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Beiträge mit Schlagwort “Gruselfilm 2017

Filmkritik: „Slumber“ (2017)

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SLUMBER

Story

 
 
 

Eine Schlafforscherin bekommt einen besonders seltsamen Fall auf den Tisch, für den sie den rationalen Menschenverstand ausschalten muss, um ihn überhaupt verstehen zu können.

 
 
 


 
 
 

SLUMBER – Kritik

 
 
 
Seit einiger Zeit scheinen Filme über Schlafparalyse schwer im Kommen zu sein. Wir hatten hierzu schon des Öfteren Streifen vorgestellt, in denen Protagonisten während einer Schlaflähmung mit finsteren Gestalten Bekanntschaft gemacht haben. Dass diese Thematik Stoff für Horrorfilme liefert, ist nicht unbegründet. Millionen Betroffene leiden nämlich regelmäßig unter diesem beängstigenden Phänomen bei dem man sich zwar im Wachzustand befindet, aber leider nicht bewegen kann. Was beunruhigend klingt, ist jedoch vollkommen natürlich. Damit man sich nämlich in der Traumphase nicht ununterbrochen bewegt und vielleicht noch verletzt, lähmt der Körper zum Schutz die Muskulatur. Diese Starre wird aber wieder aufgehoben, sobald der Wachzustand eintritt. Dennoch kann es hin und wieder einmal vorkommen, dass es dem Körper nicht sofort gelingt, die Schlaflähmung vom Schlafzustand zu trennen. Das hat zur Folge, dass die Schlafparalyse nicht mit dem Aufwachen endet, sondern auch noch bis in den Wachzustand anhält. Für die meisten Leidtragenden eine beängstigende Erfahrung, die gerade dann Panik auslöst, wenn man zuvor in einem Albtraum gefangen war. Die Betroffenen sehen sich hierbei schutzlos ausgeliefert. Einige derer berichten sogar von Schattenwesen, die ihnen während der Paralyse-Phase nach dem Leben trachten wollten. Wenn das nicht Berichte sind, aus denen sich Horrorfilme machen lassen. Jene Vermutung hatte wohl auch Newcomer JONATHAN HOPKINS. Der probiert sich mit SLUMBER im Angsteinjagen aus. Entstanden ist ein solider Gruseltrip ohne Höhepunkte. Die nächste Regiearbeit kann nur besser werden.
 
 
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Von Albträumen und Schlafstarre. SLUMBER erzählt die Geschichte von Schlafforscherin Dr. Alice Arnolds (MAGGIE Q – bekannt aus actiongeladenen Kinoblockbustern). Die hat als Kind den schlafwandelnden Bruder verloren, der offenbar wegen einer unheimlichen Präsenz aus dem Schlaf gerissen wurde und anschließend aus dem Fenster fiel. Seither ist die Forscherin traumatisiert und von Schuldgefühlen geplagt. Doch das Leben muss weitergehen. Leider wird die Schlafexpertin bald von der Vergangenheit eingeholt. Neue Patienten werden nämlich von seltsamen Vorkommnissen geplagt und suchen Hilfe. Alice nimmt sich der leidgeplagten Familie Morgan an und versucht Lösungen zu finden. Die Familie kann nämlich nicht mehr in Ruhe schlafen und hat Angst vor der Nachtruhe. Ist da etwa Traumdämon FREDDY KRUEGER zugange? Im Falle von SLUMBER ist es eine andere Kreatur, die es auf den Sohn der Familie Morgan abgesehen hat. Der wird von einem hinterlistigen Dämon heimgesucht, der Schlaflähmung ausnutzt, um dem Jungen schlimme Dinge während der Nachtruhe anzutun. Die Eltern sind machtlos und auch Dr. Arnolds weiß nicht so recht, wie sie mit dem Problem umgehen soll. Weil der kleine Patient jedoch die Forscherin an den eigenen Bruder erinnert, beginnt sie den rationalen Verstand auszuschalten und sich mit dem Okkulten zu beschäftigen. Leider bringt sich die Ärztin damit selbst in Gefahr.
 
 
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Hat sich hier wohl jemand von der Dokumentation THE NIGHTMARE inspirieren lassen? SLUMBER fasst nämlich auch die Thematik von boshaften Wesen auf, die Menschen während einer Schlaflähmung heimsuchen. Das macht neugierig. Aber irgendwie ist SLUMBER weder Fisch noch Fleisch. Der Film folgt einer konventionellen Handlung bei der Überraschungen und vor allem Köpfchen fehlen. Schnell wird nämlich klar, was hier passieren wird und welche Wege man geht, um den Spuk beenden zu können. So werden die Patienten während der Nachtruhe von unschönen Erlebnissen geplagt, denen niemand Glauben schenken möchte. Schlafmedizinerin Dr. Alice Arnolds nimmt sich ihrer an und liest ein paar Bücher über Traumdämonen, um am Ende ihre eigene Angst vor der Vergangenheit bewältigen zu können. Oh ja, da hat sich jemand wirklich Mühe beim Schreiben von Skript und Drehbuch gegeben. Wenn es handlungstechnisch nicht klappt, muss eben ein Ass aus dem Ärmel geschüttelt werden. Das nennt sich Atmosphäre und beschert SLUMBER zumindest hin und wieder stimmungsvolle Momente, die wohliges Gruseln garantieren. Sind die Patienten nämlich mit Träumen beschäftigt und macht sich ein Traumdämon am kleinen, schlafgelähmten Daniel Morgan (LUCAS BOND) zu schaffen, dürfen sich Besitzer moderner Heimkinoanlagen freuen. Die Tontechniker haben ganze Arbeit geleistet. Da grummelt es plötzlich aus allen Boxen und Gänsehaut entsteht auch ohne plakative Schockmomente. Subtiles Angsteinjagen nennt man das, was im Grunde nichts Schlechtes ist. Dennoch hätte eine klügere Handlung SLUMBER bei weitem besser gemacht. So geht der Streifen – trotz halbwegs unverbrauchter Thematik – im Sumpf beliebiger Gruselstreifen unter. Es gibt eben mittlerweile zu viele Horrorfilme, die wöchentlich veröffentlicht werden. In Amerika weitaus mehr, als hier in Deutschland. Da bedarf es etwas mehr Tiefgang und Raffinesse, um aus der Masse an unbedeutender Genre-Ware hervorstechen zu können.
 
 
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SLUMBER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärischer Gruselstreifen, der das Phänomen Schlafparalyse und die Angst vor Schlaflähmung zum Thema macht. Leider ist die Geschichte zum Film schnell erzählt und hat auch kaum Überraschungen zu bieten. Das macht SLUMBER beliebig, bei dem man das Gefühl nicht loswerden möchte, als hätten die Macher Potenzial verschenkt. Das geradlinige Drehbuch folgt einer klischeehaften und vorhersehbaren Handlung, die immerhin subtile Gruselstimmung heraufbeschwört. So können auch weniger in Horrorfilmen erfahrene Zuschauer bedenkenlos zuschauen, ohne gleich selbst mit Einschlafproblemen kämpfen zu müssen. SLUMBER ist ein Gruselfilm gedreht nach Schema F, der sich vor allem an ein Publikum richtet, das eine Vorliebe für Old-School-Gruselei besitzt. Hier gibt es weder Gewalt noch Kreaturen aus dem Computer zu sehen. Stattdessen spielt man mit Licht, Schatten und der Phantasie des Zuschauers, um Gänsehaut entstehen zu lassen. Auf den Filmbösewicht darf man in SLUMBER übrigens nur kurz einen (verschwommenen) Blick werfen. Danach sieht man den Traumdämon kein weiteres Mal. Ein raffinierter Schachzug, um das Kopfkino des Zuschauers zu aktivieren. Dennoch ist SLUMBER kein Horror-Hit. Einmal gesehen, hat man ihn schon wieder vergessen. Dazu fehlen dem Gruselfilm Alleinstellungsmerkmale.
 
 
 


 
 
 

SLUMBER – Zensur

 
 
 
SLUMBER ist eher ein subtiler Gruselfilm, der mit der Angst der Schlaflähmung spielt. Gewalt gibt es hier – bis auf eine kurze Szene – gar nicht zu sehen. Darin würgt ein besorgter Familienvater in Rage Schlafforscherin Alice. Eigentlich wäre der Film FSK12-tauglich. Weil der Film wegen seiner düsteren Atmosphäre an einigen Stellen dann doch etwas sehr verstörend wirkt, dürfte SLUMBER wohl eine FSK16 erhalten.

 
 
 


 
 
 

SLUMBER – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Vertical Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Nightmare (2015)
 
Dead Awake (2016)
 
The Shadow Man (2017)
 
Paranormal Resurrection (2014)
 

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Filmkritik: „Neverknock“ (2017)

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NEVERKNOCK

Story

 
 
 

Einige Jugendliche werden von einem Monster verfolgt, das deren Ängste kennt und sie damit in den Tod treibt.

 
 
 


 
 
 

NEVERKNOCK – Kritik

 
 
 
Was kann man eigentlich von einem Film erwarten, der vom amerikanischen Sender SYFY produziert wurde. Filmkenner wissen, dass das in der Regel nicht sonderlich viel ist, weil man dort gern den Weg des geringsten Widerstands geht. Für Horrorfilmfans heißt das nicht selten Streifen ohne Hirn, denn SYFY ist neben THE ASYLUM jene Produktionsstätte, wo einfältiger Horror am Fließband gewerkelt wird der Gehirnzellen lahmlegt. Qualitativ wird da gern mal auf Sparflamme geköchelt, was bedauerlich ist, denn mittlerweile muss man gute Horrorfilme mit der Lupe suchen. Die sind nämlich rar geworden, weil offenbar jeder nur schnelles Geld verdienen möchte und deshalb Mühen und Kosten scheut. Natürlich ist das beim folgenden Horrorstreifen nicht anders, der ebenso vom Sender SYFY fürs Halloween-TV-Programm 2017 gedreht wurde und vermutlich nur deshalb Daseinsberechtigung besitzt, um Sendeplatz füllen zu können. NEVERKNOCK schimpft sich der konventionell zusammengezimmerte Käse, der eigentlich kaum der Rede wert ist – aber immerhin zu den besseren SYFY-Produktionen gehört. Das soll schon etwas heißen.
 
