Filmreview: „The Frozen“ (2012)

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The Frozen

Story

 
 
 
Ein traumhaft winterlicher Campingausflug wird für das junge Pärchen „Mike“ (Seth David Mitchell) und „Emma“ (Brit Morgan) zu einem unvergesslichen Psychotrip. Nachdem die beiden mit dem Schneemobil einen Unfall gebaut haben und irgendwo tief weit draußen in den verschneiten Wäldern auf rettender Hilfe hoffen, werden Sie auch noch von einem seltsamen Fremden verfolgt, der scheinbar nichts Gutes im Schilde führt. Als „Mike“ plötzlich auf mysteriöse Weise verschwindet, ist die verängstigte „Emma“ ganz auf sich allein gestellt. In ihrer Panik beginnt sie sich einen Weg hinaus aus der eisigen Gegend zu bahnen – mit einer erschreckenden Einsicht, wie sich bald herausstellen wird … 
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Kritik

 
 
 
Winterliche Landschaften sind wahrlich geradewegs dafür prädestiniert eine unheimliche und subtile Gruselstimmung zu erzeugen. Denn auch hinter vermeintlich friedliebender Kulisse kann sich oftmals das abgrundtief Böse verstecken. Dass angsteinflößendes Unbehagen auch im eisigen Schnee lauern kann haben schon einige Filmemacher eindrucksvoll bewiesen, denn winterlich verstörende Filme gab es zuletzt zuhauf (u.a. „The Shinning“ (1980), „Der eisige Tod“ (2007)). Auch der vorliegender Thriller „The Frozen“ spielt mit der geheimnisvollen Idylle, die so ein verschneit-winterliches Wäldchen birgt. Ganz zum Leidwesen der beiden Protagonisten des Films, für die sich die eigentlich traumhafte Winterpracht zu einem verhängnisvollen Erlebnis gestaltet. Ihre Unvernunft treibt die beiden an den Rande ihrer Wahrnehmungsfähigkeiten, denn nach nur wenigen Stunden bei Temperaturen jenseits des Nullpunkts beginnt vor allem „Emma“ Dinge zu sehen, für deren Existenz sie keine Erklärung findet. Nicht nur, dass sie seltsam bekleidete Personen im Dickicht erblickt, seltsame Stimmen und Schritte spuken des Nachts um das Zelt und stören den Schlaf der verunsicherten Frau. Zudem werden die beiden von einem skurrilen Jäger verfolgt, der das Treiben des Pärchens aus der Ferne beobachtet und „Emma“ zweifeln lässt, warum ihr Freund sie gerade zu derart unmenschlichen Temperaturen zu einem kuscheligen Wanderausflug überreden musste.
 
So wirklich Unrecht hat sie dabei nicht, wirkt die Ausgangssituation des Films schon sehr konstruiert. Immerhin sah sich Drehbuchautor und Regisseur „Andrew Hyatt“ darum bemüht seine kleine Geschichte irgendwie nied- und nagelfest zurechtzufeilen. Trotz Unfall hält „Mike“ nichts davon ab, den Kurztrip fortzuführen, um den geeigneten Zeitpunkt zu finden, seiner Freundin einen Heiratsantrag zu machen. Und so irren die beiden Liebenden orientierungslos im Wald umher, um letztendlich doch wieder feststellen zu müssen, einmal mehr im Kreis gelaufen zu sein. Auch wenn einige Gegebenheiten etwas arg seltsam anmuten, so kann man „Hyatt“ nicht unterstellen, einen Film gedreht zu haben, der schlecht ist. Einfachste erzählerische Mittel und das stupide Umherirren in der winterlichen Landschaft führen letztendlich zu einem homogenen Ganzen und lassen „The Frozen“ bei weitem besser ausschauen, als die Unmengen teurer Mainstream-Produktionen der letzten Dekaden. Obwohl einige der seltsamen Interaktionen der Anwesenden anfänglich kaum Sinn ergeben wollen und arg befremdlich wirken, so tritt die Erleuchtung nach dem Abspann ein und dürfte vor allem Horrorfilmanfänger reichlich verblüffen.
 
