Filmkritik: „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ (1999)

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ECHOES – STIMMEN AUS DER ZWISCHENWELT

(STIR OF ECHOES)

Story

 
 
 

Nachdem ein Familienvater sich hypnotisieren ließ, wurde eine Tür in ihm geöffnet und nun wird er von Visionen geplagt, die mit einem schrecklichen Ereignis zusammenhängen.

 
 
 


 
 
 

ECHOES – Kritik

 
 
 
1999 gab es gleich zwei richtig starke Geisterhorrorfilme. Doch während „The Sixth Sense“ ein ungemeiner Erfolg wurde, konnte „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ sich nicht zum Kultfilm entwickeln. Das ist eigentlich unberechtigt, bekommt man hier doch einen wirklich guten Film geboten, der nicht zum Spuk-Einheitsbrei gehört.
 
 
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Familie Witzky lebt ein zufriedenes Leben. Eines Abends lässt sich Vater Tom auf einer Party zum Spaß hypnotisieren, doch etwas geht dabei schief. Plötzlich wird Tom von Visionen und Erscheinungen geplagt. Noch beunruhigender ist jedoch, dass selbst der kleine Sohn scheinbar Dinge sieht, was für ihn aber normal erscheint. Umso länger die Visionen von Tom andauern, desto mehr steigert er sich in einen Wahn hinein, denn er will unbedingt wissen, was hier Sache ist.
Das Drehbuch basiert auf einem Roman und erzählt eine ganz normale Geistergeschichte. Nichts an „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ ist besonders kreativ oder originell. Dafür funktioniert die Story aber ausgesprochen gut, denn sie ergibt einen Sinn, wird schlüssig aufgelöst und lässt den Zuschauer schön miträtseln. Es gibt nämlich immer wieder Anhaltspunkte, um darauf zu kommen, was hier gespielt wird und da braucht es am Ende gar keinen großen „Wow“-Effekt, um überzeugen zu können. Die kleinen Details werden schön eingebaut und am Ende ist das einfach ein Drehbuch, welches von vorne bis hinten bestens funktioniert.
 
 
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Es liegt allerdings besonders an Kevin Bacon, dass „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ so gut funktioniert, denn der liefert hier sehr gut ab. Bacon stellt seinen Wahn ideal dar, bleibt dabei jedoch stets sympathisch und manche Szenen sind schon sehr intensiv gespielt. Doch auch Kathryn Erbe macht als seine Film-Ehefrau eine durchaus gute Figur. Sogar der kleine Zachary David Cope ist für sein Alter echt gut und spielt das niemals nervig. In Nebenrollen überzeugen Illeana Douglas und Kevin Dunn. Die Besetzung nimmt die gute Figurenzeichnung dankend an, denn in diesem Film gibt es nicht zu viele Klischees. So ist es schön, dass Tom trotz seines Wahns niemals gewalttätig wird und Maggie sich der Sache nicht komplett verschließt. Die Charaktere handeln glaubwürdig und das macht ein Mitfiebern für den Zuschauer erst so gut möglich. Eine gute Entscheidung war es auch, dass Jake als kleines Kind zwar mit eingebaut wurde, der Fokus jedoch nicht so sehr auf ihm liegt. Wenn es dann zur Auflösung kommt, kann man die Figuren noch immer halbwegs nachvollziehen und das ist erfreulich.
 
 
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Daneben lebt „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ aber auch von der durchaus passenden Inszenierung. Hier wird nicht so viel Wert auf Schockeffekte gelegt, selbst wenn man sich ab und zu mal erschrecken kann. Die Atmosphäre, welche aufgebaut wird, hat es in sich, denn obwohl es niemals zu nervenzerreißend wird, besitzt der Film seine düstere, unheimliche Stimmung, die gekonnt ausgebaut wird. Regisseur David Koepp inszeniert das Treiben relativ ruhig, baut aber auch immer mal kleine Spielereien mit ein. Wie man z.B. die Hypnose bildlich dargestellt hat, ist sehr gelungen. Doch auch die kleinen Visionen wurden stark bebildert. Obwohl man es dabei mit einem Horrorfilm zu tun hat, legt es der Film gar nicht so sehr auf Horror an. Es gibt nämlich einige Drama-Elemente und im Endeffekt ist das sogar eher ein Krimi. Der Aufbau funktioniert bestens und die 90 Minuten Laufzeit vergehen sehr schnell. Es gibt keine große Einleitung und hinterher wird immer mehr an der Spannungsschraube gezogen, bis es im Finale sogar noch eine kleine Portion Action gibt. Nebenbei ist erfreulich, dass hier ohne viele Effekte ausgekommen wird und der Score rundet das positive Gesamtbild ordentlich ab.
 
 
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ECHOES – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
„Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ darf sich kleiner Klassiker des Geisterhorrors nennen, denn er funktioniert selbst 20 Jahre nach Erscheinen noch wunderbar. Die Handlung wird schlüssig und interessant erzählt, die Darsteller sind toll und die Figurenzeichnung kommt ohne Unglaubwürdigkeiten aus. Zusätzlich wurde alles schön unheimlich inszeniert und eine richtige Stärke ist die Atmosphäre, denn diese reicht von entspannt bis hin zu richtig unheimlich. Es ist kein lauter Spuk, sondern eher ein subtiler, der edel erzählt wird. Selbst nach mehrmaligem Schauen unterhält das noch sehr gut und wirklich kein Fan vom Grusel sollte „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ verpasst haben!
 
 
 


 
 
 

ECHOES – Zensur

 
 
 
„Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ ist eher ein subtiler Gruselfilm. Deshalb erhielt der Film bereits für die Kinoauswertung eine ungeschnittene FSK16. Gleiches folgte für die Auswertung auf DVD. Die nun erhältliche Blu-ray besitzt auch den blauen FSK16-Sticker.
 
 
 


 
 
 

ECHOES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) KOCH FILMS (Mediabook – Cover A)

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(c) KOCH FILMS (Mediabook – Cover B)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Stir of Echoes; USA 1999

Genre: Horror, Mystery, Thriller,

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 109 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook mit 2 Cover-Auflagen

Extras: Booklet, Audiokommentar, Interviews, Making of, Trailer

Release-Termin: 11.07.2019

 

Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt – Mediabook A [Blu-ray + DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt – Mediabook B [Blu-ray + DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ECHOES – Trailer

 
 


 
 

Benjamin Falk

(Die Rechte für alle Grafiken liegen bei KOCH FILMS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Echoes 2 – Stimmen Aus Der Zwischenwelt (2007)
 
Paranormal Resurrection (2014)
 
Schatten der Wahrheit (2000)
 
Jessabelle (2014)
 
White Noise (2005)
 

Filmkritik: „Isabelle“ (2018)

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ISABELLE

(THE WANTING | ISABELLE’S WANTING)

Story

 
 
 

Ein bleiches Mädchen bringt durch das ständige Beobachten der neuen Nachbarn genau jene um den Verstand. Letztere fühlen sich so langsam genervt – zumal ihnen der Neuanfang am Rande der Stadt alles andere als einfach fällt.

 
 
 


 
 
 

ISABELLE – Kritik

 
 
 
Wer sich mit Horrorfilmen auskennt weiß schon lange, dass reißerisch gestaltete Filmplakate schon lange nicht mehr die Qualität eines Horrorfilms widerspiegeln. Da wird gern mal mit Blut, Gedärm oder entstellten Fratzen geworben, um die Neugierde des Zuschauers zu wecken. Leider wird so nur vom eigentlichen Inhalt abgelenkt. Bei den meisten neueren Horrorfilmen sieht es damit mau aus. Zum Leidwesen des Käufers. Dem wird einmal mehr bewusst, dass man sich nicht vom Filmplakat leiten lassen soll. In der Regel steckt nämlich genau bei jenen Covergestaltungen Schund dahinter, die auf Biegen und Brechen um die Gunst des Käufers buhlen. Gute Horrorfilme habe ausgefeilte Poster-Kreationen nicht nötig.
 
 
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Bei der folgenden Genre-Produktion mit dem Titel ISABELLE trifft genau diese Formel zu. Da schaut eine verängstigte Frau vom Cover und suggeriert so dem Zuschauer, dass er hier wohl einen der gruseligsten Filme der letzten Jahre zu sehen bekommt. Die Realität sieht anders aus. Der von ROBERT HEYDON inszenierte Horrorstreifen hat zwar mit ADAM BRODY (aus FINAL DESTINATION 3) und SHEILA MCCARTHY (aus STILL/BORN) bekannte Gesichter zu bieten. In Sachen Grusel wird aber nur beliebige Standardware geboten, die eher ermüden lässt, statt den Zuschauer vor Angst um den Schlaf zu bringen. Vielleicht wäre eine gelangweilte Frau auf dem Poster aufschlussreicher gewesen, statt den Käufer mal wieder mit Fehlinformationen hinter das Licht zu führen. Dann hätte der Zuschauer auch direkt verstanden, was ihn erwarten wird.
 
 
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Nervige Stalkerin: In ISABELLE zieht es werdende Eltern in ein gemütliches Häuslein in ruhiger Gegend. Eigentlich das Beste, was der schwangeren Larissa und dem Gatten Matt passieren konnte. Würde da nicht plötzlich ein schrecklicher Schicksalsschlag ereilen. Der ungeborene Sohn stirbt ganz unerwartet und das junge Paar fällt in ein tiefes Loch. Kein guter Start in das gemeinsame Leben, was sich vor allem bei Larissa bemerkbar macht. Die hat mit Depressionen zu kämpfen und sieht sich plötzlich von der schaurigen Nachbarstochter verfolgt. Letztere sitzt im Rollstuhl und beobachtet die neuen Nachbarn von ihrem Dachfenster aus. Da überkommt der traumatisierten Larissa ein unangenehmes Gefühl. Zurecht, denn es dauert nicht lang, bis das bleiche Mädel von Gegenüber auch noch in der Wohnung der jungen Eltern auf Entdeckungsreise geht – unaufgefordert versteht sich. Alles nur Einbildung und doch real? Eine Frage, der Ehemann Matt auf den Grund gehen muss. Ob er schnell professionelle Hilfe finden wird?
 
