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Beiträge mit Schlagwort “Gruselfilme 2016

Filmkritik: „House – Willkommen in der Hölle“ (2016)

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HOUSE – WILLKOMMEN IN DER HÖLLE

(HUSET)

Story

 
 
 

Norwegen im Winter 1942: Zwei Soldaten irren mit einem Gefangenen durch die Wälder. Erschöpft erreichen Sie ein Haus in dem es nicht mit rechten Dingen zugeht.

 
 
 


 
 
 

HOUSE – Kritik

 
 
 
Sind günstig produzierte Horrorfilme eigentlich zwangsläufig schlecht? Wenn man sich die vielen schnell heruntergekurbelten Low-Budget-Gurken der letzten Jahre anschaut, liegt der Verdacht leider nahe. Statt mit wenige Kapital stimmige Geschichten zu erzählen, wird in der Regel lieblose Dutzendware mit miserablen Effekten und untalentierten Schauspielern geboten. Der Grund hierfür ist ganz einfach. Weil technische Ausrüstung immer erschwinglicher wird, greifen immer mehr Hobby-Gruselfans selbst zur Filmkamera, schließlich kosten Digicams nicht mehr die Welt und liefern gestochen scharfe HD-Bilder. Talent ist dabei genauso nebensächlich, wie Kreativität und gute Drehbücher. Eine Entwicklung, die man einfach nicht mehr hinnehmen sollte, schließlich rauben schlechte Filme nur unnötig Lebenszeit, die woanders besser investiert wäre. Dass es aber auch anders geht, zeigt der folgende Horrorstreifen. Mit gerade einmal 100.000 Euro gibt’s hier das zu sehen, was sogar immer mehr großen Produktionen nur selten gelingt. HOUSE – WILLKOMMEN IN DER HÖLLE ist ein kleiner, aber interessanter Horror-Beitrag mit stimmungsvoller Optik und klug gestrickter Geschichte. Da sollte man sich nicht vom kleinen Budget abschrecken lassen, denn das sieht man dieser deutsch-skandinavischen Koproduktion keineswegs an.
 
 
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In diesem Gruselfilm irren zwei NS-Soldaten mit einem norwegischen Gefangenen durch die verschneiten Wäldern Skandinaviens und versuchen einen Weg zurück zur Einheit zu finden. Doch statt auf Kameraden zu treffen, stößt man nur auf ein verlassenes Haus irgendwo im Nirgendwo. Weil man vom ziellosen Umherirren müde geworden ist, tritt man erschöpft ein. Doch die Hauseigentümer scheinen nicht daheim zu sein. Obwohl der Ofen brennt und warmes Essen auf dem Herd steht ist keine Menschenseele zu sehen. Erste Erkundungstouren bleiben ohne Ergebnis. Nur ein altes Gästebuch lässt darauf schließen, dass hier gern mal Besucher vorbeischauen. Als hätte man es geahnt passieren bald seltsame Dinge. Aus dem Radio ertönen plötzlich mysterlöse Stimmen, lautes Poltern reißt die Zuflucht suchenden Soldaten aus dem Schlaf und seltsame Visionen bereiten Sorgen. Als man aufbrechen möchte und nach langem Fußmarsch wieder vor gleichem Haus steht, bricht Panik aus. Offenbar stimmt mit dieser Behausung etwas nicht, weil die Hütte seine Gäste nicht gehen lassen will. Ein Grund mehr, um der Sache auf den Grund zu gehen. Was die Männer aber dabei finden, lässt ihnen das Blut in den Adern gefrieren.
 
 
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Kampf gegen unsichtbare Feinde. Die besten Horrorfilme sind die, deren Handlungsstränge man nicht voraussehen kann. Das ist auch in HOUSE – WILLKOMMEN IN DER HÖLLE der Fall, der natürlich nichts mit der legendären HOUSE-Filmserie zu tun hat, deren erster Teil von STEVE MINER in den 1980er inszeniert wurde. Hinter dem hier vorgestellten Gruselstreifen verbirgt sich ein atmosphärischer Gänsehauttrip, der auf falsche Fährten lockt und mit überraschender Ausflösung verblüfft. HOUSE (im Original übrigens HUSET) streift kurz das Spuk- und Geistergenre – geht aber in eine andere Richtung. Das lässt den Film aus der Masser hervorstechen, vor allem wegen der für Horrorfilme noch unverbrauchten Nazi-Thematik. Doch was ist des Pudels Kern? Erst nach und nach ergeben die Ereignisse im Film einen Sinn. So sorgen anfangs noch flackernde Kerzen und schwingende Lampen für ungute Vorahnungen. Später ereilen den drei Hauptdarstellern unheimliche Visionen die nahestehende (tote) Menschen aus der eigenen Vergangenheit zeigen. Die stiften Verwirrung – nicht nur bei den Figuren im Film. Regisseur REINERT KIIL lässt Zuschauer und Protagonisten lang im Dunkeln tappen und baut dank schlechter Ausleuchtung gruselige Atmosphäre auf. Die kommt dem Spannungsaufbau zugute, der für eine derart kleine Produktion bemerkenswert ist. Bei einem so ambitionierten Projekt sieht man gern über einige Markel hinweg. So musste wegen Budgetmangel offenbar auf Nachdrehs verzichtet werden. Wenn man aufmerksam dem mysteriösen Treiben lauscht, hört man des Öfteren Versprecher von Schauspieler FREDERIK VON LÜTTICHAU. Die halten sich jedoch in Grenzen und stören kaum. Eine Nachsynchronistation hätte in diesem Falle Wunder aber bewirken können. Trotz kleiner Mängel ist HOUSE – WILLKOMMEN IN DER HÖLLE mit seinem düsteren Digitallook weit weg von schlecht. Da kann man gern mal einen Blick riskieren – insofern man eine Schwäche für subtil und ruhig erzählte Gruselgeschichten besitzt.
 
 
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HOUSE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Soldaten im Fegefeuer. Dieser Indie-Grusel ist klein und günstig produziert, aber wurde dennoch äußerst atmosphärisch inszeniert. Mit kleinen Geldbeutel hat der als Requisiteur der DEADS SNOW-Filme bekannte REINERT KIIL mit HOUSE – WILLKOMMEN IN DER HÖLLE einen Gruselfilm gemacht, der vor allem Zuschauern gefallen dürfte, die einen Vorliebe für subtile Streifen im skandinavischen Look besitzen. Die Winterkulisse ist kühl und trist – die Geschichte verschachtelt und intelligent. Da riskiert man doch gern einen Blick. Wer’s aber hektisch und effektlastig mag, wird enttäuscht werden. HOUSE bevorzugt die leisen Töne und beschwört Grauen langsam herauf. So könnte der Film jenen Gefallen, die an so Gruselstoff wie SO FINSTER DIE NACHT, NIGHTWATCH, SENSORIA oder BABYCALL Gefallen gefunden haben.
 
 
 


 
 
 

HOUSE – Zensur

 
 
 
HOUSE – WILLKOMMEN IN DER HÖLLE hat eigentlich keine Gewaltmomente zu bieten. Deshalb hat der Streifen von der FSK auch eine Freigabe ab 16 Jahren in der ungeschnittenen Fassung erhalten.
 
 
 


 
 
 

HOUSE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Donau Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Huset; Norwegen 2016

Genre: Horror, Grusel, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Hinter den Kulissen

Release-Termin: 24.03.2017

 

House – Willkommen in der Hölle [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

HOUSE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Donau Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Warhouse – Kriegszustand (2013)
 
So finster die Nacht (2008)
 


Filmkritik: „The Creature Below“ (2016)

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THE CREATURE BELOW

Story

 
 
 

Eine Meeresbiologin macht Bekanntschaft mit einem seltsamen Wesen aus dem Meer, das sie im heimischen Keller großzieht. Mit fatalen Folgen.

 
 
 


 
 
 

THE CREATURE BELOW – Kritik

 
 
 
Nicht alles was günstig ist, muss zwangsläufig auch gleich schlecht sein. Low-Budget-Horror eilt in der Regel seinem Ruf voraus, was aber oftmals ungerechtfertigt ist, denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass man auch mit überschaubarem Budget sehenswerte Grusler inszenieren kann. THE CREATURE BELOW ist so ein Kandidat, der auf den ersten Blick einen unnötigen Zeiträuber vermuten lässt. Der Trailer zeigt schlechte Computereffekte, die man sonst eigentlich in Produktionen der Trash-Schmieden THE ASYLUM zelebriert und auch das reißerische Plakat zum Film erinnert eher an grauenhaften B-Movie-Trash aus dem Hause SYFY. Doch wer nicht voreingenommen ist, könnte positiv überrascht werden, denn THE CREATURE BELOW verblüfft mit stimmungsvoller Kreaturen-Gruselei, wie man sie gern mal in den 1980ern zu sehen bekommen hat. Zudem hagelt es auch noch Umweltbotschaft – wenngleich eher subtil. Mut soll belohnt werden und den hat dieser britische Horror-Indie zweifelsohne. Der gruselt mit Old-School-Horror und ist darin gar nicht mal so untalentiert. Da schaut man doch gern über kleine Schwächen hinweg, die eben auf Budgetmangel zurückzuführen sind.
 
 
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Meeresbiologin Olive Crown (ANNA DAWSON) hat offenbar keinen guten Tag. Bei einem Tauchgang in den Tiefen des Atlantischen Ozeans macht die Forscherin Bekanntschaft mit einer mysteriösen Wasserkreatur, die ihr Leben verändern wird. Doch kaum gesehen, verliert die Frau das Bewusstsein und muss von der Crew an Bord geholt werden. Weil jegliches Tauchequipment nun auf dem Meeresboden sein Dasein fristet und Olive keinen blassen Schimmer hat, was ihr da im Wasser zugestoßen ist, verliert sie ihren Job und wird nach Hause geschickt. Doch die Wissenschaftlerin findet im Taucherhelm ein seltsames Ei, was sie heimlich aus dem Labor schleust und im Keller der eigenen vier Wände ausbrütet. Was da schlüpft, überrascht nicht. Ein krakenähnliches Wesen macht es sich einem Aquarium bequem und will gefüttert werden. Doch mit Plankton oder Meeresgetier will sich die Kreatur nicht zufriedengeben. Es ist menschliches Blut, was dem Meeresbewohner offenbar zu schmecken scheint, weshalb sich die Biologin überlegen muss, wie sie an den Lebenssaft kommt. Doch je mehr sich Olive mit dem Wesen beschädigt, umso stärker werden die Muttergefühle. Dass da die Katastrophe nicht weit ist, dürfte wohl jeder Leser rasch erahnen.
 
