FILMCHECKER – Die Seite im Netz für Horror. ☠☠☠ Kritiken zu den besten Horrorfilmen ☣☣☣ Slasher, Folterfilme, Thriller, Splatterfilme, Gruselfilme.

Beiträge mit Schlagwort “Horror-Comic

Filmkritik: „Bad Kids of Crestview Academy“ (2017)

bad-kids-of-crestview-academy-poster
 
 
 

BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY

(BAD KIDS GO 2 HELL)

Story

 
 
 

Einige unartige Schüler müssen übers Wochenende nachsitzen. Leider passieren bald seltsame Unfälle. Alles nur Zufall oder schleicht durch die Flure der Schule ein Killer

 
 
 


 
 
 

BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY – Kritik

 
 
 
Teenager in Schuluniformen, die sich mit Mordwerkzeuge zu Wehr setzen müssen, um überleben zu können. Wenn man sich den Trailer zu BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY anschaut könnte man meinen, dass sich amerikanische Filmproduzenten mal wieder im Remake-Wahn befinden. Diesmal stecken aber andere Absichten dahinter, denn erwähnter Horrorfilm ist keine amerikanische Neuverfilmung des japanischen Kult-Actioners BATTLE ROYALE – wie es auf den ersten Blick scheint. Verfilmungen populärer Comics erleben derzeit Hochkonjunktur. Weil man aber die beliebtesten Bildergeschichten bereits auf die Leinwand gebracht hat, wird sich nun an weniger bekannten Comics vergangen. Zu einem derer gehört BAD KIDS GO TO HELL. Die Comic-Mini-Reihe für Erwachsene aus dem Jahr 2009 wurde bereits 2012 still und heimlich verfilmt. Leider blieb der Kinoerfolg aus, weshalb verwundert, warum man nun auch das Folgeband mit dem Titel BAD KIDS GO 2 HELL fürs Kino adaptiert hat. Um Verwechslungen zu vermeiden nahm man eine Titeländerung vor. Aus BAD KIDS GO 2 HELL wurde BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY, der – anders als der Vorgänger – mehr Budget verbraten durfte. Knapp fünf Millionen Dollar standen zu Verfügung, um abermals reiche Stadtgören für ihr ignorantes Verhalten blutig bestrafen zu können. Entstanden ist solider Teen-Horror mit zynischer Note, der zwar nicht perfekt ist, aber immerhin den zähen Vorgänger in den Schatten stellt. Trotzdem sollte man die Comic-Bücher den Verfilmungen vorzuziehen.
 
 
bad-kids-of-crestview-academy-bild-3
 
 
Eine Schule des Grauens. Über der Privatschule im Ort Crestview scheint ein furchtbarer Fluch zu liegen. Vor vier Jahren (also im Vorgängerfilm) wurden hier einige Schüler von einem Killer in die ewigen Jagdgründe befördert. Jetzt scheint sich ähnliche Tragödie erneut abzuspielen. Im Mittelpunkt stehen einige Kids, die sich auf einer Party nicht ehrenhaft benommen und offenbar den Selbstmord einer Mitschülerin provoziert haben sollen. Die ist aus unerklärbaren Gründen vom Balkon eines Hochhauses gefallen und auf der Motorhaube des Autos von Schuldirektor Nash (SEAN AUSTIN) gelandet. Der findet die Aktion gar nicht lustig und bestraft die Schüler zu Wochenend-Arrest. Doch die Bestrafung führt ins Desaster. Kaum haben sich die verzogenen Gören in den Klassenräumen eingefunden, um die Strafe anzutreten, verschließen sich die Eingänge der Schule und ein tödliches Katz- und Mausspiel beginnt. Offenbar schleicht ein Killer durch die Flure und will unartigen Grünschnäbeln die Leviten lesen. Doch Siouxsie (SAMMI HANRATTY) weiß sich zu wehren. Die ist die Schwester der verunglückten Schülerin und mit allen Wassern gewachsen. Die Teenagerin nimmt zusammen mit dem arroganten Rest den Kampf gegen das personifizierte Böse auf, um das Wochenende heil überstehen zu können. Bis sich jedoch die Pforten wieder öffnen, springen einige der Gören über die Klinge.
 
