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Filmkritik: „Rupture“ (2016)

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RUPTURE – ÜBERWINDE DEINE ÄNGSTE

Story

 
 
 
Eine alleinerziehende Mutter (NOOMI RAPACE, die Heldin aus PROMETHEUS – DUNKLE ZEICHEN und die echte Lisbeth Salander) muss sich in einem abgelegenen Lagerhaus ihrer Angst vor Spinnen stellen. Doch da ist sie nicht allein. Auch andere Menschen werden hier gefangen gehalten und mit ihren persönlichen Ängsten konfrontiert. Doch wozu das alles. Ein Mysterium, das es zu entschlüsseln gilt.
 
 
 


 
 
 

RUPTURE – Kritik

 
 
 
Eine Frau wird heimlich von einer geheimnisvollen Organisation in den eigenen vier Wänden überwacht, anschließend entführt und in einen modrigen Gebäudekomplex verschleppt, wo an ihr fragwürdige Untersuchungen vorgenommen werden. Nein, RUPTURE ist kein weiterer Beitrag zur perverserweise erfolgreichen Torture-Porn-Welle, deren wohl wichtigster Vertreter von Exploitation-Hobbyfachmann ELI ROTH vor über zehn Jahren gedreht wurde. Mit HOSTEL hat dieser Film nicht im Geringsten zu tun, auch wenn die Ausgangssituation geradezu prädestiniert dafür wäre, die Folterwerkzeuge zurück vor die Kamera zu holen. RUPTURE ist einem ganz anderen Filmgenre beheimatet und lässt auch keine seiner Protagonisten reißerisch über die Klinge springen. Der Film geht sogar noch weiter. Weder Tiere noch Menschen müssen in diesem Thriller ihr Leben lassen. Regisseur STEVEN SHAINBERG konfrontiert mit Ungewissheit und geht lieber dem Warum auf den Grund, statt zu quälen oder fürs gequält werden rächen zu lassen. So kann sich die Filmheldin von ihren Fesseln befreien, schlüpft in die Luftschächte ihres ungemütlichen Gefängnisses und versucht einen Weg nach Draußen zu finden. Für den Zuschauer bedeutet das adrenalinreiche Fluchtversuche durch nicht enden wollende Gänge – immer die Angst im Nacken, dass die filmische Identifikationsfigur von den Bösewichten entdeckt wird.
 
 
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RUPTURE ist äußerst spannend, weil das Geheimnis der Entführung gut bewahrt wird. STEVEN SHAINBERG versorgt den Zuschauer immer nur mit dem Nötigsten, verrät nie zuviel und liefert nur häppchenweise Gründe für die mysteriöse Entführung. Dazwischen wird die Flüchtende mit allerhand seltsamen Vorkommnissen konfrontiert, die sie bald an ihrem Verstand verzweifeln lassen. Vorangetrieben wird die Spannung nicht zuletzt durch ein permanent beklemmende Gefühl der Ausweglosigkeit. Flucht scheint unmöglich, Ausgänge sind gut abgesichert und Mitglieder der Organisation ständig präsent. Das macht das Entkommen nicht gerade leicht in einer Szenerie, die vor allem der raffinierten Ausleuchtung wegen für Unbehagen sorgt. RUPTURE glänzt nämlich mit besonderer Ästhetik, die Dank befremdlich wirkender Licht- und Farbexperimente hin und wieder an die Werke des italienischen Altmeisters DARIO ARGENTO oder gar dessen Vorbild MARIO BAVA erinnert. Das sorgt für Atmosphäre, wenngleich die in erster Linie dafür sorgt, dass dem Zuschauer der Herz in die Hose rutscht. Stellenweise ist das STEVEN SHAINBERG ganz gut gelungen.
 
 
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RUPTURE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Zeit, sich seinen Ängsten zu stellen. Ungemütliches Filmszenario, das aufgrund der bewusst lang hinausgezögerten Auflösung und der spärlich verstreuten Anhaltspunkte spannend bleibt. Nach der rabenschwarzen Liebeskomödie SECRETARY und dem Drama FELL – EINE LIEBESGESCHICHTE geht der US-amerikanische Regisseur STEVEN SHAINBERG ganz andere Wege. RUTPTURE hat weder mit Drama noch mit Komödie etwas am Hut. Der Film ist eher im düsteren Genre beheimatet und deswegen so interessant, weil er sich nicht zwingend an Konventionen orientiert. Keine Morde, kein Spuk und dennoch irgendwo im Horrorfilm beheimatet. Da sieht man sogar darüber hinweg, dass das Ende dann doch mit unbefriedigender Wendung auf Zwang weg will vom Happy End üblicher Genrefilme. Das wirkt etwas sehr aufgesetzt, macht RUPTURE aber nicht zwangsläufig schlecht. Wer jedenfalls erfrischende Genreware nötig hat, ist mit diesem Horrorthriller gut bedient.
 
 


 
 
 

RUPTURE – Zensur

 
 
 
Es gibt eine Leiche auf einer Barre mit fehlenden Augen zu sehen. Was mit ihr genau passiert ist, wird nicht gezeigt und lässt sich nur erahnen. Sieht man einmal von einigen fragwürdigen Experimenten an Menschen ab, gibt es bis auf den kurzen Einsatz mit einem Elektroschocker im Film keine Gewalt zu sehen. Hierzulande hat RUPTURE – ÜBERWINDE DEINE ÄNGSTE von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Ungeschnitten versteht sich. Der Film wird Ende Januar 2017 von SPLENDID FILM ins Heimkino gebracht.
 
 
 


 
 
 

RUPTURE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film (limitiertes BD-Steelbook)

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(c) Splendid Film (limitiertes BD-Steelbook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Rupture; USA 2016

Genre: Horror, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 2.40:1 (1920 x 1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover | limitiertes Steelbook

Extras: Trailer, Trailershow, Featurette, Interviews

Release-Termin: 20.01.2017

 

Rupture – Überwinde deine Ängste [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

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RUPTURE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen, Szenenbilder liegen bei Ambi Pictures | Tango Pictures | Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Martyrs (2008)
 
Grotesque (2009)
 
Hunger (2009)
 
Martyrs – Remake (2015)
 

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Filmreview: „The Suffering“ (2016)

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THE SUFFERING

Story

 
 
 

Auf dem Grundstück eines älteren Herrn geht es nicht mit rechten Dingen zu. Das muss auch Nachlassbewerter Henry Dawles erfahren, der Dinge sieht, die ihm offenbar den Verstand rauben wollen.

 
 
 


 
 
 

THE SUFFERING – Kritik

 
 
 
Wenn regelmäßig schlechte Billigfilme über die Mattscheibe flimmern, wird selbst der geduldigste Filmkritiker allmählich müde, diese immer wieder nach Schema F gedrehten Low-Budget-Gurken zu rezensieren. Das hat zur Folge, dass man mit der Zeit jede mit kleinem Geld gedrehte Produktion über einen Kamm schert, was leider all den Filmemachern gegenüber unfair ist, die mit viel Herzblut bei der Sache sind. Ganz ähnlich erging es uns mit THE SUFFERING. Nach Sichtung des Trailers vermuteten wir anspruchsloses Videofutter, das sich nur unwesentlich von den meisten semiprofessionellen Produktionen dieser Art zu unterscheiden schien. Deshalb blieb THE SUFFERING lange Zeit unbeachtet. Letztendlich ist der Film dann doch im Player gelandet und hat uns sogleich eines Besseren belehrt. Hinter diesem Genrefilm steckt nämlich weit mehr als nur herzlose Dutzendware. Schnell zieht einen der Streifen mit seiner mysteriösen Machart in den Bann und lässt so schnell nicht wieder los. Ein Geheimnis soll entschlüsselt werden und das entfacht schnell die Neugier des Zuschauers. Auf einer Farm geht es nicht mit rechten Dingen zu, was Regisseur ROBERT HAMILTON in viele unheimliche Bilder verpackt. Der Mann lässt bewusst lang Fragen offen und sorgt für ausreichend Verwirrung. Das zögert die Spannung hinaus und kommt dem Film zugute.
 
 
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Der Mix aus Gruseldrama, Psychothriller und Mysteryfilm berichtet vom Leidensweg des Henry Dawles (NICK APOSTOLIDES). Der wird vom betagten Mr. Remiel beauftragt dessen Nachlass zu bewerten, was sich aufgrund der Größe des Grundstücks bald als unterschätzte Herausforderung entpuppt. Weitaus herausfordernder als die antiken Gegenstände des älteren Herren zu bewerten, sind die seltsamen Vorkommnisse im Haus, die sich mit der Ankunft des attraktiven Mittdreißigers ereignen. Erst entdeckt Henry auf dem Dachboden des Gästehauses eine verweste Leiche. Später macht er schmerzhafte Bekanntschaft mit einer abgemagerten Kreatur, die ihn erst zu Boden schlägt und anschließend das Weite sucht. Leider schenkt der Hausherr dem Gast keinen Glauben und macht sich stattdessen Sorgen über dessen doch besorgniserregenden Geisteszustand. So Unrecht hat er mit seiner Feststellung nicht, denn Henry beginnt schon bald grausige Stimmen zu hören und scheint dem Wahnsinn nahe. Alles Einbildung oder doch Realität? Die Antwort darauf wird erst in den letzten Minuten gelüftet.
 
