Filmkritik: „Never Hike Alone“ (2017)

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NEVER HIKE ALONE

Story

 
 
 

Blogger Kyle McLeod wandelt auf den Spuren des Kultkillers JASON VOORHEES und trifft dabei schnell auf den Antihelden höchstpersönlich. Mit blutigen Folgen.

 
 
 


 
 
 

NEVER HIKE ALONE – Kritik

 
 
 
Was Fans nicht alles für ihre Lieblings-Horrorfilmhelden tun. Die werden gern mal vergöttert wie richtige Stars, obwohl es eigentlich fiktive Figuren sind, die von irgendwelche Drehbuchschreibern und Tricktechnikern zum Leben erweckt wurden. Da werden nicht selten regelrechte Filmaltare im heimischen DVD-Regal gebaut, sich verkleidet wie der kultige Antiheld oder auch mal gern selbst zur Kamera gegriffen. Letzteres hat auch VINCENTE DISANTI gemacht. Der scheint ein großer Verfechter der wohl beliebtesten Slasher-Reihe der Welt zu sein und hat sich mit einem selbst gedrehten Fanfilm ein Denkmal gesetzt. Die Rede ist von NEVER HIKE ALONE – einem Horrorfilm, der durch Crowdfunding finanziert wurde und die legendäre FREITAG DER 13.-Filmserie rund um Kult-Killer JASON VOORHEES weiterspinnt. Entstanden ist professionelles Filmmaterial, das so souverän inszeniert wurde, dass man meinen könnte NEVER HIKE ALONE sei wirklich ein weiterer Ableger des Camp-Gemetzels, der vom tatsächlichen Rechteinhaber in Auftrag gegeben wurde. Leider scheint Filmstudio PARAMOUNT PICTURES nach dem finanziellen Flop RINGS kein sonderlich großes Interesse mehr am Franchise zu besitzen. Jegliche Pläne für Fortsetzungen wurden aufs Eis gelegt, obwohl Anhänger der Reihe sehnlichst auf ein neues Sequel warten. Umso mehr dürfte es FREITAG DER 13.-Fans freuen, was hier mit viel Herzblut entstanden ist. NEVER HIKE ALONE überzeugt durch gute Kameraarbeit, stimmungsvollen Klangteppich und punktgenaue Schocks. Da kann man nur hoffen, dass der Film Anklang findet und die Studiobosse von PARAMOUNT hellhörig macht, damit die Abenteuer rund um den Machete schwingenden Killer JASON in die nächste Runde gehen können.
 
 
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In NEVER HIKE ALONE will sich ein erfolgreicher Vlogger auf eine Erkundungsreise begeben mit dem Ziel das berüchtigte Camp am Crystal Lake zu finden in dem sich in den 1980ern Schauriges zugetragen hat. Dort ist ein ertrunkener Junge von den Toten zurückgekehrt, um den Tod seiner Mutter zu rächen. Dabei tötete er unzählige Jugendliche, die dort im Camp einfach nur Spaß haben wollten. Natürlich findet Kyle McLeod das legendäre Ferienlager nach langer Suche in den Wäldern. Doch er ist da nicht allein. Der Killer mit der Hockey-Maske treibt nämlich dort noch immer sein Unwesen und radiert jeden aus, der das Camp ohne Einladung betritt. Jene Erfahrung muss bald auch Kyle machen. Der trifft auf Serienmörder JASON VOORHEES und muss um sein Leben bangen. Er versucht zu flüchten. Doch die Flucht aus dem Camp ist gar nicht so leicht, wie gedacht. Der unkaputtbare Killer lässt sich nämlich nicht so leicht abschütteln und nimmt die Verfolgung auf. Ob es dem neugierigen Blogger gelingt, lebend zurück in die Zivilisation zu finden? Nach knapp 53 Minuten wird man es wissen.
 
