Filmkritik: „Es geschah am 3. Tag“ (2021)

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ES GESCHAH AM 3. TAG

(AL TERCER DIA | ON THE 3RD DAY)

Story

 
 
 
Nach einem nächtlichen Autounfall mit dem mysteriösen, schweigsamen Enrique, verliert die junge Cecilia zuerst ihr Bewusstsein und dann ihren Sohn…

 
 
 


 
 
 

ES GESCHAH AM 3. TAG – Kritik

 
 
Nachdem die letzten drei knackig-kurzen Horrorfilme des argentinischen Regisseurs Daniel De La Vega es scheinbar nicht in die deutschen Kaufhäuser geschafft haben, meldet sich UCM.One mit diesem Release seines mittlerweile siebten Films zurück und auch wenn ich nach der Sichtung verstehen kann, wieso der Titel als massenkompatibel oder gewinnbringend genug erachtet wurde, so verstehe ich dafür dieses Mal nicht die Untertitelsituation: So gibt es laut Blu-ray-Backcover zwar spanischen O-Ton sowie eine englische Synchronisation zur deutschen dazu (?), dafür aber gar keine Untertitel. Nur dass auf der Blu-ray selber eben sehr wohl zwei Untertitelspuren angezeigt werden, die mir kurz Hoffnung gemacht haben, nur damit diese sich dann aber beide als leer entpuppen (?). Acht unbenannte Kapitel und keine Extras bis auf sehr kurze Galerien und Trailer runden diesen Release noch ab.
 
 
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Wie dem auch sei, langsam wird auf Englisch ein „Lullaby“, also Einschlaflied gesungen, dazu präsentiert das Menü der Disc das Standbild einer Mutter, die schützend ihren Sohn in den Armen hält. „On the 3rd Day“ bzw. „Es geschah am 3. Tag“ selber startet nun mit einem alten Spiegel und dem altbekannten Horrorfilm-Orchester, besonders deutlich hört man natürlich die unruhig zitternden Geigen heraus. Ein älterer Mann, Enrique, hebt sein noch älteres Wahlscheibentelefon ab und kriegt den Auftrag, eine Ladung zu transportieren, danach geht er in ein hübsch beleuchtetes Kellerset zu einem verschlossenen, zugeketteten Schrank.
 
 
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Der zweite Erzählstrang beginnt mit Cecilia, die ihren achtjährigen Sohn Martin anzieht und fertig für eine Autofahrt macht – so weit, so unschuldig, doch jeder Szenenübergang wird mit einem sehr A24-mäßigem Trommelschlag untermalt, als wäre das Böse bereits in Lauerstellung. Als Enrique dann noch mit seinem Pick-Up-Truck durch die Dunkelheit heizt und Cecilia durch eine Anhalterin am Straßenrand kurz abgelenkt ist, geschicht nach wenigen Minuten bereits das Unvermeidliche und nach einem herausziehend peinlichem, käsigen freeze Frame samt Zoom starten auch schon die Opening Credits und Cecilia rennt in einem gelben Cardigan durch verlassene Umgebungen.
 
 
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Zeitgleich scheint Enrique mit der Anhalterin vom Straßenrand kollidiert zu sein, nur um jetzt aber ihren Körper zu packen mit den Worten „Das ist nicht ihr Blut…“, what?! Cecilia kommt bei der Raststätte eines alten Pärchens an und der miese, offensichtliche sowie unnötige Greenscreen fällt leider sofort negativ auf. Unsere verletzte Protagonistin wird ins Krankenhaus gebracht, zehn Minuten Film und somit das Intro sind geschafft. Als nächstes wird die trauernde Mutter von Visionen ihres Sohnes in einer roten Regenjacke geplagt, doch für mehr als miese Pseudo Jumpscares oder gähnend langweilige Geister-Andeutungen wird diesese Element leider nicht genutzt, auch wenn es immerhin nie Überhand nimmt. Last but not wird offenbart, dass Cecilia ganze drei Tage weg war, sowie dass sowohl die Anhalterin, als auch Martin allem Anschein nach vom mysteriösen Enrique gekidnappt wurden – schnell also noch eine Patientin erdrosseln (!?) und zu ambitionierten Kamerafahrten, vorbei an Spiegeln und mehreren Bildebenen, mit quietschenden Geigen flüchten, Sohnemann zu retten.
 
 
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Die letzten wichtigen Figuren des Films sind nun Cecilias wütender und sie misshandelnder Ex Mann, ein gutwilliger Doktor namens Herman, der sich auf ihre Seite schlägt, sowie ein Polizist, der der Spur aus Leichen folgt, die unsere Pro- und Antagonisten hinterlassen. Während sowohl die mysteriösen Genreelemente mit ihrer Rätselspannung, als auch die Sets und Sounds mit ihren Beleuchtungen und Atmosphäre, als auch die unterschiedlichen Charaktere mit ihren jeweiligen Motivationen für Spannung, Kurzweil und Konflikt am laufenden Band sorgen könnten, hapert es dann aber leider deutlich an der Ausführung: So soll Herman immer wieder für Comedymomente sorgen, die aber deplatiert und ungekonnt wirken, so bleibt der wütende Ex-Mann das eindimensionale Abziehbild des Schläger-Stereotyps, so überrascht ein Charakter den Fahrer während der Autofahrt (!), nur um für den Zuschauer einen billigen Pseudo-Jumpscare zu inszenieren.
 
 
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Die Visionen ihres Sohnes, die Cecilia plagen, bleiben weiterhin wenig motiviert oder gruselig, spannender wird es nach dem ersten Drittel des Films nun aber bei Einrique, da dieser die Anhalterin vom Unfall, Lucia, würgt und fesselt und diese Szenen durch Blut, Schweiß, Öl und Tränen im gepeinigten Gesicht des Opfers ihre Wirkung nicht verfehlen. Nachdem Lucia ihm dann endlich erzählt hat, dass Cecilia und ihr Sohn sich nach dem Unfall Richtung Westen zu einer Raststätte aufgemacht haben, knockt er sie höchst merkwürdig geschnitten aus, lässt sie in einen metallenen Sarg fallen (?) und zerkocht/verätzt sie. Ähm, what? Weniger kurios, technisch dafür aber ebenfalls durchaus stimmig und gelungen zu nennen sind auch die folgenden Szenen, in denen Cecilia sich per Hypnose an die Ereignisse vor dem Unfall erinnert – auch wenn man hier kein „Luz“ erwarten sollte, Überblenden, das Nutzen von Licht und die Atmosphäre dieser Sequenzen können sich sehen lassen. Und genau hier, nach knapp zwei Dritteln der Laufzeit, spielt „Es geschah am dritten Tag“ dann auch sein eines Ass aus, seine eine coole Idee und Auflösung – denn was sich vorher relativ subtil angekündigt hat, wird nun zufrieden stellend ausgeführt.
 
 
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Die finale halbe Stunde des Films kann durch ein altes, verlassenes Hotel mit seinen ewigen Gängen und hübschen Bildkompositionen punkten, durch mehrere passend benutzte Vertigo-Zooms und eine punktuell sehr verträumte Atmosphäre – doch der Genreeinschlag, der „Horror“-Aspekt der hier zu spät und zu sparsam nachgeliefert wird, enttäuscht durch allzu offensichtliche Maskenarbeit und klischeehafte Inszenierung dann doch sehr. Selbst in seinen schwächsten Szenen kann ich „Es geschah am 3. Tag“ meistens noch etwas abgewinnen, doch eine überzeugende, originelle Genreerfahrung sieht leider anders aus. Die lang gehaltene, letzte Einstellung für Credits zu nutzen ist auch eine prinzipiell poetische Entscheidung, die den leicht gothisch-romantischen Touch des Films unterstreicht, dafür macht die unnötige, klamaukige After-Credit-Scene wieder einiges kaputt.
 
 


 
 
 

ES GESCHAH AM 3. TAG – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Gut gemeinter, technisch hochwertiger Gruselfilm mit klassischen Motiven und Storyversatzstücken, der seinen Plot um genau eine gute Idee herum geschrieben hat und abseits davon größtenteils unterwältigt
 
 


 
 
 

ES GESCHAH AM 3. TAG – Zensur

 
 
 
„Es geschah am 3. Tag“ ist in Deutschland ungeschnitten und frei ab 16 Jahren zu haben. Wegen einigen Trailern anderer Filme auf der Blu-ray / DVD ist selbige aber erst für Erwachsene geeignet und besitzt den roten FSK-Stempel.
 
 
 


 
 
 

ES GESCHAH AM 3. TAG – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) UCM One (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Al Tercer Día; Argentinien 2021

Genre: Drama, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 85 Minuten

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: keine Jugendfreigabe

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Kinotrailer

Release-Termin: KeepCase: 04.03.2022

 

Es geschah am 3. Tag [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

ES GESCHAH AM 3. TAG – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei UCM One)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
We Are What We Are (2013)
 
La Abuela – Sie wartet auf dich (2021)
 
Malasaña 32 – Haus des Bösen (2020)
 

Filmkritik: „La Abuela – Sie wartet auf dich“ (2021)

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LA ABUELA – SIE WARTET AUF DICH

(LA ABUELA)

Story

 
 
 
Als Susana sich um ihre Großmutter kümmert, die einen Schlaganfall erlitten hat, kann das junge Model noch nicht ahnen, dass nach ihrer Jugend getrachtet wird.

 
 
 


 
 
 

LA ABUELA – Kritik

 
 
Horrorfilme lassen sich ganz grob in zwei Kategorien unterteilen. Da gibt es die, welche den Zuschauer einfach nur unterhalten wollen und jene, die ein wichtiges Thema ansprechen. Der spanische Horrorfilm „La Abuela – Sie wartet auf dich“ versucht sich an einem ernsten, alltäglichen Thema und wirkt damit reichlich ambitioniert, erfindet das Rad jedoch keineswegs neu und kommt zuweilen etwas zu langatmig daher.
 
