Filmkritik: „The Forgotten“ (2014)

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THE FORGOTTEN

Story

 
 
 

In britischen Sozialwohnungen passieren seltsame Dinge. Dem 14jährigen Tommy bereiten unheimliche Geräusche aus der Nachbarswohnung Angst. Der will in THE FORGOTTEN herausfinden, ob das Gepolter rational erklärbare Ursprünge besitzt oder ob da vielleicht doch höhere Mächte am Werk sind.

 
 
 


 
 
 

THE FORGOTTEN – Kritik

 
 
 
Es müssen nicht immer düstere Friedhöfe, alte Burgen oder englische Herrenhäuser sein, in denen Kreaturen aus dem Jenseits Unruhe stiften. Auch in den Ghettos britischer Großstädte fühlen sich Geister neuerdings heimisch und treiben Besetzer verlassener Sozialwohnungen in den Wahnsinn. Erfahrene Zuschauer wissen natürlich, dass Spuk in den meisten Fällen nicht grundlos stattfindet. Meist wollen Geister den Lebenden Botschaften überbringen oder den eigenen verfrühten Tod rächen, der durch die Hand skrupelloser Zeitgenossen herbeigeführt wurde. In den meisten Fällen löst das unerwartete Kettenreaktionen aus. Ob das auch in THE FORGOTTEN der Fall ist? Hinter dem sensibel orchestrierten Gruselstreifen stecken zwei, die zumindest in England nicht unbekannt sind. OLIVER FRAMTON und JAMES HALL zeichneten für Arbeiten an der langjährigen Polizeiserie THE BILL verantwortlich, die zwischen 1984–2010 eine feste Größe im britischen TV war und unter dem Titel DIE WACHE sogar für Deutschland adaptiert wurde. Für die britische Version steuerten die beiden Autoren Geschichten bei, die dann regelmäßig über die Mattscheibe flimmerten. Mit THE FORGOTTEN hat man zusammen an etwas Eigenem gearbeitet – fernab von Trivialität und Massengeschmack. Ein riskanter Versuch, der sich sehen lassen kann. Über einige wenige Logiklücken sieht man da gern hinweg.
 
 
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Teenager Tommy hat es nicht leicht. Seine Eltern leben getrennt und der Junge hat keine Freunde, weshalb er sich zurückzieht und Bilder malt. Als die Mutter einen Nervenzusammenbruch erleidet, soll der Jugendliche beim Vater wohnen. Der entpuppt sich als Hausbesetzer und plündert abrissreife Gebäude, um sich mit dem Verkauf von Kupferrohren über Wasser halten zu können. Leider ist der Vormund kein unbeschriebenes Blatt, was den Jungen stutzig macht, weil der Vater eigenartiges Verhalten an den Tag legt. Als der von Zuhältern zusammengeschlagen wird und im Krankenhaus landet, ist Tommy auf sich allein gestellt. Nun ist guter Rat teuer. Im neuen Zuhause scheint es nicht mit rechten Dingen zuzugehen. Seltsames Poltern ist im Apartment nebenan zu hören. Leider wohnt dort schon seit Jahren niemand mehr. Das verursacht natürlich Unbehagen. Doch das Leben schlägt manchmal sonderbare Wege ein. Beim Zeichnen auf einer Parkbank lernt er die geheimnisvolle Carmen kennen. Schnell entsteht zwischen den Jugendlichen eine innige Freundschaft, die keine Grenzen kennt. Zusammen versucht man das Geheimnis der unheimlichen Geräusche zu ergründen, die Tommy Nacht für Nacht den Schlaf rauben. Leider ist die Auflösung alles andere als erbaulich.
 