 
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In NEVERKNOCK wird Halloween für einige Freunde zum tödlichen Spaß. Die wollen besonders mutig sein und machen sich auf zu einem Haus in dem vor Jahren schreckliche Dinge passiert sind. Dort sind drei Jugendliche unter seltsamen Vorkommnissen ums Leben gekommen. Seither ranken sich allerhand Geschichten um das mysteriöse Gebäude. Die werden für unsere Helden bald auch bitterer Ernst. Als man nämlich an der Tür des Spukhauses klopft und sich versehentlich am morschen Eingang der Bude verletzt, erwacht das Gebäude zum Leben. Eine dunkle Gestalt wird aus seinem Schönheitsschlaf gerissen und folgt den Kumpels fortan auf Schritt und Tritt. Doch was will das Monster? Die Antwort darauf ist nicht sonderlich spektakulär. Das Wesen kennt die Ängste der jungen Leute und will sie damit konfrontieren. Für die meisten der Jugendlichen bedeutet das nichts Gutes. Die werden mit der etwas anderen Angstkonfrontation in den Tod getrieben und sterben grausam und blutig. Doch einige der Freunde haben einen Plan. Die versuchen einfach keine Angst mehr zu haben. Ob das der richtige Weg ist, um das Monster zu vertreiben. Nach unnötigen 90 Minuten wird man es wissen.
 
 
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Der kanadische NEVERKNOCK ist TV-Unterhaltung, wie man sie eigentlich viel zu oft auf der Mattscheibe zu sehen bekommt. Anspruch oder Originalität ist hier Mangelware, denn der Streifen wurde fürs (amerikanische) Massenpublikum gedreht und hat eigentlich kaum Substanz. Hier wird gerannt, geschrien und geweint. Einfallsreichtum? Fehlanzeige! NEVERKNOCK füllt Laufzeit, in dem er unsympathische Protagonisten mit abwechslungsreichen Ängsten ins Jenseits befördert. Die haben Furcht vor Feuer, Schlangen, Nadeln oder Blut, was zumindest jene bei Laune halten dürfte, die eine Leidenschaft für abwechslungsreiche Filmmorde besitzen. Leider wird das Sterben aber bald zum Geduldsspiel. NEVERKNOCK besitzt nämlich keinen Spannungsbogen und hangelt sich nur von Filmtod zu Filmtod. Dazwischen wird unnötig viel geflüchtet, um einem Monster zu entkommen, das offenbar unbesiegbar ist. Da macht sich schnell Müdigkeit breit, weil man die immer gleichen Szeneverläufe zu sehen bekommt und das Ableben der Helden egal bleibt. Letztere bestehen aus Stereotypen und besitzen – wie die Handlung – kaum Tiefe. Identifikationsmöglichkeiten bleiben da natürlich auf der Strecke und auch ein Mitfiebern wird so im Keim erstickt. Bei derart überflüssigem Horrorquatsch fragt man sich doch glatt, was Schauspielerin JODELLE FERLAND dazu bewegt hat, in diesem austauschbaren Horrorstreifen mitzuwirken. Die sah man in der Vergangenheit in großen Hollywood-Produktionen an der Seite von namhaften Darstellern. Darunter FALL 39, SILENT HILL und sogar einige TWILIGHT-Streifen. Vermutlich lag es am Geld. Offenbar zahlt SYFY gute Gage. Wäre nicht das erste Mail, das in Produktionen der Trash-Schmiede bekannte Gesichter aus Kino und Fernsehen zu sehen sind.
 
 
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NEVERKNOCK – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Horror vom Fließband. Filme, wie NEVERKNOCK hat man schon zu oft gesehen. Der fürs TV gewerkelte Streifen wurde nach einfacher Formel gestrickt und hat nichts, was im Gedächtnis haften bleibt. Die Geschichte passt auf einen Bierdeckel und wurde unnötige in die Länge gezogen, damit man Laufzeit fürs Fernsehen zusammenbekommt. NEVERKNOCK tritt in die Fußstapfen von so Filmen wie LEPRECHAUN ORIGINS oder SCARECROW. Letzterer wurde ebenso von NEVERKNOCK-Regisseur SHELDON WILSON inszeniert, der praktisch gleichen Filmen hier noch einmal unter dem Titel NEVERKNOCK gedreht hat. Vergleicht man nämlich die beiden Filme miteinander, sind Ähnlichkeiten nicht von der Hand zu weisen. Die mordende Vogelscheuche aus SCARECROW wurde quasi gegen einen Angstfresser in NEVERKNOCK ausgetauscht. Klammert man die Monster aus, ist der Verlauf beider Handlungen nahezu identisch: Jugendliche müssen vor einem Monster flüchten und abwechslungsreich sterben. Originell ist was anderes. Um auch mal etwas Positives über NEVERKNOCK zu sagen: Handwerklich wurde solide Arbeit geleistet. Der Streifen schaut besser aus, als manch andere Low-Budget-Gurke der letzten Jahre. Auch beim Monsterdesign hat man sich Mühe gegeben. Statt CGI wurde auf Handarbeit zurückgegriffen. Dass sich darin ein Schauspieler im Gummikostüm windet, fällt zu keinem Zeitpunkt negativ auf. Dennoch ist Optik allein nicht alles. Das Fundament von NEVERKNOCK hat Risse. Die Geschichte zum Film liest sich nicht nur langweilig, sie ist es auch. Das sind keine guten Voraussetzungen für einen Film, der mit der Angst seiner Protagonisten und die des Zuschauers spielt.
 
 
 


 
 
 

NEVERKNOCK – Zensur

 
 
 
NEVERKNOCK ist ein TV-Film und hält sich dementsprechend auch zurück mit Schauwerten. Aber es gibt einige grafischen Gemeinheiten zu bestaunen. Ein Genick wird gebrochen, Nadeln bohren sich durch Körper und Verbrennungen gibt es auch zu sehen. Sollte der Film hierzulande veröffentlicht werden, dürfte eine FSK16 wahrscheinlich sein.

 
 
 


 
 
 

NEVERKNOCK – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei SyFy Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Scarecrow (2013)
 
Leprechaun Origins (2014)
 
Needle – Deinem Schicksal entkommst du nicht (2010)
 
Clive Barkers Dread (2009)
 


Filmkritik: „The Heretics“ (2017)

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THE HERETICS

Story

 
 
 

Eine gewissenlose Sekte erwartet die Niederkunft eines grausamen Dämons, der sich in den vergangenen Jahren an Gloria labte und nun seinen Wirt verlassen will.

 
 
 


 
 
 

THE HERETICS – Kritik

 
 
 
Einmal Horrorfan, immer Horrorfan. Wer fleißig die Indie-Filmszene verfolgt, dürfte bereits mitbekommen haben, dass hier gern mal Filmemacher auf dem Regiestuhl Platz nehmen, die eine ausgesprochene Leidenschaft für Angst und Schrecken besitzen. Nicht selten stecken dahinter Regisseure, die mit den Filmen namhafter Genre-Ikonen aufgewachsen sind und nun selbst versuchen in deren Fußstapfen zu treten. Auch CHAD ARCHIBALD gehört zur Gruppe derer, die sich als eingefleischte Horrorfilmfans bezeichnen und aus Liebe zum Genre Streifen für Liebhaber dieser Filmgattung drehen. So entstand unter seiner Fuchtel bisher ganz brauchbares Zeug, das wir hier schon des Öfteren auf FILMCHECKER besprochen haben. Darunter gehörten die Schocker BITE oder THE DROWNSMAN, welche auf einschlägigen Festivals sogar reichlich Lob erhielten und hierzulande bereits auf dem FANTASY FILMFEST oder im Zuge des HARD:LINE FESTIVALS gezeigt wurden. Aber der Kanadier ist nicht nur als Regisseur unterwegs. Filmemacher CHAD ARCHIBALD ist Multitalent, produziert auch fleißig und fungierte als Geldgeber für Streifen wie BED OF THE DEAD, SEPTIC MAN oder ANTISOCIAL. Wenn das mal kein Arbeitstier ist.
 
 
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Die Reihe kurzweiliger Horrorfilme aus der Mache des ambitionierten Kanadiers wird nun mit dem Okkultstreifen THE HERETICS fortgesetzt. Darin erlebt die attraktive Gloria (NINA KIRI) die Hölle auf Erden. Die wird von einer ominösen Sekte entführt und für ein geheimnisvolles Ritual missbraucht. Doch die junge Frau kann entkommen und versucht trotz Trauma ein normales Leben zu leben. Die Angst spricht sie sich in einer Selbsthilfegruppe von der Seele und findet so Schritt für Schritt den Weg in die Normalität zurück. Doch genau fünf Jahre nach den furchterregenden Vorkommnissen beginnt der Horror von Neuem. Gloria wird abermals von einer vermummten Gestalt entführt und in eine Waldhütte verschleppt. Hier wird sie an Ketten gebunden und durchlebt ein weiteres Martyrium. Offenbar reifte bisher in ihr das Böse heran. Nun will es den Körper verlassen und auf Erden weilen. Das lässt auf Body-Horror in Bestform hoffen. Nur, ob THE HERETICS auch das halten kann, was die ansprechende Inhaltsangabe verspricht? Zumindest Fans okkulten Gruselfutters dürfte gefallen, was hier fabriziert wurde.
 