 
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Susana arbeitet in Paris als Model, pflegt aber dennoch ein gutes Verhältnis zu ihrer Großmutter Pilar, die in Madrid lebt. Als diese eines Tages einen Schlaganfall erleidet, ist für Susana klar, dass der Job warten muss. So reist sie nach Madrid, um sich um ihre Großmutter zu kümmern. Doch es dauert nicht lange, bis Susana bemerkt, dass mit Pilar etwas nicht stimmt. Abgesehen davon, dass sie durch den Schlaganfall nicht mehr spricht und geistesabwesend zu sein scheint, ist da noch etwas. Scheinbar hat es Pilar auf die Jugend ihrer Enkelin abgesehen. Sofern man durch irgendwelche Umstände nicht schon früher das Zeitliche segnet, ist das Thema Altern eines, was uns alle betrifft. Zusätzlich ist es ein Thema, mit dem sich die meisten eher ungern beschäftigen, weil es natürlich keine schöne Vorstellung ist, dass man vielleicht irgendwann selbst mal auf Hilfe angewiesen ist und alltägliche Dinge nicht mehr alleine bewerkstelligen kann. Ein Horrorfilm darüber zu drehen, ist keine schlechte Idee. Das Thema des Alterns zieht sich durch das gesamte Werk und zumindest ein bisschen Anspruch lässt sich hier erkennen. Darüber hinaus ist das Drehbuch von „La Abuela – Sie wartet auf dich“ allerdings auch recht simpel und bedient den Grusel-Standard. Viele neue Ideen sollte man nicht erwarten und dennoch funktioniert die Handlung ganz ordentlich.
 
 
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Um an dem Werk Gefallen zu finden, sollte man jedoch die ruhige Machart bevorzugen, denn „La Abuela – Sie wartet auf dich“ lässt sich ungemein viel Zeit. Die Einleitung ist langsam und bis es überhaupt mal zu gruseligen Aspekten kommt, vergeht schon gut und gerne über ein Drittel der Laufzeit. Selbst hinterher lebt das niemals vom großen Tempo. Alle Szenen werden langsam aufgebaut. Die subtile Herangehensweise steht dem Film gut und lässt teilweise eine starke Atmosphäre entstehen, es wäre aber dennoch nicht verkehrt gewesen, wenigstens ab und zu mal aus dem Schema auszubrechen. Das hätte das Treiben doch abwechslungsreicher gemacht. Die gut 90 Minuten Laufzeit können ein paar Längen deshalb nicht verstecken. Das ist manchmal doch etwas zu unspektakulär. Auch der Grusel hält sich dabei in Grenzen. Man arbeitet mit ganz simplen Tricks. So kommen wahrscheinlich Türen, die sich von alleine öffnen und schließen niemals so richtig aus der Mode in diesem Genre. Effekte spielen fast gar keine Rolle und selbst wenn man diese Art und Weise wertschätzt, so hätte „La Abuela – Sie wartet auf dich“ doch etwas mehr Horror und etwas mehr Nervenkitzel vertragen können. Lobenswert ist hingegen der Verzicht auf billige Jumpscares.
 
 
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Regisseur Paco Plaza konnte sich vor allen Dingen durch die Filmreihe „[Rec]“ einen Namen bei Horrorfans machen, hat darüber hinaus aber auch schon andere gute Genre-Filme gedreht. Die Inszenierung ist ihm durchaus gut gelungen. „La Abuela – Sie wartet auf dich“ bleibt seinem simplen Prinzip auch bei den Kulissen treu. Vieles spielt sich in der Wohnung ab, nur selten geht es mal nach draußen. Es gibt allgemein kaum Dialoge und so wirkt das Geschehen teilweise schon etwas zu monoton. Starke Kamerafahrten und geschickt in Szene gesetzte Grusel-Momente entschädigen dafür allerdings. Das Finale darf dann noch etwas lauter werden und dient zusätzlich mit einem kleinen Twist, der jedoch ziemlich vorhersehbar ist. Der versprochene Body-Horror bleibt übrigens größtenteils aus. Mehr oder weniger hat man es schon mit einem üblichen Gruselfilm zu tun, der aber immerhin ein schön böses Ende besitzt und von einem recht stimmungsvollen Score begleitet wird.
 
 
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Viele Darsteller braucht „La Abuela – Sie wartet auf dich“ nicht. Hauptrollen gibt es nur zwei zu sehen, diese liefern dafür jedoch ordentlich ab. Almudena Amor passt gut in ihre Rolle. Man nimmt ihr das herzensgute Mädchen, welches sich um die Großmutter kümmern möchte, ab. Ziemlich beeindruckend ist die Leistung von Vera Valdez, welche nicht nur im Film 85 Jahre, sondern auch im echten Leben so alt ist. Das verleiht dem Werk Authentizität. Valdez spricht quasi kein einziges Wort und vermag es dennoch den Zuschauer zu fesseln. Ihre Ausstrahlung ist schon stark. Deutlich weniger stark ist leider die Figurenzeichnung. Man erfährt so gut wie nichts über Susana und Pilar. Weder über die Personen einzeln, noch über ihre scheinbar enge Beziehung. Gewisse Dinge, wie eben die Tatsache, dass Pilar ihrer Enkelin so etwas Schlimmes antun will, wirken deshalb nicht gerade fein herausgearbeitet. Gerade weil sich der Film teilweise doch etwas wie ein Drama anfühlt, hätte man hier gerne mehr Tiefgrund in die Charakterisierung stecken dürfen.
 
 
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LA ABUELA – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
„La Abuela – Sie wartet auf dich“ nimmt sich ein ernstes, unangenehmes Thema und transportiert dieses in einen Horrorfilm, der am ehesten Fans vom subtilen Grusel ansprechen dürfte. Die Handlung ist zwar simpel und besitzt kaum neue Ideen, wirkt mit ihrer Prämisse aber durchdacht und ambitioniert. Leider verliert die Figurenzeichnung dagegen schon deutlich an Boden, denn hier hat man es sich etwas zu leicht gemacht. Optisch, sowie auch akustisch, ist das Ganze etwas zu monoton geraten und manche Szenen sorgen mit ihrer Langsamkeit für Längen, aber die Inszenierung kommt dennoch routiniert daher und weiß zu gefallen. Die enorm ruhige, aber irgendwie auch bedrohliche Atmosphäre lässt selten Nervenkitzel aufkommen und hätte noch mehr Grusel vertragen können, wirkt ansonsten jedoch dicht und rund. Die ordentlichen Leistungen der beiden Hauptdarstellerinnen runden den kleinen, unspektakulären Film solide ab. „La Abuela – Sie wartet auf dich“ ist nicht der große Wurf, macht es sich in seiner Ruhe teilweise zu gemütlich, weiß im Endeffekt aber dennoch souverän zu unterhalten!
 
 


 
 
 

LA ABUELA – Zensur

 
 
 
„La Abuela – Sie wartet auf dich“ ist in Deutschland ungeschnitten und frei ab 16 Jahren zu haben.
 
 
 


 
 
 

LA ABUELA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray + DVD im Mediabook)

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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: La abuela; Frankreich | Spanien 2021

Genre: Horror, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 100 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase | Mediabook

Extras: Trailer, Trailershow, Bildergalerie { zusätzlich im Mediabook: Booklet, Film auf DVD

Release-Termin: Mediabook + KeepCase: 24.03.2022

 

La Abuela – Sie wartet auf dich [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

La Abuela – Sie wartet auf dich [DVD + Blu-ray im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

LA ABUELA – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Relic (2020)
 
The Taking of Deborah Logan (2014)
 

Filmkritik: „Dark Stories to Survive the Night“ (2019)

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DARK STORIES TO SURVIVE THE NIGHT

(DARK STORIES)

Story

 
 
 
Der Anthologien-Horror geht in die nächste Runde. In „Dark Stories to Survive the Night“ werden fünf gruselige Geschichten erzählt, um die Nacht zu überleben.

 
 
 


 
 
 

DARK STORIES TO SURVIVE THE NIGHT – Kritik

 
 
Horror-Anthologien gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Manchmal mit originellen Grundprämissen, manchmal auch einfach nur so. „Dark Stories to Survive the Night“ macht einen ziemlich unspektakulären Eindruck und glänzt nicht unbedingt mit großer Vielfalt, macht aus den doch sehr simplen Geschichten aber stets etwas Eigenständiges und kommt sympathisch daher.
 
 
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Wie sich das gehört, gibt es eine Rahmenhandlung. In dieser geht es um Christine, die eines Tages ein Paket mit einer unheimlichen Puppe erhält. Diese führt ein beängstigendes Eigenleben und bedroht sofort das Leben von Christine. Um die Puppe hinzuhalten, erzählt Christine ihr fünf Gruselgeschichten, aber am Ende kommt alles ganz anders, als gedacht. Der finale Twist lässt sich dabei zwar schon etwas vorhersehen, wirkt aber dennoch nicht schlecht. Allgemein ist die Rahmenhandlung zwar konstruiert, erfüllt jedoch ihren Zweck. Man hätte dem zwischendurch ruhig etwas mehr Aufmerksamkeit schenken dürfen, denn lediglich zu Beginn und am Ende geschieht hier etwas, doch alles in einem ist die Rahmenhandlung in Ordnung und kommt zum Schluss mit einem kleinen Augenzwinkern daher. Mit Kristanna Loken gibt es hier auch eine etwas bekanntere Darstellerin zu sehen und wie man die Puppe dargestellt hat, weiß ebenfalls zu gefallen. Zwar hat man es sich hier relativ leicht gemacht, aber im Endeffekt ist das doch besser, als billige CGI-Effekte zu servieren.
 
 
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Ansonsten lebt „Dark Stories to Survive the Night“ natürlich von seinen fünf Geschichten. Der Anfang führt den Zuschauer in ein Museum, in dem die Gemälde ein erschreckendes Eigenleben führen. Schuld daran sind Ghouls und obwohl an diesen Geschöpfen mittlerweile nichts mehr originell erscheint, wirkt die Geschichte halbwegs kreativ. Man hat das schon recht verspielt umgesetzt, dient mit etwas albernem Humor und die Stimmung ist harmlos-gruselig, so dass man sich schon fast wie in einer Episode von „Gänsehaut“ vorkommt. Handwerklich ist das solide gemacht, die Effekte können sich sogar sehen lassen, die Schauplätze wirken authentisch und über die Darsteller kann man sich nicht beklagen. Außerdem wird mit einer netten Pointe gedient, so dass man für diese Episode gerne sechs Punkte springen lassen kann!
 