 
bad-kids-of-crestview-academy-bild-2
 
 
Wenn Filmtrailer falsche Erwartungen schüren. Was der Werbefilm zu BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY zeigt ist schon irreführend. Der suggeriert abgebrühten Überlebenskampf – hektisch und schnell inszeniert. Was da aber letztendlich über die Mattscheibe flimmert ist alles andere als das. Temporeich wird es erst in den letzten 15 Minuten, wenn klar ist wer da eigentlich mordgeil durch Klassenzimmer schleicht. Bis dahin muss man sich durch eine mühsam und leicht konfus erzählte Geschichte quälen, die immer wieder holprig zwischen Zeitebenen springt und von eingeblendeten Comic-Szenen Gebrauch macht. Während die Kids in einer verschlossenen Schule nacheinander ausradiert werden, wird in eingestreuten Rückblenden aufgedeckt, was auf jene Party tatsächlich geschehen ist. Als würde man es ahnen, sind die bestraften Jugendlichen am Tod der Mitschülerin nicht ganz unschuldig. Weil man jegliche Sympathien aus dem Drehbuch gestrichen hat, berührt deren Ableben aber zu keinem Zeitpunkt. Nur Heldin Siouxsie bleibt im Gedächtnis. Die verwandelt sich im Verlauf der Geschichte von der arroganten Zicke in die taffe Rächerin, nimmt einen Hochleistungsbrenner und wackelt ab, was bei drei nicht auf den Bäumen ist. Leider stolpert der Comic-Slasher wegen seiner abstrusen Handlungsverläufe des Öfteren über die eigenen Beine. Das macht das Folgen für jene schwer, die nicht die Comics gelesen oder den Vorgängerfilm gesehen haben. Weil in BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY immer wieder Verweise zum ersten Teil zu finden sind, dürften viele Szenen unplausibel und blödinnig erscheinen. Deshalb sollten jene besser noch einmal BAD KIDS GO TO HELL schauen, um Antworten auf viele Fragen zu erhalten. Anderenfalls macht Vieles in BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY keinen Sinn.
 
 
bad-kids-of-crestview-academy-bild-1
 
 


 
 
 

BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
SCREAM trifft auf BREAKFAST CLUB. BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY ist ein zynischer Horror-Slasher, der auf dem Erwachsenen-Comic BAD KIDS GO 2 HELL basiert und den bitterbösen Ton der Vorlage beibehält. Als wäre das nicht schon genug, handelt es sich bei diesem Streifen auch noch um ein Sequel. BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY ist die Fortsetzung des Films BAD KIDS GO TO HELL von 2012 an den man sich zu Recht kaum noch erinnern kann. Gleiches Schicksal dürfte auch diesem Comic-Slasher ereilen, der sich recht schwerfällig zum Ziel quält und sich mit seiner verwirrenden Erzählweise keine Freunde macht. Weiterhin fatal: BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY nimmt keine Rücksicht auf Zuschauer, die den Vorgänger nicht gesehen oder die Bücher gelesen haben. Demzufolge kommen viele Fragen auf, was auch nicht verwundert, weil eben die „2“ im Filmtitel fehlt. Nichtsdestotrotz ist BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY besser als die Verfilmung zum ersten Teil. Der Blutzoll ist höher, die Morde werden grotesk zelebriert und höheres Budget ließ mehr Möglichkeiten zu. Trotzdem schaut auch dieser Streifen mehr nach schnell heruntergekurbelter TV-Ware aus und hat in (amerikanischen) Kinos nichts zu suchen. Demzufolge ist BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY auch nur etwas für Harcore-Slasher-Fans, die auch jeden Meuchel-Blödsinn gesehen haben müssen. Herausragende Horrorunterhaltung sieht eben nun mal anders aus. Dann doch besser noch einmal die Mini-Comics aus der Feder von MATTHEW SPRADLIN und BARRY WERNICK lesen. Die sind bedeutend spannender und unterhaltsamer als die zugehörigen Verfilmungen. Vermutlich ist das auch der Grund, weshalb sich die Bildergeschichten im Gegensatz zu den Kinoadaptionen nach wie vor gut verkaufen und selbst eingefleischte Fans der Comics nicht einmal wissen, dass es diese Filme gibt. Nicht jeder erfolgreiche Comic funktioniert ebenso gut im Kino.
 