 
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Handgemachter Glibber und Krakenmonster aus Gummi. Die Effekte in THE CREATURE BELOW sind simpel, dafür aber wirkungsvoll. Regisseur STEWART SPARKE bewirkt mit schlecht ausgeleuchteter Kulisse und dreckig-farblosem Look schnell eine Aura der Bedrohlichkeit, die ein merklich ungutes Magengefühl entstehen lässt. Doch das minimalistisch ausgeleuchtete Szenario hat noch andere Vorteile zu bieten. Wegen Mangel an Licht schaut die Filmkreatur weitaus furchterregender aus, als sie letztendlich ist. Da bekommt der Zuschauer mal ein Krakenbein zu Gesicht oder die Kamera zoomt so stark heran, dass nur ein Monsterauge zu sehen ist. Weil es dem Set an Licht mangelt, fällt so schnell gar nicht auf, dass die Filmkreatur mit einfachsten Mitteln gebaut wurde. Ein raffinierter Taschenspielertrick, der gern in Low-Budget-Produktionen Verwendung findet, um Illusionen vorzugaukeln. Im Falle von THE CREATURE BELOW eine gut funktionierende Prämisse, die den Film nach deutlich mehr aussehen lässt, als er letztendlich gekostet hat. Demzufolge sollte man sich nicht von den missratenen Computereffekten zu Beginn des Streifens blenden lassen. Horrorfan und Filmemacher STEWART SPARKE hat hier eine Lovecraft’sche Symbiose aus BASKET CASE und HELLRAISER mit zynischem Ausgang geschaffen, die – gerade wegen ihrer boshaften Art – an die Folgen der beliebten GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Serie erinnert. Wer eine Vorliebe für handgemachtes Monsterkino besitzt sollte diesem kleinen Creature-Feature daher unbedingt eine Chance geben. Die hat dieser kleinen Grusel-Indie nämlich definitiv verdient.
 
 
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THE CREATURE BELOW – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein düsterer Grusel-Mix aus BASKET CASE und HELLRAISER mit einer Prise H.P.LOVECRAFT. THE CREATURE BELOW stand zwar nicht viel Budget zu Verfügung. Dafür wurde trotzdem genug Herzblut investiert, weshalb der Streifen weit mehr taugt, als die meisten B-Movies neueren Datums. Das Creature-Feature sticht mit ungeschliffenem Indie-Look hervor und zitiert gut und gerne. Darunter Altmeister wie FRANK HENENLOTTER oder JOHN CARPENTER. Letzterer stand hier wohl für den Soundtrack Pate, denn THE CREATURE BELOW erinnert mit seinem monotonen Bass-Grummeln an die Werke des erwähnten Kult-Regisseurs. In Interviews mit der Presse erklärte THE CREATURE BELOW-Filmemacher STEWART SPARKE, dass er eine Leidenschaft für Horrorfilme besitzt, die von starken Frauen getragen werden. So zählte er Filme wie THE SHALLOWS, YOU’RE NEXT, THE BABADOOK und UNDER THE SKIN auf, in denen Frauen nicht von Männern gerettet werden mussten, sondern sich selbst zu helfen wussten. Demzufolge verwundert es nicht, dass die Vorliebe für Frauenpower auch im ersten Langfilm Verwendung findet. So macht es THE CREATURE BELOW genannten Filmen gleich und lässt eine selbstbewusste ANNA DAWSON zur aggressiven Furie mutieren, die im unfreiwilligen Mutter-Wahn den Verstand verliert. Übrigens outete sich Regisseur STEWART SPARKE – wen wundert’s – als großer Fan des Schriftstellers H.P.LOVECRAFT. Mit dessen Büchern kam er zwar erst vor einigen Jahren in Berührung. Diese hatten ihn aber derart fasziniert, dass er die Werke nach eigener Aussage regelrecht verschlungen hat. So kommt es nicht von ungefähr, dass sich THE CREATURE BELOW anfühlt, als würde man ins Lovecraft’sche Albtraum-Universum eintauchen. Wer es ungeschliffen mag, sollte unbedingt einen Blick wagen. Puristen, Erbsenzähler und Fans makelloser Hollywood-Blockbuster werden mit diesem Low-Budget-Horror dagegen wohl gar nichts anfangen können.
 
 
 


 
 
 

THE CREATURE BELOW – Zensur

 
 
 
Gewalt hat THE CREATURE BELOW kaum zu bieten. Einige Protagonisten werden an das Wesen verfüttert. Aber die Kamera blendet weg, wenn das Monster zuschlägt. Man darf davon ausgehen, dass dieses Creature-Feature eine FSK16 erhalten wird – insofern sich überhaupt ein Filmlabel traut diesen kleinen Indie hierzulande zu veröffentlichen.
 
 
 


 
 
 

THE CREATURE BELOW – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Abbildungen liegen bei Dark Rift Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
H.P. Lovecrafts Necronomicon (1994)
 
Dagon (2001)
 
Basket Case – Der unheimliche Zwilling (1982)
 


Filmkritik: „Don’t Knock Twice“ (2016)

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DON’T KNOCK TWICE

Story

 
 
 
Nach der leichtsinnigen Aktivierung eines alten Fluches müssen Mutter und Tochter, die sich bereits vor Jahren voneinander entfremdet haben, lernen zusammenzustehen und einander zu vertrauen, um zu überleben …
 
 
 


 
 
 

DON’T KNOCK TWICE – Kritik

 
 
 
Ja, es gibt sie noch: die kleinen, aber feinen Produktionen, die das Herz des klassischen Horrorfans höherschlagen lassen. Auch ohne ein Aufgebot an Leere und Ideenlosigkeit kaschierenden Effekten, Gewalt und Ekel gelingt es DON’T KNOCK TWICE bereits ab dem stimmungsvollen feurigen Vorspann, Interesse an der urbanen Legende um eine alte Hexe zu wecken, an deren Tür man besser nicht zweimal klopfen sollte. Dass sich Protagonisten im Horrorgenre einen Dreck um Verbote scheren und entsprechend unbedarft Verse in Spiegel sprechen, verbotene Zimmer öffnen oder lebensgefährliche Videos konsumieren, ist sicher nicht neu, aber bringt eben doch immer wieder Spaß. Zu Zeiten der Gebrüder Grimm konnten böse alte Hexenweiber, nach dem sie Kinder mittels Lebkuchenhäuschen anlockten, um ihren kannibalistischen Neigungen nachzugehen, noch per Tritt in den lodernden Ofen dauerhaft aus dem Verkehr gezogen werden. Doch derart einfach sind sie heutzutage nicht mehr totzukriegen. So tauchen sie äußerst flott und kampfkunsterprobt im Actionsplatter HÄNSEL & GRETEL: HEXENJÄGER, hinterhältig und gut getarnt nach der Weltherrschaft strebend wie bei HEXEN HEXEN oder in verruckelten BLAIR WITCH-Found-Footage-Streifen immer wieder auf. Einigkeit besteht unter ihnen aber in dem Fakt, dass sie nicht zu unterschätzen sind und wahrhaft Böses im Schilde führen. „Einmal klopfen – Schlaf besiegen. Zweimal dann der Gruft entstiegen …“
 
 
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Nachdem Heimkind Chloe mit ihrem Freund in tiefer Nacht leichtsinnig ihr Glück herausfordert, indem sie an die Tür einer dämonenfütternden Hexe pochen, merken die Teenager recht schnell, das die Legende um verschwundene Kinder mehr Wahrheitsgehalt aufweist, als ihnen lieb sein kann. Mehrfache bedrohliche Erscheinungen später, flüchtet die überzeugend renitent und verängstigte Chloe (LUCY BOYNTON aus FEBRUARY) zu ihrer inzwischen cleanen Mutter (der aus OCULUS und BATTLESTAR GALACTIKA kampferprobten KATEE SACKHOFF), in dem Irrglauben bei ihr in Sicherheit zu sein. Doch da es auch im schicken heimischen Anwesen Türen gibt, lässt das Grauen nicht lange auf sich warten und es klopft erneut an. Erschwert wird der Überlebenskampf dabei zusätzlich durch ungelöste Konflikte zwischen Mutter und Tochter, denen es schwerfällt, unbefangen aufeinander zuzugehen. DON’T KNOCK TWICE ist eine britische Produktion, die es einem nicht unbedingt leicht macht, da sie sich ungewohnt viel Zeit nimmt, um Stimmungen zu erzeugen und das Innenleben ihrer Figuren zu visualisieren. So wird auch vor dem ein oder anderen Dialog nicht zurückgeschreckt. Dabei fährt Regisseur CARADOG W. JAMES (ebenfalls Regie in THE MACHINE) allerdings sehr charmant eine Menge an dem auf, was treue Horrorfans an ihrem Genre so lieben. Ein bedrohlicher Klangteppich untermalt farblich stumme, perfekt durchkomponierte Bilder, die mit einer beeindruckenden Intensität bestechen. Dankenswerterweise hat der überzeugend agierende Cast auch eine ebenso hochwertige Synchro erhalten, was leider nicht selbstverständlich ist.
 
