Filmkritik: „Where the Devil Dwells“ (2014)

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WHERE THE DEVIL DWELLS

Story

 
 
 
Der psychisch kranke Sohn (WALTER PEÑA) eines getöteten Serienmörders wird aus der Anstalt entlassen und darf einem geregelten Leben in den eigenen vier Wänden nachgehen – unter strenger Aufsicht und hohen Sicherheitsauflagen versteht sich. Leider passieren dort bald seltsame Dinge.

 
 
 


 
 
 

WHERE THE DEVIL DWELLS – Kritik

 
 
 
Was hätte das bloß für psychische Auswirkungen auf den Nachwuchs, wenn sich herausstellen würde, dass die Eltern unberechenbare Serienmörder wären und ahnungslose Menschen im Namen Satans abgeschlachtet hätten? Wenn es nach Regisseur MARC-ANDRE SAMSON geht, dann nähmen die finsteren Machenschaften der Eltern maßgeblichen Einfluss auf die psychologische Entwicklung und das Leben der Kinder, die im Erwachsenenalter erhebliche Schwierigkeiten bekommen, sich ohne Weiteres in die Gesellschaft einzugliedern. Just diese These bildetet das Fundament des Psychothrillers WHERE THE DEVIL DWELLS. Der wurde mit einem schmalen Budget von 50.000 US-Dollar gedreht und zeigt mal wieder, dass sich Horror nicht nur durch Mordszenen und Publikums-Erschrecken definiert. MARC-ANDRE SAMSON ist eigentlich bekannt für visuelle Effekte teurer Hollywoodproduktionen wie CABIN IN THE WOODS oder I AM LEGEND. Neuerdings dreht er aber auch selbst Filme – mit bedeutend weniger Budget. Dass das nicht zwangsläufig Schlechtes bedeuten muss, haben schon viele Indie-Produktionen gezeigt. Was zählt sind Ideen und Improvisationstalent. Über beides verfügt WHERE THE DEVIL DWELLS reichlich.
 
 
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In WHERE THE DEVIL DWELLS muss sich Protagonist Lenard Vasquez der Vergangenheit stellen. Er ist der Sohn des verstorbenen Serienkillers Oren „The Butcher“ Vasquez (DAVID O’HARA) und leidet an paranoider Schizophrenie. Nachdem er einen Mann fälschlicherweise als Satanisten bezichtigt und ihn körperlich angreift, wandert er in die Psychiatrie. Nach einiger Zeit wird er entlassen und soll die Reststrafe als Hausarrest in der eigenen Wohnung absitzen. Hierfür wird ihm vom diabolischen Sheriff Don Miller (SCOTT ANTHONY LEET) ein Sensor ans Bein geheftet, der es ihm verbietet, das Grundstück zu verlassen. Doch die Freude über die milde Haftstrafe währt nicht von langer Dauer. Satanistische Symbole pflastern bald den Eingangsbereich des Hauses und geopferte Tiere liegen vor der Tier. Zudem passieren allerhand schaurige Dinge, die sich Lenard nicht erklären kann. Spukt es im Haus oder ist hier jemand zu makabren Scherzen aufgelegt? Die seltsamen Ereignisse verunsichern den psychisch gebeutelten Helden zutiefst. Zunehmend fragt er sich, ob die Streiche nur seinem kranken Geist erscheinen oder tatsächlich passieren. Der Zuschauer wird’s erfahren.
 
 
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Was harmlos beginnt, wird immer verwirrender. Das ist Kern dieses psychologischen Horrorstücks, das sich dank gelegter Fährten und geschickt platzierter Anhaltspunkte ziemlich gekonnt in Manipulation übt. So verschwimmen schon bald die Grenzen von Fiktion und Realität. Üble Scherze, ist der Vater von den Toten auferstanden oder sind die Geschehnisse Manifestation eines kranken Kopfes? Die Antwort wird von Regisseur MARC-ANDRE SAMSON gut gehütet, der erst nach und nach lüftet, was er sich da im Drehbuch clever zusammengekritzelt hat. Das hält den Spannungsbogen konstant und fesselt einen vorm Bildschirm, zumal sein Macher das Verwirrspiel mit allerhand Wendungen und Twists gespickt hat, die sich gegen Ende sogar den Rang ablaufen. Bleibt zu erwähnen, dass man sich vom eher gemächlichen Einstieg nicht abschrecken lassen sollte. Gewinnt WHERE THE DEVIL DWELLS an Fahrt, ist er nicht mehr zu bremsen. Ein gutes Beispiel dafür, dass man auch mit kleinem Geld, interessante Horrorfilme drehen kann. Mehr davon!
 