 
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Grusel mit Anspruch. THE FORGOTTEN setzt Köpfchen voraus, was aufgrund der hohen Anzahl an trivial gedrehter Spuk- und Geisterfilme der letzten Jahre schon als Glanzleistung betitelt werden kann. Viele davon machen nämlich das Hirn des Zuschauers zu Brei, wenn mit schlechten Geschichten versucht wird, Unterhaltung vorzugaukeln. Im Grunde besteht das Ergebnis dann aber doch nur aus einer Aneinanderreihung von Klischees. Der englische Regisseur OLIVER FRAMTON macht da einiges anders. Hinter dem Schauerdebüt von der Insel verbirgt sich nämlich ein berührender und zugleich deprimierend-trauriger Geisterfilm, der vor allem durch hervorragend besetzte Jungdarsteller überzeugen kann. Wie im schwedischen SO FINSTER DIE NACHT entsteht hier eine Freundschaft zwischen zwei Jugendlichen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Während der 14jährige Tommy (CLEM TIBBER) als Einzelgänger durchs Leben geht und zurückgezogen in einer ganz eigenen Welt lebt, verschanzt sich die unnahbare Carmen (ELARIA JOHNSON aus AFTERDEATH) hinter dicken Mauern und lässt kaum Schwäche zu. Trotz ihrer Gegensätze erkennen die pubertierenden Protagonisten schnell, dass sie mehr Gemeinsamkeiten besitzen als anfangs vermutet. So machen sich die beiden auf, ein Rätsel zu lösen, das den Zuschauer durch seine unbefriedigende und unerwartete Auflösung leider vor dem Kopf stößt, den Zuschauer aber gleichzeitig da packt, wo es weh tut. Kino kann manchmal ein richtiges Arschloch sein.
 
 
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THE FORGOTTEN ist nichts für Arthouse-Hasser. Dieser Genrestreifen gehört zu jener Gattung Film, die man eigentlich gern im Programmkino sehen würde. Statt plakative Grusel- und Schockeffekte abzuhandeln, waren Drehbuchautor JAMES HALL die Hauptdarsteller wichtig. Demzufolge liegt der Fokus mehr auf Charakterentwicklung und Drama, statt auf Spuk und Erschrecken. Weil es der Film ruhig angeht und so Unheil gemächlich aufgebaut wird, ist THE FORGOTTEN garantiert kein Film für Gegner des langsamen Erzählens. Die sollten besser nach kommerziellem Spukkino Ausschau halten. Der nächste Blödsinn aus Hollywood lässt mit Sicherheit nicht lange auf sich warten. Da sind wir uns sicher.
 
 


 
 
 

THE FORGOTTEN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Authentisch gespieltes Schauerstück vor ungewöhnlicher Gruselkulisse. THE FORGOTTEN beweist, dass es nicht nur in alten Herrenhäusern oder modrigen Kellergewölben spuken kann. Auch in heruntergekommenen Neubaublöcken Großbritanniens finden es Geister gemütlich. Triste Wohnviertel in sozialen Brennpunkten laden ein zu Spuk auf hohem Niveau. THE FORGOTTEN ist keiner dieser konventionell zusammengekleisterten Gruselfilme. Hier nimmt man sich Zeit für Charakter und Emotionen, so dass Spuk und Budenzauber beinahe zu kurz kommen. Ein gute Entscheidung: THE FORGOTTEN berührt – vor allem wegen der Antihelden, die von talentierten Jungdarstellern verkörpert werden. Mehr Drama statt Horror steht auf dem Programm, was den Beitrag aus der Masse hervorstechen lässt. Wer mit dem schwedischen SO FINSTER DIE NACHT was anfangen konnte, wird sich hier gut aufgehoben fühlen. THE FORGOTTEN ist nämlich mehr oder weniger vom gleichen Kaliber. Ungewöhnlich, ergreifend und sehenswert.
 
 
 


 
 
 

THE FORGOTTEN – Zensur

 
 
 
In THE FORGOTTEN gibt es weder Gewalt noch Blut zu sehen. Hierbei handelt es sich um ein Gruseldrama, das eher von seiner unheilvollen Stimmung lebt, als die Geschehnisse in Blut zu ertränken. Weil es doch hin und wieder etwas unheimlich wird, bekommt der Streifen in Deutschland vermutliche eine FSK16. Insofern sich überhaupt ein Label finden lässt, das den Film hierzulande veröffentlichen möchte. THE FORGOTTEN ist nämlich sehr speziell und richtet sich eher an ein Arthaus-erprobtes Publikum. Übrigens: das Filmplakat ist vollkommen irreführend. Hier wird reißerischer Geisterspuk vorgegaukelt. Der Film ist aber ein ganz anderes Kaliber.
 
