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Filmkritik: „Bajo la Rosa“ (2017)

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BAJO LA ROSA

(UNDER THE ROSE)

Story

 
 
 

Du kannst auch FUNNY GAMES 2 zu mir sagen. Eine Familie kämpft um das Überleben der entführten Tochter mit allen Mitteln. Das nutzt der Täter aus, um mit den Angehörigen ein krankes Spiel zu spielen.

 
 
 


 
 
 

BAJO LA ROSA – Kritik

 
 
 
In Zeiten ultra-brutaler Gewalt im Kino scheint es nicht mehr viel zu geben, was das Publikum schockieren könnte. Da wird beinahe schon routiniert gequält, gefoltert und schikaniert, als gäbe es keinen Morgen mehr. Doch immer mehr Zuschauern reicht der stumpfsinnige Gewaltkick allein nicht mehr aus. Offenbar ist man der Meinung schon alles gesehen zu haben und sucht nach neuen Extremen. So müssen größere Tabubrüche und gewagtere Grenzüberschreitungen her, damit die gewünschte Schockwirkung erzielt werden kann. Eine Mammutaufgabe, der mittlerweile nur noch wenige Regisseure gewachsen sind. Viele derer scheitern kläglich. Dennoch gibt es Filmemacher, die mit kontroversen Inhalten verstören wollen und darin so ziemlich gut sind. Zu einem derer gehört JOSUÉ RAMOS. Der ist noch recht neu im Filmbusiness und hat mit BAJO LA ROSA (internationaler Titel: UNDER THE ROSE) gleich mal ein Brett von Film gedreht, das dort trifft, wo es am meisten weh tut. Dabei nutzt er weder ausufernde Gewalt, noch waten die Figuren in Blut. Da fragt sich manch einer zu Recht, wie es BAJO LA ROSA auf die Liste der härtesten Genre-Filme 2018 schaffen kann. Manchmal ist eben weniger mehr.
 
 
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Wenn Eltern für das Leben ihres Kindes alles tun. Eigentlich führt Familie Castro ein Bilderbuchleben. Geld ist vorhanden, die Kinder sind strebsam und auch zwischen den Eltern herrscht grenzenlose Harmonie. Bis eines Tages die kleine Sara verschwindet und einen Strudel von Umständen entfacht. Das Mädchen wurde entführt – aber der Kidnapper fordert kein Lösegeld. Stattdessen will der ein Spiel spielen. Wird die Aufgabe binnen sechs Stunden gelöst, lässt man das Kind frei. Ist man der Herausforderung nicht gewachsen, muss Sara ihr Leben lassen. Doch was genau wird im Spiel gespielt? So ganz sicher sind sich die unfreiwilligen Teilnehmer darüber nicht. Man soll sich die Wahrheit sagen. Doch was ist damit gemeint? Eine Frage, die in den nächsten Stunden den Zusammenhalt einer ganzen Familie auf die Probe stellen wird. Harter Stoff – versprochen!
 
 
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Let’s talk about your secrets! Viel über den heftigen Plot zu verraten ist im Falle von BAJO LA ROSA fatal. Der Film orientiert sich in seiner Machart an den 1997 gedrehten Psychothriller FUNNY GAMES, wo zwei Fremde eine unschuldige Familie terrorisieren und quälen. Ganz ähnlich geht es auch in dieser spanischen Produktion zu, wobei hier aber hauptsächlich terrorisiert wird und das auf psychischem Wege. JOSUÉ RAMOS hat mit seinem zweiten Spielfilm einen unscheinbaren Plot zu Papier gebracht, dessen kranken Verlauf man anfangs nicht kommen sieht. Was nämlich ganz unscheinbar beginnt, steigert seine Intensität beinahe minütlich. Dabei sucht der geheimnisvolle Fremde aus einem ganz bestimmten Grund diese Familie auf. Es ist nicht die Lust am Töten. Dieser Mann hat andere Intensionen, welche sich nach und nach offenbaren. Da tun sich Abgründe auf, Opfer werden zu Tätern und umgekehrt. Doch nicht nur der Rollentausch kommt unvorbereitet. Auch die Auflösung trifft wie ein Schlag, ist unangenehm aber befreiend zugleich. BAJO LA ROSA ist der ideale Film für jene, die mit der nicht minder kontroversen DVD-Reihe KINO KONTROVERS so ihre Freude hatten. Darin erscheinen anspruchsvolle Genre-Filme, die nur ein Ziel haben: zu polarisieren. Auch dem von JOSUÉ RAMOS geschriebenen und inszenierten Psychothriller gelingt das zweifelsohne spielerisch. Nicht umsonst avancierte dieser Schocker zu einem der erfolgreichsten spanischen Festival-Exporte aller Zeiten. Wer das nicht glaubt, sollte sich diesen Film vormerken. Aber: Wer hier den ultimativen Gewalt-Overkill mit Blutrausch erwartet, dürfte bitter enttäuscht werden.
 