 
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ISABELLE ist kein cleverer Horrorfilm. Der Gruselstreifen versucht erst gar nicht, dass Beste aus der dünnen Story zu machen. Wo man in Filmen wie THE HOUSE ON PINE STREET oder DARK CIRCLES ähnliche Themen aufgriff und den Zuschauer durch falsche Fährten an der Nase herumführte, geht man in ISABELLE den Weg des geringsten Widerstandes und fällt gleich mit der Tür ins Haus. Dabei entpuppt sich bereits der Trailer als katastrophale Spannungsbremse. Der verrät gleich mal genau jenen Plot, der anfangs noch verschleiert wird und den Zuschauer vor der Glotze halten soll. So ist Regisseur ROBERT HEYDON kläglich darum bemüht ein Mysterium um die Geschehnisse in ISABELLE zu weben. Unsere Filmheldin verliert ihr neugeborenes Kind und beginnt plötzlich Dinge zu sehen, die gar nicht da sind. Alles nur Folgen eines schwerwiegenden Traumas oder ist Larissa auf einmal empfänglich für paranormale Ereignisse? Der Sprung vom Psychothriller zum Geisterfilm ist kurz und macht aus ISABELLE ziemlich austauschbaren Gruselbrei, der sich wirklich jedem Klischee bedient, das man nun schon in gefühlt 1000 Filmen über zornige Geister zu sehen bekommen hat. Das ist angesichts der Tatsache ermüdend, weil es mittlerweile einfach zu viele Gruselproduktionen gibt, in den es spukt oder poltert. Weil die nach immer gleichen Schema abgehandelt werden, hat sich allmählich ein Sättigungsgefühl eingestellt. Das macht sich auch im Falle von ISABELLE bemerkbar. Ja, hier ist ein böses wütendes Geistermädchen am Werke, das dem Gör aus dem japanischen RING-Universum Konkurrenz machen will. Will das jemand sehen? Wir meinen: nein! Etwas mehr Grips und Einfallsreichtum tut beim Gruselhandwerk zwingend Not.
 
 
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ISABELLE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein weiterer Versuch dem aus TV-Geräten und Brunnen krabbelnden Mädchen der Horrorfilm-Reihe RING den Rang abzulaufen. Der Gruselfilm ISABELLE ist ein solider Gruselfilm für Anfänger – mehr aber auch nicht. Regisseur ROBERT HEYDON versucht mit ausgelutschten Rezepturen des Geisterfilm-Genres irgendwie Spannung aufzubauen. Vergebens! Der Streifen verrät viel zu früh, dass die stalkende Nachbarstochter eigentlich ein Geist ist und einen Weg sucht, trotz Geisterhülle irgendwie unter den Lebenden verweilen zu können. Für die Filmhelden Grund genug, nach den sterbliche Überresten der toten Stalkerin zu suchen, um dem Geist ins Reich der Toten abschieben zu können. Ja, jetzt haben wir den wenig überraschenden Plot aufgelöst. Den vorausahnen zu können ist aber auch keine Kunst. Erfahrene Zuschauer wittern bereits nach wenigen Minuten die Fährte. Der dumm geschnittene Trailer verrät den Rest. Wer sich den angeschaut hat, kann sich Sichtung des eigentlichen Films sparen. ISABELLE ist paranormale Dutzendware – ohne echten Spannungsbogen. Austauschbar, beliebig, unnötig.
 
 
 


 
 
 

ISABELLE – Zensur

 
 
 
ISABELLE hat kaum Gewalt zu bieten. Eine Filmfigur erstickt, weil man ihr eine Plastiktüte über den Kopf zieht. Weiterhin bringt sich ein Charakter selbst um und eine Protagonistin stürzt aus dem Fenster. Das ist alles sowas von FSK16 – man glaubt es kaum.
 
 
 


 
 
 

ISABELLE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei The Wanting Film Inc.)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jessabelle – Die Vorhersehung (2014)
 
Gallows Hill (2013)
 
Haunt – Das Böse erwacht (2013)
 
Dark Circles (2013)
 
The House on Pine Street (2015)
 

Filmkritik: „Body at Brighton Rock“ (2019)

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BODY AT BRIGHTON ROCK

Story

 
 
 

Frau gegen Natur: Die Mitarbeiterin eines Nationalparks verläuft sich im Wald und muss eine ganze Nacht dort verweilen, bis Hilfe eintrifft. Da werden wenige Stunde zu einer gefühlten Ewigkeit, weil die Fantasie der Hauptdarstellerin boshafte Streiche spielt.

 
 
 


 
 
 

BODY AT BRIGHTON ROCK – Kritik

 
 
 
Es gibt Regeln, die gilt es zu befolgen – nicht nur im Horrorfilm. Eine derer erlernt man bereits im Kindesalter. Da wird immer wieder davon gepredigt, dass man bei Waldspaziergängen besser nicht vom Wegesrand abkommt, um sich nicht zu verlaufen. Eine wichtige Regel, die im Thriller BODY AT BRIGHTON ROCK missachtet wird. Die Strafe folgt auf dem Fuß. Für den cineastischen Denkzettel zeichnet ROXANNE BENJAMIN. Die scheint eine Leidenschaft für Horror-Anthologien zu besitzen, hatte sie bei jeder wichtigen Kurzgeschichtensammlung der letzten Jahre ihre Hände mit ihm Spiel, die im Horrorfilm-Bereich Erfolg verbuchen konnte. So drehte sie nicht nur Segmente für SOUTHBOUND und den ausschließlich von Frauen inszenierten XX. Auch als Produzentin verdiente sich die Filmemacherin und verhalf so Kult-Horror wie V/H/S und V/H/S 2 zu Ruhm. Mit BODY AT BRIGHTON ROCK muss sie nun unter Beweis stellen, dass sie auch mehr als Episoden für Horror-Anthologien kann. BODY AT BRIGHTON ROCK ist der erste Langfilm der Regisseurin und geht in eine andere Richtung. Statt grafischen Horror auf die Leinwand zu bringen, ergründet die Regisseurin menschliche Ängste. Deftige Schocks und grausame Gewalt haben Sendepause. Dafür wird es leise, zurückhaltend und psychologisch. Ob der Richtungswechsel eine gute Entscheidung war.
 
 
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Als frisch ausgebildete Mitarbeiterin des Nationalparks Brighton Rock hat man es nicht leicht. Man muss immer pünktlich auf der Arbeit erscheinen und stets höflich seinen Vorgesetzten gegenübertreten. Etwas, mit dem Wendy (KARINA FONTES) so ihre Probleme hat. Die hat zwar bisher wenig Erfahrung in ihrem Beruf sammeln können, will aber allen zeigen, dass sie auch anspruchsvolle Aufgaben bewältigen kann. Sie tauscht einfach den zugeteilten Aufgabenbereich mit einer Mitarbeiterin, sodass letztere in Ruhe mit einem Kollegen flirten kann. Eine Fehlentscheidung, wie sich bald herausstellen wird. Wendy muss nämlich in die Wälder, um dort ein paar Informationsblätter auszutauschen. Eigentlich eine nicht sonderlich schwere Arbeit, würde unsere Heldin nicht so leichtfertig mit ihren Arbeitsutensilien umgehen. Sie verliert nämlich schnell die Orientierung, weil sie ihre Parkkarte verloren hat. So läuft Wendy immer tiefer in den Park hinein und weiß bald nicht mehr wo sie ist. Da ist guter Rat teuer, zumal die junge Frau auch noch auf eine Leiche trifft, die hier wohl schon längere Zeit liegen muss. Gott sei Dank wurde ein Funkgerät eingepackt. Mit dem fordert sie Hilfe an. Die Sache hat nur einen Haken. Bis man die Position geordert hat und eintreffen wird, wird die Nacht hereingebrochen sein. Deshalb will man mit der Suche bis zum nächsten Morgen warten. Eine Tatsache, die von unserer unsicheren Hauptdarstellerin einiges abverlangt. Kaum sieht man die Hand vor Augen nicht, bekommt es Wendy mit der Angst zu tun. Offenbar ist die junge Dame nicht allein in den Wäldern. Da wird aus einem verängstigten Reh plötzlich eine mutige Kampfamazone. Respekt!
 
 
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Survival-Thriller mit Verwirrungstaktik. BODY AT BRIGHTON ROCK deklariert mal wieder Urängste zum Mittelpunkt. Da werden Themen wie Angst vor der Dunkelheit, Orientierungslosigkeit und Furcht vor dem Unbekannten in den Fokus gerückt, damit eine verzweifelte Protagonistin über sich hinauswachsen kann. Die erlebt hier die Lektion ihres Lebens und muss eine Nacht voller Terror überstehen, die immerhin den Mut der verschreckten Heldin fordert. Da lassen schaurigen Legenden die Fantasie durchgehen, welche davon berichten, dass es in der Gegend spuken soll. Aber auch Mutter Natur macht es der Heldin nicht leicht. Letztere sieht sich plötzlich mit einem Grizzly konfrontiert, der offenbar seit Tagen nichts mehr gefressen hat. Aber damit soll es nicht enden. Auch ein Fremder schleicht sich unerwartet an und entfacht eine Aura des Bösen. Was der hier mitten in der Wildnis im Schilde führt? Erfahrene Filmkenner haben da gleich den Klassiker BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE im Gedächtnis.
 
