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Filmkritik: „Bed of the Dead“ (2016)

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BED OF THE DEAD

Story

 
 
 

Ein Bett wird zum Schauplatz ultimativen Terrors. Das entpuppt sich als abgebrühter Killer und tötet jene, die es sich darin gemütlich gemacht haben.

 
 
 


 
 
 

BED OF THE DEAD – Kritik

 
 
 
Nicht schon wieder ein Zombiefilm. Zumindest liegt der Verdacht nahe, wenn sich ein Film BED OF THE DEAD schimpft und so Streifen wie DIARY OF THE DEAD, DAWN OF THE DEAD oder LAND OF THE DEAD in Erinnerung ruft. Letztere stammen aus der Mache von Zombievater GEORGE A. ROMERO und waren lupenreine Zombiefilme – stets unverkennbar am Anhang „of the Dead“ im Titel. Um Ängste zu nehmen: Der nun hier vorgestellte Horrorthriller ist kein Streifen erwähnten Subgenres. Lebende Leichen lassen sich in diesem Horrorfilm nicht blicken. Stattdessen knüpft BED OF THE DEAD dort an, wo in den 80ern WES CRAVEN mit A NIGHTMARE ON ELM STREET vorgelegt hat. Darin wurde der damals noch unbekannte JOHNNY DEPP von einem gefräßigen Bett verschluckt und anschließend verdaut ausgespuckt. Ein Schelm wer da böses denkt und Parallelen zum folgenden BED OF THE DEAD vermutet. Auch hier wird eine uralte Schlafliege zur Killermaschine, die grausam tötet und hinterlistig manipuliert. JEFF MAHER hat sich diesen ungewöhnlichen Horrortrip ausgedacht und ist im Horrorfach kein Unbekannter. Der hat zuvor in Streifen wie ANTISOCIAL, ANTISOCIAL 2 und BITE die Kameraarbeit übernommen. Offenbar war ihm das nicht genug. Mit BED OF THE DEAD feiert der Kanadier sein Langfilmdebüt als Regisseur. In der Horrorfilmwelt nichts Ungewöhnliches mehr. Nicht selten haben sich in der Vergangenheit Kameramänner als Regisseure ausprobiert und passable Arbeit abgeliefert. Ob das auch für BED OF THE DEAD gilt?
 
 
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Wie der Titel BED OF THE DEAD vermuten lässt, handelt dieser Streifen um ein Nachtlager, das den Tod bringt. Jene Koje steht in einem zwielichtigen Sex-Club und wurde vor Jahrhunderten aus Holz eines Baumes geschnitzt, an dem eine Sekte unschuldige Menschen aufgehangen hat. Das wissen vier sexhungrige Mittzwanziger aber nicht, die sich wegen einer Orgie in das letzte verfügbare Zimmer eines schmuddeligen Stundenhotels einmieten. Kaum nackig und im Bett, passieren auch schon furchtbare Dinge. In dieser uralten Pritsche schlummert das Böse. Wer sie einmal betreten hat, kommt nicht mehr lebend heraus. Diese Erfahrung müssen auch die neuen Schlafgäste machen. Kaum einen Fuß aus dem Bett gesetzt, folgt ein folgenschweres Massaker, das die wenig klugen Helden zum Nachdenken zwingt. Währenddessen untersucht der kaputte Polizist Vigil (COLIN PRICE) einen mysteriösen Mordfall und erhält plötzlich eine SMS von der attraktiven Sandy (ALYSA KING aus BERKSHIRE COUNTY), die im gesagtem Killer-Bett ums Überleben bangt. Ob man ihr aus der misslichen Lage helfen kann? Nach nicht einmal 75 Minuten wird man es wissen. Sonderlich lang ist BED OF THE DEAD leider nicht.
 
 
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Einen derart obskuren Killer hat man im Horrorfilme bestimmt noch nicht gesehen. BED OF THE DEAD beginnt stark und blutig. Das dürfte vermutlich Fans für Grobe freuen. Leider erhält die Freude schnell einen Dämpfer, denn nach deftigen 15 Minuten ist plötzlich Schluss mit lustig. Nachdem zwei Protagonisten grausam ihr Leben lassen mussten, quält sich BED OF THE DEAD mit dem Fortgang der Geschichte. Offenbar war man sich beim Schreiben des Drehbuchs nicht sonderlich klar, was man mit der ungewöhnlichen Idee von einem mordenden Bett anfangen soll. So macht sich schnell Langeweile breit, weil die übrigen Helden irgendwie versuchen einen Ausweg aus der Misere zu finden. Da wird nach dem Hotelpersonal gerufen oder mit Handys Hilfe angefordert. Leider kommen die Hilferufe in einer Art Parallelwelt an und rufen so das Interesse eines innerlich zerfressenen Polizisten auf den Plan, der soeben einen mysteriösen Mordfall untersucht in dem das mordende Bett auch eine Rolle spielt. Klingt verschachtelt und kompliziert, ist aber kaum der Rede wert. BED OF THE DEAD besitzt kaum Höhepunkte und verliert schnell jene Intensionen aus den Augen, die man wohl erwarten würde, wenn man einen solchen Titel liest. Im Film wird zu wenig „Dead“ gezeigt. Stattdessen quälen unwichtige Gespräche und nicht sonderlich begabte Schauspieler, welche sich unklug verhalten und nicht sonderlich sympathisch sind. Vertanes Potenzial, wie wir meinen, denn BED OF THE DEAD hätte Großes werden können. Die wenigen Spezialeffekte erinnern an handgemachte Gewaltexzesse aus den 80ern und auch atmosphärisch fährt Regisseur JEFF MAHER groß auf. Doch statt blutigem Party-Trash mit Betten-Massaker wird nur ein lauer Horror-Wind geboten, der wohl besser als Kurzfilm funktioniert hätte. Enttäuschend.
 
 
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BED OF THE DEAD – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärischer Old-School-Horror, der wohl in den 1980ern ein Hit geworden wäre. Leider haben sich Sehgewohnheiten geändert. BED OF THE DEAD hält nicht das, was man sich von einem Film mit so reißerischem Titel gewünscht hätte. Da erwartet man Trash, Gore und viele Leichen. Letztere sind überschaubar, was nicht gerade für einen Streifen mit derart verheißungsvoller Titelkreation spricht. BED OF THE DEAD punktet in Sachen Atmosphäre. Die ist düster und unheimlich. Was stört ist die wenig packende Geschichte. Offenbar haben Ideen gefehlt, wie man einen Film über ein mordendes Bett auf Spielfilmlänge aufblasen kann. Nach einleitender Metzelorgie mit viel Tempo, geht dem Streifen plötzlich die Puste aus. Keine guten Voraussetzungen für ein sehenswertes Horrorerlebnis.
 
 
 


 
 
 

BED OF THE DEAD – Zensur

 
 
 
BED OF THE DEAD hat ein paar wenige handgemachte Splatter-Momente zu bieten. Ein Mann wird unter ein Bett gezogen. Danach spritzt literweise Blut unter dem Bett hervor. Weiterhin werden Fersen durchtrennt und Bauchdecken aufgerissen. Das große Splattermeisterwerk ist BED OF THE DEAD nicht geworden. Die Gewaltmomente halten sich in Grenzen und sind überschaubar. Daher ist eine Freigabe ab 16 Jahren denkbar.
 
 
 


 
 
 

BED OF THE DEAD – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Black Fawn Films | Breakthrough Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Death Bed: The Bed That Eats (1977)
 
Stuart Gordon’s Death Bed (2002)
 
Der Kühlschrank (1991)
 


Filmkritik: „Darkness Rising“ (2017)

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DARKNESS RISING

Story

 
 
 

Manchmal ist es besser, wenn man die Vergangenheit ruhen lässt. Eine Erkenntnis, die der Heldin von DARKNESS RISING leider zu spät kommt.

 
 
 


 
 
 

DARKNESS RISING – Kritik

 
 
 
Wenn es im Horrorfilm spukt, dürfte den meisten Genre-Liebhabern wohl folgender Streifen zurück in Erinnerung gerufen werden: THE AMITYVILLE HORROR. Hier wurde schaurig auf die Leinwand gebracht, was sich 1974 tatsächlich im amerikanischen Amityville ereignet haben soll. In einer kühlen Novembernacht erschoss ein junger Mann die ganze Familie und erläuterte vor Gericht, dass er zum Zeitpunkt der Morde von Dämonen besessen gewesen sei. Der Fall erregte internationales Interesse in den Medien und wurde Jahre später von Hollywood verfilmt. THE AMITYVILLE HORROR wurde – trotz Schwächen – zum kommerziellen Erfolg und lies Fortsetzungen folgen, über die man mittlerweile die Übersicht verloren haben dürfte. Irgendwo im Haunted-House-Genre beheimatet ist auch der folgende Gruselhausfilm, dessen Inhaltsangabe sich bei genauerer Betrachtung irgendwie so liest, als habe man hier eine weitere Fortsetzung über das berüchtigte Horrorhaus in Amityville gedreht. Verantwortlich zeichnet AUSTIN READING, der bisher kaum Multiplex-Ware gedreht hat, sondern nur Fast-Food fürs Fernsehen. Die Kino-Unerfahrenheit merkt man auch dem Horrorfilm DARKNESS RISING an. Der erinnert nämlich stark an TV-Futter und wurde in Amiland verständlicherweise gleich für den Heimkinomarkt veröffentlicht. Dort dürfte er wohl kaum auffallen. Der Grund: DARKNESS RISING hebt sich kaum von den üblichen Konsorten ab. Das hat man alles schon mal besser gesehen.
 