 
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Und das ist auch gut so. THE SUFFERING lebt von der Prämisse, dass der Zuschauer möglichst lang im Unklaren gelassen wird. Da ein paar Visionen, dort seltsame Kreaturen, die den Leidgeplagten durch ein Maisfeld jagen. Offensichtlich wollen die Ereignisse in THE SUFFERING keinen Sinn ergeben. Das ist so gewollt, denn Regisseur ROBERT HAMILTON zielt auf einen Überraschungstwist ab. Die Auflösung scheint absurd, aber genial zugleich, denn THE SUFFERING greift gegen Ende sogar auf religiöse Metapher zurück und macht den Streifen so zur runden Angelegenheit. Die Spannung wird konstant gehalten, denn in diesem Mysterythriller ist immer etwas los. Der Held wird mit allerhand seltsamen Ereignissen konfrontiert, die ihn an seinem Verstand zweifeln lassen. Weil man die Zusammenhänge verstehen will, fesselt der Streifen gerade deshalb vor den Fernsehapparat und belohnt mit schaurigen Kameraeinstellungen und düsterer Bildsprache. Daher werden Fans reißerisch gefilmter und hektisch geschnittener Kommerzware an dieser Stelle gewarnt. THE SUFFERING bringt langsam erzähltes und subtil inszeniertes Gruseln in die Heimkinos. Das bedeutet, dass sich Macher ROBERT HAMILTON mehr auf Aufbau von Unbehagen konzentriert, statt seine Geschichte mit oberflächlichen Schocks zu überfrachten oder gar im Blut zu ersäufen. Wer mit dieser Vorkenntnis an den Film herangeht, wird mit einer gut durchdachten Horrorgeschichte belohnt, die so einige Überraschung parat hält.
 
 
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THE SUFFERING – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Überraschend sehenswerter Horror-Indie mit unerwarteter Auflösung, die zur Abwechslung mal wirklich das Prädikat „originell“ tragen darf. Nein, THE SUFFERING ist keine weitere überflüssige Horrorverfilmung eines erfolgreichen Videospiels. Regie-Newcomer ROBERT HAMILTON macht was ganz Eigenes und hat nach ein paar Kurzfilmen den ersten Langfilm inszeniert, mit dem er genau ins Schwarze trifft. Er vermischt in THE SUFFERING psychologischen Schauer mit rätselhaftem Mystery und verfeinert den Gänsehaut-Cocktail mit verstörenden Horror-Elementen, die es in sich haben. Entstanden ist ein außergewöhnlicher Gruselstreifen, der vor allem wegen der zermürbenden Atmosphäre und dem gut durchdachten Handlungsaufbau in Erinnerung bleibt. Das Sahnehäubchen bildet ein Plottwist mit Aha-Moment von dem der SIXTH SENSE und THE VILLAGE-Macher M. NIGHT SHYAMALAN noch etwas lernen kann. Der ist ebenso für seine unerwarteten Überraschungs-Twiste berüchtigt. Leider wirken die mittlerweile derart konstruiert, dass er mit seinen haarsträubenden Filmenden schon länger keinen mehr hinterm Ofen hervorlocken kann. Wer was auf Horrorfilme hält, sollte sich demnach Macher ROBERT HAMILTON auf die Beobachtungsliste setzten. Hat man den cleveren THE SUFFERING gesehen, kann man es gar nicht mehr abwarten zu erfahren, was der Neuling als nächstes fabrizieren wird. Ist das von ähnlicher Qualität wie das Debüt, stehen uns vielversprechende Horrorfilmzeiten ins Haus. Die hat das immer müder werdende Horror-Genre auch dringend nötig.
 
 
 


 
 
 

THE SUFFERING – Zensur

 
 
 
Gewalt spielt im Film keine sonderlich große Rolle. THE SUFFERING ist eher subtiler Natur und lebt von unheimlichen Bildern und schauriger Stimmung. Dennoch gibt es einige kurze Schauwerte zu bestaunen. Eine verweste Leiche wird gefunden, Menschen mit entfernten Augen gibt es zu sehen und am Ende schießt sich eine Figur mit einem Schrotgewehr den Kopf weg. Hierzulande reicht das alles für eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

THE SUFFERING – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Last Will and Testament of Rosalind Leigh (2012)
 
The Awakening (2011)
 
The Abandoned (2015)


Filmkritik: „Scare Campaign“ (2016)

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SCARE CAMPAIGN

Story

 
 
 

Dieses Opfer versteht absolut keinen Spaß! Eine TV-Sendung hat sich das Erschrecken von Menschen auf die Fahnen geschrieben. Doch das neueste auserkorene Opfer ist überhaupt nicht zu Scherzen aufgelegt und rastet vollkommen aus.

 
 
 


 
 
 

SCARE CAMPAIGN – Kritik

 
 
 
Die Gebrüder CAIRNES sind wieder da und versorgen das Horror-Genre mit neuen Ideen. Ehrlich gesagt hat es das auch dringend nötig. Zuletzt waren die Geschwister anno 2012 positiv aufgefallen. Mit ihrem Spielfilmdebüt 100 BLOODY ACRES (kleines Trivia-Bit: einer der am häufigsten illegal heruntergeladenen Filme 2013) lieferten sie den etwas anderen Backwood-Horrorfilm ab und landeten damit auf den üblichen Festivals einen Volltreffer. Seither ist es etwas stiller um die Brüder CAMERON und COLIN CAIRNES geworden. Vermutlich haben sie nur eine kleine Auszeit benötigt, um kreative Gedanken ansammeln zu können. Vier Jahre später kommt nun der neue Geniestreich der beiden Australier, die abermals für Drehbuch sowie Regie verantwortlich zeichnen und mit SCARE CAMPAIGN gleich mal einen Film gemacht haben, den man so mit Sicherheit noch nicht gesehen hat. Statt Horrorfilme und Subgenres wahnwitzig zu persiflieren, wird es diesmal makaber und rabenschwarz. Horror Macabro wird geboten, der zudem ernste Töne anschlägt und nicht davor scheut den Zuschauer an der Nase herumzuführen. SCARE CAMPAIGN ist ein Streifen der definitiv aus der Reihe tanzt. Das wird ein Fest.
 
 
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Im zweiten Film der CAIRNES-Brüder treibt ein TV-Team bitterböse Späße mit nichtsahnenden Menschen. In der Fernsehsendung SCARE CAMPAIGN werden fiktive Gruselszenarien erschaffen, um ahnungslose Menschen zu Tode erschrecken zu können. Leider geht der fünften Staffel der beliebten Reihe so langsam die Luft aus. Die Quoten sinken und die Programmchefin fordert einen neuen Kurs. Eine mysteriöse Webseite soll als Vorbild dienen. Dort werden Menschen nicht nur erschreckt, sondern von maskierten Killern auch gleich vor der Kamera ermordet. Für das Team keine Überlegung wert, weshalb man die bekannte Richtung vorerst beibehält. So soll in einem morschen Sanatorium die nächste Sendung aufgezeichnet werden. Leider verläuft die alles andere als geplant. Das potenzielle Opfer scheint über die inszenierte Geisterbahn alles andere als erfreut zu sein. Es zückt eine Axt und läuft Amok. Ob das Fernsehteam diesen unvorbereiteten Twist im Drehbuch heil überstehen wird?
 
 
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Verstehen Sie Spaß? SCARE CAMPAIGN ist mehr oder weniger die cineastische Horrorversion der versteckten Kamera, die Jahrzehnte auf verschiedenen Kanälen zu sehen war. Aber auch auf dem amerikanischen Sci-Fi-Channel lief vor einigen Jahren mit SCARE TACTICS ein unserem Film hier erstaunlich ähnliches Stück Reality-TV, das wohl auch als Vorlage für den Streifen gedient hat – zumindest lässt der Filmtitel darauf schließen. In Interviews ließen die Macher verlauten, dass sie sich auf der Suche nach neuen Ideen durchs Internet bewegt haben und so auf Youtube-Clips gestoßen sind, wo Unwissenden in Fernsehshows böse Streiche gespielt wurden. Beim Betrachten dieser oftmals morbiden Plagen stellten sich die Brüder die Frage, was wohl passieren würde, wenn sich hereingelegte Opfer an den Beteiligten dieser Sendungen rächen. So war der Plot von SCARE CAMPAIGN geboren, der entgegen der Erwartungen doch ziemlich spaßfrei aufgebaut ist und manche Überraschung bereithält. Horrorfans kommen definitiv auf ihre Kosten.
 
