Filmreview: „The Visitant“ (2012)

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THE VISITANT

Story

 
 
 
Wenn Samantha (Janie Michele Simms) was Vernünftiges gelernt hätte, wäre ihr vermutlich einiges an Ärger erspart geblieben. Als Kunden prellende Wahrsagerin verdient sie sich ihren Lebensunterhalt in einem Vergnügungspark und gerät an eine Immobilienmaklerin, die ihr von den regelmäßigen Attacken eines wütenden Poltergeistes berichtet. Der hat aber scheinbar genug von seinem letzten Opfer und beginnt schon bald damit, die ahnungslose Samantha in ihrer Wohnung zu terrorisieren …
 
 
 


 
 
 

THE VISITANT – Kritik

 
 
 
Im Jahre 1982 brachte SIDNEY J. FURIE einen durchaus unangenehmen Dämonen-Spuk in die Lichtspielhäuser, der von einer Frau berichtete, die von einer unsichtbaren, dämonischen Präsenz terrorisiert wurde. Leider ist das auf angeblich wahre Begebenheiten beruhende Stück Terror-Kino mit dem Titel THE ENTITY heutzutage kaum einem Horrorfan mehr ein Begriff, was vermutlich daran liegen mag, dass Streifen wie THE CONJURING oder PARANORMAL ACTIVITY dem (jüngeren) Zuschauer das Nonplusultra vorgaukeln. Weitaus besser Geister- und Spukfilme gab es jedoch schon viel früher, wobei Klassiker wie DER UNHEIMLICHE GAST (1944), SCHLOSS DES SCHRECKENS (1961), BIS DAS BLUT GEFRIERT (1963), DAS GRAUEN (1980) oder POLTERGEIST (1982) zu den wohl wichtigsten Werken innerhalb des Spuk-Genres gehören und zumindest jeder aufgeschlossene Filmfreund mal auf dem Bildschirm gehabt haben sollte. Regisseur JOHN BINKOWSKI erweitert die lange Reihe an Geisterstreifen um sein Low-Budget-Ding THE VISITANT, das in seiner Machart dem genannten Terror-Flick THE ENTITY nicht unähnlich ist. Auch hier wird eine Protagonistin von einem bösartigen Poltergeist attackiert, der sein Opfer versucht in den Wahnsinn zu treiben. Hinter dem Spuk steckt die Produktionsfirma FWC PICTURES, die vom Regisseur persönlich mit ins Leben gerufen wurde und bereits vor einigen Jahren mit SCARE ZONE (2009) semierfolgreich versucht hat Horrorstoff an den Fan zu bringen. Leider ist auch der zweite Genre-Streich nicht Großes, denn wie bei Indie-Produktionen üblich, herrscht auch bei THE VISITANT Ebbe in der Kasse. Die Kulisse ist mager, Effekte sind bescheiden und die Gruselatmosphäre wird auf Sparflamme geköchelt.
 
Ähnlich wie bei THE ENTITY beruht die Geschichte des Gruseltrips auf Ereignisse, die sich so ähnlich zugetragen haben sollen, wie sie der Film beschreibt. Dennoch bleibt im Falle von THE VISTANT fraglich, ob die „wahre“ Grundlage nicht das Ergebnis eine doch sehr blühenden Phantasie gewesen ist, schließlich lässt sich ein Streifen mit Echtheitszertifikat auf dem Cover weitaus besser verkaufen, als manch fiktive Geschichte. So verriet Produzentin LISA ENOS SMITH in einem Interview, dass sie einige seltsame Ereignisse im Jahr 1999 sehr beunruhigt hätten. Die schreckhafte Dame musste für Recherchezwecke an Bord des ehemaligen Passagierschiffes Queen Mary reisen, von dem behauptet wird, dass es drin spuken soll. Kaum in die eigenen vier Wände zurückgekehrt wurde SMITH von einer unheimlichen Stimme verfolgt, die nicht nur dafür sorgte, dass die Milch im Tee saurer wurde, sondern jede Menge Schabernack im Haus veranstaltete. Ob nun wirklich passiert oder geschickt konstruierter PR-Schachzug sei mal dahingestellt. Fakt ist jedoch, dass sich SMITHS Geschichte (hier das Interview) weitaus spannender anhört, als THE VISITANT letztendlich geworden ist. Dabei beginnt und endet eigentlich alles so, wie man es sonst aus Kurzgeschichten der berüchtigten GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Serie kennt. Splatter und Cryptkeeper sucht man im Film zwar vergebens, dafür glänzt THE VISITANT wie einst die TV-Serie auch mit makabrem Ende und zwei gar nicht mal so uncharmanten Darstellerinnen, die den Zuschauer durch eine rudimentäre Handlung führen, die man gut und gerne auch in 30 Minuten hätte abhandeln können.
 
