Filmkritik: „Hayride – Das Massaker“ (2012)

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HAYRIDE – DAS MASSAKER

Story

 
 
 
Ein entflohener Serienkiller verbreitet in einem kleinen amerikanischen Ort Angst und Schrecken. Doch der tapfere Mittzwanziger Steven stellt sich der Killermaschine.

 
 
 


 
 
 

HAYRIDE – Kritik

 
 
 
Ein Hinterwäldler mit Motorsäge in der Hand, macht müde Horrorfans munter. Zumindest verspricht HAYRIDE ein blutiges Filmvergnügen zu werden, wenn man sich das Plakat zum Film betrachtet. Das erinnert an jenen Kultklassiker von TOBE HOOPER, der unter dem Titel TEXAS CHAINSAW MASSACRE besorgte Sittenwächter schlaflose Nächte bereitet hat. Leider ist es im Falle von HAYRIDE mal wieder so, dass das Cover der Heimkinofassung falsche Erwartungen schürt. Darauf wird nämlich vom deutschen Rechteinhaber verheißungsvoll mit einem Massaker geworben. Wer den Film gesehen hat, dürfte enttäuscht abwinken, denn statt versprochenem Blut- und Gewaltreigen, wird Langeweile geboten – und das nicht gerade wenig. In HAYRIDE will Student Steven zusammen mit Freundin Amanda die Verwandten in Süd-Alabama besuchen, um dort ausgelassen Halloween feiern zu können. Die Familie möchte für das beliebte Fest das traditionelle Hayride auf die Beine stellen – eine Art Geisterbahn im Freien mit schaurigen Attraktionen. Leider bereitet ein entflohener Serienkiller Probleme. Der hat nichts anderes im Sinn als die Bewohner des Ortes abzuschlachten. Doch dem mutigen Steven reicht es. Der zeigt der unaufhaltsamen Killermaschine, was eine Harke ist und weist den Mörder in seine Schranken.
 
 
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HAYRIDE ist kein guter Slasher und der Grund dafür schnell erläutert. Regisseur TERRON R. PARSONS ist nicht sonderlich daran interessiert den Zuschauer unterhalten zu wollen. Statt neue Ideen zu entwickeln, konfrontiert er das Publikum mit kaltem Kaffee und hakt die typischen Etappen gängiger Slasherfilme ab, die schon in Carpenters HALLOWEEN Programm waren. Das wird vor allem für jene zur Geduldsprobe, die schon dutzende der mittlerweile unzähligen Filme gesehen haben, in denen maskierte Killer möglichst kreativ ahnungslose Leute ermorden. Spannung kommt da natürlich zu keinem Moment auf, da HAYRIDE (Gesamtbudget: 60.000 US-Dollar) zusätzlich unter einer stümperhaften Inszenierung und unprofessionellen Schnitten zu leiden hat. Überraschenderweise hat der Film in Deutschland eine ganz annehmbare Synchronisation erhalten was verwundert, weil die meisten Low-Budget-Produktionen neueren Datums in der Regel mit Laiensprechern übersetzt werden. Das ist zwar löblich, macht HAYRIDE jedoch nicht besser, der sich über weite Strecken auf gehobenem Amateurniveau bewegt. Das austauschbare Machwerk vergrault selbst den größten Fan dieses Subgenres mit den wohl ödesten Morden der Sasher-Geschichte. Viele böse Szenen gibt es nämlich nicht zu sehen, da die meisten Kills ohnehin im Off geschehen und nur angedeutet werden. Kommt dann trotzdem mal eine Heugabel zum Einsatz, verwundert die behäbige Aura des Filmfieslings. Anders als die Kollegen JASON, FREDDY oder LEATHERFACE mangelt es dem Killer in HAYRIDE an Bösartigkeit. Der meuchelt sich mit einer Gelassenheit durch den Streifen, so dass seine Taten reichlich lapidar wirken. In der Summe sind genannte Mankos kein gutes Aushängeschild für einen Horror-Slasher. Umso mehr verwundert es, dass dem Horror-Indie drei Jahre später eine Fortsetzung spendiert wurde. Die spinnt zwar die Geschichte konsequent weiter, hat aber auch nichts Neues zu erzählen. Immerhin stimmt dort wenigstens Technik und Ausstattung. Vermutlich auch deshalb, weil mehr Geld zur Verfügung stand.
 
