Filmreview: „Beneath“ (2013)

beneath-2013
 
 
 

BENEATH – ABSTIEG IN DIE FINSTERNIS

Story

 
 
 
Nach einem Unfall ist eine Gruppe Bergleute Untertage von der Außenwelt abgeschottet und muss 72 Stunden auf Rettung warten. Die beklemmende Situation scheint jedoch noch das Beste zu sein, was ihnen an diesem Tag widerfahren ist, denn mit dem Einsturz wurde auch etwas Unheimliches freigelegt …
 
 
 


 
 
 

BENEATH – Kritik

 
 
 
Das Wort BENEATH scheint derzeit immer wieder Verwendung bei der Titelkreation von Horrorfilmen zu finden. Erst kürzlich haben wir einen Streifen mit gleichem Titel besprochen, der vom amerikanischen Horror-Kanal CHILLER in Produktion gegeben wurde und inhaltlich mit seiner Monsterfisch-Thematik jedoch eine ganz andere Richtung einschlägt. Gleiches gilt übrigens auch für den von DAGEN MERRILL inszenierten Mystery-Thriller, der von PARAMOUNT CLASSICS und MTV FILMS hergestellt und für eine lukrative DVD-Auswertung bereits im Jahr 2007 in die Händlerregale gebracht wurde. Der nun vorliegende BENEATH schmückt sich zwar mit gleichem Namen, ist jedoch im Unterschied zu den genannten Genre-Werken um Längen besser. Demnach sollte der interessierte Horrorfan Vorsicht walten lassen und beim Kauf darauf achten, dass er auch wirklich den richtigen BENEATH in den Einkaufskorb legt. Schließlich verliert man bei so vielen Filmen mit gleichem Schriftzug auf dem Cover schnell den Überblick.
 
In der Tiefe hört dich niemand schreien – mit einem derart reißerischen Untertitel hätte man vermutlich der Verwechslungsgefahr entgegenwirken und das Interesse der Zuschauer für sich gewinnen können, schließlich umschreibt der Slogan trefflich, was den verängstigten Protagonisten in BEN KETAIS Thriller passieren wird. Umso verwunderlicher, dass der Streifen, zumindest in seinem Herstellungsland, von solch werbewirksamen Floskeln absieht und ohne mediales Brimborium auf Heimkinomedium ausgewertet wurde. Eine durchaus mutige Entscheidung der Macher, hat sich doch Regisseur BEN KETAI mit der miserablen Video-Fortsetzung zu 30 DAYS OF NIGHT nicht gerade mit Ruhm bekleckert, so dass sein neuer Film BENEATH verständlicherweise mit eher gemischten Gefühlen von Fans erwartet werden dürfte. Allen Skeptikern zum Trotz darf man jedoch verlauten lassen, dass KETAI einen überraschend sehenswerten Film abgeliefert hat, der sich recht effektiv bei den menschlichen Urängsten bedient und die auch gleich zum Thema eines bemerkenswert guten Grusel-Trips gemacht hat.
 
Samantha Marsh (KELLY NOONAN) steigt in BENEATH zusammen mit ihrem Vater (ein erschreckend gealterter JEFF FAHEY) und dessen Arbeitskollegen hinab in ein dunkles Bergwerk, um einerseits den kränkelnden Papa an seinem letzten Arbeitstag noch einmal über die Schulter schauen zu können und um den übrigen Herrschaften zu beweisen, dass auch eine Rechtsanwältin in Extremsituationen ihren Mann stehen kann. Frauen am Arbeitsplatz bringen Unglück – eine Bergbauweisheit, die sich in BENEATH rasch bewahrheitet, denn während Bohrarbeiten im Inneren der Mine kommt es zu einem Unfall und die Gruppe wird verschüttet. Nun ist guter Rat teuer, denn bis Rettung eintrifft werden knapp 72 Stunden vergehen. Zeit, die die Überlebenden jedoch nicht haben, schließlich ist hier unten nicht nur der Sauerstoff knapp. Glaubt man den Legenden wurden in den 1920ern hier bereits schon einmal 19 Bergleute unter ähnlichen Umständen begraben. Leider konnten deren Überreste bis heute nicht ausfindig gemacht werden. Eine Tatsache, die den Verschütteten während ihres Überlebenskampfes nicht gerade förderlich ist, erkennen sie doch, dass mit dem Einsturz etwas Unheimliches befreit wurde.
 
Paranoia-Thriller oder Geister-Horror? So wirklich festlegen wollten sich die beiden Drehbuchautoren PATRICK DOODY und CHRIS VALENZIANO beim Schreiben vermutlich nicht. BENEATH ist nämlich einer dieser doppelbödigen Filme, deren Erklärung sich der Zuschauer selbst zusammenreimen muss. Die verschütteten Protagonisten müssen sich diversen Ängsten stellen. So werden die Charaktere nicht nur mit permanenter Sauerstoffknappheit konfrontiert. Zusätzliche Stressfaktoren wie Dunkelheit, Klaustrophobie und plötzlich auftretende Panikattacken erschweren den Kampf ums Überleben enorm. Nach körperlichem Stress folgt Realitätsverlust, der dafür sorgt, dass sich die Kumpels gegenseitig abschlachten, spielt ihnen doch die eigene Psyche gemeine Streiche. Dass die Paranoia durch die Legende von den verschollenen Bergarbeitern aus den 20ern nur unnötig vorangetrieben wird, dürfte nur logisch sein. Wer sich im Übrigen mit plausiblen Erklärungen schwer tut, darf sich natürlich auch gern seinen eigenen, paranormalen Erklärungsansatz zusammenwürfeln, denn auf Horror-Ebene funktioniert BENEATH genauso gut. So werden aus Wahnvorstellungen flink besessene Minenarbeiter, in deren Körper die Geister jener Bergleute geschlüpft sind, die vor fast 100 Jahren mehrere Meter unter der Erde einen grausamen Tod gefunden haben.
 