 
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Weiter geht es mit einer Geschichte, die in einem Park spielt. Hier geht es um Geister. Die Stimmung wird deutlich düsterer, aber die Episode ist gleichzeitig etwas langweiliger. Selbst wenn die Laufzeit (wie im Durchschnitt alle Folgen) nur 15 Minuten beträgt, lässt man sich insgesamt etwas zu viel Zeit. Dafür geht es etwas surrealer zur Sache und vom Handwerk her ist auch hier alles im grünen Bereich. Die Pointe ist ebenfalls passabel. Fünf Punkte dafür!
 
 
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Wenn es in der nächsten Episode dann um einen Zombie geht, darf man zurecht befürchten, dass man nun langweiligen Einheitsbrei serviert bekommt. Doch dies umgeht man gekonnt, weil man das Geschehen mit reichlich verschrobenem Humor angereichert hat. So fühlt man sich schon eher wie in einer Horrorkomödie. Dabei darf es mal etwas blutiger werden und die Effekte können sich echt sehen lassen. Das wird gut gespielt, ist relativ kreativ gestaltet und sogar etwas actionreicher, so dass man hier von einem kleinen Highlight sprechen kann, welches sich sieben Punkte verdient hat.
 
 
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In der vierten Geschichte geht es um einen Dämon, um genauer zu sein, um einen Djinn. Auch dies macht überhaupt keinen originellen Eindruck und die Story ist viel zu simpel, um sie als gut zu bezeichnen. Dies wird jedoch mit einer guten Atmosphäre ausgeglichen und der Horror spielt hier eine deutlich größere Rolle, als noch in der vorherigen Episode. So kommt ein angenehmer Schauer auf. Die Darsteller spielen gut, die Charaktere wirken recht sympathisch und das Ende ist dann schön böse, so dass immerhin sechs Punkte drin sind.
 
 
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In der finalen Episode geht es dann um Aliens, was sicherlich nicht sofort begeisternd klingt. Die Herangehensweise ist allerdings selbst in dieser Geschichte etwas anders. Von allen Stories ist diese wohl am dialoglastigsten und es dauert ziemlich lange, bis mal etwas geschieht. Das Ende haut einen nicht unbedingt vom Hocker, aber die Schauplätze machen etwas her und das Schauspiel lässt sich erneut als durchaus solide bezeichnen. Außerdem darf man hier auch mal erwähnen, dass die deutsche Synchronisation gut gelungen ist. Zwar ist der Abschluss etwas schwach, aber er langweilt kaum und bringt es so noch mal auf gut gemeinte fünf Punkte!
 
 


 
 
 

DARK STORIES TO SURVIVE THE NIGHT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
„Dark Stories to Survive the Night“ erfindet das Rad nicht neu, bedient den Anthologien-Horror aber auf angenehme Art und Weise. Die Grundprämissen der Geschichten sind überhaupt nicht originell, jedoch hat man stets etwas recht Eigenständiges daraus gezaubert und zum Glück hat man nicht vergessen, dass böse Pointen bei Kurzgeschichten gut wirken können. Aus rein handwerklicher Sicht ist dieses französische Exemplar absolut sauber gemacht und dass hier nicht das große Budget hinter steckt, bemerkt man als Zuschauer selten, denn alle Schauplätze und Effekte sehen völlig brauchbar aus. Viel Gewalt braucht man zwar nicht zu erwarten, aber langweilig wird es deshalb trotzdem so gut wie nie. Selbst die Rahmenhandlung ist nicht schlecht geraten und unterdurchschnittlich wird es mit keiner Episode. Das Niveau reißt nie ganz nach oben aus, pendelt sich jedoch in einem passablen Rahmen ein. Die Darsteller sind brauchbar, der Score hört sich solide an und die rund 100 Minuten Laufzeit sind ziemlich flott vergangen. Sicher nicht der nächste, große Wurf in Kurzfilmsammlungen, aber für Fans von solchen absolut zu gebrauchen und atmosphärisch irgendwie echt sympathisch!
 
 


 
 
 

DARK STORIES TO SURVIVE THE NIGHT – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Dark Stories to Survive the Night“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

DARK STORIES TO SURVIVE THE NIGHT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dark Stories; Frankreich 2019

Genre: Horror, Drama, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Polnisch

Bild: 2.00:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 102 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailershow, Trailer

Release-Termin: KeepCase: 24.09.2021

 

Dark Stories to Survive the Night [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DARK STORIES TO SURVIVE THE NIGHT – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Geschichten aus der Gruft (1989–1996)
 
The Mortuary – Jeder Tod hat eine Geschichte (2019)
 
Stephen King’s Katzenauge (1985)
 

Filmkritik: „Seance“ (2021)

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SEANCE

Story

 
 
 
An einer Mädchenschule macht das Gerücht des Geistes eines verstorbenen Mädchens den Umlauf. Als wirklich Menschen sterben, scheint an der Sache etwas dran zu sein.

 
 
 


 
 
 

SEANCE – Kritik

 
 
Man muss entweder sehr selbstbewusst sein oder von vornherein wissen, dass man nichts zu bieten hat, wenn man einen Film so wenig originell auf den Namen „Seance“ tauft. Immerhin gibt es nicht gerade wenige, billige Horrorfilmchen, die sich mit diesem Titel schmücken. Im Falle der 2021er Variante kann der geneigte Fan jedoch aufatmen. Hier bekommt man es nämlich nicht mit einem billigen, lieblosen Werk zu tun, sondern mit einem schön unaufgeregten, dafür aber ziemlich atmosphärischen Vertreter, der seine Zutaten sogar einigermaßen originell mischt.
 
 
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Camille ist neu an der renommierten Mädchen Academy Fairfield. Ihren Platz verdankt sie dem Tod einer anderen Schülerin, welcher unter ominösen Umständen geschah. An der Schule gibt es das Gerücht eines Geistes, weil ein Mädchen sich einst selbst umgebracht hatte. Als eine Mädchen-Clique einen Streich spielen will und den Geist beschwört, rechnet noch niemand damit, dass dies wirklich funktioniert. Doch die Nacht hat ihr Opfer und so kann Camille die Schule besuchen. Auch sie soll bald bemerken, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Das klingt zunächst wie eine total altbackene, ausgelutschte Geschichte, die man im Horrorbereich so schon etliche Male zu sehen bekommen hat und mit der man wohl 2021 niemanden mehr abholen dürfte. Doch weit gefehlt, denn bei „Seance“ macht alles einen falschen Anschein und so kann man sich auf ein paar gute Wendungen gefasst machen. Das ist zwar im Endeffekt nicht wirklich glaubwürdig und wirkt etwas konstruiert, doch da die Ideen gelungen sind, wiegt diese Tatsache in diesem Falle nicht so schwer. Außerdem ist es doch ziemlich clever, wie man mit der Erwartungshaltung des Publikums spielt.
 
 
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So macht alles von Anfang an den Eindruck eines gruseligen Geisterfilms und den bekommt man letztendlich ja auch, aber es gibt noch ein paar weitere Zutaten, die anfangs so nicht zu erwarten sind. So fühlt man sich im Endeffekt fast schon wie in einer Art Slasher und auch ein paar kleine Krimi-Anteile sind vorhanden. Alles in einem kann man „Seance“ wohl am besten als Mysteryfilm bezeichnen. Die Atmosphäre funktioniert dabei wunderbar. Von Anfang an wirkt die Stimmung unheilvoll und gruselig. Zwar kommen ein paar Szenen nicht ohne die bekannten Jump-Scares aus, aber dieses Stilmittel wird nicht zu übertrieben und eher zweckdienlich eingesetzt. Der größte Nervenkitzel bleibt aus, denn dafür ist der Film insgesamt doch zu entspannt, aber diese Atmosphäre kann den Zuschauer durchaus einlullen, wenn er eine Affinität zu diesem Genre besitzt.
 
 
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Regisseur Simon Barrett, der vor allen Dingen durch die oftmalige Zusammenarbeit mit Adam Wingard bekannt ist und oftmals Drehbücher schreibt, führte hier zum ersten Mal bei einem Langfilm selbst Regie und man merkt ihm seine Erfahrung in diesem Genre durchaus an. So sind die ganzen Grusel-Szenen gekonnt aufgebaut und clever gestaltet. Sowieso ist die handwerkliche Arbeit hübsch anzuschauen. Die Kulissen wirken simpel, aber zweckdienlich und dass alles etwas kleiner gehalten wurde, ist im Falle von „Seance“ sympathisch. Hochwertige Arbeit steckt nämlich dennoch dahinter, was alleine die Optik beweist. Wenn Barrett, der übrigens auch hier selbst das Drehbuch verfasste, hinterher sogar noch Action-Elemente mit einbaut, wirkt das unerwartet und gibt abermals eine frische Dynamik her. Da gibt es sogar noch ein paar blutigere Szenen, mit denen vorher so nicht zu rechnen war. Dennoch ist die Freigabe ab 16 Jahren völlig berechtigt und die Effekte sehen allesamt brauchbar aus.
 
 
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Auf die Darsteller kann man sich zum Glück ebenfalls verlassen, denn hier liefert jeder das ab, was von ihm erwartet wird. Im Mittelpunkt steht dabei ganz klar die coole Suki Waterhouse, die gar nicht mal so viel machen muss, um zu gefallen. Das liegt aber auch an der gelungenen Figurenzeichnung. Die Hintergründe werden zwar nur angedeutet, dennoch wirkt ihr Charakter von Anfang an markant genug. Das ist bei den anderen Figuren ebenfalls geglückt. Es bleibt alles ziemlich oberflächlich, aber es ist einprägsam genug, um den Zuschauer damit über die angenehme Laufzeit von rund 90 Minuten zu unterhalten. Hier verstecken sich absolut keine Längen, denn selbst wenn der Aufbau ruhig und entspannt ist, ist immer etwas los und in der letzten halben Stunde ändert sich die Tonart sowieso noch mal grundlegend. Begleitet wird das Treiben von sehr dezenten Melodien, die passend sind. Der Score hat schon fast etwas Retro-artiges.
 