 
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NEVER HIKE ALONE ist ein Film von Fans für Fans der beliebten Filmreihe. Obwohl der Streifen nicht einmal Spielfilmlänge erreicht, entwickelt der Slasher schnell eine bemerkenswerte Dynamik, die es vor allem in den letzten 20 Minuten versteht zu packen. Da erscheint die Horrorfilmikone endlich auf der Mattscheibe und nimmt eine atemstockende Verfolgungsjagd auf, die teilweise schon spannender ist, als einige der älteren Fortsetzungen zusammen. Bis jedoch gemetzelt werden kann, muss auch eine Geschichte erzählt werden. Die fokussiert sich auf die erste halbe Stunde und begleitet Held Kyle auf der Suche durch die Wälder nach dem sagenumwobene Schauer-Camp. Dabei macht Regisseur und Drehbuchautor VINCENTE DISANTI hin und wieder von Found-Footage-Elementen Gebrauch in denen der Hauptdarsteller durch Einsatz einer Handkamera mit dem Zuschauer spricht, um ihm alle wesentlichen Details seiner Suche zu erläutern. Offensichtlich scheint Filmemacher VINCENTE DISANTI die bisher zwölf gedrehten Filme um den Hockeymaskenmörder akribisch analysiert zu haben. Dessen Bewegungen und Gestiken wurden exakt aus den bereits veröffentlichten Filmen entnommen. Auch die Optik des Killers – der übrigens im Film auch kurz ohne Maske gezeigt wird – entspricht haargenau der Vorlage und macht NEVER HIKE ALONE deshalb zu einem Fanfilm, der wegen seiner Professionalität schon fast Kinoqualität erreicht.
 
 
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In Interviews erklärte Regisseur VINCENTE DISANTI, dass ihm die Idee zum Fanfilm ganz nebenbei kam. So baut er ein Jason-Kostüm und wollte davon im Wald einige Fotos machen. Das bereitete offenbar soviel Freude, dass daraus bald mehr wurde. So kam ihm eine Geschichte über einen Wanderer in den Sinn, der fernab der Zivilisation von JASON VOORHEES gejagt werden sollte. Von dieser Idee erzählte er DREW LEIGHTY – einem Produktionsassistenten mit dem er zusammen am Animationsfilm ROCK DOG arbeitete. Auch der war sofort Feuer und Flamme. So kam was kommen musste: Man trommelte ein kleines, ambitioniertes Team zusammen, das in den Wäldern Szenen für einen kleinen Filmtrailer anfertigte, um das Interesse all derer gewinnen zu können, die eine Leidenschaft für die FREITAG DER 13.-Filme besitzen. Das Feedback war überwältigend. Deshalb sammelt man Geld auf KICKSTARTER, um aus dem Trailer einen Fanfilm inszenieren zu können. Das kam schnell zusammen und die Dreharbeiten konnten starten. Der Rest ist Geschichte – das Resultat bemerkenswert.
 
 
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NEVER HIKE ALONE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Von einem dem es Leid war, vergebens auf eine weitere Fortsetzung von FREITAG DER 13. zu warten. Regisseur VINCENTE DISANTI ist großer JASON VOORHEES-Fan und wollte schon immer mal einen Film über seinen Lieblingskiller machen. Zwar landete er in der Filmindustrie, aber nicht dort, wo es ihm hätte ermöglicht werden können Filme zu drehen. Gleiches Schicksal erlitt auch DREW LEIGHTY. Der wollte sich schon immer mal als Schauspieler ausprobieren, wurde aber letztendlich „nur“ Produktionsassistent. Demzufolge taten sich beide zusammen und erfüllten sich Träume. Der eine machte den Film, den er schon immer mal machen wollte und der andere konnte darin seine Fähigkeiten als Schauspieler unter Beweis stellen. Entstanden ist etwas Großartiges, das vor allem Fans der legendären Filmreihe begeistern wird. Zwar ist NEVER HIKE ALONE nicht ganz so blutig ausgefallen, wie die Originalfilme des Franchise. Dennoch kann sich der professionell gemachte Fanfilm sehen lassen. Billig? Fehlanzeige! NEVER HIKE ALONE hinterlässt einen hochwertigen Eindruck und macht Lust auf mehr. Vielleicht schafft es der Streifen bis hoch in die Chefetage von PARAMOUNT und überzeugt die Studiobosse davon, dass Regisseur VINCENTE DISANTI nicht nur eingeschworener Fanboy ist, sondern auch der richtige Mann auf dem Regiestuhl für eine weitere Fortsetzung der Original-Filmreihe. Talente hat der Freitag-Fan definitiv.
 