 
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Die bereits siebte Regiearbeit von CHAD ARCHIBALD handelt souverän ab, was man von einem Horrorfilm neuerem Datum erwartet. Zu sehen gibt es einige gut platzierte Schreckmomente, etwas Gewalt, eine unvorhersehbare Wendung und stimmige Atmosphäre, die wohlige Schauer garantiert. Herzstück des Gruselstreifens sind aber Body-Horror-Elemente mit denen der Filmemacher bereits in BITE ausführlich experimentiert hat. Bei genauerer Betrachtung ist THE HERETICS dem genannten Ekel-Horror von 2015 nicht unähnlich. Auch dort sah sich eine attraktive Dame mit einer nicht greifbaren Bedrohung konfrontiert, die körperliche Veränderungen zur Folge hatte. Gleiches wird auch in THE HERETICS zelebriert, wo sich Filmheldin Gloria nach und nach in eine dämonische Kreatur verwandelt und am Ende nicht mehr ganz so frisch aussieht. Effekttechnisch braucht sich THE HERETICS vor Mainstream-Ware nicht verstecken und auch sonst schaut der Streifen nach deutlich mehr aus, als er wohl gekostet hat. Regisseur CHAD ARCHIBALD schafft mit der eigenen Produktionsfirma Black Fawn Films das, was man eigentlich von den meisten Horrorfilmen erwartet – aber nur den wenigsten gelingt. Er erzählt visuell ansprechend eine kleine Geschichte, die kurzweilig unterhält. Darauf kommt es doch eigentlich an, wenn man Horrorware in den Player schiebt, schließlich will sich niemand von langweiligen Horrorfilmen den Tag verderben lassen. Von langweilig ist THE HERETICS weit entfernt. Archibald beweist ausgeprägtes Gespür für unheilvolle Bilder und überzeugt mit schaurigem Klangteppich. Letzterer lässt hin und wieder zusammenzucken, wenn die Helden im Film von Visionen geplagt werden oder eine eklige Metamorphose ihren Lauf nimmt, während der sich Protagonistin Gloria in eine bemitleidenswerte Kreatur verwandelt. THE HERETICS ist ein Fanfilm und das merkt man auch. Dessen Macher variiert bekannte Horror-Muster und verbeugt sich dabei ehrwürdig vor den ganz großen Schauermaestros der Horrorfilmszene. So erinnert die Hütten-Szenarie nicht unwesentlich an den von SAM RAIMI inszenierten TANZ DER TEUFEL. Aber auch Body-Horror-Experte DAVID CRONENBERG dürfte Pate gestanden haben. Wenn Heldin Gloria im Film nicht definierbare Substanzen erbricht und ihr die Haare ausgehen, sind die kontroversen Ekelmomente aus Cronenbergs DIE FLIEGE nicht weit. Da haben die F/X-Künstler mal wieder ganze Arbeit geleistet. Für Indie-Verhältnisse beachtlich.
 
 


 
 
 

THE HERETICS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
DIE FLIEGE meet TANZ DER TEUFEL und DER EXORZIST. THE HERETICS ist ein Mix aus den Ekel-Metamorphosen eines DAVID CRONENBERG und den Okkult-Albträumen des WILLIAM FRIEDKIN – visuell verfeinert mit Hütten-Grauen aus der Kreativschmiede des jungen SAM RAIMI. Regisseur CHAD ARCHIBALD dürfte als Heranwachsender viele bekannte Schocker verschlungen und ausreichend studiert haben. Der Filmemacher und Horrorfilmfan ist ein Kind der 80er und mit den meisten wegweisenden Horrorfilmen der VHS-Ära aufgewachsen. Demzufolge spürt man auch bei THE HERETICS die Liebe zum Genre, die den Kanadier seit der Kindheit verfolgt. THE HERETICS ist ein Grusler der alten Schule. Der Film besitzt handgemachte Spezialeffekten, die einfach getrickst wurden, aber keinesfalls ihre Wirkung verfehlen. Zudem überzeugt der Okkult-Streifen hinsichtlich Atmosphäre und Schocks. Die Handlung passt zwar auf einen Bierdeckel, besitzt aber dank Wendungen und ekligen Verwandlungsmomenten genug Höhepunkte, um knapp 90 Minuten bei Laune zu halten. Für Horror-Nerds genau das richtige für kühle Herbst- und Wintertage.
 
 
 


 
 
 

THE HERETICS – Zensur

 
 
 
THE HERETICS hat kaum Gewaltmomente zu bieten. Ein Hals wird durchgeschnitten und ein Messer in einen Körper gestoßen. Das Hauptaugenmerk liegt eher auf die Verwandlungseffekte, die dann teilweise doch schon etwas eklig anzuschauen sind. Zwar erreichen die nicht so eklige Ausmaße wie in BITE. Dennoch wurden sie professionell getrickst, so dass Zuschauer mit empfindlichen Magen besser in der zweiten Filmhälfte die Augen schließen, wenn es zu unappetitlich wird. THE HERETICS ein sicherer FSK16-Kandidat. Sollte er hierzulande veröffentlicht werden, ist eine ungeschnittene Fassung so sicher, wie das Amen in der Kirche.

 
 
 


 
 
 

THE HERETICS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Black Fawn Films | Breakthrough Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bite (2015)
 
Die Fliege (1987)
 
Contracted (2013)
 
Contracted: Phase II (2015)
 
Starry Eyes (2014)
 
Chemical Peel (2014)
 
Thanatomorphose (2012)
 
Septic Man (2013)
 


Filmkritik: „The Crucifixion“ (2017)

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THE CRUCIFIXION

Story

 
 
 

Eine Reporterin will den mysteriösen Tod einer Nonne untersuchen und reist dafür nach Rumänien, wo sie mit dämonischen Vorfällen konfrontiert wird.

 
 
 


 
 
 

THE CRUCIFIXION – Kritik

 
 
 
Vermutlich dürfte jeder Horrorfilmfan mit ausgeprägtem Interesse fürs Genre früher oder später mit den Werken des XAVIER GENS in Berührung kommen. Der Franzose hat nämlich schon einige Streifen gedreht, die fürs Genre nicht unwichtig sind. So hat Gens mit dem ultrabrutalen FRONTIER(S) einen wichtigen Beitrag zur französischen Terrorwelle beigesteuert, die während der 2000er Jahre um die ganze Welt ging und sorgte mit einem Kurzfilm in THE ABCS OF HORROR dafür, dass dem Anthologie-Horror wieder frisches Leben eingehaucht werden konnte. Frisches Leben oder gar Neuerungen sucht man dagegen in THE CRUCIFIXION vergebens. In diesem weiteren Horrorfilm aus der Mache des französischen Filmemachers wurmt es gewaltig. Hier schlägt Gens nach knallharten Ausflügen ins Horror- und Actionfach ruhigere Töne an und lässt Horrorfans an ihrem Verstand zweifeln. Zu Recht, denn der Ausflug ins Exorzisten-Genre ist eine regelrechte Schlaftablette und sorgt mit schläfriger Inszenierung für Müdigkeitserscheinungen. Was den Gens da wohl geritten hat?
 
 
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In Rumänien geht ein mysteriöser Mordfall durch die Medien. Dort soll sich in einem kleinen Dorf schreckliches ereignet haben. Offenbar haben mehrere Geistliche den Tod einer Nonne im Zuge einer Teufelsaustreibung verursacht. Für die aufstrebende Journalistin Nicole Rawlins (SOPHIE COOKSON) ein gefundenes Fressen. Die wittert eine interessante Story und reist zum Ort des Geschehens, wo sie Ermittlungen anstellt. Leider will ihr anfangs niemand Rede und Antwort stehen. Doch die Reporterin bleibt hartnäckig und beginnt zu forschen, um die wahren Gründe für das Ableben der unschuldigen Frau in Erfahrung bringen zu können. Was sie dabei entdeckt, dürfte aber keinen Horrorfan hinter dem Ofen hervorlocken. Die Nonne war von einem bösartigen Dämon besessen, der immer noch im Dorf sein Unwesen treibt. Weil Nicole zu neugierig und unachtsam schnüffelt, macht sie bald selbst mit dem Bösen Bekanntschaft. Manchmal ist es eben besser seine Nase nicht in die Angelegenheiten fremder Menschen zu stecken.
 
 
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Man muss schon richtig ausgeschlafen sein, um THE CRUCIFIXION wach überstehen zu können. Der Film ist um Spannung bemüht, kränkelt aber unter permanenter Ideenarmut und einer ereignisarmen Handlung, die zu keiner Minuten packen will. THE CRUCIFIXION hat nichts Neues zu bieten und schielt lieber zu den ganz großen Klassikern des Exorzisten-Genre. So bekommt man mal wieder vom Teufel besessene Protagonisten vor die Linse, die in der Luft schweben und sich vor Schmerzen winden, sobald ihnen Priester fromme Bibelverse vorlesen. Ausgelutschte Exorzismus-Klischees gibt es hier zuhauf. Die geben dem tempofreien Mysterythriller den Rest, der immerhin um die Aufmerksamkeit der Zuschauer bemüht ist. Sobald die ohnehin schon schleppende Handlung auf der Stelle verharrt, schallen laute Schreckmomente aus dem Fernsehapparat, die offenbar nur deshalb eingespielt werden, um den unaufmerksamen Zuschauer aus dem Schlaf zu reißen. Ob ein so unsanftes Wecken gut ankommen wird, steht auf einem anderen Blatt. Fakt ist, mit THE CRUCIFIXION bekleckert sich XAVIER GENS definitiv nicht mit Ruhm, auch wenn seine gemächlich erzählte Detektivgeschichte mit stimmigen Bildern überrascht, die unbedingt Lust auf einen Rumänien-Urlaub machen.
 
 
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THE CRUCIFIXION – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Generischer Exorzisten-Schnarcher von einem Filmemacher, der es eigentlich besser kann. Der französische Regisseur XAVIER GENS dreht mit THE CRUCIFIXION einen Gang runter und macht einen Abstecher ins Exorzistenfach. Wer aber nach mehr oder weniger brutalen Beiträgen auf einen Film im gleichen Schlag hofft, wird schnell enttäuscht werden. THE CRUCIFIXION ist langweilig, nicht gerade originell und dazu auch noch frei von Logik. So sprechen im Film rumänische Priester und einfache Landleute im Hinterland fließend Englisch. Als wäre das nicht schon seltsam genug, will eine ausländische Reporterin auf Biegen und Brechen einen mysteriösen Mordfall lösen. Aufgeklärte Horrorfilmfans dürften nach dem Warum forschen, zumal schnell offensichtlich wird, dass sich die unvorsichtige Detektivin mit ihrer selbstlosen Tat sprichwörtlich selbst in Teufels Küche bringt. Angeblich wurde THE CRUCIFIXION von einem wahren Fall aus dem Jahre 2004 inspiriert. Da mittlerweile jeder zweite Horrorfilm mit Echtheitszertifikat wirbt, will diese einfältige Marketingmasche leider nicht mehr so gut zünden. Der Zuschauer ist nicht auf den Kopf gefallen, dürfte aber schnell Kopfschmerzen von dem bekommen, was XAVIER GENS mit THE CRUCIFIXION zumutet. So werden Szenen bis zum Erbrechen wiederholt, damit der Streifen erst gar nicht in Gang kommt, aber seiner Laufzeit von 90 Minuten erreicht. Manch anderer Filmemacher hätte aus gleichem Stoff wohl einen Kurzfilm gemacht. THE CRUCIFIXION ist eine Gurke vor dem Herrn. Würde dieser Film nicht von einer der großen Hoffnungen modernen Horrorkinos kommen, wäre es wohl nicht so traurig.
 