Regisseur BEN KETAI jongliert ganz selbstsicher mit Nervenkitzel und Gänsehaut. Das schwach beleuchtete Setting bewirkt zusammen mit einigen grotesk anmutenden Morphing-Effekten maximales Gruselfeeling und eine temporeich inszenierte Höhlen-Hatz (THE DESCENT lässt grüßen) macht aus BENEATH packend gewerkelte Gruselunterhaltung. KETAIS Überlebensfilm lässt sich in keine Schublade pressen. Die Tatsache, dass der Zuschauer keine Antworten auf dem Silbertablett serviert bekommt, macht BENEATH äußerst reizvoll. Und gerade der Umstand, dass Macher BEN KETAI den Zuschauer bis zum Abspann im Unklaren lässt, welche Richtung BENEATH nun einschlagen wird, sorgt dafür, dass der Spannungspegel konstant beibehalten werden kann. Leider stört mal wieder das „Alles total wahr“-Gequassel zu Beginn. Seit jedes zweite Horrorwerk mit dem „Inspiriert von“-Slogan um die Gunst der Käuferschar buhlt, geht einem als Horrorfan jene Vermarktungsstrategie gehörig auf den Zünder. Dennoch, sieht man von diesem kleinen Manko ab, ist BENEATH zweifelsohne beängstigend-klaustrophobisches Horror-Kino, das für einen schnellen Pulsschlag sorgen dürfte.
 
 
 


 
 
 

BENEATH – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Im Dunkeln ist gar nicht gut Munkeln. BENEATH ist klaustrophobischer Höhlen-Horror, der die Spannungsschraube minutiös fester dreht. Die menschlichen Urängste haben nun bereits schon unzählige Regisseure zum Thema ihrer Filme gemacht und nur wenigen von ihnen ist es in letzter Zeit gelungen Gruselstreifen in die Heimkinos zu bringen, die auch dem Zuschauer einiges abverlangt haben. Regisseur BEN KETAI hat nach 30 DAYS OF NIGHT: DARK DAYS endlich guten Horror gebastelt, der sich der Urangst-Problematik bedient und dennoch nicht zwingend im Horror-Bereich einzuordnen ist. Er überlässt dem Zuschauer nämlich selbst, in welche Schublade er BENEATH stecken möchte. Ob nun nur packender gedrehter Paranoia-Überlebens-Thriller oder unheimlich inszenierter Geister-Schocker – die Entscheidung fällt letztendlich der Horrorfan selbst. Fakt ist, dass BENEATH beidseitig funktioniert und 90 Minuten wohliges Schauern garantiert. Deshalb: Ein sehenswerter Horrortrip unter Tage.
 
 
 


 
 
 

BENEATH – Zensur

 
 
 
BENEATH ist kein Metzel-Feuerwerk für Splatter-Fans. Hier töten sich die Protagonisten selbst, wobei unklar bleibt, ob sie im Wahn handeln oder von Geistern besessen sind. Meist bekommt der Zuschauer jedoch nur das Ergebnisse deren Handelns zu Gesicht. Einige verstörende Morphing-Effekte verstärken das Grusel-Feeling. Der Film wurde ungeschnittenen ab FSK16 freigegeben.
 
 
 


 
 
 

BENEATH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
beneath-blu-ray

(c) METEOR FILM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Beneath; USA 2013

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover – Erstauflage im Schuber

Extras: Interviews, Drehvorbereitungen, Featurette „Die Neunzehn“, Newsreel, Teaser, Trailershowr

Release-Termin: 24.10.2014

 

Beneath – Abstieg in die Finsternis [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

BENEATH – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Underneath (2013)
 
The Descent (2005)
 
The Cave (2005)
 
The Descent 2 (2009)
 
The Cavern – Abstieg ins Grauen (2005)
 
Underground – Tödliche Bestien (2011)
 
In Darkness We Fall (2014)
 

Filmreview: „Deep in the Darkness“ (2014)

Deep-in-the-Darkness-2014
 
 
 

DEEP IN THE DARKNKESS

Story

 
 
 
In der amerikanischen Kleinstadt Ashborough ist etwas Böses in Gange. Als Dr. Michael Cayle die Praxis des verstorbenen Mr. Ferris übernimmt, häufen sich seltsame Ereignisse, deren Ursache sich unter dem Ort versteckt. In Höhlen unter der Erde haust das Böse, dessen Existenz von den Einheimischen seit Jahrhunderten verschwiegen wird …
 
 
 


 
 
 

DEEP IN THE DARKNKESS – Kritik

 
 
