Filmkritik: „Varsity Blood“ (2014)

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VARSITY BLOOD

Story

 
 
 
Ein Jahr nachdem eine alkoholisierte Cheerleaderin im Suff ihr Leben lassen musste, finden sich deren Freunde an Halloween zusammen, um sich erneut ins Koma zu saufen. Leider ist auch ein vermummter Killer mit von der Partie, der in Maskottchen-Uniform den hohlköpfigen Kids nach dem Leben trachtet …
 
 
 


 
 
 

VARSITY BLOOD – Kritik

 
 
 
Man muss schon eine unverblümte Leidenschaft für Slasher besitzen, um Gefallen an den immer gleichen Geschichten zu finden, die seit Slasher-Urgesteinen wie HALLOWEEN und FREITAG DER 13. bis zum Erbrechen im Kino wiederholt werden. Vielen Horrorfans hier in Deutschland scheint nicht bewusst zu sein, dass ein riesiger Markt für derart Filmware in Amerika existiert, der seit einigen Jahren zumeist durch semiprofessionellen Amateurquatsch und haarsträubende Low-Budget-Produktionen bestimmt wird. Gott sei Dank haben es bisher nur wenige dieser Rohrkrepierer nach Deutschland geschafft, so dass vielen Filmsammlern Enttäuschungen erspart geblieben sind, schließlich gibt niemand gern Geld für Abfall aus, den man auch umsonst im Abendprogramm der Privaten zu sehen bekommt. Trotz offener Augen bei der Filmauswahl, ist dem FILMCHECKER-Team dann doch mal wieder eines dieser unsäglich schlechten Slasher-Gurken aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten ins Netz gegangen. VARSITY BLOOD nennt sich das Glanzlicht minderbemittelter Videounterhaltung, vor dem wir nur ausdrücklich warnen können. JAKE HELGREN hat den cineastischen Schlamassel verbrochen, für den er vermutlich in der Hölle schmoren wird, weil er dem Zuschauer schlichtweg kostbare Lebenszeit stibitzt. Für jemanden, der eigentlich unterhalten möchte kein gutes Omen. Denn langweilt sich der Zuschauer bei der Sichtung eines Horrorfilms, hat der Regisseur sein Ziel offensichtlich verfehlt.
 
Viel Neues gibt es in VARSITY BLOOD nicht zu sehen, denn hier ist alles wie gehabt und folgt den Konventionen üblicher Slasher-Filme, die einst legendäre Altmeister wie JOHN CARPENTER (HALLOWEEN) und SEAN S. CUNNINGHAM (FREITAG DER 13.) mit ihren Kultstreifen aufgriffen, kombiniert und perfektioniert haben. Perfekt ist in VARSITY BLOOD mal abgesehen von den Kurven der weiblichen Protagonistinnen leider gar nichts, denn auch wenn hier ein Projekt aus Liebe zum Genre ins Leben gerufen wurde, scheinen die Macher vermutlich noch nicht verstanden zu haben, auf was es bei Horrorfilmen in Jahr 2014 ankommt. Bereits vor einiger Zeit probierte sich Regisseur JAKE HELGREN an ähnlichem Stoff aus. Mit BLOODY HOMECOMING verbeugte er sich im Jahr 2012 ehrfürchtig vor den Slashern der 80er und zitierte diese mit vollblütiger Leidenschaft. Damals fungierte er jedoch nur als Drehbuchautor und Produzent. Scheinbar war ihm das zu wenig, so dass es ihm nach neuen Herausforderungen dürstete. Diese hat er wohl nun gefunden und gab sich die Ehre für seinen selbst gekritzelten Quatsch mit Soße direkt auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen. Im Mittelpunkt stehen wie immer ein paar dumme Teenager, die nichts anderes im Hirn haben als Sex und Alkohol, dafür aber mit mächtig Holz vor der Hütte und gestählten Oberarmen überzeugen können. Es ist Halloween und was gibt es an diesem Tag aufregenderes, als mit den besten Freunden in eine Hütte im Nirgendwo einzusteigen, um sich dort unheimliche Geschichten bei Bier und Häppchen zu erzählen. Mit von der Partie ist auch das Maskottchen der Schule, das statt Footballmannschaft und Cheerleader anzufeuern lieber die Axt schwingt und die Kids zu Brei verarbeitet. Trotz Verbot von der Mutter schmuggelt sich auch Cheerleaderin Hannah Wallace (LEXI GIOVAGNOLI) unter die Partygäste, die selbstverständlich viel zu spät bemerkt, dass die Anzahl unsympathischer Schulkollegen rapide schwindet. Am Ende stehen sich Scream-Queen und der im Indianerkostüm verkleidete Killer gegenüber und der Showdown verliert sich in einem unerwarteten Storytwist, der jedoch alles andere als überraschend über die Mattscheibe flimmert.
 
