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Filmkritik: „Hush“ (2016)

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HUSH

(STILL)

Story

 
 
 

Irgendwo im Hinterland wird eine ahnungslose, taubstumme Schriftstellerin (KATE SIEGEL aus OCULUS) von einem armbrustschwingenden Psychopathen terrorisiert, der leider den Mut und die Wut seines behinderten Opfers unterschätzt hat.

 
 
 


 
 
 

HUSH – Kritik

 
 
 
Was macht selbst die austauschbarsten Horrorfilme interessant? Wenn man die Helden dieser Filme mit einem Handicap versieht, das selbst alltägliche Verrichtungen erschwert und gewöhnlichste Situationen in unüberwindbare Herausforderungen verwandelt. So geschehen in einigen der letzten Produktionen, die wir hier auf FILMCHECKER besprochen haben. Die Blindheit ihrer Protagonisten hat Filmen wie DEVIL MAY CALL oder DAS PENTHOUSE zu halbwegs passabler Genreunterhaltung gemacht, weil die Macher dieser Thriller das Spiel mit der Beeinträchtigung der Sehkraft so geschickt für den Spannungsaufbau ihrer Filme verwendet haben, dass aus eigentlich belanglosen Horrorfilmen ganz packende Samstagabend-Filme geworden ist. Auch das neue Werk von OCULUS-Macher MIKE FLANAGAN ist auf dem Papier nicht gerade das, was mancher Horror-Feingeist als Offenbarung bezeichnen würde. Bitterböses Home-Invasion-Grauen wird mal wieder geboten. In der Vergangenheit kam so was zu zweifelhaften Ruhm, wenn in vielen ähnlich gelagerten Filmen gedemütigt, gequält und schließlich gemordet wurde. Den gleichen Kurs behält auch HUSH bei, der in erster Linie durch blutiges Einerlei auffällt, aber unterm Strich doch fesselnder ist, als die Inhaltsangabe vermuten lässt.
 
 
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Die Geschichte zu HUSH ist schnell erzählt. Nach dem Spiegel-Horror OCULUS entführt Regisseur MIKE FLANAGAN Genrefans in dunkle Wälder, wo die taubstumme Schriftstellerin Maddie (KATE SIEGEL) zurückgezogen in einem adrett eingerichteten Haus lebt und ganz modern mit Smartphone und Laptop kommuniziert. Die beste Freundin kommt zu Besuch, bleibt aber nicht lange (am Leben), weil ein maskierter Killer vor dem Haus mörderische Spiele treibt. Der scheint eine Leidenschaft fürs Terrorisieren ahnungsloser Frauen zu besitzen, die fernab der Zivilisation besseres zu tun haben, als sich gegen einen unaufhaltsamen Psychopathen zur Wehr zu setzen, der dazu noch mit einer Armbrust Pfeile in unachtsame Opfer schießt. Leider hat’s Maddie als nächstes getroffen. Doch die Frau bleibt stark. Sie lässt sich auf ein blutiges Katz- und Mausspiel ein, das am Ende nur einen Sieger kennt. Mögen die Spiele beginnen.
 