 
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BAJO LA ROSA – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Abartig, krank und nichts für sensible Gemüter. BAJO LA ROSA ist ein Brett von Film – und das ganz ohne ausufernde Gewaltausbrüche und Gore-Effekte. Der kontroverse Streifen ist im Psychothriller-Fach zu Hause und überzeugt vor allem durch ein grandioses Zusammenspiel seiner Figuren. Die werden von Schauspielern verkörpert, die so erfahren agieren, dass BAJO LA ROSA unerbittlich authentisch wirkt. Die Gefühlsausbrüche und das Geschrei im Film fühlen sich erschreckend echt an und gehen deshalb durch Mark und Bein. Zuschauer ohne stahlharte Nerven werden da schnell das Weite suchen, zumal Regisseur JOSUÉ RAMOS das Publikum knapp 100 Minuten durch die emotionale Psycho-Hölle gehen lässt und Kompromisse scheut. Überraschenderweise wird hier die Schockwirkung ohne den Holzhammer bewirkt. Im Film wird viel gesprochen, Gewalt wird kaum eingesetzt. Was dadurch aber zutage gefördert wird, ist keineswegs Kinderfasching. BAJO LA ROSA ist ein polarisierendes Stück Kino für jene, die auch im Home-Invasion-Genre einen gewissen Anspruch erwarten. Der Aufbau ist ruhig und lange Kameraeinstellungen ohne Schnitte dürften vor allem Zuschauer überfordern, die es sonst eher hektisch, schnell und reißerisch bevorzugen. Genau dieses Publikum setzt daher mal aus und wartet besser auf den nächsten hier vorgestellten Horrorschocker, denn BAJO LA ROSA sollte ausschließlich von interessierten und aufgeschlossenen Filmfan gesehen werden.
 
 
 


 
 
 

BAJO LA ROSA – Zensur

 
 
 
Schockieren und das ohne Gewalt? BAJO LA ROSA ist so ein Film, der kaum Schauwerte zu bieten hat. Das dialoglastige Schockwerk hat nur wenige Szenen zu bieten, die Lebenssaft zeigen. Zähne werden gezogen, sexuelle Erniedrigung ist Teil einer Szene und ein Protagonist verliert sein Geschlechtsteil. Wer aber jetzt glaubt, dass die Kamera die Gewalt reißerisch einfängt, irrt gewaltig. Die blendet weg, wenn es für Fans deftiger Gewaltszenen interessant wird. So vernimmt man nur Wimmern und Geschrei, während die Grausamkeiten ihren Lauf nehmen. Dabei fokussiert die Kamera die Gesichter der Betroffenen, was das Kopfkino des Zuschauers ankurbelt. Ein perfider aber auch genialer Schachzug, denn gerade durch diese Minimalisierung wirkt Gezeigtes doppelt so hart. Man darf – gerade wegen der polarisierenden Handlung – von einer Erwachsenenfreigabe ausgehen.
 