 


 
 
 

SEANCE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„Seance“ ist deutlich besser, als sein einfallsloser Titel vermuten lässt. Außerdem ist er origineller, als man hätte denken können, denn das ausgelutschte Geistergenre wird hier von anderen Zutaten ergänzt und insgesamt ist die Story zwar sicher kein Geniestreich, aber sie wirkt dennoch durchdacht und niemals lieblos. Besonders die handwerkliche Arbeit weiß dabei zu gefallen, denn die Inszenierung macht nichts verkehrt und die Optik weiß zu überzeugen. Zusätzlich sind die Darsteller allesamt brauchbar, die deutsche Synchronisation klingt gut und sogar die Figurenzeichnung ist einigermaßen gelungen. Ansonsten bekommt der Zuschauer noch eine schaurige Atmosphäre, die auf ihre eigene Art und Weise angenehm und entspannt wirkt. Der größte Nervenkitzel bleibt aus und wirklich glaubwürdig ist das Szenario niemals, aber dafür wird man hier kurzweilig unterhalten. Wer auf Gruselfilme abfährt, sollte „Seance“ also nicht verpassen!
 
 


 
 
 

SEANCE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Seance“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

SEANCE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Weltkino Filmverleih (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Seance; USA 2021

Genre: Horror, Drama, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 99 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Featurette, Trailer

Release-Termin: KeepCase: 22.10.2021

 

Seance [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SEANCE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Weltkino Filmverleih)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Woods (2006)
 
Düstere Legenden (1998)
 
The Ring (2002)
 

Filmkritik: „Gaia – Grüne Hölle“ (2021)

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GAIA – GRÜNE HÖLLE

(GAIA)

Story

 
 
 
Zwei Park-Ranger stoßen im südafrikanichen Dschungel auf eine große Bedrohung, welche die Existenz der gesamten Menschheit gefährden könnte.

 
 
 


 
 
 

GAIA – Kritik

 
 
Südafrika ist nicht gerade für seine großen Blockbuster bekannt, aber dass aus diesem Land auch starke Genreware kommen kann, beweist „Gaia – Grüne Hölle“. Der Film richtet sich nicht gerade an den Mainstream und ist zuweilen ganz schön sperrig, macht im Gegenzug optisch und audiovisuell jedoch alles richtig und wirkt dabei so anders, dass er definitiv eine Sichtung wert ist, wenn man den „normalen“ Horror satt hat.
 
 
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Die beiden Park-Ranger Gabi und Winston sind gerade auf Patrouille, als Gabi ihre Drohne verliert und diese wieder aufsammeln möchte. Im Wald verletzt sich Gabi jedoch ihren Fuß und flüchtet in eine Hütte. Hier leben tatsächlich zwei Menschen, Barend und sein Sohn Stefan, die von der Zivilisation Abschied genommen haben und sich merkwürdig verhalten. Woran das liegt, soll Gabi schon bald erfahren, denn im Wald lauert eine Gefahr und die beiden Männer wissen davon. Die Story ist durchaus interessant, selbst wenn sie teilweise etwas zerfahren wirkt. Der Zuschauer wird ohne große Erklärungen in das Szenario geworfen und muss sich Verständnis erst mal erarbeiten. Hinterher wendet sich das Blatt einige Male, so dass das Geschehen niemals zu vorhersehbar erscheint. „Gaia – Grüne Hölle“ bedient sich an vielen Vorbildern, wie z.B. „Predator“, „Green Inferno“, „Beim Sterben ist jeder der Erste“ und „Auslöschung“, bastelt sich aus den diversen Zutaten jedoch etwas ziemlich Eigenständiges. Dass alle Fragen beantwortet werden, sollte der Zuschauer dabei besser nicht erwarten, denn ein Interpretationsfreiraum bleibt durchaus offen. Zuweilen verliert die Geschichte auch etwas zu sehr ihren Fokus, so dass das Drehbuch keineswegs perfekt, aber definitiv interessant ausgefallen ist.
 
 
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Dabei ist es vor allen Dingen die Mischung, die „Gaia – Grüne Hölle“ so interessant macht. Das fängt nämlich wie ein recht gewöhnlicher Survival-Thriller im Dschungel an und gewinnt dann zunehmend an Mystery-Anteilen. Dann gesellt sich eine große Portion Monster-Horror mit hinzu und außerdem wäre da der psychedelische Drogen-Anteil. Dieser macht die Stimmung manchmal kaum greifbar. Die Halluzinationen sorgen für eine surreale Atmosphäre, welche zum Ende hin immer abgedrehter wird. Das wirkt alles ganz schön düster und besitzt überhaupt keinen Humor. Dialoge stehen ebenfalls nicht im Vordergrund und so lebt der Film am ehesten von seinen Bildern. Und vom Sound natürlich! Die Geräusche der Monster hören sich so richtig unheimlich an und wurden stark gestaltet. Dazu gibt es einen atmosphärischen Score zu hören, der sehr passend ist und so macht es nicht nur Spaß, sich „Gaia – Grüne Hölle“ anzusehen, sondern vor allen Dingen auch, sich ihn anzuhören.
 
 
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Aus handwerklicher Sicht kann man dem Werk sowieso kaum einen Vorwurf machen. Regisseur Jaco Bouwer, der zuvor am ehesten für das Fernsehen arbeitete, wird sicher kaum jemandem bekannt sein, aber er versteht sein Handwerk. Die Inszenierung macht einen sehr gekonnten Eindruck, wovon die Atmosphäre nur profitieren kann. Mit Hilfe des ordentlichen Kameramanns entstehen so einige berauschende Bilder, die ihre Faszination besitzen. Über die Effekte kann man sich dabei ebenfalls nicht beklagen, denn selbst wenn sie überwiegend aus dem Computer stammen, sehen sie ordentlich aus. Die Monster haben ein interessantes Design und die Halluzinationen wurden optisch äußerst ansprechend bebildert.
 
 
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Außerdem wird „Gaia – Grüne Hölle“ überraschend gut gespielt. Es gibt nur vier Darsteller zu sehen, doch von diesen liefern alle ab. Anthony Oseyemi ist zwar leider nur wenig zu sehen, aber Carel Nel und Alex van Dyk übernehmen größere Rollen und machen das souverän. Am ehesten sollte man jedoch die starke Monique Rockman nennen, welche die Hauptaufgabe bekommen hat und das eindringlich spielt. Für eine tiefere Figurenzeichnung ist hier allerdings leider kein Platz. Die wenigen Charaktere bekommen schon ihren kleinen Hintergrund, bleiben ansonsten jedoch blass. Das ist der Machart zu verschulden und eigentlich nicht so dramatisch, nur bleiben die Figuren kaum hängen und echte Sympathien entstehen hier ebenfalls nicht.
 
 
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Sowieso hat „Gaia – Grüne Hölle“ ein paar Probleme mit seinem Unterhaltungswert. Der Anfang ist noch sehr ruhig und in der ersten halben Stunde lässt man sich Zeit, das Geschehen aufzubauen. Dass dies nicht langweilig ausgefallen ist, liegt vor allen Dingen daran, dass man trotzdem sofort in ein ominöses Szenario geworfen wird. Danach variiert das Erzähltempo desöfteren, ist mal schneller und mal langsamer, aber innerhalb der 97 Minuten Laufzeit kommt es dann doch zu ein paar Längen. Ist das Geheimnis nämlich erst mal gelüftet und man hat die Monster gesehen, zieht sich das Geschehen etwas zu sehr. Hier hätte der Film ruhig noch länger warten dürfen, bis er dem Zuschauer gewisse Dinge zeigt. Die etwas actionvolleren Szenen passen nicht unbedingt zum restlichen Erzählstil und Spannung will leider kaum aufkommen. Sowieso wirkt der Film manchmal etwas zu trocken, aber gerade weil er so schön anzuschauen und anzuhören ist, wiegt das nicht zu schwer. Einen Großteil der Laufzeit über ist man nämlich doch relativ gebannt.
 
 


 
 
 

GAIA – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„Gaia – Grüne Hölle“ ist auf jeden Fall ein erfrischend anderer Horrorfilm, der aus vielen Zutaten besteht, einige Vorbilder besitzt und sich daraus eine interessante, eigenständige Story bastelt, die zwar nicht perfekt ist, aber große Ambitionen erkennen lässt. Sowieso ist der Film toll gemacht. Die Bilder sehen hervorragend aus, der Sound hört sich stark an und audiovisuell ist das eine ganz schöne Wucht. Leider kann der Unterhaltungswert daran nicht anknüpfen, denn Spannung kommt selten auf und ein paar Längen sind hinterher schon vorhanden. Dafür entschädigen ordentliche Darsteller und solide Effekte. Das böse Ende weiß ebenfalls zu überzeugen und unterstreicht die Öko-Botschaft noch mal fett. Die Macher haben sich durchaus Gedanken gemacht und liefern mit „Gaia – Grüne Hölle“ keinen stumpfen Horrorfilm ab, sondern einen sehr abwechslungsreichen, atmosphärischen Streifen, den man sich als Fan der etwas anderen Filmkost nicht entgehen lassen sollte!
 
 


 
 
 

GAIA – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Gaia – Grüne Hölle“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

GAIA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SquareOne Entertainment / Leonine (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Gaia; Südafrika 2021

Genre: Horror, Drama, Fantasy

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 96 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 24.09.2021

 

Gaia – Grüne Hölle [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

GAIA – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei SquareOne Entertainment / Leonine)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Predator (1987)
 
Auslöschung (2018)
 
The Green Inferno (2013)
 
Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)
 

Filmkritik: „Spell“ (2020)

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SPELL

Story

 
 
 
Auf dem Weg zur Beerdigung seines Vaters, stürzt Marquis mit seiner Familie im Privat-Flugzeug ab und als er erwacht, befindet er sich in den Fängen einer verrückten Hoodoo-Sekte.

