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Filmreview: „Fortune Cookie Prophecies“ (2011)

Fortune Cookie Prophecies 2011
 
 
 

FORTUNE COOKIE PROPHECIES

Story

 
 
 
FORTUNE COOKIE PROPHECIES handelt von zwei Pärchen, einer verlassenen Hütte im Wald und vier Glückskeksen, die den Protagonisten nicht das voraussagen, was sie sich eigentlich nach der Knabberei erhofft hätten. Im Gebäck befinden sich nämlich hundgemeine Todesbotschaften, die den Glückspilzen weismachen sollen, dass sie bald sterben werden. Hinter dem Fluch steckt ein chinesischer Geist, der den unwissenden Helden nicht ohne Grund auf den Leib rückt. Um dem nahenden Tod zu entkommen, gilt es das Geheimnis des Fluchs zu ergründen. Doch den Freunden bleibt mit vier Tagen nur wenig Zeit, um das Rätsel zu lösen …
 
 
 


 
 
 

FORTUNE COOKIE PROPHECIES – Kritik

 
 
 
Wenn in Horrorfilmen der Handyempfang ausfällt und die Karre irgendwo in der Einöde nicht mehr anspringen will, weiß der erfahrene Horrorfan, dass das für die Filmhelden meist kein gutes Ende nehmen wird. In FORTUNE COOKIE PROPHECIES ist das wieder der Fall, denn hier geraten mal wieder zwei verunsicherte Pärchen in ein reichlich haarsträubendes Abenteuer, aus dem nicht alle lebend zurückkehren werden. Diesmal sind vier Glückskekse an allem Schuld, auf deren Weissagungen die Protagonisten auf unerfreuliche Weise erfahren müssen, dass einige von ihnen binnen weniger Stunden und andere in vier Tagen sterben werden. Das wird anfänglich für einen Scherz gehalten, bewahrheitet sich aber geraume Zeit später bei der Ersten. Die liegt regungslos und bleich im Bad und macht alles andere als einen lebendigen Eindruck. Bis die Fristen der anderen abgelaufen sind, bleibt noch ein Weilchen. Grund genug das Geheimnis des Glückskeks-Fluches aufzudecken. Hinter dem steckt der rastlose Geist einer wütenden Frau, der vor vielen Jahren ihr ungeborenes Kind genommen wurde und seither in einem Haus samt angrenzenden Waldgebiet umherspukt. Da scheint es demnach kein Zufall zu sein, dass eines der Pärchen ein Kind erwartet und das andere jüngst eine Abtreibung vorgenommen hat.
 
Schön, dass es mal wieder Geister auf die Mattscheibe geschafft haben. Man hätte meinen können, dass in Zeiten knüppelharter Gewaltstreifen die altmodischen Spuk- und Gespensterheuler in Vergessenheit geraten sind. Doch was ist das? FORTUNE COOKIE PROPHECIES scheint einer dieser Fehlzünder zu sein, der die Geisterthematik nur als Alibifunktion benutzt, damit der Genrefreund die Brieftasche zückt. Selten hat man einen Gruselfilm erlebt, der sich nicht einmal annähernd darum schert, die üblichen Spukzutaten zum Mittelpunkt der Geschehnisse zu machen. FORTUNE COOKIE PROPHECIES hat weder Schockmomente zu bieten, noch will er subtil gruseln. Regisseur HENRY LI hat das eigentliche Ziel verfehlt und langweilt mit einem kaum enden wollenden Mystery-Plot, in dem die Anwesenden in einer Art Schnitzeljagd von einem Ort zum nächsten getrieben werden, damit das Rätsel um den jährzornigen Geist gelöst werden kann. Leider hat LI dabei die Uhrzeit aus den Augen verloren, denn sein ziemlich eigenwilliges Mystery-Ding geht fast geschlagene zwei Stunden und beginnt mit seiner tempoarmen Inszenierung ziemlich früh zu nerven.
 
