Filmkritik: „The Oak Room“ (2020)

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THE OAK ROOM

Story

 
 
 

Eines Abends bekommt ein Barbesitzer Besuch von einem jungen Mann, der eine Geschichte erzählen will, die schon bald mehr Substanz besitzen soll, als dem Barbesitzer lieb ist.

 
 
 


 
 
 

THE OAK ROOM – Kritik

 
 
 
Es gibt Filme, wie z.B. die von Quentin Tarantino, darin wird vorwiegend gequatscht und dennoch fühlt man sich als Zuschauer nahezu gefesselt. In eine ähnliche Richtung schlägt „The Oak Room“, der wirklich rein von Erzählungen lebt. Leider bringt das hier einige Längen mit sich, aber im Endeffekt ist es gut genug gemacht, um einen dennoch bei der Stange zu halten.
 
 
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Der Barkeeper Paul will seine Kneipe eigentlich schließen, denn draußen tobt ein Schneesturm, da kommt plötzlich Steve herein. Er ist der Sohn von Pauls bestem Freund, den er lange nicht gesehen hat und der ihm ordentlich Geld schuldet. Kein Wunder, dass Paul dem jungen Steve nicht gerade wohlgesonnen ist. Statt Geld bietet Steve Paul eine Geschichte an, die es wert wäre zu hören. Paul kann das nur belächeln, lässt sich aber darauf ein und muss dann bald feststellen, dass diese Geschichte mehr mit ihm zu tun hat, als ihm lieb ist. Bis es soweit ist, vergeht allerdings viel Zeit. In der Geschichte wird ebenfalls eine Geschichte erzählt. Eigentlich besteht der gesamte Film nur aus verschiedenen Geschichten, die hinterher zusammengefügt werden und dann ein großes Ganzes ergeben. Der Weg dorthin ist langatmig, aber nicht uninteressant. Es ist nicht gerade verblüffend, dass „The Oak Room“ auf einem Theaterstück basiert, denn im Endeffekt bekommt man auch hier reines Theater geboten, nur eben als Film verpackt. Den größten Wow-Effekt besitzt der Schluss nun nicht unbedingt, aber trotzdem ist die verschachtelte Handlung reizvoll, wenn man sich darauf einlassen mag.
 
 
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Ein großer Vorteil vom Film ist seine solide Inszenierung. Das ist sehr wichtig, denn bei einem Kammerspiel wie diesem, sind die Möglichkeiten nicht gerade groß. Umso entscheidender ist, dass die Kamera alles gut einfängt und man mit den begrenzten Räumlichkeiten eine gute Atmosphäre kreiert. All das gelingt „The Oak Room“ ordentlich. Der Schneesturm draußen wurde gut genutzt und die Kneipenräume, die selten von mehr als zwei Menschen gleichzeitig gefüllt sind, sorgen für eine gute Stimmung. Aus handwerklicher Sicht hat Regisseur Cody Calahan das sehr souverän gemacht. Der Unterhaltungswert erweist sich trotzdem als kleines Sorgenkind, denn auch wenn manche Erzählung spannend zu verfolgen ist, ermüdet sich der Stil mit der Zeit. Hinzu kommt die Tatsache, dass man den Film eigentlich in keinerlei Genre stecken kann. Das ist kein Thriller, kein Horror, keine Action, keine Komödie. Am ehesten vielleicht noch ein Drama, aber auch dies nur ganz bedingt. Wenn man weiß, worauf man sich einlässt und auf dialoglastige Werke steht, wird einen das kaum stören und trotzdem besitzt das seine Längen, die nicht zu verhindern sind, aber einfach Kurzweil rauben.
 
 
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Sehr wichtig sind dann natürlich auch noch die Darsteller und hier kann sich „The Oak Room“ voll und ganz auf seinen Cast verlassen. Peter Outerbridge und RJ Mitte, den die meisten wohl am ehesten als Walter jr. aus „Breaking Bad“ kennen werden, machen ihre Sache sehr souverän. Mit Ari Millen ist sogar ein Darsteller aus dem Theaterstück mit an Bord, was für den gesamten Film nur förderlich sein kann. Die Anzahl der Schauspieler ist so minimalistisch, wie das gesamte Werk, aber die Dialoge werden sehr gut vorgetragen und laden zum Lauschen ein. Am Ende gibt es dann sogar ganz kurz noch eine Portion Gewalt zu sehen, die aber irgendwie deplatziert wirkt und einen nicht so stimmungsvollen Bruch darstellt. Und die Schlusspointe sitzt, lässt den Zuschauer aber auch im Unklaren, wie es ausgehen wird. Der Score wird sehr dezent eingesetzt und wenn dann mal Musik zu hören ist, verfehlt das seine Wirkung absolut nicht.

 
 


 
 
 

THE OAK ROOM – Fazit

 
 
6 Punkte Final
 
 
„The Oak Room“ ist nur für Leute geeignet, die dem Theater nicht abgeneigt sind, die ein Kammerspiel haben wollen und es mögen, wenn ein Film lediglich aus Dialogen besteht. Die Zielgruppe dürfte damit gar nicht mal so groß sein. Auch wenn der Film für das, was er sein will, echt gut gemacht wurde, ist das Geschehen oftmals ziemlich langatmig. Es kommt kaum Spannung auf und das Konzept des ewigen Geschichtenerzählens wird auf Dauer monoton. Die handwerklich souveräne Arbeit und die grundsoliden Darsteller sorgen dafür, dass man gerne am Ball bleibt, aber etwas mehr Abwechslung hätte hier trotzdem nicht geschadet!
 
 
 


 
 
 

THE OAK ROOM – Zensur

 
 
 
„The Oak Room“ hat kaum Gewaltmomente zu bieten und bietet eher psychologisches Grauen. Am Ende wir dennoch ein Kopf abgetrennt, was wohl für eine FSK16 sorgen dürfte.
 
 
 


 
 
 

THE OAK ROOM – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Breakthrough Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Memento (2000)
 
The Hateful 8 (2015)
 

Filmkritik: „Koko-di Koko-da“ (2019)

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KOKO-DI KOKO-DA

Story

 
 
 

Ein traumatisiertes Ehepaar muss sich den eigenen Dämonen stellen und dabei einen Camping-Ausflug immer und immer wieder durchmachen.

 
 
 


 
 
 

KOKO-DI KOKO-DA – Kritik

 
 
 
Die Vielzahl von „Und täglich grüßt das Murmeltier“ Varianten ist in den letzten Jahren immer weiter angestiegen. Die schwedisch-dänische Koproduktion „Koko-di Koko-da“ bedient sich nun ebenfalls an dieser Thematik und macht daraus etwas völlig Eigenständiges. Ein höchst spezieller Film, der es aber verdient, angeschaut zu werden.
 
 
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Tobias und Elin sind ein glücklich verheiratetes Paar, doch eines Tages stirbt ihre gerade erst acht Jahre alt gewordene Tochter und seitdem läuft es in der Ehe alles andere als gut. Um vielleicht mal wieder etwas näher zu sich zu finden, planen sie drei Jahre später einen Urlaubstrip und campen dann im Wald. Hier allerdings geht ein seltsamer Mann mit seinen Leuten umher und terrorisiert das Ehepaar. Nach dem Tod ist jedoch noch lange nicht Schluss, denn danach beginnt das Szenario von vorn und ein Entkommen aus dieser Endlosschleife scheint nicht in Nähe zu sein. Das Drehbuch ist höchst ambitioniert und nutzt die „Und täglich grüßt das Murmeltier“ Thematik als eine Metapher für die Trauerbewältigung. Das Szenario ist längst nicht so steif, wie man das aus anderen Vertretern dieser Art kennt und gibt sich ab der zweiten Hälfte deutlich dynamischer. Die Story folgt ihren ganz eigenen Regeln und bleibt dabei stets interpretationswürdig. Die eine richtige Antwort gibt es nicht, aber die ganzen Metaphern wie z.B. der Phönix aus der Asche, lassen sich doch klar erkennen. Herausgekommen ist eine Handlung, die interessant ist, irgendwo sogar wertvoll erscheint und gar nicht mal so sehr am eigenen Anspruch erstickt.
 