 
 


 
 
 

NEVER HIKE ALONE – Zensur

 
 
 
Für einen inoffiziellen FREITAG DER 13.-Film ist der hier besprochene NEVER HIKE ALONE erstaunlich züchtig ausgefallen. Erst gegen Ende kommt etwas Gewalt ins Spiel, die aber nicht sonderlich zeigefreudig ausfällt. Ein Kopf wird von Jason zerquetscht, eine Machete bohrt sich durch Körper und auch Kultkiller Jason wird mit einer Axt bearbeitet. Sollte der Film überhaupt hierzulande erscheinen, dürfte der Slasher problemlos eine FSK16 erhalten.

 
 
 


 
 
 

NEVER HIKE ALONE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Womp Stomp Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Freitag der 13. (1980)
 
Freitag der 13. Teil 2 (1981)
 
Und wieder ist Freitag der 13. (1982)
 
Freitag der 13. – Das letzte Kapitel (1984)
 
Freitag der 13. Teil V – Ein neuer Anfang (1985)
 
Freitag der 13. – Jason lebt (1986)
 
Freitag der 13. – Jason im Blutrausch (1988)
 
Freitag, der 13. (2009)
 

Filmkritik: „Sindbads fünfte Reise “ (2014)

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SINDBADS FÜNFTE REISE

Story

 
 
 
Irgendwo in jenem Bilderbuch-Orient, der so heute unvorstellbar wirkt: Der fiese Magier Deev klaut – wie im legendären SINDBADS SIEBENTE REISE – dem weitgereisten Kapitän (Shahin Sean Solimon) seine Herzallerliebste, Prinzessin Firoozeh (passend exotisch: Sadie Alexandru), unter den Fingern weg. Der macht sein Schiff startklar und bricht auf zur kämpferischen Nummernrevue gegen die Schergen des Zauberers und schließlich den Miesling selbst.

 
 
 


 
 
 

SINDBADS FÜNFTE REISE – Kritik

 
 
 
Wollen wir zuerst einmal die beiden sprichwörtlichen Elefanten verscheuchen, die sich da so wichtigtuerisch auf dem Cover der BluRay von SINDBADS FÜNFTE REISE niedergelassen haben: Patrick Stewart, bei aller finanziell entschädigten Freude am Mitmischen in niedrig budgetierten Filmen, steht zwar an erster Star-Stelle, gibt aber nur den Erzähler. Die beliebte Glatze des Captain Picard glänzt also nicht in die Linse. Dreist – aber als Köder zu entschuldigen. Schwerer wiegt da schon die Betonung der Spezialeffekte als Stop-Motion á la Ray Harryhausen. Es erfreut diesen Rezensenten zwar, wenn ein Publisher einmal etwas anderes als äffische Brutalität in gefliesten Tortur-Kellern zum Alleinstellungsmerkmal einer Veröffentlichung erklärt, trotzdem hat man nach dem hübschen Puppentricks mit Monstern, Riesenvögeln und anderen Unholden aus 1001 Nacht noch fleißig in die Tasten der computerisierten Nachbearbeitung gegniedelt.
 