Wären da nicht einige blutige Föten, die man zwar schaufreudig aber kaum als solche identifizierbar in Waschschüsseln und auf den Waldboden legt, FORTUNE COOKIE PROPHECIES hätte mit seinem nicht vorhandenen Grusel- und Härtegrad problemlos im Nachmittagprogramm des hiesigen Kinderkanals laufen können. Wir sehen einen asiatischen Geist, der aus unerklärlichen Gründen fast ausschließlich durch die Infrarotfunktion der mitgebrachten Kameras huscht und sich sonst so ziemlich rar macht. Alles macht den Anschein, als wäre FORTUNE COOKIE PROPHECIES anfänglich als Found Footage-Gurke geplant gewesen, wurde später aber umgeschrieben, um den Film in eine andere, bedeutungslose Richtung zu drängen. Vermutlich konnte sich Regisseur HENRY LI nicht zwischen Wackelcam- und Spukgenre entscheiden und hat sich dann doch lieber für ereignislosen Mystery entschieden. Anfangs mag das noch ganz gut funktionieren. Die Freunde filmen sich selbst, gehen auf Geisterjagd, stellen Kamera-Equipment auf und kommen dem Geist auf die Schliche. Nach knapp 30 Minuten ist das Gröbste abgehakt und die Ausgangssituation ergründet, so dass ein behäbiges und uninteressantes Detektivspiel seinen Lauf nehmen kann.
 
Zwei Jahre nach Fertigstellung kommt FORTUNE COOKIE PROPHECIES endlich in den Genuss eines US-Video-Release. Erfahrungsgemäß ist das oft kein gutes Zeichen, wenn zwischen Fertigstellung und Veröffentlichung so viel Zeit vergeht. Im Falle dieses Indie-Geistersüppchens bewahrheitet sich mal wieder jener Gedanke, denn wirklich gut oder gar sehenswert ist FORTUNE COOKIE PROPHECIES leider nicht geworden. Der bisher unbekannte Henry LI hat mit diesem chinesischen Fluch-Krimi seinen Regieeinstand gegeben und sich gleich als Multitalent bewiesen. So hat er das Drehbuch zum Film geschrieben und das Ding auch gleich noch selbst produziert. Ob das zähe Machwerk aber überhaupt nach Deutschland verkauft werden kann, bleibt fraglich.
 
 
 


 
 
 

FORTUNE COOKIE PROPHECIES – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
FORTUNE COOKIE PROPHECIES ist mehr Aufklärungsarbeit gegen Abtreibung, statt gruseliger Horrorstreifen. Auch wenn die Idee von Todesbotschaften in Glückskeksen gar nicht mal so übel ist, so ist das was uns hier Regieneuling HENRY LI serviert ganz schön einfältiger Schwachsinn. Wir sehen einen Streifen, der seine Protagonisten nahezu zwei Stunden auf Trab hält, damit selbige von A nach B und von C nach D stiefeln, um auf ihrem Weg in einer Art Schnitzeljagd Elemente der chinesischen Geisterkultur ergründen können. Ab und an huscht mal eine bucklige Statistin durch eine Infrarotkamera und legt blutige Gummibärchen auf den Waldboden, die sich wenig später als Föten entpuppen. Nee, Herr LI das war wohl nix. FORTUNE COOKIE PROPHECIES ist mit Abstand der ungruseligste Film im aktuellen Kinojahr – immerhin ist das Filmcover hübsch.
 
 
 


 
 
 

FORTUNE COOKIE PROPHECIES – Zensur

 
 
 
FORTUNE COOKIE PROPHECIES ist so harmlos, wie eine Weinbergschnecke im Garten. Bis auf das hier blutige Föten an Bäume gehangen und auf Waldlichtungen gelegt werden, gibt es im Film nahezu keine Härte zu sehen. Sollte FORTUNE COOKIE PROPHECIES nach Deutschland kommen, ist definitiv eine FSK16 drin.
 
