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Filmkritik: „White Settlers“ (2014)

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WHITE SETTLERS

Story

 
 
 
Ed (Lee Williams) und Sarah (Pollyanna McIntosh) bekommen während der ersten Nacht im neuen Heim unerwarteten Besuch und müssen um ihre Leben kämpfen.

 
 
 


 
 
 

WHITE SETTLERS – Kritik

 
 
Immer öfter wird auch der Horrorfilm zum Sprachrohr für Kritik an gesellschaftlichen Missständen. Im Fall des Thrillers WHITE SETTLERS lag dieser Kritik eine brisante Debatte zugrunde, die im September 2014 weltweit durch die Medien ging. Per Volksabstimmung sollte über die Unabhängigkeit Schottlands von Großbritannien entschieden werden. Letztendlich scheiterte die schottische Unabhängigkeitsbewegung aufgrund mangelnder Befürworter, so dass der Landesteil im Norden und der Rest des Vereinigten Königreichs auch weiterhin eins bleiben mussten. Regisseur SIMEON HALLIGAN bezieht in seinem Kinostück klare Position. Im Gewand eines Horror-Thrillers nutzt er die Gelegenheit, sich kritisch über die politische Lage zu äußern. Sein Standpunkt ist kaum zu überhören, denn im Film wird mehrmals darauf hingewiesen, dass Engländer und Schotten besser nicht miteinander vermischt werden sollten. Dass sein WHITE SETTLERS auch noch kurz vor Ende des Schottland-Referendums in britischen Kinos kommen musste, unterstreicht nur die radikale Einstellung des Regisseurs, dem aber als Befürworter der Bewegung und gleichzeitig Systemkritiker trotzdem kein schlechter Horrorstreifen gelungen ist.
 
 
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In WHITE SETTLERS erleben Ed (Lee Williams) und Sarah (Pollyanna McIntosh) eine Nacht des Grauens. Sie haben gerade in der schottischen Einöde ein morsches Häuschen von einer Maklerin zum Schnäppchenpreis gekauft, die offenkundig froh darüber war, dass sie das historische Gemäuer an den Mann bringen konnte. Das verliebte Paar stört sich nicht an der bewegten Vergangenheit des alten Gebäudes und beginnt sogleich mit der Sanierung, schließlich soll das neue Heim für Entspannung fernab der hektischen Stadt sorgen. Die Möbel sind kaum an ihre Plätze gerückt, da raschelt es schon auf dem Hof. Einbrecher mit Schweinemasken haben sich Zutritt zum Haus verschafft und beginnen ein erbarmungsloses Katz- und Mausspiel zu veranstalten, das die ahnungslosen Opfer an die Grenzen des Erträglichen treibt.
 
 
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„Schottland ist ein sehr freundliches Land“ beteuert die Maklerin beim Hausverkauf zu Beginn des Streifens – eine der vielen doppeldeutigen Aussagen, mit denen die lokalpolitische Unzufriedenheit des Regisseurs zum Ausdruck gebracht werden soll. Ein rauer Wind weht durch WHITE SETTLERS, denn Macher SIMEON HALLIGAN macht mal wieder von jener Panikmache Gebrauch, die schon der alte SAM PECKINPAH mit STRAW DOGS beängstigend real in Szene zu setzen verstand: Home-Invasion-Horror. Diesmal bleibt das Grauen jedoch weniger durch Sadismus und Folterei im Gedächtnis. HALLIGAN macht sich die bekannte Terrormasche zu Eigen und hetzt seine Opfer lieber von Zimmer zu Zimmer, um ihnen anschließend so viel Angst wie möglich einzujagen. In WHITE SETTLERS steht das Finden kreativer Verstecke auf dem Programm, denn die Protagonisten sind die Hälfte der Laufzeit damit beschäftigt sich neue Orte zu suchen, an denen sie sich vor den mit Schweinemasken vermummten Einbrechern in Sicherheit wähnen können. Doch die Bösewichte scheinen nicht sonderlich daran interessiert zu sein, ihre Beute brutal und bestialisch niederzustrecken. Warum das so ist klärt das Filmende auf. Das darf zur Abwechslung mal wirklich die Etikette „garantiert nicht vorhersehbar“ tragen.
 