 
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BODY AT BRIGHTON ROCK versucht den Zuschauer an der Nase herumzuführen in dem er einfach verschiedene Genre-Rezepturen vereint. Da werden mehrere Richtungen eingeschlagen, die lang offen lassen, worauf der Film eigentlich hinauswill. Das Regie-Debüt von ROXANNE BENJAMIN lässt sich nicht unbedingt in eine Schublade stecken. Der Überlebensthriller streift Zombie-, Tier-Horror und Geisterstreifen, rückt aber am Ende erst mit der Sprache heraus, was sich hier nun wirklich ereignet. Das lässt den Film hervorstechen, weil er sich so souverän gegen Genre-Konventionen auflehnt. Demzufolge ist BODY AT BRIGHTON ROCK auch nichts fürs Massenpublikum. Der Streifen richtet sich eher an jene, die gern mutiges Indie-Kino sehen wollen, das sich weg von den Produktionen großer Studios bewegt. Dort wird viel zu oft das gedreht, was von der Allgemeinheit einfach verstanden und schnell konsumiert werden kann. Mit sowas gibt sich das Multitalent ROXANNE BENJAMIN nicht zufrieden. Die dreht und produziert das, was sie gern sehen möchte und nicht andere. So sollte es öfters sein.
 
 


 
 
 

BODY AT BRIGHTON ROCK – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Eine Geschichte, die seine Protagonistin dabei begleitet ihre Ängste zu überwinden. BODY AT BRIGHTON ROCK ist einer dieser Filme, die mit der Wahrnehmung seiner Figuren spielen. Was ist hier real und was spielt sich nur im Kopf der Charaktere ab. Mit genauer jener Frage hält sich dieser Survival-Thriller über Wasser für den sich Regisseurin ROXANNE BENJAMIN von den Büchern des CHRISTOPHER PIKE inspirieren ließ. BODY AT BRIGHTON ROCK erzählt nicht nur von einer mutigen Frau, die über sich hinauswächst, sondern verbeugt sich auch gleich mal von den glorreichen 1980ern. Allein das macht den Streifen schon sympathisch – auch, wenn am Ende so einige Fragen offen bleiben und die Hauptfigur doch etwas blass hinter der zugegebenermaßen interessant zusammengeflickten Geschichte bleibt.
 
 
 


 
 
 

BODY AT BRIGHTON ROCK – Zensur

 
 
 
BODY AT BRIGHTON ROCK hat kaum Gewaltmomente zu bieten. Man bekommt kurz eine Leiche zu sehen, die schon längere Zeit auf dem Waldboden liegt. Weiterhin fällt ein Mann von einem Felsen und ein Grizzly verwundet unsere Heldin am Fuß. BODY AT BRIGHTON ROCK dürfte ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

BODY AT BRIGHTON ROCK – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Magnet Releasing)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Desolation (2017)
 
Backcountry – Gnadenlose Wildnis (2014)
 
Girl in Woods (2016)
 
Borderline (2017)
 
The Ritual (2017)
 

Filmkritik: „The Hole in the Ground“ (2019)

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THE HOLE IN THE GROUND

Story

 
 
 

Eine alleinerziehende Mutter erlebt im neuen Heim den Horror auf Erden.

 
 
 


 
 
 

THE HOLE IN THE GROUND – Kritik

 
 
 
Du magst es gruselig und vergräbst Dich gern mal im Kinosessel, während Du dir aus Furcht die Augen zuhältst? Dann haben wir neues Futter für Dich, das dir garantiert schlaflose Nächte bereiten wird. THE HOLE IN THE GROUND nennt sich das unabhängige Horrorstück, das bereits nach seiner Premiere auf dem Sundance Film Festival im Januar 2019 von Kritikern als einer der besten Genre-Filme des Jahres bezeichnet wurde. Das können wir bestätigen. Was hier an psychologischem Grauen über die Leinwand schleicht, ist fesselnd aber auch beängstigend zugleich. Da wird mit fast schon altbackenen Methoden für Unbehagen gesorgt und beim klassischen Angstkino stibitzt. Trotzdem stellen sich die Nackenhaare auf. Eine Kunst für sich, der man an dieser Stelle Respekt zollen muss.
 
 
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THE HOLE IN THE GROUND erzählt eine schaurige Geschichte, die mit Urängsten spielt. Darin zieht es die alleinerziehende Mutter Sarah O’Neill (SEÁNA KERSLAKE) samt Sohnemann (in der zweiten Filmhälfte irgendwie creepy: JAMES QUINN MARKEY) aufs irische Land, wo sie in einem gruseligen Anwesen eine gescheiterte Beziehung hinter sich lassen will. Alles auf Anfang also – doch der Neubeginn hat so seine Tücken. Eines Abends gibt es nämlich Streit mit dem kleinen Chris. Der ist verärgert, flüchtet in die angrenzenden Wälder und scheint plötzlich vom Erdboden verschwunden zu sein. Ein Albtraum, der Mutter Sarah durch die Hölle gehen lässt, denn im Wald hinterm Haus befindet sich ein riesiges Senklock. Doch Gott sei Dank wird alles gut. Das Kind taucht wieder auf und die sind Sorgen vergessen. Leider haben Mütter so ihre Instinkte. Die merken schnell, wenn etwas mit dem Nachwuchs nicht stimmt. So auch unserer Filmheldin. Die stellt plötzlich fest, dass der kleine Chris seit dem mysteriösen Vorfall nicht mehr derselbe ist. Alles nur Einbildung oder Folgen von Stress? Eine beunruhigende Frage, die THE HOLE IN THE GROUND zum wohl gruseligsten Mysterythriller der Saison macht.
 
 
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Jetzt wird es gruselig und das meinen wir auch so. Das Horror-Genre hat nämlich seit einer gefühlten Ewigkeit große Probleme damit dem Zuschauer Gänsehaut zu bereiten. Sei es der Übersättigung wegen oder, weil man Filmzutaten bis zum Erbrechen kopiert, statt mal was Neues auf Zelluloid zu bannen. Wirklich unheimliche Horrorstreifen muss man mit der Lupe suchen. Wohl einer der Gründe, warum LEE CRONIN mit THE HOLE IN THE GROUND zeigt, dass es so einfach sein kann. Der nimmt sich einer kleinen Geschichte an und baut darum ein düsteres Mysterium, das er mit allerhand klassischen Gruselelementen verziert. Da fehlt das bekannte Spiel mit Licht und Schatten ebenso wenig, wie knarrende Dielen, schnell vorbeihuschende Schatten und langsame Kamerafahrten, die von unheimlicher Musik begleitet werden.
 
 
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Horror der alten Schule also, der ganz unschuldig beginnt und den Zuschauer unvorbereitet auf eine Reise des Grauens mitnimmt. THE HOLE IN THE GROUND tut alles daran, dass man ihn nicht so leicht durchschauen kann. Da werden falsche Fährten gestreut, um den Zuschauer lang im Dunkeln tappen zu lassen. Was passiert hier eigentlich? Wurde hier tatsächlich der Sohnemann von außerirdischen Besuchern gegen eine seelenlose Kreatur ausgetauscht oder handelt der Streifen von einer überforderten Frau, die plötzlich dem Mutterdasein nicht mehr gewachsen ist – DER BABADOOK lässt grüßen. Die Antwort darauf verraten wir an dieser Stelle natürlich nicht. Fakt ist aber, dass der Regisseur das Spiel mit dem Schrecken perfekt beherrscht. Der thematisiert die Verlustängste übereifriger Helikoptereltern und vermischt diese mit irischer und keltischer Mythologie. Das Resultat ist ein herrlich beunruhigendes Filmvergnügen, dem vielleicht stets besorgte Eltern besser fernbleiben sollten.
 
 
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THE HOLE IN THE GROUND – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
Von mysteriösen Senklöchern und ausgetauschten Kinder. THE HOLE IN THE GROUND ist DIE Gruselüberraschung des Jahres 2019. Nach all den kommerziellen, effektreichen und lauten Blumhouse-Produktionen hätte man nicht daran gedacht, dass klassisches Angstkino überhaupt noch eine Chance hat. Doch THE HOLE IN THE GROUND belehrt eines besseren. Dieser Indie-Trip hat es in sich, weil ihm das gelingt, worin vielen neueren Produktionen versagen. THE HOLE IN THE GROUND ist nämlich trotz überschaubarer Story mindestens genauso gruselig, wie die im Jahr 2001 von ALEJANDRO AMENÁBAR inszenierte Schauermär THE OTHERS. Diese verzichtete auf ausufernde Effekte und konzentrierte sich stattdessen auf unheimliche Stimmung und das Zusammenspiel seiner Figuren. So ähnlich geht es auch Regisseur LEE CRONIN an. Der braucht nicht viel, um Gänsehaut entstehen zu lassen. Trotzdem schafft er es mit Leichtigkeit eine permanent unbehagliche Atmosphäre aufzubauen, die einem die Nackenhaare zu Berge stehen lassen. Da wird in der Grusel-Requisitenkiste alter Horror-Meister gekramt. Die mit einfachen Mitteln aufgebaute Schauerstimmung ist bemerkenswert. Weil auch die Handlung mit einem Twist aufwartet, sollte man nicht zu viel über THE HOLE IN THE GROUND im Internet lesen. Da wird viel gespoilert und das zerstört den Überraschungseffekt. Wer demnach die Auflösung nicht vorweggenommen haben möchte, sollte möglichst unvorbereitet an den Streifen herangehen. Dann wirkt die Auflösung gleich doppelt so heftig. Geheimtipp!
 
 
 


 
 
 

THE HOLE IN THE GROUND – Zensur

 
 
 
THE HOLE IN THE GROUND ist ein Mysterythriller und hat eigentlich keine Gewaltszenen zu bieten. Es gibt nur eine Szene in der eine Frau mit dem Kopf in die Erde eingegraben wird und dabei erstickt. Mehr Schauwerte hat dieser Gruselfilm nicht zu bieten. Hierzulande hat der Streifen wegen seiner beunruhigenden Stimmung eine FSK16 erhalten. Wer kann, sollte den Gruselfilm im Kino sehen. Dort wird er seine ganze Wirkung vollständig entfalten können.
 
 
 


 
 
 

THE HOLE IN THE GROUND – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Weltkino

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Hole in the Ground; Irland 2019

Genre: Horror, Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1,

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer

Release-Termin: 13.09.2019

 

The Hole in the Ground [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE HOLE IN THE GROUND – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Weltkino Filmverleih)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Babadook (2014)
 
Der fremde Sohn (2008)
 
The Noonday Witch (2016)
 
Die Körperfresser kommen (1978)
 
Das Dorf der Verdammten (1995)
 

Filmkritik: „Boarding School“ (2018)

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BOARDING SCHOOL

Story

 
 
 

Ein introvertierter Junge erlebt in einem sonderbaren Internat den blanken Horror.