 
 


 
 
 

FORTUNE COOKIE PROPHECIES – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Final Destination (2000)

Tötet Katie Malone (2010)

Ich werde immer wissen, was Du letzten Sommer getan hast (2006)

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Filmreview: „5 Souls“ (2011)

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5 SOULS

Story

 
 
 
Noahs (Ian Bohen) Leben ist in Gefahr. Das Böse (Steven Schub) höchstpersönlich will sich seine Seele unter den Nagel reißen, bietet dem reichlich verängstigten Noah aber wenigstens einen perfiden Deal an: er soll fünf unschuldigen Menschen das Leben nehmen, um sein eigenes retten zu können …
 
 
 


 
 
 

5 SOULS – Kritik

 
 
 
5 SOULS-Initiator BRETT DONOWHO ist zwar neu hinter der Kamera; unbekannt in der Filmwelt ist er trotzdem nicht. Bereits als junger Kerl hat er hin und wieder in eher anspruchslosen Serien mitgewirkt und war sogar in der Kult-Show PARKER LEWIS – DER COOLE VON DER SCHULE zu sehen. Irgendwann waren ihm derlei TV-Kurzauftritte vermutlich nicht mehr genug, so dass er eigene Filme drehen und produzieren wollte. So macht er sich an die Arbeit und fertigte im Jahr 2011 mit 5 SOULS seinen ersten Spielfilm. Doch bevor das Werk überhaupt auf den Videomarkt kommen sollte, schaffte es der Regisseur mit dem unsäglich schlechten Found-Footage-Film THE SPEAK (2011) noch schnell, einen Platz auf dem erfolgreichen Wackelkamera-Express zu ergattern. Erst als er mit dem passablen Geisterflick A HAUNTING AT SILVER FALLS (2013) ein paar Dollar einfahren konnte, kommt nun auch sein Erstling mit knackigen zwei Jahren Verspätung zu einer amerikanischen Heimkinoveröffentlichung.
 
Die Geschichte von 5 SOULS ist komplexer als erwartet, denn der Zuschauer erlebt das ultimative Martyrium des smarten Architekten Noah (IAN BOHEN), der sich vor seinen Flitterwochen noch schnell impfen lassen möchte. Doch die Hochzeitsreise muss auf unbestimmte Zeit verschoben werden, denn Noah fällt nach der Schutzimpfung kurzerhand ins Koma und begegnet dem Teufel höchstpersönlich (STEVEN SCHUB), der den adretten Schönling mit seiner skrupellosen Vergangenheit konfrontiert. Anders als der Zuschauer erwartet hätte, hat der Held der Geschichte nämlich gehörig Dreck am Stecken und ist Verursacher mehrerer Unfälle. Aufgrund minderwertiger Bausubstanz sind zwei Gebäude zusammengestützt, in denen Frau und Kind des Ex-Polizisten Sam (STEVE BASIC) ihr Leben lassen mussten. Der ringt verzweifelt nach Erklärungen und findet heraus, dass die Ursache des Übels beim korrupten Bauunternehmer David Bickman (CHARLES SOLOMON Jr.) zu suchen und Noah in dessen miese Machenschaffen involviert gewesen ist. Die Firma des gerissenen Geschäftsmannes errichtet günstige Immobilien und versucht mit wenigen Investitionen möglichst viel Umsatz zu machen. Während Sam zusammen mit Polizistin Sarah (ALLISON MCATEE) erste Ermittlungen anstellt, hat Komapatient Noah ganz andere Sorgen. Der soll fünf unschuldige Menschen töten, um seine eigene Seele retten zu können und entfacht dabei das Monster in sich.
 
Wahrlich kompliziert geht es in 5 SOULS zu. BRETT DONOWHO hat sich bei seinem Debüt für einen arg verschachtelten Storyverlauf entschieden. Während Patient Noah um sein Leben pokert und schnell erkennt, dass ihm Skrupel völlig fremd ist, spielt sich parallel zum Hauptplot eine weitere Geschichte ab. Die konzentriert sich auf das Schicksal des Ex-Polizisten Sam, der verzerifelt Erklärungen für den mysteriösen Tod seiner Familie sucht. 5 SOULS pendelt dabei etwas ungeschickt zwischen den beiden Handlungssträngen. Gerade dann, wenn Noahs Seele mordgeil durch die Gänge des Krankenhauses wandelt, büßt der Film erheblich Tempo ein, weil DONOWHO plötzlich zum Nebenplot wechselt. Das ist etwas wirr, denn dem Zuschauer bleibt nicht unbemerkt, dass da jemand versucht hat, zwei komplette Filme zu einem zu machen. Während sich Noahs Geschichte durchaus im Horrorgenre ansiedelt, erweist sich Sams Detektivarbeit als lupenreiner Krimi. Durch konstantes Springen zwischen den Schicksalen der beiden Protagonisten geht die kaum vorhandene Spannung erschreckend schnell flöten und der Zuschauer dürfte mit wachsender Ungeduld das Ende herbeisehnen. Immerhin werden die Gegebenheiten Schritt für Schritt plausibel entschlüsselt, wobei die anfänglich losen Handlungsverläufe am Ende logisch ineinanderlaufen. Für ein Filmdebüt ist das handwerklich zwar ganz solide gemacht, täuscht aber nicht darüber hinweg, dass sich 5 SOULS auf gleichem Level befindet, wie zahllose Mystery-Serien im Programm der Privatsender. So ist 5 SOULS ein weiterer Film, den die Welt nicht braucht und kann getrost in den Händlerregalen stehen gelassen werden.
 