 

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Ein beliebtes Thema in Horrorfilmen: Spukhäuser. In DARKNESS RISING macht Madison (TARA HOLT) Bekanntschaft mit derartigem Gemäuer. Die kehrt nämlich nach langer Zeit zurück zum Haus der Eltern, weil es abgerissen werden soll. Seit der Kindheit leidet sie an einem Trauma. Das ist nicht unbegründet, denn als Kind hat die attraktive Frau Schlimmes erlebt. Offenbar litt die Mutter an psychischen Problemen, weshalb sie auf bestialische Weise eines ihrer Kinder ermordete und sich anschließend selbst in die ewigen Jagdgründe befördert hat. Um Erlebtes aufzuarbeiten, soll ein letzter Besuch im alten Zuhause helfen. Doch der verwandelt sich bald zum Albtraum. Kaum mit Cousine Izzy (KATRINA LAW) und dem Verlobten Jake (BRYCE JOHNSON aus WILLOW CREEK) das Anwesen betreten, passieren dort mysteriöse Dinge. Erst sind es seltsame Visionen, die der Traumatisierten Angst bereiten. Später ziehen Hunde ums Haus, die die Besucher nicht gehen lassen wollen. Was liegt hier im Argen? Die Antwort darauf ist nicht schwer zu erraten. Das schmucke Anwesen in DARKNESS RISING führt ein Eigenleben und hat ganz eigene Pläne mit den ahnungslosen Protagonisten. Herrje!
 
 

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Willkommen zu unabhängig produziertem Indie-Kino, das eigentlich kein Mensch braucht. DARKNESS RISING ist weit weg von gut, denn der Film besitzt nichts, was in Erinnerung bleibt. Geboten werden langweilige Charaktere, eine dumme Geschichte und auf gruselig getrimmte Horror-Elemente, die keinen Preis für Originalität gewinnen dürften. Drehbuchautor VIKRAM WEET macht es dem Zuschauer nicht leicht. Der fade Mix aus EVIL DEAD und THE AMITYVILLE HORROR braucht nämlich lange, bis er an Tempo gewinnt. Dabei verläuft alles nach klassischem Aufbau. An Überraschungen hat man nicht gedacht. Hier ein paar seltsame Stimmen, dort plötzlich besessene Helden, die von finsteren Mächten gelenkt werden. DARKNESS RISING macht viel Lärm um nichts und zögert künstlich hinaus, bevor endlich die Katze aus dem Sack gelassen wird. Was hat es mit dem schaurigen Haus auf sich? Die Frage darauf gilt es zu ergründen. Damit lässt sich der Streifen viel Zeit und macht so den Zuschauer müde. Warum müssen Geister und Spukhäuser eigentlich immer Spiele mit ihren Opfern spielen? Statt mit der Tür ins Haus zu fallen, werden in der Regel Geheimnisse gewebt. Das ist auch in DARKNESS RISING der Fall, der erst kurz vor Ende zu verstehen gibt, warum hier Spuk-Theater veranstaltet wird. Die Erklärungen sind fadenscheinig und machen bei genauerer Untersuchung keinen plausiblen Sinn. Ein Grund mehr sich lieber mit besseren Horrorfilmen zu beschäftigen.
 
 

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DARKNESS RISING – Fazit

 
 
 

5 Punkte Final

 
 
 
STEPHEN KINGS CUJO trifft auf EVIL DEAD und AMITYVILLE HORROR. DARKNESS RISING erweckt den Anschein, als habe hier jemand schnell etwas zu Papier gebracht, das verfilmt werden musste, um flink Kasse machen zu können. Viel Herzblut wurde nicht investiert, denn frische Ideen sucht man vergebens. Alles läuft nach bekanntem Schema für Filme ab in denen Spuk- und Geisterhäuser eine Rolle spielen. Das macht den Streifen nicht sonderlich spannend und raubt den Zuschauer Nerven. Letzteres geht auch auf das Konto von Schauspielerin TARA HOLT. Die blüht in ihrer Rolle als permanent winselnde und hysterisch jammernde Filmheldin auf und stellt so die Geduld des Publikums auf eine harte Probe. Doch damit nicht genug. Auch die Geschichte verlangt nicht viel ab. Die behäbige Inszenierung erinnert an TV-Filme und quält sich mit kammerspielartiger Machart durch drei Seiten Drehbuch, die künstlich auf Spielfilmlänge geblasen wurden. Warum schreibt man keine gruseligen Horrorgeschichten mehr? Statt unheimlicher Angstmacher wird mittlerweile nur noch konventioneller Zelluloid-Blödsinn für den Videomarkt produziert, der längst die eigentlichen Absichten von Horrorfilmen aus den Augen verloren hat. Eine erschreckende Entwicklung.
 
 
 


 
 
 

DARKNESS RISING – Zensur

 
 
 
DARKNESS MIDNIGHT hat kaum Schauwerte zu bieten. Das dürfte zur Folge haben, dass der Streifen hierzulande eine FSK16 erhalten wird – insofern er hier überhaupt veröffentlicht werden sollte.
 
 
 


 
 
 

DARKNESS RISING – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC MIDNIGHT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 

Demonic (2015)

 

Gallows Hill (2013)

 

Farhope Tower (2015)

 

The Axe Murders of Villisca (2016)

 


Filmkritik: „Farhope Tower“ (2015)

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FARHOPE TOWER

Story

 
 
 

Wo sind THE REAL GHOSTBUSTERS, wenn man sie braucht. Ein TV-Team erkundet ein geschlossenes Hochhaus mit schrecklicher Vergangenheit und sitzt bald in der Falle, weil das Gebäude ein mysteriöses Eigenleben führt.

 
 
 


 
 
 

FARHOPE TOWER – Kritik

 
 
 
Gruselfilme sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Was früher schlaflose Nächte bereitet hat, verursacht immer häufiger das Gegenteil. So sind Filme mit Spukhäusern und Geisterwesen mittlerweile zu echten Spannungskillern verkommen, weil sie nur selten neue Geschichten erzählen und sich deshalb kaum noch voneinander unterscheiden. Was geht eigentlich in Köpfen von Filmemachern vor, die am Fließband drehen, was eigentlich niemand mehr sehen will? Eine Frage, die wohl auch nicht Regisseurin APRIL MULLEN beantworten kann. Die macht nämlich genau das, was allmählich den Spaß am unheimlichen Genre nimmt und hat mit FARHOPE TOWER austauschbaren Unsinn fabriziert, der gemeingefährlich Lebenszeit raubt. Dabei ist Mullen kein unbeschriebenes Blatt vor und hinter der Kamera. Die attraktive Brünette hat schon bei unwichtigen Low-Budget-Streifen und bekannten TV-Serien Regie geführt. Aber auch als Schauspielerin ist das Multitalent gern mal unterwegs. So hat APRIL MULLEN in FARHOPE TOWER nicht nur das Regiezepter übernommen. Im Film ist sie zudem als kreischende Heldin zu sehen, die sich gegen unsichtbare Kräfte zur Wehr setzen muss. Vor der Kamera ist sie definitiv besser aufgehoben.
 
 
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Another Geisterfilm, der mit bekanntem Muster irgendwie vergebens versucht, das Interesse des Zuschauers für sich zu gewinnen. Diesmal wagen sich einige Hobbygeisterjäger in ein leeres Hochhaus, in dem es nicht mit rechten Dingen zugehen soll. Der Mehrstöcker ist seit Jahren geschlossen und das nicht ohne Grund. Darin sollen sich schreckliche Selbstmorde ereignet haben, die sich niemand erklären kann. Für ein Filmteam ein gefundenes Fressen. Das erkundet regelmäßig Spukorte mit der Kamera und stellt gedrehtes Filmmaterial ins Internet. Als plötzlich ein großer TV-Deal zustande kommen soll, sind die Geisterexperten Feuer und Flamme. Trotz Skepsis begibt man sich in das schaurige Gebäude und nimmt für Erfolg sogar Risiken in Kauf. Eine lebensgefährliche Entscheidung, wie sich bald herausstellen wird. Das Hochhaus führt nämlich ein mysteriöses Eigenleben und bringt die Crew gegeneinander auf. Die gehen sich bald selbst an die Gurgel und radieren sich gegenseitig aus. Offenbar sind zwar alle im Filmteam leidenschaftliche Geisterjäger, haben aber vermutlich noch nie einen Spukfilm gesehen. Hätten sie ihre Hausaufgaben mit Verstand gelöst, wüssten sie vermutlich, dass man Häuser mit schockierender Vergangenheit besser nicht betritt. Leider kommt die Lehre im Falle von FARHOPE TOWER zu spät. Bald fließt Blut und man versucht zu überleben. Doch das Haus ist nicht dumm. Einmal drinnen, kommt man nicht mehr nach draußen. HAUNTED HILL lässt grüßen.
 
 
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Nicht Neues aus der Geisterbahn. Auch FARHOPE TOWER erfindet das Rad nicht neu. Der Film folgt gleichem Ablauf wie die meisten Streifen der Gattung Spuk- und Geisterfilm. Abermals verirren sich wenig intelligente Protagonisten in ein Spukhaus und bekommen es dort mit bösen Mächten zu tun. Dabei kommt die austauschbare Handlung dem Spannungsaufbau in die Quere. Letzterer gerät wegen Vorhersehbarkeiten nur sehr schleppend in Gang, weil FARHOPE TOWER so überraschungsarm dem Ziel entgegenfiebert, dass man schnell das Interesse am Fortgang der Handlung verliert. Der Grund ist im inflationären Filmmarkt zu suchen. Dort wurden in letzter Zeit so viele Spuk- und Geisterfilme nach Schema F gedreht, weshalb sie mittlerweile kaum noch Gänsehaut bereiten. FARHOPE TOWER hat weder eigene Ideen, noch nennenswerte Höhepunkte. Das macht den Film nicht nur beliebig, sondern auch unbeschreiblich langweilig. Deshalb empfehlen wir diesen Gruselausflug nur denen, die auch wirklich jeden Gruselflop sehen müssen, um mitreden zu können. Der Rest wartet besser auf neues Gruselfutter aus der Werkstatt von JAMES WAN. Genannter Regisseur beweist seit Jahren ein talentiertes Händchen fürs Angsmachen und zeichnet für Kinohits wie CONJURING oder INSIDIOUS verantwortlich. Davon ist FARHOPE TOWER Lichtjahre entfernt.
 