 
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Eigentlich ist HUSH (der übrigens in Deutschland unter dem Titel STILL veröffentlicht wurde) nicht der Rede wert, denn grundsätzlich hat der Streifen neben hektischen Hetzjagden durch Haus und Garten nicht viel zu erzählen. Der dialogarme, ja passend fast dialoglose Horrorthriller zehrt aber vom unbändigen Überlebenswillen seiner sympathischen Hauptfigur, die es dem Bösewicht mit viel Geschickt und List nicht gerade leicht macht, sein Opfer in den Filmhimmel zu befördern. Heldin Maddie ist nämlich mit allen Wassern gewaschen und weiß sich zur Wehr zu setzen – und das nicht gerade zimperlich. So schnappt sie sich ganz nebenbei das Mordwerkzeug ihres Gegenübers und feuert schonungslos zurück. Trotz einfacher Genre-Rezeptur besitzt HUSH einen gut durchdachten Spannungsbogen. In Angesicht der eher überschaubaren Handlung ist das schon als Kunststück zu bezeichnen, denn Regisseur MIKE FLANAGAN versteht Altbekanntes so aufzuärmen, dass man das Gefühl hat etwas Neues serviert zu bekommen. Das fährt Publikumslob ein. Definitiv sogar, denn trotz der vorhersehbaren Szenenabläufe zieht einen HUSH ziemlich schnell in seinen Bann – vor allem auch, weil Flanagan weiß, was Horrorfans wollen. Das ist nun mal Gewalt und die wird im Film ordentlich zur Schau gestellt, ob sie nun hätte sein müssen oder nicht. Damit tritt HUSH in die Fußstapfen bekannter Home-Invasion-Referenztitel, die unter den Titeln INSIDE oder YOU’RE NEXT, jedem halbwegs bewanderten Horrorfan ein Begriff sein dürften. Qualitativ und gewalttechnisch ist der Streifen von den blutigen Qualitäten genannter junger Klassiker nicht entfernt. Demnach ist HUSH für Horrorfans ein Muss.
 
 
 


 
 
 

HUSH – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein schonungslos-blutiges Katz-und-Mausspiel par excellence. Der neue Horrorbeitrag vom OCULUS-Regisseur MIKE FLANAGAN dürfte bei Horrorfans einen löblichen Eindruck hinterlassen. Der Film ist tatsächlich ziemlich brutal und zudem auch noch spannend. Eine Glanzleistung, erzählt HUSH im Grunde nichts anderes, als viele Home-Invasion-Schocker vor ihm. Was den Film aber vom Gros des Genres abhebt, sind die unerwarteten Kräftemessereien zwischen Opfer und Täter. Die bekriegen sich im Verlauf der Handlung bis aufs Messer, so dass sich die Mattscheibe rot färbt! Filmemacher MIKE FLANAGAN spielt mit dem Handicap seiner taubstummen Filmheldin und erschafft gekonnt Spannung. Hauptfigur Maddie kann nämlich nicht hören, was der Killer so treibt, wenn er die Beeinträchtigung seines Opfers ausnutzt, um ihr an die Kehle zu gehen. Einige pulstreibende Momente sind so garantiert. Das lässt HUSH aus der Landschaft so vieler schlechter Horrorfilme hervorstechen wie eine Blüte im Sumpf. Der Film erlebte übrigens eine sonderbare Erstveröffentlichung in Deutschland. Statt – wie gewöhnlich für die meisten Indie-Horrorfilme – auf DVD oder Blu-ray Premiere zu feiern, erschien HUSH hierzulande unter dem Titel STILL exklusiv auf der VOD Plattform NETFLIX. Wohlmöglich um mehr Genrefans zum Abonnement zu bewegen. Film-Sammler, die eine Vorliebe fürs physische Medium besitzen, dürfte eine derartige Veröffentlichungspolitik erst einmal tief getroffen haben. Da kann man hoffen, dass eine derartige Release-Politik keine Schule macht.
 
 
 


 
 
 

HUSH – Zensur

 
 
 
In HUSH (deutscher Titel: STILL) geht es recht schroff zu. Eine Protagonistin wird regelrecht mit einem Messer abgeschlachtet. Eine andere Filmfigur bekommt ein Messer in den Hals gerammt und verblutet. Ansonsten gibt es viele kleine Gemeinheiten zu sehen (u.a. Pfeile durch Körper, zermatschte Hand), die die Gewaltfraktion zufriedenstimmen werden. Hierzulande dürfte es bei einer Prüfung durch die FSK dafür eine ungeschnitten Erwachsenenfreigabe geben – keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

HUSH – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Deadly Home (2015)
 
Tiger House (2015)
 
The Aggression Scale (2012)
 
Home Sweet Home (2013)
 


Filmkritik: „Home Invasion“ (2016)

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HOME INVASION

Story

 
 
 

Eine Mutter (Natasha Henstridge) wird mit ihrem pubertierenden Stiefsohn (Liam Dickinson) von drei Einbrechern zu Hause überrascht. Nun ist guter Rat teuer.