 
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Es ist tatsächlich bewundernswert, wie geschickt es verstanden wird, das Gezeigte auch bei niedrigem Budget hochwertig und wahrhaft unheimlich aussehen zu lassen. Dies gilt ebenso für die atmosphärischen märchenhaften Schauplätze, wie die wirkungs- und liebevoll in Szene gesetzte Kreatur. Das Böse, das THE RING-Samantha nicht unähnlich sieht, beweist, dass man keinesfalls immer einen Rechner benötigt, um eine beeindruckende Ausstrahlung zu erreichen. Wohldosierte Schreckmomente, die sich eindrucksvoll in die ruhigen Sequenzen „sprengen“, runden schließlich das Gesamtbild positiv ab. Zwar lässt das Tempo mitunter etwas zu wünschen übrig und auch die kurzen Rückblicke erscheinen überflüssig, aber trotzdem darf man sich in nahezu jeder Szene entsprechend an einer erzählenden experimentierfreudigen Kameraführung, dem durchdachten Spiel mit Licht und Schatten oder einem lebendigen Score erfreuen. DON’T KNOCK TWICE hat, wenn man sich auf ihn einzulassen versteht, hinter seiner Fassade deutlich mehr zu bieten, als man nach der ersten Sichtung vermuten könnte. So werden erahnte Storyentwicklungen bezüglich der Unterscheidung nach Freund und Feind geschickt konterkariert und ermöglichen auch nach dem Abspann noch eine rege Diskussion über das Gesehene. Erfreulich auch, dass die Logik beim „Getwiste“ nicht auf der Strecke bleibt und man zum Spinnen so manchen Gedankenspiels animiert wird.
 
 
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DON’T KNOCK TWICE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Die eigentliche Qualität des engagierten Films erschließt sich womöglich erst auf den zweiten Blick. Gerade wenn man es gewohnt ist, schnelle Bilder und eine vorangepeitschte, prall aufgemotzte Handlung vorgesetzt zu bekommen, die sich nicht genügend Zeit für das lässt, was eigentlich wichtig ist: das Zelebrieren der Schönheit in all ihren Formen, die dem Filmen innewohnt, wenn man mit Leidenschaft und Visionen bei der Sache ist. DON’T KNOCK TWICE dürfte die breite Masse wohl nicht erreichen, dafür kommt er dann doch zu sperrig und speziell daher. Aber es wäre ihm zu wünschen, dass er viele Sympathiepunkte bei horroraffinen Schöngeistern sammeln kann.
 
 


 
 
 

DON’T KNOCK TWICE – Zensur

 
 
 
Da sich die Aktivitäten von Dämon und Hexenhelferin eher in der Phantasie des Zuschauers manifestieren, mussten keine verunstaltenden Schnitte vorgenommen werden. DON’T KNOCK TWICE hat keine harten Schauwerte zu bieten und wurde von der FSK bereits ab 16 Jahren freigegeben.
 
 
 


 
 
 

DON’T KNOCK TWICE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Don’t Knock Twice; Großbritannien 2016

Genre: Horror, Thriller, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 1.78:1 (1920 x 1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover und O-Card mit Hologramm-Effek

Extras: Deutscher Trailer, Englischer Trailer, Trailershow

Release-Termin: 24.02.2017

 

Don’t knock twice [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

DON’T KNOCK TWICE – Trailer

 
 

 
 

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(Rechte für Abbildungen und Szenenbilder liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
From Hell (2001)
 
Der Fluch von Darkness Falls (2003)
 
Der Fluch – The Grudge (2004)
 
It Follows (2014)
 
Im Bann der Hexe (2013)


Filmkritik: „Havenhurst“ (2016)

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HAVENHURST

Story

 
 
 

Ein alter Apartmentkomplex mitten in New York. Darin geht es nicht mit rechten Dingen zu, wie die neue Mieterin Jackie (JULIE BENZ – diesmal mit dunklen Haaren) bald herausfinden wird.

 
 
 


 
 
 

HAVENHURST – Kritik

 
 
 
Ein nostalgisches Mietshaus zwischen modernen Wolkenkratzern irgendwo in New York. Das lässt nicht unbegründet Horrorklassiker wie ROSEMARIES BABY oder HEXENSABBAT Revue passieren, in den sich das Grauen subtil seinen Weg durchs Drehbuch gebahnt hat. Von subtiler Angstmacherei oder gar altem Gruselhandwerk ist im folgenden Film aber kaum etwas zu verzeichnen. Der feierte seine Deutschlandpremiere bereits 2016 auf dem beliebten FANTASY FILMFEST, wo er eher mit gemischten Gefühlen aufgenommen wurde. Filmkritiker und Publikum bemängelten die schwache Regie, den löchrigen Plot und konstruiert wirkende Handlungsverläufe mit denen sich Regisseur ANDREW C. ERIN mehr schlecht als recht über Wasser hält. Ganz unbegründet ist die teils negative Kritik jedoch nicht. In der Tat bekleckert sich HAVENHURST nicht sonderlich mit Ruhm. Der stielt dreist bei Filmen wie HOUSEBOUND, THE COLLECTION oder TOOLBOX MURDERS und nimmt sich dabei auch noch bierernst. Eigene Ideen sucht man vergebens und mehr Sorgfalt im Drehbuch hätten Wunder bewirken können. Stattdessen quält HAVENHURST mit Klischees, Lustlosigkeit und Logiklücken und braucht dazu auch noch lang, bis er endlich mal an Fahrt gewinnt. Mit nennenswerter Gruselunterhaltung hat das freilich nichts zu tun.
 
 
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Eigentlich sollte sich für Jackie (JULIE BENZ aus der TV-Serie DEXTER) nun alles zum Guten wenden. Die junge Mutter war alkoholabhängig und hat durch ihre Trinksucht den Tod der kleinen Tochter zu verantworten. Nach langer Trauer und einigen Therapien soll nun ein neues Leben beginnen. Doch der Start ist schwerer als gedacht. Mit der neuen Wohnung im alten Apartmentkomplex „Havenhurst“ liegt etwas im Argen. So kann Freundin Danielle (DANIELLE HARRIS) nicht gefunden werden. Die hat hier ebenfalls ein Apartment gemietet und scheint wie vom Erdboden verschluckt zu sein. Selbstverständlich bewahrheiten sich die Vorahnungen bald. Offenbar geht in diesem Haus etwas nicht mit rechten Dingen zu, denn immer wieder verschwinden Mieter spurlos. Das weckt die Neugierde der ehemaligen Alkoholikerin. Jackie beginnt Nachforschungen anzustellen und stößt dabei auf ein furchtbares Geheimnis, das von der aristokratisch Hausleiterin Eleanor (FIONNULA FLANAGAN) bisher gut gehütet wurde. Hinter den Wänden lebt nämlich das Böse. Das sieht es gar nicht gern, wenn Mieter unsittliche Dinge in ihren Wohnungen veranstalten. So muss einer nach dem anderen sterben, der sich nicht an die Hausordnung hält. Ob die vom Leben gezeichnete Mittdreißigerin diesem Albtraum ein Ende bereiten wird?
 
 
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Von alten Gemäuern mit dunklen Geheimnissen. In der Regel bedeutet das: Spuk und Geister. Diesmal kommt aber alles etwas anders, denn auch wenn HAVENHURST mit schlecht ausgeleuchteten Fluren und gotischer Gruseloptik Gänsehaut verursachen möchte, ist dieser Streifen nicht im Geistergenre beheimatet. Das Böse ist hier menschlicher Natur und das ist auch schon das größte Problem dieses Horrorthrillers, denn in Sachen Glaubwürdigkeit spielt der Streifen in einer anderen Liga. Offenbar interessiert es in HAVENHURST nicht einmal die Polizei, wenn in einem riesigen Wohnkomplex plötzlich Mieter aus heiterem Himmel verschwinden. Trotz eindeutiger Hinweise und mysteriösen Hausplänen unternimmt niemand etwas. Währenddessen sterben im Keller Menschen. Mit Logik oder Glaubwürdigkeit hat das nichts zu tun. Nichtsdestotrotz will man nicht so hart ins Gericht gehen. Horrorfilme sind nicht dazu da, um logische Handlungen abzuspielen. Sie sollen das Fürchten lehren und das Herz schneller schlagen lassen. Letzteres gelingt Regisseur ANDREW C. ERIN in den letzten 30 Minuten – naja, zumindest ein wenig. Wenn das Mysterium des Films entschlüsselt wird und HAVENDURST einen deutlich raueren Ton einschlägt, überschlagen sich Ereignisse und der Gruselkrimi gewinnt an Fahrt. So wird aus seichter und atmosphärischer Gruselei ein dreckiger Überlebenskampf gegen das personifizierte Böse, der die Heldin durch Luftschächte krabbeln und in Fallen stolpern lässt. Trotz kurzem Adrenalinkick wirkt das Ende aufgesetzt. Offensichtlich wollte man sich da eine Hintertür für die obligatorische Fortsetzung offen halten. Anders lässt sich nicht erklären, warum man die krampfhaft auf sympathisch getrimmte Filmheldin kurz und schmerzlos über den Jordan springen lässt, damit das Böse triumphieren darf. Den meisten Zuschauern dürfte man mit diesem hinterlistigen Finale wohl vor den Kopf stoßen. Immerhin besitzt HAVENHURST einen Lichtblick. Horror-Ikone DANIELLE HARRIS spielt nämlich auch im Film mit. Leider ist die beliebte Genre-Schauspielerin nur in einer kurzen Rolle zu sehen, wobei am Rande erwähnt werden sollte, dass ihr Gastauftritt kaum der Rede wert ist. Die Harris stirbt nämlich bereits im Prolog den Leinwandtod. Irgendwie schade.
 