 
 


 
 
 

BAJO LA ROSA – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei JRS FILMS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Funny Games (1997)
 
Kidnapped (2010)
 
Hate Crime (2013)
 

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Filmkritik: „Freehold“ (2017)

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FREEHOLD

(TWO PIGEONS)

Story

 
 
 

Ein Fremder versteckt sich in einer Wohnung, die ihm nicht gehört und macht dem Mieter dieses Apartments das Leben zu Hölle.

 
 
 


 
 
 

FREEHOLD – Kritik

 
 
 
Für die meisten Leser von FILMCHECKER dürfte das eigene Zuhause wohl einer der Plätze sein, an dem Fremde unerwünscht sind. Umso erschreckender der Gedanke daran, dass tagtäglich skrupellose Menschen weltweit in genau jene Behausungen eindringen, um den friedlichen Rückzugsort zu verwüsten und so sichere Wände zum Horrorheim machen. Genau jene Thematik liegt dem makabren Thriller FREEHOLD zugrunde, der anfangs eigentlich mal TWO PIGEONS heißen sollte. Hier bricht ein knochiger Mann in eine Wohnung ein, die ihm nicht gehört. Der will dort aber nicht Schmuck und Geld stehlen, sondern hat andere Intensionen. Hinter dem etwas anderen Home-Invasion-Film steckt mal wieder ein Neuling, der bisher nur mal Folgen für eine TV-Serie gedreht hat. Nun will Regisseur DOMINIC BRIDGES ins Filmbusiness einsteigen und feiert mit dem bitterbösen FREEHOLD sein Regiedebüt. Feingeister sind hier fehl am Platz. Ob jene Tatsache Gutes verheißt?
 
 
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Manche Leute bekommen das, was sie verdient haben. In FREEHOLD geht es um zwei Männer, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Während der eine ein Leben mit all seinen Vorzügen genießt, hat es sich der andere zur Aufgabe gemacht dessen Leben zu zerstören. Orlan hat offenbar alles verloren, was ihm lieb und teuer war. Deshalb schwört er Rache. Er schleicht sich heimlich in die Wohnung des Womanizer Hussein ein, um ihm dort das Leben zur Hölle zu machen. Während das ahnungslose Opfer schläft, kriecht Orlan aus seinem Versteck und huscht nachts durch das fremde Apartment, um perfide Pläne auszuhecken. So füllt der ungebetene Gast Chemikalien ins Shampoo seines Opfers, versendet Bilder seines Gemächts an den Arbeitgeber des Gepeinigten und treibt das Leben des taffen Hussein so allmählich ins Chaos. Was folgt sind keine rosigen Aussichten für den eigentlichen Mieter. Der versteht bald die Welt nicht mehr, verliert Freundin und Job und zweifelt am eigenen Verstand. Ob der Denkzettel auch ankommt? Am Ende weiß der Zuschauer mehr.
 
 
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Kein Horrorfilm, sondern eher eine schwarze Komödie mit Ekelgarantie, die aber ein Problem hat. Der Streifen ist in Anbetracht der überschaubaren Grundidee ein klein wenig zu lang geraten und hat viel Leerlauf zu bieten. Die Geschichte vom ungebetenen Hausgast, der unter der Couch haust und sich wie ein Geist durch die Wohnung bewegt, passt auf einen Bierdeckel. Dennoch versucht Regisseur DOMINIC BRIDGES die Geschehnisse auf Spielfilmlänge zu blasen, damit FREEHOLD zumindest auf 80 Minuten Laufzeit kommt. So gehen schnell die Ideen aus, wie man Opfer Hussein und dessen Leben so manipulieren könnte, damit der an seinen Verstand zweifelt und die Beziehung zu seiner Freundin gegen die Wand fährt. Um dem Fan sonderbarer Späße dennoch Schauwerte bieten zu können, wird von der Ekelkeule Gebrauch gemacht. Der heimliche Untermieter Orlan putzt sich die Ohren mit der Zahnbürste seines Opfers, rotzt in dessen Mundwasser, uriniert auf Besteck und zieht sich die Unterhosen des Wohnungseigentümers an. Das ist teilweise schon arg grenzwertig und weit weg von gutem Geschmack – zumal die perfiden Einfälle des unsichtbaren Wohnungsbesetzers immer radikaler werden und Zuschauer mit empfindlichen Magen und hohem Reinheitsempfinden vor Herausforderungen stellt. Dass eine Konfrontation beider Seiten unausweichlich ist, dürfte auf der Hand liegen. FREEHOLD lässt die beiden Parteien am Ende aufeinandertreffen, hält sich bis dahin aber mit Antworten über Hintergründe zurück. Erst im Finale wird erklärt, warum sich der hagere Orlan zum erfinderischen Psychopathen entwickelt. Dessen Gründe wirken plausibel.
 