 
Das Böse versteckt sich im Horrorfilm allzu gern hinter der friedliebenden Fassade amerikanischer Kleinstädte. Ob HALLOWEEN, CRITTERS oder KINDER DES ZORNS – das ländliche Amerika ist nicht frei von Gefahren, lauern hier doch meist ausgefuchste Serienkiller, fiese Monster oder gefräßige Aliens ganz geduldig auf ihre ahnungslosen Opfer. Auch einige Protagonisten in DEEP IN THE DARKNESS machen unerfreuliche Bekanntschaft mit den Schattenseiten der abgeschiedenen Kleinstadtidylle, denn da wo sich Fuchs und Hase „Gute Nacht“ sagen, liegt nicht immer der Hund begraben. Der Horrorfilm hat gelehrt, dass meist Bewohner jener Orte finstere Geheimnisse hüten, an denen sich Filmhelden Zuflucht und Geborgenheit versprochen haben. Schnüffeln diese sich dann durch die unheimliche Chronik der Ortschaft passiert es nicht selten, dass sich verschlafene Städtchen als Vorhof der Hölle entpuppen. Horror-Sender CHILLER legt nach ANIMAL und CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR hausgemachten Horrorstoff nach und macht dem amerikanischen SYFY-Channel mit eigens produzierten Filmen Konkurrenz. DEEP IN THE DARKNESS heißt die neue Eigenkreation made by CHILLER FILMS, jenem hauseigenem Filmstudio das frisches Gruselmaterial für den TV-Kanal CHILLER produziert, damit Sendeplätze gefüllt werden können. Horror-Fans freut es, denn die Gruselwerkstatt hat schon einige Male bewiesen, dass Potenzial für solide Unterhaltung vorhanden ist.
 
Ähnlich wie im kürzlich besprochenen DEAD SOULS hat sich CHILLER FILMS auch für den neuen Ausflug ins düstere Genre bei einem Horror-Roman bedient. Autor MICHAEL LAIMO lieferte bereits 2004 die Grundlage für DEEP IN THE DARKNESS und ließ sich hierfür vom TV-Streifen DON’T BE AFRAID OF THE DARK (1973) inspirieren, dem ja bekanntlich vor einigen Jahren die Gunst eines Remakes zuteil wurde. Leider haben, wie Remakes auch, Filmadaptionen lesenswerter Bücher meist keinen guten Ruf. Die kreative Vorstellungskraft manch phantasiebegabten Lesers lässt sich nun mal nicht so einfach in ebenso aussagekräftige Bilder fassen. DEEP IN THE DARKNESS macht da selbstverständlich keine Ausnahme, insofern man die Vorlage überhaupt kennt. Schraubt man jedoch die Erwartungen etwas herab und lässt den Hang zur Plausibilität außen vor, verspricht dieser Gruseltrip durchaus spannende Minuten.
 
Dr. Michael Cayle (SEAN PATRICK THOMAS) lässt den Trubel der Großstadt hinter sich und zieht samt Familie in die kleine Gemeinde Ashborough, New Hampshire. Ein nettes Eigenheim hat es ihm dort angetan, welches ihm für kleines Geld von Arztwitwe Mrs. Ferris verkauft wird. Ein lukratives Schnäppchen und eine gute Gelegenheit auch gleich im Ort zu praktizieren, was von den Einheimischen mehr als dankend angenommen wird. Dass der smarte Michael gerade wegen seiner dunklen Hautfarbe nicht so recht ins beschauliche Kleinstadtleben passen mag, interessiert hier niemanden, schließlich ist man im heimeligen Ashborough froh, dass hier überhaupt jemand behandeln will. Seltsamerweise scheint hier die Zeit stillzustehen, denn Handyempfang und Kabelfernsehen gibt es nicht. Zudem ist Sheriff Godbout um das Wohl seiner Mitmenschen besorgt. Eine strikte Ausgangssperre soll dafür sorgen, dass die Einwohner am frühen Abend nicht mehr die Häuser verlassen. Was kurios klingt, hat selbstverständlich auch seine Richtigkeit. Der Ort birgt seit Jahrhunderten ein grausiges Geheimnis. Unter der Erde haust ein Stamm von Wilden, welche die gesamte Stadt steuern und deren Existenz seit Generationen geheim gehalten wird. Regelmäßige Opfergaben sollen die Wesen milde stimmen und den Einwohnern ein sorgloses Leben in der kleinen Gemeinde ermöglichen. Für Dr. Michael Cayle durchaus Grund zu Besorgnis, sieht er doch das Wohl seiner Familie in Gefahr. Leider wird ein Umzug durch den Zusammenhalt der Bewohner erschwert, denn wer einmal seine Zelte in Ashborough aufgeschlagen hat, darf den Ort so schnell nicht wieder verlassen.
 
Egal welche CHILLER FILMS-Produktion man zu sehen bekommt, man mag das Gefühl nicht loswerden wollen, dass es sich die Filmschmiede zur Aufgabe gemacht hat, Streifen zu drehen, die an die beliebte GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Reihe erinnern. Wie einst die fürs TV konzipierte Comic-Serie glänzt die CHILLER- Hausmannskost durch stimmigem Aufbau und meist makabrem Ende. DEEP IN THE DARKNESS reiht sich so problemlos in die bis dato abwechslungsreich inszenierten CHILLER-Grusler ein und darf sogar als eine der bisher besten Produktionen des Studios gewertet werden. Hinter dem nicht üblen Mix aus THE WICKER MAN, THE DESCENT und ROSEMARIES BABY steckt COLIN THEYS, der sich schon einmal für DEAD SOULS und REMAINS OF THE WALKING DEAD auf den Regiestuhl begeben und zwei Gruselfilme für den Horror-Kanal CHILLER beigesteuert hat. Lobenswerterweise scheint THEYS von Film zu Film besser zu werden, denn DEEP IN THE DARKNESS entpuppt sich als klassisches Horror-Mär, dass vor allem mit geschickt getrickstem Monster-Design überrascht. Hier hat man sich zwar etwas zu dreist beim britischen Höhlen-Schocker THE DESCENT bedient; die wenigen Momente in denen die Kreaturen jedoch vor die Kamera sausen wurden charmant Old-School-like in Szene gesetzt. Sympathisch Old-School ist im Übrigen auch die gesamte Geschichte, denn DEEP IN THE DARKNESS ist eines jener Werke, in denen das Unheil subtil und langsam heraufbeschworen wird. Es verschwinden Tier- und Menschenkörper unter mysteriösen Umständen und die Bewohner des Ortes scheinen ungern mit Neuankömmlingen über das gut gehütete Stadtgeheimnis sprechen zu wollen. Seichter Mystery für empfindsame Gemüter ist bis zur Halbzeit garantiert, gelingt es doch Drehbuchautor JOHN DOOLAN die Spannung konsequent zu steigern, um die Auflösung des Spuks möglichst lang hinauszuzögern.
 