Doch wie füllt man eine Geistergeschichte, deren Inhalt sich in zwei Sätzen zusammenfassen lässt? Richtig, in dem man die Anleitung für Hobby-Spukmeister aus dem Internet lädt und den ohnehin dünnen Plot um die nervigsten Spukhaus-Klischees bereichert. So dürfen plötzlich zuschlagende Türen ebenso wenig fehlen, wie der Kontakt zum Toten mittels Seance. Die beste Freundin ist zwar immer per Telefon- und Skype-Konferenz zugegen, kann aber mit ihrem oftmals recht erheiterndem Mundwerk nicht verhindern, dass THE VISITANT ganz zäher Budenzauber bleibt. Während sich anfänglich nur Dinge bewegen, unheimliche Stimmen vernommen werden und sich Protagonistin Samantha durch unerklärliche Geräusche verunsichert fühlt, ändert der gemeine Poltergeist recht zügig seine Taktik und geht weitaus aggressiver zugange. Wie bereits im am Anfang genannten THE ENTITIY sind körperliche Angriffe die Folge, denen die naive Hausbewohnerin schutzlos ausgeliefert ist. Die ist wiederum alles andere als eingeschüchtert, schließlich vermutet Samantha in der bedrohlichen Präsenz den verstorbenen Ehegatten, der ein Jahr zuvor bei einem schweren Autounfall ums Leben gekommen ist. Auch wenn sich ein unerfreuliches Happy End nach reichlich Gepolter und falschen Wendungen nicht vermeiden lässt, wirkt die letztendliche Auslösung etwas sehr aufgesetzt und arg konstruiert. Das Finale wirkt unfertig und bricht abrupt ab, was darauf folgen lässt, dass sich Drehbuchautor und Regisseur JOHN BINKOWSKI unschlüssig war, wie seine Geschichte denn nun eigentlich abgeschlossen werden soll. Aufgrund der wenig überraschenden Inszenierung ist das aber auch nicht weiter tragisch, denn THE VISITANT ist ohnehin einer jener Filme, die das Spuk-Genre nicht gerade nachhaltig bereichern.
 
 
 


 
 
 

THE VISITANT – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Wer Filme wie POLTERGEIST, THE CONJURING oder PARANORMAL ACTIVITY gemocht hat, dürfte sich hier gut aufgehoben fühlen. Dennoch ist THE VISTIANT alles andere, als ein sehenswerter Spukstreifen, was vor allem an der überraschungsarmen Geschichte liegt, die man gut und gerne auch in Kurzfilmform hätte erzählen können. Der Zuschauer wird mit einer Menge Spuk-Klischees gequält, die zu einem reichlich konstruiert wirkenden und ziemlich abrupt endenden Abschluss führen. Auch wenn dem Filmfreund nicht unbemerkt bleibt, dass hier nur Mikro-Budget zur Verfügung gestanden hat, ist THE VISITANT einer jener Filme, deren Umsetzung nicht zwangsläufig hätte sein müssen. Das knappe Geld wäre anderweitig wohl besser investiert gewesen.
 
 
 


 
 
 

THE VISITANT – Zensur

 
 
 
THE VISITANT ist ein typischer Geisterfilm, ohne Blutzoll. Hier stirbt nur ein Hamster – das war`s. Der Film hat hierzulande eine FSK16 erhalten und ist ungeschnitten. Wer ausschließlich komplette Filme sammelt kann bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

THE VISITANT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SchröderMedia HandelsgmbH

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Visitant; USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton:Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Behind the Scenes

Release-Termin: 03.09.2015

 

The Visitant [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE VISITANT – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Ghost of Goodnight Lane (2014)
 
The Quiet Ones (2014)
 
House of Dust (2013)
 
Der unheimliche Gast (1944)
 
Schloss des Schreckens (1961)
 
Bis das Blut gefriert (1963)
 
Das Grauen (1980)
 
Poltergeist (1982)
 

Filmreview: „Found“ (2012)

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FOUND

Story

 
 
 
Marty ist 12 Jahre alt, geht in die 5. Klasse und schnüffelt gern mal im Zimmer des großen Bruders herum. Der ist ein Serienkiller und bringt gern die Köpfe seine Opfer mit nach Hause, wo er sie im Wandschrank versteckt hält …
 
