Filmkritik: „Gwen“ (2018)

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GWEN

(THE DARK OUTSIDE)

Story

 
 
 

Eine zurückgezogen lebende Familie erlebt in friedlicher walisischen Landschaft den Horror auf Erden. Ihr vermeintlich sicheres Zuhause in den Bergen verwandelt sich zum Ort des Schreckens, weil auf einmal Dinge passieren, die sich nicht erklären lassen.

 
 
 


 
 
 

GWEN – Kritik

 
 
 
Wenn man etwas im Horrorkino gelernt hat, dann die Erkenntnis, dass selbst Idylle trügerisch sein kann. Da verwandeln sich gern mal pittoreske Landschaften zum Vorort der Hölle, wo Menschen Dinge tun, die grausam und boshaft sind. Genau diese Erfahrung müssen auch die Helden im folgenden Film durchleben, wo inmitten malerischer Natur das Grauen seine Kreise zieht. Hinter dem nebeligen Gotik-Albtraum, wie er auch aus den legendären Hammer-Studios stammen könnte, versteckt sich ein Newcomer. Regisseur WILLIAM MCGREGOR schürt erstaunlich souverän Ängste, als hätte er zuvor nichts anderes gemacht. Dabei ist er noch unerfahren im Filmdrehen. Bisher zeichnete er für die Regie in Serien und Kurzfilmen verantwortlich. GWEN ist nun der erst Langfilm, bei dem er das Zepter übernommen hat. Das Resultat kann sich sehen lassen, denn die wunderschöne Naturkulisse im Film entwickelt einen zermürbenden Kontrast zur düsteren Realität, mit welcher die Charaktere konfrontiert werden.
 
 
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Wales im Jahre 1855. Ein Schicksalsjahr, das für eine fernab der Stadt lebende Familie zum Albtraum wird. Während so langsam die industrielle Revolution Einzug hält, klammert sich Mutter Elen samt Nachwuchs lieber an alte Strukturen. Man lebt autark auf einem kleinen Bauernhof irgendwo in den Bergen, besucht regelmäßig die Kirche und schlägt sich mit dem Verkauf von selbst angebauten Gemüse über die Runden. Doch da wird das alleinerziehende Familienoberhaupt krank und stellt die heranwachsende Gwen vor große Herausforderungen. Nicht nur, dass sie jetzt die Arbeiten der Mutter übernehmen und sich um die kleine Schwester kümmern muss; die Heranwachsende sieht sich mit mysteriösen Vorkommnissen konfrontiert, die ihr große Angst bereiten. Da sterben plötzlich Nachbarn und Tiere unter seltsamen Umständen und mit dem unbescholtenen Kindsein ist es plötzlich vorbei. Sind hier etwa höhere Mächte am Werk, die der Familie schaden wollen? Einfach wird des Rätsels Lösung definitiv nicht. Vielmehr ist die Auflösung für Zuschauer und Helden ein Schlag ins Gesicht.
 
 
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Wenn ein Teenager plötzlich Verantwortung übernehmen muss. GWEN ist ein Mysterydrama vor historischer Kulisse, das ein bis dato unbeschwert lebendes Mädchen mit der bitteren Realität konfrontiert. Regisseur WILLIAM MCGREGOR protokolliert in nebeligen, kühlen und trostlosen Bildern den tragischen Übergang in die Erwachsenenwelt mit all seinen Gefahren. Nichts wird geschönt. Stattdessen wird eine Jugendliche in eine Welt voller Gefahren getrieben, in der selbst ein Erwachsener nicht gern sein möchte. Filmemacher WILLIAM MCGREGOR verzichtet auf lange Dialoge. Stattdessen lässt er Bilder sprechen und erzählt wortkarg eine düstere Geschichte, in der Titelfigur Gwen auf einen dunklen Pfad der Verantwortung geschickt wird.
 
 
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Nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Da passieren plötzlich seltsame Dinge, die sich nicht erklären lassen und die bis dato heile Welt der frommen Gwen erschüttern. So stirbt plötzlich alles um sie herum. In der Stadt wird sie wegen der Familie geächtet und in der Nacht schleichen mysteriöse Schatten ums Haus. Doch alles nur Fassade! GWEN macht es nämlich vielen aktuellen Genre-Filmen gleich und führt den Zuschauer auf falsche Fährten. Der Mysteryeinschlag hat nämlich nur Alibi-Funktion, um die Spannung halten zu können. Letztere baut sich langsam auf und zieht sich wie ein roter Faden bis zum Finale. Dort werden dann plausible Antworten geliefert. Erleichterung bringen die aber nicht. GWEN ist ein überraschend gelungener Historien-Beitrag mit unbehaglicher Atmosphäre, der vor allem durch seine beiden Hauptdarstellerinnen lebt. Wir sehen ELEANOR WORTHINGTON-COX als Gwen und MAXINE PEAKE als Mutter Elan. Beide tragen den walisischen Albtraum beinahe ausschließlich durch Mimik und Gestik. Gesprochen wird nur selten. Ein beachtliches Kunststück, bewirkt vor allem der Minimalismus maximales Grauen.
 
 
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Regisseur WILLIAM MCGREGOR verriet in Interviews, dass er schon als Jugendlicher Interesse fürs Erzählen von Geschichten entwickelte. Der schnappte sich in den Teeanger-Jahren eine Mini-Videokamera und begann damit Geschichten zu erzählen. Die Anfänge waren unspektakulär – aber kreativ. So wurden erste Gehversuche in Form von Dokumentarfilmen über die Tiere auf der elterlichen Farm gestartet. Dabei schien der damals noch unerfahrene Cineast gut beobachtet zu haben. So erklärte der Filmemacher, dass er sich für die Geschichte zu GWEN vom Nationalpark Snowdonia (eine Bergregion im Nordwesten von Wales) inspirieren ließ. Als er von der industriellen Revolution in Nordwales erfuhr und mehr darüber wissen wollte, mietete sich McGregor eine Hütte in Snowdonia, tauchte in die Landschaft ein und erforschte Geschichte, Sagen und Folklore der Gegend. Nach und nach fand sich so die Handlung zu Papier, für die viele Schauplätze im Film von Orten inspiriert wurden, an denen der Newcomer für seine Recherchen tatsächlich gewesen war. GWEN ist eine Weiterentwicklung des Kurzfilms WHO’S AFRAID OF THE WATER SPRITE, den McGregor in seinen Studientagen gedreht hatte. Das Ergebnis ist tiefgründiger als gedacht. Wohl ein Grund, warum so viele Lobeshymnen das Filmplakat zieren. Viele derer sind vollkommen gerechtfertigt. Fans mit Hang zum Programmkino und Arthaus werden Gefallen finden.
 
 


 
 
 

GWEN – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Zermürbendes Grauen im Stile eine HAGAZUSSA – DER HEXENFLUCH, welcher Arthaus- und Programmkinoliebhaber hellhörig werden lassen dürfte. GWEN ist ein kleiner Blender, was man an dieser Stelle nicht negativ werten sollte. Der Film suggeriert dem Zuschauer nämlich das, was er eigentlich gar nicht ist. Was als schauriger Mysterythriller beginnt, endet als trauriges Drama über einen Teenager, der seine Familie zusammenhalten möchte und mit dem Leben in seiner ganzen Härte konfrontiert wird. GWEN ist das etwas andere Coming-of-Age-Drama vor historischer Kulisse, das nicht unberührt lässt. Wer den Anspruch im Genre-Kino benötigt, darf sich diesen Film – allein schon wegen den schauspielerischen Qualitäten – nicht entgehen lassen.
 
 
 


 
 
 

GWEN – Zensur

 
 
 
GWEN hat kaum Gewalt zu bieten. Wenn diese den Weg in den Film findet, dann wird Gewalt nur angedeutet oder passiert im Off. Einem Pferd wird die Kehle durchgeschnitten. Weiterhin wird eine Protagonistin erst niedergeschlagen und danach angezündet. Hierzulande dürfte GWEN eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

GWEN – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Shudder)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hagazussa – Der Hexenfluch (2017)
 
The Witch (2015)
 
Pakt der Wölfe (2001)
 
Die Frau in Schwarz (2012)
 
The Village – Das Dorf (2004)
 

Filmkritik: „Friedhof der Kuscheltiere“ (2019)

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FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE – REMAKE | PET SEMATARY

Story

 
 
 
Im Remake zu Stephen Kings Klassiker „Friedhof der Kuscheltiere“ muss ein Familienvater feststellen, dass der Tod manchmal besser ist, als etwas Böses zu erwecken.

 
 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE – Kritik

 
 
 
Seit den 70er Jahren ist der Horror-Stoff von Stephen King nicht nur in Romanform, sondern auch als Film sehr beliebt. Geändert hat sich daran innerhalb der letzten Jahrzehnte eigentlich kaum etwas, aber gerade nach dem Boom des Remakes von „Es“ werden nun viele alte Verfilmungen von King-Stoffen wieder auferleben. „Friedhof der Kuscheltiere“ ist eine davon. Das Original ist Kult und lebt von einer mächtigen Atmosphäre, die man eigentlich gar nicht kopieren kann. Es galt zu befürchten, dass sich diese Neuauflage im billigen Horror verliert, doch so schlimm ist es zum Glück nicht geworden. Kennt man das Original, hat man es hier mit einem ganz passablen Werk zu tun, kennt man es nicht, kann man sogar von einem relativ guten Film sprechen.
 
 
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Familie Creed zieht aus der Großstadt in ein kleines Örtchen, fernab vom großen Trubel. Auf dem Land ist es friedlich und einen netten Nachbarn hat man auch gleich noch dazu. Allerdings trügt der Schein und als eines Tages der Kater stirbt, soll der Horror so langsam seinen Lauf nehmen. Auf dem Grundstück der Creeds liegt ein versteckter Tierfriedhof im Wald. Mit diesem hat es aber scheinbar mehr auf sich, als man denken kann, denn der Friedhof ist weitläufig und birgt einen dunklen Fluch. Als der tote Kater dort begraben wurde, hat Vater Creed das Schicksal seiner Familie bereits beschlossen, ohne es auch nur zu ahnen.
 
