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Beiträge mit Schlagwort “H. P. Lovecraft

Filmkritik: „The Void“ (2016)

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THE VOID

Story

 
 
 

Ein nahezu stillgelegtes Krankenhaus mitten im Nirgendwo entpuppt sich für einen kleinen zusammengewürfelten Trupp zu einer Art Vorhölle …

 
 
 


 
 
 

THE VOID – Kritik

 
 
 
Nach einem eher ereignislosen Tag stolpert Sheriff Carter mitten im nächtlichen Wald ein sich auf der Flucht befindlicher verletzter junger Mann vor die Füße, den er ins nächstgelegene Krankenhaus chauffiert. Dort verrichten die letzten Mitarbeiter ihren Dienst, der hauptsächlich darin besteht, für Notfälle zur Verfügung zu stehen. Soweit dies nach einschränkenden Brandfolgen möglich ist.
Kurz darauf treffen zudem zwei äußerst aggressiv wirkende, bewaffete Männer ein, die dem gerade Eingelieferten ans Leder wollen. Doch damit nicht genug. Während die erste Krankenschwester plötzlich beginnt durchzudrehen, versammeln sich vor den Türen bereits schweigend unheimlich wirkende Zeitgenossen, deren Art Ku-Klux-Klan-Gewänder nichts Gutes verheißen. Die Nacht des Grauens kann beginnen. THE VOID bedient von Beginn an die tief verankerten Bedürfnisse von Horrorfans mit einer stimmigen Prämisse. Eine kleine Gruppe, eingeschlossen an einem trostlos einsamen Ort an dem sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, wird mit dem Unvorstellbaren konfrontiert und kämpft verzweifelt einen aussichtslos wirkenden Kampf um ihr Leben. Wobei das Böse nach weitaus mehr trachtet.
 
 
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Nach zirka 13 Minuten beginnt die Gewaltschraube anzudrehen und gewährt erstmals einen Blick auf die recht heftigen, liebevoll handgemachten Effekte, die sich als Stärke des klassische Muster bedienenden Horror-Scifi-Zwitters erweisen werden. (Übrigens: Erstaunlich was hier inzwischen alles ab FSK16 durchgewunken wird.) Und hier gibt es tatsächlich nichts zu meckern. Seit THE THING wurde wohl nicht mehr so schön geschmaddert und tentakelt. An den deformierten Kreaturen kann sich das Herz eines jeden Creature-Feature-Fans einfach nur erfreuen. Für die Ausarbeitung der Charaktere und deren Dialoge gilt dies leider nicht. Es ist immer ungünstig, wenn man ausgerechnet mit den Bedrohten kaum mitfiebern kann, weil sie emotional nicht berühren oder phasenweise nerven. Problematisch bleibt ebenso der Umstand, dass sich die nicht wirklich innovativ aus einigen Klassikern zusammen rezitierte krude Story, vom Timing her etwas zu langatmig nur von Effekt zu Effekt hangelt. Die ernste Situation aller Protagonisten ist dabei drehbuchtechnisch durchaus erfreulich ohne Augenzwinkern frei von Komik und überflüssigen Albereien angelegt. Umso mehr stören nun jedoch naive holprige Textpassagen, die einen an den Kopf fassen lassen. So stellt ein Protagonist nachdem bereits draußen wie drinnen das Chaos wütet unvermittelt fest: „Wir sind hier nicht sicher!“ Ja, Recht hat er ja der Gute, nur war dies zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als offensichtlich.
 
