
 
 
 


 
 
 

SPRING – Zensur

 
 
 
Gorebauern oder Fans der etwas härteren Filmart werden an SPRING keinen Gefallen finden. Es gibt hier nur einen Mord zu sehen, der aber auch nur im Off vollzogen wird. SPRING ist eine Liebesgeschichte, die sich auch hauptsächlich darauf konzentriert. Dank einiger ekliger Spezialeffekte gibt’s für den Film von der FSK die blaue FSK16-Plakette.
 
 
 


 
 
 

SPRING – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Kiss of the Damned (2012)
 
Dagon (2001)
 
Only Lovers Left Alive (2013)
 
When Animals Dream (2014)
 
Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen (2008)
 


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