Wenn Direct-to-DVD-Horror in die Regale kommt, sollte man mittlerweile Obacht walten lassen und sich vorher informieren, was dem Käufer angedreht wird. Das umfangreiche Angebot an monatlich erscheinenden Horrorfilmen ist kaum noch zu überblicken, so dass es immer schwieriger wird die Spreu vom Weizen zu trennen. Ein Blindkauf mit Folgen ist VARSITY BLOOD, der zwar all das beinhaltet, was einen Slasher ausmacht; jedoch auch das besitzt, was man in derart Meuchelfilmen eigentlich nicht sehen will: Langeweile. Macher JAKE HELGREN hat hier Statisten von der Straße aufgelesen und für sein narkotisierendes Kreischwerk besetzt, wobei es des Öfteren scheint, als würden die Schauspieler vom Teleprompter ablesen. Das dämpft nicht nur die Erwartungen, sondern macht den Spannungsbogen zunichte, der ohnehin mit der Lupe gesucht werden muss. In diesem Laienschultheater wird erstaunlich will gequasselt, was den Zuschauer angesichts der nicht vorhandenen Talente vor ungeahnte Herausforderungen stellt. VARSITY BLOOD entwickelt sich nämlich schnell zum Geduldsspiel, weil partout unmögliche Dialoge von schlecht agierenden Darstellern gesprochen werden. Hinzukommt, dass die eigentliche Geheimrezeptur eines jeden Schlitzerwerks lang auf sich warten lässt. Seit jeher sind Geschichte und Charakterentwicklung in Slashern nur Beiwerk. Weitaus wichtiger ist das Morden, das in den letzten Jahren erstaunlich rabiat vor der Kamera zelebriert wird. Im direkten Vergleich zu aktuellen Gewaltreferenzen wie CHROMESKULL – LAID TO REST 2 oder HATCHET 3 macht VARSITY BLOOD eine ernüchternde Kehrtwende und orientiert sich am altmodischen Teenager-in-Angst-Kino der 80er, wo zwar noch ohne Computer gematscht wurde, die Kills jedoch kurz und knackig gefeiert wurden. Demnach dürfte es dann wohl auch kaum überraschen, dass sich der Mörder klassischer Mordinstrumente bedient. Von Pfeil bis Heugabel ist all das dabei, was Hockeymasken-Killer JASON VOORHEES aus der beliebten FREITAG DER 13.-Reihe bereits mehrfach zweckentfremden konnte. Fans solcher Film wird das vermutlich freuen; Gorebauern eher weniger, denn die schauen aufgrund mangelnder Filmhärte dumm aus der Wäsche.
 
So schön sich das liest, so enttäuschender die Tatsache, dass VARSITY BLLOD teils ziemlich mies ausgeleuchtet wurde und sich viele der wenig kreativen Morde kaum erkennen lassen. Ob das nun auf technische Defizite zurückzuführen ist oder man darum bestrebt gewesen ist, bescheidene Spezialeffekte professioneller aussehen zu lassen sei einmal dahingestellt. Fakt ist, dass VARSITY BLOOD trotz Mordreigen mieses Horrorfutter ist, das nicht einmal den Mut beweist frische Ideen mit altbewährtem Konzept zu verbinden. Stattdessen wird zitiert und gestohlen als gebe es keinen Morgen mehr. Das uninspirierte Aneinanderreihen von Slasher-Klischees hat VARSITY BLOOD nicht gut getan, denn selten hat man einen Horrorfilm gesehen, der selbst Streifen aus der Trash-Werkstatt THE ASYLUM oscarverdächtig ausschauen lässt. Wir können nur empfehlen, um VARSITY BLOOD einen großen Bogen zu machen und hoffen, dass sich kein deutscher Labelmitarbeiter im Suff die Rechte an diesem dilettantischen Schwachsinn aufquasseln lässt. Sollte doch eine Scheibe erscheinen – Hände weg!
 