 
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WHERE THE DEVIL DWELLS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Kleines Budget, aber oho. Raffiniertes Psychospiel mit fiesen Wendungen und tatsächlich überraschender Auflösung. Man sollte sich nicht von den gemächlich erzählten ersten dreißig Minuten dieser gemeinen Charakterstudie abschrecken lassen. WHERE THE DEVIL DWELLS hat einige Asse im Ärmel. Im Film ist Figur Lenard Vasquez in einer Art eigenem Fegefeuer gefangen und wird jeden Tag aufs Neue daran erinnert, was für ein Monster der Vater doch war. Der war einer der bösartigsten Serienkiller des Landes und mit dem Satan im Bunde. Psychisch hat das Spuren beim Sohnemann hinterlassen, der nun mit Medikamenten versucht, das missratene Leben wieder in den Griff zu bekommen. Leider neigen die sich die Pillen bald dem Ende, was für allerhand Verwirrung bei Zuschauer und Filmheld sorgen wird. WHERE THE DEVIL DWELLS ist ein taktisch gut durchdachtes Verwirrspiel, das seine Trümpfe in den letzten zwanzig Minuten ausspielt. Dort überschlagen sich die Ereignisse und es kommt zum blutigen Showdown. Regisseur MARC-ANDRE SAMSON spielt hier ein makabres Psychospiel und überzeugt auf ganzer Linie. Da will man sich nicht vorstellen, was aus WHERE THE DEVIL DWELLS geworden wäre, wenn millionenschweres Budget zur Verfügung gestanden hätte und die Hauptrolle von Hollywoods A-Prominenz besetzt gewesen wäre. Vielleicht krallt sich die Traumfabrik die Remakerechte. Macher MARC-ANDRE SAMSON könnte da sicherlich vermitteln. Der war nämlich in der Abteilung „Visuelle Effekte“ an manchem Hollywood-Blockbuster beteiligt.
 
 
 


 
 
 

WHERE THE DEVIL DWELLS – Zensur

 
 
 
WHERE THE DEVIL DWELLS beginnt eigentlich recht harmlos. Erst im Finale geht es kräftig zur Sache. Da werden Hälse aufgeschnitten und von Schusswaffen Gebrauch gemacht. Mit viel Glück gibt es eine FSK16. Eine Erwachsenenfreigabe wäre aber realistischer.
 
 
 


 
 
 

WHERE THE DEVIL DWELLS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei Midnight Releasing)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Darling (2015)
 
Enter the Dangerous Mind (2013)
 
Hemorrhage (2012)
 
Simon Killer (2012)
 
Magic Magic (2013)
 
The Babadook (2014)
 

Filmkritik: „Dark Summer“ (2015)

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DARK SUMMER

Story

 
 
 
Ein finsterer Sommer für Daniel (Keir Gilchrist). Er hat nämlich Hausarrest bekommen und darf sich in den eigenen vier Wänden mit den lästigen Annäherungsversuchen eines Geistes auseinandersetzen.

 
 
 


 
 
 

DARK SUMMER – Kritik

 
 
 
Fünf Jahre hat es gedauert bis sich Regisseur PAUL SOLET dazu durchringen konnte, an einem weiteren Streifen zu tüfteln. Nach dem durchaus passablen Horror-Drama GRACE (2009), das auf internationalen Filmfestivals diverse Nominierungen und Preise abstauben konnte, kehrt SOLET erneut ins Horrorfach zurück und widmet sich jener Gattung Film, die seit THE RING, CONJURING und PARANORMAL ACTIVITY im Kino immer wieder gern gesehen wird: Geister-Horror. Leider scheint sich das Spuk- und Gespenster-Genre in letzter Zeit einem atmosphärischen Wandel unterzogen zu haben, denn gruselig sind nur noch die wenigsten dieser Filme. Stattdessen sind die ewig gleichen Geschichten zu sehen, in denen die ständig gleichen Dinge passieren. SOLET handhabt das nicht anders. Sein DARK SUMMER orientiert sich am Einmaleins für Geisterfilme und klappert verhältnismäßig lustlos all jene Klischees und Schreckmomente ab, die man in nahezu jedem Gruselfilm zu sehen bekommt. Ob plötzlich hinter dem Rücken auftauchendes Geisterwesen oder Seancen, die zu nichts Gutem führen; viele der hier implementierten Schauerzutaten sind vorhersehbar und strotzen nicht sonderlich vor Einfallsreichtum.
 
 
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KEIR GILCHRIST spielt im Horrorfilm DARK SUMMER einen Schüler, der ähnlich wie im Psycho-Thriller DISTURBIA unter Hausarrest gesetzt wird. Er hat unerlaubt die Social-Media-Daten seiner Mitschülerin Mona Wilson gehackt und wurde – was für ein Zufall – beim Ausspionieren und Cyber-Stalking erwischt. Um aus Fehlern eine Lehre zu ziehen, bekommt Daniel einen Alarmsender ums Fußgelenk gebunden und darf sich fortan nur noch im Haus der Mutter aufhalten – freilich ohne Skype, Twitter und Internet. Für den computerinteressierten Teenager eine harte Strafe. Doch die besten Freunde Abby (STELLA MAEVE) and Kevin (MAESTRO HARRELL) finden eine Lösung. Sie legen eine geheime Internetleitung zum Rechner des 17-jährigen, damit der sich auch weiterhin bedenkenlos durchs Netz bewegen und der heimlichen Flamme Mona nachspionieren kann. Doch leider ist die anfänglich Freunde über Kontakt mit der „Außenwelt“ nicht von langer Dauer. Er erhält von Mona eine geheimnisvolle E-Mail in deren Anhang sich das Video ihres Selbstmords befindet. Doch mit dem schockierenden Filmdokument fangen die Probleme erst an. Bald schon fühlt Daniel die Anwesenheit einer mysteriösen Präsenz. Die verfolgt ihn bis in die Träume und führt nichts Gutes im Schilde.
 