 
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SCARE CAMPAIGN ist nicht irgendein Horrorfilm. Er kann gut und gerne auch als einer der cleversten Horrorthriller der letzten Jahre gewertet werden. Virtuos wird mit unerwarteten Wendungen und Überraschungsmomenten gespielt. Twist folgt auf Twist und gerade dann, wenn man glaubt die Auflösung zu kennen, flimmert eine weitere überraschende Filmwendung über die Kinoleinwand. CAMERON und COLIN CAIRNES funktionieren den Zuschauer selbst zum Streich-Opfer um. Er wird hier nicht nur einmal hinters Licht geführt, sondern auch zum stillen Zeugen gemacht, der dank Überwachungskameras zu sehen bekommt, was eigentlich nicht fürs TV bestimmt ist. So läuft SCARE CAMPAIGN schon bald aus dem Ruder. Aus Unterhaltung wird blutroter Ernst und die Grenzen verschwimmen. Ist das Gezeigte nur Show oder will hier doch jemand über Leichen gehen? Die Antwort haben sich die CAIRNES gut überlegt. SCARE CAMPAIGN glänzt durch intelligenten, gut durchdachten Handlungsaufbau, der gerade wegen seiner Undurchsichtigkeit fesselt. Demzufolge ist jeder selbst schuld, wer das verpasst. Auf Festivals zumindest kam der Film gut an und gewann zu Recht Preise. Demnach dürfte SCARE CAMPAIGN so den gleichen Erfolgsweg einschlagen, wie bereits der Erstling 100 BLOODY ACRES von 2012. Man darf gespannt sein, was die kreativen Geschwister noch an Schrecken fürs Kino fabrizieren werden. SCARE CAMPAIGN zumindest ist ein überraschend fieser Horrorfilm.
 
 
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SCARE CAMPAIGN – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Wer Andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. Nach 100 BLOODY ACRES schlagen die CAIRNES-Brüder ein weiteres Mal zu und dürften dafür sorgen, dass dem Zuschauer die Kinnlage herunterklappt. Selten hat man in den letzten Jahren einen Horrorfilm gesehen, der den Zuschauer so geschickt hinter das Licht führt wie SCARE CAMPAIGN. Das Wort Twist bekommt hier eine ganz neue Bedeutung und davon gibt es im Film gleich mehrere. Schluss mit dummen Geschichten, die ewig gleiche Handlungsverläufe abspulen. Die Gebrüder CAIRNES waren um Neuerungen bemüht und haben eine simple Idee in makabres Horrorkino umfunktioniert, das gut und gerne noch ein Stündchen hätte länger gehen können. Spannung wird groß geschrieben und ist vor allem deswegen im Dauereinsatz, weil die Geschichte mit falschen Fährten und unerwarteten Wendungen nur so gespickt ist. SCARE CAMPAIGN ist die Slasher-Version der VERSTECKTEN KAMERA oder VERSTEHEN SIE SPASS. Demzufolge sollte man einfach genießen und sich überraschen lassen. Letzteres kann SCARE CAMPAIGN besonders gut.
 
 
 


 
 
 

SCARE CAMPAIGN – Zensur

 
 
 
Auch wenn die Handlung und die Filmbilder zu SCARE CAMPAIGN ein blutiges Schlachtfest vermuten lassen, ist dem nicht so. Kurze Gewaltmomente gibt es trotzdem zu sehen. Eine Frau wird enthauptet und eine Axt kommt auch zum Einsatz. Zudem werden Körper zerstückelt. Klingt hart, aber die Kamera hält nicht zu detailliert drauf. In Deutschland dürfte es ohne Probleme einen roten FSK-Flatschen geben. Keine Jugendfreigabe. Übrigens wird der Film seine Deutschlandpremiere auf dem FANTASY FILMFEST 2016 feiern. Wer ihn schon vor der deutschen Heim-Auswertung sehen möchte, sollte sich ein Ticket sichern.
 
 
 


 
 
 

SCARE CAMPAIGN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Films Distribution)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Prank – Der Streich (2013)

April, April – Tote scherzen nicht (2008)


Filmkritik: „Deadly Home“ (2015)

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DEADLY HOME

(INTRUDERS)

Story

 
 
 
Eine von Angstzuständen geplagte Frau, muss sich nach dem Tod des Bruders vor drei Einbrechern (darunter JOSHUA MIKEL aus LAST SHIFT) in Sicherheit bringen. Leider haben die nicht mit der Schlagfertigkeit ihres Opfers gerechnet, das den Fieslingen zeigt, was eine Harke ist.

 
 
 


 
 
 

DEADLY HOME – Kritik

 
 
 
Ein weiteres Machwerk in dem sich ein Haus als Vorort zur Hölle entpuppt. Diesmal sind es jedoch nicht rastlose Seelen, garstige Poltergeister oder gemeingefährliche Dämonen, die für furchtbares Gepoltere und makabren Schrecken sorgen. Stattdessen spielt sich der Horror hinter verschlossenen Türen ab und wird von Menschenhand bewirkt. DEADLY HOME (im Original: INTRUDERS bzw. anfänglich zuviel verratend: SHUT IN) nennt sich teuflisch spannendes Grauen, das den Zuschauer mit auf eine erschreckende Reise in menschliche Abgründe nimmt, während der sich scheinbar friedliebende Menschen in fehlgeleitete Killermaschinen verwandeln. Regisseur ADAM SCHINDLER ist noch recht unerfahren im Horrorbereich, aber macht gleich mit dem ersten Spielfilm alles richtig. Das ist mittlerweile bei unabhängig produzierten Horrorfilmen nichts Ungewöhnliches mehr, denn die Kreativität junger, ambitionierter Horrorfilmmacher scheint keine Grenzen zu kennen. Viele meist selbst horrorbegeisterte Newcomer erkennen die Zeichen der Zeit und drehen Horrorfilme, die Genrefans eben sehen wollen. So entstehen fernab großer Filmstudios erfrischend andere Horrorstreifen, die mit der Angst des Zuschauers experimentieren, schockieren und damit unterhalten – DEADLY HOME ist einer derer.
 
 
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DEADLY HOME ist ein Film voller Überraschungen, denn die Spannung wird stetig gesteigert, weil nicht gleich verraten wird, welch Geheimnis sich um jenes Gebäude rankt, in das sich drei Männer Zutritt verschaffen. Darin lebt die fragile Anna (BETH RIESGRAF), die erst kürzlich Bruder Conrad (TIMOTHY T. MCKINNEY) an den Krebs verloren hat und nun viel Geld erben soll. Der großzügige Nachlass ruft das Interesse von Einbrechern auf den Plan, die die Gunst der Stunde nutzen und während der Beerdigung das Haus erkunden. Leider haben sie nicht mit der Anwesenheit der zermürbten Besitzerin gerechnet, die nicht zur Trauerfeier gehen kann, weil sie unter Agoraphobie leidet. Die bemerkt die unwillkommenen Gäste und beginnt ein makabres Spiel zu spielen, das nur einen Sieger kennt.
 
 
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Home-Invasion-Horror etwas anders, denn Macher ADAM SCHINDLER kopiert nicht lustlos und blutig, um Interesse zu wecken. Statt konventionellen Zu-Hause-Terror zu drehen, in dem sich Einbrecher über ahnungslose Hauseigentümer hermachen und sie brutal quälen, versucht der Regisseur durch einen Richtungswechsel frischen Wind in das mittlerweile nicht mehr ganz so neue Home-Invasion-Genre zu bringen. So vertauscht er im Film die Rollen von Gut und Böse und liefert geldgierige Schurken aus, die von vermeintlich hilflosen Opfern für gesetzloses Handeln bestraft werden. In DEADLY HOME ist mehr Schein als Sein, denn abermals wird ein Blick hinter die Fassade guter Familien gewährt, die eigentlich Furchtbares zu verbergen haben. Damit schwimmt der Beitrag auf gleicher Welle, wie Cravens HAUS DER VERGESSENEN, MUM & DAD oder dem kürzlich besprochenen THE HARVEST – Filme, die zeigen, dass anständige Bürger nicht immer anständig sein müssen.
 
 
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DEADLY HOME besitzt das, was vielen Horrorfilmen neueren Datums fehlt. So liegt der Fokus nicht ausschließlich auf das Kopieren der immer wieder gleichen Horrorgeschichten oder der Zurschaustellung möglichst zeigefreudiger Unmenschlichkeiten. Stattdessen spielt DEADLY HOME mit den Erwartungen des Zuschauers und erfreut durch fesselnde Spannung, welche durch überraschende Wendungen entsteht, die man so nicht kommen gesehen hat. Was wie bekannter Zu-Hause-Horror in der Machart von FUNNY GAMES beginnt, wird bald zum bitterbösen Vergeltungsakt, der eine fehlgeleitete Protagonistin über sich hinauswachsen lässt. Die mutiert zum unaufhaltsamen Racheengel und versteht es, böse Jungs zu bestrafen. Leider gipfelt das kurzweilige Katz-und-Maus-Spiel in einer genretypischen Auflösung, schließlich muss die Skrupellosigkeit von Filmheldin Anna und ihr abgebrühtes Ausradieren von Schurken irgendwie gerechtfertigt werden. Regisseur ADAM SCHINDLER gräbt tief in der Vergangenheit und lüftet Geheimnisse, die bisher nie die Türen des Hauses verlassen haben. Klickt man den Verstand aus, geht das in Ordnung. Rationalisten werden aber wohl eher mit dem Kopf schütteln.
 