 
 


 
 
 

5 SOULS – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Düsterer Indie-Horrorfilm mit gelegentlich deftigen Schocks. Leider zu wirr inszeniert, so dass man die spannenden Szenen mit der Lupe suchen muss und die eigentlich gar nicht mal so üble Idee schnell an Reiz verliert.
 
 
 


 
 
 

5 SOULS – Zensur

 
 
5 SOULS ist nicht sonderlich grausam, so dass der Film hierzulande problemlos ungeschnitten mit einer 16er-Freigabe durch die FSK kommen wird.
 
 
 


 
 
 

5 SOULS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
My Soul to Take (2010)


Filmreview: „The Innkeepers“ (2011)

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The Innkeepers

Story

 
 
 
Am letzten Wochenende vor der entgültigen Schließung des „Yankee Pedlar Inn“-Hotels übergibt der Hotelchef höchstpersönlich seine geliebte Herberge in die Hände der beiden (recht schrulligen) Angestellten Claire und Luke, die sich um das Wohlergehen der letzten Gäste kümmern sollen. Scheinbar ist ihnen der Job als Hotelpersonal mit der Zeit zu Kopf gestiegen, denn um die tägliche Arbeitszeit halbwegs produktiv über die Runden zu bekommen, versuchen sich die beiden als Hobbygeisterjäger und beginnen das Hotel zu erkunden. Denn glaubt man den urbanen Legenden, welche um das mysteriöse Gebäude ranken, soll in den endlosen Gängen des  „Yankee Pedlar Inns“ ein furchteregender Geist umherspuken. Bewaffnet mit Kassenrekorder und allerlei okkultem Schnick-Schnack stoßen Claire und Luke alsbald auf die ruhelose Seele einer gewissen „Madeline Malloy“, die scheinbar immer noch keinen Frieden gefunden hat und rastlos durch das Anwesen wandelt …
 
 
 


 
 
 

The Innkeepers – Kritik

 
 
 
Da ist er nun, der mit Spannung erwartete zweite Spielfilm des ambitionierten Nachwuchstalents „Ti West„, der nach seinem hochumjubelten „House of the Devil“ nicht nur eine enorm hohe Erwartungshaltung schürt, sondern auch weiterhin auf herrlich altmodisches Gruselfeeling setzt und sich von plakativ in Szene gesetzten Gewaltgezetere distanziert. Auch sein aktuelles Gruselmärchen „The Innkeepers“ hebt sich erfrischend vom üblichen Horroreinerlei ab und versucht erneut das subtile Grusel in den Mittelpunkt des Geschehens zu rücken. Ein erstaunlich unkommerzielles und gewagtes Unterfangen, leben gerade aktuelle Horrorfilme von der Zurschaustellung menschenverachtender Schandtaten und blutgieriger Gewaltexzesse.
 
Auch wenn „West“ stets darum bemüht ist, dass traditionelle Gruseln zurück auf die heimische Mattscheibe zu transferieren und sich mit einer unvergleichlichen Liebe zum klassischen Horror von üblicher Gewaltkost und klischeebeladenen 08/15-Schockern distanziert, dürfte sein „The Innkeepers“ erwartungsfreudige Horrorfilmfans in vermutlich zwei Lager spalten.
 