 
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HAYRIDE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
HAYRIDE ist ein langweiliger Slasher mit kaum nennenswertem Blutgehalt. Das auf dem Heimkinocover beworbene Massaker bleibt aus. Stattdessen gibt es einen behäbig agierenden Killer zu sehen, dem es irgendwie an Bösartigkeit mangelt. Demzufolge dürften selbst Fans von Slasher-Streifen reichlich enttäuscht werden, was wohl neben kaum vorhandenem Blutgehalt auch daran liegen mag, weil HAYRIDE nichts Neues zu erzählen hat. Der Film hält sich strickt an die für Slasher bekannten, vordiktierten Filmregeln. Hat man demnach schon mehrere dieser Filme gesehen, will wegen der Vorhersehbarkeit kaum Spannung aufkommen. Wer dennoch ins HAYRIDE-Universum eintauchen möchte, sollte besser die Fortsetzung sehen. Die ist zwar auch nicht das Gelbe vom Ei, kann dafür aber auf technischer Ebene überzeugen.
 
 
 


 
 
 

HAYRIDE – Zensur

 
 
 
Für einen Slasher hält sich HAYRIDE mit der deftigen Filmmomenten zurück. Das Morden hält sich in Grenzen. Wird es für die Gewaltfraktion dann doch einmal interessant, wird nur angedeutet oder im Off geschlachtet. Ein Kehlenschnitt wird angedeutet und die Spitzen einer Mistgabel bohren sich durch eine Hand. In Deutschland gab es dafür eine FSK16. Wegen der Trailershow auf der erhältlichen DVD/Blu-ray ist die Heimkinoveröffentlichung aber erst für Erwachsene geeignet.
 
 
 


 
 
 

HAYRIDE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures | Edel Germany GmbH

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hayride; USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Heimkinoveröffentlichung wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailershow, Originaltrailer

Release-Termin: 29.01.2016

 

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HAYRIDE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei MARITIM PICTURTES | EDEL GERMANY GMBH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Bates Haunting (2012)
 
Pinup Dolls on Ice (2013)
 
Lost After Dark (2015)
 

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Filmkritik: „Hayride 2“ (2015)

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HAYRIDE 2

Story

 
 
 
Halloween: ein maskierter Killer richtete ein grausames Blutbad in einem verschlafenen Städtchen an, konnte aber in letzter Minute von zwei Brüdern zur Strecke gebracht werden. Doch der Psychopath ist nicht tot. Bei seinem Abtransport in ein naheliegendes Krankenhaus kann er entkommen (Carpenters HALLOWEEN 2 lässt grüßen) und setzt sein blutiges Treiben fort, um mit jenen ein Huhn zu rupfen, die Stunden zuvor noch versucht haben dem Mörder das Handwerk zu legen.
 
 
 


 
 
 

HAYRIDE 2 – Kritik

 
 
 
Wie hätte sich das Slasher-Genre wohl entwickelt, wenn nicht wegweisende Klassiker wie FREITAG DER 13. und HALLOWEEN gewesen wären, die dem populären Teenager-in-Angst-Kino zum Erfolg verholfen haben. Vermutlich hätten wir dann solche Filme wie HAYRIDE 2 nie zu Gesicht bekommen, die fast schon zwanghaft jene vordiktierten Filmregeln abhaken, die einst CARPENTER und CUNNINGHAM auf Zelluloid festgehalten haben. Der Slasher ist auch weit über ein viertel Jahrhundert seit Bestehen nicht aus der Horrorlandschaft wegzudenken und bewegt immer wieder ambitionierte Nachwuchsregisseure zur Umsetzung möglichst ähnlicher Geschichten, die sich mittlerweile nur noch am unterschiedlichen Blutzoll voneinander unterscheiden.
 