 
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Mit Remakes ist das immer so eine Sache, denn nicht selten besitzen sie einfach wenig Daseinsberechtigung. Mittlerweile sind allerdings 30 Jahre seit dem Original vergangen und gegen eine Auffrischung des altmodischen, aber zeitlosen Stoffes gibt es überhaupt nichts einzuwenden. In der ersten Hälfte wirkt „Friedhof der Kuscheltiere“ dann nahezu wie eine 1:1 Kopie des Originals, bei dem immerhin sogar Stephen King selbst das Drehbuch schrieb. Wahrscheinlich bewegte sich auch gerade deshalb der Film von 1989 ziemlich nah am Roman. In der zweiten Hälfte häufen sich dann aber die Änderungen und das wird dann mit der Zeit schon ziemlich immens, so dass es sogar ein komplett anderes Ende zu sehen gibt. Wenn man offen dafür ist, dann sind manche Veränderungen eigentlich gar nicht mal so schlecht und dennoch rauben sie dem Werk etwas Atmosphäre. Das Ende ist an sich immer noch richtig schön unhappy und trotzdem besitzt es nicht diese finstere Tragik des Originals. Wem dieses Ende nicht schmeckt, der kann jedoch noch auf einen alternativen Schluss zugreifen, welcher insgesamt etwas stimmiger, etwas düsterer und auch etwas tragischer wirkt, wobei das Ende vom Original in beiden Fällen nicht erreicht wird. Immerhin kann man behaupten, dass sich die Drehbuchautoren Gedanken gemacht haben und nicht stumpf kopieren, aber alles in einem ist die Story im Roman und auch in der ersten Verfilmung stimmiger und düsterer.
 
 
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Ein kleiner Vorteil von „Friedhof der Kuscheltiere“ ist Anno 2019 eine leicht bessere Besetzung. Jason Clarke macht seine Sache nämlich schon sehr ordentlich und kann vollkommen überzeugen. Hinzu gesellt sich ein John Lithgow, mit dem man einfach nichts verkehrt machen kann und der auch bestens in diese Rolle passt. Amy Seimetz muss zwar den eher nervigen Part übernehmen, macht das jedoch solide und Jeté Laurence wird dann im weiteren Verlauf immer facettenreicher, was man anfangs noch nicht ahnen kann. Für ihr Alter ist das eine durchaus brauchbare Leistung. Die Charaktere wurden nicht großartig verändert und behalten auch ihre Hintergründe. An manchen Stellen wurde dieser etwas ausgebaut, an anderen aber auch etwas reduziert. Im Endeffekt nimmt sich das nichts und hier bleibt man dem Geist der Vorlagen doch relativ treu.
 
 
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Lobenswert ist an dieser Neuauflage auf jeden Fall, dass sich „Friedhof der Kuscheltiere“ nicht dem Trend der billigen Jump-Scares hingibt und sich, so wie das Original auch, der Atmosphäre widmet. Das Szenario wird langsam und ruhig aufgebaut und in der ersten Hälfte kommt das noch ohne den großen Horror aus. Danach häufen sich die Änderungen, was das Schauen zumindest interessanter macht, wenn man das Original schon gut kennt und zum Ende hin muss es dann obligatorisch noch etwas mehr zur Sache gehen, aber Action gibt es dennoch nur sehr wenig und plumpe Schockeffekte sucht man vergebens. Die Stimmung ist durchaus finster und wird niemals auch nur ansatzweise mit Humor aufgelockert. Nur so richtig gruselig oder unheimlich will das Ganze leider nur selten werden. Hier hat der Film von 1989 definitiv die Nase vorn. Dabei gibt es durchaus stimmungsvolle Bilder zu sehen. Allgemein ist die Optik hervorragend und ein paar Schauwerte sind vorhanden. Gewalt spielt dabei keine so große Rolle, wobei es zwei Szenen schon relativ in sich haben und die Effekte sehen sehr gelungen aus. Zum Schluss soll noch erwähnt werden, dass es eine schöne Entscheidung war, beim Abspann ein Cover zu Ramones‘ „Pet Sematary“ zu spielen, denn das war schon damals beim Original toll.
 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
„Friedhof der Kuscheltiere“ von 2019 ist eine etwas modernere, hinterher schon recht stark abgeänderte Variante des Klassiker-Romans von Stephen King, die den Fokus lobenswerterweise stark in Richtung Atmosphäre lenkt. Deshalb ist es fast schon bedauerlich, dass die Horror-Stimmung nie so ganz wirken möchte, obwohl man alles so düster und ohne Freude gehalten hat. Die ganzen Veränderungen im Verlauf der Geschichte sind daran aber sicher nicht gänzlich unschuldig. Dafür gibt es ordentliche Darsteller zu sehen und die Inszenierung ist auf jeden Fall gelungen. In der ersten Hälfte erinnert das oftmals an das Original und es lädt geradezu dazu ein, sich dieses mal wieder anzuschauen, in der zweiten Hälfte wird das eigenständiger und leider auch etwas konventioneller. Ein guter Versuch, der nicht langweilt und mit Qualität dienen kann, doch der Film von 1989 wird nicht erreicht und der Roman sowieso nicht!
 
 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE – Zensur

 
 
 
„Friedhof der Kuscheltiere“ ist nicht sehr brutal. Es gibt ein entstelltes Gesicht zu sehen. Ansonsten werden die Gewaltszenen zum großen Teil im Off zelebriert. Hierzulande ist der Streifen ungeschnitten ab FSK16. Die Freigabe ist angemessen.
 
 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Paramount Home Entertainment (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Pet Sematary; USA | Kanada 2019

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch Dolby Atmos, Englisch Dolby TrueHD 7.1, Französisch DD 5.1, Kanadisches Französisch DD 5.1, Italienisch DD 5.1, Brasilianisches Portugiesisch DD 5.1, Spanisch DD 5.1, Lateinamerikanisches Spanisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Dänisch, Englisch für Hörgeschädigte, Englisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Brasilianisches Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: All-New Alternate Ending, 7 Deleted/EXTENDED Scenes, Night Terrors, Family Haunting Visions

Release-Termin: 15.08.2019

 

Friedhof der Kuscheltiere – Remake [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Paramount Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Friedhof der Kuscheltiere (1989)
 
Friedhof der Kuscheltiere 2 (1992)
 
Kinder des Zorns 4 – Mörderischer Kult (1996)
 
Cujo (1983)
 

Filmkritik: „Wir“ (2019)

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WIR

(US)

Story

 
 
 
Eine Familie sieht sich plötzlich mit ihren Doppelgängern konfrontiert und diese kommen nicht in friedlicher Absicht.

 
 
 


 
 
 

WIR – Kritik

 
 
 
Mit seinem Regiedebüt „Get Out“ konnte Jordan Peele einen echten Überraschungshit liefern, der sowohl beim Publikum, wie auch bei den Kritikern bestens ankam. Der zweite Film nach so einem überragenden Erfolg ist natürlich nicht leicht, denn auf der einen Seite sollte man sich nicht zu sehr wiederholen, auf der anderen Seite muss man gewisse Erwartungshaltungen erfüllen. „Wir“ ist definitiv ganz anders, als „Get Out“. Er ist gut, teilweise sogar sehr gut, im Endeffekt jedoch nicht so clever, wie Peele’s Debüt.
 
 
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Familie Wilson macht Ferien nahe am Strand. Der Mann und die Kinder wollen diesen gerne besuchen und dort auf den Jahrmarkt gehen, aber Mutter Adelaide hat etwas dagegen. Das hängt mit einem Ereignis aus ihrer Kindheit zusammen, denn schon damals befand sie sich auf dem Jahrmarkt und in einer Art Geisterbahn machte Adelaide eine schockierende Begegnung mit einem Doppelgänger. Doch das ist lange her und seitdem ist nichts Schlimmes mehr geschehen, also besucht Familie Wilson den Strand doch. Als sie dann wieder nach Hause kommen, darf das Horrorszenario allerdings starten, denn plötzlich stehen die Doppelgänger vor der Tür.
 
 
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Jordan Peele, der das Drehbuch natürlich erneut selbst schrieb, wirft viele Zutaten in einen Topf. Da hätten wir anfangs etwas Mystery, dann kurzzeitig Home-Invasion-Elemente, ehe sich das Szenario schon fast in eine Zombie-Thematik verwandelt. Daneben gibt es religiöse Motive, ein paar kleinere Verschwörungstheorie-Happen und am Ende eben sehr viele Doppelgänger-Zutaten. In seinem Debüt spielte der Regisseur noch viel mit Rassismus; davon ist in „Wir“ gar nichts vorhanden, doch das ist gut so, denn so wiederholt sich Peele nicht. Die Story ist im Kern relativ simpel, wird aber ordentlich genutzt und wirkt gerade deshalb so interessant, weil der Zuschauer lange Zeit im Dunkeln tappen muss. Irgendwann kann man sich denken, was gespielt wird, denn dafür sind die Hinweise dann doch zu offensichtlich. Alles endet jedoch mit einem Knall, denn zum Schluss baut Peele noch einen Twist ein, auf den man eigentlich kommen könnte, der aber dennoch überraschen kann. So richtig logisch will das alles zwar im Rückblick nicht sein und gewisse Interpretationsfreiräume bleiben definitiv vorhanden, doch insgesamt betrachtet, bietet „Wir“ ein gelungenes Drehbuch, welches letztendlich nur ab und zu etwas am eigenen Anspruch scheitert.
 
 
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Da gibt es nämlich eine große gesellschaftskritische Komponente, die Peele mal unterschwellig, mal sehr offensichtlich ausfährt. Der Spruch „Wir sind Amerikaner“ ist sicherlich nicht einfach nur als Gag gedacht und besonders am Ende bemerkt man, wie groß „Wir“ gerne sein möchte. Leider erreicht er dieses Ziel nicht voll und ganz, denn dafür werden einfach zu wenige Hintergründe geliefert und als Horrorfilm verliert er deshalb etwas an Wirkung. Das Spiel mit den eigenen Ängsten, das sich aus der Spiegelbild-Thematik ergibt, verleiht der Story allerdings zusätzlichen Reiz. Die Idee ist ja nicht komplett neu, doch alleine der Gedanke, man wäre plötzlich selbst sein Feind, ist unheimlich. Und in Wirklichkeit ist es ja manchmal genau so. Deshalb kann „Wir“ dies auch als Metapher nutzen. Dieser Aspekt wird dann im Endeffekt jedoch nicht komplett ausgefahren, denn eine echte Schattenseite, vor der Familie „Wilson“ sich fürchten würde, scheint es nicht zu geben. Und so akzeptieren sie ihre Doppelgänger-Gegner auch schnell als Feinde, ohne dass die eigenen Urängste lange eine Rolle spielen würden.
 