 
 
 


 
 
 

BOARDING SCHOOL – Kritik

 
 
 
Wenn Jugendliche in düstere Internate geschickt werden, wissen alteingesessene Horrorfilmzuschauer mittlerweile, dass ihnen dort das Grausen erwarten wird. Meist schmieden nämlich in diesen Filmen boshafte Lehrkörper an furchtbaren Plänen. Die Schule ist schon lange kein Ort der Sicherheit mehr. Das Genre-Kino hat uns gelehrt, das gerade dort wo für die Zukunft gebüffelt werden soll, furchteinflößende Gestalten ihr Unwesen treiben. Ob es – wie in SUSPIRIA – Hexen sind, die ausgerechnet in einer Tanzschule ein Höllentor bewachen oder nur die Seelen verstorbener Künstler, die – wie in DOWN A DARK HALL – in die Körper ahnungsloser Mädchen schlüpfen wollen. Schulen sind schon lange nicht mehr das, was sie einmal waren. Umso mehr kann man es Schülern nicht übel nehmen, wenn die lieber schwänzen, statt in diesen Einrichtungen zu pauken. Albtraum Schule ist auch im Spielfilm BOARDING SCHOOL Programm. BOAZ YAKIN hat hier geschrieben und Regie geführt. Eigentlich ein talentierter Mann Hollywoods. Der steuerte nämlich das Drehbuch des Kultfilms DER PUNISHER mit Action-Legende DOLPH LUNDGREN bei und drehte so Thriller- und Actionzeugs wie GEGEN JEDE REGEL oder SAFE – TODSICHER. Umso mehr verwundert die Arbeit an BOARDING SCHOOL. Der Streifen ist im direkten Vergleich zu den bisherigen Arbeiten des Filmemachers eine ganz andere Hausnummer. Statt glattgebügelter Hochglanzware wird eine ungeschliffene Indie-Produktion aufgetischt. Eigentlich nichts Schlechtes – hätte doch BOARDING SCHOOL nicht so viele Ecken und Kanten, die dann schon wieder zu viel des Guten sind.
 
 
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Eigentlich ist Jacob nur ein introvertierter Junge, der sich mitten in der Pubertät befindet. Ein schwieriger Lebensabschnitt, der vor allem die Eltern vor große Herausforderungen stellt. Nachts wacht der Junge schweißgebadet auf, weil er von Albträumen geplagt wird. Für die Mutter keine einfache Zeit, die wegen der allnächtlichen Schreie des Jungen nicht mehr zum Schlafen kommt. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit Jacob. Als die Großmutter ganz plötzlich dahinscheidet, wissen die Eltern nicht mehr weiter. Der Heranwachsende flüchtet sich nämlich in seine ganz eigene Welt, um schmerzhafte Schicksalsschläge verarbeiten zu können. Ein wesentlicher Grund, warum der Sonderling in ein Internat gesteckt wird. Dort soll er lernen, wieder auf den rechten Weg zu kommen. Leider machen die Schulleiter von ganz eigenen Methoden Gebrauch, um die Schüler zu disziplinieren. Statt Schulbüchern liegen hier Gottesbücher aus. Und auch bei der Züchtigung vertrauen Lehrer eher konservativen Methoden. Tatsachen, die die Jugendlichen bald hinterfragen werden, denn offenbar liegt mit dieser Privatschule einiges im Argen.
 
 
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Ein merkwürdiger Film, der in erste Linie aber nur wenig mit Horror am Hut hat. Genau genommen ist BOARDING SCHOOL im Thriller- und Drama-Fach beheimatet, obwohl selbst diese Kategorisierungen nur selten eindeutig bleiben. BOARDING SCHOOL handelt von Außenseitern, die in einer Schule nach dem Warum und sich selbst suchen. Warum sind sie hier? Weshalb benehmen sich Lehrer so sonderbar? Und warum werden in dieser Schule gerade einmal sieben Schüler unterrichtet? Die Antwort darauf lässt auf sich warten, denn Regisseur BOAZ YAKIN macht aus seiner Geschichte ein Geheimnis – wohl vermutlich auch, um so die Spannung voranzutreiben. Hin und wieder gelingt ihm das ganz gut, wobei lobenswerter auf Charakterentwicklung geachtet wurde. So erhalten die Jungschauspieler genug Zeit, um sich in ihren Rollen vertiefen zu können. Leider ist Erfahrungsmangel und Talent ein großes Problem. So wirken die erbrachten Schauspielleistungen mancherorts unbeholfen und hölzern – grenzen oft sogar an Overacting. Weil der Film fast ausschließlich von unerfahrenen Jungdarstellern getragen wird, mausert sich BOARDING SCHOOL mit fortlaufender Spielzeit zu einer anstrengenden Rätselraterei. Hier wird nämlich viel gequasselt, was vor allem durch die Unerfahrenheit der Darsteller zum Problem wird.
 
 
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Aber auch die Handlung hat mit Schwächen zu kämpfen. Hier werden viele Themen aufgegriffen, aber zu keinem befriedigenden Ende geführt. Regisseur BOAZ YAKIN scheint seine Handlung nicht unbedingt unter Kontrolle zu haben. Der wirft zahlreiche Einfälle in einen Topf und scheint es offenbar darauf anzulegen, was am Ende für eine sonderbare Mixtur auf dem Teller landet. Das Sprichwort „Friss oder Stirb“ trifft es auf den Kopf. Zu sehen gibt es eine Teen-Liebesgeschichte, blutige Morde, eine Suche nach der eigenen Identität, Naziflashbacks und düstere Geheimnisse. Eigentlich ein interessanter Cocktail, wäre das Gebräu nicht doch etwas unausgegoren, überladen und wirr. Demzufolge kein Film für den Massenmarkt, sondern für Leute, die sich gern auf sonderbare Experimente einlassen wollen. Aufgeschlossen muss man zweifelsohne sein, um BOARDING SCHOOL genießen zu können, denn dieser Film ist wie seine Helden: ein waschechter Außenseiter mit Problemen.
 
 
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BOARDING SCHOOL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Der geschwätzige BOARDING SCHOOL ist mehr Drama statt Horror. Der Streifen thematisiert viele emotionale Themen. Darunter: elterliche Enttäuschung, Mobbing und die Suche nach der eigenen Geschlechtsidentität. Als wäre das nicht schon Stoff für mehrere Filme wird der Streifen noch um Grusel- und Nazithematik erweitert. Doch dabei soll es nicht bleiben. Im Mittelpunkt steht eine Coming-of-Age-Geschichte, die um Horror-Elemente erweitert wurde. Zu viel des Guten, wie wir meinen, denn BOARDING SCHOOL entpuppt sich unterm Strich als wirrer und teils unausgegorener Grusel-, Thriller- und Dramen-Mix welcher derart viele Gedanken und Ideen enthält, dass es nicht wundern würde, wenn man den Faden verliert. BOARDING SCHOOL ist keine einfache Kost und vor allem nichts für den Otto-Normal-Zuschauer. Kann man schauen, muss man aber nicht.
 
 
 


 
 
 

BOARDING SCHOOL – Zensur

 
 
 
Gewalt ist in BOARDING SCHOOL rar gesät. Meist bekommt man nur das Ergebnis eines Mordes zu sehen. Demzufolge ist dieser Film nichts für jene, denen es nicht blutrünstig genug vor der Linse zugehen kann. CAPELIGHT PICTURES hat sich die Rechte zum Film gesichert und hat für den Streifen problemlos eine FSK16 erhalten.
 
 


 
 
 

BOARDING SCHOOL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Capelight Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Boarding School; USA 2018

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 113 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Keepcase mit Wechselcover und im Schuber

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 16.11.2018

 

Boarding School [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

BOARDING SCHOOL – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen: Momentum Pictures | Capelight Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Down a Dark Hall (2018)
 
Final Hour (1995)
 
Detention – Nachsitzen kann tödlich sein (2011)
 
The Moth Diaries (2010)
 
Das Mädcheninternat – Deine Schreie wird niemand hören (2001)
 
Der Fluch von Hellestad (2004)
 
Suspiria (1977)
 
 
Suspiria (2018)

Filmkritik: „Winchester“ (2018)

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WINCHESTER – DAS HAUS DER VERDAMMTEN

(WINCHESTER: THE HOUSE THAT GHOSTS BUILT)

Story

 
 
 

Eines der größten und verwinkelsten Häuser Amerikas ist gleichzeitig auch das verfluchteste. WINCHESTER – DAS HAUS DER VERDAMMTEN geht dem Mythos einer Spukbehausung auf den Grund, die jedem Kind in Amerika unter dem Namen „Das Winchester-Haus“ ein Begriff ist.

 
 
 


 
 
 

WINCHESTER – Kritik

 
 
 
Nichts ist gruseliger als die Realität. Wohl ein Grund, warum gerade jene Spukfilme besonders erfolgreich sind, deren Geschichten auf tatsächlichen Vorfällen beruhen. Dabei haben sich vor allem Filme über Horror-Häuser zu regelrechten Publikumsmagneten entwickelt, in denen es auch heute noch angeblich spuken soll. Ganz weit vorn: das von JAMES WAN entwickelte Conjuring-Universum. Mit mittlerweile über eine Milliarde US-Dollar Umsatz gehört diese auf wahren Begebenheiten beruhende Spukfilm-Reihe zu den umsatzstärksten ihrer Art und ruft natürlich Nachahmer auf den Plan, die mit ebensolchem Cocktail aus Wahrheitsgehalt, Grusel und Schrecken lukrative Erfolge feiern wollen. Doch leider ist nicht alles Gold, was glänzt, wie das folgende Schauererlebnis beweist. WINCHESTER – DAS HAUS DER VERDAMMTEN macht zwar von genannter Gruseltaktik Gebrauch, kam aber trotz Starbesetzung nicht gut beim Publikum an. Mit einem Einspielergebnis von gerade einmal 25 Millionen US-Dollar im Entstehungsland Amerika blieb das Spukmärchen über das bekannteste Gruselhaus der Vereinigten Staaten weit hinter den Erwartungen zurück. Doch woran mag das Desinteresse gelegen haben? Wir haben den Streifen mal genauer unter die Lupe genommen.
 