 
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Richtig gut gelungen, ist vor allen Dingen die Umsetzung, denn man kennt die zahlreichen Varianten vom Murmeltier ja schon in- und auswendig. Da geht alles immer wieder von vorne los und es werden möglichst viele, einprägsame Momente geschaffen, die man hinterher variieren kann. Ganz anders ist das in „Koko-di Koko-da“. Hier ist die Ausgangssituation die normale Sache, dass Elin sich erleichtern muss. Was zuvor geschehen ist, bekommt man abwechslungsreich gezeigt, denn auch hier ist das Geschehen dynamisch. Man schaut nicht ständig sich wiederholenden Bildern zu, sondern Regisseur Johannes Nyholm rekonstruiert den Abend zuvor bei jedem Neubeginn mit anderen Facetten. Hinterher kann man dem Kreis der Wiederholungen sogar entkommen und spätestens hier bekommt der Film seine ganz eigenen Regeln. Das ist handwerklich so simpel, wie gelungen umgesetzt und braucht tatsächlich keine großen Schauwerte. Hier liegt der Schwerpunkt auf einer Geschichte, die erzählt werden will und die gedeutet werden möchte. Nicht mal die Darsteller werden da besonders gefordert. Sie spielen durchaus sehr gut, scheinen aber stets im Hintergrund zu agieren. Oftmals, während der Autofahrten, sieht man nicht mal ihre Gesichter.
 
 
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Die Atmosphäre hat es in sich und „Koko-di Koko-da“ ist absolut kein Wohlfühlfilm geworden. Am Anfang erreicht man mit ein paar Minuten Laufzeit die Stimmung einer Harmonie innerhalb einer Familie, die man dann auch gleich wieder zerstört. Schon hier befindet sich das Drama auf seinem Höhepunkt. Danach gesellen sich allerdings ein paar Horror-Motive mit zum Geschehen. Der Terror-Einschlag ist nicht riesig, sorgt jedoch für Abwechslung und hier stört es dann ausnahmsweise auch gar nicht mal, dass es kaum grafische Gewalt zu sehen gibt. Besonders schön sind die Schattenspiele mit den Pappfiguren gelungen, die zwei Male einige Minuten Laufzeit in Anspruch nehmen, wichtig für die Message der Handlung sind und zudem von einer wunderbar folkloristischen Musik begleitet werden, dass man fast zu Tränen gerührt ist. Im Kern ist „Koko-di Koko-da“ eigentlich auch kein bitterböser Film, aber seine Atmosphäre wirkt dermaßen trist und trostlos, dass man dies meinen könnte. Mit 86 Minuten Laufzeit hat man übrigens auch alles richtig gemacht. Denkt man anfangs noch, dass das vielleicht sogar etwas zu wenig sein könnte, entstehen so hinterher keinerlei Längen und das Ganze wurde nicht künstlich aufgeplustert.
 
 
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KOKO-DI KOKO-DA – Fazit

 
 
8 Punkte Final
 
 
„Koko-di Koko-da“ bietet eine Mischung aus Mindfuck und Arthouse-Kino, ist so interpretationsfähig, wie gefüllt mit Metaphern und nutzt ein bekanntes Szenario gänzlich eigenständig. Das ist eigenwillig und nicht immer einfach, erzählt aber eine richtig gelungene Story. Gerade weil die Herangehensweise erfreulich dynamisch daherkommt, sorgt das manchmal für echte Überraschungen. Ein intensives Drama mit einigen Horror-Einschüben, welches sicherlich polarisieren kann und mit einer erdrückenden Atmosphäre dient. Sicher nichts für Jedermann, aber für Arthouse-Fans Pflichtprogramm!
 
 
 


 
 
 

KOKO-DI KOKO-DA – Zensur

 
 
 
„Koko-di Koko-da“ besitzt ein paar blutige Momente, die aber niemals explizit werden. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die FSK immer sehr gnädig mit Arthouse-Horror gewesen. Demzufolge würde es nicht wundern, wenn die FSK den Streifen bereits für Zwölfjährige freigibt. Dennoch denken wir, dass „Koko-di Koko-da“ eine FSK16 erhalten wird.
 
 
 


 
 
 

KOKO-DI KOKO-DA – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Stray Dogs)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Pool (2014)
 
Und täglich grüßt das Murmeltier (1993)
 
Edge of Tomorrow (2014)
 
Happy Deathday (2017)
 

Filmkritik: „The Deep Ones“ (2020)

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THE DEEP ONES

(H.P. LOVECRAFTS THE DEEP ONES)

Story

 
 
 

Für „The Deep Ones“ durfte mal wieder der Name H.P. Lovecraft herhalten, denn es geht um Cthulhu und Monsterwesen aus dem Wasser, welche von einer Sekte verehrt werden.

 
 
 


 
 
 

THE DEEP ONES – Kritik

 
 
 
Wohl kaum ein Mensch war so beeinflussend für die Horrorwelt, wie H.P. Lovecraft. Selbst über 80 Jahre nach seinem Tod, gibt es noch immer zahlreiche Werke, die auf seinen Ideen basieren. Dazu zählt nun auch der Low-Budget-Reißer „The Deep Ones“, der aus der Vorlage aber leider nur ein müdes Gähnen hervorzaubert.
 
 
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Alex und Petri wollen mal wieder richtig schön entspannen und dem Alltag entfliehen, weshalb sie sich ein schickes Ferienhaus am Strand mieten. Die Vermieter sind auch vor Ort und drängen sich nach Alex Meinung etwas zu sehr auf. Nur Petri genießt den Kontakt mit ihnen. Schon bald stellt sich heraus, dass die Vermieter zusammen mit anderen Bewohnern der Gegend eine Sekte führen, die einem Monsterwesen aus dem Wasser huldigt und Alex soll ein ganz besonderes Geschenk erhalten. Dass hier Lovecraft als Vorbild fungierte, ist nicht zu übersehen. Man hat sich seiner Geschichte um den Cthulhu-Kult angenommen und aus der Story überhaupt nichts Eigenständiges gemacht. So wie das hier erzählt wird, wurde es schon etliche Male erzählt. Eigene Ideen sieht man eigentlich gar nicht und das alles wäre kaum so schlimm, wenn wenigstens die Umsetzung überzeugen könnte, nur leider gestaltet sich dort alles ähnlich lustlos.
 
 

 
 
Regisseur Chad Farrin, der hier auch für das Drehbuch verantwortlich war, konnte schon bei etwas größeren Werken mitwirken, aber wenn er selbst inszeniert, hat er sich ganz dem billigen Trash verpflichtet und dass die Mittel in „The Deep Ones“ sehr begrenzt waren, sieht man dem Streifen zu jeder Sekunde an. Die Schauplätze wirken nicht gerade toll und nicht mal der Meerausblick oder der Strand sorgen hier für Schauwerte. Zwar wird manchmal etwas mit Farben und Lichtern gespielt, aber das sieht ebenfalls nicht gerade spektakulär aus. Die Atmosphäre atmet eher Mystery, als richtigen Monsterhorror, wird aber sowieso dermaßen plump aufgebaut, dass sie einen kaum erreichen kann. Für Kinder, die solche Filme eigentlich noch nicht sehen dürften, ist das bestimmt ein wahres Fest und auch unheimlich, aber an diese richtet sich ein solches Werk ja nun mal nicht primär. Weil das handwerklich schon sehr begrenzt ist und kaum Stimmung aufkommen lassen will, hat es der Unterhaltungswert sowieso nicht leicht.
 