 
 


 
 
 

VARSITY BLOOD – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
VARSITY BLOOD ist ein Liebesgeständnis an die berühmten Slasher der 80er. Trotzdem, bei aller Liebe zum Genre – dieser Film ist noch schlechter, als Werke aus der Trash-Schmiede von THE ASYLUM. JAKE HELGREN hat mit seinem Regiedebüt VARSITY BLOOD einen einfallslosen Slasher alter Schule gedreht, über den jeder verlorene Satz Verschwendung ist. Wir können nur empfehlen einen großen Bogen um diesen Quatsch zu machen, denn VARSITY BLOOD dürfte ohne zu übertreiben einer der miesesten Schlitzer-Streifen sein, denn die Horrorwelt bis dato gesehen hat. Wer dennoch reichlich Ausdauer besitzt und dieses schlaffördernde Machwerk sehen möchte, sollte direkt bis zur 50. Filmminute springen, damit er sich unterirdisches Laienschultheater erspart. Viel Mord- und Totschlag gibt es jedoch nicht zu sehen, dafür ist es oftmals einfach zu dunkel um erkennen zu können, wie der Killer seinen Opfern nach dem Leben trachtet.
 
 
 


 
 
 

VARSITY BLOOD – Zensur

 
 
 
In Anbetracht dessen, was man in letzter Zeit an Gewalt in Horrorfilmen zu sehen bekommt, sind die Morde in VARSITY BLOOD Kinderfasching. Trotz, dass sich die Morde an den Slashern der 80er orientieren, wirkt das mordlustige Treiben nicht sonderlich brutal. Mit etwas Glück ist sogar eine FSK16 drin.
 
 


 
 
 

VARSITY BLOOD – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:

 
Slasher House (2012)
 
Scream – Schrei (1996)
 
Schream 2 (1997)
 
Scream 3 (2000)
 
Ich weiß was Du letzten Sommer getan hast (1997)
 
Blutiger Valentinstag (1981)
 
My Bloody Valentine 3D (2009)
 

Filmreview: „Der Tag nach Halloween“ (1979)

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DER TAG NACH HALLOWEEN

Story

 
 
 
Die hübsche und schüchterne Hairstylistin Angela wird von ihrer Freundin überredet ihren Beruf aufzugeben und es als Fotomodel zu versuchen. Doch Angela ist nicht wohl bei der Sache, da sie seit einiger Zeit von ihrem Ex-Freund verfolgt wird, der ihr überall hin zu folgen scheint. Jedoch muss sie erkennen, dass auch das Leben als erfolgreiches Model einige sehr unangenehme Schattenseiten birgt …
 
 
 


 
 
 

DER TAG NACH HALLOWEEN – Kritik

 
 
 
DER TAG NACH HALLOWEEN ist ein 1979 veröffentlichter Horror-Thriller aus Australien von Simon Wincer. Wincer, der später in den 90er Jahren wesentlich familienfreundlichere Filme ablieferte wie FREE WILLY (1993) oder DAS PHANTOM (1996) mit Billy Zane, war in den 70ern hauptsächlich als Fernsehregisseur tätig. DER TAG NACH HALLOWEEN stellte sein Spielfilmdebüt dar. Produzent des Films war Anthony I. Ginnane, welcher unter anderem Richard Franklins PATRICK (1978) und DARK AGE von Arch Nicholson (1987) produzierte. Das Budget lag bei 100.000 Dollar.
 