Mit SEAN PATRICK THOMAS hat man einen zugänglichen Helden gefunden, der nie mehr als der Zuschauer weiß. Während die Einheimischen aus Angst vor Konsequenzen wie ferngesteuert agieren, findet Filmfigur Dr. Michael Cayle immer mehr Teile eines Puzzles, die am Ende ein plausibles Ganzes ergeben. Für den Zuschauer ergeben jedoch viele Gegebenheiten im Film kaum Sinn, denn Autor JOHN DOOLAN hat Logik aus dem Drehbuch verbannt. DEEP IN THE DARKNESS strotzt nur so vor Unklarheiten und Plotlöchern. So will nicht einleuchten, warum in Ashborough weder Handyempfang noch Kabelfernsehen existiert, aber problemlos im Internet gesurft werden kann. Zudem bleibt die Frage ungeklärt, wie sich die Gemeinde selbst versorgt, wenn doch niemand die Stadt verlassen darf. Wie jedoch ausgerechnet ein Landarzt zu einer Kiste mit hochinfektiösen Killerviren kommt, die er selbstverständlich am Ende im Kampf gegen die fleischgeilen Kreaturen einsetzt, bleibt wohl ein ewiges Mysterium.
 
 
 


 
 
 

DEEP IN THE DARKNKESS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Unheimliches Gruselmärchen mit einem Schuss THE DESCENT. Bereits Kult-Autor STEPHEN KING erkannte das Grusel-Potenzial amerikanischer Kleinstädte, in denen meist nicht alles so friedlich scheint, wie man es auf den ersten Blick vermuten würde. In vielen seiner Horrorgeschichten, versteckt sich das Grauen hinter der friedliebenden Fassade ländlicher Gemütlichkeit. Genau jene Richtung schlägt auch COLIN THEYS mit seinem DEEP IN THE DARKNESS ein und bringt nun schon zum dritten Mal Schauermaterial für den amerikanischen Horrorsender CHILLER ins Fernsehen. Sein DEEP IN THE DARKNESS ist ein charmant-altmodischer Grusel-Cocktail, der sich von Filmen wie THE DESCENT, THE WICKER MAN und ROSEMARIES BABY hat inspirieren lassen. Während der erste Teil der Handlung klassische Gänsehaut-Unterhaltung verspricht und sich das Grauen subtil durch die Geschichte frisst, gibt es in der zweiten Hälfte düsteres und temporeiches Horrorfutter für Fans des Genres. Großes Kompliment gilt hierbei den Schöpfern der Filmmonster, die zwar schlicht, aber durchaus beängstigend durch die Szenerie kriechen. Mit Sicherheit ist DEEP IN THE DARKNESS kein großer Wurf; dennoch hat Regisseur COLIN THEYS überdurchschnittlich gute Horrorunterhaltung gefertigt, die besser ist, als das was einem momentan im Handel als Horror verkauft wird.
 
 
 


 
 
 

DEEP IN THE DARKNKESS – Zensur

 
 
 
DEEP IN THE DARKNKESS ist ein eher zurückhaltendes Schauer-Märchen, das eher von Atmosphäre und Gruselgehalt lebt. Es gibt zu Beginn eine aufgeschlitzte Frau zu sehen und im späteren Verlauf eine düstere Operationsszene, in der einer der Kreaturen der Bauch aufgeschnitten wird, um ihr die Geburt mittels Kaiserschnitt erleichtern zu können. Brutal oder sinnlos blutig ist DEEP IN THE DARKNKESS demnach nicht und eine FSK16 vollkommen gerechtfertigt.
 
 
 


 
 
 

DEEP IN THE DARKNKESS – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Underneath (2013)
 
The Descent (2005)
 
Needful Things – In einer kleinen Stadt (1993)
 
Beutegier (2009)
 
Humans – Sie haben überlebt (2009)
 
High Lane – Schau nicht nach unten! (2009)
 

Filmreview: „All Cheerleaders Die“ (2013)

ALL-CHEERLEADERS-DIE-2013
 
 
 

ALL CHEERLEADERS DIE

Story

 
 
 
Eine Gruppe Cheerleader steigt aus ihrem nassen Grab, um sich als blutgierige Zombies an ihren Mördern zu rächen …
 
 
 


 
 
 

ALL CHEERLEADERS DIE – Kritik

 
 
 
Remakes von Horrorfilmen sind im Genre mittlerweile nichts Ungewöhnliches mehr. Leider versucht sich Hollywood vermehrt darin den ganz großen Klassikern der Horrorwelt eine Frischzellenkur zu verpassen, was bei Fans jedoch meist auf Unverständnis stößt. Bei denen läuten bereits Wochen vor Drehbeginn die Alarmglocken, setzen doch eingefleischte Filmliebhaber das überflüssige Neuverfilmen ihrer beliebten Klassiker mit einem Sakrileg gleich. So ganz unbegründet ist deren Recyclingboykott verständlicherweise nicht, schließlich wurden in letzter Zeit Filme durch die Wiederverwertungs-Maschinerie gejagt, welche Jahrzehnte nach ihrem Entstehen beim Zuschauer immer noch maximales Grauen bewirken und nicht zwingend eine Neuverfilmung benötigt hätten. Gerissenen Produzenten Hollywoods ist die Skepsis der Zuschauer jedoch egal, denn so lange sich damit schnell Geld verdienen lässt werden auch weiterhin bekannte Titel der Horrorwelt lieblos und kommerzorientiert in die Lichtspielhäuser gebracht.
 