 
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Die Darsteller machen ihre Sache allesamt hervorragend. Lupita Nyong’o spielt das beeindruckend und Winston Duke ist einfach nur sympathisch. Shahadi Wright-Joseph überzeugt besonders in ihrer zweiten Rolle und Evan Alex hinkt zwar etwas hinterher, geht aber ebenfalls vollkommen in Ordnung. Die Darsteller sind dann ja sogar in Doppelrollen zu sehen und gerade hier bemerkt man, dass sie ein facettenreiches Spiel beherrschen. Nebenrollen gibt es eher weniger zu sehen und das unsympathische, weiße Paar hätte es da auch gar nicht zwangsläufig gebraucht. Die Figurenzeichnung bleibt relativ simpel, doch Familie Wilson wird sympathisch dargestellt und man kann mit diesen Protagonisten durchaus mitfiebern.
 
 
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Die Inszenierung überzeugt und Jordan Peele hat hier wieder sehr gute Arbeit abgeliefert. Dabei wirkt „Wir“ gar nicht mal sonderlich aufwendiger, als „Get Out“, was allerdings sympathisch ist. Peele arbeitet gerne mit Symbolik und so steht hier die Farbe rot im Vordergrund, aber auch mit dem Spiegelbild wird ab und zu gerne mal gespielt. Es gibt schon ein paar tolle Bilder zu sehen und die Kameraarbeit verdient da ein extra Lob, weil „Wir“ optisch einfach eine sehr schicke Angelegenheit geworden ist. Die Atmosphäre hingegen ist etwas zwiespältig zu betrachten, denn obwohl der Film gerne ernsten Horror bieten will, was er durchaus auch tut, so bemerkt man Peele seine Wurzeln der Komödie immer mal wieder an. So ganz ernst kann er dann scheinbar doch nicht bleiben. Das sorgt zwar für amüsante Momente, steht aber auch etwas zu sehr im Kontrast zur ernsten Horrorschiene. Trotzdem ist das Treiben oftmals recht packend und manchmal intensiv. Auf jeden Fall vergehen die zwei Stunden Laufzeit ohne größere Längen und das obwohl das Tempo oftmals gerne etwas reduzierter ist. Bis es mal richtig los geht, vergeht einige Zeit und in der zweiten Hälfte gibt es auch kleinere Pausen. Das alles dient hier jedoch dem Stimmungsaufbau und deshalb stört das überhaupt nicht. Viel Gewalt oder viele Effekte gibt es hier übrigens nicht zu sehen – Die braucht es aber auch nicht. Zum Ende kann man noch den durchaus gelungenen Score loben, denn dieser begleitet das Geschehen immer schön atmosphärisch.
 
 


 
 
 

WIR – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
„Wir“ ist ein ordentlicher, zweiter Film von Jordan Peele, der hier erneut beweist, dass mit ihm als Horror-Regisseur in Zukunft noch zu rechnen ist, selbst wenn er an seinen großen Erfolg „Get Out“ nicht ganz anknüpfen kann. Dafür ist die Handlung teilweise etwas zu überladen. Das Drehbuch will von allem etwas, kann überraschen und ist durchaus gut geschrieben, macht aber auch nicht immer den größten Sinn und verliert teilweise etwas an Zugkraft. Außerdem kommt hier zwar beklemmender Horror auf, doch dieses Mal hätte man auf ein wenig Humor vielleicht besser verzichtet, denn es fällt teilweise nicht leicht „Wir“ absolut ernst zu nehmen. Das sind alles kleinere Schönheitsfehler, die nichts am ordentlichen Unterhaltungswert und den wirklich starken Darstellerleistungen ändern. Am Ende ist das immer noch clever genug, um als leicht anspruchsvoller Horror durchzugehen und wer starke Bilder zu schätzen weiß, wird sowieso genügend bedient. Ein guter Film!
 
 
 


 
 
 

WIR – Zensur

 
 
 
„Wir“ – der im Original „US“ heißt, ist nicht sonderlich zeigefreudig in Sachen Gewalt. Im Kino war der Streifen bereits ungeschnitten FSK16. Auf DVD und Blu-ray ist das nicht anders. Auf beiden Heimkinomedien befindet sich der blaue FSK-Flatschen. Auch diese Fassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

WIR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universal Pictures Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: US; USA 2019

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch Dolby Atmos, Englisch Dolby Atmos, Türkisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Hindi, Türkisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 116 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Die Monster in uns, Miteinander verbunden: Der Doppeldreh, Unveröffentlichte Szenen, Jordan Peeles ganz eigene Art von Horror, Die Dualität von „Wir“, Eins werden mit Red, Jeder stirbt, Wie oben – so unten: Grand Pas de deux

Release-Termin: 25.07.2019

 

Wir [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

WIR – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Universal Pictures Deutschland)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Enemy (2013)
 
The Double (2013)
 
Cam (2018)
 

Filmkritik: „Ashes“ (2018)

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ASHES

Story

 
 
 

Nach dem Tod der Tante scheint es im Leben einer großen Familie drunter und drüber zu gehen. Da passieren plötzlich mysteriöse Dinge, die die Angehörigen um den Verstand bringen.

 
 
 


 
 
 

ASHES – Kritik

 
 
 
Der Amerikaner BARRY JAY liebt Horror. Der gründete 1998 ein Fitnessunternehmen, das bis heute weltweit mehrere Filialen besitzt und ordentlich Geld auf das Bankkonto des Geschäftsmanns spült. Ein Segen für den selbsternannten Horrorfilmfan, der schon als Kind eine Leidenschaft fürs Genre entwickelte. Mittlerweile sind Träume Realtität. Durch die Einnahmen kann der erfolgreiche Tausendsassa nämlich sein Hobby finanzieren. Dazu gehören das Schreiben und Produzieren von Horrorfilmen. So entstand bereits Brauchbares. Zuletzt der Fanfilm NEVER HIKE ALONE für den BARRY JAY das Budget beisteuerte und der als liebevolle Hommage an die beliebte FREITAG DER 13.-Filmreihe sogar Preise abstauben konnte. Doch das Finanzieren von Filmen allein reicht dem ambitionierten Cineasten schon lange nicht mehr. Der probiert sich seit einiger Zeit auch im Führen von Regie aus. ASHES gehört zu einer dieser Regiearbeiten, die mehr kann, als das billige Poster verspricht.
 
 
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Eigentlich ist die Familie in ASHES ein ganz heiterer Haufen. Drei Generationen leben hier unter einem Dach, kommen sich aber so gut wie nie in die Quere. Das ändert sich schon bald, denn ein Schicksalsschlag zieht schnell weite Kreise. Tante Marion (MELINDA DEKAY) stirbt ganz unverhofft – doch so keiner ist wirklich traurig darüber. Ganz unbegründet ist das natürlich nicht. Zu Lebzeiten war die alte Frau mit ihren Marotten eher Ballast und mauserte sich schnell zum Gespött der Familie. Umso verständlicher die Tatsache, dass nun keiner weiß, was mit der Asche der Verstorbenen gemacht werden soll. Vergraben will man die Überreste nicht und auch im Haus will sich partout kein Platz dafür finden. Da passieren bald seltsame Dinge. Die Großmutter erleidet einen Schlaganfall, die älteste Tochter verliert das ungeborene Kind und auch Mutter Ellyn leidet unter Albträumen. Da fällt der Verdacht bald auf höhere Mächte. Schnell ist man überzeugt davon, dass sich offenbar die verstorbene Tante aus dem Jenseits für die vielen Schandtaten rächen möchte, die ihr die Familienmitglieder einst angetan haben. Ein Hexenbrett soll die Bestätigung liefern. Doch wie so oft im Horrorfilm kommt alles ganz anders.
 
 
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Eine schrecklich nette Familie. Könnte man meinen, wenn man die ersten 30 Minuten von ASHES verfolgt. Darin bekommt man sympathische und teils durchgeknallte Persönlichkeiten vor die Linse, von denen man meinen könnte sie schon eine Ewigkeit zu kennen. Die sprechen in Interviews über paranormalen Erfahrungen und nehmen die Sache spaßig. Doch denen vergeht schon bald das Lachen. Aus ALLE UNTER EINEM DACH wird plötzlich PARANORMAL ACTIVITY und der Ton ändert sich schlagartig. Was als schwarze Komödie beginnt, entwickelt sich abrupt zum spaßfreien Horrorszenario. Spuk, Besessenheit und jede Menge Tohuwabohu – ASHES gehört wohl zu den eigensinnigsten Horrortrips der aktuellen Saison, weil man einen solch unvorbereiteten Richtungswechsel nicht kommen gesehen hat. Für günstigen Videomarkt-Horror ungewöhnlich experimentell und mutig.
 
 
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Drehbuchautor und Regisseur BARRY JAY holt alles aus dem mageren Budget von knapp $200,000 heraus. Die Schauspieler agieren für eine Low-Budget-Produktion bemerkenswert souverän und auch in Sachen Dramaturgie tut sich was. Aus einer kleinen, beinahe schon trivialen Geschichte entwickelt sich ultimativer Horror, der sich kontinuierlich steigert und in einem lauten Effektgewitter endet. Dabei versucht der Filmemacher Hintergründe möglichst lang zu verschleiern. Was hat es mit den seltsamen Vorkommnissen auf sich? Gibt es plausible Erklärungen oder steckt hinter dem ganzen Gruselschabernack vielleicht doch eine übernatürliche Präsenz. ASHES macht seine Sache gut und liefert brauchbaren Schauer, der übrigens von wahren Ereignissen inspiriert wurde.
 
 
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Nun ja, ganz so reißerisch wie im Film hat sich alles natürlich nicht zugetragen. Vielmehr erklärte Drehbuchautor und Regisseur BARRY JAY, dass der Tod seiner Tante Marion die Idee für ASHES geliefert hat. Wie im Film kam der Tod der Familienangehörigen ganz überraschend. Die Schwester des Filmemachers war die nächste Verwandte, bekam die Asche ausgehändigt – konnte aber mit den Überresten nichts anfangen, weil sie zu der Tante keine enge Verbindung hatte. Demzufolge versteckte sie die Asche in einer Kommode. Es folgten seltsame Ereignisse, die aber weitaus harmloser waren, als im Film geschildert. Offenbar beflügelten diese die Fantasie des Regisseurs. Letzterer setzte sich an einen Tisch und schrieb die Geschichte zu ASHES. Dabei ließ er sich von seinen Lieblingsfilmen DRAG ME TO HELL und EVIL DEAD inspirieren. Von letztem hagelt es Verweise im Film. So sehen wir immer wieder ähnliche Kamerafahrten wie im Kult-Horror aus der Mache von SAM RAIMI. Der damals noch unbekannte Filmemacher baute irre Kamerafahrten in seine Splatter-Orgie ein, die bis heute viele Nachahmer gefunden haben. So dürfte es wohl so einige Dämonenfilme geben, die nicht mindestens über jene kurze Szene verfügen, in der ein Dämon in Egoansicht durch Hütten oder Wälder saust. ASHES zumindest kopiert fleißig, verleugnet aber nicht die Leidenschaft seines Machers zum Horror-Genre. Eine ehrliche und ambitionierte Regiearbeit.
 