 
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Jedes Land hat seine Spukhäuser. So auch die Vereinigten Staaten. Neben der legendären Hütte im verschlafenen Amityville, gilt auch die Winchester-Villa im kalifornischen San Jose zu jenen Behausungen, die auch heute noch Angst und Schrecken verbreiten. Mit Letzterer setzt sich der Streifen WINCHESTER – DAS HAUS DER VERDAMMTEN auseinander, der die wahre Geschichte von Sarah Winchester (HELEN MIRREN) erzählt, die als Witwe des Gewehrfabrikanten William Winchester ein schweres Erbe antreten muss. Nicht nur, dass sie die Geschäfte weiterführen muss. Auch eine ununterbrochene Bautätigkeit treibt die Hauseigentümerin voran, die offenbar kein Ziel finden will. Dass bei über kaum noch zählbaren Zimmern, falscher Türen und im Nirgendwo endenden Treppen bald der Geisteszustand der Eigentümerin angezweifelt wird, liegt umso näher. Den soll der bekannte Psychologe Dr. Eric Price (JASON CLARKE) untersuchen. Erste Gespräche mit der Erbin bestätigen den Verdacht der Unzurechnungsfähigkeit, denn die Hauseigentümerin gibt zu verstehen, dass sie versucht ein Gefängnis für rastlose Seelen zu bauen, die durch Winchester-Waffen zu Tode kamen und sich nun rächen wollen. Alles nur Einbildung? Dr. Eric Price zumindest kann bald über die Geschichten seiner Patientin gar nicht mehr lachen. Als der nämlich allein seine Runden durch die verwinkelte Villa dreht, muss er feststellen, dass es hier tatsächlich nicht mit rechten Dingen zugeht.
 
 
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Zwar ein einzigartiges architektonisches Kuriosum, aber kein nennenswerter Gruselfilm. WINCHESTER – DAS HAUS DER VERDAMMTEN hat ein großes Problem und das nennt sich Ideenarmut. Der Streifen bietet – trotz interessantem Background – nicht sonderlich viel Neues. So bekommt der Zuschauer das zu sehen, was nun mal Gruselfilme über verfluchte Spukhäuser ausmachen: schauderhafte Geister-Fratzen, mysteriöses Flüstern, unerwartete Schockmomente, knarrende Türen und schlecht ausgeleuchtete Flure. Alles schon mal dagewesen und nicht mehr ganz so furchteinflößend, wie vielleicht noch vor 30 Jahren. Alteingesessene Horrorkenner lockt man damit nicht mehr vorm Ofen hervor, zumal der Streifen mit seinen stattlichen 100 Minuten auch ziemlich lang geraten ist und viel Sitzfleisch voraussetzt. Was man WINCHESTER aber gutheißen muss, sind die düsteren Bilder, die vor allem durch die beinahe schon theatresken Kulisse des Hauses einen Großteil der unheimlichen Atmosphäre ausmachen. Hier fahren die deutschstämmigen Spierig-Brüder groß auf und heben sich damit von den vielen austauschbaren Low-Budget-Produktionen ab, in denen es so ziemlich langweilig spukt und herumgeistert. Leider reichen atmosphärische Kamerafahrten und schaurige eingefangene Gruselbilder aber allein schon lange nicht mehr aus, um auf dem übersättigten Geister-Filmmarkt Eindruck hinterlassen zu können. Es dürstet nach innovativen Handlungen, die man so nicht kommen sieht und die deshalb beunruhigen. Die fehlt natürlich auch in WINCHESTER – DAS HAUS DER VERDAMMTEN. Wohl kein unwesentlicher Fakt, warum der Streifen bei Kritikern und Horrorfilmfans durchwachsene Stimmen erhielt. Sieht man nämlich von der opulenten Bilderflut ab, bleibt gähnende Leere. Beinahe möge man meinen, dass die Macher ihre dünne Handlung um die atmosphärischen Bilder geschrieben und diese stetig erweitert haben. Damit wäre man zumindest auf gleicher Ebene, wie die einst tatsächlich gelebte Hauseigentümerin der Winchester-Villa. Die hat ihr Heim über Jahre auch stetig um Zimmer, Flure und Türen erweitert. Nur hat ihr Lebenswerk die Zeit überdauert. An WINCHESTER – DAS HAUS DER VERDAMMTEN wird man sich hingegen in einigen Jahren nicht mehr erinnern können.
 
 
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WINCHESTER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Optisch opulent in Szene gesetzter Gruselfilm, der aber nicht sonderlich originell ist. Das ist auch schon das eigentliche Problem von WINCHESTER – DAS HAUS DER VERDAMMTEN. Zwar besitzt die Produktion mit HELEN MIRREN eine bekannte und vor allem mit Preisen ausgezeichnete Schauspielerin. Handlungstechnisch wird hier 100 Minuten lang auf Sparflamme geköchelt. Anfangs scheint alles noch äußerst mysteriös zu sein. Doch schnell ist die Katze aus dem Sack und der Streifen hangelt sich von Schockmoment zu Schockmoment, um jenem Subgenre gerecht zu werden, in dem er beheimatet ist. Trotz lautem Gepolter und vielen Jump Scares will weder Spannung noch Angstgefühl entstehen. Für einen Gruselfilm fatal, der eigentlich darauf aus ist, den Zuschauer um den Schlaf zu bringen. Nach dem kommerziell erfolgreichen JIGSAW scheinen die im niedersächsischen Buchholz geborenen Spierig-Brüder kein Glück in Hollywood gehabt zu haben. Ihr Gruselmärchen spielte nicht einmal annähernd so viele Dollars ein, wie gehofft. Aufgrund der Vorlage eine Enttäuschung. Das tatsächliche Winchester-Haus bietet generell viele interessante Kuriositäten, die sogar Stephen King für das Drehbuch zu STEPHEN KINGS HAUS DER VERDAMMNIS inspiriert haben sollen. Potenzial, das die Regisseure PETER und MICHAEL SPIERIG für konventionelles und lahmes Mainstreamkino außer Acht gelassen haben. Die wollten viel, waren dann aber offenbar überfordert. Man merkt’s dem Grusel-Flickwerk an. Mittelmäßige Gruselunterhaltung. Bedauerlich!
 
 
 


 
 
 

WINCHESTER – Zensur

 
 
 
WINCHESTER – DAS HAUS DER VERDAMMTEN ist ein typischer Vetreter der Gattung Geister-Horror. Hier wird nicht gemordert, sondern gespukt. Schocks sind daher an der Tagesordnung. In Deutschland hat der Film eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten und ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

WINCHESTER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im limitierten Digipack)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Winchester: The House That Ghosts Built; Australien | USA 2018

Genre: Horror, Thriller, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 109 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover | Digipack

Extras: Making Of, Interviews, Trailer, Trailershow | zusätzlich im Digipack: 5 Cover-Motive, Deko-Schlüssel zum Film

Release-Termin: 31.08.2018

 

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WINCHESTER – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Geisterschloss (1999)
 
Haunting of Winchester House (2009)
 
Haunted Hill (1999)
 

Filmkritik: „The Lodgers“ (2017)

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THE LODGERS

Story

 
 
 

Im Keller eines irischen Anwesens passieren komische Dinge. Die Bewohner des Hauses machen aber darum ein Geheimnis und spannen das Publikum so auf die Folter.

 
 
 


 
 
 

THE LODGERS – Kritik

 
 
 
Im Jahr 2014 sorgte Regisseur BRIAN O’MALLEY für Furore. Mit seinem Langfilmdebüt LET US PREY bewies der Ire, dass auch Irland Splatter kann und räumte auf einschlägigen Filmfestivals Lob und Preise ab. Wer jetzt aber denkt, dass sich der Filmemacher in eine Schublade pressen lässt und Filme nach immer gleicher Machart fabriziert, irrt gewaltig. Statt erneut Blut-Chaos zu inszenieren, macht der Regisseur für den zweiten Spielfilm eine Kehrtwende. Im Falle von THE LODGERS heißt das: Schluss mit Blut und expliziter Gewalt, hin zu ruhigeren Tönen und gepflegtem Schauer alter Schule. Damit macht er allen Fans altmodischen Gruselhorrors eine Freude, die es eher subtil und zurückhaltend bevorzugen. Doch, ob die Rückkehr zum traditionellen Gruselhandwerk so eine gute Entscheidung gewesen ist? Es wäre nicht das erste Mal, dass sich ein Filmemacher beim klassischen Angstmachen übernimmt, der bisher eher durch handfeste Splatter-Raffinessen aufgefallen ist. Wir klären auf!
 
 
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Eine atmosphärische Schauererzählung alter Schule: Auf einem irischen Landsitz geht es nicht mit rechten Dingen zu. Dort leben die Zwillinge Rachel (CHARLOTTE VEGA) und Edward (BILL MILNER) allein ohne Eltern und haben sich an feste Regeln zu halten. So müssen beide vor Mitternacht in ihren Zimmern sein und kein Fremder darf das Heim betreten. Auch ist ein Verlassen des verwachsenen Grundstücks nicht erlaubt, was die ältere der beiden Jugendlichen aber nicht davon abhält, die Welt außerhalb zu erkunden und sich in den Händlersohn Sean zu verlieben. Doch der Regelverstoß hat Konsequenzen. Offenbar treibt etwas Böses im Keller des Hauses sein Unwesen und wagt sich erst dann aus seinem Versteck, wenn die beiden Waisen den Regeln folgen und um Null Uhr in ihren Betten liegen. Leider plant Rachel bald ein Leben außerhalb der modrigen Behausung, was das Böse im Keller gar nicht für gut heißt. Doch was verbirgt sich hinter dem schaurigen Familiengeheimnis? Um die Antwort darauf zu erhalten, muss man sich bis zum Ende gedulden.
 