 


 
 
 

FARHOPE TOWER – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Für Fans, die vom Grusel-Genre nicht genug bekommen können. Unheimliches Flüstern, etwas Gewalt, schaurige Flashbacks und Türen, die sich wie von Geisterhand öffnen. FARHOPE TOWER hakt all das lustlos ab, was eigentlich zum Standard eines jeden Geisterfilms gehört. Das ist auch schon das eigentliche Problem dieses Gruselstreifens, der versucht Spannung nach bekannter Mixtur aufzubauen. FARHOPE TOWER schaut gut aus und hat auch halbwegs begabte Schauspieler in petto. Trotzdem will keine Spannung entstehen. Offenbar ist man in Zeiten des Horror-Überflusses schlichtweg satt von Geisterfilmen nach Schema F. Gesucht werden originelle und gute Ideen. Mit Gruselgeschichten und Schockmomenten von der Stange gewinnt man heute leider keinen Blumentopf mehr. Selbst unerfahrene Neulinge dürften mit FARHOPE TOWER deshalb nicht so recht warm werden. Der Grund: Alles so ähnlich schon mal gesehen – und oftmals sogar besser.
 
 
 


 
 
 

FARHOPE TOWER – Zensur

 
 
 
FARHOPE TOWER hat kaum Schauwerte zu bieten. Der Film wird mit einem recht kaltblütigen Mord eingeläutet. Danach wird hinsichtlich Gewalt zurückgefahren. Ein Knochenbruch hier, ein Stick in einen Hals dort. Das Gezeigte befindet sich auf FSK16-Niveau.
 
 
 


 
 
 

FARHOPE TOWER – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Grave Encounters (2011)
 
Grave Encounters 2 (2012)
 
The Entity (2015)
 
Zellblock 11 (2014)
 
Hollows Grove (2014)
 


Filmkritik: „Camera Obscura“ (2017)

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CAMERA OBSCURA

Story

 
 
 

Ein Veteran und Ex-Kriegsfotograf kommt dem Sensenmann in die Quere. Mit einer Kamera kann er den Tod von Menschen voraussehen und versucht dadurch Leben zu retten. Ein fataler Fehler – wie sich bald herausstellen wird.

 
 
 


 
 
 

CAMERA OBSCURA – Kritik

 
 
 
Wäre es nicht schön, wenn man den Sensenmann überlisten und dadurch den Tod unschuldiger Menschen verhindern könnte? Was bereits mit Filmen wie FINAL DESTINATION oder TELL ME HOW I DIE packend fürs Kino umgesetzt wurde, soll jetzt noch einmal für schnellen Herzschlag sorgen. CAMERA OBSCURA nennt sich ein weiterer Streifen, der sich mit jener hilfreichen Gabe beschäftigt, die Pläne von Gevatter Tod zunichte macht. Diesmal sind es aber keine Visionen oder Tagträume, die das baldige Ableben von Menschen voraussagen. In diesem, vom Horrorkanal CHILLER produzierten Gruselstreifen ist es eine alte Kamera, die Fluch und Segen zugleich ist. Die fällt Veteran und Ex-Kriegsfotograf Jack Zeller (CHRISTOPHER DENHAM aus THE BAY) in die Hände. Freundin Claire (NADJA BOBYLEVA) möchte ihrem Liebsten was Gutes tun und ersteigert die alte Fotokiste auf einer Auktion, um sie ihm als Geburtstagsgeschenk zu übergeben. Da Jack in der Vergangenheit viel Elend und Leid festgehalten hat, ist er über das Geschenk anfangs nicht sonderlich erfreut. Doch er gibt sich einen Ruck und setzt seine Fotoarbeiten mit dem antiken Gerät fort. Leider passieren bald seltsame Dinge. Die ersten Abzüge zeigen nämlich Motive, die der erfahrene Fotograf gar nicht geknipst hat. So sind auf den Bildern tote Menschen zu sehen, die auf schreckliche Weise ihr Leben verloren haben. Das Mysterium löst sich bald auf. Die neue, alte Kamera hält nämlich die Zukunft fest. Auf den Bildern sind Menschen zu sehen die bald sterben werden. Für Jack Anlass genug, um deren Leben zu retten. Leider versteht der Sensenmann mit ambitionierten Lebensrettern so gar keinen Spaß. Der erteilt dem eifrigen Fotografen eine Lektion und führt Jack so in einen Teufelskreis aus dem es bald kein Entkommen mehr gibt.
 
 
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CHILLER FILMS macht’s noch mal mit kleinem Budget und strickt makabren TV-Horror, der gern mal die nicht minder gemeinen Episoden der beliebten TV-Serie GESCHICHTEN AUS DER GRUFT in Erinnerung ruft. CAMERA OBSCURA ist nämlich von der bitterbösen Sorte und spinnt hier ein Geflecht aus makabren Ideen, die das Lachen im Halse stecken lassen. Die Hilfsbereitschaft des Helden nimmt nämlich bald sonderbare Züge an. Um das Leben eines Menschen zu retten, der auf den Fotos bereits als Leiche zu sehen ist, muss ein anderen in genau jener Position sterben, wie es das Foto zeigt. So wird aus Jack bald ein Killer, der im Rettungswahn Menschen tötet und irgendwann die Kontrolle verliert. Die Verwandlung ist nachvollziehbar. Weil man dem Sensenmann in die Quere kommt, wird der Tod erfinderisch. Der schreibt die Zukunft neu und setzt die Liebste des selbstlosen Retters auf die Todesliste. Was folgt kann man sich ausmalen. Um das Leben der Angebeteten zu retten, nimmt Jack alles in Kauf. Das sorgt für unangenehme Filmmomente, die in CAMERA OBSCURA natürlich nicht unblutig in Szene gesetzt werden, weil Effekt-Künstler ROBERT KURTZMAN verantwortlich zeichnet. Letzterer ist kein unbeschriebenes Blatt und dürfte vielen Horrorfilmfans ein Begriff sein. Der Effekte-Guru hat nämlich die Spezialeffekte für viele Genrestreifen beigesteuert. Darunter für Hits wie WISHMASTER, FROM DUSK TILL DAWN oder SCREAM. Vom Hit ist CAMERA OBSCURA aber weit entfernt. Das Problem: Der Film fokussiert hauptsächlich das unkontrollierte Ausradieren von Menschen und vernachlässigt dabei den psychischen Abstieg des Filmhelden, der vom Einsatz als Kriegsfotograf schwer traumatisiert ist. Hin und wieder macht Regisseur AARON B. KOONTZ das psychische Ungleichgewicht der desorientierten Filmfigur zum Thema, verliert aber dessen Schicksal zugunsten blutiger Goreszenen gern mal aus den Augen, um die Mattscheibe rot zu färben. So ist CAMERA OBSCURA nur Halbgares, das zumindest spannend inszeniert wurde. Dennoch will man das Gefühl nicht loswerden, als hätte Macher AARON B. KOONTZ hinter die Fassade des Filmhelden schauen wollen, wurde aber vom Studio gebremst. Fans gemeiner Genrefilme dürfte das aber nicht weiter stören. Die werden mit CAMERA OBSCURA gut unterhalten, denn trotz mangelnder Tiefe kann dieser Horrorstreifen mehr als die Vielzahl Filme neueren Datums, die für den Videomarkt produziert werden. Den bitterbösen Morden sei Dank.
 
 
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CAMERA OBSCURA – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Blutig-makaberer Horrorstoff, der den Begriff „Lebensretter“ aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet. CAMERA OBSCURA ist die Spielfilmversion eines Kurzfilms mit dem Titel APERTURE den Regisseur AARON B. KOONTZ bereits 2015 gedreht hat. Letzterer feiert mit dem bitterbösen Kamera-Horror CAMERA OBSCURA sein Langfilmdebüt, konnte sich aber in der Vergangenheit schon mal als Produzent von so Streifen wie STARRY EYES einen Namen machen. Von der Schockwirkung genanntem Indie-Krachers ist CAMERA OBSCURA aber noch weit entfernt. Der Film hat zwar seine Momente, verliert sich aber in der zweiten Hälfte im unkontrollierten Ausradieren von Menschen und vernachlässigt dabei Geschichte und Figuren. So wird die Charakterentwicklung von Held Jack im Film sehr stiefmütterlich behandelt, was dazu führt, dass die Figur dem Zuschauer gleichgültig wird. Für einen Horrorfilm etwas ungeschickt, ist der Held in diesen Filmen doch gleichzeitig auch Identifikationsfigur fürs Publikum. Das macht CAMERA OBSCURA etwas einseitig und vor allem beliebig. Kurzweilig ist der Streifen aber allemal. Wer trotz reißerischer und erfrischender Idee Erwartungen herunterschraubt, könnte daher gut unterhalten werden.
 
 
 


 
 
 

CAMERA OBSCURA – Zensur

 
 
 
Schwer zu sagen, ob CAMERA OBSCURA hierzulande eine FSK16 erhalten wird. In einigen Momenten geht nämlich ganz schön die Post ab. Zwar wird nicht immer explizit mit der Kamera draufgehalten, wenn gemordet wird. Dafür wird umso häufiger gemordet. Bei einige dieser Kills fließt doch schon sehr viel Lebenssaft, zumal die Todeskämpfe teils sehr lang und schmerzhaft zelebriert werden. Man darf mit einer ungeschnittenen Freigabe mit rotem FSK-Flatschen rechnen.
 
 
 


 
 
 

CAMERA OBSCURA – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Chiller Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Tell Me How I Die (2016)
 
Final Destination (2000)
 
Final Destination 2 (2003)
 
Final Destination 3 (2006)
 
Final Destination 4 (2009)
 
Final Destination 5 (2011)
 


Filmkritik: „Rings“ (2016)

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RINGS

(RING 3)

Story

 
 
 
Fortsetzung und gleichzeitig Reboot zum amerikanischen Horrorfilm THE RING von 2002. Auch im dritten Film machen Menschen Bekanntschaft mit einem unheimlichen Geistermädchen, weil sie ein schauriges Videoband angesehen haben.