 
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ASHES – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein wilder Mix aus Mockumentary, schwarzer Komödie und Hexenbrett-Horror. Der Produzent des Jason-Voorhees-Fanfilms NEVER HIKE ALONE dreht nun selbst Filme. Herausgekommen ist ASHES – ein unabhängiger Schauertrip, der wilde Wendungen und makabere Späße in petto hat. ASHES zeigt, wie das Verhältnis einer Familie durch mysteriöse Ereignisse auf eine Probe gestellt wird. Das Gebotene ist zwar nicht frei von Fehlern und hat ab und an Längen. Dafür entschädigen gute Schauspieler und ein effektreiches Finale. Wer auf Geisterkram mit Besessenheitsunsinn steht, dürfte an ASHES Gefallen finden.
 
 
 


 
 
 

ASHES – Zensur

 
 
 
ASHES hat kaum Gewaltszenen zu bieten. Eine Figur schneidet sich die Pulsadern in der Badewanne auf. Ansonsten spielt sich gewalttechnisch alles eher im Hintergrund ab. ASHES legt Wert auf subtilen Schauer. Ein Grund, der dem Filme eine FSK16 bescheren könnte – insofern der Streifen in Deutschland überhaupt ausgewertet werden sollte.
 
 
 


 
 
 

ASHES – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Killer Therapy)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Ouija Experiment (2011)
 
I am ZoZo (2012)
 
The Midnight Game (2013)
 

Filmkritik: „The Prodigy“ (2019)

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THE PRODIGY

Story

 
 
 

Hinter lieben Kinderaugen verbirgt sich das Böse. Miles ist zwar hochintelligent, hat aber auch eine dunkle Seite. Offenbar stimmt was mit dem Jungen nicht, was die Eltern vor große Probleme stellt.

 
 
 


 
 
 

THE PRODIGY – Kritik

 
 
 
Besessene, fehlgeleitete oder einfach nur böse Kinder sind im Horrorfilm schon lange nichts Seltenes mehr. Die lassen sich mindestens genauso oft blicken, wie maskierte Serienkiller, rastlose Geister oder nimmersatte Zombies. Ein großer Unterschied zwischen genannten Konsorten ist aber, dass Kinder die boshaften Gedanken ziemlich gut verbergen können. Da werden schon mal hinter der Fassade von Unschuld und Reinheit perfide Pläne geschmiedet. Bis Erwachsene das hinterlistige Spiel begriffen haben, sind schon die ersten Leichen zu beklagen. Der Horrorfilm THE PRODIGY macht da keine Ausnahme. Die Handlung orientiert sich an so Werken wie DAS OMEN, JOSHUA oder MIKEY. Neu ist Gebotenes demnach nicht. Trotzdem ist THE PRODIGY ganz solide.
 
 
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Endlich haben sich die Sarah (TAYLOR SCHILLING) und John (PETER MOONEY) einen großen Wunsch erfüllt. Sohn Miles (JACKSON ROBERT SCOTT) wird geboren und ist das ganze Glück der noch jungen Familie. Doch je älter Miles wird, um so mehr bereitet der Junge Probleme. In der Schule verprügelt er die Mitschüler und auch sonst verhält sich das Kind alles andere als normal. Der hochbegabte Bursche faselt nachts in fremden Sprachen, malt seltsame Bilder und beginnt die Autorität der Eltern zu missachten. Gott sei Dank gibt es Spezialisten. Die unterziehen Test und setzen Miles sogar in Hypnose. Die Ergebnisse sind besorgniserregend. Was man nämlich in psychologischen Sitzungen über den Jungen herausfindet, lässt nicht nur den Therapeuten das Blut in den Andern gefrieren.
 
 
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THE PRODIGY erzählt die allseits bekannte Geschichte über einen Jungen, der offenbar von bösen Mächten manipuliert wird. Das ist zweifelsohne nicht gerade etwas, was man zum ersten Mal auf TV oder Kinoleinwand zu sehen bekommt. In der Tat hält sich THE PRODIGY arg an der Checkliste für Filme, in denen Kinder mörderischen Unfug aushecken. Was THE PRODIGY aber ganz passabel macht, ist die Aufklärung des gesamten Spuks. Die Erklärungsansätze sind relativ unverbraucht und sorgen für manch schaurige Szene. Eine derer ist bereits im Trailer zu sehen und sorgt für Puls. Da läuft der kleine Miles in Todesangst auf die Mutter zu und will in ihren Armen Schutz suchen. Die hält die Arme offen und staunt nicht schlecht, als aus dem Sohn plötzlich ein erwachsener Mann wird. Mit dem richtigen Lautstärkepegel vorausgesetzt reisst es dem Zuschauer da aus seinem Sessel.
 
 
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Überhaupt geht Regisseur NICHOLAS MCCARTHY in Sachen Schocks bedacht um. Die sind rar gesät, aber umso intensiver, wenn sie dann doch einmal den Weg in den Film finden. Da zucken selbst alteingesessene Filmkenner wie wir zusammen. Gleiches trifft auch auf die Atmosphäre zu. Schnell entsteht ein unbehagliches Gefühl, was vor allem durch die verstörende Handlung des kleinen Hauptdarstellers entsteht. Der legt sein kindliches Wesen ab und faselt plötzlich wie ein Erwachsener. Als wäre das nicht alles befremdlich genug, beginnt er Intrigen zu spinnen und Menschen zu bedrohen. Dass die Hemmschwelle zum Mord nicht weit ist, dürfte an der nötigen Schockwirkung liegen, auf die solche Art von Filmen hinarbeitet.
 
 
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Dennoch, so technisch bedacht der Film auch ist und so gut die wenigen Akteure vor der Kamera schauspielern – THE PRODIGY kann die bedacht aufgebaute Spannung in der ersten Filmhälfte nicht auf Dauer halten. Während man anfangs noch sehr darum bemüht ist, das Geheimnis über das merkwürdige Verhalten des kleinen Miles zu hüten, wusste man nicht nachdem es gelüftet wurde, wie man THE PRODIGY zu einem befriedigenden Ende bringen sollte. Wir sehen zwar wie und was die bösen Mächte mit dem Jungen veranstalten. Zu was das alles genau führen soll bleibt ungewiss. Offenbar war das auch Regisseur NICHOLAS MCCARTHY bewusst. Der löst das Problem im Eiltempo und verpasst dem Film knapp zehn Minuten vor Schluss einen hektischen und dann doch sehr konsequenten Abschluss. Manch Zuschauer dürfte sich da etwas überfordert fühlen – zumal das Finale nichts für jene ist, die gern alles durch die rosarote Brille sehen wollen.
 
 
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THE PRODIGY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Bitterböser Horrorthriller mit Anlehnung an DAS OMEN, der einige tiefsitzende Schockmomente parat hält. Letztere waren offenbar so krass, dass man einige derer aus dem Film schneiden musste. So zumindest erklärte es Regisseur NICHOLAS MCCARTHY in Interviews mit der amerikanischen Filmpresse kurz vor Kinostart seines Horrorfilms. Bei einer Preview kam es zu furchtbaren Schreiattacken im Publikum, weshalb man sich dazu entschloss einige Schockszenen zu entfernen. Ob der Filmemacher das nur aus PR-Zwecken erwähnte oder ob THE PRODIGY wirklich so viele böse Momente besaß, dürfte wohl allein der Regisseur wissen. Immerhin weiß der britische Filmschaffende was er tut. NICHOLAS MCCARTHY kennt sich nämlich im Genre aus. Der konnte mit THE PACT und AT THE DEVIL’S DOOR bereits beweisen, dass er sich in Sachen Horror gut auskennt. Seine Souveränität im Umgang mit schaurigen Bildern ist auch in THE PRODIGY unverkennbar. Der Film erfindet zwar das Rad nicht neu, ist aber ein solider Vertreter jener Gattung Filme, wo es hinterlistige Gören mit Erwachsenen nicht gut meinen. Aus technischer Hinsicht kann man nicht meckern. Nur im Finale schwächelt der Streifen etwas. Da drücken wir mal ein Auge zu!
 
 
 


 
 
 

THE PRODIGY – Zensur

 
 
 
THE PRODIGY hat kaum Splatterszenen zu bieten. Man bekommt die verwesten Überreste eines Hundes zu sehen. Weiterhin sieht man eine abgetrennte Hand. Ein Mann und zwei Frauen werden zudem erschossen. Hierzulande hat es für die THE PRODIGY eine FSK16 gegeben.
 
 
 


 
 
 

THE PRODIGY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Prodigy; Kanada | USA 2019

Genre: Grusel, Thriller, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 2,39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow, Audiokommentar von Regisseur Nicholas McCarthy, Promos, Galerie

Release-Termin: 07.06.2019

 

The Prodigy [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE PRODIGY – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Teufelskind Joshua (2007)
 
Das Omen (1976)
 
Omen IV: Das Erwachen (1991)
 

Filmkritik: „Head Count“ (2018)

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HEAD COUNT

Story

 
 
 

Zehn Freunde erwecken die Aufmerksamkeit einer unsichtbaren Präsenz, die raffinierte Methoden besitzt, um die Kumpels für einen perfiden Plan zu missbrauchen.

 
 
 


 
 
 

HEAD COUNT – Kritik

 
 
 
Eigentlich sind Filmtrailer dazu gemacht, die Neugier des Publikums zu wecken. Hin und wieder kommt es aber schon mal vor, dass ein Trailer die Spannung vorwegnimmt und die wichtigsten Szenen eines Films aneinanderreiht, sodass man sich die Sichtung des eigentlichen Streifens sparen kann. Aber es gibt auch das andere Extrem – wie der Kinotrailer zu HEAD COUNT beweist. Der reiht ebenfalls viele Filmschnipsel aneinander, die letztendlich nicht ansatzweise erahnen lassen, um was es eigentlich im fertigen Film geht. Zurückbleiben verwirrte Zuschauer, die man so natürlich nicht dazu bewegt einen Film wie HEAD COUNT zu kaufen. Manche Marketingstrategien wird man wohl nie verstehen.
 