 
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Nachteilig wirkt sich neben den eher hölzernen Figurenzeichnungen (Obwohl zum Beispiel Kenneth Welsh aus TWIN PEAKS und Art Hindle aus BLACK CHRISTMAS ihr Bestes geben) der fast fehlende melodische Score aus, an dem wohl gespart werden musste, um die Kosten zu stemmen, die durch Crowdfunding aufgetrieben wurden. Von einem auch nur annähernd so wundervoll einprägsamen Thema wie bei HALLOWEEN, A NIGHTMARE ON ELM STREET oder FREITAG DER 13. ist bei THE VOID kein Ton zu hören. Dafür wabert ein Klangteppich der die trostlose Grundstimmung unterstreicht und bei Gefahren bedrohlich anschwillt. Das klingt kritisch und doch gelingt dem Streifen, der die 80er nahezu atmet, etwas was nicht viele Filme schaffen. Während man sich mit voranschreitender Laufzeit oft von dem Gesehenen distanziert, beginnt THE VOID zunehmend zu bannen und mit einem „irgendwie“ stimmigen Finale ausgesprochen versöhnlich zu enden. Der Hinweis im Abspann, dass die irre Geschichte nicht der Wirklichkeit entspricht und Ähnlichkeiten mit lebenden Personen rein zufällig wären, entlässt zudem mit einem kleinen Lächeln. Die fähigen Regisseure Gillespie und Kostanski haben die Hoffnungen der Förderer des Projekts, dass zudem in kurzer Zeit abgedreht wurde, sicher nicht enttäuscht
 
 
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THE VOID – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Bei aller Kritik und dem Verneinen von Superlativen unterhält das nahezu philosophische THE VOID durchaus und erweckt Sympathie, wenn man sich die liebevoll mit Leidenschaft für´s Genre in Szene gesetzte Story bewusster vor Augen führt. Die teils bizarre Collage aus an HELLRAISER, ASSAULT – ANSCHLAG BEI NACHT, BASKIN, THE THING u.v.a.(!) erinnernden Szenen liefert somit unterm Strich ambitioniert nostalgischen Spaß und hat bei allen Abzügen deutlich mehr zu bieten, als viele andere lieblos hingehunzte Genrevertreter. Und unter uns: Ist ein unvollkommenes, aber engagiert-ehrgeiziges B-Movie nicht deutlich charmanter als ein glatt polierter A-Blockbuster?

 
 
 


 
 
 

THE VOID – Zensur

 
 
 
Heftig und kompromisslos geht es zu. Während gestochen, gehackt und verbrannt wird, spritzen Blut und Schleim so wie es sich gehört und auch Schwangere werden nicht verschont. Sehr lobenswert, dass THE VOID trotzdem eine ungeschnittene Freigabe erhalten hat. Eine Ursache dafür mag sein, dass die Gewalt an keiner Stelle selbstzweckhaft grenzaustestend zelebriert wird, sondern eher die phantasievollen Mutationen im Mittelpunkt stehen. Auf dem Cover der erhältlichen Heimkinofassung ist der FSK16-Flatschen zu sehen. Glücklicherweise besitzt die Veröffentlichung ein Wendecover. Horrorfans und Sammler können demnach bedenkenlos zugreifen.
 
 


 
 
 

THE VOID – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Ascot Elite Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Void; Kanada 2016

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Keepcase mit Wechselcover und Schuber

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 19.05.2017

 

The Void [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE VOID – Trailer

 
 

 
 
 

Andy78

(Rechte für Grafiken liegen bei ASCOT ELITE HOME ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Thing (2011)
 
Das Ding aus einer anderen Welt (1982)
 
Black Mountain Side (2014)
 
Blutgletscher (2013)
 
Harbinger Down (2015)
 
Hellraiser – Das Tor zur Hölle (1987)
 

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Filmkritik: „The Dark Below“ (2016)

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THE DARK BELOW

(THE CREATURE BELOW)

Story

 
 
 

Eine Meeresbiologin macht Bekanntschaft mit einem seltsamen Wesen aus dem Meer, das sie im heimischen Keller großzieht. Mit fatalen Folgen.

 
 
 


 
 
 

THE DARK BELOW – Kritik

 
 