 
 


 
 
 

BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY – Zensur

 
 
 
BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY hat einige Schauwerte zu bieten. Die werden aber derart überzogen dargestellt, dass sie nicht sonderlich hart anzuschauen sind. Zudem versucht sich der Film nicht immer ernst zu nehmen, was viele der Gewalttaten milder erscheinen lässt. Es werden Chemikalien statt Koks konsumiert und ein Bohrer dringt in den Körper einer Filmheldin ein. Weiterhin wird eine Lehrerin enthauptet und lebende Fackeln gibt es auch zu sehen. Blutiger Höhepunkt ist eine Skalpierung. Hierzulande dürfte es wohl eine Freigabe ab 16 Jahre geben. Ungeschnitten versteht sich!
 
 
 


 
 
 

BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Class of Nuke ‚Em High (1986)
 
Class of Nuke ‚Em High 2 (1991)
 
Die Klasse von 1984
 
Die Klasse von 1999 (1990)
 
Scream – Schrei! (1996)
 
Final Hour (1995)
 
Detention – Nachsitzen kann tödlich sein (2011)
 
Der Fluch von Downers Grove (2014)
 
Sex oder Stirb (2000)
 
Bloody Homecoming (2013)


Filmreview: „Raptor Ranch“ (2013)

raptor-ranch-2013
 
 
 

RAPTOR RANCH

Story

 
 
 
Auf der RAPTOR RANCH gehen merkwürdige Dinge vor sich. Dort führt Dr. Cane (Jack Gould) ominöse Experimente durch. Er züchtet prähistorische Raptoren, die von Durchreisenden versehentlich aus ihren Käfigen befreit werden. Dass das kein gutes Ende nehmen wird, liegt auf der Hand …
 
 
 


 
 
 

RAPTOR RANCH – Kritik

 
 
 
Seit die Dinos aus JURASSIC PARK 3 im Jahr 2001 das letzte Mal die Lichtspielhäuser heimgesucht haben, ist der Hype um die gefräßigen Urzeitbewohner schneller abgeebbt, als erwartet. Zwar bekommt man die prähistorischen Monster ab und an im Bildungsfernsehen der Öffentlich Rechtlichen zu Gesicht, im Genre haben sie sich jedoch rar gemacht, was für die Regiedebütanten DAN BISHOP und MICHAEL BEBERASHVILI Grund genug gewesen sein dürfte, ihren RAPTOR RANCH auf die Filmfans loszulassen. Die versuchen mit ihrem Dino-Quatsch eine unterversorgte Lücke im Horrorfilm zu schließen und knüpfen nahtlos dort an, wo Streifen wie PTERODACTYL – URSCHREI DER GEWALT (2005) oder RAPTOR (2001) kläglich gescheitert sind: unterhaltsamer Dino-Murks. Trotz TRASH-Prädikat entstand diesmal nichts unter der Fuchtel der gefürchteten ASYLUM-Müllschmiede, die ja berüchtigt dafür ist, geistlosen Hirnshit in Gold zu verwandeln. Bei RAPTOR RANCH handelt es sich um eine kleine Independent-Produktion, die sich nur selten ernst nimmt und es tatsächlich schafft, ausreichend Spaß zu bereiten. Ein Teil dessen ist der arg überzogenen Situationskomik zu schulden. Die sorgt nicht selten dafür, dass man meinen könnte mit RAPTOR RANCH eine sinnentleerte Parodie auf die beliebte JURASSIC PARK-Reihe aus SPIELBERGS Dreamwork-Fabrik in den Händen zu halten. Der dürfte sich vermutlich durch derart abgefahrenen Klamauk ganz schön veräppelt fühlen, denn nach Gehalt sucht man in diesem selbstironischen Splatter-Quatsch vergebens.
 
Wie es in amerikanischen Filmen stets der Fall ist, geht natürlich Durchreisenden irgendwo mitten in der Einöde Texas entweder das Benzin aus oder das Gefährt kommt unter beißendem Motorqualm abrupt zum Erliegen. So auch einigen Protagonisten, die sich mit Panne und ohne Sprit zu einer Tankstelle retten können, an der es kurioserweise weder Hilfe noch Benzin gibt. Die gehört einem schleimigen Widerling, der nicht nur als Tankwart arbeitet, sondern auch ein Restaurant betreibt. In dem arbeitet Kellnerin Abbi Whitecloud (eine desinteressierte und gesichtslose JANA MASHONEE) die Schulden ihrer verstorbenen Mutter ab und bringt die Gestrandeten zu einer nahe liegenden Ranch, wo Dr. Cane (JACK GOULD) komische Experimente durchführt. Davon weiß aber der unwillkommene Besuch natürlich nichts und befreit unachtsamerweise einige Dinosaurier, die nun gierig lospirschen, um sich die knurrenden Mägen zu füllen.
 