 
 
 


 
 
 

RINGS – Kritik

 
 
 
Die 2000er Jahre waren ein wichtiges Jahrzehnt – vor allem für das Horror-Genre. Profitorientierte Filmstudios und Filmproduzenten aus Amerika kamen nämlich auf die glorreiche Idee mit Neuverfilmungen beliebter Horrorstreifen Geld zu verdienen. Das stieß zwar nicht bei jeden Fans auf Zustimmung, ließ aber Kassen klingeln. Weil beinahe jedes Horror-Remake ein Hit wurde, entwickelte sich bald eine regelrechte Flut an Neuverfilmungen, die vor keinem Horrorklassiker Halt machte. So entstanden Neuinterpretationen reißerischer Streifen, die in den 1970er und 1980er für Furore gesorgt haben. Darunter: THE HILLS HAVE EYES, DAWN OF THE DEAD oder das berüchtigte TEXTAS CHAINSAW MASSACRE. Aber nicht nur Altbewährtes wurde für Geld noch einmal durch den Fleischwolf gejagt. Auch beliebte Hits aus Fernost mussten herhalten und wurden von amerikanischen Filmemachern ansprechend neu verfilmt, damit möglichst viel Reibach gemacht werden kann. So entstanden Remakes von Filmen wie A TALE OF TWO SISTERS, INTO THE MIRROR oder auch RING. Letzterer mauserte sich 2002 zum Überraschungserfolg und zog drei Jahre später eine Fortsetzung nach sich, die aber nicht mehr an die Erfolge des Vorgängers anknüpfen konnte. Mittlerweile ist über ein Jahrzehnt vergangen. Dennoch zog man das zornige Geistermädchen Samara noch einmal aus ihrem Brunnen, um es ein weiteres Mal auf den Kinogänger loszulassen. Entstanden ist RINGS – Teil drei der amerikanischen RING-Serie, der sich zumindest visuell an den Vorgängern orientiert.
 
 
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Das Geistergör Samara ist wieder da und verbreitet erneut Angst und Schrecken. Diesmal steht Biologieprofessor Gabriel (JOHNNY GALECKI aus dem 90er TV-Quotenhit ROSEANNE) im Mittelpunkt, der auf einem Trödelmarkt einen alten VHS-Rekorder kauft und darin ein ominöses Videoband entdeckt. Natürlich wird es abgespielt. Darauf entdeckt er verstörende Bilder, die nichts Gutes verheißen. Wenig später klingelt das Telefon. Geistermädchen Samara teilt dem Professor mit, dass er noch sieben Tage zu leben hat. Doch der findet eine Lösung um den vorausgesagten Tod zu entkommen. Weniger Glück hat dagegen Studentin Julia (MATILDA ANNA INGRID LUTZ). Die kommt bei ihrer Suche nach Freund Holt (ALEX ROE) auch in Kontakt mit dem schaurigen Video und bangt um ihr Leben. Doch offenbar ist sie auserwählt. Geistermädchen Samara scheint ein besonderes Interesse an der jungen Frau zu haben. Letztere wird auf eine mysteriöse Reise geschickt, während der es gilt weitere Details über das unfreiwillige Ableben des wütenden Waisenkinds in Erfahrung zu bringen.
 
 
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Die permanente Ideenarmut großer Studios nervt. Offenbar versucht man den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen und kramt Filmrezepturen aus der Schublade, die vor vielen Jahren schon mal Kinosäle füllen konnten. Die PARAMOUNT STUDIOS brauchen wohl dringend Geld. Anders lässt sich nicht erklären, warum man ein Desaster wie RINGS in Produktion gegeben hat, das wohl zu den erzwungendsten Fortsetzungen gehört, die man in den letzten zwanzig Jahren zu sehen bekommen hat. Die Lieblosigkeit spürt man an allen Ecken und Kanten. Spannung fehlt, für Gruselmomente hatte man keine Zeit und an die für Horrorfilme obligatorischen Schreckmomente hat man erst gar nicht gedacht. RINGS erweckt den Eindruck, als habe man hier hastig was ins Kino bringen wollen, was normalerweise für den Videomarkt produziert wird. Der Film ist mehr Mystery-Schnitzeljagd als Horrorfilm und versucht krampfhaft weiterzuführen, was man mit RING im Jahr 2002 begonnen hat. Eigentlich wurde dort alles gesagt. Auch die Fortsetzung RING 2 von 2005 gab Antworten auf Fragen, die noch unbeantwortet waren. Demzufolge mutet RINGS überflüssig an, der künstlich Handlungsstränge spinnt, um das RING-Universum zwölf Jahre nach dem letzten Ableger ein weiteres Mal aufleben zu lassen. Leider ging die Rechnung nicht auf. RINGS blieb weit hinter den Erwartungen zurück und konnte international gerade einmal 88 Millionen Dollar (Stand Juni 2017) einspielen. Das ist gerade einmal die Hälfte dessen, was noch RING 2 an den Kinokassen einbringen konnte. Letztendlich ist das auch kein Wunder. Das Böse im Film kommt nämlich reichlich zu kurz. Geistermädchen Samara darf nur wenige Male aus Fernsehgeräten grabbeln. Das langweilt den Zuschauer, der außer ästhetischen Hochglanzbildern nur wenig Horror zu sehen bekommt. Vielleicht sollte man es dabei belassen. Die Ring-Akten wurden bereits 2005 geschlossen. Demzufolge wäre jedes weitere Sequel vergeudete Zeit.
 
 
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RINGS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Eine der wohl überflüssigsten Fortsetzungen, die man von einem erfolgreichen Horrorfilm zu sehen bekommen hat. RINGS ist Fortsetzung und Reboot zugleich und knüpft da an, wo die Reihe mit RING 2 im Jahr 2005 abgeschlossen wurde. Samaras Rückkehr ist eine Rückkehr mit Hindernissen. Das Sequel mit dem Titel RINGS sollte eigentlich schon im Mai 2015 in die Kinos kommen. Der Start wurde aber mehrfach verschoben. Offenbar war man nicht sonderlich überzeugt vom Resultat und ordnete Nachdrehs an. Die konnten aber auch nichts mehr retten, denn RINGS ist derart geist- und lieblos, dass Fans der Gruselreihe wohl bitter enttäuscht sein werden. RINGS ist nicht sonderlich spannend und befindet sich dramaturgisch auf TV-Niveau. Dabei wird weiter in der Vergangenheit von Geistermädchen Samara gegraben, die sich im neuen Ableger übrigens verdächtig wenig auf der Mattscheibe zeigt. RINGS ist eine Schlafpille vor dem Herrn. Besser man meidet diesen Zeiträuber aus der Traumfabrik und schaut sich noch einmal das japanische Original von 1998 an. Darauf basieren nämlich die amerikanischen RING-Teile.
 
 
 


 
 
 

RINGS – Zensur

 
 
 
RINGS hat kaum brutale Momente oder gar Schauwerte zu bieten. Es gibt einige Leichen mit schmerzverzerrten Gesichter zu sehen. Zudem fällt ein Mann die Treppe hinunter. Hierzulande hat RINGS eine FSK16 in ungeschnittener Form erhalten.
 
 
 


 
 
 

RINGS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) PARAMOUNT PICTURES HOME ENTERTAINMENT DEUTSCHLAND

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Rings; USA 2016

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch DTS-HD MA 7.1, Englisch (Hörfilmfassung) DD 5.1, Französisch DD 5.1, Italienisch DD 5.1, Spanisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 102 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Der Kreis des Schreckens schließt sich, Wiederbelebung der Toten: Die Rückkehr von Samara, Unheimliche Szenen, Entfallene / Erweiterte / Alternative Szenen

Release-Termin: 15.06.2017

 

Rings [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

RINGS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei PARAMOUNT PICTURES HOME ENTERTAINMENT DEUTSCHLAND)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sadako 3D – Ring Originals (2012)
 
The Tag-Along (2015)
 
Grave Halloween (2013)
 
Ring: Kanzen-ban (1995)
 
Ring – Das Original (1998)
 
Ring 2 (1999)
 
Ring: Spiral (1998)
 
Ring Ø (2000)
 
Rasen (1999)
 
The Ring Virus – Kreaonisches Remake (1999)
 
Ring – Amerikanisches Remake (2002)
 
Ring 2 – Amerikanisches Remake (2005)
 
Ju-on: The Grudge (2002)
 


Filmkritik: „The Bride“ (2017)

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THE BRIDE

(NEVESTA)

Story

 
 
 
Post-mortem-Fotografie und ihre Folgen: Auf einem abgelegenen Landsitz soll die Hochzeit eines verliebten Pärchens gefeiert werden. Leider entwickelt sich die Feier zu einem Albtraum aus dem es bald kein Erwachen mehr gibt.

 
 
 


 
 
 

THE BRIDE – Kritik

 
 
 
Wer regelmäßig bei FILMCHECKER liest, hat vermutlich schon mitbekommen, dass wir gern auch mal über den Tellerrand schauen. So finden nicht nur Horrorfilme aus Übersee bei uns Beachtung. Ab und an erhalten wir auch Ansichtsexemplare von Filmen aus Ländern, von denen man bisher nicht einmal wusste, dass dort Horrorfilme produziert werden. Dabei ist uns in letzter Zeit vor allem Russland positiv aufgefallen, wo man offenbar am Horrorgenre Gefallen gefunden hat und gern mal schaurigen Filmstoff dreht, der auch über die Landesgrenzen hinaus Beachtung findet. Zuletzt war das bei Filmen wie PARANORMAL DRIVE, DIE DUNKLE GRÄFIN oder auch DER FLUCH DER HEXE – QUEEN OF SPADES der Fall. Zu genannten Angstmachern gesellt sich nun ein weiterer. Der nennt sich THE BRIDE und sorgt bereit mit einem furchteinflößenden Trailer für Gänsehaut. Gute Aussichten also. Nur, ob der Streifen auch das halten kann, was der unheimliche Werbefilm verspricht?
 