 
 


 
 
 

FOUND – Kritik

 
 
 
Kinder können so grausam sein, vor allem dann, wenn sie sich mitten in der Pubertät befinden. Da durchleben Heranwachsende nicht nur eine komplizierte Persönlichkeitsentwicklung; auch der Reiz des Verbotenen und die Neugier auf das “Nicht-Alltägliche” macht diese Phase für werdende Erwachsene zu einer aufregenden und besonderen Zeit. Leider bedeutet Erwachsenwerden auch, sich behaupten zu müssen. Rangeleien und Machtkämpfe unter Gleichaltrigen sind keine Seltenheit und die Schwelle zum Mobbing ist in vielen Fällen fließend. Wer sich nicht durchsetzen kann und schwach bleibt, gerät schnell ins Visier gehässiger Mitschüler, die den Schulalltag für Leidtragende zur Hölle machen. Auch der Fünftklässler Marty (authentisch gespielt von Newcomer GAVIN BROWN) in FOUND hat so seine Probleme mit den Klassenkameraden. Die haben ihren Spaß daran, gemeine Lügen über den Außenseiter zu verbreiten und ihm in der Schultoilette aufzulauern. Für Marty Grund genug, sich immer weiter in seine eigene Welt zurückzuziehen. Er malt Superhelden-Comics in denen er die Hauptrolle spielt und geht gern auch unerlaubt auf heimliche Entdeckungstour in das Zimmer seines älteren Bruders Steve (brillant aggressiv und beängstigend verkörpert von ETHAN PHILBECK). Der hat nämlich nicht nur eine umfangreiche VHS-Sammlung der besten Horrorstreifen aus den 80ern, sondern versteckt in seinem Wandschrank eine Tasche, in der er skalpierte Köpfe vorwiegend farbiger Frauen verstaut. Für den introvertierten Schüler keiner große Sache, hat er sich schon längst an den schockierenden Anblick der Häupter gewöhnt und findet die Mutprobe immer wieder spannend, den Köpfen der Opfer ins Gesicht zu schauen. Als Marty mal wieder in der Schule schikaniert wird und erneut keinen Rückhalt durch die Eltern erhält, weiht er seinen vermeintlich besten Freund David (ALEX KOGIN) in die geheimen Aktivitäten des größeren Bruders ein. Bruderherz bekommt jedoch schnell von den Schnüffeleien des Geschwisterchens Wind und nimmt sich Marty zur Brust – mit fatalen Folgen.
 
Was man nicht alles mit knappen 8000 US-Dollar auf die Beine stellen kann. Oft ist das wirklich nicht viel. Aber hin und wieder gelingt es Filmemachern trotz geringen Budgets gute Filme zu machen, die dann sogar noch teurer ausschauen, als es der Fall war. FOUND ist mal wieder so ein Beispiel. Der Streifen kann seine Herkunft (trotz hübsch-blutiger Titelsequenz im Comiclook von LOWELL ISAAK) nicht verleugnen und schaut unweigerlich nach Independent aus. Sieht man jedoch von der Prämisse ab, gehört der Horror-Thriller mit zu dem Besten, was das Indie-Horrorgenre hervorgebracht hat. Unkonventionell heißt hier das Zauberwort, das jedem verwöhnten Mainstream-Zuschauer das Blut in den Adern gefrieren lassen dürfte, denn FOUND pfeift darauf, sich den gängigen Mustern des austauschbaren Horrorfilms zu unterwerfen. Regisseur SCOTT SCHIRMER hat sich dem Roman von TODD RIGNEY angenommen und daraus einen ziemlich umfangreichen Spielfilm über die Suche nach sich selbst gedreht, der sowohl als Coming-of-Age-Drama als auch als Horrorfilm funktioniert. Die Kombination macht’s und hebt sich dabei sogar noch innovativ vom sonstigen Horrorquatsch ab, der dem Filmfan ja derzeit reichlich oft angedreht wird. Wir erleben zwei Brüder, die unterschiedlicher nicht sein könnten, sich aber untereinander aufrichtig verbunden fühlen. Beide hegen die Leidenschaft für den Horrorfilm und scheinen fast schon eine Obsession für diese Streifen entwickelt zu haben, was den Eltern seltsamerweise ziemlich egal ist. Bruder Steve hat sich vom trauten Familienfrieden schon längst verabschiedet und stellt das Treiben seines Lieblingsvideos “Headless” in der realen Welt nach. Sein Augenmerk liegt auf dem Ausradieren der Farbigen, die seiner Meinung nach schon alle Bereiche des täglichen Lebens in Beschlag genommen und verseucht haben. Für den jüngeren Marty gelten jene grausigen Streifen stattdessen als naive Mutprobe, ist er doch kindlich fasziniert von den gar grotesken Monstern in diesen Filmen und kann partout nicht genug von diesen Schauerwerken vor die Linse bekommen. Jedes Wochenende fährt er zusammen mit den Eltern in die örtliche Videothek, um sich dort neuen Gruselstoff besorgen zu können, wobei derartige Riten in manch Horrorfan längst vergessene Kindheitserinnerungen wach werden lassen dürften.
 