 
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Kritik

 
 
 
Zu Hause ist es immer noch am schönsten – manchmal aber auch nicht. Letztere Erkenntnis muss NATASHA HENSTRIDGE in HOME INVASION machen, die nach der SPECIES-Trilogie endlich mal wieder in einem Film mitspielt, der auch beim Genrefan auf Interesse stoßen könnte. Die spielt im Film mit vielversprechendem Titel eine treusorgende Ehefrau, die sich zwar in einem riesigen Anwesen um die Erziehung von Stiefsohn Jacob kümmert, aber mit der Beziehung zum Kindesvater abgeschlossen hat, weil der ohnehin nur arbeiten ist. Weil das Haus irgendwo am Hintern der Welt gebaut wurde, wurde es vom Eigentümer mit teurer Überwachungstechnik ausgestattet, die jeden Winkel des Gebäudes erfassen kann. Leider scheint irgendwas Kostbares im Haus verborgen zu liegen, was das Interesse von drei Eindringlingen auf den Plan ruft. Die verschaffen sich maskiert Zutritt und besprühen Überwachungskameras mit Farbe. Doch Mutter Chloe weiß Rat. Sie kontaktiert jenes Sicherheitsunternehmen, das mit dem Bau der Überwachungstechnik beauftragt wurde. Das kennt versteckte Kameras im Haus, die von den Einbrechern nicht entdeckt wurden. Per Telefon lotst Sicherheitsmann Mike (JASON PATRIC) die Bewohner unentdeckt zum Ausgang des Hauses. Doch die ungebetenen Besucher wissen über Anwesenheit der Eigentümer bescheid und wollen Zeugen ausradieren. Sie läuten eine Jagd auf die Bewohner ein, haben aber nicht mit der List von Mutter Chloe gerechnet.
 
 
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Wenn ein angepriesener Thriller in Amerika mit PG-13 vermarktet wird, schwant dem horrorfilmbegeisterten Zuschauer nichts Gutes. Dass HOME INVASION auch noch aus der Feder von PETER SULLIVAN stammt, bestätigt Befürchtungen. Der zeichnet nämlich in erster Linie für Drehbücher zu unzähligen TV-Produktionen verantwortlich und hat viele dieser Filme auch gleich selbst produziert oder gedreht (darunter HIGH SCHOOL EXORCISM). Mit schweißtreibendem Überlebenshorror hat HOME INVASION demzufolge wenig am Hut. Vielmehr erweckt der Thriller den Eindruck, dass auch hier schnell was fürs amerikanische TV gedreht werden musste, damit Sendeplatz gefüllt werden kann. Als kleiner Sonntagabendsnack mag das ausreichen, im Gedächtnis kleben bleibt nichts, denn der Filmtitel weckt falsche Erwartungen. Wer hier grausames Quälen, perverses Demütigen oder kaltschnäuziges Rächen vermutet, liegt falsch. Vielmehr orientiert sich HOME INVASION in seiner Machart an den 2003 von DAVID FINCHER inszenierten PANIC ROOM in dem sich eine kleine Familie vor Einbrechern in einem Schutzraum verstecken musste. Was jedoch dort auf wenige Quadratmeter packend abgehandelt wurde, verpufft in HOME INVASION mangels Ideenreichtum. Hier flüchtet sich NATASHA HENSTRIDGE mit dem wenig talentierten Filmsohn LIAM DICKINSON von Versteck zu Versteck, während Einbrecher in Seelenruhe einen Tresor knacken wollen und dem Zuschauer nicht mitteilen wollen, was sich darin eigentlich befindet. Viel Tiefe erhält keiner der Anwesenden und Suspense wird auf Sparflamme geköchelt. Stattdessen scheint Henstridge reichlich unterfordert zu sein und winselt sich reichlich übertrieben durch einen Film mit dünnem Plot.
 