Mit dem aktuellen Thriller „The Frozen“ erwartet der Zuschauer gänzlich seichte Film-Kost, für die die Bezeichnung Thriller fast schon etwas zu weit hergeholt und schroff scheint. Auch wenn Regisseur „Andrew Hyatt“ des öfteren vollkommen falsche Fährten streut und dem Zuschauer weiß machen will, dass sich hinter den gesamten Geschehnissen etwas zutiefst Böses und Bedrohliches verstecken soll, so dürfte der geneigte Filmfreund nach der recht plausiblen Auflösung etwas verdutzt aus der Wäsche schauen. Der Film „The Frozen“ hat letztendlich mit Horror im herkömmlichen Sinne nur sehr wenig gemein und erinnert über weite Strecken an die Werke des ambitionierten Hollywood-Regisseurs „M. Night Shyamalan“, der bekanntlich ein sicheres Händchen darin besitzt, den Zuschauer mit einer unerwarteten Filmauflösung zu konfrontieren. Wer sich angenehm gruseln möchte, ohne dabei von markerschütternden Schocks verfolgt zu werden oder in Lachen von Blut ertrinken zu müssen, dem dürfte der Mysterie-Thriller vortrefflich munden. Denn bis auf einige ausgeweidete Wildtiere gibt es hier kein Futter für blutgierige Splatterfilm-Fans.
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Seichtes Mysterie-Süppchen in traumhaft winterlicher Kulisse
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Zensur

 
 
 
Im Film wird nicht getötet, daher dürfte „The Frozen“ mit einer FSK16 Freigabe ungeschnitten veröffentlicht werden.
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: „The Pact“ (2012)

"The Pact" (2012) - Filmplakat - Filmreview und Filmkritik auf Filmcheck
 
 
 

The Pact

Story

 
 
 
Nachdem Annie und ihre Schwester vom plötzlichen Tod ihrer sadistisch veranlagten Mutter erfahren zieht es die beiden Geschwister, trotz arger Bedenken, zurück in das mütterliche Anwesen, einem kleinen Haus am Rande der Stadt. Doch mit dem Eintreffen der jüngeren Schwester Annie geschehen plötzlich seltsame Dinge. Nicht nur, dass die Ärmste von einer unheimliche Präsens attackiert und durch das mütterliche Heim geschleudert wird, auch von ihrer älteren Schwester fehlt weit und breit jegliche Spur. Als Annie , nach diversen Albträumen und unerklärlichen Visionen allmählich nach Erklärungen für die seltsamen Vorkommnisse forscht, stößt sie auf die Spur eines Geistes, der zwangsläufig mit der verunsicherten Frau Kontakt aufnehmen möchte …
 
 
 


 
 
 

The Pact – Kritik

 
 
 
Nach den erfolgreichen Geister Indie-Hits „Paranormal Activity“ und „Insidious“ ist der Geister-Horror aus dem Kino und aus den weltweiten Videotheken nicht mehr wegzudenken! Demzufolge lockt derart munterer Genre-Stoff auch unzählige Filmneulinge dazu ihre ganz eigenen Filmvisionen und Ideen cineastisch möglichst kreativ umzusetzen. Oftmals unbrauchbar belanglos, manchmal aber auch überraschend unterhaltsam und innovativ. „The Pact“ des ambitionierten Nachwuchsregisseurs Nicholas McCarthy ist dabei eine Produktion, die die Fans des Fantastischen Films vermutlich in zwei Lager spalten dürfte. Dabei wird schnell deutlich, dass es sich bei McCarthy´s Spielfilmdebüt um einen recht sperrigen und sehr gemächlich erzählten Gruselfilm handelt, der nur am Rande des Thema „Spuk“ fokussiert und der eigentlich mehr Drama und Detektiv-Story ist, als waschechter Spukfilm. Zwar knarren hier ebenso Türen, kommt ein Medium zum Einsatz und Ouija-Bretter finden an Bedeutung, aber in Anbetracht der überraschenden Wendung am Ende des Films und vor allem des unplausiblen Abschlusses dürften sich aufgeschlossene Filmfreunde schon mehr als veräppelt und hintergangen fühlen. Unplausibel ist vermutlich die beste Umschreibung des titelgebenden „Pakts“ der eigentlich rein gar nichts mit dem eigentlichen Films zu tun hat. Eine logische Erklärung dessen fehlt nämlich im Film gänzlich und lässt den Zuschauer nur spekulieren, welchen Sinn der Titel mit dem fertigen Film überhaupt gemein hat.
 