 
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Umso besser, dass es Seiten wie FILMCHECKER gibt. Wir klären Euch deshalb auf. HEAD COUNT rückt die Brüder Evan und Peyton in den Mittelpunkt. Beide sehen sich nach langer Zeit mal wieder und wollen ein gemeinsames Wochenende verbringen. Doch der jüngere Evan lernt bei Streifzügen durch die Gegend eine Gruppe junger Leute kennen und verguckt sich dort in die attraktive Zoe. Letztere lädt den smarten Einzelgänger in eine angemietete Villa ein, wo die Freunde ein wildes Wochenende mit Drogen und Alkohol verbringen wollen. Das klingt für Evan nach Spaß. Der lässt seinen Bruder sitzen und zieht lieber mit Fremden durch die Nacht. Ein fataler Fehler – wie sich bald herausstellen wird. Bei einem Trinkspiel stöbert man auf einer ominösen Webseite und findet dort eine schaurige Legende über einen Gestaltenwandler namens Hisji, die man vorliest, um sich etwas Angst zu machen. Danach ist nichts mehr so, wie es mal war. Offenbar scheint an der Geschichte etwas dran zu sein, denn plötzlich wird man von einer unsichtbaren Präsenz verfolgt, die es nicht gut mit den Kumpels meint. Die imitiert die Freunde und scheut auch nicht davor Besitz von den jungen Leuten zu ergreifen. Doch wie kämpft man gegen einen Gegner, der nicht greifbar ist? Nun ja, wir verraten besser nicht zu viel.
 
 
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Von Doppelgängern und dem unsichtbaren Bösen. HEAD COUNT ist nicht unbedingt der beste Horrorfilm des Jahres 2019, hat aber eine frische Geschichte zu bieten, die nicht so abgedroschen ist, wie die meisten Handlungen im Genrefilm. Letztere erinnert etwas an den 2014 veröffentlichten IT FOLLOWS, wo ebenfalls ein unsichtbares Wesen jede erdenkliche Gestalt annehmen konnte, um damit Chaos anrichten zu können. Trotz Parallelen liegen zwischen beiden Filmen aber Welten. HEAD COUNT tut sich nämlich schwer damit seine nicht uninteressante Story spannend zu verpacken. So plätschern die Ereignisse in der ersten Hälfte dahin, ohne das überhaupt etwas passiert. Wir sehen Mittzwanziger beim Trinken, Kiffen und Smalltalk halten, wobei viele derer ohnehin nur oberflächlich skizziert werden, um das vornehmlich junge Publikum nicht zu überfordern. Keine kluge Entscheidung zumal HEAD COUNT damit schnell das Interesse beim Zuschauer verlieren dürfte, der sich berechtigterweise fragt, wann denn hier überhaupt mal die eigentliche Handlung losgetreten wird. HEAD COUNT als Kurzfilm wäre daher die bessere Alternative gewesen. Das unnötig lange Vorgeplänkel erweckt den Eindruck, als hätte man auf Biegen und Brechen Inhalt finden müssen, um auf Spielfilmlaufzeit kommen zu können.
 
 
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Immerhin ist es ab der Halbzeit dann endlich soweit – insofern das Publikum nicht bereits wegen Leerlauf abgeschalten hat. Dann passieren Dinge, die die Feiernden anfangs als Streiche abstempeln, aber schnell eines Besseren belehrt werden. Plötzlich geschehen mysteriöse Unfälle und Freunde scheinen sich im Haus an unterschiedlichen Orten gleichzeitig aufzuhalten. Das sorgt dann doch schon mal für Gänsehaut, zumal ein beunruhigender Score eingespielt wird und Regisseurin ELLE CALLAHAN sich lang bedeckt mit den Erklärungen hält. Was soll das alles hier und warum spielt eine Kreatur mit dem Erschaffen von Doppelgängern seine ahnungslosen Opfer gegeneinander aus? Das unheimliche Detektivspiel hat was, schwächelt aber etwas aufgrund des Budgets. Ein großes Problem, das wohl den meisten Indie-Horrorfilmen Probleme bereitet. Viel Geld dürfte nicht zur Verfügung gestanden haben, was sich in erster Linie an den Möglichkeiten bemerkbar macht. Die Handlung spielt sich in nur wenigen Räumen eines Sommerhauses ab und auch die überschaubaren Spezialeffekte sind nicht das Gelbe vom Ei. Tatsachen, die einen faden Beigeschmack hinterlassen und HEAD COUNT dann – trotz interessanter Story – wenig reizvoll machen. HEAD COUNT eignet sich demnach zur einmaligen Sichtung. Lang im Kopf bleibt der Streifen leider nicht. Dazu fehlen dem Film interessante Figuren, eindringliche Schocks und kontinuierliche aufgebaute Spannung, die den Zuschauer vor der Glotze fesselt und von Anfang bis Abspann präsent ist. Von all jenen Zutaten besitzt HEAD COUNT bedauerlicherweise einfach zu wenig.
 
 
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HEAD COUNT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Der kleine Bruder von IT FOLLOWS. Dass wir diesen Film hier nennen, dürfte aber auch im Sinne von Regisseurin ELLE CALLAHAN sein. Die ließ in Interviews verlauten, dass sie sich fürs Spielfilmdebüt von Filmen wie IT FOLLOWS und THE WITCH Inspiration holte. An diesen Filmen beeindruckte die Filmemacherin der langsame Aufbau und wie sich die Filme damit Zeit ließen das Grauen heraufzubeschwören. Beides gelingt in HEAD HUNT nicht unbedingt – auch wenn Callahan immer wieder beteuert, dass sie mit dem ersten Langfilm Ängste schaffen wollte, die nachhaltiger Natur sein sollten und mit denen sich das Publikum auch nach dem Abspann auseinandersetzt. Leider langweilt der Film in der ersten Hälfte enorm. Die Quintessenz von HEAD COUNT ist dessen Idee und sein Mysterium. Um beides wurde aber eine Geschichte geschrieben, die nur wenig begeistert. Die Figuren sind austauschbar, die Geschehnisse plätschern vor sich hin und wirkliche Höhepunkte besitzt HEAD COUNT nicht. Alles wirkt etwas halbherzig und mancherorts auch unfertig. Klar, diesem Indie-Film macht das Budget einen Strich durch die Rechnung. Dennoch hätte eine Bearbeitung des Drehbuchs Wunder bewirken können. Die Handlung kommt nämlich nur schleppend in Fahrt, was sich auch an der holprigen Spannungskurve bemerkbar macht. Letztere ist im Horrorfilm das A und O. Für die benötigt man nicht zwingend ein millionenschweres Kapital. HEAD COUNT kann man mal anschauen, dürfte aber wohl keinen Horrorfilmfan dazu bewegen sich diesen Mystery-Grusler ein zweites Mal zu Gemüte zu führen. Immerhin erfüllte sich Regisseurin ELLE CALLAHAN mit HEAD COUNT einen Traum. Die erklärte, dass sie ein großer Fan von Folklore sei. Sie wuchs in Neuengland auf und lauschte als Kind vielen gruseligen Geschichten. Umso mehr wollte sie auch einmal etwas Schauriges erschaffen, das anderen Angst bereitet. Im Falle von HEAD COUNT sah sie eine Möglichkeit. Die Bedrohung im Film ist eine Symbiose dessen, vor dem die Filmemacherin als Kind immer Angst hatte. Darunter befanden sich Legenden über den Skinwalker, den Wendigo und Hexen. Zugegeben: so kann man auch Kindheitsängste verarbeiten.
 
 
 


 
 
 

HEAD COUNT – Zensur

 
 
 
HEAD COUNT hält sich mit Gewalt weitestgehend zurück. Gegen Ende bekommt man dann aber doch etwas Rot zu sehen. So schneidet sich eine Protagonistin die Pulsadern auf. In einer anderen Szene fällt eine Filmfigur von einem Felsen und schlägt unsanft auf. Hierzulande dürfte HEAD COUNT eine ungeschnittene FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

HEAD COUNT – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Godmother Industries | Hisji, LLC | Samuel Goldwyn Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
It Follows (2014)
 
Skinwalkers (2006)
 

Filmkritik: „Isabelle“ (2018)

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ISABELLE

(THE WANTING | ISABELLE’S WANTING)

Story

 
 
 

Ein bleiches Mädchen bringt durch das ständige Beobachten der neuen Nachbarn genau jene um den Verstand. Letztere fühlen sich so langsam genervt – zumal ihnen der Neuanfang am Rande der Stadt alles andere als einfach fällt.

 
 
 


 
 
 

ISABELLE – Kritik

 
 
 
Wer sich mit Horrorfilmen auskennt weiß schon lange, dass reißerisch gestaltete Filmplakate schon lange nicht mehr die Qualität eines Horrorfilms widerspiegeln. Da wird gern mal mit Blut, Gedärm oder entstellten Fratzen geworben, um die Neugierde des Zuschauers zu wecken. Leider wird so nur vom eigentlichen Inhalt abgelenkt. Bei den meisten neueren Horrorfilmen sieht es damit mau aus. Zum Leidwesen des Käufers. Dem wird einmal mehr bewusst, dass man sich nicht vom Filmplakat leiten lassen soll. In der Regel steckt nämlich genau bei jenen Covergestaltungen Schund dahinter, die auf Biegen und Brechen um die Gunst des Käufers buhlen. Gute Horrorfilme habe ausgefeilte Poster-Kreationen nicht nötig.
 
 
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Bei der folgenden Genre-Produktion mit dem Titel ISABELLE trifft genau diese Formel zu. Da schaut eine verängstigte Frau vom Cover und suggeriert so dem Zuschauer, dass er hier wohl einen der gruseligsten Filme der letzten Jahre zu sehen bekommt. Die Realität sieht anders aus. Der von ROBERT HEYDON inszenierte Horrorstreifen hat zwar mit ADAM BRODY (aus FINAL DESTINATION 3) und SHEILA MCCARTHY (aus STILL/BORN) bekannte Gesichter zu bieten. In Sachen Grusel wird aber nur beliebige Standardware geboten, die eher ermüden lässt, statt den Zuschauer vor Angst um den Schlaf zu bringen. Vielleicht wäre eine gelangweilte Frau auf dem Poster aufschlussreicher gewesen, statt den Käufer mal wieder mit Fehlinformationen hinter das Licht zu führen. Dann hätte der Zuschauer auch direkt verstanden, was ihn erwarten wird.
 