 
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Ein altes Herrenhaus, minimalistische Beleuchtung und Gothic-Horror-Gruselatmosphäre, die an die Werke des EDGAR ALLAN POE erinnert. THE LODGERS bringt gute Voraussetzungen mit, um dem Zuschauer das Fürchten zu lehren. Alles dreht sich hier um ein mysteriöses Erbe, was die beiden Hauptdarsteller antreten müssen, aber nicht wollen. So lastet ein unheimlicher Familienfluch auf den Geschwistern, über dessen Hintergründe jedoch geschwiegen wird. Leider ist die Geheimniskrämerei gleichzeitig Fluch und Segen. Natürlich möchte man gern wissen, was da im Keller haust und täglich nach dem Rechten sieht. Doch die Ergründung der mysteriösen Vorkommnisse beansprucht viel Zeit, was nichts für jene ist, die es schnell und hektisch mögen. Regisseur BRIAN O’MALLEY geht es ruhig an und verteilt immer nur kleine Anhaltspunkte, um die Hintergründe über ein Familiengeheimnis möglichst lang verborgen zu halten. Das mag in hektischen Horrorfilmzeiten durchaus löblich sein, gestaltet sich aber im Falle von THE LODGERS äußerst schwerfällig, weil man viel unnützes Füllmaterial verwendet, um eine kleine Geschichte auf Spielfilmlänge bekommen zu können. Da werden regelmäßig surreale Visionen eingespielt, die nichts Gutes verheißen. Zudem ist immer wieder Wasser zu sehen, das vom Boden an die Decke tropft. Das künstliche Hinauszögern mit bedeutungsschwangeren Szenen und visuellen Metaphern überstrapaziert die Geduld des Zuschauers, der zwar mit schaurigen Bildern vertröstet wird, aber sich zu recht bald fragt, wann man denn hier langsam zum Punkt kommt. So schön THE LODGERS auch aussehen mag; in diesem Film passiert einfach nicht viel. Zu oft hat der Zuschauer mit Durststrecken zu kämpfen und wird am Ende nicht einmal dafür entlohnt. Die Auflösung ist nicht sonderlich spektakulär und auf einen Twist hat man gänzlich verzichtet. Angesichts des riesigen Tamtams, der hier veranstaltet wird, sind die Erklärungen für den Spuk dann doch sehr enttäuschend. Da hat man schon bessere Old-School-Gruselei auf dem Bildschirm gehabt. Der britische THE AWAKENING sei an dieser Stelle erwähnt.
 
 
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THE LODGERS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Visuell ansprechendes Gothic-Horrormärchen mit inhaltlichen Schwächen. Hier gilt das Sprichwort: außen hui, innen pfui. THE LODGERS schaut wirklich gut aus. Die schaurige Optik lässt auf gruselige Unterhaltung hoffen und die auf Hochglanz polierten Bilder ziehen schnell in den Bann. Doch die visuellen Raffinessen sind nur Blender. Bis auf seine Auflösung hat der Film kaum Substanz. Die ist nämlich hier gleichzeitig der Höhepunkt und fällt doch enttäuschend aus. Kein raffinierter Twist, kein kreatives CGI-Monster, keine Blutexzesse. Stattdessen surreale Erklärungsversuche, die kein Zuschauer ernst nehmen kann. Da will man die teilweise unbeholfen agierenden Hauptdarsteller tröstend in den Arm nehmen. Deren Charaktere werden zugunsten der gruseligen Bilderflut und einer zwanghaft auf poetisch getrimmten Auflösung vernachlässigt. Da wäre weitaus mehr möglich gewesen. Immerhin: Für Gothic-Horror-Fans einen Blick wert – erwarten sollte man aber nichts.
 
 
 


 
 
 

THE LODGERS – Zensur

 
 
 
Gewalt gibt es im Film eigentlich kaum zu sehen. Ein Gegenstand wird durch eine Hand gejagt, ein älterer Herr wird ermordet und in den Keller geworfen. Weiterhin ertrinkt eine der Filmfiguren und ein anderer Charakter wird erstochen. Die Gewalt-Handlungen werden dabei nicht zeigefreudig zelebriert, sondern passieren im Off oder die Kamera blendet weg. Hierzulande dürfte es für THE LODGERS daher eine FSK16 geben.
 
 
 


 
 
 

THE LODGERS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Epic Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Others (2002)
 
Marrowbone (2017)
 
The Awakening – Geister der Vergangenheit (2011)
 
Die Frau in Schwarz (2012)
 

Filmkritik: „Still/Born“ (2017)

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STILL/BORN

Story

 
 
 

Eine frisch gebackene Mutter erlebt nach der Schwangerschaft den Horror auf Erden. Offenbar will ihr jemand den Nachwuchs stehlen. Doch die Verdächtigungen bringen Mary in Teufels Küche. Nicht jeder will ihr Glauben schenken, dass eine Kreatur aus der Welt des Okkulten das Kind nehmen möchte.

 
 
 


 
 
 

STILL/BORN – Kritik

 
 
 
Als junge Mutter hat man es nicht leicht. Nicht nur, dass man neun Monate mit Stimmungsschwankungen und unstillbaren Futterattacken zu kämpfen hat. Auch die Zeit nach der Geburt kann zur Tortur werden – vor allem, wenn das Kind unermüdlich schreit. Umso heimtückischer, wenn sich Filmemacher genau jene Thematik zunutze machen und daraus einen Horrorfilm drehen. So geschehen mit dem Schocker STILL/BORN, der von jemandem inszeniert wurde, der bisher nur wenig aufgefallen ist. Regisseur BRANDON CHRISTENSEN fungierte als Produzent des etwas anderen Zombiefilms IT STAINS THE SAND RED. Offenbar leckte der noch unerfahrene Filmemacher nach den Dreharbeiten Blut. Daher entstand die Idee zum Psychothriller STILL/BORN, die er mit Kollege COLIN MINIHAN zu Papier brachte, nur um danach selbst auf dem Regiestuhl Platz nehmen zu können. Entstanden ist ein Glückstreffer, wie wir meinen, denn Regisseur BRANDON CHRISTENSEN scheint trotz Unerfahrenheit ein gutes Gespür für Horror zu besitzen. STILL/BORN fesselt nämlich schnell und wird rasch zur schaurigen Achterbahn der Emotionen. Ein solches Talent ist nicht jedem Newcomer in die Wiege gelegt.
 
 
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Ein junges Paar steht vor der Prüfung ihres Lebens. Einerseits ist man glücklich über frischen Nachwuchs. Andererseits bringt ein schrecklicher Schicksalsschlag das Leben von Mary und Jack ins Wanken. Die beiden sind Eltern eines Zwillingspaares. Leider hat nur eines der beiden Kinder die stressige Geburt überlebt, weshalb man nach tränenreichen Tagen versucht das Beste aus der Sache zu machen. Das neue Leben zu dritt soll in einem Traumhaus in einer privilegierten Nachbarschaft beginnen. Doch die Freude schlägt bei Mutter Mary bald in Angst um. Die hört nämlich plötzlich mysteriöse Stimmen aus dem Babyphone und hat auch sonst kein gutes Gefühl mehr. Offenbar schleicht jemand durch die Zimmer und hat es auf Baby Adam abgesehen. Die ominösen Verdächtigungen kommen vor allem bei Vater Jack gar nicht gut an. Der ist nämlich fest davon überzeugt, dass seine Gattin mit einem Trauma zu kämpfen hat, das auf den plötzlichen Tod des Zwillingskindes zurückzuführen ist. Ob er damit Recht behält? Seiner Frau zumindest geht es von Tag zu Tag schlechter. Die ist fest der Überzeugung, dass hier ein Dämon durch das Haus wandelt, der den Nachwuchs fressen will. Da muss jemand her, der helfen kann. Psychologe oder Exorzist? Die Antwort darauf wollen wir an dieser Stelle nicht verraten.
 
 
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Eine traumatisierte und offenbar überforderte Mutter – das ist Stoff aus dem sich effektiver Psychoterror inszenieren lässt, der nicht nur die Hauptdarstellerin von STILL/BORN an den Rand des Wahnsinns treiben lässt. Auch der Zuschauer wird hier gefordert und immer wieder mit heimtückischen Fährten um den Verstand gebracht. Was ist denn nun des Pudels Kern? Will der Familienvater bewusst seine Frau in die Psychiatrie einliefern lassen, um das alleinige Sorgerecht des einzigen Sohnes für sich beanspruchen zu können? Ist Mutter Mary so schwer traumatisiert, dass sie nicht mehr zwischen Realität und Einbildung unterscheiden kann? Oder sind in STILL/BORN tatsächlich paranormale Kräfte am Werk, die es nicht gut mit der jungen Familie meinen? Regisseur BRANDON CHRISTENSEN gelingt das Kunststück, die Antwort darauf bis zum Schluss zu bewahren. Erst wenige Sekunden vor Abspann, wird das Publikum mit der schlüssigen Auflösung konfrontiert, die – wie hätte man es anders erwartet – doch etwas sehr konventionell ausgefallen ist. Das tut der Gruselstimmung aber keinen Abbruch. STILL/BORN ist durchaus sehenswert, weil der Film permanent Verwirrung stiftet und mit seinem Geflecht aus Verdächtigungen und falschen Fährten kaum Leerlauf bietet. Schnell entwickelt sich eine ungemütliche Aura permanenter Hilflosigkeit. Mutter Mary weiß nämlich bald nicht mehr weiter und ist mir ihren Problemen vollkommen allein. Niemand will der überforderten Frau Glauben schenken, weshalb die nach und nach in einen Strudel von Umständen gerissen wird, der natürlich genrebedingt ins Desaster mündet. Dabei entwickelt sich der Streifen schnell zu einem unbequemen Höllentrip, der so einiges abverlangt und – das ist so ziemlich gemein – vor allem Kompromisse scheut. Manch Drehbuchautor scheint es nicht gut mit Figuren und Zuschauern zu meinen. So auch BRANDON CHRISTENSEN. Der spielt mit Publikum und Figuren und hat damit offenbar richtig viel Spaß. Dieser Sauhund!
 