 
 


 
 
 

DEADLY HOME – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Bitterböses Katz- und Mausspiel hinter Wohnungstüren vermeintlich friedliebender Hauseigentümer. DEADLY HOME (Originaltitel: INTRUDERS) ist ein weiterer Film vom Produzenten von PARANORMAL ACTIVITY und INSIDIOUS, was wohl alteingesessene Filmliebhaber eher abschrecken dürfte, statt zum Kauf zu animieren. Aber halt, die Werbung im Trailer ist etwas unglimpflich gewählt, denn DEADLY HOME hat soviel mit genannten Filmen gemein, wie Abfallpresse THE ASYLUM mit guten Horrorfilmen. Hinter dem fiesen Indie-Schocker verbirgt sich ein Home-Invasion-Streifen, der gängige Regeln jenes Subgenres bricht und dafür eigene aufstellt. Nach erstem Schnupperkurs als Produzent und Drehbuchautor scheint ADAM SCHINDLER nach DELIVERY: THE BEAST WITHIN Gefallen am Horrorfilm gefunden zu haben und nimmt zum ersten Mal auf dem Regiestuhl Platz. Entstanden ist teuflisch spannender Zu-Hause-Terror par excellence, der die Spannung durch unerwartetem Richtungswechsel und überraschenden Wendungen konsequent vorantreibt. Laut einem Interview mit der Fachpresse mag es Regisseur ADAM SCHINDLER, wenn er das Publikum mit Filmen herausfordern kann, die sich in keine Schublade stecken lassen. Mit DEADLY HOME konnte er seine Vorstellungen von Filmen, die er selbst gern sehen würde in die Tat umsetzen. Dafür lies er sich nach eigener Aussage von Home-Invasion-Klassikern, wie STRAW DOGS, WAIT UNTIL DARK, DESPERATE HOURS, PANIC ROOM und das SCHWEIGEND DER LÄMMER inspirieren. Letztgenannter beeindruckte, weil das Gefühl der Angst faszinierte, das sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film zog. Zwar ist DEADLY HOME von jenen Meisterwerken weit entfernt; für den ersten Ausflug ins Regiefach ist fabriziertes Grauen ganz ordentlich. Man darf gespannt sein, was Schindler demnächst aus dem Ärmel schütteln wird.
 
 
 


 
 
 

DEADLY HOME – Zensur

 
 
 
Rache zum Schutze der Allgemeinheit durch Selbstjustiz – ein heikles Thema mit dem die FSK auch Jahre nach der Video-Nasty-Ära keinen Spaß versteht. Erstaunlicherweise hat DEADLY HOME von der Prüfbehörde nicht die höchste Altersfreigabe erhalten und dass, obwohl Lynchjustiz rigoros im Film zelebriert wird. Dennoch: Wer hier glaubt, dass Menschen brutal vor der Linse abgeschlachtet werden, wird enttäuscht werden. Die auf dem Filmplakat abgebildeten Mordwerkzeuge kommen nur bedingt zum Einsatz. Zudem deutet Macher ADAM SCHINDLER meist nur an und blendet immer dann weg, wenn es für Gewaltfans interessant wird. Dennoch darf man Rechteinhaber EUROVIDEO MEDIEN für die überraschend niedrige Altersfreigabe beglückwünschen. DEADLY HOME wurde ungeschnitten frei ab 16 Jahren in Deutschland veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

DEADLY HOME – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Eurovideo Medien

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Shut In; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1920 x 1080p) | @50 Hz

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes, Interviews

Release-Termin: 17.03.2016

 

Deadly Home [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DEADLY HOME – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei EUROVIDEO MEDIEN)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Tiger House (2015)
 
The Aggression Scale (2012)
 


Filmkritik: „Pod“ (2015)

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POD

Story

 
 
 
Drei Geschwister erleben im Ferienhaus der Eltern das Grauen. Dort soll im Keller das Böse lauern, das Bruder Martin mit viel List eingesperrt haben soll.
 
 
 


 
 
 

POD – Kritik

 
 
 
Willkommen zu POD – jenem Film mit der wohl kürzesten Titelsequenz, die das Horrorgenre bis dato gesehen hat. Gerade mal zwei Sekunden benötigt der Vorspann, um wichtige Mitglieder des Filmteams zu nennen bevor der Zuschauer in ein Abenteuers geschickt wird, das gekonnt versucht zu manipulieren. Regisseur MICKEY KEATIN möchte ein Spiel spielen und sorgt mit POD für reichlich Verwirrung. Hier wird das Publikum bewusst an der Nase herumgeführt, bevor am Ende die Katze aus dem Sack gelassen wird. Der Überraschungseffekt ist groß und zeigt auf, dass nicht immer viel Geld oder Aufwand von Nöten sein muss, um Geschichten zu erzählen, an die man sich gern erinnert.
 
 
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Dass Macher MICKEY KEATIN Gefallen an Horrorfilmen gefunden hat und sich im Genre hervorragend auskennt, hat er bereits mit dem Okkult-Thriller RITUAL bewiesen. Den hatte er vor einigen Jahren nach eigenem Drehbuch für AFTER DARK FILM inszeniert und lehrte darin Mystery- und Thrillerfans mit viel Terror das Fürchten. Furcht spielt auch im aktuellen Leinwandausflug eine tragende Rolle, denn in POD dominiert vornehmlich psychologisches Grauen. Paranoia wird hier geschürt und das bis zum bitteren Ende. Der Film folgt den besorgten Geschwistern Ed (DEAN CATES) und Lyla (LAUREN ASHLEY CARTER aus JUG FACE) ins Hinterland. Die haben eine mysteriöse Telefonbotschaft erhalten, in der Bruder Martin (BRIAN MORVANT aus THE DEN) um Hilfe gebeten hat. Das emotionale Frack lebt nach seiner unehrenhaften Entlassung aus der Armee im Ferienhaus der Familie irgendwo in den Wäldern. Das hat er zur Festung umgebaut, weil er der festen Überzeugung ist, dass die Regierung in der Gegend unheimliche Experimente durchführt. Für die Geschwister ist ganz klar, dass der Bruder unter Wahnvorstellungen leidet muss. Der hat seit Jahren mit psychischen Problemen zu kämpfen und scheint schon lange nicht mehr zurechnungsfähig zu sein. Doch Martin hat Beweise. Im Keller hält er etwas gefangen, das vom Gegenteil beweisen soll. Leider wollen seine Verschwörungstheorien nicht so recht ernst genommen werden – mit fatalen Folgen.
 
 
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Regierungsexperiment, Alien oder doch nur Einbildung? POD ist spannungsgeladener Indie-Horror, der raffiniert mit der Macht der Suggestion spielt. Hält Ex-Soldat Martin wirklich etwas Böses im Keller versteckt oder scheint er nur allmählich dem Wahnsinn zu verfallen? POD-Regisseur MICKEY KEATIN spielt mit den Erwartungen der Zuschauer, streut falsche Fährten, lässt zweifeln und verunsichert erbarmungslos. Das gelingt ganz gut, denn bis zum Finale hält er den Spannungsbogen aufrecht, liefert kaum Anhaltspunkte und fesselt dadurch ungemein. POD ist ein klaustrophobischer Thriller, der von den außerordentlichen Leistungen seiner Schauspieler lebt. Hier brennt sich vor allem BRIAN MORVANT ins Gedächtnis, der mit beängstigender Intensität einen verzweifelten Mann verkörpert, dem irgendwie niemand glauben möchte. Der sorgt für Gänsehaut, da er nahezu besessen von Verschwörungstheorien plaudert, dass man aus Angst am liebsten Reißaus nehmen möchte. Leider nützt Flucht nichts, denn POD ist trotz Mikrobudget so packend inszeniert, dass man bleibt, weil man einfach wissen möchte wie der Film ausgehen wird.
 
 
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POD – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Klaustrophobisches und spannungsgeladenes Horrorkino, das raffiniert mit der Macht der Suggestion spielt. POD ist das beste Beispiel dafür, dass manchmal weniger mehr ist. Statt teure Effekte zu verbraten oder viel Blut zu zeigen konzentriert sich Regisseur BRIAN MORVANT in erster Linie auf seine drei Protagonisten, deren Beziehung mangels Vertrauen zu zerbrechen droht. Die schauspielerischen Leistungen sind überzeugend und bewirken Paranoia. Letztere ist die Quintessenz dieses klugen Horrorstücks, das mit fieser Auflösung aufwartet. Unbedingt sehenswert – insofern man Psychothriller wie BUG aus der Mache von WILLIAM FRIEDKIN bevorzugt.
 
 


 
 
 

POD – Zensur

 
 
 
POD ist keine Schlachtplatte. Es gibt einen Kopfschuss und einen Kehlenschnitt zu sehen. Zudem wird gewaltsam ein Schädel eingeschlagen. Die Szenen werden angedeutet oder nur kurz gezeigt. Die FSK hat den Film in ungeschnittener Fassung für Erwachsene freigegeben (keine Jugendfreigabe).
 