 

„…my life is a horror movie, but who is the monster? …“

(Marty)

 
 
An Gesellschaftskritik mangelt es in FOUND nicht. Themen wie Rassismus, Mobbing, Homosexualität oder Nachlässigkeit in der Erziehung von Kindern werden auf besonders unangenehme, sogar drastische Weise an den Pranger gestellt. Die schroffe Gesellschaftskritik ist aktueller denn je und Auslöser für die recht unerfreulichen Geschehnisse in FOUND. Auch wenn SCHIRMERS Debüt am Ende doch mehr Drama als Horror ist, sind die wenigen Gewalteskapaden nicht von schlechten Eltern. Hier hat man gänzlich aus dem Vollen geschöpft. Es werden Augen aus den Höhlen gerissen und genüsslich verspeist, Frauen enthauptet und in deren Köpfe penetriert. Schön anzuschauen ist das wahrlich nicht, dürfte aber immerhin den Gore- und Splatter-Nerd erheblich Freude bereiten. FOUND ist ein Nischenfilm und wird mit Sicherheit sein Publikum finden. Im Ausland hat der Schocker selbst abgebrühteste Genrefans in Entzückung versetzt und lief sogar auf dem beliebten AFTER DARK FILMFEST 2013 im kanadischen Toronto, wo er in den Kategorien Beste Titelsequenz und Bester Gore Auszeichnungen erhielt. Auch wenn natürlich nicht alles perfekt ist, waren wir dennoch von der unverbrauchten Idee überrascht, die trotz Low-Budget-Inszenierung nie billig, uninspiriert oder langweilig heruntergerasselt wird. Wer intelligentes Horrorfutter sucht, ist mit diesem Geheimtipp auf jeden Fall gut beraten. Da kann man nur hoffen, dass FOUND ein Indie bleibt und nicht das Interesse “gemeingefährlicher” Majors auf den Plan ruft. Denn uns würde es nicht wundern, würde der halbwegs unverbrauchten Vorlage bald ein glatt poliertes und konventionelles Remake folgen.
 
 
 


 
 
 

FOUND – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
FOUND ist einer der besten Independent-Horrorfilme der letzten Zeit – raffiniert, abartig, kontrovers und intelligent. Das hat auch die internationale Presse erkannt und FOUND mit dem Prädikat “Geheimtipp” ausgezeichnet. Wir können dem nichts entgegensetzen und waren erstaunt, wie “anders” FOUND doch ist. Wer unkommerzielles und unabhängiges Kino mag, sollte auf jeden Fall einen Blick wagen.
 
 
 


 
 
 

FOUND – Zensur

 
 
 
Es gibt einige Szenen in denen in Körperteile toter Frauen penetriert wird. Vermutlich hat das dazu beigetragen, dass FOUND hierzulande geschnitten werden musste. Die deutschen Filmfassung wurde dementsprechend um etwas Gewalt erleichtert. Eine Alternative wird im deutschsparachigen Ausland angeboten. Dort erschien der Film ungeschnitten und natürlich auf deutsch.
 
 
 


 
 
 

FOUND – Deutsche Blu-ray im Mediabook

 
 
 
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(c) ILLUSIONS UNLTD. films / Meteor Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Found; USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch: DTS-HD Master Audio 5.1/2.0, Englisch: DTS-HD Master Audio 5.1/2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 103 (BD) / ca. 99 Min. (DVD)

FSK: ungeprüft und daher erst ab 18 Jahren (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: diverse Trailer zum Film, Trailershow, 16-seitiges Booklet, 2 Audiokommentare (ohne dt. UT), Making-of (ohne dt. UT), Film-im-Film: Deep Dwellers und Headless (je mit optionalem Audiokommentar aber ohne dt. UT)

 
 
