Filmkritik: „Death House“ (2017)

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DEATH HOUSE – GEFANGEN IN DER HÖLLE

(DEATH HOUSE)

Story

 
 
 

Enttäuschender Low-Budget-Horror: In einem Hochsicherheitsgefängnis bricht das Chaos los, als plötzlich der Strom ausfällt und sich alle Gefangenen aus ihren Zellen befreien können.

 
 
 


 
 
 

DEATH HOUSE – Kritik

 
 
 
Was wäre GUNNAR HANSEN glücklich gewesen, wenn er erfahren hätte, das man sein einziges Drehbuch verfilmt. Der Leatherface-Darsteller aus dem allerersten TEXAS CHAINSAW MASSACRE von 1974 hatte nämlich ein Skript verfasst in dem er alle Schauspiellegenden des modernen Horrorkinos vereinen wollte. Leider machte ihm der Tod einen Strich durch die Rechnung. Im Jahre 2015 verstarb der gebürtige Isländer ganz plötzlich und hinterließ eine Idee, die das Blut vieler Horrorfilmfans in Wallung brachte. Um dem verstorbenen Freund die letzte Ehre zu erweisen, griff Regisseur B. HARRISON SMITH das Projekt neu auf. Der ordnete die Idee über eine Horror-Version von THE EXPANDABLES, schliff am Drehbuch seines Vorgängers und inszenierte das Zusammentreffen der Horror-Ikonen unter dem Titel DEATH HOUSE. Das Resultat ist beachtlich – vor allem vor dem Hintergrund, wer sich da alles die Türklinke in die Hand gibt. Nahezu jeder Horror-Star erhielt eine Nebenrolle im Film. Da stellt sich berechtigterweise die Frage, ob so viele Gastauftritte überhaupt gut für eine Filmhandlung sein können. Im Falle von DEATH HOUSE ist das Ergebnis dann doch mehr schlecht, als recht. Da werden Enttäuschungen vorprogrammiert sein, denn dieses Wiedersehen bekannter Horror-Ikonen entpuppt sich als cineastischer Schnellschuss.
 
 
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Irgendwo in der Wüste Nevadas steht ein geheimes Hochsicherheitsgefängnis, das die Regierung als „Death House“ bezeichnet. Der Grund für die grausige Bezeichnung kommt nicht von ungefähr. Wer hier einsitzt, hat es geschafft und wird sein Lebtag kein Tageslicht mehr sehen. In diesem Knast lungern die gefährlichsten Verbrecher Amerikas, an denen Wissenschaftler obskure Experimente mit neuen Technologien durchführen. Von denen sollen sich zwei Bundesbeamten Toria Boon (CORTNEY PALM) und Jae Novak (CODY LONGO) ein Bild machen. Die erhalten eine exklusive Führung durch die Hallen der schaurigen Gefängnisanlage über die bald die Hölle hereinbrichen wird. Da fällt plötzlich der Strom aus, Knastzellen öffnen sich und die Angestellten werden zu Freiwild. Eine dumme Situation, die auch unsere beiden Besucher an Grenzen bringt. Die müssen sich durch das Gebäude kämpfen und sehen sich mit unzähligen Irren konfrontiert, die nur ein Ziel kennen: töten, töten, töten.
 
 
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Horror-Ikonen sind kein Garant für sehenswerte Horrorware. Zu dieser Einsicht muss man zwangsläufig kommen, wenn man DEATH HOUSE gesehen hat. Hier tummeln sich zwar bekannte Gesichter aus Horrorfilmen vor die Linse, sonderlich sehenswert ist das große Wiedersehen aber nicht. DEATH HOUSE entpuppt sich als günstig gedrehter Horror-Murks, der ohne Genre-Größen wie TONY TOOD, KANE HOODER oder BILL MOSELEY wohl kaum Aufmerksamkeit erhalten hätte. Die Ernüchterung folgt auf dem Fuß. DEATH HOUSE ist vollkommen spannungsfrei und wirr. Die Handlung wirkt an den Haaren herbeigezogen und besitzt keinen roten Faden. Oftmals will man das Gefühl nicht loswerden, als habe man hier wahllos Gedanken zusammengewürfelt und in eine Handlung gepresst, die zu keiner Minute Sinn ergibt. Nun gut, mag man meinen – im Horrorfilm macht selten etwas Sinn. Was aber im Falle von DEATH HOUSE zugemutet wird, ist jenseits von Gut und Böse. Der Film hangelt sich von Gastauftritt zu Gastauftritt. Dazwischen herrscht gähnende Langeweile. Nicht einmal die kurzen und nicht immer professionell in Szene gesetzten Gewaltspitzen können das filmische Desaster vor dem Untergang bewahren. Da will man nicht wissen, was Leatherface-Darsteller GUNNAR HANSEN zuvor geraucht haben muss, als er diesen unschlüssigen Rohrkrepierer zu Papier brachte. Offenbar müssen es Drogen von einem fernen Planeten gewesen sein. Anders lässt sich dieser filmische Totalausfall nicht erklären.
 