 
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Mit HAYRIDE 2 ergänzt TERRON R. PARSON die lange Liste der immer wieder gleichen Filme, in denen Dinge passieren, für die man mittlerweile keine Inhaltsangabe mehr benötigt. Hier macht eine unaufhaltsame Killermaschine Jagd auf Menschen, die sich mit abwechslungsreichem Mordutensil durch Körper, Köpfe und Gedärm arbeitet. Bereits 2012 versuchte der damals noch unerfahrene PARSON mit HAYRIDE ein neues Horror-Franchise zu etablieren, für das er ganz schonungslos bei den ganz Großen des langlebigen Slasher-Genres stibitze. Es dürfte daher kein Zufall sein, dass sein Filmmörder eine unverwechselbare Ähnlichkeit mit Kultschnitzer JASON VOORHEES besitzt, der in den ersten drei FREITAG-Filmen nur mit einem Kartoffelsack maskiert, Teenager um die Ecke brachte. Doch auch Carpenters HALLOWEEN kommt nicht zu kurz. So trägt der zu ermittelnde Polizist im Film ähnlichen Namen, wie einst DONALD PLEASENCE in HALLOWEEN, der sich in fünf Fortsetzungen als Psychiater eines gar wütenden MICHAEL MEYERS einen Ehrenplatz in den Herzen der Zuschauer sichern konnte.
 
 
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Mit HAYRIDE 2 knüpft TERRON R. PARSON nahtlos an die Geschehnisse des Vorgängers an und gibt in kurzen Rückblenden zu Beginn des Streifens allen Filmfans Nachhilfe, die bisher noch nicht die Gelegenheit hatten, sich den miserablen Erstling anzusehen. Verpasst hat man nichts, denn die langatmige Geschichte hielt kaum Überraschungen parat und verwirrte den Zuschauer mit drei parallel erzählten Handlungssträngen, die am Ende mehr Fragen aufwarfen, als Antworten zu liefern. Immerhin macht PARSON den Einstieg für Neulinge leicht. Dank Meuchelzusammenfassung des ersten Teils kann man sich die Sichtung des schlechten Vorgängers sparen und folgt in der Fortsetzung Killer PITCHFORK in ein Krankenhaus, wo er sich an die Arbeit macht all jene auszulöschen, die bisher seiner Opferliste entkommen konnten. Auch die Brüder Corey (JEREMY SANDE) und Steven (JEREMY IVY) wähnen sich dort mit Freundin Amanda (SHERRI EAKIN) in Sicherheit. Die drei konnten dem erbarmungslosen Amoklauf des unaufhaltsamen Schlächters in einer amerikanischen Kleinstadt entkommen und bangen nun erneut ums Überleben, als der Killer durch die unheimlich ausgeleuchteten Flure des Hospitals schlendert und eine Spur des Grauens hinterlässt. Was folgt ist bekannt, auch ohne den Film gesehen zu haben. Es wird geschrien, gestolpert, gestorben und ermordet – ganz so, wie es in hunderten von gleich gestrickten Slashern der Fall gewesen ist. Neu ist hier nichts, außer vielleicht die Tatsache, dass HAYRIDE 2 zu den wenigen Fortsetzungen im Genre gehört, die besser sind, als das Original.
 