 
 


 
 
 

POD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mad Dimension (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: POD; USA 2015

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 76 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase Blu-ray mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 02.05.2016

 

POD – Es ist hier (Blu-Ray) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

POD – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Packshot und Grafiken liegen bei MAD DIMENSION)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bug (2006)
 
Beneath (2013)


Filmkritik: „5 Zimmer Küche Sarg“ (2014)

5-zimmer-kueche-sarg-2014
 
 
 

5 ZIMMER KÜCHE SARG

(WHAT WE DO IN THE SHADOWS)

Story

 
 
 
Außerhalb des Neuseeländer Städtchens Wellington steht eine uralte und charmante Villa. Darin wohnen vier ebenso uralte und charmante Bewohner, die zusammen mehrere Tausend Jahre auf dem Buckel haben. Viago (Taika Waititi), Vladislav (Jemaine Clement), Deacon (Jonny Brugh) und Petyr (Ben Fransham) sind Vampire leben in einer Vampir-WG, die sich neben den alltäglichen Reibungen des Zusammenlebens auch einigen sehr speziellen Herausforderungen stellen muss. Ein Kamerateam begleitet sie über einige Monate und fängt dabei die Geflogenheiten der Blutsauger ein. In der Vorbereitung auf das große Event des Jahres, einem Maskenball für Zombies, Hexen, Vampire und dergleichen, müssen Viago und Co. sich unter Anderem mit Neuzugängen in der WG, sterblichem Besuch und natürlich dem allgegenwärtigen Blutdurst beschäftigen.
 
 
 


 
 
 

5 ZIMMER KÜCHE SARG – Kritik

 
 
 
Von all den klassischen Monstern der menschlichen (und filmischen) Geschichte ist der Vampir wohl der präsenteste Vertreter. In unzähligen Romanen und Filmen haben sich Geschichtenerzähler mit dem Reiz der Unsterblichkeit befasst und das mythische Ungeheuer zu einem oft gesehenen Gast der Popkultur gemacht. Interpretiert wurden Vampir-Stories bislang als Horrorfilme, Dramen und zuletzt zur großen Aufregung von Genrefans auch als minderwertiger Kitsch für pubertierende Frauen. Aus Neuseeland gesellt sich jetzt eine Komödie dazu, geschrieben und gedreht von Taika Waititi und Jemaine Clement, die außerdem zwei der Hauptrollen übernehmen.
 
 
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Wer denkt, dass „5 Zimmer Küche Sarg“ bloß ein weiterer Versuch ist, aus dem allmählich abnehmenden Hype um den Vampir Profit zu schlagen, ist auf der falschen Fährte. Spätestens mit Einsetzen des Vorspanns zeigt sich, dass Waititi und Clement nicht nur mit Grips, sondern auch mit viel Liebe und Sorgfalt ans Werk gegangen sind. Mit viel kreativer Energie widmen sie sich ihren blutsaugenden Charakteren und deren Hintergrund. Dabei wird kaum ein Vampirklischee ausgelassen und mit viel Witz in die WG-Thematik integriert. Von Disputen über blutiges Geschirr, das seit fünf Jahren in der Spüle liegt bis hin zum fehlenden Spiegelbild, das die Suche eines Outfits für die anstehende Partynacht verkompliziert. Ist die Clique erst im Nachtleben von Wellington angekommen, stehen sie vor einer weiteren Herausforderung. Um einen Nachtclub zu betreten, müssen sie selbstverständlich hereingebeten werden. „5 Zimmer Küche Sarg“ ist voll von derartigen Situationen, die nicht nur Vampirfreunde zum Lachen bringen. Die gründliche Charakterisierung der Protagonisten geht sogar so weit, dass sie neben den Akzenten, die ihrer Herkunft und ihrem Alter entsprechen, auch Verhaltensweisen an den Tag legen, die seit dem Mittelalter antiquiert sind.
 
 
5-zimmer-kueche-sarg-bild-3
 
 
Neben all dem Humor ist es bewundernswert, dass Waititi und Clement in ihrem kurzen, knackigen Film Platz für überraschend tiefgründige Momente in Form von Konfrontationen mit der Außenwelt oder sogar einer verlorenen Liebe finden. Zu keiner Zeit legt „5 Zimmer Küche Sarg“ jedoch seinen geradezu unglaublichen Charme ab, der zeitweise an Unschuld grenzt.
 
 
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5 ZIMMER KÜCHE SARG – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
Den Neuseeländern Taika Waititi und Jemaine Clement ist mit „5 Zimmer Küche Sarg“ eine Vampirkomödie gelungen, die rundum punkten kann. Nicht nur legen sie einen großen Respekt für das viel geschundene Wesen Vampir an den Tag, sie kombinieren die Jahrtausende alte Mythologie des Blutsaugers mit einer modernen Kulisse. Das Ergebnis ist ein origineller, kreativer und extrem witziger Film, der über viele Jahre hinweg das Maß für die humorvolle Aufarbeitung klassischer Monster sein wird.
 
 
 


 
 
 

5 ZIMMER KÜCHE SARG – Zensur

 
 
 
In Deutschland erscheint „5 Zimmer Küche Sarg“ mit einer Freigabe ab 12 Jahren. Obwohl er auch die eine oder andere blutige Szene zu bieten hat, wird der Film von einem leichten, verspielten Grundton beherrscht, der eine höhere Freigabe unnötig macht.
 
 
 


 
 
 

5 ZIMMER KÜCHE SARG – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Weltkino

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: What We Do in the Shadows; Neuseeland 2014

Genre: Komödie, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK 12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: 12-seitiges Booklet, 12 Bonusvideos: Der Original Kurzfilm von 2005, Behind the Shadows, Deacons Erotiktanz, Stus Büro-Homestory, Jackie, die Vertraute, Viago singt, Vlad malt, Vlad der Dichter, Nachtzahnarzt, Die mit den Werwölfen tanzen, What We Do in Transylvania, What We Do in Berlin, 12 Deleted Scenes, Trailer, Frag einen deutschen Kiwi, Fanplakate (Diashow)
Vampir Fotoalbum (Diashow)

Release-Termin: 05.06.2015

 

5 Zimmer Küche Sarg [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

5 ZIMMER KÜCHE SARG – Trailer

 
 

 
 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Weltkino

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Housebound (2014)
 
Tucker & Dale vs. Evil (2010)
 
Eagle vs Shark (2007)
 


Filmkritik: „The Harvest“ (2013)

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THE HARVEST

Story

 
 
 
Die pubertierende Maryann macht auf der Suche nach neuen Freunden im Nachbarhaus eine schreckliche Entdeckung. Ihre Neugierde bringt das zermürbende Familiengeheimnis einer gutbürgerlichen Arztfamilie zutage, das bisher gut bewahrt werden konnte.
 
 
 


 
 
 

THE HARVEST – Kritik

 
 
 
Nach außen hui – innen aber pfui! Das Ergründen dunkler Familiengeheimnisse ist im Horrorfilm keine Neuerung mehr. Dutzende Regisseure haben bereit in ihren Filmen versucht furchtbare Tragödien aufzudecken, die sich hinter verschlossenen Türen vermeintlich anständiger Bürger abspielen. Das Erforschen menschlicher Abgründe hat sich auch JOHN NCNAUGHTON auf die Stirn geschrieben. Der brachte es in den 80ern mit seinem kontroversen HENRY: PORTRAIT OF A SERIAL KILLER zu beachtlicher Popularität, verschwand dann aber ganz schnell wieder von der Bildoberfläche und verdiente mit semierfolgreicher TV- und Videoware Lohn und Brot. Immerhin dürfte er Thriller- und Horrorfans noch mit WILDS THINGS (1998) und der MASTERS OF HORROR-Episode HAECKEL’S TALE (2006) in Erinnerung geblieben sein – zwei der wenigen Arbeiten, die aus seiner eher erfolglosen Vita hervorstechen können. Das dürfte sich jedoch mit seinem neuen Filmalbtraum THE HARVEST ändern. Für sein unbequemes Familiendrama kehrt er ganz souverän zu seinen Filmanfängen zurück ganz so, als hätte seither nichts anderes getan, als die dunkle Seite des Menschen zu erforschen. Ganz nebenbei ist ihm damit die wohl beste Arbeit seines bisherigen Schaffens gelungen, schließlich bahnt sich in seinem THE HARVEST das Grauen schleichend aber intensiv seinen Weg durch Film und Psyche.
 
 
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THE HARVEST handelt von der 14-jährigen Waisen Maryann. Nach dem plötzlichen Tod der Eltern muss sie zu den Großeltern ziehen und die Freunde zurücklassen. Bei den ersten Erkundungsstreifzügen ums Haus stößt sie auf den Nachbarsjungen Andy. Der hat kein leichtes Los gezogen, ist schwer krank und ans Bett gebundent. Die beiden kommen ins Gespräch und entwickeln schnell Sympathien zueinander. Doch die Freundschaft steht unter keinem guten Stern. Andys Mutter ist nämlich über die neue und einzige Freundin ihres Jungen gar nicht erfreut. Sie beginnt ihr Kind zu isolieren und verbietet der neuen Nachbarstochter jeglichen Umgang mit ihrem Sohn. Für die einsame Maryann eine Tragödie. Die trifft sich heimlich mit dem neuen Freund und stößt ganz nebenbei im Keller des Nachbarhauses auf ein furchtbares Familiengeheimnis – mit Folgen.
 