ALL CHEERLEADERS DIE ist auch ein Streifen, der in die Rubrik „Horror-Remake“ einzuordnen ist. Doch bevor ein lautes Stöhnen die Runde machen wird, können wir Entwarnung geben, denn ALL CHEERLEADERS DIE ist einer jener Filme von dem niemand vermutet hätte, dass es ihn schon einmal gegeben hat. Horror-Maestro LUCKY MCKEE steckt hinter dem Reboot und hat weit vor Genre-Hits wie MAY – SCHNEIDERIN DES TODES (2002) und THE WOMAN (2011) mit dem No-Budget-Trash ALL CHEERLEADERS DIE versucht mehr oder weniger erfolgreich Fuß im Filmbusiness zu fassen. Zwölf Jahre nach Entstehung des Originals kommt der Horrorspaß noch einmal in die Wohnzimmer, natürlich mit mehr Budget, besseren Schauspielern und professionellen Effekten. Alles beginnt wie in jedem amerikanischen Highschool-Filmchen, wo Schüler als erstes nach Stereotypen gruppiert werden. Während Außenseiter und Eigenbrödler vergebens nach Aufmerksamkeit streben und versuchen Zuflucht in ihrer eigenen kleinen Welt zu finden, gibt es auch in ALL CHEERLEADERS DIE natürlich die selbstverliebten und coolen Kids der Schule, mit denen nicht immer gut Kirschen essen ist. Regisseur LUCKY MCKEE persifliert für sein Horror-Remake ganz luftig-locker sämtlich Highschool-Klischees auf überspitzt-zynische Weise und hat sichtlich Spaß daran, seine Figuren auch mal selbstironisch durch den Kakao zu ziehen. So gefällt, wie er die Objektivierung der Frau im Horrorfilm mit fast schon satirischem Unterton an den Pranger stellt. Schließlich wird das weibliche Geschlecht im Genre meist primär als Sexobjekt dargestellt, dem es des Öfteren an Intelligenz mangelt.
 
Der gar nicht mal so üble Mix aus BUFFY, GIRLS UNITED und CHARMED erzählt die Geschichte von Hobby-Hexe und Wahrsagerin Leena (SIANOA SMIT-MCPHEE), die mit argwöhnischen Augen die Entwicklung von Ex-Freundin Maddy (CAITLIN STASEY) beobachtet. Die schöne Brünette ist seit einiger Zeit darum bestrebt in der Cheerleader-Clique aufgenommen zu werden, um die dreisten Machenschaften von Football-Spieler Terry (TOM WILLIAMSON) aufdecken zu können. Der Mannschaftskapitän des schuleigenen Football-Teams gehört zwar zu den beliebtesten Schülern an der Highschool, wechselt aber Frauen wie Unterwäsche. Nachdem es Maddy gelungen ist die Cheerleader-Clique gegen das Football-Team aufzuhetzen, endet der Streit im Chaos: Das Auto der Mädchen kommt von der Straße ab und landet in den Fluten einen reißenden Flusses. Weil der abgebrühte Terry jedoch Angst vor den Konsequenzen hat flüchtet er lieber mit seinen Team-Kollegen und überlässt die Cheerleader ihrem Schicksal. Gott sei Dank ist Außenseiterin und Hexe Leena vor Ort. Sie beschwört die geheimnisvolle Macht ihrer magischen Steine und bewirkt, dass die Cheerleader mit einem unstillbaren Blutdurst von den Toten auferstehen. Dass die sonst so zickigen Schülerinnen mit ihrem frühzeitigen Ableben so rein gar nicht einverstanden sind, dürfte auf der Hand liegen. Kaum auf dem Schulhof zurückgekehrt heißt das neue Unterrichtsfach „Rache“.
 
Man nehme einfach von allem etwas. Mit dieser Einstellung hat LUCKY MCKEE genau jene Rezeptur gefunden, die das Horror-Genre auch bitter benötigt hat, denn mittlerweile hat sich der Horrorfilm zu einem langweiligen Tummelplatz der immer wieder gleichen Filmthemen entwickelt. ALL CHEERLEADERS DIE bedient sich unterschiedlicher Sub-Genre. So werden Elemente aus Slasher, Rache, Vampir- und Zombiefilmen zu etwas völlig Neuem zusammengewürfelt; ein kleiner Spritzer Selbstironie wird zur Quintessenz des wilden Genre-Cocktails. MCKEE, der zuvor eher ernste Filme über Frauen gedreht hat, die von ihren männlichen Filmkollegen missbraucht oder ungerecht behandelt wurden, wandelt mit ALL CHEELEADER DIE auf ungewöhnlich komödiantischen Pfaden, ohne jedoch zu sehr ins Alberne abzudriften. Anders als in seinen bisherigen Streifen, lässt er seine Heldinnen auch schon mal ungeniert furzen oder über sich selbst witzeln, findet aber stets den Absprung vor allzu platten Fäkal-Schweinereien. ALL CHEERLEADERS DIE macht alles richtig. Ein nahezu konstant ansteigender Grusel- und Gewaltfaktor hält sich mit erheiternder Komik die Waage und macht MCKEES Remake zu einem ganz besonderen Filmerlebnis, dass scheinbar sogar in Serie gehen soll. Der gut durchdachte Teenie-Horror endet mit einem vielversprechenden Cliffhanger und lässt auf herrlich absurde Splatter-Unterhaltung hoffen. Wenn es nach FILMCHECKER geht, darf die gern so schnell wie möglich in Produktion gehen, schließlich sind wir der Meinung: ALL CHEERLEADERS DIE gehört zweifelsohne zu den Genre-Überraschungen des Jahres.
 
