Filmkritik: „The Wicker Man“ (1973)

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THE WICKER MAN

Story

 
 
 
Ein Polizist wird in ein schottisches Inseldorf geschickt, um nach einem vermissten Mädchen zu suchen.
 
 
 


 
 
 

THE WICKER MAN – Kritik

 
 
Was ist es doch immer wieder für eine Freude, einen bereits gesehenen und lieben gelernten Film empfehlen zu dürfen, unverblümt erneut einen Handkuss mit auf den Weg einer neuen Veröffentlichung zu geben, um die allerletzten Originaltonverweigerer nun auch endlich in den Genuß dieses Horrorklassikers kommen zu lassen. „The Wicker Man“ aus dem Jahre 1973 ist nämlich einer dieser seltenen Fälle, in denen man nicht nur seinerzeit überrascht und geschockt das Kino verlassen und diese Eindrücke Generationen lang in eigenen Werken verarbeitet hat, sondern in denen auch eine heutige Sichtung noch von vorne bis hinten einen Genuß darstellt.
 
 

„What’s the matter? Aren’t you hungry?“

 
 
Ob das an dem wunderbar unkonventionellen, x-mal kopierten aber selten erreichen Script liegt, das den Zuschauer sowie Protagonisten einen Großteil des Films lang gekonnt im Dunkeln tappen lässt, ohne dass die Faszination für die Insel und ihre Kultur, oder die Spannung je darunter leiden würde, an dem einmaligen Folk-Soundtrack mitsamt diverser Ohrwürmer und wunderbar kauzig-atmosphärischer Tracks, an dem motivierten Schauspiel des gesamten Casts inklusive eines eindrucksvoll trällernden Christopher Lees als Lord Summerisle, oder doch an einem der wohl einprägsamsten Enden der Filmgeschichte – es macht keinen Unterschied, der Wicker Man ist und bleibt eine ikonische Wucht mit ikonischen Bildern, bemerkenswerten Performances und einer essenziellen Demonstration der Genialität des Bösen.
 
 

„What religion can they possibly be learning, jumping over bonfires?“

 
 
Dass unser tugendtreuer, streng religiöser Protagonist damals wie heute für viele Zuschauer wenig Identifikationspotential bietet wird durch die von Anfang an aufgebaute Rätselspannung und Atmosphäre wettgemacht, die prächtigen Landschaften – und Körper – des Films brillieren im HD-Bild wie nie zuvor. Ist man durch vorherige Sichtungen bereits auf den eigentlichen Inhalt vorbereitet, so können Framing, Kamerafahrten, Setdesign, Kostüme, Soundtrack, Erotik und Dialogdetails – wie bei mir geschehen – immer noch für einen enormen Mehr- und Unterhaltungsfaktor sorgen, die diesen Kulthit erst zu dem Meisterwerk machen, als das er heutzutage zurecht gehandelt wird.
 
 

„Come. It is time to keep your appointment with the Wicker Man.“

 
 
Wer Robin Hardys Geniestreich knapp ein halbes Jahrhundert nach seiner Erstveröffentlichung immer nocht nicht gesehen hat, dem wird mit dieser neuen VÖ eine weitere Chance gegeben, in allen drei Schnittfassungen, erstmalig in deutscher Synchro – die bei aller guten Intention nur gegen die charakterstarken, im Akzent sprechenden Originalstimmen verlieren kann, dafür aber immerhin die zahlreichen Gesangs- und Musikeinlagen unangetastet lässt.
 
 
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Der „Wow“-Faktor einer wirklich die Grenzen auslotenden Produktion fehlt mir persönlich irgendwo für die 10/10, auch habe ich keine persönliche Vorgeschichte zu dem Film und werde aus Spoilergründen nicht einen Satz der simpel wirkenden Story weiter spoilen – doch was da ist, ist quasi perfekt und somit verdient sich diese Horrorperle allemal seine 9 Punkte.
 
 
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THE WICKER MAN – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
Zeitloser, kaltblütiger, hochatmosphärischer Folk-Horror-Klassiker, dessen Struktur das ganze Genre geprägt hat. Eigensinnig, charakterstark, skurill, schwarzhumorig, höchst musikalisch, spannend, erotisch und immer wieder sehenswert.
 
 


 
 
 

THE WICKER MAN – Zensur

 
 
 
„The Wicker Man“ hat in allen Filmfassungen (Final-Cut, Director´s Cut, Kinofassung) eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Diese sind alle unzensiert.
 
 
 


 
 
 

THE WICKER MAN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Studiocanal / Arthaus (2 Blu-rays im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Wicker Man; Großbritannien 1973

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 282 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: 2 Blu-rays im Keepcase

Extras: Poster, Erstmalige neue deutsche Synchronisation für den Final Cut, Disc 1 Blu-ray Final Cut: Erstmalig neue deutsche Synchronisation, Die Verehrung des „Wicker Man“, Die Musik zu „The Wicker Man“, Interview mit Robin Hardy, Restaurationsvergleich, Video Essay von Prof. Dr. Marcus Stiglegger, Trailer, Disc 2 Blu-ray: Director´s Cut (OmU), Kinofassung (OmU)

Release-Termin: KeepCase: 07.04.2022

 
 

The Wicker Man [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE WICKER MAN – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Studiocanal / Arthaus)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Midsommar (2019)
 
Das Haus der lachenden Fenster (1976)
 

Filmkritik: „Don’t be Afraid of the Dark“ (1973)

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DON’T BE AFRAID OF THE DARK

Story

 
 