Man nehme eine handvoll skurriler Gestalten, die so unwirklich agieren, dass man meinen könnte sie wären einem Comic entsprungen, werfe sie mit nicht mehr zeitgemäßen Monstereffekten in einen Topf und würze das Ganze mit reichlich Blut und allerhand dummen Sprüchen. Fertig ist RAPTOR RANCH, ein Film der keinen Hehl daraus macht, dass er eigentlich total bescheuert ist. Die Geschichte ist hier nur notdürftiges Flickwerk und die bescheidenen Effekte befinden sich irgendwo auf Playstation 1-Niveau. Immerhin, wird trotz großzügigen Einsatzes durchwachsener CGI auch auf altbewährte Puppenanimatronik zurückgegriffen. Die schaut teilweise sogar besser aus, als das Pixelgewitter aus dem Computer, kann aber auch nicht kaschieren, dass RAPTOR RANCH nach den ersten grandios bescheuerten 45 Minuten erheblich die Puste ausgeht. Nachdem die gefährlichen Fleischfresser aus ihren Zellen entkommen konnten, verharrt der Dino-Brüller nämlich unspektakulär auf der Stelle. Das Chaos bricht aus und die Helden sehen sich leidlich darum bemüht, um ihr Überleben zu kämpfen. Immerhin haben sie während des Überlebenskampfes nicht ihren Humor verloren, denn statt gegruselt darf gelacht werden. Es wird reichlich ge-overacted, sinnbefreit gehandelt und wirr in der Gegend umhergerannt. Wir sehen, wie verschiedengroße Raptoren den Helden nach dem Leben trachten, wild in die Kamera geifern und sich die Protagonisten in den gierigen Schlund hinabwürgen. Das mag zwar anfänglich noch durchaus unterhaltsam sein; die Rezeptur wird jedoch bis zum Erbrechen wiederholt, dass schnell der Spaßofen aus ist und das permanente Rennen, Verstecken, Schreien und Gieren ganz schön auf den Zünder geht. Am Ende bleibt eine mittelprächtige Monster-Gurke, die ihr Potenzial eindeutig verschenkt hat. Was anfänglich hervorragend funktioniert, wird ab Filmmitte mangels Ideen fast schon zwanghaft wiederholt, damit man halbwegs Filmlänge erreicht. Schade eigentlich, denn wirklich guten Urzeit-Trash hätte dem Genre durchaus mal wieder gut getan. So sei RAPTOR RANCH einzig nur den Zuschauern empfohlen, die ein Faible für schlechten Geschmack besitzen, denn die dürften mit diesem Billig-Streifen trotz qualitativer Mängel eindeutig ihren Spaß haben.
 
 
 


 
 
 

RAPTOR RANCH – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
RAPTOR RANCH punktet mit hohem Spaß-Faktor und einer herrlich selbstironischen Inszenierung, die man natürlich zu keiner Zeit ernst nehmen kann. Der Splatter-Quatsch gefällt durch schräge Typen, liebenswert grottige Effekte und natürlich viel Kunstblut und einer Menge Körperteile aus Plastik. Monster-Trash wie er im Buche steht, der nicht nur Liebhabern bewusst schlecht gemachter Filme gefallen dürfte. Auch Besitzer einer Heimkinoanlage geraten bei so viel “dinoströsem” Schnaufen und Stampfen vor Freude in Entzückung.
 
 
 


 
 
 

RAPTOR RANCH – Zensur

 
 
 
RAPTOR RANCH ist eine Dino-Splatter-Komödie. Da man die übertriebenen Grausamkeiten zu keiner Zeit ernst nehmen kann und hier die Gewalt von Tieren ausgeht, dürfte RAPTOR RANCH in der ungeschnittenen Filmfassung schon für Kids ab 16 Jahren geeignet sein.
 