 
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STILL/BORN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
ROSEMARIES BABY lässt grüßen: Dieser Thriller ist definitiv kein Film für werdende Mamas oder frisch gebackene Eltern. STILL/BORN nutzt das Thema „Stress nach der Schwangerschaft“ aus, um daraus irreführenden Horror zu machen. Die junge Hauptdarstellerin genannten Psychothrillers scheint mit ihrer neuen Rolle aus Mutter überfordert zu sein. Das wird als Aufhänger verwendet, um den Zuschauer mithilfe von falschen Fährten zu blenden. Das gemeine Verwirrspiel funktioniert tadellos, denn Macher BRANDON CHRISTENSEN macht es so Filmen wie ROSEMARIES BABY oder DARK CIRCLES gleich. Auch dort bekommen es jungen Eltern mit der Angst zu tun, weil mit der Geburt des Nachwuchses plötzlich seltsame Dinge geschehen. Stress, Depressionen, Einbildung oder doch übernatürliche Ereignisse? Das Spiel mit falschen Fährten gelingt im Falle von STILL/BORN tadellos – auch wenn das kontroverse Ende in seiner Schonungslosigkeit dann doch etwas sehr bitter ausgefallen ist. Low-Budget-Horror at his best. Kann man sich durchaus mal anschauen.
 
 
 


 
 
 

STILL/BORN – Zensur

 
 
 
STILL/BORN ist kein Gewaltfilm. Der Horror ist in diesem Streifen subtiler Natur und wird hauptsächlich durch unheimliche Geräusche und schaurige Visionen bewirkt. Erst am Ende gibt es eine kurze Gewaltszene. Sollte der Film hierzulande veröffentlicht werden, dürfte es für STILL/BORN eine FSK16 geben.
 
 
 


 
 
 

STILL/BORN – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Vertical Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dark Circles (2013)
 
The Noonday Witch (2016)
 
Little Devil (2014)
 

Filmkritik: „The Midnight Man“ (2016)

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THE MIDNIGHT MAN

Story

 
 
 
Ist da eine Erwachsenenversion des Kultfilms JUMANJI? Eine junge Frau öffnet die Büchse der Pandora. Auf dem Dachboden der Oma findet sich beim Stöbern ein altes Spiel. Kaum zu spielen begonnen, öffnet sich das Tor zu Hölle. Bevor falsche Erwartungen geweckt werden: Nein, das hier ist kein weiterer Abstecher in das beliebte HELLRAISER-Universum.

 
 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT MAN – Kritik

 
 
 
Wenn im Horrorfilm Spiele gespielt werden, denkt man vermutlich an die Horror-Serie SAW. Dort wurden bitterböse Spiele gespielt bei denen Teilnehmer nur dann gewinnen konnten, wenn sie dazu bereit waren an körperliche Grenzen zu gehen. Unterm Strich eine blutrote Sache, denn die meisten der dort zelebrierten Spielereien endeten für die unfreiwilligen Überlebenskämpfer mit dem Tod. Ganz anders geht es da im folgenden Horrorfilm weiter. Statt die Splatter-Keule zu schwingen, will man in THE MIDNIGHT MAN den Horror auf klassische Weise heraufbeschwören. Das bedeutet: Weniger Gewalt – dafür zurück zum alten Handwerk. Löbliche Ziele also, die Regisseur TRAVIS ZARIWNY verfolgt. Der Filmemacher hatte vor einigen Jahren bereits von sich hören lassen. Mit dem Remake zu CABIN FEVER bot er Zündstoff und lieferte Horror ab, der sich nicht gerade durch Kreativität auszeichnete. Das Resultat war enttäuschend. Seine Neuinterpretation über einen Menschenfleisch fressenden Virus fiel bei Fans und Kritikern durch und verschwand schnell in der Versenkung. Nicht unbegründet, sah zwar die Neuauflage zu CABIN FEVER verdammt gut aus. Dennoch klammert sich die Neuverfilmung zu sehr am bekannten Stoff und machte das Remake überflüssig. THE MIDNIGHT MAN ist da aus ähnlichem Holz geschnitzt. Auch hier bringt es folgende Floskel auf den Punkt: Außen hui – innen pfui. Manche Filmemacher haben eben kein glückliches Händchen bei der Auftragsauswahl oder einfach nur ein falsches Verständnis für Horror, der das Blut in en Adern gefrieren lassen soll.
 
 
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Bevor man Spiele spielt, sollte man auch deren Anleitung studieren. Leider kommt der Ratschlag für die attraktive Alex zu spät. Die macht sich Sorgen um die an Alzheimer erkrankte Großmutter und zieht daher in das Haus der alten Dame, um sich um das verwirrte Familienmitglied zu kümmern. Doch in der schlecht beleuchteten Hütte geht bald der Horror los. Die Enkelin findet nämlich auf dem Dachboden eine Kiste und darin ein seltsames Spiel. Natürlich ist da die Neugierde groß. Und so kommt was kommen muss. Let’s play a Game: Alex ruft beim ersten Spielzug den boshaften MIDNIGHT MAN herbei, der ebenfalls Lust auf eine Runde Monopoly hat. Doch die Gestalt ist nicht an fairen Spielrunden interessiert. Stattdessen ist ihr Ziel der Tod aller Mitspieler – und sei es mit Lug und Betrug. Weil es Alex bald mit der Angst zu tun bekommt, weiht sie den Liebsten und eine Freundin ein. Ein fataler Fehler, denn somit stehen auch die auf der Todesliste des MIDNIGHT MAN. Was folgt, hätte man besser machen können. Die verängstigten Spielteilnehmer müssen es mit einem nichtmenschlichen Gegner aufnehmen, der alles daran tut, um seine Opfer mit deren Ängsten zu konfrontieren. Leider verhält sich der „Mitternachtsmann“ nicht annähernd so fies, wie anfangs gedacht. Etwas mehr Raffinesse beim Schummeln hätte man schon von einer Gestalt aus der Welt des Übernatürlichen erwartet. Der Drehbuchautor war eben nicht der Ausgeschlafenste
 
 
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Immer wieder kommen uns Filme auf die Mattscheibe, die zwar atmosphärisch inszeniert wurden und Dank ansprechender Optik Eindruck hinterlassen. Blickt man aber hinter die „schöne“ Fassade, bekommen erfahrene Horrorkenner gern mal das kalte Grausen. THE MIDNIGHT MAN ist so ein Kandidat. Hier hat man sich fürs Visuelle so richtig ins Zeug gelegt. Zu sehen gibt es stimmungsvolle Kamerafahrten und eine unheimliche Bilderflut, die gerade wegen minimalistischer Beleuchtung angenehme Schaueratmosphäre bewirkt. Leider hat man sich am gruseligen Bilder-Mix schnell stattgesehen. Deshalb muss Plan B her. Dumm nur, dass auf den verzichtet wurde. THE MIDNIGHT MAN hat außer Optik nur wenig zu bieten. Die Substanz fehlt, denn bei genauerer Betrachtung spult der Streifen eine Geschichte ab, die auf einen Bierdeckel passt und zu oft von Drehbuchschreibern zu Papier gebracht wurde, das sie schnell langweilt. Was woanders im Zuge einer Anthologie Verwendung gefunden hätte oder als Kurzfilm auf Festivals aufgeführt worden wäre, hat man im Falle genannten Gruselstreifens auf Spielfilmlänge geblasen, damit das Resultat auf Blu-ray gepresst werden kann. Ein Schelm, wer da Geldgier vermutet. Dabei ist Gebotenes weit weg von originell. THE MIDNIGHT MAN erinnert nämlich in seiner Machart an so Gruselfilme wie THE BYE BYE MAN oder DER FLUCH DER HEXE. Das sind Filme in denen das Böse versehentlich gerufen wurde und danach einen möglichst heimtückischen Tod für jenen fordert, der es aus dem Schönheitsschlaf gerissen hat. Weil es mittlerweile zu viele dieser Streifen gibt, sind Abläufe relativ vorhersehbar. Die Opfer müssen Wege finden, um der herbeigerufenen Gefahr entkommen zu können. Leider müssen einige von ihnen das Zeitliche segnen, denn ohne Todesopfer verkaufen sich Horrorfilme nur schleppend. Gleiches Erfolgsrezept verfolgt auch THE MIDNIGHT MAN, der mit leichtem Inhalt sein kommerzverwöhntes Publikum nicht überfordern möchte. Der gradlinige Film spult belanglos ab, was ohnehin jeder kennt. Demzufolge bleiben Überraschungen aus. Der einfache Weg ist eben nicht immer der beste.
 
 
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THE MIDNIGHT MAN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärische Geisterbahn mit erschreckend dünner Story. Mehr als düstere Bilder voller Unbehagen besitzt THE MIDNIGHT MAN leider nicht. Da macht sich schnell Langeweile breit, zumal sich der Streifen auch noch ziemlich viel Zeit nimmt seine ohnehin schon überschaubare Geschichte zu erzählen. Statt originell und überraschungsreich setzt man auf Altbewährtes. Das bedeutet, dass man eher den konventionellen Weg einschlägt und Horror aus der Klischee-Kiste serviert. Da fragt man sich doch glatt, wie sich zwei Horrorikonen im Film verlaufen haben. Keine Geringeren als ROBERT ENGLUND und LIN SHAYE sind zu sehen. Letztere ist im Horrorgenre Dauergast und tritt in gefühlt jeder zweiten Horror-Produktion auf. Offenbar gab’s im Falle von THE MIDNIGHT MAN anständige Gage. Anders lassen sich die Cameos genannter Horror-Altstars nicht erklären. Besser wird der Film trotz Kurzauftritte leider nicht. Dazu fehlt es THE MIDNIGHT MAN eindeutig an Ideen und Neuerungen. Standard-Gruselware ohne Überraschungen. Irgendwie überflüssig!
 