 
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HAVENHURST – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärischer Horrortrip mit fiesem Finale. Letzteres ist in seiner Boshaftigkeit aber leider sehr enttäuschend. Nicht nur weil es mit seinem unerfreulichem Ausgang vollkommen unbefriedigend ist. Es wirkt zudem erzwungen und flimmert vollkommen abrupt über die Mattscheibe. Ist den Verantwortlichen etwa das Budget ausgegangen oder hatte man vielleicht keine Lust mehr HAVENHURST um ein ansprechendes Ende zu bereichern? Letztendlich sind die Beweggründe irrelevant, denn dieser Horrorthriller ist nichts, was man unbedingt gesehen haben muss. Die Schauspieler machen zwar ihre Sache gut und auch die Atmosphäre stimmt. Was einen faden Beigeschmack hinterlässt ist der dümmliche Plot. Da wollte wohl jemand ganz raffiniert sein und hat unbeholfen bei Filmen wie TOOLBOX MURDERS und HOUSEBOUND stibitzt. Herausgekommen ist unglaubwürdiger und einfältiger Blödsinn, der erfahrener Zuschauer kopfschüttelnd auf der Couch zurücklassen dürfte. Da kann die reißerische Plotauflösung auch nichts mehr reißen.
 
 
 


 
 
 

HAVENHURST – Zensur

 
 
 
Viel Gewalt gibt es in HAVENHURST nicht zu sehen. Trotzdem gibt es eine Szene in der einem Pärchen schreckliche Dinge angetan werden und die Kamera hält drauf. Wie die beiden Protagonisten „bearbeitet“ werden ist nicht ganz ohne. Trotzdem darf man von einer ungeschnittenen FSK16 ausgehen.
 
 
 


 
 
 

HAVENHURST – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei CMG | Protocol Entertainment | Twisted Pictures )

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Toolbox Murders (2004)
 
Toolbox Murders (1978)
 
13 Gantry Row (1998)
 
Within (2016)
 
Housebound (2014)
 


Filmkritik: „Blair Witch“ (2016)

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BLAIR WITCH

Story

 
 
 

„James und Lisa verliefen sich im Wald.
Dort war es finster und auch so bitter kalt.
Sie kamen an ein Häuschen … aus Holz und Schimmel fein.
Wo mag die Blair Witch der ollen Hütte sein?“
 
(frei nach dem anonymen Kinderlied um 1900)

 
 
 


 
 
 

BLAIR WITCH – Kritik

 
 
 
1999 wirbelte ein erstaunlich frischer Wind die Kinolandschaft auf. Infolge einer raffinierten PR strömte das Publikum in die Lichtspielhäuser, um in BLAIR WITCH PROJECT das Geheimnis dreier vermisster Jugendlicher zu lüften, die unter mysteriösen Umständen verschwanden. Wochenlang wurde zuvor auf öffentlichen Plakaten über deren ungeklärtes Schicksal spekuliert. Nun sollten aufgetauchte Originalbänder Licht ins Dunkel bringen. Verantwortlich für das Grauen, mit dem die arglosen Hobbyfilmer konfrontiert wurden, sollte die Hexe von Blair sein, die gemäß „recherchierter“ Legenden in den Wäldern um Burkittsville ihr Unwesen trieb und kleinen Kindern nach dem Leben trachtete. Viele Jahre später entschloss man sich nun unter größter Geheinhaltung ein Sequel zu produzieren, das unter dem Titel THE WOODS das Licht der Welt erblickte und so mit einem Überraschungseffekt punkten wollte. Als überzeugendes Bindeglied zwischen den Filmen fungiert hierbei der Bruder, der seit 1994 nicht mehr auffindbaren Heather, der sich – keine Ruhe findend – auf die Suche nach dem Familienmitglied begibt. Gemeinsam mit Freunden und zwielichtigen Helfern startet man also erneut. Allerdings diesmal technisch deutlich besser ausgerüstet. Doch auch wenn einige Drohnenaufnahmen tatsächlich neue Perspektiven eröffnen, ist dieser Umstand nicht von Belang, da der High-Tech-Kram beim folgenden Überlebenskampf – wie erwartet – völlig nutzlos ist.
 
 
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Gedreht wurde erneut im damals noch spektakulären Found Footage Stil, mit dem Ziel Action zu erzeugen, die den Betrachter unmittelbar ins Geschehen zieht. Leider wirkt dieser „Kniff“ nach einer Unmenge ähnlicher Produktionen längst überholt und vermag entsprechend nicht wirklich zu überzeugen. Fairerweise sei angemerkt, dass das Gesehene sicher schwer zu filmen war, aber trotzdem innerhalb des Genrebereiches im Ergebnis professionell visualisierte Bilder liefert. Aber reicht das um von BLAIR WITCH mitgerissen zu werden? Wenn nach 25 Minuten Vorspiel erstmals eine verletzte Fußsohle Interesse zu wecken vermag, haut das nicht gerade aus den Socken … Aber die Hoffnung bleibt, auch bei Gewichtung des soweit respektabel aufspielenden Cast, der jedoch nur zum Teil Mitfühlpotenzial bietet. Doch was folgt, hat wenig mit Innovation zu tun. Gefühlt wird 100 mal zuvor Gesehenes geboten und die Stationen: Spaß, Symbole, Misstrauen, Suche und Panik werden brav abgearbeitet. Dabei nervt vor allen Dingen das ständige Schreien der Namen gesuchter Personen ungemein. Aber auch die an das plötzliche Auftauchen von Protagonisten gekoppelten Jump Scares entlocken, zumindest den Horror-Nerds, nur ein müdes Gähnen.
 
 
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Da man die Leidenschaft der Macher durchaus erahnen kann, bleibt immerhin die Zuversicht auf ein überzeugendes Ende, welches neue Facetten bietet und den Nachfolger als sinnvoll legitimiert. Und tatsächlich gibt es neben den Erweiterungen der BLAIR WITCH-Hintergrundstory, dem Spiel mit der Zeit, einer höheren Opferzahl und vereinzelten Gewalteffekten endlich sekundenlang auch einen Blick auf das zu erhaschen, nach dem sich viele im Original vergeblich gesehnt haben dürften. Aber so wie es sich nunmal leider oft mit erfüllten Wünschen verhält, gestaltet sich das Auftauchen der Legende nach einer anstrengenden – teils klaustrophobischen und insbesondere im Haus rummeligen – Achterbahnfahrt als zwiespältig. Somit werden einige mit dem Ergebnis zufrieden sein, während andere desillusioniert abwinken. Für eine übergreifende Verärgerung könnte dagegen der erneut abrupte Schluss sorgen, dem beim Original immerhin leidenschaftliche Diskussionen über das Gesehene folgten. Doch ein reger Disput dürfte weitgehend ausbleiben, weil es einen bedeutsamen Unterschied zum großen Vorbild gibt: Ende der 90er wusste man tatsächlich nicht, was an den Bildern real und was fiktiv war. Dies führte zu einer überzeugend unbehaglichen Grundstimmung. Auch wollte man sich nach dem Kinobesuch nicht wirklich eingestehen, dass man eigentlich ein geschickt präsentiertes „Nichts“ gesehen hatte, weil es im Grunde nichts zu sehen gab. Aber dieses „Nichts“ wusste trotzdem zu faszinieren. BLAIR WITCH dagegen bietet zwar eine bunt-krude Mischung aus Nostalgie, Body Horror sowie eine Prise Monster- und „The Cabin In The Woods“-SciFi-Elementen, kann jedoch nur ansatzweise an die damals so unheimliche Grundstimmung anknüpfen.
 
 
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BLAIR WITCH – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Das vom Wackelkameramodus technisch perfekt umgesetzte BLAIR WITCH funktioniert wohl in erster Linie für die, denen der Erstling unbekannt ist, oder alle, die mit eigenen Augen sehen wollen, wie das Hexending nun tatsächlich optisch rüberkommt. (Oder auch nicht … wie man dem durchaus interessanten, da unterschwelllig ironisch-zornigen, Audiokommentar entnehmen kann.) Demnach dürften ebenso willige Easter Egg Sucher auf ihre Kosten kommen. Anderen bieten die weiteren ausführlichen Extras, welche Entstehungsbedingungen und das durchaus sympathisch leidenschaftliche Produktionsteam unter der Regie des souveränen Adam Wingard (YOU’RE NEXT/THE GUEST) in den Mittelpunkt rücken wohl mehr Kurzweil.
 
 
 


 
 
 

BLAIR WITCH – Zensur

 
 
 
Neben einem verletzten Fuß nebst Eigenleben gibt es nur zwei Gewalteffekte zu sehen, auf die nicht näher eingegangen werden soll, da der Film sonst weitere der ohnehin wenigen Höhepunkte verliert. Eine FSK ab 16 ist deren Folge.
 
 
 


 
 
 

BLAIR WITCH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) StudioCanal (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Blair Witch; USA 2016

Genre: Horror, Drama, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Deutscher Trailer Nerve (1:28 Min.), Deutscher Trailer Weinberg (1:54 Min.), Audiokommentar von Regisseur Adam Wingard & Autor Simon Barrett, Making-of (3:17 Min.), House of Horrors: Exploring the Set (15:49 Min.), Neverending Night: Behind-The-Scenes of Blair Witch: Ungewisser Tod – Der Cast (12:45 Min.), Verzerrte Realität (13:19 Min.), Unendliche Nacht – Das Making-of (19:04 Min.), Die Enthüllung (22:58 Min.), Gefangen in der Zeitschleife (9:04 Min.), P.O.V. – Beim Dreh (29:24 Min.), Deuscher Blair Witch-Kinotrailer (2:00 Min.), Deutscher Trailer Der letzte Exorzismus, Deutscher Trailer Hannibal – 1. Staffel, Deutscher Trailer Possession – Das Dunkle in Dir, Deutscher Trailer The Blair Witch Project, Deutscher Trailer The Strangers

Release-Termin: 09.02.2017

 

Blair Witch [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

BLAIR WITCH – Trailer

 
 

 
 

Andy78

(Die Rechte für alle Grafiken liegen bei STUDIOCANAL)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blair Witch Project (1999)
 
Blair Witch 2 (2000)
 
Paranormal Activity (2007)
 
The Entity (2015)
 
Katakomben (2014)
 
Grave Encounters 2 (2012)
 
Nightlight (2015)
 
UFO – Es ist hier (2016)
 


Filmkritik: „Bornless Ones“ (2016)

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BORNLESS ONES

Story

 
 
 

Nix mit Ruhe und Natur-Idylle. In einer Waldhütte sind die Teufel los. Fünf junge Menschen müssen es darin mit bösen Dämonen aufnehmen.