 
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Dabei ist der Anfang noch vielversprechend, denn es dauert wirklich nicht lange, bis die bösen Absichten der Vermieter klar sind und ein paar Flashbacks bringen auch gleich etwas Horror mit ins Geschehen, so dass man denken könnte, es würde so weitergehen. Doch nach dem recht temporeichen Beginn, gibt es bis zum Finale fast nur noch Langweile. Höhepunkt ist hier die Party mit einer gefühlt minutenlangen Begrüßung aller Gäste. Die Dialoge sind nicht gerade hörenswert und von Monstern fehlt auch fast jegliche Spur. Lediglich im kurzen Finale gibt es noch ein paar nette Kostüme zu sehen, aber Splatter gibt es gar keinen, weshalb man für „The Deep Ones“ eigentlich schon wieder die Freigabe ab 14 Jahren einführen sollte. Zum Glück läuft das Ganze nur 82 Minuten und ist von daher nicht so lang geraten, aber selbst innerhalb dieser Laufzeit gibt es zu viele Längen. Die Darsteller können das auch kaum retten. Gina La Piana und Robert Miano machen ihre Sache noch ganz okay, doch der Rest spielt das wirklich nicht gut und die Charaktere sind sowieso dermaßen dünn gestaltet, dass hier keine Sympathien aufkommen können.
Der billige Score passt zwar, hört sich aber nicht gerade prickelnd an.
 
 


 
 
 

THE DEEP ONES – Fazit

 
 
3 Punkte Final
 
 
„The Deep Ones“ bedient sich fleißig an Lovecraft und kreiert daraus einen Film, den es schon oft genug gegeben hat, nur oftmals eben in deutlich besser. Wenn nicht viele Mittel zur Verfügung stehen, muss das kein K.O.-Kriterium sein, aber diesem Werk merkt man einfach keinerlei Leidenschaft an. Es gibt fast ausschließlich langweilige Szenen zu sehen und nur ganz selten mal ein paar hübsche Monsterkostüme. Die handwerkliche Arbeit ist höchstens durchschnittlich, die Darsteller agieren nicht gerade begeisternd die Endpointe ist so vorhersehbar, wie alles an dem Streifen. Leider nicht empfehlenswert!
 
 
 


 
 
 

THE DEEP ONES – Zensur

 
 
 
„The Deep Ones“ hat kaum grausame Schauwerte zu bieten. Abgesehen von etwas roter Farbe und ein paar Monsterkostümen ist dieser Streifen völlig harmlos. Daher könnte er bedenkenlos ab 12 Jahren freigeben werden. Dennoch denken wir, dass es eine FSK16 werden wird.
 
 
 


 
 
 

THE DEEP ONES – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Crappy World Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Call of Cthulhu (2005)
 
H.P. Lovecrafts Necronomicon (1993)
 

Filmkritik: „Dinner in America“ (2020)

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DINNER IN AMERICA

Story

 
 
 

Ein Punkrocker, der von der Polizei gesucht wird, findet Unterschlupf bei der sonderbaren Patty, die zufällig auch sein größter Fan ist, ohne jedoch zu wissen, mit wem sie es da eigentlich zu tun hat.

 
 
 


 
 
 

DINNER IN AMERICA – Kritik

 
 
 
Adam Rehmeier konnte sich wohl vor allen Dingen mit seinem Debütfilm „The Bunny Game“ einen Namen machen, der sehr kontrovers daherkam. Wie wandelbar der Regisseur ist, beweist er jetzt mit seinem vierten Langfilm „Dinner in America“, denn vom provokanten Stoff ist nichts mehr übrig geblieben, stattdessen serviert er dem Zuschauer eine schöne Coming-of-Age-Geschichte, die zwar immer noch derb bleibt, aber nebenbei überraschend freundlich geraten ist.
 
 
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Simon ist der Frontmann der Punkrock-Band Psyops, der jedoch immer nur mit Maske auftritt und seine wahre Identität so verhüllt. Allerdings hat Simon große Geldprobleme und handelt deshalb mit Drogen, zudem verdient er sich etwas dazu mit Medikamententests. Als die Polizei ihm immer mehr auf die Schliche kommt, lernt er Patty kennen, dessen Lieblingsband Psyops darstellt. Sie ist etwas sonderbar und muss viele Pillen schlucken, findet Simon jedoch sofort reizvoll. Dabei weiß sie gar nicht, dass sie es mit ihrem großen Idol zu tun hat. Langsam, aber sicher entsteht zwischen den Beiden eine romantische Beziehung. Die Story, die ebenfalls von Rehmeier geschrieben wurde, bietet eigentlich keinerlei Zutaten, die andere Geschichten dieser Art nicht auch besitzen und wirkt deshalb nicht unbedingt originell, aber trotzdem wurde das hier gut erzählt. Man kann als Zuschauer ordentlich abtauchen in eine anarchische Welt und das Drehbuch schafft es schon, ziemlich glaubwürdig zu wirken. Genügend Ideen waren jedenfalls vorhanden und so schaut man das interessiert bis zum Schluss, selbst wenn der Verlauf einigermaßen vorhersehbar erscheint.
 
 
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Dass man so gerne zuschaut, liegt vor allen Dingen an den starken Darstellern. Besonders Kyle Gallner ist als Punk ungemein charismatisch. Es macht Spaß sein Schauspiel zu beobachten. Allerdings sollte man auch Emily Skeggs als verschrobene Patty keineswegs unterschätzen. Sie macht das ziemlich authentisch und wirkt dabei recht niedlich. Auch die Vielzahl an kleinen Nebendarstellern ist ordentlich besetzt und wartet teilweise sogar mit einigermaßen bekannten Namen wie z.B. Mary Lynn Rajskub („24“) auf. Die Figurenzeichnung bedient am ehesten Klischees, was hier aber definitiv so gewollt war. Es ist einfach herrlich, wenn der Anarcho-Punk auf die spießigsten Eltern überhaupt trifft. Dabei vermitteln die Charaktere sogar ein paar Werte. Nicht an allem sollte man sich ein Vorbild nehmen, aber die Grundmesssage sich nichts gefallen zu lassen und zu dem zu stehen, was man ist, ist absolut positiv. Auch hier macht „Dinner in America“ es eigentlich kaum anders, als seine vielen Kollegen, doch trotzdem gelingt es ihm mit seinen Figuren ein wenig Eigenständigkeit zu entwickeln und die vielen, seltsamen Nebenfiguren wirken markant genug, um nicht zu schnell aus der Erinnerung zu verfliegen.
 
 
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Ansonsten ist es gerade die Atmosphäre, die zu gefallen weiß. Man bekommt es nämlich nicht einfach nur mit einem weiteren Coming-of-Age-Drama zu tun, sondern es steckt auch recht viel Komödie in „Dinner in America“. Das ist nun selten zum Brüllen komisch, besitzt aber immer mal seine kleinen, charmanten Lacher. Hier ist der Film dann teilweise sogar ziemlich derb, obwohl er gleichzeitig viel Herz besitzt. Angenehm ist dabei, dass die Liebesgeschichte überhaupt nicht schnulzig vorgetragen wird und man hier keinen Overkill an Kitsch serviert bekommt. Stattdessen sorgt die Romanze eher für eine weitere Facette und wirkt sogar ziemlich glaubwürdig. So kann man sich über 105 Minuten Laufzeit hinweg sympathisch unterhalten lassen, selbst wenn es am Anfang doch ein paar Längen gibt und es eigentlich kaum Highlights zu verbuchen gibt. Abgerundet wird das Ganze von einem soliden Soundtrack, der ruhig noch etwas mehr Punk beinhalten hätte dürfen, aber auch so recht authentisch wirkt.
 