Was einem zunächst auffallen mag ist der Titel. Natürlich hat der Film weder etwas mit dem schaurigen Festtag zu tun, noch findet die Handlung am 1. November statt. In diesem Fall ist es der Titelschmiede des hiesigen Rechteinhabers zu verdanken, dass der im Original betitelte SNAPSHOT nun einen solch irreführenden Namen trägt. Orientiert hat man sich dabei an dem Titel, den der Streifen damals in den USA bekommen hat: THE DAY AFTER HALLOWEEN. Schaut man sich das Jahr der Veröffentlichung an, so dürfte einem ein Licht aufgehen. SNAPSHOT wurde nur ein Jahr nach John Carpenters Kinohit HALLOWEEN – DIE NACHT DES GRAUENS (1978) veröffentlicht…
 
Wenn man auf kleinere Thriller der 70er Jahre steht, dann ist man mit SNAPSHOT bestens bedient. Zum einen lebt und atmet der Streifen das Jahrzehnt in dem er entstanden ist, und zum anderen punktet er mit überraschend guten Schauspielern und sympathischen Charakteren. Ganz besonders Sigrid Thornton, welche man womöglich aus George Millers SNOWY RIVER (1982) kennt, spielt ihre Rolle sehr natürlich und gewinnt einige Sympathien beim Zuschauer. Man fiebert mit ihr mit und möchte nicht, dass ihr in unangenehmen Situationen die sie im Film durchlebt, etwas zustößt. Eine wirklich gute Leistung wenn man bedenkt, dass Thornton erst zwei Tage vor Drehstart gecastet wurde.
 
Das Ende von SNAPSHOT lädt im Übrigen zum Schmunzeln ein. Nicht etwa, weil es sonderlich schlecht ist, sondern weil gefühlte drei Twists hintereinander derart überspitzt sind, dass man nicht anders kann als mit einem Grinsen vor seinem Fernseher zu sitzen.
 
 
 


 
 
 

DER TAG NACH HALLOWEEN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
SNAPSHOT, oder, DER TAG NACH HALLOWEEN ist kein Meisterwerk, aber ein durchaus unterhaltsamer Film der nie wirklich langweilig wird. Wenn man auf kleine produzierte Filme aus den 70ern steht und Thriller mag, dann sollte man dem Streifen auf jeden Fall eine Chance geben.
 
 
 


 
 
 

DER TAG NACH HALLOWEEN – Zensur

 
 
 
In seiner ungekürzten Fassung läuft SNAPSHOT ziemlich genau 101 Minuten. Für sein Release in den USA wurde der Film jedoch auf 92 Minuten heruntergekürzt. Auch auf der Rückseite der alten deutschen VHS-Kassette von Screentime ist lediglich eine Laufzeit von 90 Minuten vermerkt. Diese Fassung befindet sich auch auf der DVD-Veröffentlichung von Maritim Pictures. Die komplett ungekürzte Fassung ist in englischer Sprache als Bonusmaterial enthalten. Der Film trägt damals wie heute eine FSK 18-Freigabe. Bei einer Neuprüfung dürfte jedoch eine Freigabe ab 16 Jahren drin sein.
 
 
 


 
 
 

DER TAG NACH HALLOWEEN – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Maritim Pictures / Alive

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Snapshot; USA 1979

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch Dolby Digital 2.0 Stereo, Englisch Dolby Digital 2.0 Stereo

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Wendecover, alternative Credits, internationale Fassung (100:24 Min.), Audiokommentar

Release-Termin: 30.05.2014

 
 
 

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DER TAG NACH HALLOWEEN – Trailer

 
 


 
 

Sam Freissler

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Augen der Laura Mars (1978)
 
Rosso – Die Farbe des Todes (1975)

Filmreview: „Das Grauen kommt um Zehn“ (1979)

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DAS GRAUEN KOMMT UM ZEHN

WHEN A STRANGER CALLS

Story

 
 
 
Jill (Karol Kane) verdingt sich, so ist das im amerikanischen Unterhaltungsprogramm ja öfter, während ihrer Highschool-Zeit als Babysitterin bei wohlhabenderen Paaren. Eines Abends ruft ein unheimlicher Fremder auf der Arbeit an und lässt sich auch partout nicht vom wiederholten Wählen der Nummer abhalten. Auch nicht von Jills raschem Einschalten der Staatsgewalt. Nein, er treibt es auf die Spitze und bittet das arglose Mädchen wiederholt, doch mal gerade nach den zu betreuenden Kindern zu sehen. Jill wird langsam nervös und geht dem doch einmal nach. Die kleinen Kinder sind tot. Ein weiteres, natürlich panischeres Gespräch mit der Polizei alarmiert sie, dass der Irre vom gleichen Haus aus anruft. Jill kann sich in Sicherheit bringen, der Verbrecher wandert ein. Ein paar Jahre später neue Anrufe bei der schwer Traumatisierten. Lange keine Babysitterin mehr, hat Jill inzwischen eigene Kinder und der Mörder von damals ist frei.
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN KOMMT UM ZEHN – Kritik