 
 
 


 
 
 

BORNLESS ONES – Kritik

 
 
 
Wenn sich ein kleines Studio am wohl kontroversesten Horror-Remake der letzten Jahre vergeht, dürfte das wohl nicht unbegründet für Aufsehen sorgen. So gibt es wohl kaum eine Neuverfilmung, die die Horrorfilmszene so stark polarisiert hat, wie das 2013 von FEDE ALVAREZ inszenierte Remake zum Kultklassiker EVIL DEAD. Dieses wurde von vielen Fans des Originals verteufelt, aber von ebenso vielen wohlwollend angenommen. Weil trotz Kassenerfolg aber bisher keine Fortsetzung nachgeschoben wurde, versucht nun das weniger bekannte Produktionsstudio BLACK DRONE MEDIA die Wartezeit bis zum möglichen Sequel zu verkürzen. Mit BORNLESS ONES hat man nämlich dort einen kleinen Schocker gedreht, den man auch gut und gern als weiteren Ableger der EVIL DEAD-Reihe bezeichnen könnte. Hier spult man alles noch einmal vor der Kamera ab, was die Neuinterpretation von 2013 ausgezeichnet hat. Das bedeutet: Gleiche Story, ähnlich visueller Stil und einige fiese Ekelmomente. Wer jetzt aber meint, dass beim dreisten Kopieren nur Blödsinn entstehen kann, wird schnell eines Besseren belehrt. Der aufgewärmte Horror-Cocktail funktioniert nämlich erstaunlich gut und dürfte Fans des Remakes schnell in seinen Bann ziehen. Da soll einer noch einmal behaupten mit wenig Budget lassen sich keine guten Horrorfilme inszenieren. BORNLESS ONES kann trotz wenig eigener Ideen bedeutend mehr, als der meiste unkreative B-Movie-Abschaum jüngeren Datums. Dafür sollte man Regisseur ALEXANDER BABAEV an dieser Stelle mal lobend die Hand schütteln. Mit Low-Budget-Horrorfilmen unterhalten kann scheinbar nicht jeder.
 
 
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BORNLESS ONES erzählt die bekannte Geschichte von einer Holzhütte und Dämonen. Das gemütliche Häuschen hat sich diesmal Emily (MARGARET JUDSON) für kleines Geld geangelt, die dort mit Bruder Zach (MICHAEL JOHNSTON) einzieht, um ihm ein besseres Leben bereiten zu können. Der sitzt seit einem furchtbaren Unfall im Rollstuhl, leidet an schwerer Zerebralparese und ist auf Pflege angewiesen. Doch die beiden sind nicht allein. Ehemann Jesse (DEVIN GOODSELL) zieht mit ein, um die beiden so gut es geht zu unterstützen. Um das Waldhaus auf Vordermann bringen zu können, packen auch Freunde mit an, die aber bald über den Kauf gar nicht mehr so erfreut sind, als man an Wänden religiöse Symbole entdeckt. Doch es kommt noch dicker. Der pflegebedürftige Zach scheint über Nacht geheilt und kann plötzlich wieder laufen und sprechen. Was anfänglich erfreut, hat aber einen Haken: die sieben Dämonen der Hölle sind in den Körper des jungen Mannes geschlüpft und wollen Schaden anrichten. Wie es weitergehen wird, dürften EVIL DEAD-Kenner wohl bereits erahnen. Nach und nach werden die Freunde zu willenlosen Marionetten dämonischer Kräfte. Die bemächtigen sich deren Körper und richten ein Blutbad an, weil sich die besessenen Kumpels selbst an die Gurgel gehen.
 
 
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Ein EVIL DEAD-Plagiat stimmungsvoll inszeniert. Man mag kaum glauben, dass Regisseur ALEXANDER BABAEV mit BORNLESS ONES den ersten Langfilm gedreht hat. Der bietet im Debüt stimmungsvolle Kameraeinstellungen, gespenstige Atmosphäre und handfeste Schocks, die man in solcher Form nicht einmal in Streifen alteingesessener Filmemachern zu sehen bekommt. Offenbar hat der Nachwuchsregisseur das EVIL DEAD-Remake akribisch studiert. Anders lassen sich die vielen Verweise nicht erklären, die hier mit viele Liebe zum Detail über die Mattscheibe flimmern. Selbst verfremdete Dämonenstimmen oder die grotesken Kontaktlinsen besessener Opfer wurden von der glattgebügelten TANZ DER TEUFEL-Neuauflage übernommen, so dass man ohne Zweifel behaupten kann, dass da wohl ein Fan des Streifens am Werk gewesen sein muss. Trotz technisch beeindruckender Hommage: Wer harten Splatter und ausufernde Gore-Exzesse erwartet, dürfte enttäuscht werden. BORNLESS ONES zieht einen Großteil seines Schreckens aus der schaurigen Stimmung, die durch schlecht ausgeleuchtete Kulissen entsteht. Dennoch gibt es etwas an Gewalt zu sehen, wobei das meiste aber wohl kaum der Rede sein dürfte. Die Kamera schwenkt oft schnell weg, Gewalttaten werden nur angedeutet oder Gemetzel im Off zelebriert. Das tut der Gruselstimmung aber keinen Abbruch, denn Kopfkino kann manchmal mehr Gänsehaut bereiten, als eimerweise Kunstblut.
 
 
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BORNLESS ONES – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein atmosphärisch beeindruckend in Szene gesetzter Dämonentanz. Was hier nach weiterem Splatter-Gewitter aus der Mache von FEDE ALVAREZ / SAM RAIMI anmutet, ist kein neuer EVIL DEAD-Teil, sondern eher ein Fanfilm mit anderem Titel. BORNLESS ONES klaut rigoros bei genanntem Kultklassiker – und das viel, dreist und häufig. Das Ergebnis kann sich aber sehen lassen, denn trotz unverschämten Ideenklaus überzeugt BORNLESS ONES durch talentierte Kameraarbeit sowie Gespür für Gänsehaut und Gruselstimmung. Wer sich bisher nicht an der von FEDE ALVAREZ inszenierten EVIL DEAD-Neuverfilmung sattsehen konnte, wird diesen Film lieben. BORNLESS ONES schaut visuell haargenau so aus wie der makellose Horror-Reboot von 2013 und hat zudem auch noch eine ähnliche Geschichte zu bieten. Morbide Horrorunterhaltung ist garantiert – und das sogar ohne CGI und Splatter-Reigen. Trotz Low-Budget-Produktion empfehlenswert. Das kann man nicht von jedem B-Movie behaupten.
 
 
 


 
 
 

BORNLESS ONES – Zensur

 
 
 
Natürlich gibt es auch in BORNLESS ONES grafische Gemeinheiten zu sehen. Ein spitzer Gegenstand wird in ein Auge gestochen, eine schwangere Protagonistin schneidet sich den Bauch auf und der Kiefer einer der Helden wird ausgekugelt und anschließend mit Bohrer und Schrauber wieder einsatzbereit gemacht. Das ist aber noch nicht alles – natürlich gibt es noch mehr Gewalt zu sehen. Weil im Film bewusst unheimliche Atmosphäre mit schlechter Ausleuchtung bewirkt wird, sieht man viele der Spezialeffekte aber nicht sonderlich detailliert. Hierzulande gibt es wohl dennoch eine ungeschnittene Freigabe für Erwachsene mit rotem FSK-Sticker.
 
 
 


 
 
 

BORNLESS ONES – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Black Drone Media | Uncork’d Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Evil Dead (2013)
 
Cabin of the Dead (2012)
 
ExitUs – Play it Backwards (2015)
 
Tanz der Teufel (1981)
 
Tanz der Teufel 2 (1987)
 
Night of the Demons (1988)


Filmkritik: „Lavender“ (2016)

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LAVENDER

Story

 
 
 
Eine junge Frau glaubt als Kind die eigene Familie ermordet zu haben. Auf der Suche nach Antworten kommt sie einem schaurigen Geheimnis auf die Schliche.

 
 
 


 
 
 

LAVENDER – Kritik

 
 
 
Und weiter geht’s mit Mystery und zwar einer jener Sorte, wie wir ihn von FILMCHECKER auch gern mal als Publikumsblender bezeichnen. Das sind für uns jene Filme, die den Zuschauer an der Nase herumführen und am Ende mit überraschender Auflösung vor den Kopf stoßen, welche man so nie kommen gesehen hat. Ein wahrer Meister dieses Faches ist Regisseur M. NIGHT SHYAMALAN. Der wurde über Nacht durch das Geisterdrama THE SIXTH SENSE berühmt und dreht seither Hollywoodware am Fließband, die sich vor allem durch überraschungsreiche Filmwendungen auszeichnet. Was Shyamalan fast schon fanatisch auf die Spitze treibt, versucht jetzt Filmemacher ED GASS-GONNELLY zu kopieren. Der gebürtige Kanadier lies vor einigen Jahren in DER LETZTE EXORZISMUS 2 Kruzifixe tanzen und treibt im nächsten Streich mit dem Titel LAVENDER nicht Teufel aus, sondern jagt eine vom Leben gezeichnete Frau durch die Psycho-Hölle. Was für ein Sauhund.
 
 
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LAVENDER erzählt die tragischen Erlebnisse eine jungen Mutter (ABBIE CORNISH). Die hat als Kind Furchtbares erlebt. Im Landhaus der Eltern wurde ein grausames Verbrechen verübt bei dem die gesamte Familie der damals zehnjährigen Jane ihr Leben lassen musste. Weil man keine Beweise sichern könnte, fiel der Verdacht auf die einzige Überlebende, die auch Jahrzehnte nach der Tat immer mal wieder von der Vergangenheit eingeholt wird. Doch immer dann, wenn man meint, dass es die Welt nicht gut mit einem meint, kommt es oft noch schlimmer. Bei einem Autounfall verliert Jane das Gedächtnis und muss Erinnerungslücken schließen. Doch fehlende Erinnerungen sind bald das kleinere Übel. Seit dem Vorfall passieren plötzlich seltsame Dinge. Die junge Frau beginnt Dinge zu sehen, die sich offenbar nur vor ihrem Auge abspielen. Zudem führen mysteriöse Geschenke auf eine geheimnisvolle Spur, die Jane zu dem Ort lotsen, an dem vor vielen Jahren das Martyrium der attraktiven Mittdreißigerin begonnen hat. Doch was liegt hier im Argen? Wetten, dass man das simple Rätsel so schnell nicht durchschauen wird?
 