 


 
 
 

DINNER IN AMERICA – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
„Dinner in America“ ist eine sympathische Mischung aus Coming-of-Age-Drama und Anarcho-Komödie, die besonders von einem tollen Kyle Gallner lebt und auch sonst ordentliche Darsteller besitzt. Der Verlauf der Handlung ist vorhersehbar, bietet jedoch genügend Abwechslung. Es gibt sowohl derben Humor, wie auch schöne Emotionen. Handwerklich stimmt ebenfalls alles und somit ist „Dinner in America“ vielleicht nicht der große Wurf, aber für Freunde solcher Filme durchaus empfehlenswert!
 
 
 


 
 
 

DINNER IN AMERICA – Zensur

 
 
 
„Dinner in America“ ist kein Horrorfilm – verfügt über derbe Sprache. Gewalt gibt es nicht zu sehen. Deshalb dürfte der Film auch eine Freigabe ab 12 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

DINNER IN AMERICA – Trailer

 
 

Leider existieren bisher weder Poster noch Trailer.

 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Visit Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Juno (2007)
 
Ghost World (2001)
 
Superbad (2007)
 

Filmkritik: „Sator“ (2019)

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SATOR

Story

 
 
 

Adam lebt alleine und abgeschieden im Wald, um auf ein Wesen namens Sator zu warten, welches seine Familie schon lange beeinflusst.

 
 
 


 
 
 

SATOR – Kritik

 
 
 
Es gibt Filme, die einen irgendwie beeindrucken können und einem trotzdem nicht so richtig gefallen wollen. „Sator“ ist genau so ein Fall, denn eigentlich ist das Werk höchst interessant, besonders wenn man die Hintergrundgeschichte erfährt, aber gleichzeitig ist das dermaßen langsam, sperrig und zeitweise leider dadurch eben auch langweilig, dass viel vom Reiz abhanden kommt.
 
 
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Die Großmutter erzählte immer wieder von Sator, einem seltsamen Wesen, das tief in den Wäldern sein Unwesen treibt, das Leute manipuliert und zu sich kommen lässt. Adam hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Wesen zu stellen, denn es hat seine Familie lange genug beeinflusst. Dazu zieht er in eine einsame Hütte und wartet jeden Tag in den Wäldern erneut auf Sator. Lange Zeit geschieht nichts, doch dann meldet sich Sator plötzlich. Jordan Graham schrieb das Drehbuch selbst und veränderte es wohl im Laufe der Zeit, denn seine Großmutter wurde wirklich dement und schrieb innerhalb von drei Monaten zahlreiche Seiten, in denen sie immer wieder von Sator berichtete. Selbst wenn das natürlich nur der Fantasie eines kranken Geistes entstammt, besitzt „Sator“ deshalb mehr Bezug zur Realität, als es im Horrorfilm üblich ist. Graham bastelte daraus eine Story, die mit keiner Auflösung daherkommt und allgemein kaum etwas erklärt. Darauf muss man sich schon einlassen mögen, denn eine typische Geschichte ist das hier nicht. Sowieso lebt der Film aber viel eher von seinen Bildern, als von der Story selbst.
 
 
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Man kann hier schon von einem echten Autorenfilm sprechen, denn Graham machte fast alles im Alleingang. Von ihm stammt das Drehbuch, er übernahm die Regie, die Produktion, war als Editor tätig und auch für die Soundkulisse verantwortlich. Gekostet hat ihm sein zweiter Langfilm gute fünf Jahre und so viel Herzblut verdient Anerkennung. Sogar seine echte Großmutter ist im Film zu sehen. „Sator“ lebt von der starken Bildersprache und den Naturkulissen, denn gedreht wurde viel in einem Nationalpark und das gibt enorm viel her. Der Wald erfüllt seinen Zweck als gruselige Kulisse voll und ganz, zaubert nebenbei aber auch wunderschöne Bilder daher. Wenn es Nacht wird, dann ist hier auch wirklich alles sehr düster. Während Filme mit größerem Budget meistens bestens ausgeleuchtet sind, stammt hier das einzige Licht von einer Taschenlampe und das ist dann gleich viel wirkungsvoller. Eigentlich ist das alles sehr simpel gestaltet und auch beim Wesen Sator selbst musste nicht viel getrickst werden. Manchmal erreicht gerade so etwas jedoch eine viel größere Wirkung und es gibt definitiv ein paar Szenen, die stark sind und so schnell nicht mehr zu vergessen sind. Die Atmosphäre könnte düsterer kaum sein und der Horror entfaltet sich dermaßen subtil, dass man schon eine Gänsehaut bekommen kann. Dazu gesellen sich simple Soundeffekte, die ebenfalls wirkungsvoll sind.
 
 
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So positiv das bis hierhin auch klingen mag, „Sator“ ist im Endeffekt bedauerlicherweise ziemlich langweilig, denn das Tempo ist gnadenlos langsam. Am Anfang gibt es oftmals Rückblicke, die in Schwarzweiss und im 4:3 Format daherkommen. Hieraus entsteht fast eine Art Drama, aber nach einer gewissen Zeit bremsen sie das Geschehen nur noch aus. Die Horrorszenen sind wirklich gut gemacht, kommen aber eigentlich gar nicht mal so oft vor. Immer dann, wenn man hofft, dass es jetzt mal richtig losgehen würde, ist es auch schon wieder vorbei. So muss man am Ende doch sagen, dass höchstens die Hälfte der 85 Minuten Laufzeit einen guten Unterhaltungswert besitzen. Dass die Darsteller, von denen es sowieso nicht viele zu sehen gibt, nebenbei nicht wirklich viel zu tun haben und es nicht mal viele Dialoge zu hören gibt, macht die langsame Art und Weise noch erdrückender.
 
 


 
 
 

SATOR – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
Es ist wirklich schade, dass „Sator“ so wenig zu unterhalten vermag, denn vom Handwerk her wurde er sehr gut gemacht. Die Kulissen sind toll, die Horrorszenen sind unheimlich und nebenbei beweist der Film, dass man auch mit simplen Mitteln herausragende Wirkungen erreichen kann. Auf die Story, die im Endeffekt nichts erklärt, muss man sich allerdings einlassen und wenn man nicht den Hauch eines Faibles für ruhigere Horrorkost besitzt, dann ist man hier vollkommen an der falschen Adresse. Das Ergebnis besitzt ganz starke Momente, aber auch viel Füllmaterial, welches einfach langweilt, weshalb trotz der vielen, positiven Seiten keine höhere Wertung als der Durchschnitt drin ist!
 
 
 


 
 
 

SATOR – Zensur

 
 
 
Der Streifen besitzt nur eine blutige Szene und dürfte ohne Probleme in Deutschland bei Veröffentlichung eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Der Film lief bisher nur auf dem Hardline Filmfestival. Immerhin ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

SATOR – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Yellow Veil Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blair Witch Project (1999)
 
The Witch (2015)
 

Filmkritik: „Luz: The Flower of Evil“ (2019)

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LUZ: THE FLOWER OF EVIL

(LUZ)

Story

 
 
 

In einem kleinen Dorf in den Bergen entwickelt sich die Suche nach Gott für die Einheimischen langsam aber sicher zum echten Untergang.

 
 
 


 
 
 

LUZ: THE FLOWER OF EVIL – Kritik

 
 
 
In den letzten Jahren hat der subtile und langsame Horror wieder deutlich an Beliebtheit gewonnen, was z.B. Filme wie „Hagazussa“ oder „Midsommar“ bewiesen haben. Auch „Luz: The Flower of Evil“ aus Spanien bedient sich an der Langsamkeit. Er bietet keinen Horrorfilm per se, sondern spielt vor allen Dingen mit dem Thema Menschlichkeit. Das Resultat wird bei weitem nicht jeden gefallen, aber dass man hier überragende Bilder serviert bekommt, ist nun wirklich nicht zu leugnen.
 