 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT MAN – Zensur

 
 
 
Der Hauptfokus in THE MIDNIGHT MAN liegt auf subtilen Horror. Viel Gewalt wird nicht gezeigt. Zu Beginn werden einige Kinder von einer unsichtbaren Macht getötet. Danach ist hinsichtlich Gewalt Funkstille. Erst im Finale gibt’s noch kurze Schauwerte zu sehen. Das hat THE MIDNIGHT MAN eine FSK16 eingebracht.
 
 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT MAN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Midnight Man; USA 2016

Genre: Horror, Thriller, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow, Featurette: Behind the Scenes

Release-Termin: 09.03.2018

 

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THE MIDNIGHT MAN – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Universum Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Bye Bye Man (2017)
 
The Midnight Game (2013)
 
Candyman’s Fluch (1992)
 
Boogeyman 3 (2008)
 

Filmkritik: „I Remember You“ (2017)

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I REMEMBER YOU

(Ég man þig)

Story

 
 
 
Im ländlichen Island geht es nicht mit rechten Dingen zu. Das Verschwinden eines kleinen Jungen bringt einen mysteriösen Mordfall ins Rollen, der selbstverständlich gelöst werden muss.

 
 
 


 
 
 

I REMEMBER YOU – Kritik

 
 
 
Jedes Jahr um die Sommerzeit zieht ein Fest durch Deutschland, das Genre-Fans hellhörig werden lässt. Dort nämlich werden aktuelle Filme aus den Bereichen Horror, Thriller und Fantasy auf die Leinwand gebracht, die es nach der Aufführung gern mal auf DVD und Blu-ray schaffen. Die Rede ist vom FANTASY FILMFEST, das sich mittlerweile zur ersten Adresse bei Fans des phantastischen Kinos entwickelt hat, weil die Veranstalter Spreu vom Weizen trennen. Statt üblen Low-Budget-Unfug und austauschbare Billigware zu zeigen, versuchen die Macher Filme aufzuführen, die auch einem gewissen Qualitätsstandard entsprechen. Wohl auch ein Grund für die Beliebtheit der Veranstaltung, weil das Fest vor Augen führt, dass unabhängiges Genrekino weit mehr kann, als das was uns Hollywood versucht vorzugaukeln.
 
 
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Weg vom bekannten Gruseleinerlei hin zu unkonventioneller Angstmacherei. Mit genau jenem Konzept konnte auch das isländische Mysterydrama I REMEMBER YOU glänzen, das sich auf genannter Veranstaltung als Publikumsliebling entpuppte. Während das FANTASY FILMFEST nämlich in verschiedenen Städten eine Reihe von Genrestreifen im Kino zeigt, darf das Publikum die Besten der Besten küren. Dabei mauserte sich genannter Island-Export schnell zum Geheimtipp und kletterte mit seiner etwas anderen Machart an die Spitze der beliebtesten Gruselfilme des FANTASY FILMFEST 2017. Ganz unbegründet ist die Entscheidung der Zuschauer nicht. I REMEMBER YOU ist nämlich wirklich gut, aber zweifelsohne nichts fürs Kommerzpublikum. Allein dessen ist dieser isländische Genre-Beitrag aber schon mal eine Sichtung wert.
 
 
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I REMEMBER YOU beansprucht die volle Aufmerksamkeit des Zuschauers. Hier werden nämlich zwei Geschichten erzählt, die offenbar miteinander verbunden sind. So wollen drei junge Leute auf einer isländischen Insel ein Haus auf Vordermann bringen, um es zahlenden Touristen als Bed-and-Breakfast-Hotel zur Verfügung zu stellen. Die Arbeiten sind mühselig, hat seit über 60 Jahren kein Mensch mehr hier gewohnt. Doch die Renovierungsarbeiten stehen unter keinem guten Stern. In der Hütte scheint es nicht mit rechten Dingen zuzugehen und auch zwischen den Anwesenden beginnt es bald zu brodeln, weil private Konflikte ans Tageslicht kommen. Währenddessen wird Kilometer weiter ein seltsamer Selbstmord untersucht. Dort hat sich eine alte Dame das Leben genommen auf deren Körper man sonderbare Verletzungen findet. Der ermittelnde und selbst von Sorgen zerfressende Psychologe Freyr beginnt zu forschen und kommt dabei einem Geheimnis auf die Spur, das ihm bald das Blut in den Adern gefrieren lässt.
 
 
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Auf Island kommt man langsam in die Gänge. Nach dem unheimlichen Abschiedsdrama RIFT folgt nun ein weiterer Gruselfilm, der gekonnt die Kulisse isländische Abgeschiedenheit nutzt, um daraus düstere Unterhaltung mit Anspruch zu machen. Offenbar nimmt man sich Schweden als Vorbild, wo selbst die Traumfabrik vor der unkonventionellen Machart den Hut zog und sich Rechte für Genre-Ware krallte, um daraus neu interpretiertes Kinomaterial im amerikanische Stile zu produzieren. Gleiches könnte auch mit I REMEMBER YOU passieren, denn der Film besitzt eine verschachtelte Geschichte, die gleichzeitig auch die Quintessenz dieses etwas anderen Geisterfilms ist. Spuk ist hier zwar vorhanden, spielt aber eine untergeordnete Rolle. Im Mittelpunkt stehen seltsame Todesfälle, die gelöst werden müssen. Passender Stoff also für Hobby-Detektive und leidenschaftliche Krimifans, denn I REMEMBER YOU ist bei genauerer Betrachtung eher ein spannender Kriminalfall, welcher an skandinavische TV-Thriller erinnert und sich erst am Ende im Geisterfach verirrt, um etwas Gänsehaut bescheren zu können. Dabei nimmt sich Regisseur ÓSKAR THÓR AXELSSON besonders viel Zeit beim Erzählen seiner Geschichte und analysiert dabei auch die Sorgen seiner authentischen Hauptdarsteller, die ohnehin schon von Schicksalsschlägen gebeutelt sind. Das macht I REMEMBER YOU auch auf emotionaler Ebene brauchbar und glaubhaft, was vor allem Schauspieler JÓHANNES HAUKUR JÓHANNESSON zu verdanken ist, der hier als Psychologe wegen des verschwundenen Sohns durch die Höhle geht. Mit ihm fühlt man mit, weil der unter dem kuriosen Verschwinden seines Kindes leidet. Der begegnet dem Sohnemann plötzlich an den undenkbarsten Orten und folgt ihm auf eine Spur, die am Ende des Rätsels Lösung ist. Berührend – auch wenn erst nach und nach viele Puzzleteile ein plausibles Ganzes ergeben.
 
 
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Der langsam und bedacht inszenierte I REMEMBER YOU beweist einmal mehr, dass es kein Blut oder reißerischer Spezialeffekte bedarf, um spannende Geschichten zu erzählen. Hier wird unheimliche Stimmung auf anderem Wege hervorgerufen. Der Film bewirkt gespenstiges Unbehagen durch einfache Mittel, wie sporadische Belichtung, trostlose Kulissen und grummelnden Sound. Letzterer dürfte Besitzer von Heimkinoanlagen das Fürchten lehren, weil der Subwoofer just in jenen Momenten besonders aktiv wird, wenn drohendes Unheil naht. Effektive Gruselzutaten, um einen sehenswerten Genrefilm zu inszenieren. Das ist I REMEMBER YOU mit Sicherheit.
 
 


 
 
 

I REMEMBER YOU – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Die isländische Version des gefeierten Geisterklassikers WENN DIE GONDELN TRAUER TRAGEN. Was hier wie eine Folge CSI:Rejkjavik beginnt, mausert sich ganz schnell zu einem fesselnden Mysterythriller, der vor allem wegen seiner verworrenen Handlung und der für Gruselfilme eher ungewöhnlichen Kulisse auf ganzer Linie überzeugt. Karge Landschaften treffen auf nicht minder karg eingerichtete Häuser und von Sorgen geplagte Figuren, die Teil eines ungewöhnlichen Genre-Mixes sind, der auf einem bekannten Bestseller beruht. Den Plot zum Film hat sich nämlich die vielfach ausgezeichnete Kriminalautorin YRSA SIGURÐARDÓTTIR ausgedacht, die mit dem zugehörigen Roman „Ég man þig“ einen isländischen Krimi verfasst hat, der angeblich bei Erscheinen im Jahr 2010 so viele isländische Leser nächtelang wach gehalten hat, wie wenige Bücher zuvor. Ganz unbegründet ist die Hype nicht. Auch die Verfilmung ist nicht ohne und fesselt mit mehreren Erzählebenen bis zum Schluss. Schnell ist man mittendrin und kann sich dem Mysterium nicht mehr entziehen, das sich im Film wie eine Schlaufe um alle Beteiligten zieht. I REMEMBER YOU besitzt zwar einen unterkühlten Look, ist aber zutiefst emotional und atmosphärisch stimmig. Da sag noch einer, die Isländer würden von der übrigen Welt nichts mitbekommen. In Sachen Genrefilm hat man auf der Insel im Norden offenbar einiges dazugelernt. I REMEMBER YOU zumindest ist eine Glanzleistung in Sachen Mysterykino. Geheimtipp für anspruchsvolle Cineasten!
 
 
 


 
 
 

I REMEMBER YOU – Zensur

 
 
 
I REMEMBER YOU hat eigentlich kaum Gewalt zu bieten. Zwei Protagonisten werden von herabfallenden Steinen erschlagen und verenden an ihren Verletzungen. Zudem gibt es eine mumifizierte Kinderleiche und tote Körper mit seltsamen Wundmalen zu sehen. Hierzulande hat der isländische Horrorfilm eine FSK16 erhalten und ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

I REMEMBER YOU – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Concorde Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Ég man þig; Island 2017

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Isländisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Deutsch, Englisch

Bild: 2.40:1 | @23,976 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 105 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Deutscher Kinotrailer, Original-Kinotrailer

Release-Termin: 18.01.2018

 

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I REMEMBER YOU – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Packshot und Grafiken liegen bei Concorde Filmverleih GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
We Go On (2016)
 
Devil in the Dark (2017)
 
Wenn die Gondeln Trauer tragen (1973)