 
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HOME INVASION ist ein lustloser DTV-Thriller für zartbesaitete Hausfrauen, denen bereits bei TV-Sendungen wie AKTENZEICHEN XY…UNGELÖST das Herz vor Aufregung schnell schlägt. Aufgrund der vielen, harten Home-Invasion-Thriller der letzten Jahre entpuppt sich der von DAVID TENNANT inszenierte Schnarcher als unnötiger Zeiträuber, der Home-Invasion nach Schema F abhandelt aber gänzlich auf Unterhaltung für Erwachsene verzichtet. Zwar gibt am Ende kurzen Munitionshagel zu sehen; der zahme Racheakt, der mit fast schon zwanghafter Zurückhaltung über die Mattscheibe flimmert, macht keinen Horrorfan glücklich. Umso bedauerlicher, dass sich Actionstar SCOTT ADKINS (aus RE-KILL und UNIVERSAL SOLDIER: DAY OF RECKONING) verheizen lässt. Der ist in HOME INVASION der einzige Lichtblick und verkörpert darin einen der drei Bösewichte, der für sein Ziel sogar über Leichen geht. Adkins mutiert im Film schleichend zum gewissenlosen Killer, bekommt aber kaum die Möglichkeit gewissenlos zu sein. Sobald er sein wahres Gesicht zeigt, ereilt ihn auch schon der Filmtod. Enttäuschend!
 
 
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HOME INVASION – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein zahmer Mix aus THE CALL und PANIC ROOM, der trotz vielversprechendem Titel nicht das verspricht, was sich Horrorfans darunter erhofft haben. Wo HOME INVASION draufsteht, ist diesmal nicht Home-Invasion drin, denn dieser Zu-Hause-Horror ist eher was für Zuschauer, die nach Serien wie AKTENZEICHEN XY…UNGELÖST Probleme mit dem Einschlafen bekommen. Wer einen weiteren FUNNY GAMES vermutet, wird bitterlich enttäuscht werden, denn hinter HOME INVASION verbirgt sich ein zahmer Thriller, der besser im TV aufgehoben wäre und alteingesessene Horrorfans nur unnötig Zeit stibitzt.
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Zensur

 
 
 
Die Gewalt reduziert sich ausschließlich auf kurze Schusswechsel, während denen Menschen sterben. Hart ist das nicht anzusehen, zumal man derart Szenen bereits nach 20 Uhr im TV zu sehen bekommt. HOME INVASION hat von der FSK problemlos eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Deutsche DVDy

 
 
 
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(c) SONY PICTURES HOME ENTERTAINMENT (vorerst nur DVD only Release)

 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Home Invasion; USA 2016

Genre: Horror, Thriller, Krimi

Ton: Italienisch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Französisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Polnisch, Hindi, Türkisch, Arabisch, Italienisch, Niederländisch

Bild: 1.77:1 (16:9)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase (DVD)

Extras: Trailer

Release-Termin: 25.02.2016 (vorerst nur auf DVD)

 

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HOME INVASION – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Sony Pictures Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Home Invasion (2012)

Deadly Home (2015)

Panic Room (2003)


Filmkritik: „Deadly Home“ (2015)

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DEADLY HOME

(INTRUDERS)

Story

 
 
 
Eine von Angstzuständen geplagte Frau, muss sich nach dem Tod des Bruders vor drei Einbrechern (darunter JOSHUA MIKEL aus LAST SHIFT) in Sicherheit bringen. Leider haben die nicht mit der Schlagfertigkeit ihres Opfers gerechnet, das den Fieslingen zeigt, was eine Harke ist.

 
 
 


 
 
 

DEADLY HOME – Kritik

 
 