 
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Nervige Stalkerin: In ISABELLE zieht es werdende Eltern in ein gemütliches Häuslein in ruhiger Gegend. Eigentlich das Beste, was der schwangeren Larissa und dem Gatten Matt passieren konnte. Würde da nicht plötzlich ein schrecklicher Schicksalsschlag ereilen. Der ungeborene Sohn stirbt ganz unerwartet und das junge Paar fällt in ein tiefes Loch. Kein guter Start in das gemeinsame Leben, was sich vor allem bei Larissa bemerkbar macht. Die hat mit Depressionen zu kämpfen und sieht sich plötzlich von der schaurigen Nachbarstochter verfolgt. Letztere sitzt im Rollstuhl und beobachtet die neuen Nachbarn von ihrem Dachfenster aus. Da überkommt der traumatisierten Larissa ein unangenehmes Gefühl. Zurecht, denn es dauert nicht lang, bis das bleiche Mädel von Gegenüber auch noch in der Wohnung der jungen Eltern auf Entdeckungsreise geht – unaufgefordert versteht sich. Alles nur Einbildung und doch real? Eine Frage, der Ehemann Matt auf den Grund gehen muss. Ob er schnell professionelle Hilfe finden wird?
 
 
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ISABELLE ist kein cleverer Horrorfilm. Der Gruselstreifen versucht erst gar nicht, dass Beste aus der dünnen Story zu machen. Wo man in Filmen wie THE HOUSE ON PINE STREET oder DARK CIRCLES ähnliche Themen aufgriff und den Zuschauer durch falsche Fährten an der Nase herumführte, geht man in ISABELLE den Weg des geringsten Widerstandes und fällt gleich mit der Tür ins Haus. Dabei entpuppt sich bereits der Trailer als katastrophale Spannungsbremse. Der verrät gleich mal genau jenen Plot, der anfangs noch verschleiert wird und den Zuschauer vor der Glotze halten soll. So ist Regisseur ROBERT HEYDON kläglich darum bemüht ein Mysterium um die Geschehnisse in ISABELLE zu weben. Unsere Filmheldin verliert ihr neugeborenes Kind und beginnt plötzlich Dinge zu sehen, die gar nicht da sind. Alles nur Folgen eines schwerwiegenden Traumas oder ist Larissa auf einmal empfänglich für paranormale Ereignisse? Der Sprung vom Psychothriller zum Geisterfilm ist kurz und macht aus ISABELLE ziemlich austauschbaren Gruselbrei, der sich wirklich jedem Klischee bedient, das man nun schon in gefühlt 1000 Filmen über zornige Geister zu sehen bekommen hat. Das ist angesichts der Tatsache ermüdend, weil es mittlerweile einfach zu viele Gruselproduktionen gibt, in den es spukt oder poltert. Weil die nach immer gleichen Schema abgehandelt werden, hat sich allmählich ein Sättigungsgefühl eingestellt. Das macht sich auch im Falle von ISABELLE bemerkbar. Ja, hier ist ein böses wütendes Geistermädchen am Werke, das dem Gör aus dem japanischen RING-Universum Konkurrenz machen will. Will das jemand sehen? Wir meinen: nein! Etwas mehr Grips und Einfallsreichtum tut beim Gruselhandwerk zwingend Not.
 
 
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ISABELLE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein weiterer Versuch dem aus TV-Geräten und Brunnen krabbelnden Mädchen der Horrorfilm-Reihe RING den Rang abzulaufen. Der Gruselfilm ISABELLE ist ein solider Gruselfilm für Anfänger – mehr aber auch nicht. Regisseur ROBERT HEYDON versucht mit ausgelutschten Rezepturen des Geisterfilm-Genres irgendwie Spannung aufzubauen. Vergebens! Der Streifen verrät viel zu früh, dass die stalkende Nachbarstochter eigentlich ein Geist ist und einen Weg sucht, trotz Geisterhülle irgendwie unter den Lebenden verweilen zu können. Für die Filmhelden Grund genug, nach den sterbliche Überresten der toten Stalkerin zu suchen, um dem Geist ins Reich der Toten abschieben zu können. Ja, jetzt haben wir den wenig überraschenden Plot aufgelöst. Den vorausahnen zu können ist aber auch keine Kunst. Erfahrene Zuschauer wittern bereits nach wenigen Minuten die Fährte. Der dumm geschnittene Trailer verrät den Rest. Wer sich den angeschaut hat, kann sich Sichtung des eigentlichen Films sparen. ISABELLE ist paranormale Dutzendware – ohne echten Spannungsbogen. Austauschbar, beliebig, unnötig.
 
 
 


 
 
 

ISABELLE – Zensur

 
 
 
ISABELLE hat kaum Gewalt zu bieten. Eine Filmfigur erstickt, weil man ihr eine Plastiktüte über den Kopf zieht. Weiterhin bringt sich ein Charakter selbst um und eine Protagonistin stürzt aus dem Fenster. Das ist alles sowas von FSK16 – man glaubt es kaum.
 
 
 


 
 
 

ISABELLE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei The Wanting Film Inc.)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jessabelle – Die Vorhersehung (2014)
 
Gallows Hill (2013)
 
Haunt – Das Böse erwacht (2013)
 
Dark Circles (2013)
 
The House on Pine Street (2015)
 

Filmkritik: „We Have Always Lived in the Castle“ (2018)

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WE HAVE ALWAYS LIVED IN THE CASTLE

(WIR HABEN IMMER SCHON IM SCHLOSS GELEBT)

Story

 
 
 

Wenn eine heile Welt zerstört wird und dennoch neue Möglichkeiten eröffnet: Zwei Geschwister erleben in einem alten Anwesen die Hölle. Glattgebügelte Romanverfilmung mit guten Darstellern.

 
 
 


 
 
 

WE HAVE ALWAYS LIVED IN THE CASTLE – Kritik

 
 
 
Wenn STEPHEN KING in höchsten Tönen über Literatur spricht, dürften Leseratten hellhörig werden. Es kommt nämlich nicht so oft vor, dass sich der Schreiberling so lobend über Schriftsteller äußert und sich von Selbigen auch noch fürs eigene Schaffen inspirieren lässt. In diesem Fall richtet sich das Lob an die bereits 1965 verstorbene Autorin SHIRLEY JACKSON. Die Queen des Horrors – so wie man sie heute oft bezeichnet – veröffentlichte im Jahr 1948 eine Kurzgeschichte mit dem Titel THE LOTTERY im NEW YORKER. Leider kam die düstere Erzählung gar nicht gut an. Viele Leser kündigten ihr Zeitungsabonnement und sendeten der Schriftstellerin Hassbriefe. Doch die Kontroverse spornte die fantasiebegabte Autorin nur weiter an. Das Resultat sind viele Horrorromane und -geschichten, über die man auch heute noch spricht. Neben dem Roman SPUK IN HILL HOUSE – der mittlerweile schon mehrfach verfilmt wurde (unter anderem als Serie von NETFLIX) – hat es auch WIR HABEN IMMER SCHON IM SCHLOSS GELEBT zu beachtlichem Erfolg geschafft. Der Mysterythriller wurde drei Jahre vor dem Tod der Autorin veröffentlicht und gilt bis heute als Jacksons bester Roman. Das sah man offenbar auch in Hollywood so. Weil die NETFLIX-Adaption von SPUK IN HILL HOUSE gute Resonanz erhielt, nahm man sich WIR HABEN IMMER SCHON IM SCHLOSS GELEBT vor und adaptierte das Buch unter dem Originaltitel für die Leinwand.
 
 
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Die Spielfilmumsetzung mit dem Titel WE HAVE ALWAYS LIVED IN THE CASTLE handelt von den Geschwistern Merricat und Constance Blackwood. Die leben nach einem Schicksalsschlag zurückgezogen mit Onkel Julian in einem alten Anwesen weit weg von der Stadt und verlassen so gut wie kaum noch das Haus. Das hat auch seinen Grund. In der Kleinstadt ist man nämlich fest davon überzeugt, dass die ältere Constance die Eltern mit Arsen vergiftet hat. Seither werden die Blackwoods von den Einwohnern verachtet – jeder Besuch der Außenseiter im Städtchen verbreitet bei den Menschen Wut und Hass. Doch damit haben sich die Schwestern über die Jahre abgefunden und beginnen mit der Situation zu leben. Leider kommt bald Unordnung in den zurückgezogenen Alltag. Die introvertierte Merricat wird plötzlich von schrecklichen Vorahnungen geplagt. Letztere Bewahrheiten sich auch schnell. Da klopft es unerwartet an der Tür und Cousin Charles will nach dem Rechten sehen. Von dem hat man seit Ewigkeiten nichts mehr gehört. Umso merkwürdiger sein plötzliches Interesse für die Verwandten. Er beginnt die Schwestern zu manipulieren und sorgt für Probleme, die schnell zu Chaos führen und eine Katastrophe heraufbeschwören.
 
 
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Immer der Nase nach. WE HAVE ALWAYS LIVED IN THE CASTLE hält sich erstaunlich nah am Roman und scheut – bis auf eine kleine Änderung in der letzten Szene – Abkürzungen und Umwege. Kenner des Buches werden daher kaum Überraschungen erleben und trotzdem nicht enttäuscht werden. Was die Verfilmung nämlich auszeichnet, ist die Tatsache, dass der Streifen richtig gute Schauspieler besitzt – darunter namhafte Größen Hollywoods wie CRISPIN CLOVER und TAISSA FARMIGA. Letztere hat man nun schon in einigen Genre-Produktionen zu sehen bekommen. Darunter so Filme wie MINDSCAPE, THE NUN und THE FINAL GIRLS. Bereits dort konnte sie mit facettenreichem Schauspiel überzeugen. Das prägt sich auch durch die Rolle der stillen Einzelgängerin in WE HAVE ALWAYS LIVED IN THE CASTLE ins Gedächtnis. Anfangs noch in einer Traumwelt verharrend, wird ihre Figur bald aus dem sicheren Kosmos gezogen und in eine ungewisse Zukunft geworfen, die den Filmcharakter über sich hinauswachsen lässt. Da passieren plötzlich Ereignisse die alle Beteiligten an die Grenzen bringen. Die dabei von Regisseurin STACIE PASSON entwickelt Dynamik ist bemerkenswert. Was zu Beginn noch ein verträumtes Familienmärchen vermuten lässt, entwickelt sich schnell zu einem ausgeklügelten Psychothriller über Manipulation und Hass. Das dadurch heraufbeschworene Unheil wird auf die Spitze getrieben und endet mit einem lauten Knall. Weil das cineastische Pulverfass ohne Gewalt auskommt und das Chaos allein durch Dialoge und durch das Miteinander der Protagonisten heraufbeschworen wird, gehört WE HAVE ALWAYS LIVED IN THE CASTLE zu einem der interessantesten Genre-Beiträge der letzten Jahre.
 