 
 


 
 
 

THE CRUCIFIXION – Zensur

 
 
 
THE CRUCIFIXION hat außer den typischen Exorzismusmomenten, in denen Menschen mittels Bibelsprüchen der Teufel ausgetrieben wird, keine Gewaltszenen zu bieten. Demzufolge dürfte der Okkult-Horror ohne Probleme eine FSK16 erhalten.

 
 
 


 
 
 

THE CRUCIFIXION – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Tiberius Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Exorzismus von Emily Rose (2005)
 
Der Exorzist III (1989)
 
The Atticus Institute (2015)
 
The Rite – Das Ritual (2011)
 


Filmkritik: „Amityville: The Awakening“ (2017)

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AMITYVILLE: THE AWAKENING

(AMITYVILLE: THE LOST TAPES)

Story

 
 
 

Vierzig Jahre nach dem grausamen Massaker an einer Familie im berüchtigten Amityville-Spukhaus zieht dort eine neue Familie ein und bekommt es bald mit dunklen Mächten zu tun.

 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE: THE AWAKENING – Kritik

 
 
 
Es gibt wohl keinen anderen Horrorfilm, der mittlerweile so viele Fortsetzungen spendiert bekommen hat, dass wohl die meisten Gruselfans so langsam den Überblick verloren haben dürften. Mit 19 Verfilmungen gehört die Geschichte um das Spukhaus im amerikanischen Amityville zu einem der meistverfilmtesten Horrorfilmthemen aller Zeiten und das, obwohl sich die Filmserie bisher nicht sonderlich weiterentwickelt hat. Auch Verfilmung Nummer 19 macht da keine Ausnahme. Die schimpft sich AMITYVILLE: THE AWAKENING und schaut nach vielen Billigproduktionen der Horrorhaus-Reihe immerhin mal wieder nach etwas aus. Der Grund: Hollywoodproduzent JASON BLUM und die BRÜDER WEINSTEIN haben Geld lockergemacht. Leider schien man mit dem fertigen Ergebnis nicht sonderlich zufrieden gewesen zu sein. AMITYVILLE: THE AWAKENING hat nämlich eine beinahe schon lächerliche Veröffentlichungsodyssee hinter sich und wurde mehrfach verschoben, so dass kaum noch jemand an eine Veröffentlichung glaubte hat.
 
 
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So wurde der Spuk-Horror bereits 2014 fertiggestellt und sollte im darauf folgenden Jahr in die Kinos kommen. Daraus wurde aber nichts. Offenbar hatte man wenig bis überhaupt kein Vertrauen in die Qualitäten der genannten Fortsetzung. Deshalb ordnete man Nachdrehs an, überarbeitete den kompletten Film und schnitt ihn auf eine jugendkonforme PG13-Fassung herunter, um so möglichst viel Umsatz generieren zu können. Nach etlichen Verschiebungen kam er dann drei Jahre nach Fertigstellung endlich in die amerikanischen Kinos – wenn auch nur in limitierter Form. Das Resultat ist angesichts des großen Trubels um den Film nicht der Rede wert. AMITYVILLE: THE AWAKENING ist ein beliebiger Spukhausfilm von der Stange, der kaum Originalität besitzt. Da fragt man sich doch glatt, was die Produzenten an der ersten Filmversion zu bemängeln hatten. Angesichts der Umstände wäre interessant zu erfahren, wie die ursprüngliche Fassung zusammengeschnippelt wurde. Vielleicht wird diese irgendwann kommen. Es wäre nämlich nicht das erste Mal, wenn Regisseure Jahre nach der Kinofassung den obligatorischen Director’s Cut nachschieben. In den meisten Fallen war der besser, als die von Studio oder Produzenten geforderte Filmversion. Man darf doch wohl noch träumen dürfen.
 
 
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AMITYVILLE: THE AWAKENING oder AMITYVILLE: THE LOST TAPES – so wie der Film eigentlich heißen sollte – war wegen der Erfolge von PARANORMAL ACTIVITY anfangs als Found-Footage-Grusler angedacht. Weil ab 2011 langsam keiner mehr Wackelcam-Filme sehen wollte, wurde das Drehbuch kurzerhand umgeschrieben und die Found-Footage-Zutat gestrichen. Nun erzählt der 19. Ableger der Gruselhaus-Serie von einer vom Schicksal gebeutelten Familie, die einen Neustart wagt. Sie zieht in die berüchtigte Horrorbude ein, in der vor vierzig Jahren ein 23-jähriger die gesamte Familie ermordete, weil es ihm dämonische Stimmen befohlen haben. Der Grund: nach einem Sturz aus dem Fenster liegt der Teenager James im Koma. Damit Mutter Joan mehr Geld übrig hat für die Pflege des Jungen hat man sich für den Umzug in das Gruselgemäuer entschieden, weil es günstig zu haben war. Natürlich passieren bald seltsame Dinge. Der Patient wacht aus seinem Koma auf und erfreut sich bald bester Gesundheit. Horrorfilmkenner wissen, dass dieser Zustand nicht von Ungefähr kommt. Das Haus und seine dämonischen Bewohner stecken dahinter und wollen für Unheil sorgen. Gott sei Dank ist die heranwachsende Belle nicht auf den Kopf gefallen. Die riecht den Braten und versucht schlimmstes zu verhindern. Klingt konventionell und ist es natürlich auch.
 
 
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Visuell macht es AMITYVILLE: THE AWAKENING der Neuverfilmung von THE AMITYVILLE HORROR aus dem Jahre 2005 gleich. Die Filme sind von der Optik her aus einem Guss und überzeugen durch finstere Bilder und jede Menge plakative Schreckmomente. Interessant ist aber, dass der hier vorgestellte Film alle bisherigen Verfilmungen über das Amityville-Horrorhaus leugnet. Regisseur FRANCH KHALFOUN knüpft mit AMITYVILLE: THE AWAKENING vierzig Jahre nach den wahren Begebenheiten im amerikanischen Amityville an und ließ sich den Spaß nicht nehmen, den Originalfilm von 1979 zu erwähnen. Den schauen sich die Protagonisten im Film an und ziehen danach Parallelen zu Vorfällen, die ihnen nun so ähnlich im Haus widerfahren. So wird der komatöse James aus unerklärlichen Gründen wieder gesund, um anschließend von Dämonen getrieben die eigene Familie auszulöschen. Dessen Mordversuch ist auch schon die eigentliche Quintessenz genannten Horrorstreifens. Während die erste Filmhälfte mit viel Leerlauf und konventionellem Einheitsbrei zu kämpfen hat, wird in den letzten dreißig Minuten an der Spannungsschraube gedreht. Offenbar dürfte es sich hier noch um fast unangetastete Fragmente der ersten Filmversion handeln, denn das schaurige Finale tritt weit weniger holprig in Erscheinung, als der traurige Rest von AMITYVILLE: THE AWAKENING. Leider sieht man dem Streifen nachträgliche Gewaltkürzungen an, um ein PG-13 erreichen zu können. Gerade im Schlusskampf wird krampfhaft weggeblendet, wenn der besessene James mit dem Schrotgewehr durchs Haus saust, um die Liebsten zu töten. Das stößt bei jenen bitter auf, die schon seit über drei Jahren vergebens auf die Veröffentlichung des Gruselfilms gewartet haben. Zwar ist AMITYVILLE: THE AWAKENING immer noch besser, als all die minderwertigen Low-Budget-Ableger der letzten Jahre. Angesichts der Tatsache, was machbar gewesen wäre, ist der 19. Film der Reihe dann doch eine Enttäuschung. Der wenig geübte Mainstram-Zuschauer kommt auf seine Kosten. Wer schon ein paar Horrorfilme über Spukhäuser gesehen hat, winkt dankend ab. Zu Recht!
 
 


 
 
 

AMITYVILLE: THE AWAKENING – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Visuell ansprechender Gruselfilm mit spannendem Finale und einigen gut sitzenden Schockmomenten. Dennoch: Was 2011 als unheimliche Erforschung des Amityville-Mythos angedacht war, ist weit konventioneller als erwartet. AMITYVILLE: THE AWAKENING ist ziemlich holprig, was wohl auf die desaströse Entstehungsgeschichte des Films zurückzuführen sein dürfte. Ansonsten ist der mittlerweile schon 19. Film der Amityville-Reihe kaum der Rede wert. Er spult im Grunde genommen das ab, was man schon so ähnlich im Originalfilm und dem Remake von 2005 gesehen hat. Höhepunkt ist dabei das düstere Finale in dem endlich auch einmal Horror zelebriert wird. Davor gibt es nur zähen Budenzauber und viele unnötige Szenen zu sehen, die dem Horrorfan schon im Trailer gezeigt wurden. Regisseur FRANCH KHALFOUN dürfte genauso enttäuscht über das Resultat gewesen sein, wie der Zuschauer. Der Filmemacher hat nämlich ein talentiertes Händchen fürs Angstmachen und schon deftiges Zeug fürs Kino gemacht. Darunter das gelungene Remake zum Kulthorror MANIAC und den Parkhaus-Thriller P2 – SCHREIE IM PARKHAUS. Weil JASON BLUM und DIMENSION FILM nicht mit dem fertigen Amityville-Film zufrieden waren, musste der Regisseur seine Visionen verwerfen und nach den Wünschen der Auftraggeber neudrehen und umschneiden. Das Resultat entspricht demzufolge nicht mehr dem, was FRANCH KHALFOUN eigentlich verfilmt hat. Der Albtraum eines jeden Filmemachers.
 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE: THE AWAKENING – Zensur

 
 
 
In AMITYVILLE: THE AWAKENING werden zwei Protagonisten am Ende erschossen. Leider passiert das im Off – vermutlich auch deshalb, weil man in Amerika bereits geschnitten hat, um eine jugendkonforme Fassung fürs Kino zu erhalten. Blut sucht man – mal abgesehen von einer Kopfwunde – demnach vergebens. Das dürfte auch hierzulande eine FSK16 sicher machen.