 
Nicht alles was günstig ist, muss zwangsläufig auch gleich schlecht sein. Low-Budget-Horror eilt in der Regel seinem Ruf voraus, was aber oftmals ungerechtfertigt ist, denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass man auch mit überschaubarem Budget sehenswerte Grusler inszenieren kann. THE DARK BELOW (Originaltitel: THE CREATURE BELOW) ist so ein Kandidat, der auf den ersten Blick einen unnötigen Zeiträuber vermuten lässt. Der Trailer zeigt schlechte Computereffekte, die man sonst eigentlich in Produktionen der Trash-Schmieden THE ASYLUM zelebriert und auch das reißerische Plakat zum Film erinnert eher an grauenhaften B-Movie-Trash aus dem Hause SYFY. Doch wer nicht voreingenommen ist, könnte positiv überrascht werden, denn THE DARK BELOW verblüfft mit stimmungsvoller Kreaturen-Gruselei, wie man sie gern mal in den 1980ern zu sehen bekommen hat. Zudem hagelt es auch noch Umweltbotschaft – wenngleich eher subtil. Mut soll belohnt werden und den hat dieser britische Horror-Indie zweifelsohne. Der gruselt mit Old-School-Horror und ist darin gar nicht mal so untalentiert. Da schaut man doch gern über kleine Schwächen hinweg, die eben auf Budgetmangel zurückzuführen sind.
 
 
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Meeresbiologin Olive Crown (ANNA DAWSON) hat offenbar keinen guten Tag. Bei einem Tauchgang in den Tiefen des Atlantischen Ozeans macht die Forscherin Bekanntschaft mit einer mysteriösen Wasserkreatur, die ihr Leben verändern wird. Doch kaum gesehen, verliert die Frau das Bewusstsein und muss von der Crew an Bord geholt werden. Weil jegliches Tauchequipment nun auf dem Meeresboden sein Dasein fristet und Olive keinen blassen Schimmer hat, was ihr da im Wasser zugestoßen ist, verliert sie ihren Job und wird nach Hause geschickt. Doch die Wissenschaftlerin findet im Taucherhelm ein seltsames Ei, was sie heimlich aus dem Labor schleust und im Keller der eigenen vier Wände ausbrütet. Was da schlüpft, überrascht nicht. Ein krakenähnliches Wesen macht es sich einem Aquarium bequem und will gefüttert werden. Doch mit Plankton oder Meeresgetier will sich die Kreatur nicht zufriedengeben. Es ist menschliches Blut, was dem Meeresbewohner offenbar zu schmecken scheint, weshalb sich die Biologin überlegen muss, wie sie an den Lebenssaft kommt. Doch je mehr sich Olive mit dem Wesen beschädigt, umso stärker werden die Muttergefühle. Dass da die Katastrophe nicht weit ist, dürfte wohl jeder Leser rasch erahnen.
 
 
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Handgemachter Glibber und Krakenmonster aus Gummi. Die Effekte in THE DARK BELOW sind simpel, dafür aber wirkungsvoll. Regisseur STEWART SPARKE bewirkt mit schlecht ausgeleuchteter Kulisse und dreckig-farblosem Look schnell eine Aura der Bedrohlichkeit, die ein merklich ungutes Magengefühl entstehen lässt. Doch das minimalistisch ausgeleuchtete Szenario hat noch andere Vorteile zu bieten. Wegen Mangel an Licht schaut die Filmkreatur weitaus furchterregender aus, als sie letztendlich ist. Da bekommt der Zuschauer mal ein Krakenbein zu Gesicht oder die Kamera zoomt so stark heran, dass nur ein Monsterauge zu sehen ist. Weil es dem Set an Licht mangelt, fällt so schnell gar nicht auf, dass die Filmkreatur mit einfachsten Mitteln gebaut wurde. Ein raffinierter Taschenspielertrick, der gern in Low-Budget-Produktionen Verwendung findet, um Illusionen vorzugaukeln. Im Falle von THE DARK BELOW eine gut funktionierende Prämisse, die den Film nach deutlich mehr aussehen lässt, als er letztendlich gekostet hat. Demzufolge sollte man sich nicht von den missratenen Computereffekten zu Beginn des Streifens blenden lassen. Horrorfan und Filmemacher STEWART SPARKE hat hier eine Lovecraft’sche Symbiose aus BASKET CASE und HELLRAISER mit zynischem Ausgang geschaffen, die – gerade wegen ihrer boshaften Art – an die Folgen der beliebten GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Serie erinnert. Wer eine Vorliebe für handgemachtes Monsterkino besitzt sollte diesem kleinen Creature-Feature daher unbedingt eine Chance geben. Die hat dieser kleinen Grusel-Indie nämlich definitiv verdient.
 