 
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Der einst gefeierte JOHN NCNAUGHTON versteht es nach wie vor den Zuschauer dort zu packen, wo es am meisten wehtut. THE HARVEST ist ein packend inszeniertes Psychodrama, das ganz unheilvoll beginnt und sich zaghaft zum ungemütlichen Thriller mausert in dem Dinge passieren, die man anfangs nicht kommen gesehen hat. Die Essenz zum Erfolg ist der herausragende Cast. Der wurde mit Schauspielern besetzt, die ihr Handwerk verstehen. Allen voran SAMANTHA MORTON. Die verkörpert im Film eine wortkarge und scheinbar besorgte Mutter, die ähnlich wie KATHY BATES in MISERY ganz unverhofft aus der Haut fährt und zur unberechenbaren Psychopathin mutiert. Ihre Leistungen sind beängstigend, facettenreich und intensiv – ihre plötzlichen Wutausbrüche schockierend und grausam. Leider hat THE HARVEST einen Schönheitsfehler. Zwar gelingt es Macher JOHN NCNAUGHTON mit subtilen Grauen zu fesseln und die Spannungsschraube konstant fester zu drehen; dennoch mangelt es dem Streifen oftmals an Glaubwürdigkeit. Den Figuren wird zwar genügend Zeit für ihre Entwicklung eingeräumt; trotzdem kommt auch ein Film wie THE HARVEST nicht ohne die genrebedingten Klischees aus. So will mal wieder niemand der taffen 14-jährigen Heldin glauben, die genügend Beweise sammelt, um die finsteren Machenschaften der im Ort geschätzten Nachbarn aufdecken zu können. Das kratzt ein wenig am positiven Gesamteindruck den der souverän inszenierte und durchaus stimmige THE HARVEST hinterlässt. Trotz kleiner Makel dennoch sehenswert!
 
 
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THE HARVEST – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Schleichend und intensiv: Herausragender und ungemütlicher Psychothriller mit böser Wendung und konstantem Spannungsbogen. THE HARVEST bringt finstere Geheimnisse zutage und erzählt von skrupellosen Eltern und desaströsen Familienverhältnissen. Hier wird subtil Grauen aufgebaut, das ganz unverhofft und erbarmungslos zuschlägt. Lang dauert es nämlich nicht, bis sich der Ton und die Richtung des Films ändert. Aus Kindern werden Gefangene, die im Haus der vermeintlich besorgten Eltern ums Überleben bangen müssen. Leider verrät der Trailer zuviel. Demzufolge sollte man sich dessen Sichtung sparen, um sich nicht den Filmgenuss verderben zu lassen. Unterm Strich erweist sich THE HARVEST trotz marginaler Logiklücken als Paradebeispiel für minimalistische Psychothriller. HENRY: PORTRAIT OF A SERIAL KILLER-Regisseur braucht nämlich nicht viel, um fesseln zu können. Statt teuer eingekaufte Superstars, Gewalt und hektische Schnitte beweist er, dass man auch mit kleinem Budget und bescheidenen Mitteln gute Filme machen kann. Alles was man dafür benötigt ist ein gutes Drehbuch und talentierte Schauspieler. Auch so schafft man herausragende Filme. Wir meinen: intensiv gespielter Geheimtipp!
 
 


 
 
 

THE HARVEST – Zensur

 
 
 
THE HARVEST ist kein Horrorfilm im herkömmlichen Sinne. Der Film ist eher ein langsam und tiefgründig erzählter Psycho-Thriller und hält weitestgehend abstand von expliziter Gewalt. Die ist im Film vornehmlich psychischer Natur und dürfte dafür sorgen, dass THE HARVEST bereits für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet sein wird.
 
 


 
 
 

THE HARVEST – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Misery (1990)
 
The Stepfather (1987)
 
The Glass House (2001)
 
The Stepfather – Remake (2009)
 


Kritik: „Horsehead – Wach auf wenn du kannst“ (2014)

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HORSEHEAD

Story

 
 
 
Jessica (Lilly-Fleur Pointeaux) ist eine junge, französische Studentin, die auf den ersten Blick eine normale junge Frau zu sein scheint. Doch hinter den blonden Haaren und tiefblauen Augen versteckt sich etwas Unheimliches. Seit ihrer Kindheit leidet Jessica an schlimmen Albträumen, die ihr Schlaf und Ruhe rauben. Als sie von ihrer Mutter Catelyn (Catriona MacColl) zur Beerdigung ihrer Großmutter gerufen wird, beginnen sich die Ursachen ihrer lebenslangen Albträume abzuzeichnen. Das Verhältnis zwischen den beiden Frauen ist kühl und distanziert, nicht einmal dem Ehemann und Stiefvater Jim (Murray Head) gelingt es, die Stimmung zu heben. Getrieben von den gruseligen Symbolen ihrer Träume und bewaffnet mit der Fähigkeit des luziden Träumens begibt Jessica sich auf eine Reise in ihre familiäre Vergangenheit und stößt auf einige höchst unschöne Geheimnisse.
 
 
 


 
 
 

HORSEHEAD – Kritik

 
 
 
Die erzählerische Macht des menschlichen Unterbewusstseins ist bereits seit knapp 100 Jahren eine feste Größe in der Kinolandschaft. Surrealisten wie Luis Bunuel und David Lynch machten sich die Bildsprache und Logik der Traumwelten zu Nutzen, um beeindruckende Karrieren zu spannen. Auch das Horrorgenre entdeckte den Traum für sich, das wohl populärste Beispiel hierfür ist die „Nightmare on Elm Street“-Reihe. Beim ersten Spielfilm des Regisseurs handelt es sich allerdings nicht um einen herkömmlichen Slasher. Als Monster fungiert hier der titelgebende Horsehead, ein symbolische Kraft, die mit einer Pferdemaske die Träume der Protagonistin heimsucht. Basset springt in seinem sehr hübsch aussehenden Film zwischen zwei Traum-Modi hin und her. Ersterer dient mit seinen grotesken und schnell geschnittenen Gewaltdarstellungen zur Einstimmung in den Film. Später, nachdem Jessica die Fähigkeit des luziden Träumens gemeistert hat, begibt „Horsehead“ sich in düstere, farbstarke Traumwelten, in denen die gebeutelte Heldin des Films nach den Geheimnissen ihrer Ahnen sucht.
 
 
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Die gut ausgeleuchteten Bilder, die sich auch der Kraft eines gut gesetzten Schattens bedienen, zeugen von einem feinen Auge des Filmemachers. Leider sind nicht alle Sensibilitäten des Regisseurs so ausgeprägt wie die Visuelle. Teilweise unterlegt Basset Sequenzen der ruhelosen Jessica mit wummernder, elektronischer Musik, die sich weder in die ländliche, französische Kulisse, noch in die Handlung des Films einfügen will. Eine etwas befremdliche Entscheidung ist es auch, einen in Frankreich spielenden Film mit lokalen Schauspielern auf Englisch zu drehen. Es hätte dem Film sicherlich mehr Authentizität verliehen, wenn er sich der französischen Sprache verschrieben hätte. Neben diesen stilistischen Schwachpunkten machen sich vor allem im letzten Drittel des Films einige Patzer im Drehbuch breit, die es dem Zuschauer zunehmend schwer machen, den Geschehnissen zu folgen und sie zu verstehen. Dies wird vor allem dadurch verursacht, dass die Grenzen zwischen Traum und Realität immer mehr verschwimmen, ohne dass der Filmemacher die narrativen Zügel in der Hand behalten kann.
 
 
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HORSEHEAD – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Der französische „Horsehead“ ist ein solides Langfilmdebüt des französischen Regisseurs Romain Basset, in dem er vor allem visuelle Stärken unter Beweis stellen kann. Leider läuft ihm sein eigener Handlungsverlauf zum Ende des Films davon. Das Ergebnis ist ein unterhaltsamer, schön anzusehender und ordentlich gespielter Film, der von einem etwas fokussierterem Drehbuch klar profitiert hätte.
 
 
 


 
 
 

HORSEHEAD – Zensur

 
 
 
„Horsehead“ erscheint in Deutschand mit einer Freigabe ab 18, die anhand der blutigen, verstörenden Bilder und der Thematik vor allem im späteren Verlauf des Films absolut gerechtfertigt ist – ungeschnitten, keine Jugendfreigabe!
 