 
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Das Geschehen spielt sich weit abgeschieden in den Bergen ab. Welche Zeit man schreibt, erfährt der Zuschauer nicht direkt, denn das Zeitalter ist in dieser Natur sowieso nicht relevant. El Señor führt seine drei Töchter und die paar Dorfbewohner an, in dem Glauben, dass er ein Prophet sei und bald Jesus finden wird, der alle von ihren Sünden reinwäscht. Seine Frau ist vor einiger Zeit schon gestorben und die drei Töchter vermissen sie sehr. Als Uma immer mehr beginnt, das Gesprochene von El Señor in Frage zu stellen, bahnt sich bald eine Katastrophe an. Das Drehbuch lässt sich gut als religiöse Parabel verstehen und besteht aus Inhalten, die nicht immer so ganz leicht auf der Hand liegen. Vieles bleibt interpretationswürdig und der Zuschauer erhält kaum Informationen über die Hintergründe. Selbst das Ende ist ziemlich offen und das Schöne an dieser Handlung ist, dass jeder sie anders auffassen kann. Trotzdem ist klar erkenntlich, dass sich die Geschichte sehr mit dem Mensch an sich auseinandersetzt, mit seinen Taten, seiner Herkunft und seiner Bestimmung. Antworten gibt es auf all diese Dinge jedoch kaum. Man kann mit diesem Drehbuch seine Freude haben, aber man muss es nicht zwangsläufig mögen, weil „Luz“ nebenbei dermaßen sperrig gestaltet wurde, dass absolut nicht jeder Filmfreund damit etwas anfangen können wird.
 
 
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Der Kolumbianer Juan Diego Escobar Alzate, der neben der Regie auch noch das Drehbuch schrieb und weitere Funktionen übernahm, liefert mit diesem Werk sein Langfilmdebüt ab und dass er schon viel Erfahrung mit Kurzfilmen etc. sammeln konnte, sieht man „Luz“ deutlich an. Die größte Stärke besitzen die Bilder der Natur. Egal ob es knallbunte Farben der grünen Wiesen sind oder Bilder der Sterne bei Nacht – Das sieht alles phänomenal aus und bietet enorm hohe Schauwerte. Ja, da fühlt man sich teilweise wirklich wie in einem Heimatfilm und die Filter, die man hier verwendet hat, könnten besser gar nicht gewählt sein. Hinzu gesellt sich allgemein noch eine schöne Bildersprache und es gibt durchaus Szenen, die sich in die Netzhaut einbrennen. Am meisten verloren hat allerdings derjenige, der hier einen richtigen Horrorfilm erwartet, denn abgesehen von dämonischem Flüstern und einer Ziege als Symbol für den Teufel, gibt es hier keinerlei Elemente, die jemals etwas mit übernatürlichem Horror zu tun haben. Das Grauen entsteht hier eher unterschwellig und ist rein menschlicher Natur. Das sorgt hinterher für eine sehr unangenehme Szene, die an die Nieren geht, aber ansonsten ist auch von roter Farbe nie viel zu sehen.
 
 
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Selbst wenn man die richtige Erwartungshaltung mit bringt, muss man nebenbei sehr tolerant für Längen sein, denn „Luz“ ist reichlich langsam aufgebaut. Eine Weile lang kann man sich von den tollen Bildern berauschen lassen, aber nach einer gewissen Zeit kann das religiöse Gerede auch mal ein wenig penetrant werden. Zum Finale hin wird das Tempo ganz kurz etwas angehoben, was für eine kleine Portion Spannung sorgt, aber ansonsten macht es einem der Unterhaltungswert mit seinen 104 Minuten Laufzeit alles andere als leicht. Es mangelt etwas an Abwechslung und es dauert zu lange, bis das Geschehen zu seinem Höhepunkt findet. Dafür bekommt man allerdings ordentliche Darsteller zu sehen. Conrado Osorio, mit der definitiv schwierigsten Rolle, kann sich sehen lassen. Seine drei Töchter werden von Yuri Vargas, Sharon Guzman und Andrea Esquivel auch sehr zweckdienlich gespielt und alle anderen Darsteller sind sowieso kaum zu sehen. Eine tiefere Figurenzeichnung sollte man übrigens auch nicht erwarten, denn diese muss man sich schon selbst erarbeiten bzw. sollte man hier ebenfalls bereit sein, gewisse Interpretationen zu treffen.
 
 
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LUZ: THE FLOWER OF EVIL – Fazit

 
 
6 Punkte Final
 
 
„Luz: The Flower of Evil“ ist eigentlich ein typischer Love-it-or-hate-it-Film geworden, der starke Geschmackssache ist. Den Zuschauer erwarten grandiose Bilder der Natur, die perfekt eingefangen wurden. Ihn erwartet jedoch auch eine Laufzeit, die mit Längen um sich wirft und selten so richtig auf den Punkt kommen will. Das wird gut gespielt, ist handwerklich echt toll gemacht und bietet eine Geschichte, über die man sich Gedanken machen muss, ist nebenbei aber auch so sperrig, dass einem das nicht gefallen muss. Etwas mehr Tempo, ein Hauch mehr Horror und ein wenig mehr Abwechslung hätten „Luz“ jedenfalls gut getan, aber auch so sollte jeder Arthouse-Fan dem Werk mal eine Chance geben!
 
 
 


 
 
 

LUZ: THE FLOWER OF EVIL – Zensur

 
 
 
In „Luz: The Flower of Evil“ gibt es nur eine derbe Szene zu sehen, in der einer Schwangeren ihr Baby aus dem Bauch geschnitten wird. Die Kamera hält dabei allerdings nicht detailliert drauf, so dass es nicht zu explizit wird. Der ungewöhnliche Genre-Beitrag dürfte ohne Probleme eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten, was wohl auch daran liegen dürfte, weil der Film mehr Arthouse ist, als blutrünstiger Horrorschocker.
 
 
 


 
 
 

LUZ: THE FLOWER OF EVIL – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei MPI Media | Mad Dimension)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Sacrament (2013)
 
The Devil’s Hand – Vergib mir Vater, denn ich habe gesündigt (2014)
 
Midsommar (2019)
 
Hagazussa – Der Hexenfluch (2017)
 
The Witch (2015)
 
The Other Lamb (2019)
 

Filmkritik: „Al Morir la Matinée“ (2020)

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AL MORIR LA MATINÉE

Story

 
 
 

Wer sich zur Vorstellung des Todes wagt, ist bei „Al Morir la Matinée“ genau richtig, denn in diesem Kino verlässt das Publikum den Saal bestimmt nicht lebendig.

 
 
 


 
 
 

AL MORIR LA MATINÉE – Kritik

 
 
 
Horrorkost aus Uruguay ist nun sicher nicht alltäglich; hochwertige Horrorkost aus Uruguay bestimmt sogar noch viel seltener. Gerade Slasherfans werden mit „Al Morir la Matinée“ auf ihre Kosten kommen und wer das Horrorkino der 70er und 80er Jahre zu schätzen weiß, sollte hier durchaus auch mal einen Blick riskieren.
 
 
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Das Geschehen spielt sich in einem Kino ab, welches früher mal prächtig war, mittlerweile aber ziemlich heruntergekommen ist. Tochter Ana löst ihren kranken Vater für die Vorstellungen ab, obwohl sie eigentlich viel eher für ihr Examen lernen müsste. Während lediglich eine handvoll Zuschauer sich einen Exploitationsstreifen anschauen, geht ein Killer im dunklen Saal umher und metzelt einen nach dem anderen nieder. Nun, innovativ ist diese Story sicher nicht, aber das ist im Slasher nun auch eher selten der Fall. „Al Morir la Matinée“ lässt sich ganz klar als große Hommage an das Horrorkino der 70er und 80er Jahre bezeichnen, was man alleine schon an den ganzen Filmplakaten im Hintergrund erkennt. Etwas schade ist lediglich, dass man sich keinen größeren Plot ausgedacht hat, denn nicht selten spielt man im Slasher gerne mal mit der Identität des Killers. Eine Auflösung hält die Story hier jedoch nicht parat. Simpler könnte es wirklich kaum sein, aber gerade weil die Umsetzung sich doch sehen lassen kann, verzeiht man dem Werk das ganz gerne.
 