 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE: THE AWAKENING – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Dimension Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Ouija: Ursprung des Bösen (2016)
 
The Axe Murders of Villisca (2016)
 
Amityville Horror (1979)
 
Amityville Horror – Eine wahre Geschichte (2005)
 
The Remains (2016)
 
Conjuring – Die Heimsuchung (2013)
 


Filmkritik: „Veronica – Spiel mit dem Teufel“ (2017)

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VERONICA – SPIEL MIT DEM TEUFEL

VERÓNICA

Story

 
 
 
Eine Heranwachsende nimmt Kontakt mit dem Jenseits auf und ruft damit das Interesse böser Mächte auf den Plan.

 
 
 


 
 
 

VERONICA – Kritik

 
 
 
Wenn gekaufte Horrorfilme aus Spanien stammen, kann man mittlerweile davon ausgehen, dass man Qualitätsarbeit in den Händen hält. Seit Jahren ist das Land im Westen Europas in Sachen Angstmacherei das bessere Hollywood, denn hier geht man auf Wünsche schauererprobter Zuschauer ein, die von Gruselfilmen auch erwarten, dass man sich vor Angst in die Hose macht. Auch im Falle von VERONICA geht einmal mehr die Rechnung auf. Der Streifen hat nämlich das, was man in vielen Genre-Streifen neueren Datums mit der Lupe suchen muss. Hier wird Gänsehaut bereitet und das nicht gerade wenig. Ein nicht unwesentlicher Grund, weshalb der spanische Horrorfilm auf einschlägigen Festivals mit Lob überschüttet wurde und von vielen Filmseiten Bestnoten erhielt. Da können sich Gruselfans freuen.
 
 
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VERONICA wurde von einem wahren Fall inspiriert. Der Film handelt von einem verantwortungsbewussten Teenager, der sich um die jüngeren Geschwister kümmern und deshalb zurückstecken muss. Der Vater ist früh verstorben. Deshalb muss die Mutter das Geld allein heranschaffen, um über die Runden zu kommen. Für die heranwachsende Verónica ein großes Problem. Die flüchtet sich in die Welt des Okkulten und will mit zwei Freundinnen während einer Séance Kontakt mit dem verstorbenen Familienoberhaupt aufnehmen. Selbstverständlich geht einiges schief. Zwar meldet sich jemand von der anderen Seite. Aber es ist nicht wie erhofft der Vater des Mädchens. Es ist eine bösartige Kreatur, die offenbar die Gelegenheit nutzt, um in der Welt der Menschen Schrecken zu verbreiten. Sie heftet sich an den ahnungslosen Teenager und beginnt die Schülerin und deren Geschwister zu terrorisieren. Nun ist guter Rat teuer, denn so leicht lässt sich der ungebetene Besucher nicht wieder abwimmeln. Mit Hilfe einer blinden Nonne versucht Verónica dem Spuk ein Ende zu bereiten. Leider kommt bald alles anders.
 
 
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Was sich liest wie ein weiterer Geisterthriller von der Stange ist alles andere als das. Natürlich folgt auch VERONICA den gängigen Konventionen besagten Subgenres, macht aber alles richtig, denn der düster inszenierte Horrorstreifen ist verdammt unheimlich und gruselig. Regisseur PACO PLAZA baut langsam ungemütliche Stimmung auf, die sich konsequent steigert und im Finale für Chaos sorgt. Dort fährt man alle Register moderner Spukware auf und zelebriert lauten Geisterradau, wie man ihn eigentlich eher aus amerikanischen Hochglanz-Gruslern wie CONJURING, ANNABELLE und Konsorten kennt. Trotz effektreichem und lautem Höhepunkt ist VERONICA aber herrlich Old School. Das macht den spanischen Geisterstreifen charmant, wobei aber auch die sympathischen Jungdarsteller einen großen Teil dessen beitragen dürften. Die wachsen schnell ans Herz und ernten Sympathiepunkte. Deshalb bleibt deren Schicksal nicht egal – auch wenn am Ende dann doch nicht alles so rosig ausgeht, wie man es sich wohl gewünscht hätte. Dass VERONICA kein Schnellschuss werden würde, war abzusehen. Der spanische Filmemacher PACO PLAZA kennt sich nämlich im Horrorgenre aus und hat zuletzt einige Teile der erfolgreichen [Rec]-Reihe inszeniert, die sogar bei der Traumfabrik Eindruck hinterlassen haben. Weil Hollywood seit Jahren keine eigenen Ideen besitzt, musste kopiert werden. Das Ergebnis: Eine Neuverfilmung des ersten [Rec] unter dem Titel QUARANTÄNE. Angesichts der Remake-Sucht in Übersee kann man nur hoffen, dass der spanische VERONICA unangetastet bleibt. Wundern würde es aber nicht, wenn im Zuge des erfolgreichen CONJURING-Universums auch dieser spanische Grusel-Horror noch einmal für den amerikanischen Filmmarkt auf Zelluloid gebannt ins Kino kommen würde.
 
 
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VERONICA – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Unheimliches Gruseldrama mit effektreichem Finale. Wer es Old School mag, dürfte sich ganz besonders über den spanischen VERONICA – SPIEL MIT DEM TEUFEL freuen. Fast alle Effekte sind handgemacht und auch sonst wird hier – bis auf das Finale – Gruselhandwerk der alten Schule zelebriert. VERONICA glänzt durch düstere Stimmung, 90er Retro-Charme und sympathischen Jungdarstellern bei denen man das Gefühl nicht loswerden möchte, als würde man sie schon jahrelang kennen. Auch wenn die Geschichte von einem Geist, der eine kleine Familie terrorisiert nicht neu ist, sei VERONICA an dieser Stelle all jenen ans Herz gelegt, die sich gern den Schlaf verderben lassen möchten. Der von PACO PLAZA inszenierte Horrorstreifen ist nämlich – trotz vertrautem Ablauf – wirklich gruselig geraten, so dass sich Hobbygeisterjäger hier mit Sicherheit gut aufgehoben fühlen werden. Angesichts des überrannten Videomarkts, der mittlerweile fast nur noch aus B-Horror besteht, ist VERONICA eine Wohltat. Hier wird noch auf Qualität geachtet – etwas, das den meisten Horrorfilmen neueren Datums fehlt.
 
 
 


 
 
 

VERONICA – Zensur

 
 
 
VERONICA – SPIEL MIT DEM TEUFEL ist kein Gewaltfilm. Der Streifen baut eher subtiles Grauen auf und hat eigentlich keine Gewaltmomente zu bieten. Wer eine Vorliebe für Gänsehautfilme besitzt, ist hier genau richtig. Demzufolge fällt auch die FSK-Freigabe nicht überraschend aus. Der Film ist bereits für Jugendliche ab 16 Jahre geeignet. Die deutsche Fassung ist dazu noch ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

VERÓNICA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Media Home Entertainment (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Verónica; Spanien 2017

Genre: Horror, Grusel, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 105 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Making Of, Trailer

Release-Termin: 26.10.2017

 

Veronica – Spiel mit dem Teufel [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

VERONICA – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen in dieser Kritik liegen bei Koch Media Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Entity (1982)
 
I am ZoZo (2012)
 
The Midnight Game (2013)
 
The Ouija Experiment (2011)
 
Witchboard – Die Hexenfalle (1986)
 


Filmkritik: „The Hatred“ (2017)

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THE HATRED

(ALICE – THE HATRED)

Story

 
 
 

Einmal mehr: Ein idyllisches Landhaus in dem es nicht mit rechten Dingen zugeht. Vier Frauen und ein kleines Mädchen machen darin Bekanntschaft mit bösen Mächten, die von einem okkulten Relikt ausgehen, das vom ehemaligen Besitzer im Haus gut versteckt wurde. Leider machen attraktive Darstellerinnen und etwas CGI-Spuk im Finale aus beliebigem Budenzauber noch lange keinen Horror-Hit.

 
 
 


 
 
 

THE HATRED – Kritik

 
 
 
Wie viele Filme über Gruselhäuser haben wir hier auf FILMCHECKER eigentlich schon besprochen? Vermutlich werden es so viele Schlechte gewesen sein, dass wir uns an die meisten davon schon gar nicht mehr erinnern können. Viel Positives gibt es auch vom nächsten Streifen dieser Art nicht zu berichten. THE HATRED (Arbeitstitel: ALICE – THE HATRED) gehört nämlich zu diesen Videoproduktionen, die kaum Alleinstellungsmerkmale besitzen und es lieber so handhaben, wie unzählige Filmemacher zuvor. Da ist Langeweile vorprogrammiert, denn in Zeiten in denen es Horror im Überfluss gibt, muss man sich schon ins Zeug legen, um Horrorfans beeindrucken zu können. Was Fans wirklich wollen, war den Machern von THE HATRED aber egal. Die spulen Grusel nach Schema F ab und wollen offenbar schnell damit Geld verdienen. THE HATRED schaut zwar – wie seine Darstellerinnen – makellos aus, ist aber lieblos und spannungsarm. Eben ein typischer Vertreter jener Gattung Film, die man in den 1980ern schnell in die Wühlboxen der Videotheken geworfen hat, weil keiner sie leihen wollte. Da hilft auch ein reißerisches Cover nicht. Das verursacht nämlich Zorn, weil es falsche Erwartungen schürt. Was nämlich Slasher, Epidemie- oder Folter-Blödsinn suggeriert, ist zäher Geisterspuk, der erst kurz vor der Zielgeraden in die Puschen kommt. Für so hinterlistige Irreführung müsste man allen Beteiligten gehörig den Hintern versohlen.
 