 
 


 
 
 

HORSEHEAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Donau Film (Amaray Blu-ray)

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(c) Donau Film (limitiertes Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Horsehead; Frankreich 2014

Genre: Drama, Fantasy, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Französisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover, ebenso Auflage im Mediabook

Extras: Featurette „Der Pferdekopf“ (14:41 Min.), Teaser (1:01 Min.), Deutscher Trailer (2:14 Min.), Original Kinotrailer in Englisch (2:13 Min.), Trailershow | zusätzlich im Mediabook: 16-seitiger Buchteil, Poster, Inside Horsehead – Das Making Of (ca. 60 Min.), Die Effekte (ca. 15 Minuten), Das Casting (ca. 20 Minuten), Vier Kurzfilme von Regisseur Romain Basset (ca. 60 Minuten)

Release-Termin: 29.05.2015

 

Horsehead – Wach auf, wenn du kannst… [Blu-Ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Horsehead – Wach auf, wenn du kannst… – Limited 3-Disc Mediabook Edition ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

HORSEHEAD – Trailer

 
 

 
 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei DONAU FILM

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Nightmare on Elm Street (1984)
 
Inside (2007)
 
Martyrs (2008)
 


Filmkritik: „The Stranger“ (2014)

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ELI ROTH PRÄSENTIERT THE STRANGER

(EL EXTRANJERO)

Story

 
 
 
Als der mysteriöse Martin in ein kleines Städtchen einkehrt, entfacht er mit seiner Anwesenheit eine grausame Kette furchtbarer Gewalt.
 
 
 


 
 
 

THE STRANGER – Kritik

 
 
 
Wenn HOSTEL- und CABIN FEVER-Macher ELI ROTH Filme dreht, dann sind viele Horrorfans nicht sonderlich darüber erfreut. Seit jeher gelingt es dem amerikanischen Regisseur mit seinen Werken zu polarisieren und die Fangemeinde in zwei Lager zu spalten. Das ist auch kein Wunder, denn Roths Filme fallen immer wieder durch trivialen Humor in Kombination mit plakativer Gewalt und hanebüchenen Geschichten negativ auf. Trotz viel Kritik an seinem bisherigen Schaffen muss man ELI ROTH an dieser Stelle auch einmal Lob aussprechen. Statt immer nur Schlamassel zu drehen ist er stets daran interessiert noch unbekannte und junge Regisseure zu unterstützen, damit die ihre filmischen Visionen auf Zelluloid bannen können, um sie einem interessierten Publikum zugänglich zu machen. Auch im Falle des chilenischen Horrordramas THE STRANGER hatte der gewalterprobte und kontroverse Regisseur seine Finger im Spiel. Diesmal fungierte er jedoch ausschließlich als Produzent und überlies dem uruguayischen Newcomer GUILLERMO AMOEDO das Regiezepter, der bereits schon an Drehbüchern zu Roth-Streifen wie KNOCK KNOCK (2015), THE GREEN INFERNO (2013) und dem miserablen AFTERSHOCK (2012) tüftelte. Auch für THE STRANGER schrieb er das Drehbuch, konnte es letztendlich mit kleinem Budget endlich auch einmal selbst für die Leinwand adaptieren. Ganz nebenbei ist im dabei das Kunststück gelungen seinen spendablen Geldgeber in den Schatten zu stellen, kann THE STRANGER nämlich als wohl bester Horrorfilm bezeichnet werden, an dem Roth bisher in irgendeiner Weise beteiligt gewesen ist.
 
 
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Die Idee zum Film kam Amoedo, als er sich selbst ein Urteil über das hochgelobte Vampirdrama LET THE RIGHT ONE IN machen wollte. Der Regisseur erklärte in einem Interview, dass er kein großer Fan des klassischen Blutsauger-Genres ist. Dennoch gefiel ihm jene charakterstarke Richtung, die der Film einschlug und entschied kurzerhand selbst an einer tiefgründigen Vampirgeschichte zu schreiben, in der das Zwischenmenschliche ausführlich untersucht werden sollte.
 
 
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THE STRANGER erzählt die Geschichte des mysteriösen Martin (CRISTÓBAL TAPIA MONTT), der auf seiner Suche nach Frau Ana in ein kleines Städtchen einkehrt und in eine Begegnung mit Folgen involviert wird. Im Ort herrscht ein rauher Ton und die Bewohner der Stadt leiden unter der harten Hand des korrupten Polizisten De Luca (LUIS GNECCO). Dessen Sohn ist über die Ankunft des Fremden nicht sonderlich erfreut und lässt Fäuste sprechen. Was folgt ist nicht sonderlich gastfreundlich: Martin wird brutal zusammengeschlagen und eigenhändig vom Polizist De Luca im Wald verscharrt. Leider wird die grausame Tat vom pubertierenden Graffiti-Künstler Peter (NICOLÁS DURÁN) beobachtet. Der gräbt den Fremden aus und pflegt ihn zuhause gesund. Eine Rettung mit Folgen, denn die Täter sind über die Hilfsaktion nicht sonderlich erfreut. Um die Tat zu vertuschen und den guten Ruf zu bewahren, veranstalten sie eine Hetzjagd auf ihr Opfer unwissend, dass sie dadurch eine Kette der Gewalt in Gang setzen. Was niemand ahnt: Martin ist etwas anders und besitzt eine außergewöhnliche Gabe. Die gerät jedoch bald außer Kontrolle und hinterlässt eine blutige Spur der Verwüstung.
 
 
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ELI ROTH scheint in Chile ein neues Zuhause gefunden zu haben, denn hier hat er viele der letzten Genre-Filme produzieren lassen. Nach Folterei, Kannibalen und Todesviren hetzt er diesmal Blutsauger auf den Zuschauer und lässt den Vampirmythos durch Regisseur GUILLERMO AMOEDO quasi rundum erneuern. THE STRANGER nimmt Abstand von klassischen Vampirfilmen in denen Fledermäuse, Knoblauch und spitze Eckzähne Gänsehaut bescheren. Vielmehr konzentriert sich Filmemacher GUILLERMO AMOEDO auf zwischenmenschliche Konflikte und berichtet in seiner emotionalen Geschichte von Liebe und Verlust, Familie und Zugehörigkeit sowie Gewalt und Erlösung. Die für dieses Subgenre bekannten Klischees kommen nur selten zum Tragen. Stattdessen betrachtet Amoedo die Blutsauger-Thematik aus einem ganz anderen Blickwinkel und macht sie nur zum Beiwerk. Eine gute Entscheidung, lebt THE STRANGER von der Prämisse, dass der Zuschauer lang darüber im Unklaren gelassen wird, welch finsteres Geheimnis Außenseiter Martin verbirgt und was ihn dazu veranlasst hat in einem kleinen Städtchen nach der Gattin zu suchen. Die andere Vorgehensweise ist löblich und macht THE STRANGER zum Geheimtipp für all jene, die einfach nicht mehr die immer gleichen Horrorgeschichten sehen können und wollen.
 
 
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THE STRANGER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Mysteriös, geheimnisvoll und vollkommen anders: THE STRANGER ist einer der nennenswertesten Vampirfilme der letzten Jahre und der wohl beste Streifen, an dem HOSTEL-Regisseur ELI ROTH bisher beteiligt gewesen ist. Der Zuschauer bekommt hier eine ungewöhnliche Vampir-Rachegeschichte zu sehen, die den Blutsauger-Mythos aus einer ganz anderen Sicht betrachtet. Umso besser ist es, wenn man vorab nicht allzu viel über den gelungenen Horrorfilm in Erfahrung bringt, um sich die Spannung nicht nehmen zu lassen. Weit entfernt von traditionellem Vampir-Gruslern verteilt Regisseur GUILLERMO AMOEDO die klassischen Rollen von Gut und Böse neu und bringt in seinem selbst geschriebenen THE STRANGER einmal mehr zum Ausdruck, dass der Mensch selbst grausamer und unberechenbarer ist als jeder blutdurstige Vampir. Letzterer kann im Film ebenso als Metapher gesehen werden, um die abwertende und distanzierte Haltung des Menschen vor dem Unbekannten zu symbolisieren. Wer händeringend nach interessanten Horrorgeschichten sucht, sollte sich THE STRANGER nicht entgehen lassen. Auch wenn mit ELI ROTH als Produzenten auf dem Kinoplakat geworben wird – die blutige Handschrift des polarisierenden Foltermeisters sucht man in diesem Film vergebens. Wir meinen: Pflichtprogramm für Fans mutiger Indie-Horrorfilme fernab des Mainstreams.
 
 


 
 
 

THE STRANGER – Zensur

 
 
 
Die gezeigte Gewalt in THE STRANGER hält sich in Grenzen. Dennoch gibt es etwas Blut zu sehen. Neben angefressenen Hälsen und Tierkörpern, werden im Off Protagonisten bei lebendigem Leibe verbrannt. Der Film hat ungeschnitten eine Erwachsenenfreigabe von der FSK erhalten : Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

THE STRANGER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
the-stranger-bluray

(c) Tiberius Film (normale Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: El extranjero; Chile 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Welcome to Chilewood (6:24 Min.), Kurzfilm „The Fourth Horseman“ (10:46 Min.), Bildergalerie, Trailer Deutsch & Englisch, Theatrical Trailer US & Chile, Trailershow

Release-Termin: 04.05.2016

 

The Stranger [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE STRANGER – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen & Packshot liegen bei TIBERIUS FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
So finster die Nacht (2008)
 
Let Me In (2010)
 
Near Dark (1987)
 


Filmkritik: „Shrew’s Nest“ (2014)

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SHREW’S NEST

(Musarañas)

Story

 
 
 
Als sich der attraktive Carlos bei einem Treppensturz das Bein bricht und von einem benachbarten Geschwisterpaar gepflegt wird, bringt er ein schockierendes Familiengeheimnis zutage, was lange Zeit im Verborgenen gehalten wurde.
 