 
 


 
 
 

THE FORGOTTEN – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
So finster die Nacht (2008)
 
Let Me In (2010)
 
Citadel – Wo das Böse wohnt (2012)
 

Filmreview: „Home Invasion – 4Closed“ (2013)

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HOME INVASION – DIESES HAUS GEHÖRT MIR

Story

 
 
 
Die neuen Besitzer eines traumhaften Anwesens werden vom ehemaligen Eigentümer bedroht, beobachtet und gegeneinander ausgespielt. Der will nämlich sein Elternhaus zurück. Koste es was es wolle …
 
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Kritik

 
 
 
Es gibt Filmemacher, die produzieren am laufenden Band Dreck und wollen partout nicht begreifen, dass sie mit ihren hölzernen Machwerken dem Zuschauer eher den Nerv rauben, statt ihn grausig zu unterhalten. Dann gibt es noch nervigere Filmstudios aus Übersee, die jene Regisseure und ihre haarsträubenden Visionen auch noch finanziell unterstützen und die fertigen Produktionen für teuer Geld auf den Videomarkt schmeißen. Zu einer dieser zweifelhaften Filmschmieden gehört die Trashwerkstatt THE ASYLUM, die sich seit jeher der Aufgabe angenommen hat, cineastischen Stuhlgang in Gold zu verwandeln. Lang wurde das Produktionshaus belächelt, belehrte aber internationale Filmfans und Kritiker stets eines Besseren. Verkauft wurde der hervorgebrachte Abfall reichlich, so dass die lukrative Produktionsmaschinerie richtig angekurbelt und der Handel von einer regelrechten Plage an ASYLUM-Produktionen überschwemmt werden konnte. 2013 feierte man mit dem Tierhorror SHARKNADO endlich den Erfolg, nach dem sich die Macher vermutlich seit Firmengründung 1997 gesehnt haben. Der vollkommen abstruse Haifisch-Trash wurde so einem hochgelobten Überraschungserfolg, wobei man mit Sicherheit nicht zwingend nach dem Grund suchen sollte, hebt sich SHARKNADO nicht wesentlich von den übrigen dummen Streifen des Hauses ab. Immerhin muss man trotz aller Vorbehalte sagen, dass sich im Vergleich zu früheren ASYLUM-Streifen, wie KRIEG DER WELTEN 3 (2005) oder TRANSMORPHERS (2007) viel getan hat. Ganz so mies wie einige vergangene Werke sind die aktuellen Filme leider nicht mehr, zumal die Macher längst nicht mehr nur darauf versteift sind, unbrauchbare Duplikate erfolgreicher Blockbuster zu drehen. Viele neuere Produktionen überzeugen durch einen erstaunlich hohen technischen Standard, wobei es THE ASYLUM im Jahre 2013 sogar geschafft hat, ernstzunehmenden Genrestoff in die Heimkinos zu bringen. Zu einem jener Beiträge gehört zweifelsohne HOME INVASION – ein Thriller, der sich mal wieder mit der Tatsache brüstet, auf tatsächlichen Gegebenheiten zu beruhen. Ob das wirklich stimmt, dürfte auch im Falle von HOME INVASION nie ergründet werden.
 
HOME INVASION (im Original übrigens als 4CLOSED betitelt, was so viel heißt wie „zwangsvollstreckt“) handelt von einer kleinen Familie, die sich in ein adrettes Haus irgendwo am Rande der Stadt verliebt hat. Daddy Jake Turner (JAMES DENTON) hatte in letzter Zeit so seine Problemchen mit dem Alkohol, bekam aber gerade noch so einmal die Kurve – der Familienfrieden blieb gewahrt. Lange währt die Idylle jedoch nicht, denn der ehemalige Hausbesitzer ist mit der Zwangsvollstreckung und dem Neubezug des elterlichen Anwesens gar nicht einverstanden. Er vermiest den neuen Eigentümern die Freude am neuen Heim, wird aber wenig später von der Polizei unter Knastandrohung des Ortes verwiesen. Das scheint dem etwas verwirrten Zeitgenossen jedoch nicht davon abzuhalten, schärfere Geschütze aufzufahren. Er verschanzt sich in einem geheimen Bunker innerhalb des Hauses und beginnt die Familie via Überwachungskamera auszuspionieren. Schnell sind erste Intrigen gesponnen und die Familienmitglieder gegeneinander aufgehetzt. Die Ehe scheint kurz vor dem Aus, da begeht der Eindringling einen folgenschweren Fehler.
 