 
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Ein Schelm, wer bei Schweinemasken tragenden Einbrechern an den Splatter-Hit YOU’RE NEXT denken muss. Der ist dem hier besprochenen WHITE SETTLERS nicht unähnlich, wenngleich WINGARDS Gewalt-Orgie aus dem Jahr 2011 hauptsächlich durch fiese Effekt-Raffinessen auffallen konnte. Die fehlen in WHITE SETTLERS gänzlich, schließlich will SIMEON HALLIGAN mit gesellschaftskritischer Botschaft vor den Kopf stoßen, statt dem Zuschauer mit blutigen Gemeinheiten auf den Magen zu schlagen. Trotz Blutarmut und mittlerweile bekanntem Handlungsverläufen überrascht, dass das hier inszenierte Katz- und Mausspiel durchaus spannende Momente auf die Mattscheibe bringt. Zwar erfindet HALLIGAN keinesfalls das Rad neu; dank gutem Schauspiel und souveräner Machart wird aus einem einfachen Plot trotzdem fesselndes Angstkino ohne Längen. Aufgrund der kontroversen Thematik wird WHITE SETTLERS die Zuschauer jedoch in zwei Lager spalten. Die, die sich an der Problematik des Films nicht stoßen, dürften sich nicht nur einmal dabei ertappen, wie sie sich tief in den Filmsessel graben.
 
 


 
 
 

WHITE SETTLERS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Nervenzerfetzendes Angstkino à la carte. Wer meint, dass in Schottland die Welt noch in Ordnung ist, irrt. SPLINTERED-Regisseur SIMEON HALLIGAN nutzt die friedliche Kulisse schottischen Weidelandes, um einen Home-Invasion-Schocker mit politischer Botschaft an den Zuschauer zu bringen. Was in WHITE SETTLERS gezeigt wird, hat man eigentlich schon unzählige Male gesehen. Abermals werden unschuldige Menschen von maskierten Fieslingen terrorisiert, die ihre Opfer durch den Film hetzen und – das scheint neu – nicht daran interessiert sind, ihnen Böses anzutun. Warum das so ist wird erst am Ende erklärt. Bis dahin schafft es Macher SIMEON HALLIGAN trotz einfacher Geschichte, uns zu fesseln. Sein ungemütliches Terrorwerk reduziert sich auf das Wesentlich und lässt keine Längen entstehen. Zudem laden kräftige Adrenalinschübe zum Mitfiebern ein – den glaubhaften und guten Schauspielleistungen der beiden Hauptdarsteller sei Dank.
 
 


 
 
 

WHITE SETTLERS – Zensur

 
 
 
WHITE SETTLERS hält sich im direkten Vergleich zu ähnlichen Thrillern dieser Art mit der Zurschaustellung von Gewalt und Gore zurück. Für die Splatter-Fraktion gibt es gerade einmal einen zermatschten Kopf, einen unglücklichen Tritt in eine Bärenfälle sowie „Schnitzarbeiten“ mit einem Teppichmesser an der Wade der Heldin zu sehen. Demnach wird der Film garantiert mit FSK16 im Handel stehen, denn viel zu beanstanden wird die FSK hier nicht haben.
 
 
 


 
 
 

WHITE SETTLERS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Deadly Virtues: Love.Honour.Obey. (2014)
 
Hate Crime (2013)
 
Home Invasion (2012)
 
Home Sweet Home (2013)
 
In their Skin (2012)
 
Funny Games (1997)
 
Kidnapped (2010)
 


Filmreview: „Kristy – Lauf um dein Leben“ (2014)

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KRISTY – LAUF UM DEIN LEBEN

Story

 
 
 
Studentin Justine Wells (Haley Bennett) ist allein auf dem Campus und erhält unangemeldeten Besuch von vier vermummten Gestalten, die der Hochschülerin nach dem Leben trachten wollen …
 
 
 


 
 
 

KRISTY – Kritik

 
 