 
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Was für die grauen Zellen: LAVENDER ist ein ruhig und gemächlich erzählter Gruselthriller, der sich weniger der Effekthascherei widmet. Dieser Film beschäftigt sich in erster Linie mit Vergangenheitsbewältigung und lässt seine Heldin einer Spur voller Geheimnisse folgen an deren Ende die Katze aus dem Sack gelassen wird. Protagonistin Jane begibt sich hier auf Zeitreise, durchforstet dabei die eigene Vergangenheit und entschlüsselt ein schreckliches Familiengeheimnis, das sie auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Bis jedoch mysteriöse Ereignisse Sinn ergeben wollen, vergeht viel Zeit. Treiben tief im Unterbewusstsein schlummernde Schuldgefühle die attraktive Jane in den Wahnsinn oder haben sich garstige Familiengeister an die Fersen der jungen Frau geheftet? Bis des Pudels Kern aufgelöst wird, lässt sich Filmemacher ED GASS-GONNELLY einige Optionen offen und spielt gekonnt mit der Erwartungshaltung des Zuschauers. Teils gelingt ihm das ganz gut, denn bald will selbst dem Publikum nicht mehr plausibel erscheinen, was da auf der Mattscheibe nur Einbildung ist und was tatsächlich passiert. Leider ist nicht alles Gold was glänzt. So durchdacht die Auflösung auch sein mag – LAVENDER macht es dem Zuschauer mit dem langsamen Erzählstil nicht gerade leicht. Szenenverläufe wiederholen sich, oft dümpelt die Handlung auf der Stelle und unheilverkündende Gruselatmosphäre bildet die Ausnahme. Irgendwie hat man da in letzter Zeit Runderes zu sehen bekommen. THE HOUSE ON PINE STREET wäre an dieser Stelle zu nennen. Dort fand man grandiosen Spagat zwischen Zuschauermanipulation, Psycho-Horror und Gruselstimmung. Nichtsdestotrotz können Fans seichter Mysterystreifen einen Blick wagen. LAVENDER hat ansprechende Bilder zu bieten und besitzt für Indie-Horror auch noch talentierte Schauspieler – insofern man das nervige Gör im Film mal außer Acht lässt. Vergleicht man den schnell gedrehten und meist wenig kreativen Horror-Schund der letzten Jahre, gehört LAVENDER zweifelsohne zu den besseren Filmen innerhalb des Genres. Einmal gesehen – aber dann auch schon wieder abgehakt.
 
 
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LAVENDER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Mehr Drama statt Horror. Wenn längst begrabene Ängste plötzlich wieder da sind. LAVENDER ist nichts für hyperaktive Zuschauer und macht es mit seinem langsamen Erzählstil Filmen wie BABADOOK, THE HOUSE ON PINE STREET oder UNDER THE SHADOWS gleich. Wer eine Vorliebe für hektisch geschnittene und blutige umgesetzt Horrorschocker besitzt, hat im Falle von LAVENDER das Nachsehen. Bei diesem Indie-Streifen handelt es sich um einen gemächlich inszenierten und psychologisch angehauchten Gruselfilm, der eine Frau bei der Suche nach der eigenen, vergessenen Vergangenheit begleitet. Sonderlich viel passiert nicht, wobei Höhepunkt mal wieder ein Überraschungstwist ist, der die Filme von Regisseur M. NIGHT SHYAMALAN Revue passieren lässt. Übrigens zeigen sich Parallelen zum Vorgängerfilm von ED GASS-GONNELLY. Der hat in LAVENDER Regie geführt und bereits 2013 Regie im Film DER LETZTE EXORZISMUS 2 geführt. Auch dort musste sich eine Frau mit Erinnerungslücken herumschlagen und wurde anschließend auf schmerzliche Weise von ihrer Vergangenheit eingeholt. Leider sind beides Filme ohne Nachdruck. Dazu fehlt genannten Streifen einfach das Salz in der Suppe, um wirklich Eindruck hinterlassen zu können.
 
 
 


 
 
 

LAVENDER – Zensur

 
 
 
LAVENDER hat – bis auf den Schluss – kaum Grausamkeiten zu bieten. Der Film ist eher psychologischer Natur und dürfte demzufolge hier ohne Probleme mit FSK16 in den Handel kommen.
 
 
 


 
 
 

LAVENDER – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Pacific Northwest Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Babadook (2014)
 
The House on Pine Street (2015)
 
Under the Shadows (2016)
 
The Disappointments Room (2016)
 


Filmkritik: „Arbor Demon“ (2016)

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ARBOR DEMON

(ENCLOSURE)

Story

 
 
 
Ehe-Jubiläum mit Folgen: Ein Hochzeitstag endet anders als erwartet, nachdem man bei einem Campingausflug im Wald auf unheimliche Kreaturen stößt.

 
 
 


 
 
 

ARBOR DEMON – Kritik

 
 
 
Ob im Sport, der Musik oder eben auch im Film: Es ist nicht selten, dass Kinder von Berühmtheiten in die Fußstapfen ihrer Eltern treten. Die Gründe dafür können vielfältig sein. Mal ist es, weil sie nichts Anderes kennen oder den Eltern nacheinfern wollen. Manchmal kann es aber auch sein, dass gezeigt werden will, dass der bekannte Name nicht alles ist über das man verfügt, sondern dass auch Talent vorhanden ist. So ähnlich dürfte es auch Schauspielerin FIONA DOURIF ergehen, deren Familienname zumindest in Genre-Kreisen kein unbeschriebenes Blatt ist. Kein Geringerer als Horrorlegende BRAD DOURIF ist nämlich der Vater genannter Dame und dürfte vielen Liebhabern des Phantastischen Films durch Auftritten in Kultfilmen wie ALIEN – DIE WIEDERGEBURT, DUNE oder HERR DER RINGE ein Begriff sein. Weitaus mehr Popularität erhielt der Schauspieler aber mit einer Sprechrolle. Was nämlich nur eingefleischte Horrorfans wissen: Mörderpuppe Chucky wird von BRAD DOURIF gesprochen – und das bereits seit 1988. Dass die Erwartungen an Tochter Fiona demzufolge besonders hoch sein dürften, ist nicht unbegründet. So konnte sich der Nachwuchs bereits durch Hauptrollen in Horrorware wie CURSE OF CHUCKY (da hat der Vater wohl Kontakte spielen lassen) oder FEAR CLINIC einen Namen machen. Mit guter Rollenauswahl und ausreichend Fleiß könnte FIONA DOURIF so gleichen Weg einschlagen, wie die nicht minder bekannte DANIELLE HARRIS. Letztgenannte genießt durch unzählige Auftritte in Horrorfilmen den Ruf einer waschechten Scream Queen und hat sich Jahre nach HALLOWEEN 4 zur beliebten Horrorikone gemausert, die sich gern mal in günstig gedrehten Schockern blicken lässt.
 
 
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Nächste Ausfahrt: Horrorfilm. Auch ARBOR DEMON (der anfangs noch ENCLOSURE hieß) ist selbstverständlichen im düsteren Genre beheimatet und dürfte dem Bekanntheitsgrad von FIONA DOURIF zugutekommen. Darin schlägt Mutter Natur mal wieder erbarmungslos zu – subtile Umweltbotschaft gibt’s gratis obendrauf. Ausgedacht hat sich den geradlinigen, aber dennoch kritischen Wald-Horror Regisseur PATRICK REA. Der wirbelte die Horrorszene vor einigen Jahren mit dem Low-Budget-Grusler NAILBITER auf, war aber danach wieder in der Versenkung verschwunden. Mit ARBOR DEMON versucht er wieder für Gesprächsstoff zu sorgen und präsentiert klaustrophobischen Zelt-Schauer mit außergewöhnlichem Kreaturen-Design, das man so schon lange nicht mehr im Horrorfilm zu sehen bekommen hat.
 
 
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Eigentlich wollten Ex-Rettungssanitäter Charles (KEVIN RYAN) und Frau Dana nur den zweijährigen Hochzeitstag beim gemütlichen Camping im Wald feiern. Doch im Horrorfilm kommt meist immer als anders. Dana (FIONA DOURIF) ist nämlich schwanger und traut sich nicht dem Gatten davon zu berichten, weil man eines dieser Pärchen ist, das nicht so gut mit Kindern kann. Umso erschütternder, was den Liebenden widerfahren wird. Sie geraten in einen Strudel von Umständen, der die Beziehung auf eine harte Probe stellt. Erst sind es lokale Jäger, die von Etwas angefallen und in Stücke gerissen werden. Später nehmen die beiden einen der Überlebenden (JAKE BUSEY aus MOST LIKELY TO DIE und THE DEVIL’S DOZEN) auf, welcher im Zelt von unheimlichen Legenden berichtet, die ihm von der Großmutter erzählt wurden. Schnell wird klar, dass die Geschichten Wahrheitsgehalt besitzen. Was draußen im Wald seine Kreise zieht, haust seit Jahrhunderten im Verborgenen und wurde zuvor von noch keinem Menschen gesehen. Nur warum tötet es ahnungslosen Spaziergänger, die in der Natur Erholung suchen? Die Antwort darauf lässt nicht lange auf sich warten, denn Dana trägt etwas in sich, was den geheimnisvollen Kreaturen des Waldes lieb und teuer ist.
 