 
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Hochzeit mit Komplikationen und unheimliche Familientraditionen. Die attraktive Nastya und ihr Verlobter Ivan schweben im siebten Himmel. Deshalb soll jetzt auch der Bund der Ehe eingegangen werden. Doch die Hochzeit soll besonders werden. Deshalb hat man sich für Zeremonie und Feier das abgelegene Grundstück von Ivans Familie ausgesucht. So weit, so gut. Leider kommt natürlich alles anders – schließlich ist THE BRIDE ein Horrorstreifen und kein Liebesfilm. So verhält sich die Familie des Angebeteten plötzlich alles andere als normal. Da wird hinter Türen geheimnisvoll geflüstert und getuschelt. Offenbar soll der verunsicherten Nastya etwas verheimlicht werden. Die forscht nach und macht eine schreckliche Entdeckung. Hier soll keine Hochzeit gefeiert werden. Die Familie plant eine Willkommensfeier der etwas anderen Art. Was das genau bedeutet, soll an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden. Für die nichtsahnende Heldin von THE BRIDE entwickelt sich dieser Landausflug zumindest zum Albtraum. Als hätte man es geahnt.
 
 
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THE BRIDE (oder NEVESTA – so wie der Streifen in Russland vermarktet wird) ist kurzweiliges Gruselvergnügen, das Grauen langsam heraufbeschwört und erst im Finale das Gruselfeuerwerk aus der Effektkiste kramt. Damit macht es der russische Geisterfilm dem internationalen Gruselmarkt gleich, wo zuletzt mit Horrorhits wie THE CONJURING, INSIDIOUS oder OUIJA – URSPRUNG DES BÖSEN Kinokassen klingelten, weil dort nach ähnlichem Prinzip Gänsehaut beschert wurde. Apropos international: THE BRIDE macht auch in visueller Hinsicht eine souveräne Figur. Mit atmosphärischen Hochglanzbildern erinnert das Schauermärchen an konventionellen Gruselkram namhafter Studios aus Amerika, die regelmäßig ästhetisch gefilmten Schrecken nach stets gleichem Schema herstellen, um Zuschauer nicht zu überfordern. Vermutlich war das im Falle von THE BRIDE Taktik. Der Film schaut erschreckend amerikanisch aus. Wohl ein cleverer Schachzug der Macher, um den Streifen auf dem Weltmarkt besser verkaufen zu können. Ein guter Plan. THE BRIDE konnte in viele Länder verkauft werden und hat’s neben Deutschland sogar bis nach Mexiko und Argentinien geschafft. Das schaffen nur ausgewählte Horrorfilme.
 
 
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Trotz bekannter Gruselpfade und amerikanischer Horror-Optik ist THE BRIDE nicht zwangsläufig schlecht. Der von SVYATOSLAV PODGAYEVSKIY inszenierte Geisterstreifen erfindet das Rad zwar nicht neu, macht aber seine Sache ganz gut. Langsam wird hier Spannung aufgebaut und die Möglichkeiten von Klangteppich und Ausleuchtung dafür verwendet, um merklich gruselige Stimmung entstehen zu lassen. Das lenkt von der vorhersehbaren Geschichte ab, die dann doch reichlich früh durchschaut werden kann, weil bereits im Prolog zu viel verraten wird. Übrigens ist Macher SVYATOSLAV PODGAYEVSKIY im Horrorbereich kein Unbekannter. Der hat bereits vor THE BRIDE einen Horrorstreifen nach amerikanischem Vorbild gedreht, welcher unter dem Titel DER FLUCH DER HEXE – QUEEN OF SPADES zum russischen Kinohit avancierte. Auch dort ging es nicht minder schaurig zu. Ganz zum Leidwesen seichter Gemüter, die dem russischen Filmemacher offenbar besonders am Herzen liegen. Die werden auch in THE BRIDE mit fiesen Schreckmomenten um den Schlaf gebracht. Das nämlich kann Herr SVYATOSLAV PODGAYEVSKIY besonders gut.
 
 
 


 
 
 

THE BRIDE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärischer Geisterfilm nach amerikanischem Vorbild. Ja, Fans von so ästhetisch gefilmten und stimmungsvoll erzählten Gruselhits wie THE CONJURING und Konsorten sind hier an der richtigen Adresse. Der russische Filmemacher SVYATOSLAV PODGAYEVSKIY hat seine Hausaufgaben gemacht und viele effektreiche Schauerproduktionen studiert, die gern mal in der Traumfabrik für kleines Geld produziert werden. Demzufolge verwundert es wenig, dass THE BRIDE eher den Anschein erweckt, als hielte man hier eine amerikanische Produktion in den Händen und keine aus Russland. Wer daher im Horrorkino Wert auf Schreckmomente und schaurige Stimmung legt, ist hier genau richtig. Der Film hat alles, was man von gruseligen Horrorfilmen neueren Datums erwartet. So darf man sich auf düstere Stimmung, unheimliche Geräuschkulisse und langsam aufbauenden Spannungsbogen freuen. Nur beim Blutzoll müssen Abstriche gemacht werden. Aber den erwartet man von einem atmosphärisch erzählten Geisterfilm ohnehin nicht unbedingt. Bei so viel Lob sollte jedoch erwähnt werden, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Trotz makelloser Fassade wurmt es im Drehbuch. THE BRIDE hinterlässt leider (Er)Klärungsbedarf. So bleibt weitestgehend ungeklärt, was der Budenzauber unterm Strich eigentlich soll, der am Ende laut und tobend im Film zelebriert wird. Vermutlich brauchte man noch Stoff für eine mögliche Fortsetzung. Es würde nicht wundern, wenn die auch noch kommt.
 
 
 


 
 
 

THE BRIDE – Zensur

 
 
 
In THE BRIDE gibt es eigentlich gar kein Blut zu sehen. Hier werden seltsame Rituale vollzogen, die aber keine Schauwerte besitzen. Gewalttechnisch gibt es nur einen Einschuss in einen Körper zu sehen. Weiterhin wird ein Mensch zu einer lebenden Fackel umfunktioniert. Das war’s. Hierzulande hat THE BRIDE eine FSK16 in ungeschnittener Form erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE BRIDE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Nevesta; Russland 2017

Genre: Horror, Thriller, Grusel, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Russisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 28.07.2017

 

The Bride [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE BRIDE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dead Still (2014)
 
Dibbuk – Eine Hochzeit in Polen (2015)
 
Conjuring 2 (2016)
 
Der Fluch von Darkness Falls (2003)
 
Don’t Knock Twice (2016)
 
The Devil’s Hand (2014)
 


Filmkritik: „Ostzone“ (2016)

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OSTZONE

Story

 
 
 
Ein westdeutsches Sozialarbeiterpaar muss irgendwann nach der Wende erkennen, dass der Erwerb von Ostimmobilien auch Jahre nach Abwicklung von Birgit Breuels nicht minder grauenerzeugender Treuhandanstalt eine nicht ungefährliche Angelegenheit ist. Denn die Sünden der DDR wirken in der OSTZONE dramatisch nach …
 
 
 


 
 
 

OSTZONE – Kritik

 
 
 
Da wären also Linda und Marius, das offensichtlich super verdienende und – wie könnte es anders sein – bis zu den Haarspitzen idealistische Sozialarbeiterpaar, welches sich mitten im Nirgendwo am Aufbau eines Heims für benachteiligte Jugendliche versucht. Obwohl aus dem Westen stammend eher ostdeutsch rüberkommend – was immer das heißen mag? – strahlen sie um die Wette, bis das optisch eher harmlose Grauen sich in seiner Konsequenz grausam Bahn bricht. Und dabei fängt alles so gut an: Der Telefonanruf stellt ein passendes Objekt in Aussicht und auch die erste Begehung des Gebäudes, an dem der Zahn der Zeit ordentlich genagt hat, bestärkt den Entschluss. So ist man sich auch mit der Maklerin (VALERIE CUENOD) schnell handelseinig. So könnte die ostdeutsche Landschaft gemäß Helmut Kohls Vorstellungen eigentlich zum Blühen gebracht werden. Doch was hat es mit den urbanen regionalen Legenden des knuddelig ostigen Gastwirschaftsangestellten (CHRIS FRIEDLING) tatsächlich auf sich? Freundin Marie (am Überzeugendsten: SASKIA GEIßLER) schwant nichts Gutes. Wird sie Recht behalten?
Eine schwierige Kiste.
 
 
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Das gilt ebenso für die Entstehung des ambitionierten Projektes, wie das Schreiben einer fairen Kritik. Deshalb vorangestellt: Man sollte unterm Strich zumindest die betreffende Einstellung für „selbstgemachte“ Produktionen mitbringen, um OSTZONE angemessen verdient würdigen zu können. Ohne Berücksichtigung der Leidenschaft, die hinter dem Herzensprojekt steckt und den Aufwand, der erbracht wurde, um das Projekt auch finanziell stemmen und veröffentlichen zu können, besteht wenig überraschend überdies die Möglichkeit, auch über den einen oder anderen Punkt zu stolpern, der den Sehgenuss trübt. So versteht sich OSTZONE als ernste Angelegenheit ohne großes Augenzwinkern. Eine gute Entscheidung. Somit wirken allerdings die Naivität und die Motive der Protagonisten sowie der erahnbare Twist eher zum Schmunzeln anregend, als Mitfiebern auslösend. Ob man das tragische Hintergrundthema als Verwurstung innerhalb des Genres oder als bereichernde neue Facette im Horrorfilmkosmos einstuft, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden.
 