 
 


 
 
 

ALL CHEERLEADERS DIE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
LUCKY MCKEES Neuverfilmung seines Erstlings ALL CHEERLEADERS DIE sollte jeder Horrorfan gesehen haben. Der Streifen ist schräg, unterhaltsam, blutig, sexy, packend, bissig, durchdacht, raffiniert, selbstironisch, wild, clever – kurz: Einfach vollkommen anders. Ein Horror-Must-See! Noch Fragen?
 
 
 


 
 
 

ALL CHEERLEADERS DIE – Zensur

 
 
 
Eigentlich beginnt ALL CHEERLEADERS DIE so ziemlich harmlos. Kurz vor Ende wendet sich jedoch das Blatt und die Kids sterben wie die Fliegen. Einige Todesszenen sind dann doch recht grafisch, so dass die KEINE JUGENDFREIGABE-Kennzeichnung Liebhaber der etwas härteren Filmgattung freuen dürfte.
 
 
 


 
 
 

ALL CHEERLEADERS DIE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Scream – Schrei! (1996)
 
Scary Movie (2000)
 
Der Hexenclub (1996)
 
Der Pakt – The Covenant (2006)
 
Buffy – Im Bann der Dämönen (1997 – 1993)
 
Charmed – Zauberhafte Hexen (1998 – 2006)
 
100 Bloody Acres (2012)
 

Filmreview: „Rigor Mortis – Leichenstarre“ (2013)

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RIGOR MORTIS – LEICHENSTARRE

Story

 
 
 
Chin Siu-Ho (ganz Cinema Verité gespielt von, ja genau, Chin Siu-Ho) war mal Schauspieler. Jetzt hat er gar nüscht mehr. Familie ist ihm weggelaufen, Konto leer und die Rollen bleiben selbstverständlich auch aus. Also mietet sich der völlig gebrochene in eine Parzelle eines verarmten Wohnbunkers ein und bereitet schon mal den Strick vor. Leider gelingt ihm nicht mal die letzte Hängepartie so richtig und der greise Hausmeister Yau pflückt den fast verendeten Chin vom selbsgebauten Galgen. Dieser Yau war, als man an so etwas Unvernünftiges und Unzeitgemäßes noch glaubte, Vampirjäger buddhistisch/taoistischer Schule. Damit der Selbstmordkandidat mal auf andere Gedanken kommt, tragen ihm Yau und sein Assistent schließlich auf, sich um eine Mutter mit Kind, die auch im Appartementkomplex lebt, zu kümmern. Chin lernt einiges über die Geschichte des Gebäudes und der Menschen. So hat ein paar Türen weiter die verwitwete Schneiderin Mui einen fiesen Schwarzmagier mit der Wiederbelebung ihres Mannes betreut.
 
 
 


 
 
 

RIGOR MORTIS – Kritik

 
 
 
Ende der Siebziger, Anfang der Achtziger war Hongkong so etwas wie der esoterikschwangere, Grenzen der Logik und des guten Geschmacks geflissentlich ignorierende Hinterwäldler-Cousin des westlichen Horrorfilms. Als in den USA machetenschwingende Muttersöhne ganze Zeltlager entvölkerten und in Kontinentaleuropa pizzagesichtige Zombies auf rotem Latex herumkauten, sprangen in den Horrorkrachern aus der damaligen britischen Kronkolonie vor Chinas Küste fusselbärtige Zauberer ihre Opfer an und kotzten auch mal verhexte Spinnentiere und Eidechsen aus (zum Beispiel BLACK MAGIC, 1975, oder der super-durchgedrehte THE BOXER’S OMEN, 1983). Vampire interessierten sich nicht für Holzpfähle oder (im Lande mit dem höchsten Knoblauchexport der Welt) stinkige Knollen, nein die waren meist blind, hopsten vorwärts, konnten nur mit klebrigem Reis zur Raison gebracht werden und reagierten fatal auf magische Schriftrollen (MR.VAMPIRE und Fortsetzungen, 1985ff.).
 