 
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Die Idee zum Film kam Regisseur PATRICK REA selbst bei einem Campingausflug mit der Frau. Kaum am Lake Perry – einem See in der Nähe der Stadt Lawrence in Kansas – angekommen, beobachtete das Paar in den frühen Morgenstunden eine Auseinandersetzung zwischen zwei Campern. Als sich einer der beiden Streithähne wutentbrannt auf sein Quad schwang und beinahe das Zelt der Turteltauben streifte, rastete das Paar aus. Um sich den Ausflug nicht madig zu machen, scherzte Rea, dass es doch lustig wäre, wenn als Strafe etwas aus dem Wald kommen und die Übeltäter bestrafen würde, damit man wieder in Ruhe schlafen könne. Als man Jahre später das Drehbuch zu ARBOR DEMON verfasste, war Reas Frau schwanger. Ein Umstand, der mit in die Geschichte eingeflochten wurde und für zusätzliche Spannungen sorgen soll. Apropos Spannung: Diesbezüglich hat genannter Waldkreaturen-Horror erhebliche Startschwierigkeiten. Der Film beginnt mit gängigem Muster, lässt Camper unheimliche Geräusche hören und zeigt mysteriöse Schatten auf Fotos, die Fotografin Dana mit der Spiegelreflexkamera geschossen hat. Die vorhersehbaren Verläufe sind keine Spannungsgaranten. Trotzdem schafft ARBOR DEMON in der letzten halben Stunde die Kurve. Erst nach und nach bekommt der Zuschauer zu sehen, was sich im Gebüsch vor neugierigen Blicken versteckt. Zeigen sich die Filmbösewichte dann endlich in voller Pracht, überrascht der Einfalls- und Detailreichtum der Maskenbilder. Die verdienen Lob, denn gerade der obskuren Kostüme wegen bleibt ARBOR DEMON in Erinnerung. Trotzdem ist auch dieser Horrorfilm – trotz FIONA DOURIF als Hauptdarstellerin – kein Geheimtipp. Sieht man vom Kreaturen-Design ab, ist auch dieser Streifen auch nur ein weiterer der Sorte: Menschen werden im Wald vom Bösen verfolgt und müssen dabei ums Überleben bangen. Ob da nun Bären, Hexen, Bigfoot oder Waldwesen nach dem Leben trachten, ist letztendlich Jacke wie Hose. Handlungsverläufe fernab der üblichen Pfade hätten im Falle ARBOR DEMON vermutlich Wunder bewirken können. So ist es leider nur aufgewärmter Kaffee.
 
 


 
 
 

ARBOR DEMON – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Mutter Natur gibt – Mutter Natur nimmt. Klaustrophobischer Zelt-Horror mit einzigartigem Kreaturen-Design und subtiler Ökobotschaft. Aus ARBOR DEMON (Alternativtitel: ENCLOSURE) hätte ein wirklich sehenswerter Horrorfilm werden können, wenn man Mut zum Unkonventionellen bewiesen hätte. Die Filmbösewichte sind Bombe und zeugen von Einfallsreichtum. Leider trifft das aber nicht auf die Handlung zu. Die klaut schamlos bei Filmen wie BLAIR WITCH PROJECT, WILLOW CREEK und Konsorten. Zu sehen gibt es besorgte Protagonisten, die sich im Schutze eines Zeltes vor etwas Bösem in Sicherheit bringen müssen. Drinnen wird nicht nur vor dem da draußen gebibbert. Auch private Konflikte sorgen zusätzlich im Zelt für Spannung. ARBOR DEMON ist kein großer Wurf. Die Geschichte passt auf einen Bierdeckel, hat aber immerhin talentierte Schauspieler zu bieten, die man in vielen B-Movies oft vergebens sucht. Die retten, was zu retten ist und machen aus ARBOR DEMON zuminest solide Genre-Unterhaltung für verregnete Sonntage. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
 
 
 


 
 
 

ARBOR DEMON – Zensur

 
 
 
ARBOR DEMON hat nicht viel Brutalität zu bieten. Einen Knochenbruch gibt es zu sehen und wie einem Protagonisten mit einer Waffe ins Beim geschossen wird. Weiterhin fällt einer der Charaktere mit dem Schädel gegen ein Hirschgeweih und ein Genick wird ebenfalls gebrochen. Das alles reicht für eine umgeschnittene FSK16.
 
 
 


 
 
 

ARBOR DEMON – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Gravitas Ventures | Producer Capital Fund)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Feed the Gods (2013)
 
Willow Creek (2013)
 
The Jungle (2013)
 
The Monster (2016)


Filmkritik: „The Axe Murders of Villisca“ (2016)

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THE AXE MURDERS OF VILLISCA

Story

 
 
 
In einem Spukhaus werden drei Teenager mit der eigenen Vergangenheit und der des Hauses konfrontiert.

 
 
 


 
 
 

THE AXE MURDERS OF VILLISCA – Kritik

 
 
 
Und schon wieder ein Spukhausfilm. Diesmal handelt es sich aber um einen der besseren Vertreter seiner Art, was in Zeiten schnell gedrehter B-Movie-Gurken zwingend Erwähnung finden sollte. Seit so gotischer Grusel-Horror wie BIS DAS BLUT GEFRIERT oder DIE VERFLUCHTEN im Kino für Schrecken sorgten, hat sich das Genre der Haunted-House-Schocker zum lukrativen Geschäft entwickelt. Warum das so ist, lässt sich schnell erklären. Trotz Unbehagen und Schauer geht von den mysteriösen Gemäuern eine gewisse Faszination aus, der sich so schnell niemand entziehen kann. Das war früher schon so und ist auch heute nicht anders. Dennoch hat sich in jüngster Vergangenheit einiges verändert. Geschichten über gruselige Anwesen allein reichen nicht mehr aus. In einer Zeit wie der heutigen muss Kopfkino visualisiert und möglichst reißerisch auf die Leinwand gebracht werden. Dabei üben vor allem jene Gruselfilme besonderen Reiz auf den Zuschauer aus, wenn die Geschichten dahinter auf tatsächlichen Gegebenheiten beruhen. Das dürfte wohl auch den Erfolg der unzähligen Amityville-Filme erklären, die seit den 1970ern offensichtlich am Fließband produziert werden. Der Erfolg ist nicht unbegründet, gehört die wirklich in Amerika stehende Bretterbude zu den bekanntesten Spukhäusern der Welt, welche sich gerade wegen ihrer schaurigen Geschichte zu einem regelrechten Wallfahrtsort unter Horrorfans entwickelt hat.
 
 
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Nicht minder schaurig, aber dafür umso weniger bekannt: Das Axtmörder-Haus in Villisca/Iowa. Auch darin geschahen schreckliche Dinge, die bis heute nicht rekonstruiert werden konnten. Am Morgens des 10. Juni 1912 soll sich darin Furchtbares ereignet haben. Acht Menschen wurden im Haus mit einer Axt erschlagen – alle Fenster und Spiegel waren mit Tüchern und Decken bedeckt. Trotz akribischer Polizeiarbeit und vieler Recherchen konnten weder Täter oder Erklärungen gefunden werden. Doch offene Fragen sind nicht das eigentliche Mysterium. Weitaus markerschütternder sind die Dinge, die sich nach der Tat ereignet haben sollen. Laut Augenzeugenberichten lebt im Haus das Böse. Neue Hauseigentümer sprachen sogar von Spuk, weshalb das berüchtigte Anwesen mehrfach von Parapsychologen untersucht werden musste. Das sind Geschichten aus denen man Gruselfilme machen kann. Eine einleuchtende Tatsache, die sich wohl auch Regisseur TONY E. VALENZUELA zu Herzen nahm und daraus etwas Gruselfutter fürs Heimkino fabrizierte. Die tatsächlichen Ereignisse von 1912 mussten dafür nur als Alibifunktion herhalten, der Rest ist fiktiv. Egal, Hauptsache Gänsehaut!
 
 
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THE AXE MURDERS OF VILLISCA rückt drei Teenager in den Mittelpunkt. Die haben schon einiges im Leben erdulden müssen, was sie zu Außenseitern an der Schule macht. Vor allem für den attraktiven Caleb (ROBERT ADAMSON) soll damit jetzt Schluss sein. Der will die High School beenden und den Heimatort verlassen, um die Vergangenheit hinter sich lassen zu können. Bevor das neue Leben jedoch beginnen kann, soll der eigene Youtube-Kanal mit Futter versorgt werden. Caleb tourt nämlich mit Kumpel Denny durch die Gegend, um als Geisterjäger paranormalen Ereignissen mit der Kamera auf den Grund zu gehen. Die von allen gemobbte Jess (ALEX FRNKA) schließt sich den Freunden an. Gemeinsam hat man einen Rundgang durch das berüchtigte Axtmörderhaus von Villisca gebucht. Doch eine kurze Begehung reicht nicht aus. Die drei brechen am Abend in das Geisterhaus ein, um Spukmaterial auf Film bannen zu können. Was sie aber erleben ist die Lektion ihres Lebens. Einbruch ist eben kein Kavaliersdelikt.
 
 
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Wer bricht denn nachts freiwillig in Spukhäuser ein? Das können eigentlich nur dumme Teenager sein. In der Tat, sonderlich originell ist THE AXE MURDERS OF VILLISCA keineswegs. Trotzdem wachsen die an der Schule schikanierten (attraktiven) Hauptdarsteller schnell ans Herz. Das liegt wohl hauptsächlich daran, weil dieser Horrorthriller dann doch sehr konventionell gestrickt und fürs junge Publikum gefertigt wurde. THE AXE MURDERS OF VILLISCA beginnt mit dem üblichen Charakteraufbau, stellt seine Protagonisten vor und bringt sie wenig später in Gefahr. Dazu gesellen sich Spuk, Geister und Besessenheit, damit im tobenden Finale die Spezialeffekte aus der Gruselkrabbelkiste gekramt werden können. Klingt einfallslos – ist aber kurzweilig, weil der Streifen mit nicht mal 80 Minuten kaum Leerlauf und auch noch gute Jungdarsteller zu bieten hat. Leider sollte man aber keinen nächsten CONJURING oder AMITYVILLE HORROR erwarten. THE AXE MURDERS OF VILLISCA erweckt den Anschein von TV-Unterhaltung, die man seit einigen Jahren des Öfteren auf den privaten Sendern zu sehen bekommt. Ganz abwegig ist die Vermutung allerdings nicht. Regisseur TONY E. VALENZUELA hat nämlich zuvor reichliche Stoff fürs amerikanische TV gemacht – darunter Serien und Filme. Ebenso fernseherfahren: Die wenigen Darsteller im Film. Einige von denen hat man schon in Folgen von BONES, DEXTER und NAVY CIS gesehen.
 