The Innkeepers“ ist wahrlich kein schlechter Film, Freunde atmosphärischer Gruselfilme kommen hier definitiv auf ihre Kosten. Dennoch birgt „West´s“ zweiter Ausflug in die Welt der Schatten und Schreie diverse Schnitzer, die den Film weniger rund und plausibel erscheinen lassen, als seine zuvor abgefilmte Hommage an die berüchtigten B-Movies der goldenen 80er Jahre. Das größte Problem seines aktuellen Streifens liegt schlichtweg darin, dass einfach kaum etwas Spektakuläres passieren will. Das sehr gemache Erzähltempo ist hierbei das größte Manko seinen Zweitwerkes, was vermutlich nicht jedem Filmfreund munden dürfte. Die Handlung plätschert arg genüsslich vor sich dahin und verirrt sich teilweise in arg hanebüchenen Nebensächlichkeiten, sodass in nur seltenen Momenten wirkliche Spannung aufkommen möchte. Bis „The Innkeepers“ überhaupt so wirklich aus den Vollen schöpfen kann, in Fahrt kommt und sich in seiner eigentlichen Pracht präsentiert, vergehen geschlagene 80 Minuten Filmlaufzeit, die enorm Sitzfleisch und Engelsgeduld voraussetzen. Die beiden schrulligen Protagonisten vergeuden teilweise zu viel Zeit damit, durch die verwinkelten Gänge des Hotels zu spazieren und sich mit allerlei paranormalen Hokuspokus zu beschäftigen. Trotzdem muss man „West“ dennoch zugute schreiben, dass er ein selbstsicheres Händchen besitzt, was unvorhersehrbare Schocks betrifft. Diverse, recht gekonnt in Szene gesetzte Erschreck-Momente lassen nicht nur Heldin „Claire“ zusammenzucken, sondern auch hin und wieder den Zuschauer. Auch wenn derart Szenen verblüffend einfach getrickst scheinen und ihre Wirkung nur selten verfehlen, reduzieren sich die obligatorischen „Schocker“ leider einzig auf den ersten Abschnitt der Geschichte und werden bedauerlicherweise im weiteren Verlauf der Handlung zugunsten einer vollkommen konfusen Handlung vernachlässigt. Schade eigentlich, denn das sehr stimmige Zusammenspiel von derben Schreck-Sequenzen und dunkel ausgeleuchteten Gängen wirkt überaus stimmig und hätte „The Innkeepers“ in Kombination mit einer wirklich interessanten Geschichte zum potenziellen Hit-Garant formen können.
 
Trotzdem, einen großen Pluspunkt verdient sich „The Innkeepers„, neben dem liebevoll altmodischen Gruselseeting, vor allem durch die herrlich schrullige Charakterisierung der beiden Hauptdarsteller, welche den eigentlich vollkommen durchwachsenen Grusel-Trip durchaus aufzuwerten wissen und die diversen Mankos in der Inszenierung rasch vergessen lassen. Die Hobbygeisterjäger „Claire“ und „Luke“ sind derart abgedreht und liebenswert skizziert, dass man die beiden bereits nach nur wenigen Filmminuten ins Herz geschlossen hat und sie gern bei ihren, teils unspektakulären Erkundungen durch das Gruselhaus begleiten möchte. Dabei nimmt sich der Film genügend Zeit die beiden Antihelden so tiefgründig und sympathisch wie möglich zu skizzieren, um dem Zuschauer am Ende mit einem reichlich unerfreulichen Schlussgag vor den Kopf zu stoßen.
 
 
 
Ti West´s“ zweiter Ausflug in das Horrorfilm-Genre wirkt einige Ungereimtheiten und kommt weniger rund daher, als sein Debütwerk „House of the Devil“. Gerade für Mainstream-Alles-Seher dürfte der Ausflug ins das Spukhotel zu einer wahren Geduldsprobe avancieren. Statt sich auf eine actionreiche und blutgeile Inszenierung zu stürzen, zählen hier die ruhigen und subtilen Töne. „Wests“ Film orientiert sich inhaltlich und künstlerisch an diverse Klassiker des Genres und dürfte vor allem alte, eingesessene Horrorfilmfans beeindrucken, die es leid sind, sich mit banalen und anspruchslosen Folter- und Slasher-Filmen zufriedengeben zu müssen, welche den Heimkinomark aktuell regelrecht überfluten.
 