 
 


 
 
 

SHREW’S NEST – Kritik

 
 
 
Egal was ALEX DE IGLESIAS anfasst, es wird zu Gold. Seit der spanische Regisseur mit der Science-Fiction-Komödie AKTION MUTANTE seinen ersten Langfilm inszenierte, wird der Meister des schwarzhumorigen, spanischen Horrorkinos für sein unkonventionelles Schaffen auf einschlägigen Filmfestivals gelobt und ausgezeichnet. Mittlerweile dreht der Spanier aber nicht mehr nur ausschließlich schräge Filme, sondern produziert Vielversprechendes für die große Leinwand. SHREW’S NEST ist eine dieser Arbeiten, die von DE IGLESIAS finanziell unterstützt wurde und dem jungen Regieduo ESTEBAN ROEL und JUANFER ADRÉS den Weg ins internationale Filmgeschäft ebnen dürfte.
 
 
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In MUSARANAS – so der Originaltitel – geht es absolut spaßfrei zu, denn nach dem speziellen Humor mit welchem ALEX DE IGLESIAS bekannt geworden ist, sucht man in diesem tiefgründigen und deprimierenden Stück Zelluloid vergebens. Statt einem absurd-humoristischen Bilderrausch zu zelebrieren, wenden sich die beiden Jungregisseure dem psychologischen Horror zu und bringen mit Hilfe beklemmender Bildsprache eine erschütternde Familientragödie zutage, die sich aufgrund herausragender schauspielerischer Leistungen positiv vom üblichen Horrorquatsch abhebt. Das tut Not, denn in einer Zeit in der sich der Horrorfilm hauptsächlich durch einfältige Grausamkeiten definiert und damit Zuspruch erntet, sind es gerade jene psychologischen Geschichten die verinnerlichen, dass man auch mit etwas Anspruch und Hirn Furcht bescheren kann.
 
 
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Madrid in den 1950ern: die fromme Schneiderin Montse (MACARENA GOMEZ) leidet an Agoraphobie und schafft es nicht ihre Wohnung zu verlassen. Seit Mutter und Vater gestorben sind, kümmert sie sich um die jüngere Schwester und ist ihr Ersatz für die verschiedenen Eltern. Als Nachbar Carlos aus dem oberen Stockwerk die Treppe herunterfällt und sich beim Sturz das Bein bricht, wird eine Kette von Umständen in Gang gesetzt, die die Geschwister vor ungeahnte Herausforderungen stellt. Montse nimmt den Verletzten heimlich bei sich auf und beginnt ihn zu pflegen. Von der streng autoritären Erziehung des sadistischen Vaters zerfressen, entwickelt die hilfsbereite Hausbewohnerin eine sonderbare Obsession zu ihrem Nachbarn und tut alles daran, dass der die Wohnung nicht mehr verlassen kann. Als die jüngere La Niña (NADIA DE SANTIAGO) erkennt, dass die große Schwester abnormales Verhalten an den Tag legt und nach Wegen sucht, um den eingesperrten Carlos aus seinem Gefängnis zu befreien, wird eine Spirale der Gewalt in Bewegung gesetzt, die nur im Chaos enden kann.
 
 
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SHREW’S NEST ist eine außergewöhnliche aber auch schockierende Psychoanalyse einer fehlgeleiteten Frau, die in der Kindheit Furchtbares erdulden musste. Die beiden Regisseure decken in ihrem sorgfältig gespielten Kammerspiel auf, was lang verborgen gehalten wurde. Zwei Schwestern, wie sich nicht unterschiedlicher sein könnten, durchleben in diesem beunruhigenden Melodrama eine Gradwanderung der Gefühle und entdecken zwischen Hass und Liebe, dass sie sich einander näher sind, als immer gedacht. MACARENA GOMEZ spielt hier mit viel Facettenreichtum eine bemitleidenswerte, psychisch gestörte Frau mit einem sonderbaren Verhältnis zur Liebe und lässt so selbst Oscar-Preisträgerin KATHY BATES aus der gelungenen King-Verfilmung MISERY weit hinter sich. Beide Filme sind thematisch ähnlich; SHREW’S NEST erforscht jedoch detaillierter die Umstände des Handelns und schockiert am Ende mit tragischen Familienkonstellationen, die den Zuschauer mit flauen Magen vor den heimischen TV-Apparaten zurücklassen.
 
 
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Visuell ist SHREW’S NEST für ein Debütstück ganz ordentlich. Die Macher ESTEBAN ROEL und JUANFER ADRÉS ernteten mit ihrem vierminütigen Kurzfilm „036“ bereits auf Youtube und Filmfestivals viel Lob und bleiben für SHREW’S NEST dem typisch spanischen Horrorlook treu. Das bedeutet bildgewaltiges Unbehagen in modern gotischer Gruselästhetik, die bereits inländischen Schauerproduktionen wie DAS WAISENHAUS, PARA ELISA oder JULIAS EYES zum Erfolg an den Kinokassen verholfen haben. Das Gänsehautkonzept geht auch diesmal auf. Dank einem außerordentlichen Gespür fürs Visuelle, guten Darstellern und einem gründlichen Drehbuch, in dem sich ganz langsam zermürbender Terror seinen Weg durch die klaustrophobische Geschichte bahnt, gehört SHREW’S NEST zur Königsklasse des spanischen Horrorkinos. Da kann man nur hoffen, dass Hollywood nicht auf den Trichter kommt, diesen Film neu interpretieren zu müssen. Sollte das irgendwann doch mal der Fall sein, kann man davon ausgehen, dass man die Neuverfilmung zu recht gnadenlos in der Luft zerreißen wird.
 
 
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SHREW’S NEST – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Spanien übertrumpft sich mal wieder selbst in Sachen Horror! SHREW’S NEST ist spanisches Horror-Kino par excellence und die weitaus bessere, spanische Antwort auf eine der wenigen, gelungenen King-Verfilmungen: MISERY. Dass sich der neue Genre-Beitrag aus dem Land der Stierkämpfe sehen lassen kann ist auch kein Wunder. Kein geringerer als Urgestein ALEX DE IGLESIAS zeichnet als Produzent verantwortlich und beweist mal wieder ein gutes Händchen bei der Auswahl interessanter Filmstoffe. Sein abgedrehter Humor und die schwarzhumorigen Gewaltausbrüche haben diesmal Sendepause. Stattdessen bewegen sich die beiden Regieneulinge ESTEBAN ROEL und JUANFER ADRÉS im Psycho-Sektor und machen alles richtig. SHREW’S NEST ist ein ungemütliches, klaustrophobisches Horror-Drama, das sich einmal mehr jener gotischen Gruselatmosphäre bedient, die viele spanische Horror-Produktionen seit einigen Jahren auszeichnet. Der kränkelnd-depressive Look des Streifens untermauert aber nur die morbide Stimmung des Films, der am Ende mehr Drama ist als Horror. Wer hier viele böse Szenen erwartet liegt falsch. Auch wenn gegen Ende etwas Rot über die Mattscheibe fließt, beunruhigt SHREW’S NEST vornehmlich auf psychologischer Ebene. Das zeichnet den Film aus und macht ihn zum Geheimtipp – vor allem wegen den außergewöhnlichen Darstellern, von denen manch Schauspieler in Hollywood noch etwas lernen kann. SHREW’S NEST gehört zur Königsklasse des spanischen Horrorkinos. Absolut empfehlenswert!
 
 
 


 
 
 

SHREW’S NEST – Zensur

 
 
 
Auch wenn SHREW’S NEST im Psycho-Genre beheimatet ist, gibt es etwas Gewalt zu sehen. Eine Protagonistin wird geköpft, der Körper zersägt und der Torso als Kleiderständer verwendet. Andere Figuren werden mit einer Stricknadel in die ewigen Jagdgründe befördert. Zudem wird ein Bein ans Bett genäht und Köpfe auf Boden und Wände geschlagen. Aufgrund der kurzen Gewaltmomente und der verstörenden Auflösung am Ende des Films hat Rechteinhaber OFDB Filmworks für SHREW’S NEST einen blauen FSK-Flatschen erhalten: FSK16.
 
 
 


 
 
 

SHREW’S NEST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) OFDB Filmworks

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

 

Originaltitel: Shrew’s Nest; Spanien 2014

Genre: Horror, Drama, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1), Spanisch (DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Making of, Deleted Scenes, Alternatives Ende, Trailer

Release-Termin: 08.01.2016

 

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SHREW’S NEST – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller Grafiken liegen bei OFDB Filmworks)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Misery (1990)
 
House at the End of the Street (2012)
 
One Hour Photo (2002)
 
Sleep Tight (2011)