 
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THE DARK BELOW – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein düsterer Grusel-Mix aus BASKET CASE und HELLRAISER mit einer Prise H.P.LOVECRAFT. THE DARK BELOW (im Original: THE CREATURE BELOW) stand zwar nicht viel Budget zu Verfügung. Dafür wurde trotzdem genug Herzblut investiert, weshalb der Streifen weit mehr taugt, als die meisten B-Movies neueren Datums. Das Creature-Feature sticht mit ungeschliffenem Indie-Look hervor und zitiert gut und gerne. Darunter Altmeister wie FRANK HENENLOTTER oder JOHN CARPENTER. Letzterer stand hier wohl für den Soundtrack Pate, denn THE DARK BELOW erinnert mit seinem monotonen Bass-Grummeln an die Werke des erwähnten Kult-Regisseurs. In Interviews mit der Presse erklärte THE DARK BELOW-Filmemacher STEWART SPARKE, dass er eine Leidenschaft für Horrorfilme besitzt, die von starken Frauen getragen werden. So zählte er Filme wie THE SHALLOWS, YOU’RE NEXT, THE BABADOOK und UNDER THE SKIN auf, in denen Frauen nicht von Männern gerettet werden mussten, sondern sich selbst zu helfen wussten. Demzufolge verwundert es nicht, dass die Vorliebe für Frauenpower auch im ersten Langfilm Verwendung findet. So macht es THE DARK BELOW genannten Filmen gleich und lässt eine selbstbewusste ANNA DAWSON zur aggressiven Furie mutieren, die im unfreiwilligen Mutter-Wahn den Verstand verliert. Übrigens outete sich Regisseur STEWART SPARKE – wen wundert’s – als großer Fan des Schriftstellers H.P.LOVECRAFT. Mit dessen Büchern kam er zwar erst vor einigen Jahren in Berührung. Diese hatten ihn aber derart fasziniert, dass er die Werke nach eigener Aussage regelrecht verschlungen hat. So kommt es nicht von ungefähr, dass sich THE DARK BELOW anfühlt, als würde man ins Lovecraft’sche Albtraum-Universum eintauchen. Wer es ungeschliffen mag, sollte unbedingt einen Blick wagen. Puristen, Erbsenzähler und Fans makelloser Hollywood-Blockbuster werden mit diesem Low-Budget-Horror dagegen wohl gar nichts anfangen können.
 
 
 


 
 
 

THE DARK BELOW – Zensur

 
 
 
Gewalt hat THE DARK BELOW (Originaltitel: THE CREATURE BELOW) kaum zu bieten. Einige Protagonisten werden an das Wesen verfüttert. Aber die Kamera blendet weg, wenn das Monster zuschlägt. Das Creature-Feature hat hierzulande eine FSK16 erhalten wird – in ungeschnittener Fassung.
 
 
 


 
 
 

THE DARK BELOW – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mad Dimension (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Creature Below; Großbritanien 2016

Genre: Horror, Science Fiction, Grusel, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 02.06.2016 (BD KeepCase)

 

The Dark Below [Blu-Ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE DARK BELOW – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Abbildungen liegen bei MAD DIMENSION)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
H.P. Lovecrafts Necronomicon (1994)
 
Dagon (2001)
 
Basket Case – Der unheimliche Zwilling (1982)
 


Filmkritik: „We Are Still Here“ (2015)

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WE ARE STILL HERE

Story

 
 
 
Das ländliche New England in den 1950ern: Ihr neues Eigenheim entwickelt sich für ein älteres Paar zum Albtraum, hat sich dort schließlich vor vielen Jahren Tragisches ereignet, das das Haus nicht zu Ruhe kommen lässt.
 