 
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Regisseur Maximiliano Contenti besitzt eine echte Leidenschaft für das ältere Horrorkino und das erkennt man. „Al Morir la Matinée“ ist erst sein zweiter Langfilm und gerade wenn man bedenkt, dass man sich hier völlig in Low-Budget-Kreisen bewegt, kann sich das Resultat doch echt sehen lassen. Das Kino als Schauplatz mag auf Dauer etwas eintönig sein, zaubert jedoch eine wunderbare Atmosphäre hervor. Da lässt sich die Liebe für’s Kino absolut erkennen und man fühlt sich fast selbst wie das Publikum im Saal. Die Horror-Anteile lassen sich zwar etwas Zeit, doch wenn der Killer dann zuschlägt, geht es auch ganz gut zur Sache. Mittlerweile mag man Härteres gewöhnt sein, doch in den 80ern wäre das in Deutschland sicherlich nur gekürzt erschienen. Der nächste Pluspunkt ist: Die Effekte sind herrlich altmodisch von Hand gemacht und sehen sogar ziemlich gut aus. Leider geht der Killer nicht besonders abwechslungsreich zur Sache, aber die Morde sind dennoch brachial genug, um den Gorehound zufrieden zu stellen. Daneben gibt es immer mal wieder ein schönes Spiel mit Lichtern und Farben (was schon fast etwas an einen Giallo erinnert) und allgemein kann man der handwerklichen Arbeit für diese Preisklasse nicht viel vorwerfen.
 
 
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Nun ist nicht alles Gold, was glänzt und auch „Al Morir la Matinée“ besitzt seine Schattenseiten. Etwas bedauerlich ist, dass der Film recht langsam ist. Bis es überhaupt mal etwas zur Sache geht, ist bereits über ein Drittel der Laufzeit vorüber. So richtig böse sein, will man dem Werk dafür zwar nicht, weil die Atmosphäre einfach stimmt, aber trotzdem sind die Highlights zu selten vertreten. Hinterher kommt zwar noch etwas Spannung auf, weil sich die finalen Opfer auch zu wehren wissen, aber so richtig aufregend will das niemals werden und so stellt das Geschehen eher seichte Slasher-Kost dar. Angenehm hingegen sind die Darsteller, die zwar echt nicht besonders viel zu tun haben, aber ihre Sache passabel machen und überhaupt nicht stören. Die Figurenzeichnung ist (nahezu obligatorisch) kaum präsent und ein echtes Mitfiebern mit den Charakteren stellt sich alleine deshalb schon ein, aber immerhin ist hier niemand nervig und die Sympathien stimmen soweit. Abgerundet wird das Geschehen von einem herrlichen Retro-Score, der einfach perfekt passt.
 
 


 
 
 

AL MORIR LA MATINÉE – Fazit

 
 
6 Punkte Final
 
 
„Al Morir la Matinée“ ist ein Film für echte Slasherfans, die handgemachten Splatter zu schätzen wissen. Gerade die Atmosphäre dieses Retro-Horrors ist sehr gelungen. Zwar gibt die Story nahezu nichts her, aber der Schauplatz weiß zu gefallen und die Darsteller agieren allesamt sehr erträglich. Die handwerkliche Arbeit ist überraschend hochwertig und genügend Blut fließt definitiv. Leider besitzt der Film so seine Längen und ist im Endeffekt einfach kaum aufregend, aber als Hommage an das alte Horrorkino ist das hier absolut zu gebrauchen. Sympathisch!
 
 
 


 
 
 

AL MORIR LA MATINÉE – Zensur

 
 
 
Der Film ist ziemlich blutig und besitzt eine beachtliche Anzahl an Splatterszenen – meistens wird hierbei mit dem Messer vorgegangen. Ein Titel wie „Al Morir la Matinée“ wäre in den 1980ern hierzulande sicher nur geschnitten in die Videotheken gekommen. Heutzutage dürfte aber einer ungeschnittenen FSK18 Freigabe nichts im Wege stehen.
 
 
 


 
 
 

AL MORIR LA MATINÉE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Yukoh Films | RBS | Reel Suspects)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Im Augenblick der Angst (1987)
 
Final Cut – Die letzte Vorstellung (2014)
 
Edge of the Axe (1988)
 
Behind the Mask (2006)
 

Filmkritik: „Kumanthong“ (2019)

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KUMANTHONG

(THAT SON TAM LINH)

Story

 
 
 

In „Kumanthong“ wird frei die Geschichte des ersten vietnamesischen Serienkillers nacherzählt.

 
 
 


 
 
 

KUMANTHONG – Kritik

 
 
 
Viele Länder haben so ihre berüchtigten Serienkiller und Namen wie Jack the Ripper, Jeffrey Dahmer etc. werden wohl den meisten etwas sagen. Dass auch Vietnam seine Serienkiller hatte, wird hingegen nicht vielen bekannt sein. In „Kumanthong“ bekommen wir nun die Geschichte des ersten offiziellen Serienmörders dieses Landes erzählt. Das Ergebnis ist allerdings viel mehr ruhiges Drama, als echter Thriller geworden und besitzt leider zahlreiche Längen.
 
 
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Die taubstumme Soi lebt in einem kleinen Dorf und wird von den meisten Bewohnern wie eine minderwertige Behinderte behandelt. Eines Tages kommt der fremde Huynh ins Dorf. Er ist ein Schamane und kann sein Talent gleich unter Beweis stellen, weshalb er auch seine eigene Praxis errichten kann. Außerdem nimmt er Soi zu seiner Frau. Sie könnte damit eigentlich glücklich sein, aber bald muss sie herausfinden, dass Huynh für seinen Kumanthong-Zauber die Knochen von Menschen braucht und um diese zu bekommen, muss er töten. Die Handlung basiert auf wahren Begebenheiten, wurde aber mit der Fantasie der Drehbuchautoren angereichert und erzählt diese Geschichte nun wohl sehr frei nach. Die Zutaten der Story sind definitiv nicht verkehrt und werden soweit auch gut genutzt, nur dauert es viel zu lange, bis die Handlung mal an Fahrt aufnimmt. Das westliche Publikum könnte so seine Probleme haben mit der Herangehensweise warm zu werden.
 
 
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Der Einstieg fällt dabei durchaus interessant aus. Das Dorf, in dem sich alles abspielt, bietet wirklich die reine Natur und ist als Schauplatz eines Serienkiller-Films mal etwas gänzlich anderes. Auch die Tatsache, dass die Hauptfigur taubstumm ist, ist nichts alltägliches in solchen Filmen. Allerdings sorgen gerade diese Faktoren hinterher dafür, dass keine echte Spannung aufkommen will. Man entwickelt als Zuschauer keinen richtigen Draht zu Soi. Dass sie insgesamt schlechte Karten hat, ist glaubwürdig und dennoch will sich der Verlauf der Handlung nicht so richtig erschließen. Nachdem Huynh anfangs als super sympathischer Doktor eingeführt wurde, wandelt er sich zum echten Psychopathen, was ebenfalls nicht so glaubwürdig daherkommt, selbst wenn seine Background-Story die Erklärungen liefert. Nein, die Figurenzeichnung ist in „Kumanthong“ nicht sonderlich gut gelungen, weil sie sich auf der einen Seite bedeutungsschwanger gibt und auf der anderen Seite doch nur oberflächlich bleibt. Die recht überschaubare Anzahl an Darstellern macht dabei einen soliden Job und man kann sich über die Leistungen nicht beklagen, doch so richtig markant will das alles nicht wirken und es wird schnell wieder aus dem Gedächtnis verflogen sein.
 