 
Wann lernen Killer in Horrorfilmen endlich, dass man nicht mit (Hoch)Schülerinnen gemeinen Schabernack treibt, die intellektuell in einer ganz anderen Liga spielen. Seit jeher sind nämlich jene Protagonistinnen dafür prädestiniert, den immer gleichen Kampf gegen unzureichend intelligentes Pack aufzunehmen, dessen Ausgang ohnehin stets vorbestimmt ist. Auch Jahrzehnte nachdem der Slasher durch MARIO BAVA ins Leben gerufen wurde, haben sich die Regeln jenes Sub-Genres kaum verändert. Das meist „anständige“ Final Girl darf in derart Filmen nicht nur reichlich kreischen, sondern legt den Bösewichten am Ende eigentlich immer das Handwerk. Im Gegensatz zu JAMIE LEE CURTIES in HALLOWEEN (1978) ist so eine Racheakt heute natürlich wesentlich blutiger, schließlich erwartet der Horrorfan im Jahr 2014 von einer Heldin, dass die sich mit dem grobschlächtige Handwerk auskennt.
 
KRISTY – LAUF UM DEIN LEBEN (im Original auch als RANDOM bezeichnet) ist ein weiterer Streifen aus der Reihe „Ich komm dich zu Hause besuchen und befördere dich ins Jenseits“-Werke, die sich zur Zeit im Kino und auf dem Heimkinomarkt großer Beliebtheit erfreuen. Offensichtlich von aktuellen Horror-Erfolgen wie THE PURGE und YOU’RE NEXT inspiriert, darf sich hier eine taffe Einzelkämpferin gegen eine Truppe vermummter Irrer behaupten, die mal wieder nichts anderes zu tun haben, als ahnungslose Studentinnen möglichst gemeingefährlich zu terrorisieren. DONKEY PUNCH-Regisseur OLIVER BLACKBURN lässt nach längerer Regiepause wieder von sich hören und versucht mit konventionell gestrickter Horror-Ware den Einstieg zurück in die Filmwelt. Der ist ihm tatsächlich geglückt, denn nur selten gelingt Filmemachern der Sprung zurück ins Rampenlicht mit Low-Budget-Horror von der Stange. Es geht um die attraktive Justine, die leider nicht wie der Rest ihrer Freunde Thanksgiving zu Hause feiern kann, weil ihr das Geld für die Reise zu den Eltern fehlt. Daher beschließt sie sich eine schöne Zeit auf dem Campus zu bereiten, schließlich ist sie hier ja nicht ganz allein. Einige Sicherheitsbeamte und der Hausmeister sind vor Ort, damit sich die Studentin in den langen Fluren der Universität auch sicher fühlen kann. Weil KRISTY ein Horrorfilm ist dürfte klar sein, dass das nicht lang der Fall sein wird, denn an einer Tankstelle macht die strebsame Hochschülerin Bekanntschaft mit einer gar bedrohlichen Zeitgenossin, die scheinbar nicht alle Latte am Zaun zu haben scheint. Nach einer beängstigenden Verfolgungsjagd flüchtet Justine zurück auf den Campus, hat aber nicht mit der Hartnäckigkeit ihrer Verfolgerin gerechnet, die sich natürlich an die Fersen ihres Opfers heftet und nur eins will: Den Tod ihres ahnungslosen Opfers. Den wollen auch drei weitere Gestalten, die sich der Terrorsause anschließen und eine grausamen Jagd auf die verängstigte Studentin einläuten.
 