 
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Die Grundstimmung des alten verfallenden Gemäuers, das rudimentär an unrühmliche Zeiten erinnert, wurde jedenfalls ohne Wenn und Aber famos eingefangen; allerdings etwas zu lange ohne den Einbau wirklicher Horrorelemente abgefilmt, was den Gruselfaktor reduziert. Überhaupt wirkt das Handwerkliche – soweit einschätzbar – ziemlich perfekt für eine „Indieproduktion“. RENÉ RAUSCH, der bereits mit dem Kurzfilm DIE BEICHTE sein Talent bewiesen hat, hat´s einfach drauf und bringt zudem die nötige Liebe für die Materie mit. Die Kameraführung – zum Teil sogar mit sehr schön eingefangenen Drohnenaufnahmen –, Schnitt, Regie, Licht sind somit als durchaus gelungen einzustufen. Dasselbe trifft auf die unaufdringlich angenehme musikalische Untermalung von TORBEN JAN MÜLLER zu. Für die starken Lautstärkeschwankungen, die eine wiederholte Feinabstimmung erfordern, gilt dies dagegen nicht. Es sei denn man möchte seine Nachbarn besser kennenlernen. Die Darsteller wirken allesamt sympathisch und so als würden sie privat miteinander befreundet sein. Das öffnet das Herz und macht (fast!) vergessen, dass nicht jeder Dialog komplett überzeugen kann. Drehbuchtechnisches Potential wurde auch sichtbar, aber nur unvollständig abgerufen.
 
 
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Es dauert tatsächlich recht lange bis es mit leicht angezogener Handbremse dann doch sehnsüchtig erwartet endlich mehr zur Sache geht. Heftige oder übertriebene Splatterelemente sind jedoch nicht zu erwarten. Eventuell dachte man sich hier: besser keine/wenig Effekte, als lächerlich schlechte. Bis der Bodycount endlich zu wachsen beginnt, erweist sich der Film leider als arg dialoglastig und satzbausteinmäßig. Was das Tempo zusätzlich entschärft, da man den Protagonisten bei ihren schrittweisen Entdeckungen eh immer voraus ist. Erfeulicherweise entschädigt der atmosphärische Schauplatz für die ein oder andere redundante Länge. Zudem bietet OSTZONE – einschließlich des Final Girl Endes – allerdings erfreulich viele klassische Horrorfilmelemente, die es zu entdecken gilt und die die Sichtung für geneigte Genrefans lohneswert machen.
 
 
 


 
 
 

OSTZONE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Die abschließende Bewertung fällt jedoch tatsächlich nicht leicht. Einerseits bietet die Produktion – abgesehen von der Ostthematik – nichts innovativ Neues und ist somit im Durchschnittsbereich anzusiedeln. Andererseits liegt sie für Produktionen dieser Art professionell klar über dem Durchschnitt und so kann man sich ihrem Charme letztendlich nicht vollends entziehen.
 
 
 


 
 
 

OSTZONE – Zensur

 
 
 
Die Morde erweisen sich als ausgesprochen zahm und könnten ebenso in AKTENZEICHEN XY ungelöst ausgestrahlt werden. Da mehr als das Eindringen einer Messerklinge nicht sichtbar wird, war die ungeschnittene Freigabe ab FSK16 unproblematisch.
 
 
 


 
 
 

OSTZONE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) M-Square Pictures | daredo (Soulfood)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Ostzone; Deutschland 2016

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Englisch

Bild: 1,78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 71 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Audiokommentar; Outtakes

Release-Termin: 19.05.2017

 

Ostzone [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

OSTZONE – Trailer

 
 

 
 

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(Die Rechte für alle Grafiken liegen bei M-Square Pictures | daredo (Soulfood))

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Schrei – denn ich werde dich töten! (1999)
 
Das Mädcheninternat – Deine Schreie wird niemand hören (2000)
 
Flashback – Mörderische Ferien (2000)
 
Swimming Pool – Der Tod feiert mit (2001)
 
Urban Explorer (2011)
 
In 3 Tagen bist du tot (2006)
 
Bukarest Fleisch (2007)
 
Slasher (2007)
 
UFO – Es ist hier (2016)
 
Survival – Überlebe wenn du kannst! (2013)
 
Bela Kiss: Prologue (2013)
 


Filmkritik: „Tonight She Comes“ (2016)

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TONIGHT SHE COMES

Story

 
 
 

Die Suche nach einer vermissten Freundin führt direkt ins Desaster. In einem idyllischen Wald haust nämlich das Böse, gegen das sich eine Gruppe Mittzwanziger zur Wehr setzen muss.

 
 
 


 
 
 

TONIGHT SHE COMES – Kritik

 
 
 
In Zeiten, in denen man das Gefühl hat, dass die immer wieder gleichen Horrorgeschichten verfilmt werden, freut es, wenn sich Regisseure was trauen und sich jenseits der bekannten Genre-Pfade bewegen. Offenbar war der mangelnde Ideenreichtum heutiger Filmemacher auch Regisseur MATT STUERTZ ein Dorn im Auge, der nach dem Found-Footage-Grusler RWD ein Herz für Horrorfans hat. Statt die ewig gleiche Leier noch einmal abzuspielen, wirft er all jene Zutaten in einen Topf, die Horrorfilme seit jeher bekannt und berüchtigt gemacht haben. Entstanden ist mit TONIGHT SHE COMES ein etwas anderes Horrorsüppchen, das nicht grundlos Lob und Preise auf einschlägigen Festivals abstauben konnte. Offenbar stieß der Mix aus frischen Ideen und eimerweise Kunstblut beim Publikum jener Veranstaltungen auf Zustimmung, denn TONIGHT SHE COMES hat nicht nur Neuerungen zu bieten, sondern lässt Genre-Zeiten aufleben, in denen es weder Grenzen noch Tabus gab. Das dürfte alteingesessenen Horrorfilmkennern ein Grinsen bescheren, die mittlerweile von dem gelangweilt sind, was profitgierige Studiobosse und erfolgshungrige Filmemacher regelmäßig fürs Heimkino verzapfen. Deswegen sollte man an dieser Stelle noch einmal ein Hoch auf unabhängig produzierte Gruselstreifen aussprechen, wo fernab des Mainstream gut und gern mal unkonventionelle Indie-Grusler das Licht der Welt erblicken, die den Spaß am düsteren Filmgenre zurück ins Wohnzimmer holen.
 
 
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Kristy, wo bist du? Das fragen sich auch Ashley (LARISSA WHITE) und Lyndsey (CAMEISHA COTTON), die trotz mehrerer Telefonate nichts von der besten Freundin hören, obwohl man sich fürs Wochenende verabredet hat, um in friedlichem Naturidyll die Seele baumeln zu lassen. Statt sich über die fehlende Kommunikationsbereitschaft der Gesuchten zu wundern, machen es sich die Frauen aber erst einmal am Waldsee gemütlich und halten so den sexhungrigen Pete (ADAM HARTLEY) von der Arbeit ab. Letzterer hatte eigentlich vor Kumpel und Postboten James (NATHAN ESWINE) beim Postaustragen zu unterstützen. Doch das Verteilen der Briefe führt bald zu seltsamen Vorkommnissen. Die verschollen gemeinte Kristy (DAL NICOLE) wird nämlich nackt im Wald gefunden und verwandelt sich plötzlich in eine unaufhaltsame Killermaschine, die weder Gnade noch Mitleid kennt. Kein gutes Omen für alle Beteiligten. Die müssen flüchten und geraten auf der Suche nach Hilfe in die Fänge einer kuriosen Familie, die eine Leidenschaft für obskure Rituale besitzt. Was folgt ist für Splatter- und Gorehounds ein gefundenes Fressen, denn an Blut hat Regisseur, Drehbuchautor und Produzent MATT STUERTZ definitiv nicht gespart.
 
 
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Von Dämonenritualen mit Tampons und Jungs, die versehentlich auf Leichen urinieren. Wer mit den Horrorstreifen der 1970ern und 1980ern aufgewachsen ist, dürfte sich an TONIGHT SHE COMES einen Narren fressen. Regisseur MATT STUERTZ lässt genannte Dekaden aufleben und vermischt ungewöhnlich originell Exploitation-Kino, Okkultismus-Schauer und Backwood-Slasher zu einem absurden Splatter-Irrsinn, der lang undurchsichtig bleibt und unlogisch erscheint. Statt gleich mit der Tür ins Haus zu fallen, wird mit unerwarteten Wendungen experimentiert, die möglichst lang verschleiern sollen, wohin die Reise gehen soll. Eine runde Sache, die den Spannungsbogen konstant hält. Leider ist aber nicht alles Gold, was glänzt. TONIGHT SHE COMES besitzt nämlich einen eigensinnigen Humor, der in seiner pubertären Art mancherorts an Roths CABIN FEVER erinnert und den Zuschauer verunsichert. Dem ist bald nicht mehr so klar, ob TONIGHT SHE COMES ernstgemeinter Horrorfilm ist oder sinnbefreite Parodie – vor allem auch, weil sich der Streifen im letzten Drittel bierernst nimmt und gleichzeitig mit übertriebenem Overacting vor den Kopf stößt. Das schmälert den positiven Gesamteindruck eines ambitionierten Filmprojektes, das anders sein will und sich vom üblichen Horrorschlamassel abheben möchte. Trotzdem will man nicht zu hart urteilen. TONIGHT SHE COMES kann weit mehr, als die üblichen Verdächtigen. Dafür sorgen hervorragende Spezialeffekte und zahlreiche Zitate. MATT STUERTZ zitiert im zweiten Spielfilm nicht nur bekannte Horrorstreifen und Regisseure. Der stimmungsvolle Synthie-Soundtrack verbeugt sich akustisch vor Altmeister JOHN CARPENTER und auch atmosphärisch sind Parallelen zu Kultklassikern wie FREITAG DER 13., NIGHT OF THE DEMONS oder TANZ DER TEUFEL nicht von der Hand zu weisen. Kann man sich schon mal anschauen.
 