 
Ein weiteres Machwerk in dem sich ein Haus als Vorort zur Hölle entpuppt. Diesmal sind es jedoch nicht rastlose Seelen, garstige Poltergeister oder gemeingefährliche Dämonen, die für furchtbares Gepoltere und makabren Schrecken sorgen. Stattdessen spielt sich der Horror hinter verschlossenen Türen ab und wird von Menschenhand bewirkt. DEADLY HOME (im Original: INTRUDERS bzw. anfänglich zuviel verratend: SHUT IN) nennt sich teuflisch spannendes Grauen, das den Zuschauer mit auf eine erschreckende Reise in menschliche Abgründe nimmt, während der sich scheinbar friedliebende Menschen in fehlgeleitete Killermaschinen verwandeln. Regisseur ADAM SCHINDLER ist noch recht unerfahren im Horrorbereich, aber macht gleich mit dem ersten Spielfilm alles richtig. Das ist mittlerweile bei unabhängig produzierten Horrorfilmen nichts Ungewöhnliches mehr, denn die Kreativität junger, ambitionierter Horrorfilmmacher scheint keine Grenzen zu kennen. Viele meist selbst horrorbegeisterte Newcomer erkennen die Zeichen der Zeit und drehen Horrorfilme, die Genrefans eben sehen wollen. So entstehen fernab großer Filmstudios erfrischend andere Horrorstreifen, die mit der Angst des Zuschauers experimentieren, schockieren und damit unterhalten – DEADLY HOME ist einer derer.
 
 
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DEADLY HOME ist ein Film voller Überraschungen, denn die Spannung wird stetig gesteigert, weil nicht gleich verraten wird, welch Geheimnis sich um jenes Gebäude rankt, in das sich drei Männer Zutritt verschaffen. Darin lebt die fragile Anna (BETH RIESGRAF), die erst kürzlich Bruder Conrad (TIMOTHY T. MCKINNEY) an den Krebs verloren hat und nun viel Geld erben soll. Der großzügige Nachlass ruft das Interesse von Einbrechern auf den Plan, die die Gunst der Stunde nutzen und während der Beerdigung das Haus erkunden. Leider haben sie nicht mit der Anwesenheit der zermürbten Besitzerin gerechnet, die nicht zur Trauerfeier gehen kann, weil sie unter Agoraphobie leidet. Die bemerkt die unwillkommenen Gäste und beginnt ein makabres Spiel zu spielen, das nur einen Sieger kennt.
 
 
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Home-Invasion-Horror etwas anders, denn Macher ADAM SCHINDLER kopiert nicht lustlos und blutig, um Interesse zu wecken. Statt konventionellen Zu-Hause-Terror zu drehen, in dem sich Einbrecher über ahnungslose Hauseigentümer hermachen und sie brutal quälen, versucht der Regisseur durch einen Richtungswechsel frischen Wind in das mittlerweile nicht mehr ganz so neue Home-Invasion-Genre zu bringen. So vertauscht er im Film die Rollen von Gut und Böse und liefert geldgierige Schurken aus, die von vermeintlich hilflosen Opfern für gesetzloses Handeln bestraft werden. In DEADLY HOME ist mehr Schein als Sein, denn abermals wird ein Blick hinter die Fassade guter Familien gewährt, die eigentlich Furchtbares zu verbergen haben. Damit schwimmt der Beitrag auf gleicher Welle, wie Cravens HAUS DER VERGESSENEN, MUM & DAD oder dem kürzlich besprochenen THE HARVEST – Filme, die zeigen, dass anständige Bürger nicht immer anständig sein müssen.
 
 
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DEADLY HOME besitzt das, was vielen Horrorfilmen neueren Datums fehlt. So liegt der Fokus nicht ausschließlich auf das Kopieren der immer wieder gleichen Horrorgeschichten oder der Zurschaustellung möglichst zeigefreudiger Unmenschlichkeiten. Stattdessen spielt DEADLY HOME mit den Erwartungen des Zuschauers und erfreut durch fesselnde Spannung, welche durch überraschende Wendungen entsteht, die man so nicht kommen gesehen hat. Was wie bekannter Zu-Hause-Horror in der Machart von FUNNY GAMES beginnt, wird bald zum bitterbösen Vergeltungsakt, der eine fehlgeleitete Protagonistin über sich hinauswachsen lässt. Die mutiert zum unaufhaltsamen Racheengel und versteht es, böse Jungs zu bestrafen. Leider gipfelt das kurzweilige Katz-und-Maus-Spiel in einer genretypischen Auflösung, schließlich muss die Skrupellosigkeit von Filmheldin Anna und ihr abgebrühtes Ausradieren von Schurken irgendwie gerechtfertigt werden. Regisseur ADAM SCHINDLER gräbt tief in der Vergangenheit und lüftet Geheimnisse, die bisher nie die Türen des Hauses verlassen haben. Klickt man den Verstand aus, geht das in Ordnung. Rationalisten werden aber wohl eher mit dem Kopf schütteln.
 