 
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Die Geschichte von THE HATRED ist schnell erzählt. Der Film berichtet von einem Gemäuer, das eine schlimme Vergangenheit besitzt. Ein Nazi-Offizier mit einer Vorliebe fürs Okkulte hat hier in den 1960ern seine Tochter umgebracht. Der Grund: Ein altes Relikt. Das entpuppt sich als Herd des Hasses und bringt Unheil über seinen Besitzer und dessen Familie. Jahre nach dem Verbrechen machen es sich vier perfekt geschminkte Weiber im alten Landhaus gemütlich. Es wird über Jungs geredet und auf ein kleines Mädchen aufgepasst. Natürlich meint man es mit den Schönheiten nicht gut. Erst faselt die kleine Irene in Rätseln und macht damit ihren Sitterinnen Angst. Später stoßen die Damen selbst auf erwähntes Nazi-Relikt und entfesseln damit eine Spirale des Bösen, die natürlich für einige den Tod bedeutet. Weil die Frauen gesichtslos bleiben, ist deren Ableben ohnehin egal, denn im Falle von THE HATRED hat man sich nicht einmal Gedanken über Charakterentwicklung gemacht. Da muss Drehbuchschreiber und Filmemacher MICHAEL G. KOEHOE noch einiges lernen. Mit so ausgelutschten Geschichten wie die von THE HATRED gewinnt man heutzutage nicht mal mehr einen Blumentopf.
 
 
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Nur weil mit großen Namen geworben wird, muss nicht immer Gutes dahinter stecken. Was eigentlich hat Produzent MALEK AKKAD geritten, für diesen Quatsch Geld zu investieren? Den alteingesessenen Horrorfans dürfte der Herr kein Unbekannter sein. Akkad ist nämlich Produzent diverser HALLOWEEN-Filme und fungierte ab HALLOWEEN 6 bei allen Streifen der Reihe als Geldgeber. Warum er ausgerechnet Kohle für THE HATRED locker gemacht hat, wird wohl auf ewig ein Rätsel bleiben, denn hinter dem Gruselfilm steckt ein ermüdender Spuk-Schnarcher von der Stange auf den niemand gewartet hat. Zu sehen gibt es unverschämt attraktive Mädels, die in amerikanischen Horrorfilmen ohnehin zum Grundinventar gehören, vorhersehbare Geister-Klischees und jede Menge Langeweile. Die Höhepunkte reduzieren sich auf einen überlangen Prolog. Darin zu sehen: „Wishmaster“ ANDREW DIVOFF, der hier einen ehemaligen Nazi-Offizier verkörpert, welcher unentdeckt ins amerikanische Hinterland flüchten konnte und dort als Landwirt getarnt okkulte Artefakte sammelt. Sonderlich viel Spaß scheint ihm die Arbeit an THE HATRED auch nicht zu machen. Divoff quasselt seinen Text lustlos herunter und agiert zudem übertrieben steif. Vermutlich war ihm schon beim Lesen des Drehbuchs bewusst, dass diese glattgebügelte Gruselgurke ohnehin ein Flop werden wird. Durchstöbert man die bisherige Vita von Regisseur und Drehbuchautor MICHAEL G. KOEHOE ist das kein Wunder. Der war zwar bei vielen bekannten Hollywood-Produktionen – darunter TEXAS CHAINSAW 3D oder SINISTER 2 – Mädchen für Alles. Was er aber bisher selbst auf die Beine gestellt hat, ist eher mau statt wow. THE HATRED basiert auf den Kurzfilm HUSH, den der Filmemacher bereits 2015 gedreht hat. Warum der jedoch noch einmal auf Spielfilmversion aufgeblasen werden musste, entschließt sich jeglicher Logik. Was man hier zu sehen bekommt, wurde bereits in vielen schlechten Streifen gleichen Formats bis zum Erbrechen auf die Mattscheibe gebracht. Warum dann gleichen Käse noch einmal verfilmen? Wir werden und wollen es eigentlich auch gar nicht erfahren.
 
 
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THE HATRED – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final

 
 
 

Ermüdender Spuk-Albtraum nur für besonders Ausgeschlafene geeignet. Ein Spukhaus, vier dumme Weiber und ein kleines Mädchen, das permanent in Rätseln quasselt. THE HATRED ist eine Nullnummer und langweilig obendrein. Nach Originalität sucht man hier vergebens, denn der Streifen läuft nach gleichem Schema ab, wie unzählige Geisterfilme zuvor. Einziger Lichtblick ist ein Wiedersehen mit ANDREW DIVOFF. Der dürfte vielen Horrorfans als diabolischer WISHMASTER in Erinnerung geblieben sein. In THE HATRED zeigt er sich ganz ohne Maske und Verkleidung vor der Kamera – ist aber böse, wie eh und je. Leider ist das Wiedersehen nicht von langer Dauer. Der bekannte Schauspieler muss bereits nach wenigen Minuten sein Leben lassen. Verflixt und zugenäht, warum müssen Filmemacher immer so dreist den Spaß nehmen.
 
 
 


 
 
 

THE HATRED – Zensur

 
 
 
Sonderlich viel Gewalt hat THE HATRED nicht zu bieten. Im Prolog wird ein Mädchen vom eigenen Vater in einem Trog ertränkt. Der wiederum wird von seiner Frau ermordet, die ihn mit Pestizid vergiftet. Die restlichen Gewaltakte werden im Finale gezeigt. Dennoch ist THE HATRED eher ein Gruselfilm, der von subtiler Angstmacherei lebt – wenngleich die zum großen Teil ihr Ziel verfehlt. Hierzulande dürfte der Filme ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE HATRED – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Demonic (2015)
 
Annabelle 2 (2017)
 
Ouija: Ursprung des Bösen (2016)
 
Wait Till Helen Comes (2016)
 
We Are Still Here – Haus des Grauens (2015)
 


Filmkritik: „Temple“ (2017)

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TEMPLE

Story

 
 
 

Ein mysteriöser Tempel wird für drei Japan-Touristen zur (tödlichen) Falle.

 
 
 


 
 
 

TEMPLE – Kritik

 
 
 
Ist das ein neuer Trend? Nachdem wir erst vor einigen Tagen den Geisterfilm GHOST HOUSE besprochen haben, folgt nur wenige Tage danach ein weiterer Genre-Streifen, der aus Amerika kommt und Horror vor fernöstlicher Kulisse zelebriert. Diesmal wird der Zuschauer aber nicht wie im genannten Grusler nach Thailand entführt. In TEMPLE geht es nach Japan, wo sich seit Filmen wie JU-ON, RINGU und Konsorten Geister offenbar besonders wohlfühlen. Für die Umsetzung waren anfangs die VICIOUS BROTHERS angedacht. Die kennen sich im Horror-Bereich aus und inszenierten bereits zusammen Schauer-Kracher wie GRAVE ENCOUNTERS und den Alien-Horror EXTRATERRESTRIAL. Letztendlich ging das Regiezepter aber an den noch unerfahrenen MICHAEL BARRETT. Der zeichnet hier verantwortlich und feiert mit dem Horrorfilm sein Regiedebüt. Ob der kurzfristige Regiewechsel eine gute Entscheidung gewesen ist, darf nach Sichtung bezweifelt werden. TEMPLE ist nämlich kein Hit. Der Film schaut zwar super aus. Inhaltlich wurmt es gewaltig. Es ist eben nicht alles Gold was glänzt.
 
 
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Auf in den Fernen Osten. Das denkt sich auch die attraktive Kate, die zusammen mit dem Liebsten und einem Freund aus Kindertagen nach Japan reist, um in die Geschichte des Landes eintauchen zu können. Vor allem geheimnisvolle Tempel haben es der Hobbyfotografin angetan, die sie gern genauer erforschen und natürlich auch fotografieren möchte. Eine Gelegenheit bietet sich schon bald. In einem Laden finden die amerikanischen Touristen ein altes Buch, das von einem dieser Tempel berichtet, um den schaurigen Legenden ranken. Dort sollen Kinder auf unerklärliche Weise verschwunden sein. Weil die Einheimischen keine Erklärung für das Verschwinden fanden, beschuldigten sie den Mönch des mysteriösen Tempels für abscheuliche Taten und lynchten die ahnungslose Seele. Das sind Geschichten, die das Herz eines jeden Abenteurers wecken. Deshalb beschließen die Touristen dem Geheimnis des verbotenen Ortes auf den Grund zu gehen. Sie wandern durch Wälder, legen Rast in einem Dorf ein und finden schon bald, wonach sie gesucht haben. Leider leuchtet schnell ein, dass sich Legenden auch mal bewahrheiten können. Der besagte Tempel scheint ein Ort des Bösen zu sein. Für die drei Wanderer schlechte Neuigkeiten, die mit Einbruch der Dunkelheit in den Wäldern ums Überleben bangen müssen.
 