 
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Kennst du den Trailer, kennst du den Film. Nicht das erste Mal warnen wir von FILMCHECKER davor, sich den Kinospot zum Grusel-Indie anzuschauen, denn die dort zusammengeschnippelten Szenen zeigen den ohnehin schon knappen Mystery-Thriller als Kurzfilmvariante. Regisseur PAUL SOLET lässt das Geschehen seines Zweitwerks nur schleppend vorankommen. Vermutlich wäre der Film bei regulärem Erzähltempo bereits nach 30 Minuten zu Ende gewesen wäre, so dass die Geschwindigkeit künstlich gedrosselt werden musste. In DARK SUMMER flimmert alles etwas langsamer über den Bildschirm als in Filmen ähnlichen Kalibers. Im Unterschied zu anderen Geister-Gruslern passiert jedoch über weite Strecken nichts, was nicht nur Sitzfleisch sondern auch Geduld voraussetzt. Hier ein paar Schatten, da unheimliche Stimmen – SOLET macht es subtil und zögert hinaus, obwohl ohnehin offensichtlich sein dürfte, wohin die Reise führen wird.
 
 
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Wenn Geister zu Stalker werden und verwirrende Liebeskonstellationen das Hirn vernebeln. DARK SUMMER wirft die Frage auf, wer hier eigentlich von wem besessen ist, denn natürlich passieren die mysteriösen Vorfälle im Film nicht ohne Grund. Leider kommt SOLET mit seinen Spukerei reichlich spät auf den Punkt, denn DARK SUMMER vergeudet zu viel Zeit mit dem Abhandeln vorhersehbarer Gruselszenen, dass die Dynamik der Geschichte aus den Augen verloren wird. Die Geschehnisse kriechen förmlich von Höhepunkt zu Höhepunkt und es wird auf Zwang versucht das zu vertuschen, was jeder längst ahnt: Geist Mona liebt Daniel und Teenager Daniel liebt Mona. Dass beide die Annäherungsversuche des jeweils Anderen falsch interpretieren, gehört zu den wenigen makaberen Gedankenblitzen, die den zähen DARK SUMMER am Ende dann doch vor dem Untergang retten können – auch wenn unschlüssig bleibt, was uns der Macher mit seinem Horrorwerk eigentlich mitteilen möchte. Will DARK SUMMER vor den Gefahren und Möglichkeiten des Internets warnen oder handelt es sich hier schlichtweg um eine Liebesgeschichte voller Missverständnisse, die dem Zuschauer mit abgedroschenen Schreckmomenten Lebenszeit rauben möchte. Wer DARK SUMMER gesehen hat, wird verstehen, was gemeint ist.
 
 
 


 
 
 

DARK SUMMER – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
DISTURBIA meets THE RING. Subtiler Gruselstreifen mit makaberem Schlussgag und für Indie-Verhältnisse versierter Machart. DARK SUMMER schaut in Anbetracht des Budget ganz vernünftig aus und hat glaubhafte Schauspieler am Start. Leider hat GRACE-Regisseur PAUL SOLET einen derart langsamen Film gebastelt, dass man vor der Sichtung ausgeschlafen sein sollte, um der nicht sonderlich spektakulären Geistergeschichte folgen zu können. Zu sehen gibt es mittlerweile gängiges Spukeinmaleins, das zudem um Okkultismus ergänzt wurde. Innovativ ist das nicht und gute Gedankenblitze sucht man vergebens. Wer nur ab und an Geisterfilme schaut, dürfte sich gut unterhalten fühlen. Alte Horrorhasen dagegen drücken nach 10 Minuten bereits die Vorspultaste, schließlich hat man das hier Gezeigte schon unzählige Male gesehen. Bei solch ereignislosem und behäbigem Spuk stellt sich die Frage: Schaust Du noch oder schläfst Du schon?
 
 


 
 
 

DARK SUMMER – Zensur

 
 
 
DARK SUMMER ist subtiler Geister-Horror ohne großes Blutvergießen. Ein Gegenstand wird in eine Hand getrieben und ein paar selsame Male verzieren die Haut des Protagonisten. Zudem gibt es ein abgesägtes Bein zu sehen. Für FSK16 genügt das.
 
 
 


 
 
 

DARK SUMMER – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sadako 3D – Ring Originals (2012)
 
The Caller – Anrufe aus der Vergangenheit (2011)