Irgendwann schämte man sich dann, in Indien ist das übrigens ähnlich, für die simple Unterhaltung, die Horror den vermeintlich noch simpleren Gemütern bietet und spezialisierte sich auf eine landeseigene Gattung blutiger und pedantisch durchchoreographierter Polizeiactionfilme, wie sie von späteren Hollywood-Regisseuren wie John Woo oder Ringo Lam durchexerziert wurden. Jetzt, Horror ist bei aller Albernheit ein monetär sicheres Pferd, sieht man in fernen Osten auch das Übernatürliche wieder lieber. Freilich ohne sich allzu sehr im überdrehten Knallchargieren alter Tage zu üben. Im Gegenteil, RIGOR MORTIS macht durchaus Zugeständnisse an die digital nachgefilterte Düsternis zeitgenössischen Mainstream-Horrors. Der Film schafft den Spagat, sich lokaler Genretraditionen zu bedienen und trotzdem die Moderne zu atmen. Faszinierend. Regiedebütant Juno Mak stand beim Verfassen des finalen Drehbuchs (ursprünglich war RIGOR MORTIS’ Script nur Zeitvertreib während anderer Dreharbeiten) mit Takashi Shimizu einer der Retter des japanischen Horrorkinos zur Seite. Ob der Mann hinter dem Ju-On-Franchise Mak nur dramaturgisch oder auch beim Produktionsdesign zur Seite stand, ist nicht bekannt. Sollte dem nicht so gewesen sein, haben wir hier einen Filmemacher am Start, von dem wir, mit seiner glasklaren Vorstellung von Atmosphäre und Optik, gepaart mit einer bewundernswerten Kenntnis seiner landestypischen Horror-Geschichte, noch einiges erwarten dürfen.
 
 
 


 
 
 

RIGOR MORTIS – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Finstere Neo-Horror-Großtat oder Hommage an vergessene Zeiten asiatischer B-Film-Kunst? RIGOR MORTIS ist beides und dürfte Fans der Moderne den gleichen Spaß machen wie ganz abgehangenen Hasen.
 
 
 


 
 
 

RIGOR MORTIS – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von RIGOR MORTIS – LEICHENSTARRE ist vollkommen ungeschnitten. Die Heimkinoversion wurde von der FSK für Volljährige freigegeben und besitzt den roten KEINE JUGENDFREIGABE-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

RIGOR MORTIS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Rigor-Mortis-Blu-ray

(c) Ascot Elite

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Jiang Shi; Hong Kong 2013

Genre: Action, Drama, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Kantonesisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover – Erstauflage zusätzlich im Schuber

Extras: Making of, Artworkgalerie, Deutscher Trailer, Originaltrailer, Trailershow, Erstauflage im Schuber

Release-Termin: 15.04.2014

 
 
 

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RIGOR MORTIS – Trailer

 
 
 


 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Kiss of the Damned (2012)
 
Dead Mine (2013)
 
Interview mit einem Vampir (1994)
 

Filmreview: „I am ZoZo“ (2012)

I-Am-Zozo-2012
 
 
 

I AM ZOZO

Story

 
 
 
Einige Freunde werden bei einer Hexenbrett-Sitzung von einem bösartigen Geist heimgesucht, dem es gelingt sich einen Weg in die Welt der Lebenden zu bahnen …
 
 
 


 
 
 

I AM ZOZO – Kritik

 
 
 
Es ist Halloween und einige Freunde wollen das Gruselfest zusammen in einer Hütte irgendwo draußen im Wald feiern. Leider stimmt was mit der Stromversorgung nicht, so dass man sich die Zeit mit altbackenen Spielchen vertreiben muss. Gut, dass Mel (COURTNEY FOXWORTHY) ein Hexenbrett dabei hat, mit dem man Kontakt zu den Toten aufnehmen kann. Der wird auch gleich hergestellt und lässt allerhand gesprächige Geister zu Wort kommen. Während Mel das Vergnügen hat, per Quija-Brett mit ihrem verstorbenen Cousin zu quasseln, warnt ein toter Achtjähriger die Bande vor drohendem Unheil. Wie es im Horrorfilm oft üblich ist, werden die Warnungen natürlich grundsätzlich nicht ernst genommen, so dass die Kids für ihre Unachtsamkeit selbstverständlich bestraft werden. Es dauert nämlich nicht lang, bis sich ein äußerst aggressiver Geist zu Wort meldet. Der schimpft sich ZOZO und beginnt den Kids bald einen gehörigen Schrecken einzujagen.
 
Erneut ist es an der Zeit, längst vergessene Horrorstoffe aus der Mottenkiste zu kramen. Nach all den paranormalen Geschehnissen, die in der Vergangenheit über die internationalen Filmleinwände geflimmert sind, war es nur eine Frage der Zeit, bis auch wieder die mysteriösen Hexenbretter aus der Versenkung geholt werden sollten. Die waren bereits in den 80ern populär und haben Filme wie WITCHBOARD – DIE HEXENFALLE (1986) und DON’T PANIC (1987) zu bescheidenem Erfolg verholfen. Nun sind sie wieder zurück und versuchen den zartbesaiteten Zuschauer eine Heidenangst einzujagen. Nun ja, ob das mit I AM ZOZO gelingen wird sei mal dahingestellt, denn schlaflose Nächte wird dieser Grusler mit Sicherheit nicht bescheren. Der Dokumentarfilmer SCOTT DI LALLA steckt hinter diesem Schabernack, der mit der Ouija-Problematik einen kommenden Trend aufgefasst hat. Sein Horrorfilm dürfte mit Sicherheit demnächst eine ganze Flut ähnlicher Filme nach sich ziehen, denn bereits mit THE OUIJA EXPERIMENT kam im aktuellen Filmjahr ein ähnliches Machwerk in die weltweiten Heimkinos.
 