 
 
 


 
 
 

SPELL – Kritik

 
 
Voodoo wird natürlich gerne für okkulte Horrorfilme als Vorbild benutzt. Eine solche Prämisse kann man 2020 also schon mal nicht mehr originell nennen, selbst wenn es in „Spell“ selbst um Hoodoo und nicht um Voodoo geht. So ähnlich die Aussprache, so wenig originell der Filmtitel, so wenig überraschend das Ergebnis. „Spell“ punktet in erster Linie mit seiner Optik, hat inhaltlich allerdings kaum etwas zu bieten.
 
 
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Star-Anwalt Marquis erhält plötzlich die Nachricht vom Tod seines Vaters. Also macht er sich zusammen mit seiner Frau und seinen beiden Kindern im Privat-Flugzeug auf den weiten Weg nach West Virginia. Als ein Unwetter aufkommt, stürzt die Maschine ab und als Marquis erwacht, befindet er sich auf einem Dachboden mit Verletzungen. Eine hilfsbereite Frau ist auch dort, aber es dauert nicht lange, bis Marquis bemerkt, dass Eloise nichts Gutes im Schilde führt. Das Ganze hat mit Hoodoo zu tun und Marquis versucht schon bald eine Flucht zu planen. Ob nun Hoodoo oder Voodoo spielt dabei eigentlich keine Rolle. Es gibt Parallelen, aber „Spell“ versucht dem Zuschauer diese Magie sowieso nicht näher zu bringen. Die Prämisse ist lediglich zweckdienlich und wird nicht weiter ausgearbeitet. Dabei hätten ein paar frische Ideen definitiv nicht geschadet. Das Drehbuch tut so, als würden wir uns noch in den 90er Jahren befinden und kommt ziemlich ideenarm daher. Nicht mal Hintergründe erfährt der Zuschauer hier. Erstaunlich, dass dafür Kurt Wimmer zuständig war, der mal Drehbücher für z.B. „Equilibrium“ schrieb. Wirklich überzeugend ist diese Geschichte nicht.
 
 
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Dafür kann die Optik punkten. Regisseur Mark Tonderai, der ansonsten überwiegend für’s Fernsehen arbeitet, liefert nämlich schon ab. In „Spell“ wird viel mit Filtern, Close-ups und Zooms gespielt. Das macht das Schauen zwar manchmal ein wenig anstrengend, aber da es gekonnt gestaltet wurde, macht das Ergebnis schon etwas her. Alleine die ganzen Farbfilter geben dem Werk einen hübschen Anstrich. Auch über die Schauplätze kann man sich nicht beklagen, denn hier wirkt alles authentisch und eine gewisse Atmosphäre entsteht so ebenfalls. Man bekommt es zwar nur mit einem typischen, okkulten Horrorfilm zu tun, aber phasenweise ist die Stimmung dennoch schön bedrohlich und dass es konsequent ernst zur Sache geht, passt ebenfalls.
 
 
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Ein weiterer Vorteil ergibt sich aus den Darstellern. Omari Hardwick spielt seine Rolle durchaus glaubwürdig und gibt sich alle Mühe. Auch Loretta Devine erledigt ihre Aufgabe solide und die ganzen, kleinen Nebenrollen sind ebenfalls ordentlich besetzt. Aus schauspielerischer Sicht ist „Spell“ also gelungen, aber leider mangelt es erheblich an einer funktionierenden Figurenzeichnung. Die Wandlung von Marquis wirkt noch halbwegs glaubwürdig, doch viel erfährt man über seinen Charakter nicht. Alle anderen Figuren trifft es noch schlimmer. Über die Motive von Eloise kann man nur rätseln und manche Personen tauchen anfangs kurz auf, nur um dann vom Film vergessen zu werden. So hätte man die Familie von Marquis auch gleich weg lassen können. Nichtssagende Charaktere sind mit Sicherheit störend, aber warum man überhaupt nichtssagende Charaktere einführt, nur um sie dann zu vergessen, ist rätselhaft.
 
 
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Da „Spell“ inhaltlich wenig zu bieten hat, stellt es sich auch nicht als sonderlich interessant heraus, dem Geschehen zu folgen. Obwohl die Atmosphäre immer mal wieder schön dicht ist und sich der Überlebenskampf von Marquis als halbwegs spannend herausstellt, ist im Endeffekt viel zu wenig los, um den Zuschauer gut zu unterhalten. Das liegt allerdings auch mit daran, dass die Charaktere einfach zu farblos bleiben. Überwiegend geht es relativ ruhig zur Sache und viele Effekte braucht man nicht zu erwarten. Abgesehen von ein, zwei schmerzhaften Szenen spielt auch Gewalt keine so große Rolle. Nur das Finale dreht dann plötzlich etwas durch und bietet deutlich mehr Action. Das ist an sich unterhaltsam, nur passt der Wechsel im Ton so gar nicht zum vorherigen Geschehen. Außerdem offenbaren sich so ein paar CGI-Effekte, die man nicht unbedingt gebraucht hätte. Der Score klingt passend und ist brauchbar.
 
 


 
 
 

SPELL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
„Spell“ ist so durchschnittlich, wie der einfallslose Titel es schon vermuten lässt. Dabei hätte aus dem Streifen durchaus etwas werden können, denn die handwerkliche Arbeit ist solide, die Inszenierung überzeugt und die Optik weiß zu gefallen. Außerdem sind die Darsteller völlig brauchbar und die Atmosphäre besitzt ordentliche Momente. Leider hat das Drehbuch allerdings nichts zu bieten. Man hatte keine kreativen Einfälle, durchleuchtet keinerlei Motive und bietet so im Endeffekt auch eine sehr nichtssagende Figurenzeichnung. Große Spannung kann so keine entstehen. Die Laufzeit von guten 90 Minuten langweilt zwar nicht durchgehend, aber so richtig unterhaltsam will das Treiben auch nie werden. Außerdem passt das actionreiche Finale nicht zur vorherigen Gangart. Alles in einem ist „Spell“ nicht schlecht, aber man verpasst auch nichts!
 
 


 
 
 

SPELL – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Spell“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Sonderlich blutig ist der Streifen nicht. Daher ist die Freigabe gerechtfertigt.
 
 
 


 
 
 

SPELL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Paramount Piuctures (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Spell; Südafrika | USA 2020

Genre: Horror, Mystery, Grusel, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 23.09.2021

 

Spell [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SPELL – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Paramount Piuctures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Misery

Der verbotene Schlüssel

Filmkritik: „Sakrileg – Stell‘ dich deiner Angst“ (2020)

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SAKRILEG – STELL‘ DICH DEINER ANGST

(SACRILEGE)

Story

 
 
 
Für vier Freundinnen wird ein entspanntes Wochenende auf dem Land zum Albtraum, als sie in die Fänge einer Sekte geraten.

 
 
 


 
 
 

SAKRILEG – Kritik

 
 
Wenn man mal gerade keine originelle Idee für einen Horrorfilm hat, kann man ja einfach die Sonnenwende verwursten. Hat ja bei einigen Vorgängern auch schon funktioniert. Wenn einem dann noch das Budget fehlt, macht man den Film einfach ziemlich billig – Irgendjemand wird es schon kaufen! So oder so ähnlich muss die Grundidee von „Sakrileg – Stell‘ dich deiner Angst“ gewesen sein, wobei das Werk wenigstens ein paar Qualitäten besitzt.
 
 
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Vier Freundinnen wollen eigentlich ein entspanntes Wochenende in einem luxuriösen Landhaus verbringen. Als sie einen Anhalter aus dem Dorf mitnehmen, erzählt dieser vom Sonnenwendfest und lädt die Mädels ein. Sie kommen auch und sind nicht schlecht überrascht, als sie eine Götzenstatue mit Hirschkopf erblicken. Trotzdem ist der Abend ganz lustig, doch die Freundinnen wissen noch nicht, dass er Konsequenzen haben soll.Die Handlung hat leider nicht viel zu bieten. Mit der Sonnenwende hat das Ganze eigentlich nichts zu tun und man hat dies nur genutzt, um eine Prämisse zu erschaffen. Auch um die Opfergaben dreht sich das alles selten. Stattdessen werden die Freundinnen mit der Zeit mit ihren Ängsten konfrontiert, was man nicht besonders originell verpackt hat. Sowieso mangelt es dem Drehbuch an Einfällen. Das gab es so zuvor alles schon etliche Male und Eigenständigkeit besitzt das keine.
 
 
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Dies alleine muss ja noch kein Todesurteil für einen Horrorfilm sein, denn mit einer tollen Inszenierung kann selbst das langweiligste Skript noch interessant werden. Leider kommt „Sakrileg – Stell‘ dich deiner Angst“ allerdings ziemlich billig daher. Für David Creed, der auch das Drehbuch selbst schrieb, war es der erste Langfilm und man kann deutlich erkennen, dass der Mann mit mehr Budget auch bessere Bilder hervorzaubern hätte können. So schlecht ist seine Inszenierung nämlich gar nicht mal. Gerade die langsamen Kamerafahrten über die Wälder sehen schick aus. Das Fest wechselt optisch dann zwischen skurril und lächerlich. Manche Dinge sehen gut aus, manche wirken viel zu kitschig. Insgesamt ist die Inszenierung etwas zu langsam, aber aus rein handwerklicher Sicht hat man da doch noch etwas herausgeholt. Nicht mal die Effekte sind schlecht und das obwohl sie teilweise aus dem Computer stammen. Besonders brutal wird es allerdings nicht. Der Film wurde in Deutschland ab 16 Jahren freigegeben. Dennoch gibt es eine kleine Portion Splatter zu sehen und damit kann man schon zufrieden sein.
 