 
 


 
 
 

WE ARE STILL HERE – Kritik

 
 
 
Seit jeher üben Spukhäuser eine unbeschreibliche Faszination auf den Menschen aus. Vor allem im Horrorfilm werden die Gemäuer bevorzugt zum Thema erklärt, um den Zuseher effektiv mit seinen Urängsten zu konfrontieren. Mittlerweile hat das Spiel mit der Angst einige nennenswerte Vertreter des Spuk- und Geistergenres hervorgebracht, die aus der Welt des Horrorfilms nicht mehr wegzudenken sind. So gehören THE AMITYVILLE HORROR, BIS DAS BLUT GEFRIERT, DAS GRAUEN oder – um auch einen aktuellen Schauerstreifen zu nennen – THE CONJURING zu jenen raren Filmen, denen es mit Leichtigkeit gelingt, Gänsehaut zu bescheren. Nach Letzterer sucht man in Spukfilmen neueren Datums immer häufiger. Viele Filmschaffende von Heute scheinen das klassische Gruselhandwerk nicht ausreichend studiert zu haben. Das Ergebnis ist ernüchternd, denn die Mehrheit aktueller Spuk- und Geisterware wirbt zwar mit Gänsehaut, ist aber alles andere als gruselig.
 
 
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Einer der das ändern möchte ist TED GEOGHEGAN. Der feilte bereits mit an Drehbüchern zu deutschem Underground-Quatsch aus der Werkstatt eines gewissen ANDREAS SCHNAAS (VIOLENT SHIT 1-4) und schrieb zudem das Drehbuch zum sehenswerten Mystery-Thriller BARRICADE. Mit WE ARE STILL HERE hat er nun endlich etwas Eigenes gemacht und landete mit seinem ersten Langfilm auch gleich einen Hit auf einschlägigen Filmfestivals, weil er ähnlich wie TI WEST in HOUSE OF THE DEVIL auf altmodische Weise versucht das Fürchten zu lehren.
 
 
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Im Mittelpunkt stehen Anne Sacchetti (BARBARA CRAMPTON) and Paul Sacchetti (ANDREW SENSENIG). Das Paar versucht den plötzlich Unfalltod von Sohnemann Bobby zu verarbeiten und zieht aus der Stadt ins ländliche New England. Ein gemütliches Landhaus soll das tragische Ereignis vergessen lassen, stellt aber die neuen Besitzer schon bald vor große Herausforderungen. Im Haus riecht es aus unerklärlichen Gründen nach Rauch und Anne glaubt die vertraute Gegenwart des verstorbenen Sohnes zu spüren. Als die neuen Nachbarn zu Besuch kommen und von der bewegten Geschichte des Hauses berichten, vergeht den stolzen Eigentümern die Freunde am neuen Heim. Doch Hoffnung ist in Sicht. Die Freunde May Lewis (LISA MARIE) and Jacob Lewis (LARRY FESSENDEN) wollen mit Hilfe einer Seance Klarheit schaffen ohne zu ahnen, dass sie damit ein gut behütetes Geheimnis zutage bringen, dass die Einheimischen seit Generationen versuchen zu bewahren.
 
 
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Regisseur und Drehbuchautor TED GEOGHEGAN bringt klassischen Spuk zurück in die Wohnzimmer. Das bedeutet langsame Kamerafahrten, (un)wohlige Schaueratmosphäre, dezent platzierte Gänsehautmomente und gedrosseltes Erzähltempo. WE ARE STILL HERE ist nichts für Fans hektisch geschnittener Horrorstreifen – ganz im Gegenteil. Macher TED GEOGHEGAN nimmt sich viel Zeit beim Erzählen seiner Geschichte und gibt immer nur bedingt Informationen preis, um den Zuschauer möglichst lang über die Hintergründe der merkwürdigen Gegebenheiten im Unklaren zu lassen. Stück für Stück werden Puzzleteile zu einem logischen Ganzen zusammengefügt und decken ein tragisches Ereignis auf, dass den Film am Ende in eine ganz andere Richtung drängen wird. So ändert sich in der Halbzeit ganz unerwartet der Ton. Subtiler Schrecken verwandelt sich zum blutigen Albtraum, in dem Schädel zerquetscht werden und Menschenfleisch geschmort wird.
 