 
Alex (John Hutton) und Sally (Kim Darby) sind glücklich verheiratet. Doch als sie in das große alte Haus ziehen, welches Sally von ihrer verstorbenen Großmutter geerbt hat, nimmt ihr einst recht friedlicher Alltag eine düstere Wendung. In dem Haus finden die beiden einen zugeschlossenen dunklen Raum in dem sich ein zugemauerter Kamin befindet. Als Sally den Kamin schließlich öffnet, setzt sie damit böse Mächte frei. Seltsame kleine Kreaturen wollen sich ihrer Seele bemächtigen …
 
 
 


 
 
 

DON’T BE AFRAID OF THE DARK – Kritik

 
 
 
Es gibt einige alte Horrorfilme, an die sich heute kaum noch einer erinnert. Entweder, weil sie es veröffentlichungsmäßig nie über die Ära der VHS-Kassetten geschafft haben, oder, weil sie zwar gut sind, aber eben nicht sonderlich bedeutsam und über die Jahre hinweg sichtlich alterten. Der zu Beginn der 1970er entstandene Fernsehfilm DON’T BE AFRAID OF THE DARK (GATE OF DARKNESS, 1973) von Regisseur John Newland gehört zweifellos zu diesen Filmen. Newland, der zuvor schon für das Fernsehen arbeitete und den Thriller CRAWLSPACE (1972), sowie einige Folgen von ALFRED HITCHCOCK PRÄSENTIERT (1955-1962) inszenierte, drehte DON’T BE AFRAID OF THE DARK in Rekordzeit! Der komplette Film wurde aufgrund eines nahenden Autorenstreiks in nur zwei Wochen fertiggestellt. Damit zählt er zu einem der am schnellsten für das Fernsehen produzierten Filme aller Zeiten. Trotz des engen Zeitplans, ist aus DON’T BE AFRAID OF THE DARK ein ordentlicher Film geworden, der viel Wert darauf legt eine Gruselatmosphäre und Spannung aufzubauen. Bei heutigen Sehgewohnheiten mag einem der Streifen gerade deswegen vielleicht etwas altbacken vorkommen – bedenkt man, dass John Newlands Werk ein für kleines Geld inszenierter TV-Film aus den 70er-Jahren ist. Wer eine eher schnelle Erzählung mit vielen lauten Jump-Scares bevorzugt, sollte die Finger von DON’T BE AFRAID OF THE DARK lassen und eher zum von Guillermo del Toro produzierten Remake DON’T BE AFRAID OF THE DARK aus dem Jahre 2010 greifen, welches unter der Regie von Troy Nixey entstand und hierzulande leider direkt auf DVD und Blaustrahl-Scheibe veröffentlicht wurde. Del Toro selbst bezeichnete sich als großer Fan des Originals, seit er es damals zusammen mit seinem Bruder im Fernsehen gesehen hat. Schon seit vielen Jahren versuchte er eine Neuauflage auf die Beine zu stellen. 2010 war dann schließlich die Tat vollbracht. Doch leider vermisst man in der glattpolierten Neuverfilmung den ruhigen Spannungsaufbau und die Einfachheit des Originals. Letzteres konnte sich über die Jahre hinweg als kleiner Kultfilm unter Horrorfans etablieren. Weil die Veröffentlichung des Remakes zumindest im Entstehungsland sehr werbewirksam durchgeführt wurde, konnten so zumindest noch einige Zuschauer auf das Original aufmerksam gemacht werden.
 
 
 


 
 
 

DON’T BE AFRAID OF THE DARK – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
John Newlands Original DON’T BE AFRAID OF THE DARK, oder wie er hier in Deutschland heißt, GATE OF DARKNESS, ist ein kleiner aber feiner Gruselfilm mit einer nettes Atmosphäre, ruhiger Erzählweise und netten Creature-Effects. Fans dieser „alten Schinken“ dürften hier auf ihre Kosten kommen.
 
 
 


 
 
 

DON’T BE AFRAID OF THE DARK – Zensur

 
 
 
Sowohl das alte VCL-Tape als auch die DVD von Maritim Pictures enthalten die ungekürzte Fassung des Films. Die Altersfreigabe ab 16 Jahren entspricht den alten “Standards“ der FSK. Bei einer Neuprüfung würde GATE OF DARKNESS mit Sicherheit eine 12er-Freigabe erhalten.
 
 
 


 
 
 

DON’T BE AFRAID OF THE DARK – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Don’t Be Afraid of the Dark; USA 1973

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Deutsch

Bild: 1,33:1

Laufzeit: ca. 71 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit alternativem Wendecover der alten dt. Videokassette

Extras: Trailershow

Release-Termin: 27.06.2014

 
 
 
Maritim Pictures hat den Film hierzulande unter seinem Originaltitel am 27. Juni 2014 (endlich) auf DVD veröffentlicht. Zuvor war GATE OF DARKNESS nur auf VHS-Kassette von VCL in Deutschland erhältlich. Leider ist die Bildqualität der DVD nur mäßig. Eine Restaurierung dieses Klassikers wäre sehr wünschenswert. Einziges Extra ist das Wendecover ohne FSK-Logo, welches das Motiv der alten deutschen Videokassette zeigt.
 
 

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DON’T BE AFRAID OF THE DARK – Trailer

 
 
 


 
 

Sam Freissler

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Gate – Die Unterirdischen (1987)
 
Ghoulies (1984)
 
Don’t be Afraid of the Dark (2010)