Das Besondere an I AM ZOZO ist, dass der komplette Streifen auf Super 8 gedreht wurde. Das ist etwas ungewöhnlich, hat doch das Schmalfilm-Filmformat seine besten Zeiten in den 70ern erlebt und wurde Anfang der 80er nahezu komplett durch die aufkommende Videotechnik abgelöst. DI LALLA suchte für seinen Gruselfilm den passenden Look, schließlich sollte sein Erstling mit möglichst unheimlicher Optik glänzen. Hierbei lies er sich von der Gruppe THE NATIONAL inspirieren, die für ihr FAKE EMPIRE Musikvideo digitalisiertes Super 8 verwendeten. DI LALLA war vom Resultat derart begeistert, dass er keine Mühen scheute und sich mühevoll die gleiche Technik besorgte. Und in der Tat, die Optik von I AM ZOZO wirkt zwar für heutige Verhältnisse ungewohnt altmodisch, ist dafür jedoch stimmig und charmant. Die ungeschliffenen Bilder erinnern nicht selten an unbeholfene Versuche emsiger Angehöriger, die eigenen Familienfeierlichkeiten auf Zelluloid zu bannen. Jener leicht amateurhafte Einschlag ist im Fall von I AM ZOZO aber nicht als negativ zu werten, denn die grobkörnigen und schlecht ausgeleuchteten Bilder bescheren dem Streifen einen authentischen und ganz individuellen Look.
 
Für I AM ZOZO kamen erneut all die bekannten Marketing-Instrumente zum Einsatz, die schon berüchtigte Werke wie HAUS DER DÄMONEN (2009) und DER EXORZISMUS VON EMILY ROSE (2005) zum Welterfolg verholfen haben. Die Geschichte von I AM ZOZO ist nämlich mal wieder absolut wahr und basiert auf tatsächlichen Gegebenheiten, die sich wirklich haargenau so zugetragen haben sollen, wie sie der Film beschreibt. Angesichts der Tatsache, dass fast jeder zweite Horror-Schaffende von seinem Gruselfilmchen behauptet, sein Werk würde einen realen Background besitzen, sollte man sich als Zuschauer von derart Amenmärchen nicht so naiv hinter das Licht führen lassen, schließlich lässt sich Pseudo-Reality (BLAIR WITCH PROJECT) besser vermarkten, als manch fiktiver Gruselstoff. Leider zaubert so ein wenig geflunkerte Realität aus einem schlechten Film kein Meisterwerk, denn I AM ZOZO hat mit einer nahezu permanenten Ereignislosigkeit zu kämpfen. Die Protagonisten reisen an, schnitzen einen Kürbiskopf, staunen über “spektakuläre” Kartentricks und kreisen mit einem Holzzeiger über ein modriges Hexenbrett. Mehr passiert in diesem Geistersüppchen leider nicht, was angesichts der unverbrauchten Thematik und der wirklich sehr angenehmen Schaueroptik schon etwas sehr bedauerlich ist. Immerhin verschafft sich ZOZO am Ende Zutritt in die Welt der Menschen und versucht etwas Chaos anzurichten. Wer hier spektakuläre Effektschlachten erwartet, dürfte recht schnell enttäuscht werden. Wir haben es hier mit einem Indie zu tun, der aus nahezu null Budget entstanden ist. Demzufolge sind auch die Spukmomente eher subtiler Natur und werden zurückhaltend eingesetzt. Da verschwinden Zauberkarten sprichwörtlich durch Geisterhand und ein rettendes Asthma-Spray ist plötzlich ohne Inhalt. Die anfangs mühsam gewerkelte Kürbisfratze erhält ein neues, sehr “spezielles” Aussehen und eine Protagonistin erliegt am Ende den Folgen eines Geisterangriffs. Immerhin verhalten sich die Kids in I AM ZOZO durchweg umgänglich und entpuppen sich nicht als dumme Stereotypen des modernen Horrorfilms. Hier bekommen wir bodenständige und natürliche Charaktere zu Gesicht, die zur Abwechslung mal nicht penetrant nerven, so dass es dem Zuschauer leicht fallen dürfte sich mit den netten Jungs und Mädels zu identifizieren. Umso ernüchternder die Tatsache, dass man aus der geradlinigen Geistergeschichte nicht mehr herausgekitzelt hat. Hier wäre ein tobendes Finale angebracht gewesen, dass I AM ZOZO aus seiner Lethargie gerissen hätte. Leider wurde das vermutlich aus dem Drehbuch gestrichen, weil einfach kaum Budget zur Verfügung gestanden hat. So bleibt I AM ZOZO ein Geisterfilm mit guten Ansätzen und schauderhafter Oldschool-Optik, der aber aufgrund der eher unspektakulären Geschichte und der ziemlich ruhigen Inszenierung nur wenig Aufmerksamkeit unter Horrorfreunden erhaschen dürfte.
 
 
 


 
 
 

I AM ZOZO – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
I AM ZOZO ist ein charmanter Gruseltrip der alten Schule, der jedoch ausschließlich Neulingen im Genre wohliges Schauern garantiert dürfte. Leider schöpft der Streifen nicht einmal annähernd sein Potenzial aus und kränkelt viel zu oft an seiner ereignislosen Inszenierung. In Zeiten pompös ausgestatteter und gruseliger CGI-Schlachten verängstigt so ein seichter Ouija-Board-Talk längst keinen Horrorfilmfan mehr. Deshalb sei die Sichtung nur denjenigen geraten, die ein Faible für altbackene und ungeschliffene No-Budget-Horrorstreifen besitzen, weil sie sich am durchgestylten und modernen Mainstream-Kino sattgesehen haben.
 
 
 


 
 
 

I AM ZOZO – Zensur

 
 
 
Bis auf das eine Protagonistin in I AM ZOZO am Ende aufgrund eines Asthmaanfalls erstickt, passiert in diesem Streifen nix grausames. Demnach ist hier vermutlich eine FSK12 drin.
 
 
 


 
 
 

I AM ZOZO – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Ouija Experiment (2011)
 
Witchboard – Die Hexenfalle (1986)
 
Don’t Panic (1987)