 
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DEATH HOUSE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Boah, gar nicht mal so gut. Der Trash-Heuler DEATH HOUSE hätte ein Fest für Horror-Fans werden können. Leider hat man all das vermasselt, was man nur vermasseln kann. Das Drehbuch ist eine Zumutung, der abstrusen Handlung lässt sich nur schwer folgen und auf ein ausuferndes Splatterfest wartet man vergebens. Hinzukommt, dass die Ausleuchtung dunkler Flure und Gänge in der zweiten Filmhälfte derart schlecht ist, dass sich kaum erkennen lässt, was sich da auf der Mattscheibe abspielt. Da hat man nach zähen 45 Minuten Einleitung doch mehr erwartet, zumal auch die Gore-Effekte nicht unbedingt die besten sind. Immerhin bekommt man ein paar Gesichter aus bekannten Horrorfilmen zu sehen, die im Genre Rang und Namen haben. Ob die aber vor den Dreharbeiten geahnt haben, auf was für ein Desaster sie sich hier einlassen, steht auf einem anderen Blatt. Offenbar war für viele der hier Beteiligten Ebbe in der Geldbörse. Um den Lebensunterhalt bestreiten zu können, hat man wohl einfach unterschrieben. So hat man sich ein Klassentreffen der Horror-Ikonen nicht unbedingt vorgestellt.
 
 
 


 
 
 

DEATH HOUSE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von DEATH HOUSE ist ungeschnitten und erst für Erwachsene freigegeben. Im Film gibt es diverse Gewalszenen, die aber für eine FSK18-Freigabe in Ordnung gehen, um dafür im stationären Handel ungeschnitten ausgelegt werden zu können. Sonderlich brutal – wie anfangs gedacht und vom Label KSM beworben – ist DEATH HOUSE nicht. Auch wenn ab und an Menschen das Zeitliche segnen, ist dieser Horror-Trash keine Sternstunde des Gewalt- und Splatterkinos.
 
 


 
 
 

DEATH HOUSE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NewKSM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Death House; USA 2017

Genre: Horror, Action, Krimi, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: 2 Blu-rays im Keepcase mit Wechselcover und im Schuber

Extras: Trailer, Trailershow, Behind The Scenes, Interviews, Bildergalerie

Release-Termin: 28.03.2019

 

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DEATH HOUSE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei NewKSM )

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Incident (2011)
 
Aftershock – Die Hölle nach dem Beben (2012)
 
Prison – Rückkehr aus der Hölle (1987)
 

Filmkritik: „Mosquito“ (1995)

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MOSQUITO

Story

 
 
 
Nachdem ein Raumschiff abstützt und in einem Sumpf landet, beginnen sich Mosquitos am Blut der Außerirdischen zu laben und verwandeln sich in riesige Monster. Als die mutierten Kreaturen damit beginnen die Bewohner eines naheliegenden Ortes zu terrorisieren , sammelt sich eine kleine Gruppe Überlebender um den Rieseninsekten den Garaus zu machen…
 
 
 


 
 
 

MOSQUITO – Kritik

 
 
 
MOSQUITO ist der Debütfilm von Low-Buget-Filmer GARY JONES, der nach dieser 200.000 Dollar B-Movie Produktion dem Genre weiterhin treu bleiben sollte. Fünf Jahre später inszenierte er den sehr unterhaltsamen Streifen SPIDER ATTACK – ACHTBEINIGE MONSTER (2000). Danach folgte mit CROCODILE II (2002) eine eher laue Fortzsetzung des von TOBE HOOPER im Jahr 2000 inszenierten Tier-Trashs unter gleichem Namen.
 