 
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Woran es „Sakrileg – Stell‘ dich deiner Angst“ jedoch mangelt, ist Atmosphäre. Da wird zwar versucht eine bedrohliche Stimmung aufkommen zu lassen, doch dies gelingt zu selten. Richtiger Horror kommt nicht oft auf und obwohl der Streifen total düster ist, lässt den Zuschauer das meistens kalt. Das liegt auch mit an dem nicht besonders hohen Unterhaltungswert. Dabei wurde die Laufzeit mit 83 Minuten sogar relativ gering gehalten. Trotzdem geschieht während diesen Minuten einfach zu wenig. Die Einleitung zieht sich ziemlich in die Länge und bis das Szenario endlich mal los legt, ist bereits die erste Hälfte vergangen. Immerhin bietet das Finale noch einen Hauch von Spannung und ist recht temporeich ausgefallen.
 
 
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Die Darsteller kann man leider nicht gerade loben, wobei sie ihre Sache auch nicht katastrophal machen. Die Leistungen gehen für einen Film in dieser Preisklasse noch in Ordnung und sind nicht störend schlecht ausgefallen, wirken aber auch niemals besonders glaubwürdig und überzeugend. Die Figurenzeichnung passt sich dem an. Dass es mal vier Freundinnen sind und sich keine Männer in der Gruppe befinden, ist ein sympathischer Ansatz. So gibt es auch nicht die typischen Blödeleien unter Kerlen. Viel gemacht, hat man daraus trotzdem nicht und die Charaktere bleiben sehr farblos. Ein Mitfiebern mit den Figuren ergibt sich deshalb nicht, aber immerhin bekommt der Zuschauer ein wenig Lesbensex zu sehen, was die Schauwerte noch minimal höher werden lässt.
 
 
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SAKRILEG – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
„Sakrileg – Stell‘ dich deiner Angst“ ist ein überraschungsarmer, simpler Horrorfilm, der kaum punkten kann, aber auch nicht ärgerlich schlecht ausgefallen ist. Das Drehbuch kann man vergessen, denn es kommt ohne Inspiration daher, doch die handwerkliche Arbeit ist gar nicht mal so schlecht. Es entstehen ein paar Bilder, die man sich gerne anschaut und auch die Effekte sind passabel. Mit mehr Budget hätte daraus sicher noch mehr werden können, doch leider bemerkt man an vielen Stellen, dass der Film einfach ziemlich günstig war. Mit den nicht besonders überzeugenden Darstellern kann man noch leben und das Finale ist gar nicht mal schlecht, aber die Atmosphäre verbreitet zu wenig Bedrohung, die Figurenzeichnung ist zu belanglos und der Unterhaltungswert nicht hoch genug, da „Sakrileg – Stell‘ dich deiner Angst“ alles in einem zu langsam und ereignislos ist. Für Horror-Allesschauer vielleicht noch einen Blick wert, ansonsten eher als seichte Einschlafhilfe geeignet!
 
 


 
 
 

SAKRILEG – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Sakrileg – Stell‘ dich deiner Angst“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

SAKRILEG – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sacrilege; Großbritannien 2020

Genre: Horro, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 86 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Original + Deutscher Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 03.09.2021

 

Sakrileg – Stell‘ dich deiner Angst [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SAKRILEG – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Midsommar (2019)
 
Wrong Turn (2021)
 
The Ritual (2017)
 
The Other Lamb (2019)
 
Jackals – Wir alle müssen Opfer bringen (2017)
 

Filmkritik: „The Night – Es gibt keinen Ausweg“ (2020)

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THE NIGHT – ES GIBT KEINEN AUSWEG

(THE NIGHT | AN SHAB)

Story

 
 
 
Ein iranisches Pärchen verliert sich Nachts in einer amerikanischen Großstadt und findet in einem Hotel Zuflucht, das seine Gäste nicht ohne weiteres wieder gehen lassen will..

 
 
 


 
 
 

THE NIGHT – Kritik

 
 
Der letztes Jahr entstandene, dieses Jahr in Deutschland herausgebrachte Horrorfilm „The Night – Es gibt keinen Ausweg“ von Spielfilmdebütant Kourosh Ahari handelt von einem iranischen Pärchen, das mit scheinbar verfluchten oder dämonischen Umständen in einem Hotel zu kämpfen hat. Klingt spontan wenig originell, doch wird vom Label mit „The Shining“ von Stanley Kubrick verglichen, kommt online immerhin durchschnittlich weg – eine Genre-Erfahrung, die es wert ist?
 
 
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Nachdem der Trailer zum unterirdischen „The Banishing“ verkraftet wurde, startet „The Night – Es gibt keinen Ausweg“ mit Oboen, orientalisch anmutenden Flöten und einer sechsköpfigen Gruppe von Freunden, die sich auf persisch unterhalten und ein Gesellschaftsspiel á la „Werwolf“ spielen. Unser scheinbarer Protagonist, Babak, kann eine verwirrende Sekunde lang sein Spiegelbild nicht sehen, abseits davon bleibt das Foreshadowing in den ersten Dialogen wunderbar ungenau und falsche Fährten legend, da direkt vom Konflikt Männer vs. Frauen, einem rächenden Geist und den Härten eines Krankenhausjobs geredet wird, was sich alles realistisch und authentisch anfühlt, zudem in nahezu jede Richtung ausschlagen könnte. Wenige Minuten später sondern sich unser Protagonisten-Pärchen, Babak und Neda, ab, und fährt nach Hause, wobei durch das inzwischen altbekannte, mysteriöse Trommeln und Klicken in den Opening Credits, zusammen mit der Drohnenfahrt über das durch die Nacht fahrende Auto, wohl eine ähnlich intensiv-beunruhigende Atmosphäre wie bei „The Invitation“ aufkommen soll, was aber nur so halb funktioniert. In einer hübschen Einstellung kreist die Kamera bis sie kopfüber steht und fährt auf das Auto zu, ein paar Klischees – das vergessene Ladegerät, das spinnende Navigationssystem, die scheinbar überfahrene, aber dann verschwundene Gestalt – danach sind diese ungewöhnlichen, aber atmosphärischen, ersten 16 Minuten vorbei und eine Gestalt in dunkler Kutte steht am Wegesrand.
 
 
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Etwas später platziert, man könnte diese Erscheinung als das Ankommen des allzu generischen Standard-Horrors sehen, der diesen bisher sehr kompetenten, ggf. politisch motivierten, ggf. einfach an Authentizität interessierten Thriller oder Horror in die Sackgasse leitet – doch so bleibt noch etwas Zeit, bevor der bittere Geschmack sich verbreitet. Aufgrund der Komplikationen wird trotz schwarzer Katze auf dem Weg nämlich das Hotel „Normandie“ als Unterschlupf für die Nacht genutzt und nicht nur ist die Lobby dieses Hotels das größte optische Highlight des Films, nein, auch die leicht schrullige, mysteriöse, herzliche dann wieder schroffe Performance von George Maguire als stilsicherer, klassischer Rezeptionist sorgt für Anspannung und Unterhaltung.
 
 
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Die gespenstische, traumhaft beleuchtete, noble Lobby mit argentoesquer, roter Tür die direkt aus Suspirira stammen könnte, einem gruseligen, prunkvollen Gemälde und in der Tat an den Gänsehaut erzeugenden Ballroom aus The Shining erinnernder, leise im Hintergrund absgespielter Musik mit perfekter Produktion machen richtig Lust auf den weiteren Film, stellen die Frage, welche gruseligen Geschichten oder auswegslosen Situationen sich in diesem alten Gebäude verbergen, laden ein auf noch ganze 80 Minuten Horrorfilm. Doch besser wird es leider nicht.
Denn was die hübschen HD-Einstellungen, die anfänglich noch reizvoll zwischen kunstvoll beleuchteten Bildern und quasidokumentarischen Perspektiven hin- und herwechselten, von nun an erzählen dürfen, das ist altbekannt: Lange Hotelflure bei Nacht sind gruselig, ermüden sich nach ein paar Einstellungen aber, ein wiederholt weinendes, quengelndes, zum Aufstehen aufforderndes Baby ist nervig aber auch wenig spannend. Einzig die ominösen, düsteren Andeutungen des Rezeptionisten bescheren dem ersten Drittel noch etwas Mehrwert und angedeutete Geschichte, abseits davon beginnt die Geduld des Zuschauers aber bereits nach rund 35 Minuten strapaziert zu werden.
 
 
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Auch das subtile, überzeugend abgemischte Sounddesign von den flirrenden Neonröhren über tropfende Wasserhähne, knarzende Schritte oder alte Musikboxen ist hervorragend gewählt und könnte wahrlich beunruhigende Szenen zaubern, würde inhaltlich nicht die altbekannte Mischung aus Träumen, Erinnerungen, Andeutungen und verschwindenen Plagegeistern aufgetischt. Extradiegetische, laute Jumpscare-Sounds in eigentlich nicht schockierenden Einstellungen rauben jede Subtilität wieder, die gezupften Seiten im bis dato schon bekannt wirkenden Soundtrack klingen später wirklich 1:1 wie die aus „The Invitation“. Schade nicht nur um das Sounddesign und die starke Performance von Maguire, sondern so einige Elemente, die prinzipiell stimmen: So kommt nach knapp einer Stunde, als die Luft das erste Mal so wirklich raus ist, noch Michael Graham für einen amüsanten Einschub als Cop vorbei und auch die Technik ist teilweise richtig ansprechend, in der Golden Hour auf dem Hausdach gefilmt, professionell editiert, mit ein paar beklemmenden Szenenkonzepten.
 
 
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Doch wer 100 Minuten lang Horror mit nur einem Setting und hauptsächlich nur zwei Charakteren inszenieren will, der muss inhaltlich viel früher für einen Hook, eine Konsequenz, eine Fallhöhe oder Anspannung sorgen, als es hier der Fall ist – denn erst nach rund 70 Minuten werden für das Finale Dinge ausbuchstabiert, und dann mit dem Holzhammer die Läuterung inszeniert. Eins der Motive ist moralisch gelinde gesagt fragwürdig und als „Erklärung“ unzureichend, das andere oft gesehen und ohne weiteren Belang für die Story. Und so endet also auch „The Night – Es gibt keinen Ausweg“ nach hart erkämpfter, unverdienter Lauflänge und nicht einer Szene, die sich nachhaltig einbrennt.
 