 
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Überhaupt macht PARSON im Sequel vieles besser, als noch im Teil zuvor, was vermutlich auf mehr Startkapital zurückzuführen ist, das dem Regisseur zur Verfügung stand. Die finstere Kulisse bewirkt Atmosphäre, visuell erfährt das noch junge Franchise eine deutliche Steigerung und geschickt gewählte Kamerafahrten verursachen sogar hin und wieder merkliches Unbehagen. Killer PITCHFORK darf sich nach Herzenslust austoben und bei seinem Amoklauf von allerhand Mordwerkzeugen Gebrauch machen, die das Töten kreativer gestalten sollen. Da kommen Messer ebenso wie Heugabeln zum Einsatz, die mit Hilfe von guten Spezialeffekten durch die Körper der Opfer gejagt werden, damit Fans der ruppigen Unterhaltung etwas Gewalt zu sehen bekommen. Auch wenn HAYRIDE 2 weitaus professioneller in Szene gesetzt wurde, fehlen dem Streifen Struktur und nennenswerte Höhepunkte. Dem Drehbuch mangelt es an Einfallsreichtum, dem mit viel Gequassel entgegengewirkt wird. Dem schlitzfreudigen Star des Films bleibt da nicht mehr viel Screentime, um sich um Kopf und Kragen zu metzeln. Dessen Auftritte reduzieren sich auf Beginn und Finale. Dazwischen ringen die Überlebenden nach Antworten, wühlen in Kindheitserinnerungen und lassen den Erzählfluss ins stottern geraten, weil mal wieder eine erzwungene Weiterentwicklung der Handlung in den Mittelpunkt gerückt werden muss, die dem Film die ohnehin magere Spannung raubt. Letztendlich schaut HAYRIDE 2 für eine unabhängige Filmproduktion ziemlich gut aus. Dennoch vergeudet Regisseur reichlich Potenzial, weil er sich zu gründlich auf Handlungsstränge konzentriert, die kaum Relevanz für den Fortgang der Geschichte besitzen. Dass vor lauter Gequassel die bösen Momente zu kurz kommen, dürfte Slasher-Fans gar nicht schmecken, schließlich zählen seit einigen Jahren nicht mehr Hintergrundgeschichten im Slasher, sondern der Gewaltpegel.
 
 
 


 
 
 

HAYRIDE 2 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
HALLOWEEN meets FREITAG DER 13.! Eine der wohl wichtigsten Regel im Horror-Slasher besagt, dass der Filmkiller – egal wie oft er schon getötet wurde – immer wieder zurückkehren muss. Wer hätte je daran gedacht, dass Film-Schlitzer PITCHFORK nach seinem ersten Leinwandausflug im Jahr 2012 doch noch mal auf die Leinwand zurückkehren würde und allen beweist, dass er es besser kann. HAYRIDE war kein guter Slasher. Obwohl sich der Streifen rigoros an Klassikern wie FREITAG DER 13. und HALLOWEEN verging, mangelte es dem Machwerk an Professionalität, Kapital und neuen Ideen. Die Fortsetzung hinterlässt da schon einen besseren Eindruck. Auf technischer Ebene erlebt der Slasher eine deutliche Steigerung, was wohl auch auf mehr Budget zurückzuführen ist. Der teils düstere Look gefällt, einige Kamerafahrten bewirken sogar Atmosphäre. Dennoch ist HAYRIDE 2 kein Film, der lang im Gedächtnis bleibt. Dafür wurden die raren Auftritte von Psychopath PITCHWORK zu unspektakulär in Szene gesetzt. Außerdem verschenkt Regisseur TERRON R. PARSON viel Potenzial, weil das Drehbuch mal wieder mit vielen Längen zu kämpfen hat. Letztendlich überrascht das durchwachsene Endergebnis wenig, schließlich zeichnet hier mal wieder jemand für Regie und Drehbuch verantwortlich, der noch reichlich grün hinter den Ohren ist.
 
 
 


 
 
 

HAYRIDE 2 – Zensur

 
 
 
HAYRIDE 2 ist kein neuer HATCHET 3. Zwar gibt es einige für Slasher-Streifen typische Mordmomente; dennoch sind diese rar gesät, kurz und knackig. Hierzulande dürfte es keine Probleme mit der FSK geben. HAYRIDE 2 wird demnach bedenkenlos mit dem rotschen Freigabestempel die Prüfbehörde passieren.
 
 
 


 
 
 

HAYRIDE 2 – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
GirlHouse (2014)
 
Billy Club (2013)
 
Warte, bis es dunkel wird (2014)
 
See No Evil 2 (2014)