 


 
 
 

THE AXE MURDERS OF VILLISCA – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Spuk und Geister gehen immer. Dieser Gruselschocker macht AMITYVILLE HORROR Konkurrenz. Der Grundplot zu THE AXE MURDERS OF VILLISCA beruht auf einem historischen Kriminalfall von 1912 und entpuppt sich unterm Strich als solide Horror-Unterhaltung, die an Fernsehfilme auf Sendern wie LIFETIME oder CHILLER erinnert. Das lässt schlimmes erahnen, ist aber unterm Strich ganz in Ordnung, weil Fernsehware mittlerweile immer öfter höheren Produktionsstandart besitzt, als so mancher Kinofilm. Trotz überraschungsarmer Handlung liefert Regisseur TONY E. VALENZUELA leichte Gruselunterhaltung ab, die ganz kurzweilig geraten ist. Schockmomente sind vorhanden, die Atmosphäre passt und die (TV-erfahrenen) Schauspieler können auch was. Fans von modernen Spukhausfilmen werden nicht enttäuscht werden. Wer beliebte Klassiker zum Vergleich heranzieht, dürfte definitiv Gänsehaut bekommen. In diesem Falle aber eher der Bedeutungslosigkeit wegen.
 
 
 


 
 
 

THE AXE MURDERS OF VILLISCA – Zensur

 
 
 
Es gibt ein paar Messerstiche zu sehen. Mit einer Axt wird zudem auf Menschen eingeschlagen. Wer hier aber Blut erwartet, wird enttäuscht werden. Die Kamera blendet nämlich weg. Sollte THE AXE MURDERS OF VILLISCA in Deutschland veröffentlicht werden, dürfte der Streifen eine FSK16 erhalten. Gruselfutter fürs junge Mainstream-Publikum.
 
 
 


 
 
 

THE AXE MURDERS OF VILLISCA – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Ketchum Labs | IFC Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
We Are Still Here (2015)

Demonic (2015)

Das Grauen (1980)

The Conjuring (2013)

Amityville Horror (1979)

Amityville Horror – Eine wahre Geschichte (2005)


Filmkritik: „Phobia“ (2016)

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PHOBIA

Story

 
 
 
Nach einem traumatischen Erlebnis entwickelt Künstlerin Mehak eine krachende Angststörung und traut sich bald nicht mehr aus dem Haus. Mit fatalen Folgen.

 
 
 


 
 
 

PHOBIA – Kritik

 
 
 
Mit PHOBIA hat es nach der Fortsetzung zum Zombie-Film THE DEAD nun bereits der zweite indische Horror-Thriller auf FILMCHECKER geschafft. Das dürfte bei den meisten Lesern für Skepsis sorgen, weht doch in den meisten Filmen aus Indien ein anderer Wind. Hier wird in der Regel geschmachtet und getanzt. Doch es geht auch anders, wie der nachfolgend besprochene Psycho-Thriller beweist. Statt Dauergesang und Folklore fürs indische Massenpublikum oder trendige Auslandsfans auf Zelluloid festzuhalten, schielt man hier lieber gen Westen und übt ernstes Psychohandwerk aus, von dem sich mancher westliche Filmschaffende eine Scheibe abschneiden könnte. Weit weg von Bollywood, Kitsch und Gloria geht es diesmal nicht um Liebe, Freundschaft, Familienbunde oder den immer währenden Kampf gegen das Böse. PHOBIA versucht es mit Thrill und Suspense, fernab von Klischees. Wer sich drauf einlässt wird entlohnt, denn trotz stolzer Laufzeit von knapp zwei Stunden kann der Streifen etwas ganz gut: Verwirren und Manipulieren. So psychologisch geschickt aufgebaute Angstfilme wie DER BABADOOK oder SENSORIA lassen grüßen.
 
 
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Eine Geschichte über Angst und Wahnsinn. Die muss eine erfolgreiche Künstlerin durchleben und droht daran zu zerbrechen. Mehak (RADHIKA APTE) ist schön, jung und dazu noch talentiert. Doch das wird ihr zum Verhängnis. Als sie nach einer Feier mit dem Taxi nach Hause gefahren wird, passiert das Unfassbare. Der Fahrer vergeht sich an der jungen Frau und hinterlässt tiefe emotionale Narben. Die Vergewaltigung löst bei Mehak eine Art der Agoraphobie aus, die es dem Opfer unmöglich macht aus dem Haus zu gehen. Deshalb zieht sie sich immer mehr in ihre eigene Welt zurück. Vom einstigen Glanz der selbstbewussten Schönheit ist bald kaum noch etwas zu verzeichnen. Gott sei Dank nimmt sich der beste Freund des Problems an. Shaan (SATYADEEP MISHRA) will helfen und bringt die verstörte Frau in die Wohnung eines Bekannten, wo die traumatisierte Mehak lernen soll die Phobie in Griff zu bekommen. Doch kaum dort eingezogen, fangen die Probleme erst richtig an. Seltsame Dinge passieren und ein geheimnisvolles Tagebuch lässt darauf schließen, dass in dieser Wohnung schlimme Ereignisse passiert sein müssen. Spukt es hier etwa? Die Suche nach Antworten wird bald zu Mehaks Lebensinhalt. Leider will niemand der einst erfolgreichen Künstlerin Glauben schenken. Die verfällt immer mehr dem Wahn und ebnet sich damit den Weg in eine persönliche Katastrophe.
 
 
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Wie ein furchtbares Verbrechen das Leben einer jungen Frau verändern kann. PHOBIA bebildert den psychischen Verfall seiner Hauptdarstellerin in schonungsloser Detailfreudigkeit und lässt die mit RADHIKA APTE hervorragend besetzte Sympathieträgerin sprichwörtlich durch die Hölle gehen. Doch damit nicht genug. Auch der Zuschauer wird gefordert und soll ähnliche Qualen durchleben wie die Heldin des Films, die sich bald sicher ist, dass sie nicht mehr Herrin ihrer eigenen Sinne ist. Regisseur PAVAN KIRPLANI macht hierfür von hinterlistigen Taschenspielertricks Gebrauch. Ist die Protagonistin wirklich dem Wahnsinn nahe oder gibt es für all die unerklärbaren Ereignisse doch plausible Erklärungen? Die Antwort darauf wird möglichst lang hinausgezögert und mündet in jenem obligatorischen Überraschungstwist, ohne den im Genrefilm offenbar gar nichts mehr geht. Die Auflösung lässt sich dennoch nicht so einfach durchschauen und macht bei genauerer Untersuchung durchaus Sinn. Bis dahin gibt es ein ganz exzellent verschachteltes Verwirrspiel zu sehen, das geschickt zwischen knallhartem Psychothriller, schaurigem Geister-Film und erschreckendem Psychogramm einer Traumatisierten pendelt. Demzufolge ist PHOBIA für all jene ein gefundenes Fressen, die gern in die Psyche fehlgeleiteter Helden schauen wollen. Der indische Psycho-Horror macht vieles richtig – auch wenn die Idee dahinter wegen vieler ähnliche gestrickter Filme in letzter Zeit (u.a. THE DISAPPOINTMENTS ROOM, DER BABADOOK, THE NOONDAY WITCH) allmählich seinen Reiz verliert. Trotzdem gibt eine überdurchschnittliche Bewertung und die Empfehlung vom FILMCHECKER.
 
 
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PHOBIA – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wenn die sicheren vier Wände zum Albtraum werden. PHOBIA ist ein psychologisches Verwirrspiel in der Machart von DER BABADOOK, das sich vor der westlichen Konkurrenz nicht verstecken muss. Trotz Produktion aus der Hindi-Filmindustrie sollte man sich nicht blenden lassen. Auch Indien kann ernst und ungemütlich. Hinter PHOBIA steckt ein cleverer und vor allem spannender Psychothriller, der mit seiner hervorragenden Hauptdarstellerin glänzt und in der zweiten Filmhälfte kontinuierlich die Spannungsschraube anzieht. Was belanglos beginnt, steigert sich nahezu minütlich zum Albtraum. Das sahen aber indische Kinogänger nicht ganz so. Den gelungenen Angstmacher wollte dort kaum jemand sehen. Trotzdem wurde PHOBIA von Presse und Kritikern gelobt. Das nahm Regisseur PAVAN KIRPLANI zum Anlass trotzdem eine Fortsetzung zu planen. Für Hauptdarstellerin RADHIKA APTE zumindest war der Dreh eine Erfahrung. Die hatte sich für die Dreharbeiten gut vorbereitet und mit Ärzten und Betroffenen gesprochen, um den geistigen und biologischen Aspekt einer Phobie besser verstehen zu können. Geholfen hat die Weiterbildung allemal. Ihre Leistungen im Film sind beachtlich und sollten demzufolge auch lobend hervorgehoben werden.
 
 
 


 
 
 

PHOBIA – Zensur

 
 
 
PHOBIA hat kaum Schauwerte zu bieten, da der Film eher auf Psycho und Suspense aus ist. Ein Finger wird abgeschnitten, ein Messer dringt in Körper ein und mysteriöse Visionen machen der Hauptdarstellerin das Leben schwer. Sollte PHOBIA in Deutschland veröffentlicht werden, dürfte eine FSK16 sicher sein.
 
 
 


 
 
 

PHOBIA – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte Film für Grafiken liegen bei Next Gen Films | Eros International)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Babadook (2014)
 
Kaun? (1999)
 
The Noonday Witch (20156
 
The House on Pine Street (2015)
 
Darling (2015)