 


 
 
 

THE NIGHT – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
Ein weiterer moderner, professionell aussehender, solide bis gut gespielter, überlanger Slowburn-Horror über Sünde und Sühne, endlose Korridore und düstere Vergangenheiten. Nie gruselig, sehr schnell ermüdend, oft gesehen.
 
 


 
 
 

THE NIGHT – Zensur

 
 
 
Die deutsche Veröffentlichung von „The Night – Es gibt keinen Ausweg“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

THE NIGHT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Night; Iran / USA 2020

Genre: Thriller, Horror, Drama, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 105 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: KeepCase: 26.08.2021

 

The Night – Es gibt keinen Ausweg [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE NIGHT – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Banishing – Im Bann des Dämons (2020)
 
Zimmer 1408 (2007)
 
Under The Shadow (2016)
 

Filmkritik: „The Banishing – Im Bann des Dämons“ (2020)

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THE BANISHING – IM BANN DES DÄMONS

(THE BANISHING)

Story

 
 
 
Die Geschichte eines jungen Vikars, der in den 1930ern mit seiner Familie in ein prunkvolles Anwesen mit düsterem Geheimnis zieht.

 
 
 


 
 
 

THE BANISHING – Kritik

 
 
Wer in den Zweitausendern bereits Horrorfan war, der hat definitiv schon den Namen „Christopher Smith“ gehört, zeichnet sich dieser britische Regisseur doch verantwortlich für den hochgelobten U-Bahn-Horror „Creep“, die höchst vergnügliche, sowie überraschend kaltschnäuzig-harte Backwoods-Torture-Dekonstruktion & Horrorkomödie „Severeance“, sowie den originellen, spannenden Zeitschleifen-Thriller „Triangle“, der nicht immer logisch verläuft, aber mit einem guten Cast und spannenden Szenario punkten kann. Alles Filme mit eigener Handschrift also, die sich technisch sehen lassen und inhaltlich auf originelle, spritzige, kurzweilige Weise punkten konnten. Wagt ein solcher, genreerprobter Regisseur sich nun an einem scheinbar allzu konventionellen Haunted-House-Streifen, Jahre nachdem der große Hype um „The Conjuring“ etc. zumindest ein wenig abgeklungen ist, erwartet man demnach also einen neuen „Severance“, einen überraschenden Film mit eigenen Ideen, alles andere jedenfalls als eine Fließbandproduktion.
 
 
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Wie unfassbar enttäuschend also, genau diese zu bekommen – denn jeglichen Esprit, jede Eigenständigkeit, aber auch nur grundlegende Idee von Grusel, Spannung, Horrorelementen oder Kurzweil geht diesem sterbenslangweiligem Totalausfall derart verloren, dass ich nicht fassen konnte, dass wir es hier mit dem selben Regisseur zu tun haben. Zugegeben, das Script wurde hier von ganzen drei unbekannten, sowie auch augenscheinlich unbegabten Autoren verbrochen und dürfte das Hauptproblem sein, nicht etwas die Inszenierung – doch diese absolut totgeguckte Geistergeschichte überhaupt in dieser Form anzunehmen und als Projekt umsetzen zu wollen, ist an sich schon fraglich. Die quälenden 97 Minuten dieses unfreiwilligen Genre-Abgesangs starten mit einer großen, alten, blutbefleckten Bibel, die von einem Vikar umgeblättert und im Gebet rezitiert wird. Es dröhnt charakterlos und gewollt unheimlich, dann hört er dumpfe Schläge und läuft in einen Raum, in dem er sich selbst sieht – dabei, wie er eine junge Frau ersticht. Aha. Lautes Telefonklingeln wird als Szenenübergang abgespielt, erzählt dabei aber nichts, John Lynch, der schon in Smiths mediokren „Black Death“ mitspielen durfte, mimt den Bischof Malachi, der zum prunkvollen Anwesen des Vorfalls anreist, und den Vikar erhängt, seine Frau ermordet vorfindet.
 
 
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„Clean all that you can, burn the rest“, lässt er es raunen, dann folgt die Titlecard und schleppend langsame Opening Credits vergehen, in dem ein älteres Paar zu Klaviermusik tanzt, die aus einem Grammophon tönt. „A Christopher Smith Film“ steht auf dem Bildschirm, aber irgendwie beißt sich der moderne HD-Look ganz gewaltig mit der angestrebten Zeit der Handlung und irgendwie hab ich nach diesen ersten sechs Minuten bereits das Gefühl, dass diese Reise sich recht ermüdend gestalten könnte. Drei Jahre später, so informiert uns eine Texttafel, zieht der Vikar Linus mit seiner Familie in die Villa ein und besichtigt sie ohne jegliche Musik. Die Tochter findet natürlich eine unheimliche Puppe, seufz, aber immerhin fallen hier bereits das gekonnte Framing, die lobenswerte Lichtsetzung, die gekonnte Cinematographie auf, da hier durch Kostüme, Tapeten, einfallendes Licht und gekonnte Schattensetzung immer wieder Bilder geschaffen werden, in die man zu gern eintauchen würde. Was in dieser hübsch eingefangenen Langeweile erzählt wird ist dabei nur derart generisch und oft gesehen, dass es schnell in den Hintergrund rückt.
 
 
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Marianne würde gerne mit ihrem Mann schlafen, dieser aber „braucht Zeit“ und hat Schuldgefühle Gott gegenüber, in einer ästhetischen, aber ebenfalls klischiert inszenierten Sequenz wird Marianne beim Kämmen beobachtet und lünkert durch die Wand sich selbst an, in dem altertümlichen Flur einer Psychiatrie umherlaufend. Von Jumpscares, einer wahren Bedrohung, subtil aufgebauter Atmosphäre, Rätsel- oder Verlaufsspannung zu dem Zeitpunkt keine Spur, aber wir befinden uns ja auch keine 20 Minuten im Film. Linus gibt, wie erwartet, den Rationalisten und redet von Mäusen oder Ratten, die für die Stimmen und Visionen verantwortlich sein sollen, dann startet durch einen letzten Charakter der „eigentliche Plot“. Denn abseits zahlreicher WWII-Anspielungen inkl. Propaganda im Kino und mehrerer Dialogfetzen über die Ausweglosigkeit der Situation, die sich nie sinnvoll in den Film fügen oder wirkliche Aussagekraft besitzen, darf Sean Harris, bekannt etwa aus Prometheus, Mission Impossible oder Harry Brown, sich noch als pseudomysteriöser Heide mit femininen Touch blamieren, der erzwungene Konfrontationen mit Linus heraufbeschwört um auch nur irgendein Konfliktpotential in den Film zu bringen. Das einzig fehlende Element, das vielleicht noch für irgendeine Anspannung oder Fragezeichen sorgen konnte, wird nun in Rekordzeit auch noch ausbuchstabiert, das Haus ist auf den Ruinen eines alten Ordens gebaut, der natürlich an Folter und das Bestrafen von Sündern geglaubt hat, Unrecht ist geschehen, yadda yadda, jetzt spukt es halt.
 
 
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Die Hintergrundgeschichte wurde also erzählt, die Stimmen und komischen Geräusche wurden etabliert, der scheinbare Antagonist offenbart, was gibt es jetzt noch über 70 Minuten lang zu tun? Zeit füllen, ganz einfach. Durch ein Kind, das ganze drei Mal verloren geht und unpointiert wieder auftaucht, durch ganze drei Szenen in denen im Dunkeln mit Taschenlampe durch den Keller gelaufen wird, durch ganze drei Szenen auch, ich lüge euch nicht an, in denen die belanglose, unoriginelle und oft gehörte Hintergrundgeschichte um irgendwelche Mönche, Erbsünden oder falsch gelagerte Kadaver durchgekaut, vertieft und wiederholt wird. Zieht man diese Szenen ab, hat man einen blassen und langweiligen, generischen Horrorfilm mit hübschen Bildern und ohne jegliche Herausstellungsmerkmale, so aber wird „The Banishing“ durch massive Repetition und Überlänge tatsächlich zum Ärgernis. Im alten Spiegel gibt es einen erwarteten, aber halbwegs funktionierenden Schreckmoment, auch bannt der Film nach etwa einer geschlagenen Stunde Laufzeit tatsächlich so etwas wie ein alptraumhaftes, gruseliges Bild zwischen seine austauschbaren Dialoge – doch für diese zwei Stellen gelungenen Horrors hagelt es auch unfreiwillig komische Momente mit schlechten Dialogen, schlechten Reaktionen und unglaubwürdigem Schauspiel.
 
 
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Linus macht im Laufe des Films natürlich einen „Shining“-Verlauf inklusive Eifersucht, lauten Ausrastern und einschleichendem Wahnsinn durch, der wenig bedrohlich, spannend oder überzeugend gespielt ist, die Tochter baut kommentarlos einen Kellerraum mit kapuzetragenden Kultisten in ihr Puppenhaus, der Doktor verstummt ganz plötzlich und mysteriös, sobald er von der Adresse des geplagten Paares erfährt, wie in jedem Horrorfilm.
Nach etwa 50 Minuten war der Zeitpunkt gekommen, an dem ich innerlich mit diesem Film abgeschlossen habe, als weitere ungruselige Schluchzer und Schreie aus der Klischeekiste in die Wohnung gedröhnt sind, nur um weitere dunkle Ecken abzulaufen. Gezwungene Nazi- Verbindungen zu den offensichtlichen Antagonisten helfen niemandem, subtile Andeutungen in den Dialogen sind auch nicht genug, wenn es keinen subtilen Horror oder irgendeine Art von Anspannung gibt, die nicht von der Überlänge des Films selber, seiner fehlenden Eigenständigkeit oder dem endlosen Überprüfen der Laufzeit herrühren.
 