Es geht endlich nach oben im ASYLUM. Zwar handelt es sich bei HOME INVASION um einen fürs amerikanische Fernsehen produzierten Film (TV-Alternativtitel: FORECLOSED). Dennoch muss man an dieser Stelle mal erwähnen, dass das Ding bei weitem besser ist, als der gesamte Schund, den die Verantwortlichen der C-Movie-Fabrik in den letzten Jahren auf Zelluloid gebannt haben. Diesmal bekommen wir sogar richtige Schauspieler vor die Linse, die dazu sogar wissen wie sie glaubhaft vor der Kamera agieren müssen. Allen voran JAMIE KENNEDY, der zuletzt als Horrornerd Randy Meeks in SCREAM brillierte und die Regeln des Slasherfilms zusammengefasst hat. Während er dort noch auf der Seite der Guten war und leider Gottes viel zu früh das Zeitliche segnen musste, hat er für HOME INVASION die Fronten gewechselt und glänzt mit einer für TV-Verhältnisse erstaunlich guten Performance. Für den eher seichten Fernsehthriller übernahm er kurzum die Rolle des psychopathischen Hausbesetzers und macht das eher unscheinbare Filmchen so zur halbwegs annehmbaren Suspense-Unterhaltung. Viel zu erwarten hat der Zuschauer jedoch nicht, denn das Drehbuch strotzt nur so vor Ungereimtheiten und will nicht so recht in die Gänge kommen. Die Geschehnisse plätschern genüsslich vor sich hin und der fast schon gezwungen zurückhaltende Härtegrad lässt schnell erahnen, dass man hier zugunsten des TV-Ausstrahlung etwas jugendkonformer vorgehen musste. So werden allzu neugierige Protagonisten von Haustyrann Forest Hayes mittels Elektroschocker bei Seite geschafft, verschwinden aber auf unerklärliche Weise von der Bildoberfläche und werden nie wieder gesehen. Die Logiklöcher sind in HOME INVASION allgegenwärtig. So wirken die Aktionen des Bösewichts wenig schlüssig. Anfänglich darauf bedacht, das elterliche Heim für sich zurückzugewinnen, scheint er gegen Ende das Interesse am Haus zugunsten seiner unbefriedigten Rachegelüste verloren zu haben und sprengt die hübsche Hütte samt Vorgarten in die Luft. Wirklich plausibel ist das nicht gerade und bekräftigen einmal mehr, dass bei ASYLUM noch etwas am Feinschliff der Drehbücher gearbeitet werden muss. Die neue Richtung zumindest stimmt schon einmal, auch wenn man mit Haus-Regisseur NICK LYON zwar einen im Horror erprobten Filmemacher am Start hat (ZOMBIE APOCALYPSE, RISE OF THE ZOMBIES, SPECIES IV), der aber bisher nur schlimmsten Low-Budget-Mist verbrochen und sich in seinem Schaffen bisher nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat. Bleibt abzuwarten was demnächst von THE ASYLUM kommen wird – es kann nur besser werden.
 
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Im Verlgeich zu den übrigen Werken von ASYLUM der bisher vielleicht beste Streifen aus der Trash-Filmwerkstatt, auch wenn noch enorm Potenzial nach oben vorhanden ist. Solider Psychothriller mit hervorragender Besetzung und leichtem Thrill. Mit der Logik hapert´s zwar des Öfteren; Fans der Trashschmiede dürfte das aber mit Sicherheit nicht weiter stören.
 
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Zensur

 
 
 
Blut oder gemeine Gewalt gibt´s in HOME INVASION rein gar nicht zu sehen. Das meiste wird nur angedeutet; hin und wieder kommt ein Elektroschocker zum Einatz. HOME INVASION sieht man seine TV-Herkunft an. Grausam wird es hier rein gar nicht, so dass er in Deutschland bedenkenlos für bereits 16-jährige freigegeben wurde.
 
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Best Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: 4Closed; USA 2013

Genre: Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray ohne Wendecover

Extras: Originaltrailer, Making Of, Gag Reel, Trailershowr, ASYLUM-Bonusfilm in HD: KÖNIG EINER VERGESSENEN WELT (2005)

Release-Termin: 28.02.2014

 
 
 

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HOME INVASION – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rosewood Lane (2011)

Das Kindermädchen (1990)

Filmreview: „Spiderhole“ (2009)

 

Unglückliche Hausbesetzer-Karriere: nachdem Molly und ihre Freunde sich’s in einem runtergekommenen Haus gemütlich gemacht haben und vom mietfreiem Wohnen träumen, ahnen sie nicht, dass ihr Domizil bereits von einem älteren Herren bewohnt wird, der scheinbar nur auf die Anwesenheit der 4er Bande gewartet hat.