 
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Man muss kein großer Filmkenner sein, um Geoghegans unbeschreibliche Leidenschaft zum Horror der alten Schule zu erkennen. WE ARE STILL HERE ist ein Spiel mit den verschiedenen Stilrichtungen des Old School Horrors. So wird Spukhorror mit Okkultismus-Elementen der 1970er kombiniert und um wilde Splatter-Exzesse der 1980er erweitert. Der außergewöhnliche Genre-Mix wirkt wie aus einem Guss und rechtfertigt die vielen positiven Kritiken, die bereits vor dem internationalen Filmstart sprichwörtlich durch das Internet geisterten. Aufgrund der gelungenen Umsetzung seines ersten abendfüllenden Spielfilms kann man sich nur wünschen, dass TED GEOGHEGAN demnächst öfters mal auf dem Regisseursstuhl Platz nimmt und nicht ausschließlich Drehbücher für andere schreibt oder Horrorware produziert. Dass hat er nämlich bisher getan – leider!
 
 


 
 
 

WE ARE STILL HERE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Unheimlicher und blutgefüllter Gruselcocktail der alten Schule. WE ARE STILL HERE ist eine grandiose Hommage an die subtilen Spukhaus-Streifen der 70er Jahre mit Verweisen zu Werken von LUCIO FULCI und H.P.LOVECRAFT. Zu denen hegt Regisseur TED GEOGHEGAN nämlich eine ganz besondere Beziehung, haben die mit ihrem Schaffen die Kindheit des Regieneulings geprägt. Die Liebe zum Old School Horror kommt im ersten Spielfilm des Horrorfans zum Tragen. Statt übertriebene CGI-Effektorgien auf der Mattscheibe zu zelebrieren, lässt Goghegan seinen WE ARE STILL HERE mittels hervorragender Kameraarbeit so aussehen, wie jene Filme, mit denen der Macher aufgewachsen ist. Darunter auch der meisterhafte DAS GRAUEN (The Changeling) aus dem Jahr 1980, in dem zur Abwechslung nicht quirlige Jugendliche in ein Spukhaus geschickt werden, sondern ein Schriftsteller in den besten Jahren mit einer rastlosen Seele konfrontiert wird. Ähnliches Konzept verfolgt auch Geoghegan in seinem Erstling und schickt ein älteres Ehepaar in die Höhle des Löwen. Trotz in die Jahre gekommene Protagonisten gehört WE ARE STILL HERE jedoch nicht zum alten Eisen. Der Film besitzt nämlich einen ungewöhnlich hohen Splatter-Anteil und dürfte Fans der etwas gröberen Unterhaltung mit der unerwarteten Wendung Freudentränen in die Augen treiben. WE ARE STILL HERE gehört übrigens zu jener Art von Filmen, die man nicht unbedingt abschalten sollte, wenn der Abspann über den Bildschirm flimmert. Viele Geheimnisse der Geschichte werden nämlich erst hier durch Fotomontagen entschlüsselt. Geduld zahlt sich in diesem Fall aus!
 
 


 
 
 

WE ARE STILL HERE – Zensur

 
 
 
Für Spukhorror geht es in der letzten halben Stunde außergewöhnlich blutig zu. Es werden Köpfe zerschössen und Körper durchbohrt. Menschen werden unter Treppen oder unter Tische gezerrt, wo sie dann mit Hilfe von viel Kunstblut zerfetzt werden. Zudem werden Küchenmesser in den Hals einer Protagonistin geschlagen. Hierzulande hat es dafür einen grünen FSK16-Stempel gegeben. Das mutet seltsam an, da bis vor einigen Jahren derart Horrorfilme ausschließlich für Erwachsene freigegeben wurden. Bleibt zu erwähnen, dass die deutsche Fassung von WE ARE STILL HERE trotz FSK16-Freigabe ungeschnitten ist.
 