 
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Das totlangweilige Editing, unmotivierte Colourgrading und die Trivialität, mit der hier prinzipiell vielleicht mal gruselig gewesende Tropen, die aber durchaus noch funktionieren könnten, inszeniert, nein, lieblos abgefilmt werden, sind dabei der endgültige Todesstoß – so etwa, wenn das Auftauchen einer prinzipiell tödlichen Entität mit einem alltäglichen „Have you seen a monk?“ abgetan wird, oder ein absurdes Konzept, das anfänglich wie eine falsche Fährte wirkte, später wirklich als „Grund“ oder Teil des Plots angeführt wird. Ein Haunted House, das Leute warum auch immer korrumpiert, in den Wahnsinn stürzt oder umbringt, ist seit etwa 200 Jahren im Horror etabliert und bedarf deutlich mehr als ein paar hübscher Bilder, um Zuschauer jetzt noch zu locken – erst Recht, wenn eine Stunde in dieser unoriginellen Suppe drin noch immer neue Exposition, dafür am Ende nicht einmal ein vernünftiges Finale folgt. „This House is cursed, Mrs. Forster“ – nach 75 Minuten Laufzeit, als sei das nicht allen schon von Beginn an klar gewesen. So sehr gelangweilt habe ich mich zuletzt bei „Inner Ghosts“ z.B., gerade im dritten Akt, was für ein überlanger, quälend spannungsloser, belangloser, unorigineller, endlos kopierender, konfrontationsloser Bockmist, bar jedes Mehrwerts, jeder Existenzberechtigung. Eine handvoll hübscher Aufnahmen und ein pseudomotiviertes Ende mit „Hänschen Klein“-Soundtrack retten hier überhaupt gar nichts mehr.
 
 


 
 
 

THE BANISHING – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
Herr, hab Erbarmen. Religiöser Haunted-House-Standardhorror mit guten Bildern und inhaltichen Abgründen der Unoriginalität. Für wirklich niemanden zu empfehlen.
 
 


 
 
 

THE BANISHING – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Banishing – Im Bann des Dämons“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Die Freigabe ist gerechtfertigt, denn hinter diesem Gruselstreifen verbirgt sich eher subtiler Schauer und kein Splatter-Spaß.
 
 
 


 
 
 

THE BANISHING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Banishing; Großbritannien 2020

Genre: Horror, Grusel, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 97 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase

Extras: Original Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 24.06.2021

 

The Banishing – Im Bann des Dämons [Blu-ray im KeepCase] auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE BANISHING – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Inner Ghosts – Schlüssel zur Hölle (2018)
 
The Awakening (2011)
 
The Turning (2020)
 

Filmkritik: „Scare Package“ (2019)

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SCARE PACKAGE

Story

 
 
 
In der Horror-Anthologie „Scare Package“ ist nichts wie es scheint und mit den kleinen Geschichten hat es mehr auf sich, als der Zuschauer zunächst vermuten darf.

 
 
 


 
 
 

SCARE PACKAGE – Kritik

 
 
Der Episodenhorror geht in die nächste Runde. Dass Horror-Anthologien noch immer hoch im Kurs stehen, sieht man daran, wie viele von solchen Werken es mittlerweile gibt. Doch selbst Wes Craven bemerkte irgendwann, dass es nicht verkehrt ist, ein ausgelutschtes Szenario auf eine Meta-Ebene zu hieven. Und so haben wir mit „Scare Package“ quasi den „Scream“ der Horror-Anthologie vor uns. Dass das Werk allerdings so gut funktioniert, liegt am Herzblut, denn man bemerkt einfach, dass er von Fans für Fans gemacht wurde.
 
 
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Bei solchen Kurzfilmsammlungen macht es meistens Sinn jeden einzelnen Beitrag extern zu besprechen, doch bei „Scare Package“ ist dies tatsächlich mal relativ unnötig, weil der Film andere Wege geht. Da werden zwar innerhalb von kürzester Zeit sechs verschiedene Episoden erzählt, aber mehr als ein Drittel der Laufzeit räumt man der Rahmenhandlung ein, die zum Schluss zur eigenen Episode wird. In dieser geht es um den Videothekenbetreiber Chad, der völlig vernarrt ist in Horrorfilme und einen neuen Angestellten sucht. Diesen findet er in Hawn, doch da sich dieser gar nicht so gut mit Schlitzer-Perlen auskennt, muss Chad natürlich Nachhilfe leisten. Und so werden ein paar alte Stories herausgekramt.
 
 
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Das ist der Aufhänger für ein Szenario, welches hinterher deutlich mehr Raum spendiert bekommt, als das bei solchen Werken sonst der Fall ist. Klar, eine Rahmenhandlung, welche die einzelnen Stories zusammenhält, ist immer gerne gesehen und oftmals zum Glück auch vorhanden, aber „Scare Package“ geht dennoch eigenständige Wege und kombiniert „Clerks“ mit „The Cabin in the Woods„. Was da hinterher an Meta-Ebenen aufgefahren wird, kann sich echt sehen lassen, aber bereits der Einstieg „Cold Open“ gibt die Marschrichtung schon vor. Humor wird in dem gesamten Werk nämlich wirklich groß geschrieben und man parodiert auch gerne. So verarbeitet man bekannte Slasher-Klischees mit einem Augenzwinkern, aber auch Werwölfe oder das super seltene Subgenre des Melting-Movies kommen an die Reihe. Die Drehbücher besitzen durchaus ihren Reiz, sind aber nicht immer richtig zielführend geschrieben. Manchmal mag das etwas verwirrend sein, aber die Vielzahl an Ideen, die hier verarbeitet wurden, können trotzdem punkten. Vor allen Dingen wird sich der Horrorfan an extrem vielen Anspielungen erfreuen können. Ein Highlight ist z.B. eine große Hommage an „Freitag der 13. – Teil 4“.
 
 
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Die handwerkliche Arbeit ist dabei vollkommen in Ordnung, selbst wenn man es der Optik manchmal anmerkt, dass es an Budget mangelte. Die verschiedenen Episoden stammen auch von verschiedenen Regisseuren, aber „Scare Package“ wirkt dennoch wie aus einem Guss. Über die Darsteller kann man sich ebenfalls kaum beklagen. Große Namen sucht man eher vergebens und großartiges Schauspiel ist das selbstverständlich nicht, aber für das, was der Film sein will, reicht es vollkommen aus. Mit Noah Segan und Joe Bob Briggs konnte man aber schon ein paar Namen für sich gewinnen, die dem ein oder anderen bekannt vorkommen könnten.
 
 
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Wie das bei solchen Sammlungen meistens der Fall ist, kann nicht jede Episode überzeugen. „Scare Package“ besitzt sogar drei ziemlich unnötige Kurzfilme. „M.I.S.T.E.R.“, „Girls Night Out Of Body“ und „So Much To Do“ wirken jedenfalls recht belanglos und haben nicht viel zu erzählen, aber da sie sowieso schnell vorbei sind, ist man dem Endprodukt dafür gar nicht mal böse. Außerdem ist mit „One Time In The Woods“ ein herrliches Highlight vorhanden, welches man leider schon recht früh zu sehen bekommt. Hier geht es dermaßen schräg und bescheuert zur Sache, dass man das nur abfeiern oder völlig doof finden kann. Außerdem sieht man hier die wohl besten Effekte im Film. Die Schmelz-Szenen muss jeder Freund von handgemachten Effekten feiern. Allgemein geht es in „Scare Package“ nicht gerade harmlos zur Sache und es gibt eine schöne Menge an handgemachtem Splatter zu betrachten, der zudem schön kreativ serviert wird.
 
 
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Das letzte Drittel besteht dann quasi nur noch aus der Meta-Ebene, die hier natürlich nicht verraten werden soll. Auch hier geht es unterhaltsam, blutig und humorvoll zur Sache, selbst wenn das mit den Filmregeln nicht mehr besonders originell erscheint. Erwähnt werden, sollte auch noch die absolut schöne Atmosphäre, die herrlich einen auf Retro macht. Alleine die Videothek als Schauplatz (was für eine Zeit vor Streamingdiensten!) kann dem Nostalgiker ein paar Tränchen in die Augen drücken. Und auch sonst bekommt man den kompletten Fan-Service mit Synthesizer-Score, versteht sich. Dass sich „Scare Package“ dabei niemals ernst nimmt, ist eine prima Sache, denn gerade durch den Humor funktioniert der Film so gut.
 
 


 
 
 

SCARE PACKAGE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„Scare Package“ ist eine kunterbunte, kreative Splatter-Wundertüte, die alle Fans der 80er-Horror-Jahre anspricht. Die verschiedenen Episoden sind gar nicht mal alle wirklich gut, aber die Art und Weise, wie man das verpackt hat, ist verspielt und eigenständig. Dass man der Rahmenhandlung so viel Laufzeit einräumt, ist jedenfalls mal etwas anderes. Dazu gibt es eine Gaga-Episode, die ihresgleichen sucht und allgemein viel solides Material. Die Ideen waren vielseitig vorhanden, nicht immer originell, aber durchaus einfallsreich. Aus handwerklicher Sicht ist das etwas günstiger gestaltet, sieht jedoch gut genug aus und die Effekte sind meistens echt der Hammer. Der Zuschauer darf sich jedenfalls auf reichlich Gore freuen. Dass die Darsteller passabel sind, die deutsche Synchronisation sich anhören lässt und die Figuren durchaus sympathisch erscheinen, ist da nur noch erfreulicher. Das Resultat ist alles andere als perfekt, aber wirklich höchst charmant und ein Muss für alle Horror-Nostalgiker!
 
 


 
 
 

SCARE PACKAGE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Scare Package“ ist ungeschnitten und frei ab 18 Jahren.
 
 
 


 
 
 

SCARE PACKAGE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Studio Hamburg (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Scare Package; USA 2019

Genre: Horror, Thriller, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 112 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase

Extras: Original Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 18.06.2021

 

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SCARE PACKAGE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Studio Hamburg)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Scream – Schrei! (1996)
 
The Cabin in the Woods (2011)
 
V/H/S – Eine mörderische Sammlung (2012)
 
Holidays – Surviving Them Is Hell (2016)
 
Monsterland (2016)