 
 


 
 
 

RAPTOR RANCH – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Raptor (2001)
 
Carnosaurus (1993)
 
Carnosaurus 2 – Attack of the Raptors (1995)
 
Jurassic Park (1993)
 


Filmreview: „Slasher House“ (2012)

slasher-house-poster
 
 
 

Slasher House

Story

 
 
 
Als sich die verwirrte RED in einer Zelle einer leerstehenden Irrenanstalt wiederfindet, scheint sie nicht nur die Orientierung verloren zu haben, sondern auch ihr Gedächtnis. Nachdem sich der Zellentrakt wie von Zauberhand öffnet und sie ihrem unbequemen Gefängnis entkommen kann, beginnt RED erste Erkundungen in dem seltsamen Gebäude anzustellen und trifft wenig später auf einige ominöse Kreaturen, die ihr offensichtlich nichts Gutes wollen. Auf ihrer Suche nach Erklärungen für die mysteriösen Gegebenheiten findet RED heraus, dass es sich bei den absurden Begegnungen um bekannte Serienkiller handelt, die nur ein Ziel kennen: Töten! Wird RED einen Ausweg aus dem verlassenen Hochsicherheitstrakt finden?
 
 
 


 
 
 

Slasher House – Kritik

 
 
 
Das moderne Zeitalter des digitalen Filmemachens macht möglich, dass sich vermutlich jeder Filmfan als nächster CARPENTER oder ARGENTO versuchen kann. HD-fähiges Equipment ist schnell besorgt und erschwinglicher denn je, so dass es in heutiger Zeit kein Hindernis mehr darstellen sollte, mit halbwegs versierten technischen Kenntnissen einen mehr oder weniger brauchbaren Film auf die Beine zu stellen. Aufgrund der Vielzahl ambitionierter, aber oftmals vollkommen talentfreier Hobbyregisseure kann man sich als Filmfreund vor unzähligen Micro-Budget-Produktionen kaum noch retten, wobei besonders dem Found Footage-Genre die meisten dieser unglaublich miesen Null Budget-Verfilmungen zuzuordnen sind. Blickt man einmal auf den amerikanischen Filmmarkt, scheint sich das Herunterkurbeln selbsterdachter Nonsens-Werke zu einer regelrechten Plage entwickelt zu haben. Dort ist das Drehen digitalen Filmschunds schon fast zum Volkssport geworden. Ganz zum Leidwesen des Filmfreundes, dem es kaum noch gelingt, die Spreu vom Weizen zu trennen.
 
Der kostengünstig produzierte SLASHER HOUSE ist auch einer dieser erschreckend günstig gewerkelten Filmbeiträge, von dem man vermutlich auch nichts wirklich Sinnvolles erwartet – zu Unrecht! Auch wenn das knapp bemessene Produktionsbudget von gerade einmal 5000 Britischen Pfund auf einen hanebüchenen Amateurfilm schließen lässt, wird der Filmfreund flink eines besseren belehrt. Zwar erweist sich das fehlende Kapital hin und wieder als durchaus dumme Spaßbremse, lässt aber MJ DIXONS Debütwerk gerade aufgrund seiner diversen Mankos und Fehler im Film unglaublich sympathisch erscheinen. Zum einen überrascht, mit welch einfachen Mitteln es DIXON schafft, ein erstaunlich stimmiges Setting zu kreieren. Schrille, grüne Farbfilter zaubern aus dem vermeintlich sterilen Gebäudekomplex im Handumdrehen eine ziemlich befremdliche Kulisse, zu welcher Protagonistin RED (Lady Gaga lässt grüßen) mit ihrer purpurroten Perücke, dem feuerroten Kleid und dem etwas zu dick aufgetragenen, ebenfalls roten Lippenstift einen hervorragenden Kontrast bildet. Parallelen zur surrealen Farbenpracht eines Dario Argento (SUSPIRIA) sind hier nicht von der Hand zu weisen. Überhaupt gibt sich Regisseur MJ DIXON nicht zimperlich mit Verweisen auf bekannte Genre-Werke, wobei selbst dem eifrigsten Filmfreund nicht unbemerkt bleiben dürfte, dass der Score etwas arg an Mike Oldfields bedrohliches Glöckchenspiel aus dem Kultfilm DER EXORZIST erinnert.
 