 
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WE HAVE ALWAYS LIVED IN THE CASTLE schafft es, ohne blutige Bilder ein beklemmendes Gefühl zu erzeugen. Mit einem Minimum an Handlung wird ein Maximum an Spannung bewirkt. Das ist große Kunst, die Autorin SHIRLEY JACKSON besonders gut beherrschte. Dennoch geizt der Streifen – wie bereits das Buch – mit Antworten. Die Geschichte nimmt sonderbare Wendungen und auch die wenigen Hauptfiguren scheinen – vermutlich auch der Isolation wegen – nicht immer von Sinnen zu handeln. Die befremdlich wirkende Handlung dürfte manch Zuschauer verwirren. Ein Blick auf die Biografie von Schriftstellerin SHIRLEY JACKSON sorgt für Aufschluss und bringt Licht ins Dunkel. Die macht in ihren Werken oft Außenseiter zum Thema, die von engstirnigen Kleinstadtbewohnern verfolgt werden. Das ist auch in WE HAVE ALWAYS LIVED IN THE CASTLE der Fall. Dort entwickelt die Abneigung gegenüber den Außenseitern eine besorgniserregende Wendung. Erst sind es nur Beschimpfungen, die unsere Filmhelden über sich ergehen lassen müssen. Im späteren Verlauf werden die Figuren beinahe schon wie Vieh von den Menschen des Ortes gejagt. Parallelen zum Leben von Autorin SHIRLEY JACKSON sind nicht von der Hand zu weisen. Die lebte einst selbst in einem dieser Kleinode an denen die Menschen nach eigenen Regeln leben. So wurde sie in der Kleinstadt North Bennington im amerikanischen Bundesstaat Vermont regelmäßig selbst mit reflexhaften Antisemitismus und Anti-Intellektualismus konfrontiert. Genau jenes verträumtes Städtchen ist Schausplatz in vielen Werken der Schriftstellerin. Offenbar hatte Jackson so versucht einschneidenden Erlebnisse durch das Schreiben von Romanen zu verarbeiten, wenngleich sie in WE HAVE ALWAYS LIVED IN THE CASTLE die Folgen vergifteter Gedanken dann doch befremdlich intensiv auf die Spitze treibt. Immerhin war sie nicht die Erste die Erlebtes in Schriftform aufarbeitet hat.
 
 
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WE HAVE ALWAYS LIVED IN THE CASTLE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Subtiler Psychothriller – hervorragend gespielt. WE HAVE ALWAYS LIVED IN THE CASTLE ist eine längst überfällige Romanverfilmung und handelt von einem Mädchen, das in einer Traumwelt lebt, alles Fremde hasst und versucht, die schräge Idylle mit allen Mitteln vor Veränderung zu schützen. WE HAVE ALWAYS LIVED IN THE CASTLE entpuppt sich als finsteres Panorama, das Elemente aus Psychodrama, Krimi und Märchen vereint. Statt den Holzhammer zu schwingen, wird das Grauen in erster Linie durch Dialoge und mysteriöse Stimmung erzeugt. Gorebauern kommen hier nicht auf ihre Kosten. Ebenso nicht Leute, die sich gern von unterbelichteter Kommerzware berieseln lassen, die der Streaming-Anbieter NETFLIX am Fließband produziert. Dazu ist der Erzählstil äußerst unkonventionell und manch Frage bleibt am Ende unbeantwortet. Etwas Kopf und ein wenig Fantasie für die Eigeninterpretation sollten schon vorhanden sein, denn im Falle von WE HAVE ALWAYS LIVED IN THE CASTLE kommt das Grauen auf leisen und anspruchsvollen Sohlen. Sollte nach der Sichtung dennoch Verwirrung die Folge sein, hält Wikipedia einige Antworten parat. Dabei scheint folgende Information besonders wertvoll für den Aufschluss der Handlung zu sein: „… Typisch für Jacksons Werk ist die Erschaffung einer Atmosphäre des Befremdlichen sowie die tiefe Vertrautheit mit der Alltäglichkeit des Bösen und dessen Auswirkungen auf die Dorfgemeinschaft, die Familie und das Individuum. Was WE HAVE ALWAYS LIVED IN THE CASTLE jedoch von ihren anderen Werke unterscheidet, ist die gleichzeitige Ergründung von Liebe und Hingabe, allem die Handlung durchziehendem Unbehagen zum Trotz …“
 
 
 


 
 
 

WE HAVE ALWAYS LIVED IN THE CASTLE – Zensur

 
 
 
WE HAVE ALWAYS LIVED IN THE CASTLE hat bis auf eine Szene am Ende keine Gewalt zu bieten. Der Streifen fokussiert eher subtile und psychologische Angst. Liebhaber für blutige Handarbeit werden vermutlich enttäuscht sein. Hierzulande dürfte WE HAVE ALWAYS LIVED IN THE CASTLE wegen besagter Gewaltszene am Ende eine ungeschnittene FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

WE HAVE ALWAYS LIVED IN THE CASTLE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei One Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bis das Blut gefriert (1963)
 
In einer kleinen Stadt (1993)
 

Filmkritik: „The Convent“ (2018)

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THE CONVENT

(HERETIKS)

Story

 
 
 

Eine der Hexerei beschuldigte Frau landet in einem Kloster und erlebt dort das Grauen auf Erden.

 
 
 


 
 
 

THE CONVENT – Kritik

 
 
 
Die Zeit der Inquisition war nicht unbedingt eine Sternstunde der Geschichte. Da wurden unschuldige Frauen, Männer und sogar Kinder der Hexerei beschuldigt und anschließend zum Tode verurteilt, weil man der Meinung war, dass jene ahnungslosen Seelen mit dem Teufel im Bunde standen. Ein trauriges Kapitel, das natürlich auch im Horrorfilm aufgearbeitet werden musste. Das Resultat: so reißerischer Exploitation wie DER HEXENJÄGER, HEXEN BIS AUFS BLUT GEQUÄLT oder HEXEN – GESCHÄNDET UND ZU TODE GEQUÄLT. Darin wurden geschichtliche Fakten zur Nebensache. Stattdessen wurde gefoltert, ermordet, vergewaltigt und gedemütigt. Die Kamera hielt stets darauf. Ende der 1960er und zu Beginn der 1970er war das schon harter Tobak.
 
 
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Der Horrorfilm THE CONVENT ist auch einer dieser Streifen, der das Thema Inquisition als Alibi nutzt, um Horror zeigen zu können. Da kommt natürlich gleich Freude bei Liebhabern blutiger Exploitationfilme auf. Denen sei gesagt, dass THE CONVENT weitestgehend von der Zurschaustellung grausamer Gewalt absieht und eher eine atmosphärische Geschichte vor Mittelalter-Kulisse erzählt, die sich Elementen aus Okkult- und Dämonen-Horror bedient. Weil seit dem CONJOURING-Spinoff THE NUN auch Nonnen wieder in Mode sind, gibt es die gleich mit dazu. Letztere beweisen in diesem Horrorstreifen Talent fürs Quälen ahnungsloser Novizinnen. Da werden Erinnerung an Nunsploitation-Streifen der 70er Jahre wach. Darin wurde tabuloser Sex und unmenschliche Gewalt hinter Kirchentüren zelebriert. THE CONVENT schlägt ähnliche Richtung ein. Auch hier werden junge Nonnen-Anwärterinnen von Obernonnen schikaniert, bestraft und gebrochen. Nur mit schonungslosen Sexszenen geizt der Streifen – leider!
 
 
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Vom Regen in die Traufe. Die junge (HANNAH ARTERTON) ist ein Pechvogel, wie er im Buche steht. Die wird wegen Hexerei angeklagt, weil sie den Tod der Mutter vorausgeahnt hat. Nun soll das junge Ding auf dem Scheiterhaufen brennen. Ihr Schicksal scheint besiegelt. Da taucht eine geheimnisvolle Nonne (CLAIRE HIGGINS) auf, die eine religiösen Zufluchtsort in der Nähe leitet. Die wortgewandte Alte überzeugt das Gericht und darf die Beschuldigte mit in das von ihr geführt Konvent nehmen, wo sie den Weg zurück zu Gott finden soll. Doch dort soll der Horror für die ahnungslose erst beginnen. Nicht nur, dass sich der Neuling den harten Regeln der Ordensgemeinschaft unterwerfen muss. Hinter den dicken Mauern dieses Klosters herrscht offensichtlich das Böse. Da passieren plötzlich seltsame Dinge und macht Bekanntschaft mit einer bösartigen Präsenz. Als wäre das nicht alles schon schaurig genug, verhalten sich auch die Leiterinnen des Klosters seltsam. Offenbar wissen die, was hier passiert. Ein Rätsel, das nun auch lösen muss.
 
 
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Nein, THE CONVENT ist kein Remake, Reboot oder Sequel vom grotesken Kirchen-Splatter aus der Mache des MIKE MENDEZ, welcher 2000 unter gleichem Titel in den Lichtspielhäusern gezeigt wurde. Der hier besprochene THE CONVENT – der anfangs noch HERETIKS hieß – hat mit der spaßigen Genre-Produktion überhaupt nichts zu tun und will auch sonst nicht spaßig sein. Regisseur PAUL HYETT zeichnet verantwortlich. Der überraschte 2012 mit dem unangenehmen THE SEASONING HOUSE und lies anschließend in HOWL Werwölfe folgen. Spielfilm Nummer drei geht düstere Wege, ist Okkult-Horror der alten Schule und eigentlich bis Filmmitte ganz brauchbar. So muss eine junge Novizin herausfinden, welche geheimnisvollen Legenden um ein düsteres Konvent ranken, in dem immer mal wieder unschuldige Nonnen verschwinden. Weil die Heldin lang im Dunkeln tappt und THE CONVENT auch sonst ein großes Geheimnis über mysteriöse Vorkommnisse hinter Klostermauern macht, bleibt THE CONVENT spannend. Danach wird es leider dämlich.
 