 

Nervenstarke Filmkenner aufgepasst:

Wenn es einen Preis für den „verheultesten“ Film und die wahrscheinlich größten „Angsthasen“ geben würde, dann würde „Spiderhole“ vermutlich den Hauptpreis gewinnen – für meinen Geschmack eindeutig zu viel „…Drama, Baby…“ und wirklich nur für Zuschauer mit enorm starken Nerven zu empfehlen!

Das wirklich furchtbare „Herumgeflenne“ der 4 Charaktere wäre vermutlich noch halbwegs ertragbar gewesen, würden sich die Protagonisten nach einigen Tränenergüssen endlich mal zusammenreißen und eine Lösung für ihre Misere finden. Nachdem die Freunde nach einigen anfänglichen genretypischen Sex- und Alkoholeskapaden plötzlich feststellen, dass es aus ihrem neu errichteten Domizil kein Entkommen gibt, weil sie jemand absichtlich eingeschlossen hat, geht der „Tränenterror“ los.

Anstatt erst einmal die noch begehbaren Räumlichkeiten nach Hinweisen abzugrasen, wird stattdessen geweint, geflucht und geschrieen. Als Zuschauer möchte man allzu gern in den Fernseher fassen und wirklich allen Beteiligten eine recht und links ballern, in der Hoffnung, das endlich die Vernunft wieder eintritt, zumal das Geschehen sich innerhalb von nur wenigen Stunden abspielt und ich nicht verstehen kann, wie man nach nur weniger Filmminuten sich so gänzlich aufgeben kann.

Wer sich diesen schier unglaublich nervigen Terror ersparen möchte, darf natürlich gern zur Fernbedienung greifen und bis zur 50. Filmminute spulen. Erst dann wird es für den gierigen Horrornerd mehr oder weniger interessant, ohne jedoch wesentlich wichtige Filmstränge verpasst zu haben.

Als einer der Protagonisten plötzlich durch ein Loch in der Wand, hinter einem Schrank versteckt, aus der kuscheligen Behausung gezerrt wird, werden nun endlich auch der Rest der Bande mutiger und folgt der Spur durch das Loch. Wer aber denkt, dass das Weinen ein Ende hat, der irrt.

Neben einigen recht dummen, aber intensiven Folter- und Operationsaktionen (der scheinbar arg in die Tage gekommene Psychopath „schnibbelt“ u.a. ein Auge heraus – den Sinn dahinter habe ich leider nicht verstanden)  bietet  „Spiderhole“ ab der 2. Filmhälfte kaum wirklich nennenswerten Schauwert, um halbwegs überzeugen zu können. An Logik hapert es an jeder Ecke, an Dummheit an jeder Kante.

Einzig positiv hervorzuheben ist der recht düstere Grundton zum Ende des Filmes hin, der ein wenig an das Remake zu „The Texas Chainsaw Massacre“ erinnert, sowie einige wirklich sehr stimmungsvolle und effektiv eingesetzte Kamerafahrten- und Einstellungen.

Recht hektisch und „unfertig“ fällt auch das Filmende aus. Unzählige Fragen, vor allem nach dem überraschend-ausgefallenen Storytwist, bleiben unbeantwortet und stehen offen im Raum – Unglaublich hohl.

Warum es im übrigen Protagonisten im Endkampf mit den Superbösewicht nie schaffen, den Killer zur Vorsicht zu köpfen, zu pfählen oder noch 10 mal mit einer Waffe in den Kopf zu ballern, entzieht sich mir immer wieder jeglicher Logik.

Stattdessen wird sein Morden oftmals mit „nur“ seichtem K.O. schlagen bestraft, worauf sich der Killer Minuten später purtzmunter von seinem Tiefschlaf erholt und sein blutgieriges Morden fortsetzt.

„Spiderhole“ macht da auch keine Ausnahme, macht das Geschehen dadurch noch unglaubwürdiger, da es sich bei besagtem Killer um einen Rentner handelt.

 

 

Fazit  4,5/10

 

Zäher Bullshit, mit überaus nervigen Darstellern. Wer ein Faible für seichte Folter-Filme hat, darf gern einen Blick riskieren. Der Rest vergeudet seine kostbare Zeit an diesem recht undurchdachten Quark.

(FSK Prognose: vermutlich Keine Jugendfreigabe)

Hellraiser80