 
 


 
 
 

DEADLY HOME – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Bitterböses Katz- und Mausspiel hinter Wohnungstüren vermeintlich friedliebender Hauseigentümer. DEADLY HOME (Originaltitel: INTRUDERS) ist ein weiterer Film vom Produzenten von PARANORMAL ACTIVITY und INSIDIOUS, was wohl alteingesessene Filmliebhaber eher abschrecken dürfte, statt zum Kauf zu animieren. Aber halt, die Werbung im Trailer ist etwas unglimpflich gewählt, denn DEADLY HOME hat soviel mit genannten Filmen gemein, wie Abfallpresse THE ASYLUM mit guten Horrorfilmen. Hinter dem fiesen Indie-Schocker verbirgt sich ein Home-Invasion-Streifen, der gängige Regeln jenes Subgenres bricht und dafür eigene aufstellt. Nach erstem Schnupperkurs als Produzent und Drehbuchautor scheint ADAM SCHINDLER nach DELIVERY: THE BEAST WITHIN Gefallen am Horrorfilm gefunden zu haben und nimmt zum ersten Mal auf dem Regiestuhl Platz. Entstanden ist teuflisch spannender Zu-Hause-Terror par excellence, der die Spannung durch unerwartetem Richtungswechsel und überraschenden Wendungen konsequent vorantreibt. Laut einem Interview mit der Fachpresse mag es Regisseur ADAM SCHINDLER, wenn er das Publikum mit Filmen herausfordern kann, die sich in keine Schublade stecken lassen. Mit DEADLY HOME konnte er seine Vorstellungen von Filmen, die er selbst gern sehen würde in die Tat umsetzen. Dafür lies er sich nach eigener Aussage von Home-Invasion-Klassikern, wie STRAW DOGS, WAIT UNTIL DARK, DESPERATE HOURS, PANIC ROOM und das SCHWEIGEND DER LÄMMER inspirieren. Letztgenannter beeindruckte, weil das Gefühl der Angst faszinierte, das sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film zog. Zwar ist DEADLY HOME von jenen Meisterwerken weit entfernt; für den ersten Ausflug ins Regiefach ist fabriziertes Grauen ganz ordentlich. Man darf gespannt sein, was Schindler demnächst aus dem Ärmel schütteln wird.
 
 
 


 
 
 

DEADLY HOME – Zensur

 
 
 
Rache zum Schutze der Allgemeinheit durch Selbstjustiz – ein heikles Thema mit dem die FSK auch Jahre nach der Video-Nasty-Ära keinen Spaß versteht. Erstaunlicherweise hat DEADLY HOME von der Prüfbehörde nicht die höchste Altersfreigabe erhalten und dass, obwohl Lynchjustiz rigoros im Film zelebriert wird. Dennoch: Wer hier glaubt, dass Menschen brutal vor der Linse abgeschlachtet werden, wird enttäuscht werden. Die auf dem Filmplakat abgebildeten Mordwerkzeuge kommen nur bedingt zum Einsatz. Zudem deutet Macher ADAM SCHINDLER meist nur an und blendet immer dann weg, wenn es für Gewaltfans interessant wird. Dennoch darf man Rechteinhaber EUROVIDEO MEDIEN für die überraschend niedrige Altersfreigabe beglückwünschen. DEADLY HOME wurde ungeschnitten frei ab 16 Jahren in Deutschland veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

DEADLY HOME – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Eurovideo Medien

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Shut In; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1920 x 1080p) | @50 Hz

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes, Interviews

Release-Termin: 17.03.2016

 

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DEADLY HOME – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei EUROVIDEO MEDIEN)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Tiger House (2015)
 
The Aggression Scale (2012)