 
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Letztendlich ist FREEHOLD ganz nett. Der Gedanke, dass sich Fremde in Abwesenheit die eigene Wohnung zu eigen machen ist erschrecken und ungemütlich. Daraus zieht der makabre Psychospaß seinen Reiz, der laut Filmposter von namhaften amerikanischen Filmseiten und Zeitschriften großes Lob erhielt. In diesem Fall ist das aber reines Marketing. Auch wenn sich die Geschichte hinter FREEHOLD interessant anhört, eignet sich der Streifen gerade mal als kurzer Mitternachtssnack. Viel Tiefgang hat der Film nicht. Vermutlich dürfte er daher auch nur einmal im Player landen. Ein zweites Mal muss man FREEHOLD – trotz zynischem Ende – nicht unbedingt sehen.
 
 


 
 
 

FREEHOLD – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Eklig, makaber und rabenschwarz. FREEHOLD ist der etwas andere Home-Invasion-Thriller, der vermutlich das Interesse aller Freunde des schlechten Geschmacks auf den Plan rufen dürfte. Die werden aber wohl auch die einzigen sein, die FREEHOLD ohne Würgereflex überstehen werden, denn was in diesem erstaunlich unblutigen Rachefilm gezeigt wird, befindet sich weit unter der Gürtellinie. Regisseur DOMINIC BRIDGES versucht im ersten Spielfilm mit Ekelmomenten zu schockieren. Diese gehen diesmal aber nicht in die Richtung Splatter und Gore. FREEHOLD polarisiert mit Körperflüssigkeiten und der Tatsache, welch abartige Gedanken in so manchem Drehbuchschreiber schlummern. Dennoch ist der erste Spielfilm von DOMINIC BRIDGES nicht unbedingt schlecht. Das Kammerspiel ist im Provozieren von Ekel richtig erfinderisch und hat mit Schauspieler JAVIER BOTET auch noch einen charismatischen Darsteller in petto, der hier den mysteriösen Untermieter verkörpert. Botet hat schon in vielen namhaften, spanischen Horrorstreifen mitgespielt. Darunter MAMA, diversen [REC]-Filmen und MAD CIRCUS. Zudem war er auch schon in amerikanischen Horror-Blockbustern zu sehen. So übernahm er in CONJURING 2 den Crooked Man, flüchtet in ALIEN: COVENANT vor Aliens und bekam das kalte Grausen im Gruselstreifen DON’T KNOCK TWICE. Offenbar ist der spanische Schauspieler Horrorfan mit Leib und Seele. Da hat er mit allen Lesern von FILMCHECKER wohl etwas gemeinsam.
 
 
 


 
 
 

FREEHOLD – Zensur

 
 
 
FREEHOLD oder TWO PIGEONS ist kein Horrorfilm und hat auch keine Gewalt zu bieten. In einer Szene schneidet sich einer der Protagonisten mit Absicht in den Finger und verteilt sein Blut über sein schlafendes Opfer. Weil die Situation im Film und die Ekelszenen definitiv nichts für Kinder sind, dürfte FREEHOLD wohl eine FSK16 erhalten – insofern man den Streifen überhaupt in Deutschland veröffentlichen wird.

 
 
 


 
 
 

FREEHOLD – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Mallinson Film Productions)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Crazy Murder (2014)
 
Home Invasion – Dieses Haus gehört mir (2013)
 
Sleep Tight (2011)