Wie es sich für einen Slasher nun mal gehört, verlaufen die Handlungsstränge nach bekanntem Schema. Täter und Opfer liefern sich eine unerbittliche Schlacht, die selbstverständlich nur einen Sieger kennt. Während zu Beginn die Fieslinge ganz klar im Vorteil liegen und noch mit Taktik versuchen der ahnungslosen Justine Angst einzujagen, haben selbige nicht mit der Klugheit ihrer Gegenspielerin gerechnet, die es leider gar nicht lustig findet, dass zig Unwissende im Verlauf der Hetzjagd ihr Leben lassen mussten. Sie stellt sich ihren Ängsten und bekämpft die maskierten Killer mit ihren eigenen Waffen. Die erhalten am Ende die wohlverdiente Strafe und der Zuschauer ist verblüfft darüber, was für ein kurzweiliges Filmvergnügen soeben über den Bildschirm geflimmert ist. Auch wenn OLIVER BLCKBURN das Genre mit seinem KRISTY – LAUF UM DEIN LEBEN freilich nicht revolutioniert hat, ist ihm doch ein zügig inszenierter Thriller gelungen, der trotz bekannter Klischees kaum Längen besitzt. Die bunte Mischung aus Slasher, Home-Invasion-Schocker und Terrorfilm verfügt über einen stetig steigenden Spannungsbogen, der von der Unwissenheit des Zuschauers zerrt. Der erfährt wie die Heldin des Films erst kurz vor dem Abspann von den Hintergründen der perfiden Jagd. Das Motiv sind Ritualmorde, die eng in Verbindung mit dem Internet stehen – einem weitläufigen Tummelplatz finsterer Gestalten, die dort ungehindert ihren perversen Phantasien nachgehen können ohne ertappt zu werden.
 
Mit KRISTY – LAUF UM DEIN LEBEN hat OLIVER BLACKBURN eine weitere Horror-Version des 90er-Hits KEVIN ALLEIN ZU HAUS gedreht, der natürlich auch den für Slasher-Streifen obligatorischen Mankos unterliegt. Opfer und Killer verhalten sich wie immer selten dämlich und Wutausbrüche erfahrener Filmfans dürften nicht ausbleiben, wenn Protagonistin Justine Dinge tut, die normal denkende Menschen wohl niemals in solche Situationen anstellen würden. Ebenso hirnriesig ist die Tatsache, dass die vier Täter partout über den Aufenthaltsort ihres Opfer bescheid wissen und sich auf dem riesigen Unigelände wie von Geisterhand von einem Ort zum nächsten bewegen können. Trotz zig Logikfehler ist jedoch weitaus ausschlaggebender, dass ein Horrorfilm unterhält und nicht langweilt. KRISTY ist schnörkellose Suspense-Unterhaltung ohne Längen und das ist die Hauptsache. Wer nach THE PURGE, THE STRANGERS und all den packenden Terror-Slashern in letzter Zeit immer noch nicht die Nase voll hat von ungebetenen Gästen, darf selbstverständlich gern in KRISTY mit um das Leben von Heldin Justine laufen. Zeitverschwendung ist dieser handwerklich hervorragend umgesetzt Horror-Trip mit Sicherheit nicht.

 
 
 


 
 
 

KRISTY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Alles beim Alten und doch irgendwie kurzweilig. DONKEY PUNCH-Regisseur OLIVER BLACKBURN hat Altbekanntes neu aufbereitet und unterhält trotz Logikbarrieren und Horror-Klischees ungemein. Die finstere Mischung aus Terrorfilm, Slasher und Home-Invasion-Schocker besitzt Tempo, was man bei vielen Indie-Horrorfilmen neueren Datums schmerzlich vermisst. Damit lässt sich nämlich manch Ungereimtheit im Drehbuch geschickt vertuscht, schließlich bleibt bei temporeich inszenierter Horror-Ware kaum Zeit, sich Gedanken über Filmfehler zu machen. Erstaunlicherweise wurde KRISTY – LAUF UM DEIN LEBEN so ziemlich unblutig umgesetzt, was nicht dem aktuellen Horror-Trend entspricht. Der Fokus liegt vermehrt auf Suspense und Terror, was dem Streifen jedoch sichtlich gut steht. Somit gehört KRISTY auf jedem Fall zu den besseren Vertretern der momentan immer noch lukrativen Horror-Welle, der es hätte auch gut und gern ins Kino schaffen können. Wer die Möglichkeit hat BLACKBURNS Slasher-Flick auf der großen Leinwand sehen zu können, sollte die Gelegenheit nutzen. Dort wird er vermutlich seine ganz Wirkung entfalten können, denn KRISTY ist ohne Zweifel ein spannungsgelandener Slasher für Fans von Schockern wie THE STRANGERS und THE PURGE.
 