Nachdem RED (ELENOR JAMES) die Lage erkundet hat und auf seltsame Zeitgenossen stößt, die ihr ständig nach dem Leben trachten wollen, gewinnt auch SLASHER HOUSE erstaunlich an Fahrt und offenbart seine eigentliche Intention. Die liegt eben darin, die Titelheldin gegen gemeine Oberschurken kämpfen zu lassen und diese so sadistisch wie möglich in den Filmhimmel zu meucheln. Hierbei werden in regelmäßigen Abständen weitere Zellen geöffnet, aus denen stark psychotische Persönlichkeiten kriechen, die den Film gerade für Freunde etwas handfesterer Unterhaltung interessant machen dürften. In bester Mortal Kombat-Manier werden die grotesken Kreaturen zur Strecke gebracht, wobei das Agieren der Killer derart überzogen dargestellt wird, dass SLASHER HOUSE fast schon wie ein absurder Comic für Erwachsene wirkt. Hinzu kommt, dass sich die Farbgebung der Kulisse mit jedem Erscheinen eines neuen Killers befremdlich verändert, so dass es schon etwas ärgerlich ist feststellen zu müssen, dass dem erfrischend andersartigen Splatter-Fest aufgrund des beschränkten Kapitals doch hin und wieder die Puste ausgeht. Immerhin, und das muss man MJ DIXON lobend anrechnen, hat er es trotz dieses beschränkten Budgets geschafft, das Maximum aus seinem Film herauszuholen. Man will sich gar nicht vorstellen, welch grandioses Schlachtfest aus SLASHER HOUSE geworden wäre, hätte dem Film das doppelte an Mitteln zu Verfügung gestanden. So darf man nur hoffen, dass der ambitionierte SLASHER HOUSE hoffentlich die Beachtung erhält, die er verdient hat und man Regisseur MJ DIXON bei seinen zukünftigen Werken den Freiraum einräumt, den er offensichtlich benötigt, um frisch unterhaltsame Kröselkost auf Zelluloid bannen zu können.
 
 
 
Mit SLASHER HOUSE ist Filmneuling MJ DIXON ein wunderbar kleiner Indie-Slasher gelungen, den sich Filmfreunde schon einmal vormerken sollten, die ein Faible für vollkommen durchgeknallte Horrorkost hegen. Zwar hat der Film gerade zu Beginn erheblich unter seinem eher zweckmäßig zusammengeklöppelten Drehbuch zu leiden, das so rein gar nicht in Fahrt kommen möchte. Hat man jedoch erst einmal die erste Durststrecke überwunden, erfreut mit welch überraschend kurzweiligem Nonsens der Film doch zu überzeugen weiß. Heldin RED, die mit Sicherheit ein wenig mit ihrem penetranten Overacting zu kämpfen hat, darf gegen einige gemeingefährliche Serienmörder fighten, deren Erscheinen den nach Blut lechzenden Genre-Fan durchaus entzücken dürfte. Zu einem nicht wirklich freundlich gesinnten Killerclown, gesellen sich ein zorniger Wrestler, der ohne Maske ziemlich dumm aus der Wäsche schaut sowie ein unberechenbarer Redneck, der überraschend taff in die Schranken gewiesen wird. Trotz minimalen Budgets, ist das hier Gebotene durchweg unterhaltsam, und lässt den bitteren Beigeschmack einer digital gedrehten Amateurproduktion rasch vergessen. Man darf gespannt sein, was Debütant MJ DIXON demnächst noch alles auf die Beine stellen wird. SLASHER HOUSE zumindest, ist nicht weit vom Splatter-Kultfilm entfernt! Lasst die Spiele beginnen …
 
 
 


 
 
 

Slasher House – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Mit SLASHER HOUSE präsentiert uns Regie-Newcomer MJ DIXON einen überraschend gelungenen Einstieg ins Genre. Für Liebhaber derber Horrorunterhaltung ein absolut unterhaltsames Splatterfest. Man darf gespannt sein, was DIXON demnächst aus dem Ärmel schütteln wird.
 
 
 


 
 
 

Slasher House – Zensur

 
 
 
Einige Szenen im Film haben es erstaunlich in sich, wobei einige Folterspielchen gerade Fans dieser Filmgattung durchaus munden dürften. Ansonsten bekommt der Filmfreund hier gelungene Slasher-Kost geboten, die mit einigen Kröseleffekten garniert wurde. Zwar wirkt das hier Gebotene trotz Low Budget-Status durchweg professionell, die Szenen sind jedoch so schnell montiert, dass sich der Härtegrad dennoch in Grenzen hält. Demzufolge darf man von SLASHER HOUSE eine ungeschnittene „Keine Jugendfreigabe“-Einstufung erwarten.
 
 
 


 
 
 

Slasher House – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Mortal Kombat (1995)

Battle Royale (2000)

The Raid (2011)

Dredd (2012)