 
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Für Regisseur Le Binh Giang stellt „Kumanthong“ erst der zweite Film dar, nachdem er mit seinem ersten wohl massive Probleme hatte. Aus handwerklicher Sicht kann man dem Werk nicht viele Vorwürfe machen. Die Kulissen haben durchaus etwas für sich und ein wenig experimentell wird es mit seltsamen Rückblicken/Visionen auch noch. Trotzdem ist der Stil noch ausbaufähig und wirkt manchmal etwas zerfahren. Nach einem sehr zähen Mittelteil, in dem eigentlich viel und dennoch kaum etwas geschieht, gibt es immerhin noch ein halbwegs spannendes Finale zu verfolgen. Trotzdem ziehen sich die rund 100 Minuten Laufzeit ganz schön in die Länge. Es gibt wenig Spannung und viel Drama, welches aber aufgrund des fehlenden Drahts zu den Figuren nicht richtig wirken kann. Hinzu gesellt sich noch ein manchmal viel zu theatralischer Score, der teilweise sehr gut passt, teilweise aber auch echt zu sehr übertreibt.
 
 


 
 
 

KUMANTHONG – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
In seinem Heimatland soll „Kumanthong“ wohl ein Erfolg gewesen sein, aber für ein westliches Publikum ist das nur bedingt empfehlenswert. Auch wenn man gerne mal die „anderen“ Filme schaut, bekommt man hier zu viele Längen geboten, um sich jemals richtig unterhalten zu fühlen. Die Grundzutaten sind dabei echt nicht verkehrt. Sowohl die Story ist interessant, wie auch die handwerkliche Arbeit. Außerdem sind die Darsteller brauchbar. Im Endeffekt gibt es aber zu viel unausgegorenes Drama und zu nichtssagende Charaktere. Wer am vietnamesischen Kino interessiert ist, sollte sich am besten selbst ein Bild davon machen, denn gute Seiten besitzt „Kumanthong“ definitiv, aber er ist nebenbei leider oftmals ziemlich langweilig!
 
 
 


 
 
 

KUMANTHONG – Zensur

 
 
 
In „Kumanthong“ geht es zwar um einen Serienkiller; die Ereignisse sind aber nicht drastisch bebildert. Zwar geht es in ein paar Szenen etwas derber zur Sache, explizit wird es aber kaum. „Kumanthong“ dürfte in Deutschland problemlos ungeschnitten eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

KUMANTHONG – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Galaxy Studio | Galaxy M&E)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bedevilled – Zeit der Vergeltung (2010)
 
Manhole – Bedrohung von unten (2014)
 
The Wailing (2016)
 

Filmkritik: „Schlaf“ (2020)

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SCHLAF

Story

 
 
 

Nachdem Marlene den Ort ihrer Albträume aufgesucht hat und in einen komatösen Zustand verfällt, versucht ihre Tochter den Geheimnissen der Träume auf die Spur zu kommen.

 
 
 


 
 
 

SCHLAF – Kritik

 
 
 
Wieder mal hat sich ein deutscher Regisseur am Genrefilm probiert und Skepsis ist da von vornherein angebracht, denn gute Horrorfilme aus unserem Lande gibt es einfach nicht sonderlich viele. „Schlaf“ hingegen schafft es seine Vorbilder zu kopieren und nebenbei dennoch eine Eigenständigkeit hervor zu zaubern, weshalb hier nicht ganz zu Unrecht vom besten, deutschen Genrefilm des Jahres gesprochen wird.
 
 
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Marlene geht es psychisch schon lange nicht mehr gut. Sie leidet an Albträumen, die oftmals mit der Wirklichkeit verschwimmen. Eines Tages findet sie ein Hotel, welches das aus ihren Träumen zu sein scheint und besucht es auch prompt. Ein Krankenhausaufenthalt und ein komatöser Zustand sind die Folgen. Ihre Tochter Mona besucht daraufhin ebenfalls das Hotel und versucht herauszufinden, was es mit dem Zustand ihrer Mutter auf sich hat. Dabei verschwimmen Realität und Traum immer mehr, bis sich selbst Mona nicht mehr sicher ist, bei klarem Verstand zu sein. Welche Vorbilder das Drehbuch hatte, ist nicht sonderlich schwer zu erkennen. Gerade durch die verschiedenen Traumebenen und die Verschmelzung zwischen Fiktion und Realität, spürt man hier immer einen David Lynch. Doch auch „Shining“ blitzt gerade durch den Schauplatz des Hotels immer mal wieder durch. Wenn da alte Bilder im Hotel zu sehen sind, fühlt man sich sofort an Stephen King erinnert. Daneben gelingt es der Story jedoch auch einen eigenen Weg zu gehen. Die Ideen sind solide, teilweise sogar schön bizarr und es bleibt stets interessant. Natürlich muss auch eine Auflösung daher und diese enttäuscht nicht, kann allerdings nicht so sehr begeistern, wie das Mysterium zuvor.
 
 
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Allgemein beginnt „Schlaf“ mit einer tollen, ersten Hälfte. Obwohl der Film ziemlich ruhig ist, setzt man von Anfang an auf ein hohes Tempo, was die Handlung betrifft und so dauert es nicht lange, bis der Horror sich langsam entfalten kann. Der Aufbau ist gelungen und die Atmosphäre, die sich hier entwickelt, kann sich sehen bzw. spüren lassen. Da gibt es ein paar herrlich skurrile Szenen zu bewundern und die Traumsequenzen hat man ebenfalls toll gestaltet. Highlight ist hier sicherlich eine erotisch wirkende und dennoch verstörende, eigentlich recht simpel gemachte Szene, die ihre Wirkung aber vollkommen erreicht. Das ist vor allen Dingen deshalb ziemlich beeindruckend, weil Regisseur Michael Venus, der übrigens auch am Drehbuch beteiligt war, mit „Schlaf“ sein Langfilmdebüt gab. Allerdings muss man auch sagen, dass er durch Fördergelder den Luxus hatte, ca. 1,4 Millionen Euro Budget zu erlangen. Das kann längst nicht jeder Debüt-Regisseur von sich behaupten. Schön, dass Herr Venus etwas daraus gemacht hat. Das Hotel als Schauplatz ist große Klasse und allgemein gibt es starke Bilder zu sehen. Die handwerkliche Arbeit braucht sich definitiv kaum hinter genannten Vorbildern zu verstecken.
 
 
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Die zweite Hälfte kann dieses Niveau nicht ganz halten und wird manchmal etwas zu wirr. Umso mehr man dem Geheimnis auf die Schliche kommt, desto mehr verliert „Schlaf“ leider auch an Reiz. Das Finale ist dann nicht mehr besonders spannend und wirkt zudem seltsam unglaubwürdig. Das ist etwas schade, zieht das Gesamtwerk aber zum Glück nicht zu sehr herunter, denn dafür wird man über 100 Minuten Laufzeit dann doch zu gut unterhalten. Außerdem kann sich der Film auf seine ordentlichen Darsteller verlassen. Gro Swantje Kohlhof machte ihre Sache ausgezeichnet und besitzt ein paar Szenen, die sicher nicht leicht zu spielen waren. Daneben weiß August Schmölzer vollkommen zu überzeugen und alle anderen enttäuschen ebenfalls nicht. Die Figurenzeichnung wurde schön rätselhaft gestaltet, ohne dabei jedoch zu plakativ zu wirken und nebenbei darf auch der Score manchmal gelungen zur Atmosphäre beitragen. Nur Blut sollte man hier nicht viel erwarten, denn darauf legt es dieser Film absolut nicht an.
 