 
 


 
 
 

KRISTY – Zensur

 
 
 
KRISTY – LAUF UM DEIN LEBEN ist nicht sonderlich brutal. Gegen Ende werden die Täter recht kreativ um die Ecke gebracht. Die Brutalität des Racheakts hält sich in Grenzen. Das sah auch die FSK so und hat KRISTY bereits für Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben.
 
 
 


 
 
 

KRISTY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film / Sunfilm

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Random; USA 2014

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1, Englisch DTS-HD MA 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 07.08.2014

 

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KRISTY – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80/ Marcel Demuth

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
The Aggression Scale (2011)
 
The Purge (2013)
 
Home Sweet Home (2013)
 


Filmreview: „Hate Crime“ (2013)

hate crime (2013)
 
 
 

HATE CRIME

Story

 
 
 
Eine jüdische Familie wird während einer Geburtstagsfeier von drei Neonazis überrascht und terrorisiert …
 
 
 


 
 
 

HATE CRIME – Kritik

 
 
 
Wir heißen Euch willkommen in unserer neuen Rubrik: Filme, die die Welt nicht braucht, in die es die Terror-Gurke HATE CRIME mit Leichtigkeit geschafft hat. Regisseur JAMES CULLEN BRESSACK (übrigens der Sohn vom PINKY & THE BRAIN-Erfinder GORDON BRESSACK) hat bisher ein paar wenige Kurzfilme gedreht und war sogar auch schon für die Trash-Filmwerkstatt THE ASYLUM tätig, wo er mit dem überflüssigen 13/13/13 (2013) an einem Film werkelte, auf den nun wahrlich niemand gewartet hat. Weil er mit diesem Billig-Schund niemanden vom Hocker gerissen hat, fährt er jetzt schwerere Geschütze auf und versucht mit seinem Horror-Thriller HATE CRIME die nötige Aufmerksamkeit zu erhalten, die man sich als ernstzunehmender (?) Horrorfan- und Regisseur nun mal so wünscht. Die einfachste Methode wahrgenommen zu werden ist kontroverse Filme zu machen, die provozieren. Für Macher CULLEN BRESSACK Grund genug tief in der Horror-Mottenkiste zu wühlen und Themen hervorzukramen, mit denen bereits schon einmal Filmemacher für Zündstoff gesorgt haben. Für sein aktuelles Werk hat er sich beim Home-Invasion-Genre bedient und mixt es ganz unverfroren mit dem derzeit beliebten Found-Footage-Thema. Eigentlich keine schlechte Idee, wären nicht bereits unzählige Wackel-Filme in den letzten Wochen erschienen, die Horrorfans mit der Shaky-Cam-Methodik Kopfschmerzen und Schwindelgefühl bereitet haben. FUNNY GAMES (1997) dürfte für HATE CRIME Pate gestanden haben, denn eigentlich hat CULLEN BRESSACK hier nichts anderes gemacht, als die grandiose Idee von MICHAEL HANEKE zu kopieren. Das Resultat ist ein pseudo-polarisierender Schnellschuss, der eigentlich ganz böse und fies sein will, aber in den entscheidenden Momenten nicht den Mut besitzt konsequent zu sein. Stattdessen wird der Hass gegenüber gesellschaftliche Gruppen als Alibifunktion benutzt, um ein dümmliches Terror-Werk an den Zuschauer zu bringen, das hauptsächlich von der Zurschaustellung perverser Demütigungen lebt und dabei sogar auch noch langweilt.
 