 
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Leider kann der Spannungsbogen nicht lang gehalten werden. Spätestens nach der Halbzeit vertrödelt dieser gotisch angehauchte Kloster-Horror zu viel Zeit mit dem Abhandeln von Dämonen-Klischees, bedient sich bei dazu noch bei anderen Horror-Subgenres und verkommt so zu Dutzendware. Da werden nicht nur vorhersehbare Schreckmomente und fast schon grotesk anmutende Blutmanschereien abgehakt, die gar nicht zum restlichen Film passen. Auch dem Dämonen-Make-up mangelt es an Glaubwürdigkeit. So trägt das Böse im Film eigensinnige Kontaktlinsen, die leuchten. Ähnliche Anfertigungen hatten wohl feiernde Techno-Anhänger zu Loveparade-Zeiten in den Augen. Furchterregend ist etwas anderes.
 
 


 
 
 

THE CONVENT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Was atmosphärisch beginnt, endet in einer klischeebeladenen Dämonen- und Zombie-Achterbahn mit schlechten Effekten. Als Liebhaber des klassischen britischen Horrors wollte Regisseur PAUL HYETT genau dieser Film-Epoche eine moderne, härtere und stilvolle Note verleihen. Das ist leider nur bedingt gelungen. Atmosphärisch fährt die dritte abendfüllenden Spielfilm-Produktion des Filmemachers groß auf. Leider wird THE CONVENT ab der Halbzeit ziemlicher Käse. Da wird alles abgefeuert, was das Horror-Genre so hergibt. Regisseur PAUL HYETT wirft Elemente aus Grusel, Zombie, Okkult, Dämonen und Kloster-Horror in einen Topf, rührt um und würzt mit miesen Effekten nach. Das Gebräu ist keine Glanzleistung in Sachen Schrecken. Vielmehr endet THE CONVENT in einer beinahe schon lächerlichen Farce in der nach Dämonen-Beschwörung und bestrafungsgeilen Nonnen plötzlich die Zombies aus ihren Gräbern steigen. Was für ein Quark. Von Regisseur PAUL HYETT hätte man was Besseres erwartet.
 
 
 


 
 
 

THE CONVENT – Zensur

 
 
 
THE CONVENT ist eigentlich ein unheimlicher Gruselfilm, der eher Wert auf unheimliche Atmosphäre liegt. Eigentlich! Wären da nicht einige zufällig eingestreute Splatter-Szenen, die blutige Schauwerte zeigen. Da reißt sich eine Nonne selbst die Augäpfel aus den Augenhöhlen. In einer anderen Szene werden Nonnen zu Zombies umfunktioniert und radieren sich gegenseitig aus. Da fließt das Blut munter über die Mattscheibe. Hierzulande dürfte THE CONVENT dennoch eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE CONVENT – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Vertical Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Nun (2018)

The Crucifixion (2017)

Der Exorzist III (1989)

The Rite – Das Ritual (2011)

Incarnate – Teuflische Besessenheit (2016)

Filmkritik: „I Trapped the Devil“ (2019)

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I TRAPPED THE DEVIL

Story

 
 
 

Zwei entfremdete Brüder treffen am Heiligen Abend aufeinander und erleben ein Weihnachtsfest voller Angst.

 
 
 


 
 
 

I TRAPPED THE DEVIL – Kritik

 
 
 
Horrorfilme, die an Heiligabend spielen, bilden nicht erst seit gestern ein eigenes Genre. Bereits in den 1970ern wurde Weihnachten in Filmen wie BLACK CHRISTMAS oder UNTER MORDVERDACHT zum bluttriefenden Grauen deklariert, wo statt gefeiert grausam gestorben werden musste. Was in den 1970ern aber noch die Ausnahme war, hat sich mittlerweile im Horror-Genre fest etabliert. So vergeht nahezu kein Jahr an dem nicht mehrere Horrorfilme gedreht werden, die das Weihnachtsfest zum Thema schrecklicher Ereignisse machen. I TRAPPED THE DEVIL ist einer derer. Kurioserweise handelt es sich hier um einen Genre-Beitrag, der zwar zur Weihnachtszeit spielt, aber kaum Weihnachtsstimmung aufkommen lässt. Stattdessen wird der Zuschauer in einen Albtraum aus Wahn, Paranoia und Okkult-Horror gezogen, der vor allem durch eines auffällig wird: klaustrophobische Bilder und ungemütliche Atmosphäre.
 
 
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Wenn Weihnachten eine unerwartete Richtung einschlägt. Eigentlich möchten Matt und Frau Karen nur die Festtage mit der Familie verbringen. Doch es kommt alles ganz anders. Die beiden wollen Matts psychisch labilen Bruder besuchen, um ihm am Weihnachtsabend Gesellschaft zu leisten. Leider ist Bruderherz Steve über den unangemeldeten Besuch alles andere als erfreut. Die miese Weihnachtsstimmung hat auch ihren Grund. Steve hat nämlich andere Sorgen. Der hat im Keller einen Menschen eingesperrt, von dem er fest davon überzeugt ist, dass es sich dabei um den Leibhaftigen persönlich handelt. Letzterer soll angeblich für die vielen Negativschlagzeilen in den Tageszeitungen verantwortlich zeichnen. Eine gewagte Theorie, die bald absurde Ausmaße annimmt und die Frage in den Raum stellt, ob der paranoide Bruder damit Recht behält oder alles doch nur einem kranken Geist entspringt.
 
 
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Handwerklich souverän inszenierter Gruselfilm mit kleinen Schwächen. Die Geschichte hinter I TRAPPED THE DEVIL erinnert ein wenig an die 41. Episode der beliebten THE TWILIGHT ZONE mit dem Titel THE HOWLING MAN von 1959. Auch dort drehte sich alles um einen eingesperrten Mann, der angeblich deshalb hinter verschlossenen Mauern sein Dasein fristen musste, weil man fest der Überzeugung war es hier mit dem Teufel zu tun zu haben. Was dort aber in knapp 30 Minuten über die Mattscheibe lief, wird in I TRAPPED THE DEVIL in Spielfilmlänge abgehandelt. Das ist dahingehend problematisch, weil nicht viel Story geboten wird. Regisseur JOSH LOBO lässt die überschaubare Handlung zu häufig um die Frage kreisen, was denn nun eigentlich des Pudels Kern seines ersten Spielfilms ist. Wer befindet sich tatsächlich im Keller und haben die wüsten Verschwörungstheorien überhaupt Gewichtung mit denen der Zuschauer hier konfrontiert wird? Um genau jene Fragen wird ein großes Mysterium gesponnen, für welches das Publikum viel Geduld mitbringen muss. Die Auflösung flimmert nämlich erst eine Minute vorm Abspann über den Bildschirm.
 
 
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Viel Substanz besitzt I TRAPPED THE DEVIL keineswegs. Die Geschichte tritt nämlich zugunsten Atmosphäre in den Hintergrund. Hier erhalten unbequeme Bilder und angespannte Stimmung Hauptaugenmerk. Regisseur JOSH LOBO versucht mit gruseligen Kameraeinstellungen und farblich stimmiger Ausleuchtung (da werden Bilder in stechendes Rot getaucht – DARIO ARGENTO lässt grüßen) eine Atmosphäre der Angst zu schaffen, die bis zum erlösenden Abspann aufrechterhalten werden soll. In der Tat schafft sie das problemlos. Schnell ist man mittendrin und sitzt angespannt vor dem Fernseher, um genau jene Auflösung zu ergründen, die I TRAPPED THE DEVIL ansteuern möchte. Leider wird die Antwort auf die entscheidende Frage so nur künstlich hinausgezögert. Die Hinhalte-Technik macht nämlich schnell müde. Ein langsamer Erzählfluss tut da sein Übriges. Regisseur JOSH LOBO nimmt sich viel Zeit, um Charaktere zu beleuchten und Stimmung durch visuelle Stilelemente aufzubauen. Die eigentliche Handlung kommt dabei aber nur schleppend in Fahrt. Das macht den visuell starken und schauspielerisch gut besetzten I TRAPPED THE DEVIL zu einem zweischneidigen Schwert. Filmfans mit Hang zum Mainstream werden da schnell das Interesse verlieren.
 
 


 
 
 

I TRAPPED THE DEVIL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Der wohl gruseligste Weihnachtsfilm, der jemals gedreht wurde. I TRAPPED THE DEVIL ist ein schauriges und vor allem mehrdeutiges Gruselerlebnis, das das Gruselhandwerk der alten Schule zurück auf die Mattscheibe bringt. Hier übernehmen leise Töne die Oberhand. Mit gerade einmal drei Hauptdarstellern wird hier eine subtile und gleichzeitig klaustrophobische Geschichte erzählt, die sich in nur drei Zimmern abspielt. Die überschaubare Kulisse nutzt alle Möglichkeiten des subtilen Angstkinos aus. Da sorgen mysteriöse Stimmen für Gänsehaut, eine befremdliche Ausleuchtung schwört Unbehagen herauf und unbeantwortete Fragen treiben die Spannung voran. Leider hat dieses Debüt-Stück eines ambitionierten Nachwuchsregisseurs einen Haken. I TRAPPED THE DEVIL wird derart langsam erzählt, dass man Probleme bekommen könnte der Handlung zu folgen, wenn man nicht ausgeschlafen ist. Hinzukommt, dass der Streifen in der ersten halben Stunden mit Leerlauf zu kämpfen hat, weil der dünne Plot auf 83 Minuten Laufzeit gestreckt werden musste. Zwar sind alle Zutaten für gruseliges Gänsehautkino vorhanden. Dennoch benötigt der Film lang bis diese zu einem Ganzen finden. Dafür ist das Finale stark. I TRAPPED THE DEVIL ist unausgereiftes Indie-Kino, das aber immer noch weit besser ist als das, was einem mittlerweile alles im Horror-Genre zugemutet wird.
 
 
 


 
 
 

I TRAPPED THE DEVIL – Zensur

 
 
 
I TRAPPED THE DEVIL ist eher ein ruhig erzählter Gruselthriller ohne großartige Gewaltausbrüche. Erst am Ende wird ein Messer in einen Körper gestoßen und eine Waffe kommt auch zum Einsatz. Hierzulande dürfte das alles für eine ungeschnittene FSK16 reichen.
 
 
 


 
 
 

I TRAPPED THE DEVIL – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC FILMS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Rite – Das Ritual (2011)
 
Erlöse uns von dem Bösen (2014)
 
Lost Souls – Verlorene Seelen (2000)