 
 
 
DAS GRAUEN KOMMT UM ZEHN bewegt sich 1979 irgendwo im Spannungsfeld zwischen Thriller späterer Hitchcock’scher Prägung (etwa FRENZY fiele mir hier ein) und dem US-Slasher-Untergenre, dessen große Zeit ja auch unmittelbar bevorstehen sollte. Ungewöhnlich ist die Nutzung des perfekt zurechtgeschliffenen Prologes als bereits in sich geschlossenem, kleinem Film-vorm-Film. Horrorfans bekrittelten den mittleren, analytischer vorgehenden und portraitierenden Teil des Thrillers leider oft als langatmig oder zu ambitioniert, wie mir bei meinen Publikumsrecherchen auffallen leider musste. Hier muss natürlich eingeworfen werden, dass es sich eben nicht um Freitag der 13. Teil 29 handelt und man nur popcornfressend die Zehn-Kleine-Nackigcamper-Sause abhakt, während man beim Glotzen noch drei bis fünf weiteren Aktivitäten nachgehen könnte und ob der Langweiligkeit eigentlich ja sogar müsste. Nein, Fred Waltons (DIE HORROR PARTY von 1986 sei empfohlen, möchte man sich weiter mit den Horrorausflügen des Regisseurs beschäftigen) Film gibt sich in seiner Zeichnung des Psychogramms des Mörders eine einfallsreiche aber gleichzeitig nicht an den Haaren herbeigezogene Mühe, wie man sie so erst im von Serienkillern besessenen Spannungskino der Neunziger Jahre, genauer gesagt nach Hannibal Lecter im SCHWEIGEN DER LÄMMER regelmäßig vorgesetzt bekommen sollte. Kindsmörder Duncan ist kein maskierter und durch diese Maskierung zum abstrakten Monstrum erhöhter „Boogie Man“, keine Freddy Krueger-Sagen/Comicfigur. Er ist ein krimineller Geisteskranker mit eindrucksvoll dargestellten persönlichen Unzulänglichkeiten, die ihn immer wieder Ungeheuerliches begehen lassen. WHEN A STRANGER CALLS, s der Originaltitel, nimmt sich als packender Nagelknabberfilm ernst und das ist seine größte Stärke. Perverse Anekdote: Die Idee des „Haben Sie nach den Kindern gesehen“ ist in den USA durch diesen Film zu einer Urban Legend geworden und existiert dort in zahllosen Variationen, sei es als Zitat in ernsten oder komödiantischen Filmen und TV-Shows oder gar im Programm fieser Gruselgeschichtenerzähler, die es sich mit ihren minderjährigen Schutzbefohlenen verderben wollen. Das kann nicht jeder sparsam budgetierte Spät-Siebziger-Thriller von sich behaupten, oder?
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN KOMMT UM ZEHN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Nervenzerfetzer aus der Umbruchszeit zwischen ausgehendem Hitchcock und frühem amerikanischem Slasherfilm mit besonderem Augenmerk auf psychologischer Dichte. Leicht vergessener Klassiker.
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN KOMMT UM ZEHN – Zensur

 
 
 
Die im Handel erhältliche deutsche Fassung ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN KOMMT UM ZEHN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
das-grauen-kommt-um-zehn-blu-ray

(c) Explosive Media GmbH

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: When a Stranger Calls; USA 1979

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch PCM 2.0, Englisch PCM 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover – Erstauflage zusätzlich im Schuber

Extras: Booklet, Trailer, Bildergalerie, Erstauflage im Schuber

Release-Termin: 20.06.2014

 
 
 

Das Grauen kommt um zehn (When a Stranger Calls) [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN KOMMT UM ZEHN – Trailer

 
 
 


 
 

Christian Ladewig

 
 
 
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