Es geht um eine jüdische Familie, die gerade eine spaßige Geburtstagsfeier für den kleinen Sohnemann veranstaltet. Leider ist bald Schluss mit lustig, denn drei vermummte Gestalten verschaffen sich ungefragt Zutritt zum Haus und beginnen die Familienmitglieder zu terrorisieren. Die finden sich bald gefesselt im Hobbykeller wieder, wo die Mutter auf einem Billardtisch vor den Augen der Angehörigen vergewaltigt wird. Als wäre das allein nicht schon krank genug, soll sich wenig später auch der älteste Sohn an der Erziehungsberechtigten vergehen, dem aber erst einmal ein Hackenkreuz auf der Wange eingebrannt wird, damit er den Witzfiguren von Tätern nötigen Respekt zollt. Was der Zuschauer jedoch noch nicht weiß: Die Sadisten entpuppen sich als strunzdumme und hyperaktive Neonazis, die aus der Langeweile heraus Koks statt Ritalin konsumieren und Freude daran haben ihre Judenfeindschaft radikal ausleben zu können. Regisseur JAMES CULLEN BRESSACK kommt ziemlich schnell zum Punkt, scheint den Opfern bewusst keine Charakterisierung einräumen zu wollen und konzentriert sich stattdessen auf das möglichst widerwärtige Misshandeln seiner Figuren. Da wird dem Vater mit der Videokamera der Schädel eingeschlagen und auch noch die Tochter von einem der drei Nazis vergewaltigt; bis kurz vor Ende bleibt unschlüssig, was CULLEN BRESSACK mit seinem klischeebeladenen Snuff-Film überhaupt aussagen möchte. Erst kurz vor dem Abspann erklärt der passionierte Horrorfan, was er damit bezwecken wollte.
 
Wie der Filmtitel HATE CRIME bereits vermuten lässt, macht der Regisseur in seinem finsteren Machwerk Hasskriminalität zum Thema. Schenkt man den Informationen Glauben, die da nach Ende des Streifens über dem Bildschirm flimmern, werden jährlich über 80 000 Straftaten in den Vereinigten Staaten begangen, die auf Hass gegenüber gesellschaftliche Gruppen zurückzuführen sind. Die Idee zum Film kam CULLEN BRESSACK (selbst Jude) während eines Aufenthalts in Texas, wo er zusammen mit einem Geschäftspartner von einer Gruppe Skinheads belästigt und aufgefordert wurde zu gehen. Die Erfahrung hat ihn nachhaltig geprägt und zum Drehen des Filmes bewegt. Im Gegensatz zu Hanekes intelligenter Gesellschafts- und Medienschelte FUNNY GAMES ist HATE CRIME trotz brisanter Ausgangssituation nur ein weiterer plumper Terror-Flick, der vordergründig damit beschäftigt ist, die bekannten Home-Invasion-Klischees abzuhaken. Wir sehen die obligatorische Vergewaltigung, die man mittlerweile in jedem zweiten Rache- und Folterfilm zu sehen bekommt und die lang ausgewalzten Gewalteskapaden haben selbstverständlich auch ihren Weg in den Film gefunden. Zudem sind die Opfer ohnehin zu dumm zum Flüchten und stolpern stattdessen bevorzugt über die eigenen Beine oder genau vor das Zielfernrohr der hormongesteuerten Bösewichte. Letztere prägen sich nicht durch skrupelloses Vorgehen ins Gedächtnis, sondern durch die Art und Weise wie sie dem Zuschauer auf den Zeiger gehen. Selten hat man derart aufgekratztes Waschweibergegacker ertragen müssen für das der Zuschauer wirklich stahlharte Nerven benötigt. Auch wenn sich hungrige Gewaltfans bei derart krankem Stoff gierig die Hände reiben werden, sonderlich brutal ist HATE CRIME nicht. CULLEN BRESSACK setzt vermehrt auf Terror und fieses Kameragewackel. Der Found-Footage-Stil bietet im Falle von HATE CRIME diesmal ausnahmsweise einen Mehrwert, weil sich der Film Dank des Wackelformats anfühlt, als würde der Zuschauer gerade einem Snuff-Movie beiwohnen. Gut wird dieser Streifen aber dadurch noch lange nicht, was vor allem daran liegt, dass der Film sich nicht ernsthaft mit seiner kontroversen Thematik auseinandersetzen möchte. Außerdem will HATE CRIME einfach nichts Neues bieten, was man zuvor nicht schon in FUNNY GAMES, KIDNAPPED oder HOME SWEET HOME gesehen hat. Auch wenn man die Geschehnisse diesmal aus der Sicht der Bösewichte erlebt und der Filmfan ganz viel Elend und Leid vor die Linse bekommt, ist HATE CRIME nichts weiter als ein austauschbarer Horror-Thriller, bei dem der Regisseur die angestrebte Gesellschaftskritik ganz flink aus den Augen verliert, um der Horror-Fanbase gerecht zu werden können. Die ist seit HOSTEL und SAW gewaltverwöhnt und lobpreist nur jene Filme, die durch möglichst viel Sadismus und Brutalität glänzen – Zutaten, die HATE CRIME auf jeden Fall mitbringt. Übrigens zählt JAMES CULLEN BRESSACK den HOSTEL-Dreher ELI ROTH zu seinen Vorbildern. Dass da aus HATE CRIME kein vernünftiger Film geworden ist, dürfte erfahrene und anspruchsvolle Horrorfans nur wenig verwundern.
 