 
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TONIGHT SHE COMES – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Blutig, witzig, spannend und makaber. Temporeicher Dämonen-Splatter-Irrsinn für Nostalgie-Fans, der sich vor Horrorstreifen der 1970er und 80er verbeugt. In Interviews gab Filmemacher MATT STUERTZ zu verstehen, dass er schon immer mal ein Drehbuch zu einem abgefahrenen Film schreiben wollte, das in derart Form garantiert keinen Geldgeber finden würde. Demzufolge schrieb er möglichst viele Absurditäten in die Geschichte zu TONIGHT SHE COMES und war umso verblüffter, als die dann auch noch Anklang bei interessierten Produzenten fand. Die positive Resonanz ist nicht unbegründet. TONIGHT SHE COMES ist so grotesk, dass man es gesehen haben muss. Der Film ist Hommage an eine Zeit, zu der vor allem Videotheken Hochkonjunktur hatten, weil man darin Filme leihen konnte, die man sonst nur in Bahnhofskinos zu sehen bekam – Exploitation eben. TONIGHT SHE COMES hat all das, was Horrorfanherzen schneller schlagen lässt. Vor allem die handgemachten Splattermomente sind nicht ohne und der eigentliche Star des Films. Das dürfte Fans blutiger Hausmannskost gefallen, die hier Nachschub erhalten, der in seiner teils geschmacklosen Zurschaustellung nicht jedermanns Sache sein dürfte. Übrigens besitzen nicht nur die selbstgemachten Gewalteinlagen Retro-Charme. Auch beim Soundtrack hat man sich von jemandem inspirieren lassen, der vor über 30 Jahren in Horrorfilmen für akustische Schauer gesorgt hat. So stand unverkennbar Altmeister JOHN CARPENTER Pate, der als Regisseur und Komponist bereits Horrorstreifen wie THE FOG oder THE THING zum Kult verholfen hat. Offenbar will Filmmusikschreiber WOJCIECH GOLCZEWSKI in dessen Fußstapfen treten und hat an CARPENTER-esquen Soundtrack gearbeitet, der so langsam zum Markenzeichen des Soundtrack-Tüftlers avanciert. Der zeichnet nicht nur für die Musik in TONIGHT SHE COMES verantwortlich, sondern hat auch schon akustische Synthie-Raffinessen für Filme wie WE ARE STILL HERE, LATE PHASES oder BEYOND THE GATES beigesteuert. By the Way: Alles sehenswerte Horrorstreifen.
 
 
 


 
 
 

TONIGHT SHE COMES – Zensur

 
 
 
TONIGHT SHE COMES geizt nicht mit Schauwerten. Vor allem in der letzten halben Stunde gibt es davon jede Menge zu sehen. Ein Hals wird aufgeschnitten, ein Gesicht mit dem Schrottgewehr weggeschossen und überhaupt fließt während eines Rituals genug Lebenssaft, damit sich Splatterfans und Gorehounds zufrieden zurücklehnen können. Wer aufmerksam ist, kann zudem einige Zitate im Film finden. So gibt es einen Schlafsackmord zu sehen, der an die legendäre FREITAG DER 13.-Reihe erinnert. Die im Handel erhältliche deutsche Fassung basiert auf einer Alternativ-Fassung, die zusammen mit Regisseur MATT STUERTZ erstellt wurde. Diese beinhaltet weniger Gewalt als die internationale Fassung, hat aber viele Alternativ-Szenen zu bieten, die nicht in der internationalen Fassung enthalten sind. Leider erhielt selbst diese ohnehin schon harmlosere Version von der FSK keinen Segen. Deshalb musste geschnitten werden.
 
 
 


 
 
 

TONIGHT SHE COMES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) INDEED FILM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Tonight She Comes; USA 2016

Genre: Horror, Splatter, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 82 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (geschnittene Alternativ-Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow, Deleted Scenes, Behind the Scenes

Release-Termin: 28.07.2017

 

Tonight She Comes – Die Nacht der Rache [Blu-Ray] auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

TONIGHT SHE COMES – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Indeed Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
It Follows (2014)
 
Night of Something Strange (2016)
 
Night of the Demons (1988)
 


Filmkritik: „Alena“ (2015)

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ALENA

Story

 
 
 

Kleine Teufel in Schuluniformen: Eine Außenseiterin (AMALIA HOLM) muss sich an einer neuen Mädchenschule gegen voreingenommene Mitschülerinnen behaupten. Leider führen heimtückische Mobbing-Attacken bald zur Katastrophe, denn auch unschuldig dreinschauenden Einzelgängerinnen platzt irgendwann mal der Kragen.

 
 
 


 
 
 

ALENA – Kritik

 
 
 
In Europa tut sich was, vor allem in Schweden. Dort scheint es seit Jahren zu brodeln, weil man unkonventionelle Filmrezepte erfindet, um sie dann nimmersatten Kinofans auftischen zu können. Damit fährt man scheinbar gut, wie die emsige Remakesucht der Traumfabrik an den Tag legt. Die ist vom typisch schwedischen Look offenbar so beeindruckt, dass man sich Rechte krallt, um dann schwedische Filme nach eigenen Vorstellungen zu kopieren. So ist das Land im Norden Europas mittlerweile auch in Übersee ein Begriff, wo Neuinterpretationen von schwedischer Exportware wie VERBLENDUNG oder SO FINSTER DIE NACHT große Summen an Kinokassen eingespielt haben. Mal sehen, was in Zukunft noch den Weg über den Teich finden wird. Ein weiterer Streifen im Kreise ambitionierter Filmprojekte aus Schweden ist das Psychodrama ALENA. Das basiert auf einem Comicbuch von KIM W. ANDERSSON, die für ihre Arbeit mit dem wichtigsten Comic-Preis Schwedens ausgezeichnet wurde. Nach der Lobpreisung sah man offenbar in der Geschichte Potenzial für einen Langfilm, weshalb man den Comic – ganz zeitgemäß – fürs Kino adaptierte. Auch in Schweden stehen Comic-Verfilmungen hoch im Kurs.
 
 
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Pubertät kann manchmal grausam sein – vor allem wenn man Außenseiter ist. Mit diesem Floskel macht auch die introvertierte Alena Erfahrung, die an einer Elite-Schule den ultimativen Horror erlebt. Die beste Freundin hat sich das Leben genommen. Nun versucht der Teenager an der neuen Schule Anschluss zu finden und scheitert kläglich. Grund dafür ist Filippa (MOLLY NUTLEY) – eine ehrgeizige Schülerin, die vor nichts und niemandem Respekt hat. Das muss auch Alena am eigenen Leib erfahren, die von der boshaften Klassenkameradin schikaniert und gedemütigt wird. Doch fiese Gehässigkeiten sind erst der Anfang. Als die Außenseiterin Teil des Lacrosse-Teams werden soll, gehen die Mobbing-Attacken erst richtig los. Die strebsame Filippa sieht ihre Sportkarriere in Gefahr und beginnt Nachforschungen über ihre Konkurrentin anzustellen. Ein fataler Fehler wie sich bald herausstellen wird, denn offenbar verbirgt Alena etwas in ihrer Vergangenheit, von dem niemand erfahren sollte. Was folgt kann man sich vermutlich ausmalen, denn im Horrorfilm sehen nicht selten schikanierte Opfer rot und dürsten nach Rache. So auch in ALENA, wo Mobbing ebenfalls eine Reihe von Umständen entfacht, die für ein Desaster sorgen werden.
 
 
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Von unterdrückten Schuldgefühlen, inneren Dämonen und der Suche nach der eigenen sexuellen Identität. ALENA als lupenreinen Horrorfilm zu bezeichnen, wäre falsch. Der schwedische Genre-Beitrag ist mehr Drama, statt Horror und erzählt die Geschichte einen mutigen Heranwachsenden, deren Vergangenheit sie am Weitergehen hindert. Regisseur DANIEL DI GABRO eifert im zweiten Spielfilm BRIAN DE PALMA nach. Der Altmeister hatte in den 1970ern mit CARRIE einen Roman des Horrorautors STEPHEN KING fürs Kino adaptiert, der auch heute noch Einfluss auf unzählige Filmemacher und Genrestreifen ausübt. Wo im besagten Kultroman aber noch mittels Telekinese Dinge durch die Luft sausten, verzichtet man in ALENA auf phantastische Elemente. Die Antiheldin dieses Streifens leidet unter einer Form der Schizophrenie. Diese hat sich nach einem Trauma manifestiert und macht der Pubertierenden allmählich das Teenagerleben zur Hölle. So brechen in Stresssituationen Dämonen aus, die sich als Geist der ehemals besten Freundin zeigen. Letztere hat sich Alena wegen von einer Brücke gestürzt und besucht die Seelenverwandte fortan, um bei Entscheidungen ins Gewissen zu reden. Das erschwert die Selbstfindung – vor allem wenn es darum geht, neue Freundschaften zu knüpfen oder über Emotionen zu sprechen.
 
 
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Das Gruseldrama ALENA macht seine Sache ganz gut. Regisseur DANIEL DI GABRO beweist Sensibilität und tritt damit in die gleichen Fußstapfen, wie Landskollege TOMAS ALFREDSON. Der landete im Jahr 2008 mit dem Vampirdrama SO FINSTER DIE NACHT einen Überraschungshit und schuf einen feinfühligen Film, der seinen schmerzhaften Stoff um jugendliche Isolation, Mobbing, Außenseitertum und erste Liebe durch Anleihen beim Horrorgenre umsetzte. Gleiches ist auch in ALENA Programm, der Rachegelüste nicht in Blut ersäuft, sondern eher die Sorgen und Probleme seiner Figuren analysiert. Das Resultat kann sich sehen lassen. ALENA ist ein weitestgehend unsentimental inszeniertes Psychogramm einer desorientierten Heranwachsenden, das vor allem durch schauspielerisches Können und typisch ’schwedischen Look‘ hervorsticht. Effekthascherei hat Sendepause. Stattdessen regieren leise Töne, die dennoch zu einem Finale führen, das ungemütlicher nicht sein könnte. Filmemacher DANIEL DI GABRO zeigt mehr als eindrucksvoll, dass die Schweden schon lange keine Genre-Eintagsfliegen mehr hervorbringen. Das Land hat mit ALENA einen weiteren Gruselvertreter produziert, der sich wacker und souverän gegen die Mainstream-Konkurrenz behaupten kann. Wer demzufolge eine Leidenschaft für Arthaus-Horror mit Tiefgang besitzt, sollte sich diese kleine und ruhig erzählte Genremixtur aus Liebesfilm, Coming-of-Age-Drama sowie Rachestreifen vormerken.
 