Trotz aller Kritik ist „Wests“ Spukgeschichte kein mieser Vertreter des Genres. Auch wenn „The Innkeepers“ zu spärlich an der Spannungsschraube dreht und sich in vielen bedeutungslosen Szenen verläuft, so kann man dennoch nicht behaupten, dass sein Gruselmärchen ungenießbar ist. Die Inszenierung ist ziemlich unkonventionell und birgt viele wunderbare Momente, in welchem der Film es auf genüssliche Weise schafft, den Zuschauer reichlich zu verwirren und herrlich effektiv zu erschrecken. Leider verläuft sich „West“ teilweise zu engstirnig in der optischen Gestaltung der Geschichte, sodass er teilweise vergisst, die eigentliche Handlung konstruktiv weiterzuspinnen. Scheinbar hat West dieses Problem dann am Ende selbst bemerkt, denn der (zweideutig ausgelegte) Endplot kommt nach 100 Minuten recht überstürzt und gehetzt daher und wirkt, als habe „West“ noch schnell irgendeinen Abschluss finden müssen, um den Film nach geschlagenen 2 Stunden Spielzeit beenden zu können. Bleibt zu hoffen, dass sein nächstes Werk handwerklich ebenso geschickt daherkommt, wie „House of the Devil“ und optisch so virtuos beeindrucken kann, wie der vorliegende „The Innkeepers„. Sollte West einen grazilen Mittelweg finden, dürfte der nächste Überraschungs-Hit garantiert sein!
 
 
 


 
 
 

The Innkeepers – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Recht langsam erzählter Gruselfilm, dessen Erzählweise sehr unkonventionell geraten ist.
Nach einem sehr nostalgisch und atmosphärisch erzählten Auftakt wird es im eigentlichen „Geister“-Part sehr zäh und langweilig. Geübtes „Sitzfleisch“ wird vorrausgesetzt – Für das Mainstream-Publikum ungeeignet! Trotzdem ein sehr interessanter Beitrag für alteingesessenen Horrorfilmfans, die sich gern etwas unkonventionellerer Filmkost bedienen möchten.
 
 
 


 
 
 

The Innkeepers – Zensur

 
 
 
Der Film wird über „Sunfilm“ vertrieben und vollkommen ungeschnitten. Die Heimkinoversion hat eine „Keine Jugendfreigabe„-Kennzeichnung erhalten. Dennoch ist die enorm hohe Alterseinstufung etwas sehr weit hergeholt. Eine FSK16 hätte es auch getan.
 
 
 


 
 
 

The Innkeepers – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN

 


Originaltitel: The Innkeepers; USA 2011

Genre: Horror

Ton: Deutsch + Engl. DTS HD Master Audio 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1080p/24, 1:2,35

Laufzeit: ca. 101 Min

FSK: keine Jugendfreigabe

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Audiokommentar mit Ti West & der Crew, Audiokommentar mit Ti West & den
Schauspielern, Behind the Scenes, Trailer – leider gänzlich ohne UT (Hinweis fehlt auf dem Cover)

 
 
 
Die Blu-ray aus dem Hause „Sunfilm“ kann sich durchaus sehen lassen. Für einen kleinen Film wie diesen gibt es einige kleine Extras zu bestaunen. Erstaunlicherweise hat „Sunfilm“ hier vergessen, selbige auf das Bluray-Cover zu drucken. Leider werden hier gute Englischkenntnisse vorausgesetzt, denn Untertitel gibt es keine – Schade! Der Ton ist sehr vielversprechend und für einen Gruselfilm unabdinglich. Demnach ist Gruselstimmung vorprogrammiert und der Filmfreund mit Heimkinoanlage dürfte aufgrund einiger ziemlich gut abgemischten Soundeffekte des öfteren zusammenzucken. Bildtechnisch darf auch Positives verkündet werden. Das Bild macht durchweg eine sehr gute Figur und weiß mit einer durchweg ansprechenden Schärfe zu überzeugen.
 
Übrigens gibt es „The Innkeepers“ auch als (nachbearbeitete) 3D Blu-ray, notwendiges Equipment vorausgesetzt!
 
 
 

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The Innkeepers – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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