 
 


 
 
 

HATE CRIME – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
FUNNY GAMES meets AMERICAN HISTORY X. Pseudo-polarisierender Terrorfilm im aktuell so beliebten Found-Footage-Gewand, der brisante Gesellschaftskritik als Alibifunktion benutzt, um ganz viel Leid und Elend auf der Mattscheibe zeigen zu können. Wäre HATE CRIME vor 20 Jahren in die Kinos gekommen, der Streifen hatte wohlmöglich wirklich provoziert. Leider ist das Gezeigte mittlerweile so ausgelutscht, dass selbst die obligatorischen Vergewaltigungen in solchen Filmen nicht mehr wirklich schockieren wollen. HATE CRIME bietet nichts, was man nicht schon dutzende Male in Home-Invasion-Streifen gesehen hat. Die Opfer werden von einer Demütigung zu nächsten getrieben und verhalten sich dazu auch noch vollkommen dämlich. Haben die dann mal die Gelegenheit den Schurken das Handwerk zu legen, wird stattdessen lieber mit dem Messer vor deren Gesichter umhergefuchtelt, als zugestochen. Angeblich soll HATE CRIME der Thematik wegen international keinen Verleih gefunden haben, was jedoch als geschickt platzierter PR-Gag gewertet werden darf, denn HATE CRIME ist alles andere als kontrovers oder polarisierend. Vielmehr handelt es sich bei diesem Streifen um einen weiteren, austauschbaren und vor allem überraschungsarmen Horrorfilm, der sich bekannten Horrorklischees bedient und nur jenen Fans empfohlen sei, die eine Vorliebe für Filme besitzen, in denen Protagonisten sinnbefreit gedemütigt werden.
 
 
 


 
 
 

HATE CRIME – Zensur

 
 
 
HATE CRIME ist nicht sonderlich brutal und lebt vordergründig vom psychischen Erniedrigen der wehrlosen Opfer. Diese werden vergewaltigt, geschubst und geschlagen. Gegen Ende wird sogar ein Auge entfernt und ein Kopf eingeschlagen. Weil sich die Gewalt zusätzlich mit rechtsradikalem Kontext vermischt, gehen wir von keiner ungeschnittenen Freigabe in Deutschland aus. HATE CRIME dürfte hierzulande nur geschnitten und für ein volljähriges Publikum erscheinen. Ungeschnitten ist dieser Streifen ein potenzieller Index-Kandidat.
 
 
 


 
 
 

HATE CRIME – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Funny Games (1997)
 
Kidnapped (2010)
 
You’re Next (2011)
 
In Their Skin (2012)
 
The Aggression Scale (2012)
 
The Purge (2013)
 


Filmreview: „Home Invasion“ (2012)

home invasion 2012
 
 
 

HOME INVASION

Story

 
 
 
Nicole hat kein leichtes Los gezogen. Erst bricht man bei ihr ein, danach läuft in ihrem Leben alles drunter und drüber. Ganz unbegründet sind die privaten Tiefschläge nicht, werden sie doch von der schönen Jade inszeniert, die sich für den Mord an ihren Einbrecherfreund rächen will, den Adoptivmutter Nicole in Notwehr erschossen hat …
 
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Kritik

 
 