 
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SCHLAF – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
„Schlaf“ beweist, dass deutsches Genrekino doch etwas taugen kann. Stilistisch wandelt man auf Pfaden eines David Lynch, ist aber trotzdem eigenständig genug. Während die Schauplätze schon ein echter Star sind, können auch die Darsteller vollkommen überzeugen und die handwerkliche Arbeit kann sich definitiv sehen lassen. Das besitzt eine starke, erste Hälfte und flacht hinterher leider etwas ab, was dann eine höhere Wertung verhindert. Wer jedoch Lust auf einen deutschen Mysterythriller/Horrorfilm hat, nach dem man sich nicht denkt, dass die Deutschen es nicht können, sollte „Schlaf“ nicht verpasst haben!
 
 
 


 
 
 

SCHLAF – Zensur

 
 
 
„Schlaf“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Diese Freigabe ist auch gerechtfertigt. Der Film startet am 29.10.2020 bundesweit in den Kinos.
 
 
 


 
 
 

SCHLAF – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Junafilm | Salzgeber & Co. Medien GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Shining (1980)
 
Mulholland Drive – Straße der Finsternis (2001)
 
Inception (2010)
 
Lost Highway (1997)
 

Filmkritik: „For the Sake of Vicious“ (2020)

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FOR THE SAKE OF VICIOUS

Story

 
 
 

Eine Krankenschwester, ein Verrückter und ein gefolterter Mann müssen sich in „For the Sake of Vicious“ gegen eine Horde irrer Killer verteidigen.

 
 
 


 
 
 

FOR THE SAKE OF VICIOUS – Kritik

 
 
 
Der Home-Invasion-Thriller erfreut sich gerade im Low-Budget-Bereich immer wieder großer Beliebtheit, was nicht verwunderlich ist, da man hier mit recht simplen Mitteln viel erreichen kann. So geschieht es auch in „For the Sake of Vicious“, der einen hammerharten Beitrag garantiert und Freunde des blutigen Filmes sicher nicht enttäuschen wird.
 
 
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Romina kommt an Halloween von ihrer Schicht nach Hause und findet dort einen Verrückten mit seinem Opfer vor. Chris ist sich sicher, dass der ominöse Geschäftsmann Alan seine Tochter vergewaltigt hat und durch ein paar Zufälle, konnte er ihn in Rominas Haus stellen. Zunächst wissen alle drei Parteien nicht so recht, wie sie mit der Situation umgehen sollen, doch als das Haus dann auch noch von Killern gestürmt wird, bahnt sich ein Kampf um Leben und Tod an.
 
 
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Im Grunde genommen, ist diese Handlung sehr simpel, sie wird jedoch verschachtelt genug erzählt, um Interesse zu erzeugen. „For the Sake of Vicious“ macht sich einen Spaß daraus, den Zuschauer lange nicht genau wissen zu lassen, wer hier denn eigentlich im Recht ist und was dort überhaupt vor sich geht. Der Aufbau ist sehr gelungen und erzeugt Spannung. Viel erklärt, wird auch hinterher nicht, aber das sorgt dafür, dass hier nichts zu vorhersehbar ist. Einziger Wermutstropfen am Drehbuch ist, dass es nicht unbedingt logisch zur Sache geht. Die Killer stürmen das Haus nur in Wellen, was zwar für den Blutgehalt zweckdienlich ist, aber nicht glaubwürdig wirkt. Außerdem halten die wichtigsten Charaktere enorm viel aus. Das ist jedoch Meckern auf hohem Niveau und wer beim Realismus ein paar Abstriche machen kann, bekommt eine gelungene Handlung serviert.
 
 
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Mit Gabriel Carrer und Reese Eveneshen besitzt der Film gleich zwei Regisseure, die schon einige Erfahrung sammeln konnten und hier wunderbar zusammenarbeiten. Es gibt ein paar herrlich stylishe Bilder zu sehen, die von dem elektronischen Soundtrack ideal ergänzt werden. Die Lautsprecher sollte man jedenfalls schön aufdrehen, denn der Sound macht echt etwas her. Die handwerkliche Arbeit ist rundum gelungen. Zwar muss man es mögen, wenn es desöfteren Mal hektische Schnitte zu sehen gibt, aber bei „For the Sake of Vicious“ wirkt das gut genug gemacht, um nicht zu unübersichtlich zu werden. Daneben können sich auch die drei Hauptdarsteller sehen lassen. Lora Burke macht ihre Sache glaubwürdig und Nick Smyth mutiert hinterher zu einer Art John Wick, was er ebenfalls ordentlich verkauft. Auch das Spiel von Colin Paradine ist alles andere als schlecht. Dass sich das Treiben an Halloween abspielt, bekommt man zwar selten so richtig mit, aber diese Tatsache stellt das i-Tüpfelchen der Atmosphäre dar. Diese gibt sich völlig humorfrei und ist enorm düster, was dem Spaß allerdings keinen Abbruch tut.
 
 
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Dabei hält sich die erste Hälfte noch ziemlich zurück. Hier kann man schon fast von einer Art Kammerspiel reden. Dass es nicht langweilig wird, liegt daran, dass man die Charaktere noch nicht richtig durchschauen kann und nicht weiß, auf wessen Seite man eigentlich sein soll. Ziemlich genau zur Halbzeit wechselt das Geschehen dann zum blutigen Home-Invasion-Thriller und bietet fast Nonstop-Action, die reichlich brutal ausgefallen ist. Da wird ein Hammer ins Auge gerammt, Messer kommen oft zum Einsatz und Schädel werden regelrecht zertrümmert. Die Gewalt tut manchmal schon richtig weh und dass die Effekte nebenbei von Hand gemacht sind, wird den Gorehound ebenfalls erfreuen. Bei einer Laufzeit von gerade mal 80 Minuten (mit Abspann) kann sich „For the Sake of Vicious“ das hohe Tempo hinterher durchaus leisten und der Film ist wirklich sehr kurzweilig. Da nebenbei genügend Action und Spannung vorhanden sind, verfliegt diese Laufzeit sehr schnell.
 
 
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FOR THE SAKE OF VICIOUS – Fazit

 
 
8 Punkte Final
 
 
„For the Sake of Vicious“ ist ein knüppelharter Home-Invasion-Thriller, der nichts für Zartbesaitete ist. Nach einer etwas ruhigeren, ersten Hälfte geht es reichlich brachial zur Sache. Die Story ist an sich nichts Besonderes, wird aber originell genug erzählt, um nicht zu langweilen und die handwerkliche Arbeit kann sich sehen lassen. Hinzu gesellen sich ordentliche Darstellerleistungen und der tolle Score rundet das Geschehen ideal ab. Lediglich auf Realismus sollte man keinen zu großen Wert legen. Spannend, kurzweilig und temporeich. Für Freunde der härteren Gangart absolut zu empfehlen!
 
 
 


 
 
 

FOR THE SAKE OF VICIOUS – Zensur

 
 
 
„For the Sake of Vicious“ ist brutal! Hier wird ein Hammer ins Auge gestoßen, Schädel werden zertrümmert und das Messer darf sich austoben. Zudem kommt der Film mit sehr ernster Atmosphäre daher. Fraglich, ob es der Home-Invasion-Schocker überhaupt in Deutschland unbeschadet durch die FSK schaffen wird.
 
 
 


 
 
 

FOR THE SAKE OF VICIOUS – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Raven Banner Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Motorrad – The Last Ride (2017)
 
Hate Crime (2013)
 
Kidnapped (2010)
 
Trauma – Das Böse verlangt Loyalität (2017)
 
Deadly Home (2015)
 
The Blood Lands – Grenzenlose Furcht (2014)