 
 


 
 
 

WE ARE STILL HERE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: We Are Still Here; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer, Trailershow, Audiokommentar des Regisseurs & Produzenten, Behind the Scenes

Veröffentlichung: 04.01.2016

 
 
 

We Are Still Here [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

WE ARE STILL HERE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für alle Grafiken liegen bei Tiberius Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Grauen (1980)
 
The Conjuring (2013)
 
Amityville Horror (1979)
 
Das Haus an der Friedhofsmauer (1981)
 


Filmkritik: „Spring – Love is a Monster“ (2014)

Spring-2014
 
 
 

SPRING – LOVE IS A MONSTER

Story

 
 
 
Es ist Frühling und für Evan an der Zeit sein Leben neu zu ordnen. Er reist nach Italien und verfällt dort den Reizen einer schönen Einheimischen, die jedoch andere Intentionen hegt, als sich in Touristen zu verlieben …
 
 
 


 
 
 

SPRING – Kritik

 
 
 
In einer Zeit, in der das Genre unter chronischer Ideenarmut leidet ist es immer wieder schön zu erleben, wenn Filme nicht nach gewohntem Gruselkurs gedreht werden, sondern durch frische Konzepte aus der Reihe tanzen, um Fans des fantastischen Filmgenusses auf ungewohntem Wege Gänsehaut zu bescheren. SPRING macht eindrucksvoll vor, wie ein solcher Film auszusehen hat, denn dieser durchdacht inszenierte Herz-Schmerz-Grusel schert sich einen Deut darum sich dem Massengeschmack zu unterwerfen. Wer Horrorfilme anhand seines Härtegrades als empfehlenswert einstuft, macht sich mit SPRING keine Freu(n)de. Vielmehr dringen die Regisseure JUSTIN BENSON und AARON MOORHEAD (beide haben in V/H/S: VIRAL die Regie für das Segment BONESTORM übernommen) tiefgründiger in die Materie vor und sorgen sich um das, was in Horrorfilmen leider viel zu oft vernachlässigt wird: Atmosphäre, Geschichte und Charaktere. Für SPRING erweist sich Schauspieler LOU TAYLOR PUCCI als Glücksgriff. Der konnte schon im Remake zu EVIL DEAD erstmals Horrorluft schnuppern und zeigt diesmal, dass er auch das Zeug dazu hat Charakterrollen zu spielen.
 
 
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In SPRING mimt er den ruhigen Evan, dem die Sicherungen durchbrennen. Nach dem plötzlichen Krebstod der Mutter wird er auf der Arbeit in eine Schlägerei verwickelt, verliert den Job und beschließt nach Italien durchzubrennen, um dort sein Leben neu ordnen zu können. Viel Zeit für sein Vorhaben bleibt nicht. Kurz nach Ankunft verdreht ihm die temperamentvolle Louise (NADIA HILKER) denn Kopf, in die sich der stille Chaot Hals über Kopf verliebt. Zwischen den beiden entbrennt eine leidenschaftliche Liaison, die jedoch unter keinem guten Stern steht, denn Louise hat ein finsteres Geheimnis, das sie bald nicht mehr vor ihrem Liebhaber verstecken kann.
 
 
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Viel zu beanstanden gibt es in SPRING nicht. Hier passt irgendwie alles zusammen und dass, obwohl SPRING mehr übernatürlicher Liebes- statt bluttriefender Horrorfilm ist. Das Regie-Duo JUSTIN BENSON und AARON MOORHEAD vermischt Romantik mit Grusel auf kongeniale Weise und entführt den Zuschauer in die Welt zweier Liebenden für die die Welt scheinbar stillzustehen scheint. Da schwebt die Kamera ganz unbeschwert durch die engen Gassen eines verschlafenen Fischerdorfes und bannt melancholische Urlaubsbilder auf Zelluloid, die von einem fast schon einzigartigen Gespür fürs Visuelle zeugen. AARON MOORHEAD zeichnet nicht nur für die Regie verantwortlich, sondern fängt als Kameramann die romantische Bilderwelt Italiens ein, die den Streifen so mit Leichtigkeit aus der grauen Masse an unüberlegten Billigproduktionen hervorstechen lässt. Aufgrund der visuellen Raffinesse wäre es wohl nicht übertrieben zu behaupten, dass SPRING zu den wohl „schönsten“ Gruselfilmen gezählt werden darf, die man bisher im Kino zu sehen bekommen hat. Leider dürfte der Streifen auch nur dort seine gesamte Magie entfalten können, gehört doch SPRING zu jenen Filmen, die für die große Leinwand gemacht wurden.
 