 
Es ist immer wieder erstaunlich zu welch hirnrissigen Aktionen Menschen in Horrorfilmen fähig sind, wenn sie sich unter fadenscheinigen Gründen in rachsüchtige Psychopathen verwandeln „müssen“. Bei Jade (HAYLIE DUFF) zum Beispiel brennen die Sicherungen durch, weil ihr Lover schlicht und einfach zu blöd zum Einbrechen war. Der lauert gemeinsam mit seinem Kumpel der ahnungslose Nicole (LISA SHERIDAN) auf, die von den zwei Gaunern in den heimischen vier Wänden überfallen wird. Kohle ist dem Kleinkriminellen Will (TAYMOUR GHAZI) zu wenig, so dass er gleich erstmal am Opfer herumfingern muss. Das findet im Geldtresor eine Waffe, drückt den Auslöser und schießt wild um sich. Leider hat sie dabei ausgerechnet den grabschenden Langfinger erwischt, der eine neunmalkluge Groupie-Freundin trauernd zurücklässt. Die ist selbstverständlich unglaublich sauer über den schmerzlichen Verlust und schwört grausige Rache, weil sie scheinbar sonst nichts anderes in ihrem Leben zu tun hat. Leider ist Jade aber nicht gerade die hellste Kerze auf dem Kuchen, denn ihr hundsgemeines Rachespiel führt nur selten zum Erfolg. Mit unbeholfenen Intrigen will sie der sympathischen Nicole das Leben vermiesen, schleicht sich in ihr Leben und stiftet lächerliches Chaos.
 
Ja, wir sind hier im TV, denn bei diesem Film handelt es sich um hastig heruntergekurbeltes Fernsehmaterial ohne Nachdruck und Tiefgang. HOME INVASION nennt sich das Trauerstück, dass mit vielversprechendem Titel lockt und gar reißerische Horrorfilme Revue passieren lässt, die in jüngster Vergangenheit dank der titelgebenden Problematik zu Ruhm gekommen sind. Doch von kontroversen Machwerken wie KIDNAPPED, FUNNY GAMES oder IN THEIR SKIN ist das vorliegenden Fernsehsüppchen weit entfernt. Unbequemes Terrorkino und kaltschnäuzige Brutalitäten sucht man hier vergebens. Verwunderlich ist das natürlich nicht, will man ja schließlich kleine Grünschnäbel nicht um den wohlverdienten Schlaf bringen, die da zusammen mit den Eltern neugierig im TV-Vorabendprogramm durch die Kanäle zappen und bei HOME INVASION hängen geblieben sind. Für eingefleischte Horrorfans ist HOME INVASION mit Sicherheit eine Lachnummer. Gewalt ist fast nicht vorhanden, der Unterhaltungsfaktor gleich null und wirklich böse will der Film mit der irreführenden Titelkreation auch nicht werden. So reicht es letztendlich aus, wenn man sich den taktisch unklug geschnittenen Trailer anschaut, der praktisch den gesamten Film in knapp zwei Minuten zusammenfasst. Auch wenn man die Trailermacher für eine derartige Dummheit bestrafen müsste, hat das Werbefilmchen auch etwas Gutes, schließlich spart man sich so kostbare Lebenszeit, die man in die Sichtung weitaus wichtigerer Horrorfilme investieren kann.
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Ermüdender Psycho-Thriller, der aufgrund fehlender Gewaltmomente und null Suspense im Kinderkanal vermutlich besser aufgehoben wäre. Es ist unverschämt mit welch irreführenden Titeln Filmemacher die Aufmerksamkeit der Zuschauer gewinnen wollen. HOME INVASION ist ein unspektakulärer TV-Event, der sich dem Stalker-Subgenre bedient und eigentlich kaum Daseinsberechtigung besitzt. Mit Home-Invasion-Horrorfilmen hat dieser Streifen rein gar nichts am Hut und dürfte vermutlich nicht einmal Kindern ein müdes Lächeln entlocken können.
 
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Zensur

 
 
 
Die Mogelpackung HOME INVASION dürfte, insofern sie in Deutschland einen Rechteinhaber finden sollte, problemlos ab 16 Jahren freigegeben werden, denn Gewalt ist in diesem Film kaum vorhanden.
 
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
In their Skin (2012)
 
The Aggression Scale (2012)
 
Funny Games (1997)
 
Kidnapped (2010)