Mit MOSQUITO hat JONES wohl einen seiner besten Filme abgeliefert. Hier werden all jene Fans zufriedengestellt, die eine Vorliebe für trashige oder campige Filme hegen, welche sich selbst nur selten ernst nehmen. In MOSQUITO musste improvisiert werden, denn das Budget war knapp. Das magere Startkapital sieht man dem Film zwar deutlich an, jedoch gibt es für Freunde von handgemachten Effekten eine ganze Reihe an Schauwerten zu bestaunen. So wurden die riesigen Mosquitos beispielsweise nicht mit Computer-Effekten erzeugt (die zum damaligen Zeitpunkt auch sehr teuer gewesen sein dürften). Stattdessen kommen große Gummipuppen zum Einsatz, die ihren Zweck nicht verfehlen, auch wenn sie in einigen Szenen ein wenig unbeholfen wirken. Das ist die gesunde Portion B-Movie-Charme, die Streifen aus der Mache eines GARY JONES auszeichnen. Einige Effekt-Aufnahmen von kleinen Mosquitos, wie sie jemanden auf der Haut krabbeln und Blut saugen wurden sogar mit Hilfe der guten alten Stop-Motion Technik erzeugt. Andere Aufnahmen, in denen die großen Blutsauger einfach ins Bild geschnitten wurden funktionieren dafür weniger gut.
 
Was den Cast angeht, so gibt es für Horrorfilm-Fans in MOSQUITO ein kleines Highlight zu bestaunen. Gerne-Legende GUNNAR HANSEN übernimmt hier eine größere Rolle und konnte sich einst als Kettensägenkiller Leatherface im Original TEXAS CHAINSAW MASSACRE (1974) ein Denkmal setzen. Für die MOSQUITO-Macher Grund genug im Film einen Gag zu platzieren, der auf genau jene Rolle in BLUTGERICHT IN TEXAS anspielt. So betritt HANSENS Figur im Film mit einer riesigen Kettensäge den Raum und spricht: „Hab ich im Keller gefunden. So ein Ding hab‘ ich schon seit mehr 20 Jahren nicht mehr in den Händen gehalten“. Bei soviel Mut zur Selbstironie bleibt bei Horrorfans wahrlich kein Auge trocken.
 
 
 


 
 
 

MOSQUITO – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
MOSQUITO ist ein durchaus unterhaltsamer Film geworden den man sich allerdings nur ansehen sollte, wenn man etwas mit Trashfilmen oder campigen B-Movies anfangen kann. Die handgemachten Effekte sind nett anzusehen und der Streifen nimmt sich selbst kein Stück ernst, was bei der Thematik auch gut so ist. Für einen Film dieser Art spielen die Schauspieler durch die Bank weg angemessen. GARY JONES kündigte nach dem Verkaufsstart von MOSQUITO eine Fortsetzung an welche 1998 erscheinen sollte. Diese kam jedoch aufgrund der schlechten Kritiken des ersten Teils nie zustande. Vielleicht hätte JONES heutzutage mit seinem Vorhaben mehr Glück gehabt, wenn man bedenkt was Produktionsschmieden wie THE ASYLUM mittlerweile an Schund auf den Zuschauer loslassen. Im Gegensatz dazu kann man MOSQUITO fast schon als oscarreifes Kino betiteln.
 
 
 


 
 
 

MOSQUITO – Zensur

 
 
 
MOSQUITO erschien damals in Deutschland sowohl gekürzt (von New Vision) als auch ungekürzt (von Screen Power) auf VHS. Paragon Movies haben den Film hierzulande am 11. Juli 2014 in seiner unzensierten Fassung mit einer 18er-Freigabe auf DVD veröffentlicht. Den Film veröffentlichten bereits Labels wie Laser Paradise in der DVD-Red-Edition-Reihe uncut.
 
 
 


 
 
 

MOSQUITO – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Paragon Movies

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Mosquito; USA 1995

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 1.33:1

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover, das dem Cover der alten RED EDITION ähnelt

Extras: Originaltrailer

Release-Termin: 11.07.2014

 
 
 

Mosquito (DVD) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

MOSQUITO – Trailer

 
 


 
 

Sam Freissler

 
 
 
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