 
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Blut, Gewalt und Gore – Fehlanzeige! SPRING entfaltet sein Gruselpotenzial auf anderem Wege. Im späteren Verlauf der Geschichte rückt das Geheimnis der Filmheldin in den Mittelpunkt, über das der Zuschauer nur häppchenweise Informationen erhält. Mehr über die Handlung zu verraten raubt Illusionen, lebt doch SPRING von der Prämisse, dass irgendwas mit der schönen Louise nicht im Reinen ist. Immerhin: die wenigen Spezialeffekte glänzen durch Einfallsreichtum und entschädigen für fehlende Splatter-Einlagen. Trotzdem finden die im Film nicht selbstzweckhaft Verwendung, sondern sind schmückendes Beiwerk, auf die der Film auch gänzlich hätte verzichten können. Unterm Strich findet SPRING nur lobenswerte Worte, weil er Horror unkonventionell verpackt. Nach dem Regiedebüt RESOLUTION haben die Macher JUSTIN BENSON und AARON MOORHEAD eine sehenswerte Metapher für die Ängste und Unsicherheiten einer noch jungen Liebe fürs (Heim)Kino inszeniert an der vor allem jene Gefallen finden werden, die sonst doch immer bemängeln, dass es dem Genre an Niveau mangelt. Das sorgfältig inszenierte Gruselmär hat schöne Bilder, gute Schauspieler und sogar Sinn für Humor. Demzufolge sollte man die beiden Macher im Auge behalten, schließlich darf man nach dem gelungenen SPRING gespannt darauf sein, was die als nächstes drehen werden.
 
 
 


 
 
 

SPRING – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Hinter dem doppeldeutigen Titel SPRING schlummert ein stimmungsvoller Mix aus übernatürlicher Romanze und unheimlichen Gruselstreifen, der in seinen düsteren Momenten an die Werke eines H. P. LOVECRAFT erinnert. Nach dem Erstlingswerk RESOLUTION haben die Regisseure JUSTIN BENSON und AARON MOORHEAD die Katze aus dem Sack gelassen und eine sehenswerte Liebesgeschichte inszeniert, die in schönen Bildern die Unsicherheiten und Ängste einer noch frischen Liebe erzählt, ohne zu sehr im Kitsch zu ertrinken. Dank guter Schauspieler und ekligen Spezialeffekten sticht SPRING aus der Masse an trivialen Horrorbrei hervor und richtet sich vor allem an jene Zuschauer, die sonst Probleme mit sinnloser Brutalität im Genre haben. Die sucht man hier vergebens, denn SPRING entfaltet sein Gruselpotenzial auf eher subtile Weise. Empfehlenswert!
 
 
 


 
 
 

SPRING – Zensur

 
 
 
Gorebauern oder Fans der etwas härteren Filmart werden an SPRING keinen Gefallen finden. Es gibt hier nur einen Mord zu sehen, der aber auch nur im Off vollzogen wird. SPRING ist eine Liebesgeschichte, die sich auch hauptsächlich darauf konzentriert. Dank einiger ekliger Spezialeffekte gab’s für den Film von der FSK die blaue FSK16-Plakette.
 
 
 


 
 
 
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(c) Koch Media Home Entertainment (KeepCase)

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(c) Koch Media Home Entertainment (Steelbook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Spring; USA 2014

Genre: Horror, Drama, Fantasy

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 109 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Steelbook

Extras: Trailershow, Pressematerial (67:16 min.), Alternatives Ende (3:33 min.), Evan, ich hasse dich! (3:57 mmin.), Deleted Scenes (3:30 min.), Schreib mir einen Brief (1:48 min.), Konzeptgestaltung (2:08 min.), Der talentierte Mr. Evans (1:27 min.), Visuelle Effekte (1:16 min.), Pseudogangster und seine Freundin (2:02 min.), Der schlechte Farmer (1:57 min.), Originaltrailer in Deutsch und Englisch

Release-Termin: KeepCase & Steelbook: 08.10.2015

 

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SPRING – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

Die Rechte für alle Grafiken liegen bei KOCH MEDIA HOME ENTERTAINMENT

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Kiss of the Damned (2012)
 
Dagon (2001)
 
Only Lovers Left Alive (2013)
 
When Animals Dream (2014)
 
Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen (2008)