 
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ALENA – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Eine zermürbend-traurige Geschichte über Liebe, Zugehörigkeit und Selbstfindung. ALENA ist die schwedische Version von Stephen Kings CARRIE, welche zwar zu keinem Zeitpunkt das Niveau des Klassikers mit SISSY SPACEK erreicht. Dennoch ist der schwedische ALENA um Längen besser, als das überflüssige und seelenlose CARRIE-Remake von 2013. Wie in der Buchvorlage des amerikanischen Horror-Autors führen auch in ALENA Mobbing-Attacken von Schülerinnen zu einer Katastrophe. Während aber King Grusel durch Horrorelemente entstehen lässt, hält man sich in dieser schwedischen Produktion damit weitestgehend zurück. Das ist auch die Quintessenz von ALENA, der gerade wegen zurückhaltendem Gebrauch von Horrorzutaten irgendwie realitätsnah und glaubhaft bleibt. Die sensible Charakterstudie fokussiert Probleme und Ängste von Teenagern, ohne dabei in Sentimentalitäten zu verfallen. Das macht dieses schwedische Außenseiterdrama – dem übrigens ein Comicbuch zugrunde lag – irgendwie einzigartig und interessant. Wer einen gewissen Anspruch vom Genre-Kino erwartet, ist mit ALENA auf jeden Fall gut beraten. Wir waren ganz angetan.
 
 
 


 
 
 

ALENA – Zensur

 
 
 
ALENA hat eigentlich kaum Schauwerte zu bieten. Es gibt eine blutige Nase zu sehen, ein Messer wird in einen Körper gerammt und ein Mädchen springt von einer Brücke. Sollte der Film hierzulande ausgewertet werden, gibt es für ALENA ohne Probleme eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

ALENA – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Silvio Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dark Touch (2013)
 
#Horror (2015)
 
Carrie (2013)
 
Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976)
 
Carrie 2 – Die Rache (1999)
 
Some Kind of Hate (2015)
 


Filmkritik: „Get Out“ (2017)

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GET OUT

Story

 
 
 
Albtraum Schwiegereltern: Im spannenden Horrorthriller GET OUT soll ein Farbiger die künftigen, weißen Schwiegereltern kennenlernen. Doch der Besuch verläuft anders als geplant und entwickelt sich rasch zum Albtraum.

 
 
 


 
 
 

GET OUT – Kritik

 
 
 
Kann es vielleicht sein, dass es auch dem Mainstream-Publikum dringend nach Neuerungen im Horror-Genre dürstet? Anders lässt sich wohl nicht erklären, warum sich ausgerechnet ein eher unscheinbarer Thriller wie GET OUT in kürzester Zeit zum Publikums-Hit mausern konnte. Bereits wenige Wochen nach dem amerikanischen Kinostart befand sich der Streifen auf Rekordkurs und spielte soviel Geld ein, wie es schon lange zuvor keinem R-Rated-Horrorstreifen mehr gelungen ist. Dabei war GET OUT für das eher für konventionelles Horrorkino berüchtigte Filmstudio BLUMHOUSE PRODUCTIONS ein Schnäppchen. Der Streifen kostet gerade einmal fünf Millionen Dollar und spielte in den weltweiten Kinos sensationelle 193 Mio. Dollar (Stand April 2017) ein. Demzufolge gehört GET OUT schon jetzt zum kommerziell zweiterfolgreichsten R-Rated-Horrorfilm aller Zeiten. Ob es dem Mystery-Horror gelingen wird den Kultfilm DER EORZIST vom Thron zu stoßen? Der steht mit 204 Millionen Dollar Einspielergebnis auf dem Siegertreppchen und konnte – zumindest finanziell – bis dato von noch keinem R-Rated-Horror geschlagen werden.
 
 
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Hollywood kann auch anders. Der Horrorfilm GET OUT erzählt diesmal eine überraschend unverbrauchte Geschichte und macht sogar vor Rassismus-Kritik nicht halt. Wo Afroamerikaner normalerweise für schräge Späße sorgen und danach möglichst schnell ableben sollen, übernimmt der farbige DANIEL KALUUYA die Hauptrolle und erlebt dabei die Hölle auf Erden. Er verkörpert den smarten Chris im Film, der nun schon einige Monate mit der attraktiven Rose (ALLISON WILLIAMS) zusammen ist. Da will man endlich den nächsten Schritt wagen. Chris soll die Eltern seiner Freundin kennenlernen und reist deshalb mit der Angebeteten ins ländliche Amerika, wo die Eltern schon sehnsüchtig auf den potenziellen Schwiegersohn warten. Zwar ist die Begrüßung herzlich, doch Chris entwickelt bald ein mulmiges Bauchgefühl. Nicht nur, dass zwei Afroamerikaner die Haus- und Gartenarbeit übernehmen müssen. Auch Mutter und Vater der neuen Freundin sorgen mit unnatürlichen Freundlichkeit und ihrer offenen Art gegenüber farbigen Mitmenschen für Skepsis. Offenbar ist die auch berechtigt, denn bei einer skurrilen Feier überschlagen sich Ereignisse und Chris bemerkt schnell, dass diese Familie etwas verborgen hält, von dem niemand wissen darf.
 
 
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Komiker auf Abwegen. Weitaus interessanter als der unvorhersehbare Plot, ist die Tatsache, wer da hinter der Kamera steht. JORDAN PEELE zeichnet in diesem Falle verantwortlich. Der wollte offenbar etwas Neues ausprobieren und wechselte die Seiten. Statt als Comedy-Star (unter anderem in KEY & PEELE) vor der Kamera zu stehen, hat er es sich für GET OUT erstmals dahinter gemütlich gemacht und schlägt ungewöhnlich ernste Töne an. Damit erfüllte er sich einen langjährigen Traum. In Interviews lies er nämlich verlauten, dass er schon immer mal selbst einen Film drehen wollte. Mit GET OUT wurde ihm die Möglichkeit eröffnet für den er sich laut eigener Aussage vom Science-Fiction-Horror DIE FRAUEN VON STEPFORD inspirieren lies – einem Klassiker von 1975, in dem sonderbare Dinge in einer Vorortgemeinde New York Citys geschehen. So mysteriös wie die Vorlage, ist selbstverständlich auch GET OUT geworden. Der entwickelt sein ganzes Gruselpotenzial nur dann, wenn man so wenig wie möglich über die Handlung in Erfahrung bringt. Die geht nämlich erfrischend neue Wege und hebt sich damit vom üblichen Horror-Blödsinn ab, der mit den immer gleichen Geschichten dem Zuschauer das Geld aus der Brieftasche ziehen möchte. GET OUT hat zur Abwechslung keine Killer, Monster, Zombies der Geister in petto. Der Horror manifestiert sich auf anderem Wege und das ist auch gut so. Lang wird verschleiert, in welche Richtung GET OUT tendieren wird. Regisseur JORDAN PEELE gibt nur wenig Anhaltspunkte und hält damit die Spannung konstant. Erst kurz vor der Zielgeraden wird des Rätsels Lösung gelüftet und das Finale – zur Freude Liebhaber härterer Hausmannskost – im Blut ersäuft. Somit werden Mystery-, Grusel- und Splatterfans gleichermaßen zufriedengestellt. GET OUT ist eine Runde Sache und dürfte gelangweilte Horror-Zuschauer wieder wachrütteln. Daher die Bitte an Hollywood: Gern öfters mal was Neues ausprobieren und jenseits der üblichen Horror-Pfade wandeln. Dann machen auch Genre-Pfade endlich wieder Spaß.
 
 
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GET OUT – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Gute Schauspieler, eine unverbrauchte Story, reichlich Spannung und etwas Blut – GET OUT bringt all das mit, was man von guten Horrorfilmen erwartet. Da will man gar nicht so recht glauben, dass genau jene Genre-Schmiede GET OUT fabriziert hat, die sonst immer vorhersehbare und klischeebehaftete Gruselstreifen ohne Überraschungen dreht. Mystery-Horror at its Best wird geboten, denn Regisseur JORDAN PEELE schwört das Grauen langsam herauf und lässt dann unverhofft die Katze aus dem Sack. Damit bringt er frischen Wind in ein Film-Genre, das mit generischen Geschichten selbst eingefleischten Fans die Freude am Filmeschauen genommen hat. GET OUT ist ein satirisch angehauchter, beinahe selbstironischer Mystery-Psychothriller, dem es spielerisch gelingt eine beklemmende Stimmung heraufzubeschwören, die ein Gefühl der Paranoia (bei Zuschauer und Identifikationsfigur) entstehen lässt. Das presst in den Kinosessel – vor allem dann, wenn es für den Filmheld am Ende gilt dem Albtraum zu entkommen. Trotz unscheinbarem Filmtrailer und ebenso nichtssagendem Poster: GET OUT ist so etwas wie ein Hollywood-Geheimtipp. Hoffentlich vermasselt die Traumfabrik den positiven Gesamteindruck nicht und schiebt eine erzwungene Fortsetzung nach. Angesichts der rekordverdächtigen Einspielergebnisse dürfte das aber wohl nicht wundern.
 
 
 


 
 
 

GET OUT – Zensur

 
 
 
Erst im Finale geht es Schlag auf Schlag und etwas Gewalt gibt es zu sehen. Eine Schädeldecke wird aufgesägt, ein Körper wird von einem Hirschgeweih durchbohrt, Gewehrmunition kommt zum Einsatz und ein Schädel wird mit einem Gegenstand eingeschlagen. In Amerika gab es dafür ein Rated R – was hierzulande mit einer Erwachsenenfreigabe gleichzusetzen wäre. Doch in Deutschland ging die FSK dann doch nicht so weit. GET OUT läuft in deutschen Kinos mit einer Freigabe ab 16 Jahren. Ungeschnitten versteht sich.
 
 
 


 
 
 

GET OUT – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Universal Pictures Deutschland)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Birthday (2004)
 
Die Frauen von Stepford (1975)
 
Awaiting (2015)
 
The Harvest (2013)