Regisseur und Produzent, Drehbuchautor und gleich Hauptdarsteller Shahin Sean Solimon ist der Sohn eines iranischen – beziehungsweise vor der islamischen Revolution persischen – Popsängers und wuchs in Florida auf. Nach seinem Erstling DJINN, in dem er auch vor und hinter der Kamera am Ruder stand, erfreut er ein märchenaffines Publikum nun, genauer gesagt bereits 2011, zum zweiten Mal mit Abenteuern aus der Sagenwelt seiner kulturellen Wurzeln. Das ist sympathisch und strotzend vorm Herzblut des Amateurs, wenn wir dieses Wort einmal als das lesen, was es eigentlich bedeutet: Der, der etwas liebt. So kann man die oft euphorisch-hölzern daherrumpelnde Schauspielkunst, die sterile Digitalvideooptik und die steifen Effekte aus dem Heimcomputer auch nicht mit Hochglanzproduktionen aus Kalifornien vergleichen. Stattdessen sehen wir einen Independent-Abenteuerfilm nach bekannten Motiven, der sich redlich müht, die Technicolor-Magie der Fünfziger und Sechziger Jahre zu versprühen. Ob ihm das gelingt, liegt zu mindestens einmal der Hälfte beim Willen des Zuschauers, sich auf freundlich-antiquiertes Kino wie SINDBADS FÜNFTE REISE einzulassen.
 
 
 


 
 
 

SINDBADS FÜNFTE REISE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Liebevolle Märchen- und Fantasyfilm-Hommage, behutsam orientiert an den Vorbildern in Breitwand und Technicolor. Zwar nicht auf dem Level der süßen Farbfilm-Bonbons mit Kerwin Matthews oder John Philip Law und den beliebten Effekten Ray Harryhausens, aber durchaus unterstützenswert.
 
 
 


 
 
 

SINDBADS FÜNFTE REISE – Zensur

 
 
 
SINDBADS FÜNFTE REISE wurde von der FSK bereits für Zwölfjährige freigegeben. Dennoch wurde die aktuelle Heimkinoveröffentlichung mit blauen FSK16-Flatschen in den Handel gebracht, was mal wieder den Trailern auf der Scheibe zu schulden ist.
 
 
 


 
 
 

SINDBADS FÜNFTE REISE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sinbad: The Fifth Voyage; USA 2014

Genre: Horror, Thriller, Fantasy

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1), Englisch (DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: Keine

Bild: 1,85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK 12 (ungeschnittene Fassung), Blu-ray wurde aufgrund des Bonusmaterials ab FSK16 heraufgestuft

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 28.10.2014

 

Sindbads fünfte Reise [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

SINDBADS FÜNFTE REISE – Trailer

 
 


 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sindbads 7. Reise (1958)
 
Sindbads gefährliche Abenteuer (1973)
 
Sindbad und das Auge des Tigers (1977)
 
Sindbad – Herr der sieben Meere (1989)
 

Filmreview: „Saint“ (2010)

 

In Holland zelebriert man den Nikolaustag, etwas ausgelassener:

Dort feiert man den „Sinterklaas“ (Sankt Nikolaus), der in der Nacht vom 5. auf den 6.12 vor allem die artigen Kinder mit Süßigkeiten beschenkt, mit einem rauschenden Fest.

Grund hierfür für Regisseur und Drehbuchautor Dick Maas den vorweihnachtlichen Spieß einfach umzudrehen und den „Sinterklass“ in ein mordendes und blutgieriges Etwas zu verwandeln, dass alle 23 Jahre zu Vollmond an einem 5.Dezember seinen Beutezug startet, um Kinder und Jugendliche nieder zu meucheln.

Amsterdam heute: 23 Jahre sind seit dem letzten Erscheinen des „bösen“ Sankt Nikolaus vergangen. Damals musste der junge Goerth zusehen, wie der „Sinterklass“ seine gesamte Familie ausrottete. Jetzt 23 Jahre später will er den sinnlosen Tod aller Kinder und Erwachsenen rechen. Zusammen mit der Unterstützung des Abiturienten Frank, der unwissend in das grausame Geschehen involviert wird,  versucht er dem üblen Zeitgenossen das Handwerk zu legen.

 

 

Nachdem der holländischen Film „Saint“ auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest Unmengen an Fanherzen hat höher schlagen lassen, veröffentlich „WVG“ das Vorweihnachtliche Spektakel nun auch in unseren Gefilden direkt auf DVD- und Bluraydisc.