Aber nicht nur beim Filmtitel lässt Regisseur Nicholas McCarthy die Suggestionskraft der Filmzuschauers spielen, auch diverse Logiklöcher in der Handlung lassen sich mit (zugegeben einfachen, aber effektiven) Schocks und treffsicheren Gänsehautmomenten nicht wirklich gekonnt kaschieren. So fallen die Logik- und Plotlöcher mit fortlaufender Spiellaufzeit offensichtlicher ins Gewicht und gipfeln in einem Finale, dass unglaubwürdiger nicht hätte ausfallen können. Die abschließende, fast schon grotesk-surreal anmutende, Endsequenz wirkt absolut deplatziert und hinterlässt bereits unzählige neue Fragen beim Zuschauer, die natürlich nicht beantwortet, sondern die allein zur Spekulation in den Raum geworfen werden.
 
Trotzdem, wer sich auf diesen Film einlässt und sich mit dieser doppeldeutigen Erzählweise anfreunden kann, deren plausible Erklärungen allein nur in der Vorstellungskraft des Filmfreundes „erraten“ werden können, erlebt mit „The Pact“ einen recht schickes und höllisch unheimliches Mystery-Drama, dass den interessierten Filmfreund vermutlich so schnell nicht wieder loslassen wird. Das Häuschen der Mutter ist mit all den morbid-alten und geschmacklich fragwürdigen Tapeten wie für einen Film dieses Kalibers geschaffen. Zocker-freudige Filmfans, die sich noch gut an den 2. Teil der Videospielreihe „Silent Hill“ erinnern können, dürften sich zumindest was das altmodische schrullige Setting betrifft, direkt heimisch fühlen. Aufgrund des recht subtilen Untertons von „The Pact“ in Kombination mit dem sehr gelungenen Sounddesign (zumindest dann, wenn die Bedrohung in Erscheinung tritt) und der düster-unheimlichen Ausstattung sind minimale Parallelen zu einem „Silent Hill 2“-Game nicht von der Hand zu weisen.
 
Mit „The Pact“ erlebt der Filmfreund ein sehr wortkarges Grusel-Drama das nicht jedem Horrorfilmfreund munden dürfte. Puristen, die nach plausiblen Antworten dürsten, dürften bei diesem Debüt-Werk unbefriedigt den Kinosaal verlassen. Vielmehr lebt „The Pact“ von seiner wirklich morbiden und unheimlichen Atmosphäre und von den vielen Schlüsselszenen bekannter Genrewerke („Shutter“, „Silent Hill“, „The Inkeepers“, „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“, „The Entity“) welche Regisseur Nicholas McCarthy zwar dreist stibitzt, aber dennoch zu einem recht kreativ-sehenswerten Eigenem zusammenbastelt. „The Pact“ nährt von seinen sehr beängstigenden Bildern und Kamera-Spielereien (eine Flucht der Protagonistin wird in Zeitlupe erzählt), die zu Recht nur puristisch (wenn überhaupt) mit Musik unterlegt werden. Außerdem besitzt McCarthy´s Erstlingswerk viele starke dramaturgische Momente die wirklich zu gefallen wissen, allen voran die Szene in der ein blindes Medium den Schauplatz der Gegebenheiten untersucht und die Hauptprotagonistin mit ihrem rätselhaften Geplapper vollkommen verunsichert. Leider schaffen es die oftmals sehr simplen, aber dennoch sehr raffiniert eingesetzten Schockszenen nicht vom arg löchrigen Drehbuch abzulenken, denn immer dann wenn der Zuschauer nach Antworten der Gegebenheiten sucht, gerät das Drehbuch in Erklärungsnot. Das hinterlässt bei diesem, eigentlich sehr sehenswerten, Indie-Film einen überaus ungenießbaren Beigeschmack und macht „The Pact“ dadurch gerade mal zu üblicher Durchschnittsware. Schade!
 
 
 


 
 
 

The Pact – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Ein eigentlich guter Film mit einer ganz eigenen (Erzähl- und Bild)Sprache, der aber permanent in Erklärungsnot gerät und zu viele offene Fragen in den Raum wirft. Dennoch, für ein Debüt-Werk absolut passabel!
 
 
 


 
 
 

The Pact – Zensur

 
 
 
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The Pact – Trailer

 
 
 


 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
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