 
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Was ist denn da passiert? TEMPLE hätte Grusel aus dem Bilderbuch werden können, aber wie so häufig in letzter Zeit kommt alles anders. Das große Problem dieses Horrorfilms ist der Gruselanteil selbst. Der kommt nämlich viel zu kurz und endet abrupt. Ist da etwa schon früh das Budget ausgegangen? Dabei beginnt TEMPLE eigentlich ganz vielversprechend und erinnert im Aufbau an den 1999 ins Kino gebrachte THE BLAIR WITCH PROJECT – aber freilich ohne Wackelkamera und Hexe. Drei Touristen hören von schaurigen Geschichten und wollen diese ergründen. Sie befragen Einheimische und beherzigen weder Warnungen noch Ratschläge. Unachtsamkeit führt ins Verderben, denn kaum durchstreifen die neugierigen Wanderer dichte Wälder und es wird dunkel, geht das Winseln los. Wer da keine Parallelen zum erwähnten Found-Footage-Hexentanz findet, ist eindeutig blind oder hat den Film nicht gesehen – kopiert wird nämlich fleißig. Regisseur MICHAEL BARRETT baut langsam Unbehagen auf, zieht Spannungsschrauben fest und lässt alles in atmosphärische Bilder tauchen. Spätestens hier sieht man, wie gut sich der Regisseur mit Kameraspielereien auskennt. Der Filmemacher rückt Horror geschickt ins rechte Licht – offenbar, um Mankos vertuschen zu können. Doch das talentierte Kameraspiel kommt nicht von ungefähr. MICHAEL BARRETT stand nämlich schon selbst für viele Hollywoodfilme als Kameramann hinter der Linse. Darunter für Hochglanzware wie TED und dessen Fortsetzung. Einschlägige Erfahrungen machen sich in TEMPLE bezahlt. Der Streifen schaut nämlich besser aus, als er letztendlich ist. Leider legt TEMPLE nach knapp sechzig Minuten Spielzeit eine Talfahrt ein. Haben Protagonisten ihr Ziel erreicht, flimmert auch schon der Abspann über die Mattscheibe. Offenbar fehlt hier Filmmaterial, denn TEMPLE wirkt unfertig und überstürzt. Während man sich zuvor Zeit für Aufbau und Charakterentwicklung gelassen hat, wird die Nacht des Grauens in zehn Minuten abgehandelt. Eine herbe Enttäuschung für Gruselfans, denen nicht einmal Gelegenheit gegeben wird sich richtig erschrecken zu können.
 
 
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TEMPLE – Fazit

 
 
 

5 Punkte Final

 
 
 
Atmosphärischer Asien-Grusler, der aber irgendwie unfertig wirkt. Entweder wurde kurzerhand viel Gruselmaterial entfernt oder man musste aus Budgetgründen Drehtage streichen, so dass man nur das Nötigste auf Zelluloid bannen konnte. TEMPLE endet abrupt. Aufgrund des zuvor bedacht aufgebauten Spannungsbogens enttäuschend, weil dieser asiatisch angehauchte Gruselstreifen ein wirklich sehenswerter Schauertrip hätte werden können. Die Schauspieler können was, der Film glänzt mit Gespür fürs Visuelle und auch die nicht sonderlich neue Geschichte wurde so verpackt, dass kaum Langeweile aufkommt. Ein Rundum-sorglos-Paket also. Leider vermasselt das eigentliche Gruselfinale den positiven Gesamteindruck. Das fehlt nämlich beinahe ganz. Für einen Gruselfilm fatal. Vielleicht kann sich Macher MICHAEL BARRETT irgendwann zu einem Director’s Cut durchringen und jene Vision Horrorfans zeigen, die er eigentlich in die Kinos bringen wollte. TEMPLE – so wie er uns vorlag – ist leider ein trauriger Reinfall.
 
 
 


 
 
 

TEMPLE – Zensur

 
 
 
Gewaltmomente gibt es kaum im Film zu sehen. TEMPLE setzt eher auf subtiles Grauen mit Gänsehautgarantie. Daher dürfte der Streifen hierzulande ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

TEMPLE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blair Witch Project (1999)
 
Nightlight (2015)
 
The Forest (2016)
 
Willow Creek (2013)
 
Across the River (2013)
 
The Shrine (2010)
 
The Barrens (2012)
 
Exists – Die Bigfoot-Legende lebt! (2014)
 


Filmkritik: „Annabelle 2“ (2017)

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ANNABELLE 2

(ANNABELLE: CREATION)

Story

 
 
 

Die unheimliche Puppe mit den langen Zöpfen ist wieder da. Diesmal versucht sie Waisenkindern in einem abgelegenen Farmhaus das Fürchten zu lehren.

 
 
 


 
 
 

ANNABELLE 2 – Kritik

 
 
 
Mittlerweile blickt keiner mehr durch. Seit Jahren sind in Hollywood nicht mehr nur Fortsetzungen erfolgreicher Horrorfilme Mode. Die Traumfabrik hat neue Wege gefunden, um den spendablen Kinogängern noch mehr Geld aus den Taschen ziehen zu können. Einer derer nennt sich Spin-Off und hat sich zu einem lukrativen Geschäft entwickelt mit dem sich gut Zaster verdienen lässt. Dabei handelt es sich um Ableger bekannter Filme aus denen ein Nebenstrang oder eine Figur entnommen wurde, um daraus einen eigenen Film zu machen. So geschehen mit ANNABELLE – einem Horrorfilm von 2014 in dem eine gruselige Puppe ihr Unwesen trieb, die zuvor in einem anderen Horrorfilm mit dem Titel THE CONJURING Erwähnung fand. Die war dort nur wenige Minuten zu sehen, ließ aber tausende Kinofans erschaudern, weshalb sich das Produktionsstudio dazu entschloss dem unheimlichen Spielzeug einen eigenen Film zu spendieren. Der wurde produziert, kam aber nicht sonderlich gut an. Dennoch spielte ANNABELLE genug an den Kinokassen ein und musste fortgesetzt werden. Hollywood ist manchmal so durchschaubar.
 
 
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Die Fortsetzung zu ANNABELLE erzählt – wie’s aktuell im Horrorbereich Trend ist – die Vorgeschichte zum Originalfilm. Dabei werden die Ursprünge der schaurigen Puppe beleuchtet, die von einem bösen Dämon besessen ist, der nur Unruhe stiften will. Alles beginnt im Jahr 1943, wo es das Schicksal mit Puppenmacher Samuel Mullins und dessen Frau Esther nicht sonderlich gut meint. Die geliebte Tochter Annabelle wird von einem Auto überfahren und stirbt am Unfallort. Weil die Trauer über den Verlust unerträglich ist, beschließt das Paar einer geheimnisvollen Präsenz die Erlaubnis zu erteilen, in einen Puppenkörper schlüpfen zu dürfen, die seit dem Tod der kleinen Tochter durchs Haus geistert. Leider wird den Eheleuten bald klar, dass jener Geist nicht die kleine Annabelle ist von der sie gehofft hatten, dass sie zurückgekehrt ist. Ein boshafter Dämon nutzt die Gunst der Stunde, um einen Weg in die Welt der Lebenden zu finden. Gott sei Dank kann das Vorhaben gestoppt werden. Die Puppe wird in einen geheimen Raum gesperrt von wo aus das Böse kein Unheil mehr anrichten kann. Zwölf Jahre später geht der Spuk in die nächste Runde. Einige Waisenkinder machen es sich im Haus erwähnter Farmleute gemütlich und bringen wieder Leben in die Hütte. Doch mit der Ruhe ist es bald vorbei. Eines der Kinder stößt bei Entdeckungsreisen durch das Anwesen auf das Versteck der Puppe und weckt so den Dämon aus seinem Schönheitsschlaf. Der hat jetzt keine Lust mehr nur im Puppenkörper zu hausen und versucht sich dem Körper der ahnungslosen Janice zu bemächtigen. Zusammengefasst: Nichts Neues von der Geisterfront.
 
 
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Und täglich grüßt das Murmeltier. ANNABELLE 2 macht visuell eine beachtliche Figur, erfindet das Gruselrad aber nicht neu. Der Film spult im Grunde genommen gleiches Schema ab, das bereits im Puppen-Vorgänger und den von JAMES WAN inszenierten CONJURING-Streifen Verwendung fand. So sorgen dämonische Kräfte für lauten Radau, kennen aber offenbar keine Abwechslung. Das dürfte erfahrene Zuschauer schnell unterfordern, denn die werden hier von einem Schockmoment zum nächsten getrieben und folgen dabei immer gleichen Szenenabläufen in denen Protagonisten von bösen Kräften überrascht werden und es anschließend mit der Angst zu tun bekommen. Große Gruselkunst sieht anders aus, zumal der Streifen erst spät einen Weg aus der monotonen Dauerschleife findet und endlich beginnt seine Geschichte zu erzählen. Die passt auf einen Bierdeckel und reduziert sich auf Rückblenden in denen erläutert wird, wie es dazu kam, dass böse Mächte in die Puppe geschlüpft sind. Immerhin wird Spuk aus der Gruselhochglanzbroschüre geboten – was anderes hätte man von einem Film auch nicht erwartet, der von einem namhaften Studio wie NEW LINE CINEMA produziert wurde. Regisseur DAVID F. SANDBERG beweist nach LIGHTS OUT erneut Talent für schaurige Atmosphäre und hat ein Händchen für altmodischen Grusel. Letzterer erinnert gern mal an Old-School-Horror der 1970er, wo es Okkult, Spuk- und Geisterfilme ziemlich oft auf die große Leinwand geschafft haben.
 
 
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ANNABELLE 2 – Fazit

 
 
 

6 Punkte Final

 
 
 
Schöne Verpackung, enttäuschender Inhalt. ANNABELLE 2 sieht Bombe aus und hat fiese Schockmomente zu bieten, die zweifelsohne im Sessel zusammenzucken lassen. Damit macht der Gruseltrip das wieder gut, was Zuschauer am Vorgängerfilm bemängelt haben. Dennoch mangelt es auch dem Prequel an Originalität oder Neuerungen, denn sonderlich viel Neues passiert in den knapp 100 Minuten Spielzeit leider nicht. Die Handlung wird mit immer gleichen Szenenabläufen gefüllt, die einzig darauf aus sind mit hinterlistigen Jump Scares zu erschrecken. Hin und wieder gelingt dem Streifen das auch ganz ordentlich, obwohl Gezeigtes nicht mehr viel mit den angeblich wahren Ereignissen am Hut hat, die um die Puppe ranken. ANNABELLE 2 zeigt nichts, was man nicht auch schon im Vorgänger zu sehen bekommen hat und besitzt zudem auch offensichtliche Logikschwächen und Ungereimtheiten. Das mag für alte Horrorkenner schnell zum Geduldsspiel werden, weil sich ANNABELLE auch noch ziemlich gemächlich bis zum Finale schleppt und lange benötigt, bis er überhaupt an Fahrt gewinnt. Schön ist dennoch, dass man einen Bogen zum ersten Teil zieht. Das Ende von ANNABELLE 2 knüpft nämlich genau dort an, wo der Vorgänger vor einigen Jahren begonnen wurde. Trotzdem sind wir der Meinung, dass man es bei zwei Filmen belassen und die ANNABELLE-Gruselakten schließen sollte. Jede weitere Fortsetzung wäre überflüssig. Vermutlich wird das aber die Traumfabrik nicht davon abhalten, die Kuh weiter zu melken – und sei’s nur für den Videomarkt. Aufgrund der enormen Beliebtheit des CONJURING-Universums dürfte ein dritter Teil nicht lange auf sich warten lassen. Der dürfte sich perfekt in jene Liste von Ablegern einreihen, die Hollywood noch auf der Umsetzungsliste stehen hat. Schenkt man nämlich Informationen im Internet Glauben, sollen weitere Kreaturen aus dem CONJURING-Streifen in eigenen Filmen auftauchen. Ob die Erschaffung eigener Filmuniversen ein neuer Trend im Kino ist? Man darf davon ausgehen. Der Studio-Gigant UNIVERSAL PICTURES hat nämlich Ähnliches vor. Mit dem DARK UNIVERSE will das Filmstudio Urgesteine des Horrorfilms in einem Universum vereinen. Demzufolge wird es in naher Zukunft ein Aufeinandertreffen zwischen der Mumie, Frankenstein oder dem Wolfsmenschen geben. Sachen gibt’s, die braucht kein Mensch.
 