Und was uns Regisseur Dick Maas da an wirklich frisch-frivoler Horrorkost vorsetzt ist schon beachtlich bemerkenswert, bedenkt man, dass es sich bei seinem aktuellen Werk um Horrorkost aus unserem Nachbarland Holland handelt, dass den Vergleich zu diversen anderen internationalen Produktionen nicht scheuen braucht.

Schon irgendwie grotesk und beschämend, dass es mittlerweile fast jedes europäische Land geschafft hat mit frischem Horrorstuff, international für Gesprächsstoff zu sorgen – nur eben das Arthausverwöhnte Deutschland nicht, dass lieber Fördergelder in kasprig – nervigen „Bully Herbig“ Komödien, oder in vergangenheitsaufarbeitenden Geschichtsdramen pumpt.

Zumindest ist es Maas mit „Sint“ gelungen eine wirklich stimmungsvolle Weihnachts-Horror-Komödie zu schaffen, die trotz geringen Budgets überaus hochwertig ausschaut. Dabei drängt sich nicht nur einmal der Gedanke auf, dass Maas scheinbar aktuellen Hochglanz-Hollywood-Produktionen nacheifern wollte. Zumindest im optischen Sinne, der Erzählweise und der Darstellung der wohldosierten Schocks ist dies deutlich spürbar. Klar wirkt das dennoch etwas arg dilettantisch-unbeholfen und irgendwie aufdringlich-aufgesetzt, macht „Sint“ aber gerade deswegen irgendwie sympathisch.

Dabei sollte, der interessierte Horrorfreund die Augen offen halten, denn gerade das actiongeladenen Finale erinnert mit seiner nebligen Location, dem abgefackelten Schiff und den grausamen Helfern des „Sinterklass“, die wortlos-zombieartig aus dem Nebel stapfen, doch irgendwie an Carpenter´s „The Fog“, oder  De Ossorios´s „Das Geisterschiff der schwimmenden Leichen“. Charmanter und liebevoller kann man glaube derart Klassiker nicht zitieren.

Was den Blutzoll betrifft, so bekommt der Filmfreund so einiges geboten. Sicherlich ist „Sint“ keine Schlachterplatte geworden. Dennoch, überraschenderweise hat die FSK den Film in seiner ungeschnittenen Form, ab 16 Jahren freigegeben, was mich aufgrund der Zurschaustellung diverser abgetrennter Körperteile und fliegenden Köpfe und der Thematik des Abschlachtens von Kindern, schon irgendwie verwundert hat. Scheinbar hat der FSK der leicht ironische und satirisch angehauchte Unterton dieser holländischen Hochglanzproduktion gemundet, denn für meinen Geschmack ist die Freigabe etwas derb tief angesetzt worden.

Wie auch immer, wollen wir mal nicht meckern, die rabenschwarze Slasher-Komödie „Sint“ ist es auf jeden Fall wert geschaut zu werden. Aufgrund des relativ interessanten und unverbrauchten Charakters des „Sinterklass“ (über die Fehlende Oberlippe und den schiefen Zähnen könnt ich mich jetzt noch zerschießen) wäre eine Fortsetzung auf jeden Fall angebracht. Denn Infos über die Legende und die Beweggründe des „Sinterklass“ sind, mal abgesehen vom recht düsteren Filmauftakt, Mangelware. Eigentlich schade, zumal mich das Geschehen und das Vergehen des bösartigen Zeitgenossen in der Vergangenheit hätte mehr gereizt, als so wie es der Film letztendlich erzählt:  in der Gegenwart.

Ein Prequel ist, meines Erachtens, dringend von Nöten.

Hoffen wir mal nicht, dass sich Hollywood die Finger nach den Filmstoff lechzt und letztendlich auch von dieser europäischen Filmproduktion ein Remake stanzt.

 

 

Fazit 7/10 Punkte

 

Nikolaus mal anders. Wäre an dieser Legende etwas wahres dran, würden die Kinder von heute sicherlich 10 mal gründlicher ihre Schuhe polieren und, ganz zur Freude der Eltern, artiger durchs Leben „wirbeln“. Horrorspass für Erwachsene und definitiv KEIN Film für Kinder!

 

Hellraiser80