 
 


 
 
 

ANNABELLE 2 – Zensur

 
 
 
ANNABELLE 2 hält sich mit Schauwerten bedeckt. Ein Kind wird im Off überfahren und ein Auge wird im Off ausgekratzt. Zudem wird einem der Protagonisten sprichwörtlich die Lebensenergie ausgesaugt. Der einzige Gewalteffekt begrenzt sich auf eine Filmfigur, die an eine Wand genagelt wird und der der Unterleib abgetrennt wurde. Ansonsten wird sich in erster Linie auf Schreckmomente konzentriert. Im Kino läuft ANNABELLE 2 frei ab 16 Jahren. Gleiche Freigabe dürfte auch die kommende Heimkinoauswertung erhalten.
 
 
 


 
 
 

ANNABELLE 2 – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte führ Grafiken liegen bei Warner Bros. Deutschland)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dolly Dearest (1991)
 
Annabelle (2014)
 
Ouija – Ursprung des Bösen (2016)
 
Robert the Doll (2015)
 


Filmkritik: „Ghost House“ (2017)

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GHOST HOUSE

Story

 
 
 

Ein Urlaub mit Schrecken: Zwei Urlauber werden in Thailand von einem Geist verfolgt, der offenbar eine Leidenschaft fürs Terrorisieren von Touristen besitzt.

 
 
 


 
 
 

GHOST HOUSE – Kritik

 
 
 
Vermutlich glauben nur die wenigsten Leser hier an Geister oder Gespenster. In aufgeklärten Zeiten wie der unseren ist das aber auch kein Wunder, gehören Dämonen, Spuk und Geisterwesen in die Welt des Aberglaubens, mit denen man vor allem Kindern gern mal einen Schreck einjagen kann. Anders sieht es da in Thailand aus, denn dort ist der Glaube an Geister weit verbreitet. So ist es nicht unüblich einen eigenen Haus- und Hofgeist zu haben, der natürlich gebührend beherbergt werden muss! Thais glauben nämlich, dass jedes Stück Land von einem Geist bewohnt wird. Will man darauf ein Haus bauen, nimmt man der rastlosen Seele das Zuhause weg. Um die Kreaturen nicht zu verärgern, bauen ihnen die Thailänder eigene Häuschen und richten diese gemütlich ein. Die stehen in der Regel an Grundstücksgrenzen, damit unliebsame Menschen möglichs früh von den Bewohnern der kleinen Häuser vertrieben werden können. Genau jene Thematik liegt dem folgenden GHOST HOUSE zugrunde. Hier muss die interessante Folklore aber als Alibifunktion herhalten, damit lautes Spuktheater veranstaltet werden kann. Regisseur RICH RAGSDALE nutzt Thai-Legenden aus, um das Massenpublikum mit oberflächlicher Gruselware zu beglücken. GHOST HOUSE ist demzufolge eher Gruselhappen ohne Überraschungen. Wer mehr über die kleinen Geisterhäuser im Film wissen möchte, muss selbst recherchieren.
 
 
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Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn sich Julie (SCOUT TAYLOR-COMPTON aus 247°F) und Jim (JAMES LANDRY HÉBERT aus CARNAGE PARK) vor ihrem Trip nach Thailand Reiseführer besorgt und diese auch studiert hätten. Dann wäre ihnen so manch Problem im Reiseland erspart geblieben. Die wollen dort heilige Geisterschreine – auch San Phra Phum genannt – fotografieren, ohne sich davor ausführlich mit diesen unheimlichen Gegenständen auseinandergesetzt zu haben. Die Lehre folgt auf dem Weg. Zwei Briten nutzen die Unwissenheit der Touristen aus, um ihnen etwas Furchtbares anzuhängen. Sie führen das ahnungslose Paar zu einem besonders gefürchteten Exemplar, wo Julie eine mysteriöse Figur aus genanntem Schrein entwendet und so den Zorn eines besonders bösen Geistes auf sich lenkt. Da ist plötzlich Schluss mit Reise- und Entdeckungslust. Eine grimmige Geisterfrau heftet sich an die Fersen der attraktiven Urlauberin und beschert ihr die Hölle auf Erden. Gut, dass Jim seine Freundin liebt. Der versucht dem Spuk ein Ende zu bereiten und findet heraus, dass die Liebste unter einem Fluch steht. Leider hat er nur drei Tage Zeit, um das Desaster rückgängig zu machen. Anderenfalls ist die Liebe seines Lebens für immer verloren. Ob am Ende alles gut wird? Man wird sehen.
 
 
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Wenn Amerikaner Gruselfilme drehen, die sich mit fremden Bräuchen und Traditionen beschäftigen, kann in der Regel nur überflüssiger Nonsens entstehen. GHOST HOUSE ist nichts anderes, als ein weiterer Versuch mit fernöstlicher Mythologie Kasse zu machen. Der Film macht es den Neuverfilmungen THE GRUDGE oder RING gleich und bringt seichte Gruselei ins Heimkino, die sich fremder Folklore bedient von der hierzulande nur die wenigsten gehört haben. Das mag sich zwar auf den ersten Blick erfrischend oder gar interessant anhören. Das Ergebnis wurde aber einfältig amerikanisiert, so dass die Erforschung thailändischen Geisteraberglaubens zügig ins Abseits gerät. GHOST HOUSE klappert ab, was eigentlich nicht neu ist und in so jedem Geisterfilm abgehandelt wird. Ein Geist ist wütend und treibt allerhand Schindluder mit seinen Opfern. Dabei wird der Zorn durch Einsatz möglichst fieser Schreckmomente, unheimlicher Geräuschkulisse und düsterer Optik zum Ausdruck gebracht. Leider wirken viele Schockmomente abgenutzt, denn sonderlich originell wird nicht erschreckt. So erscheint die garstige Kreatur der heimgesuchten Filmheldin in unmöglichsten Momenten abrupt und treibt ihr Opfer damit in den Wahnsinn. Immerhin besitzt GHOST HOUSE trotz Jump Scares und vorhersehbarer Handlung reichlich Tempo, das den konventionellen Spuk-Brei halbwegs unterhaltsam gestaltet. Die Protagonisten müssen einen Weg finden, den Fluch zu brechen und holen sich Rat bei Einheimischen, die selbstverständlich wissen wie man dem Spuk ein Ende bereiten muss. Klingt abgedroschen, ist es auch. Für Fans von DER FLUCH VON DARKNESS FALLS oder DON’T KNOCK TWICE vermutlich dennoch einen Blick wert. Ein informatives Buch über die sogenannten Geisterhäuser in Thailand dürfte hingegen wohl mehr Gänsehaut bescheren.
 
 
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GHOST HOUSE – Fazit

 
 
 

6 Punkte Final

 
 
 
Andere Länder, andere Sitten: Konventionelles Spuktheater, das sich zwar thailändischer Folklore bedient aber dann doch aussieht, wie Geister-Allerlei großer amerikanischer Studios. Visuell kann GHOST HOUSE überzeugen. Der Gruselstreifen schaut atmosphärisch aus und auch obligatorische Schreckmomente verfehlen ihre Wirkung nicht. Leider geht der Film zu beliebig vor und hebt sich nicht von den üblichen Konsorten ab. Wieder einmal treibt ein Geist Schabernack. Die Filmhelden müssen Antworten finden und den Unruhestifter in seine Schranken weisen. Sonderlich neu oder originell ist das nicht. Wegen der straffen Inszenierung ist GHOST HOUSE zumindest halbwegs unterhaltsam – Langeweile kommt nämlich kaum auf. Dennoch bleibt nach Sichtung nicht sonderlich viel hängen, weil GHOST HOUSE ein typischer Vertreter der Sorte „einmal gesehen und schnell wieder vergessen“ ist. Aufgrund der interessanten und unverbrauchten Thematik über thailändische Geisterschreine irgendwie schade.
 
 
 


 
 
 

GHOST HOUSE – Zensur

 
 
 
GHOST HOUSE hat kaum Gewaltmomente zu bieten. Hier handelt es sich in erster Linie um einen Gruselstreifen, der von Schocks und Schreckmomenten lebt. Immer wieder taucht die Geisterfrau unverhofft auf, um der Filmheldin den Verstand zu rauben. Gewalttechnisch gibt es nur einen abgeschnittenen Finger zu sehen – das war’s. Hierzulande dürfte der Streifen wegen seiner gruseligen Momente eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

GHOST HOUSE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte führ Grafiken liegen bei Vertical Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Fluch – The Grudge (2004)
 
Drag Me to Hell (2009)
 
Don’t Knock Twice (2016)
 
Der Fluch – The Grudge 2 (2006)
 
The Eye (2002)
 
Make Me Shudder (2013)
 
Der Fluch von Darkness Falls (2003)