 
Anbieter METEOR FILM hat Erbarmen mit den Horrorfans. Statt nur eine geschnittene Fassung für den deutschen Markt zu veröffentlichen, geht der Rechteinhaber einen weiteren Weg, damit die Horrorgemeinde FOUND auch in kompletter Filmfassung ins Sammlerregal stellen darf. Hierbei nahm man den Umweg über Österreich in Kauf, weil der Film – ähnlich wie auch im Ausland – bei der deutschen Zensurbehörde auf wenig Gegenliebe stieß. ILLUSIONS UNLTD. übernahm den Vertrieb und überzeugt einmal mehr mit einer hochwertig verarbeiteten Sonderpackung im immer noch äußerst beliebten Mediabook. Das ist diesmal nicht matt gehalten, sondern kommt mit glänzender Lackoberfläche daher. Im Innenteil bietet ein 16-seitiges Booklet weitere Hintergrundinformationen, wobei das Interview mit FOUND-Regisseur SCOTT SCHIRMER besonderes Augenmerk erhalten sollte. Im Unterschied zur ebenfalls erhältlichen FSK-geprüften Veröffentlichung besitzt die limitierte Mediabook-Variante übrigens mehr Bonusmaterial. Neben zwei filmbezogenen Audiokommentaren hat es zusätzlich noch ein Film-im-Film-Feature zu HEADLESS auf die Scheibe geschafft. Leider werden deutsche Untertitelspuren schmerzlich vermisst, was die Veröffentlichung runder gemacht hätte. Nichtsdestotrotz darf man sich dennoch über eine schöne Ausführung zu einem besonderen Film freuen. Ganz nebenbei ist die hier besprochene Auswertung die bisher beste Veröffentlichung des Films weltweit. Dass das Mediabook unter dem üblichen Verkaufspreis von 30 Euronen angeboten wird, ist löblich. Bleibt zu erwähnen, dass schnell zugegriffen werden sollte. Jedes der beiden Mediabook-Cover ist auf 1333 Stück limitiert.

 
 
 


 
 
 

FOUND – Fassungen

 
 
 
FOUND ist in mehreren Fassung zu haben. Neben zwei schicken Sammlerverpackungen im Mediabook, die den Film ungeschnitten beinhalten, gibt es auch noch die reguläre deutsche Fassung für den Handel. Leider ist diese um wenigen Minuten geschnitten, da FOUND sonst keine Freigabe von der FSK erhalten hätte. Demzufolge sollten Liebhaber kompletter Filme möglichst Abstand vom KeepCase halten. Dieses ist am roten 18er-Flatschen auf der Front zu erkennen.
 
 
 
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(c) Meteor Film (geschnittene deutschen BD)

Found – Mein Bruder ist ein Serienkiller [Blu-ray] geschnittene Fassung auf AMAZON kaufen

 
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(c) ILLUSIONS UNLTD. films / Meteor Film (ungeschnittenes Mediabook – Cover A)

Found – Mein Bruder ist ein Serienkiller – Uncut [Blu-ray] [Limited Collector’s Edition] ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
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(c) ILLUSIONS UNLTD. films / Meteor Film (ungeschnittenes Mediabook – Cover B)

Found – Mein Bruder ist ein Serienkiller – Uncut [Blu-ray] [Limited Collector’s Edition] ungeschnittene bei AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

FOUND – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mike Mendez‘ Killers (1996)
 
Behind the Mask: The Rise of Leslie Vernon (2006)
 
The Orphan Killer (2011)
 
ChromeSkull: Laid to Rest 2 (2011)

Filmreview: „Devoured – Verschlungen“ (2012)

devoured 2012
 
 
 

DEVOURED – VERSCHLUNGEN

Story

 
 
 
Die alleinerziehende Mutter Lourdes (Marta Milans) muss in einem Restaurant das nötige Kleingeld für die Operation ihres kranken Sohnes verdienen und wird dabei mit einer unheimlichen Bedrohung konfrontiert …
 
 
 


 
 
 

DEVOURED – Kritik

 
 
 
Wenn man sich in der Horrorfilmwelt umschaut, kann man meinen, den Filmemachern gehen die Ideen aus. Nicht selten werden hinreichend bekannte Filmstoffe dreist stibitzt und die notdürftig zusammengeklöppelten Geschichten mit übelkeiterregender Gewalt kaschiert. Denn nur so lässt sich in schnelllebigen Zeiten halbwegs zügig ’ne Menge Asche verdienen. Gerade weil viele dieser unbedachten Gewaltorgien nur selten eine Kino und Video-Freigabe bei deutschen Zensurbehörden erhalten, haben spitzfindige Rechteinhaber einen höchst wirtschaftlichen Weg gefunden, wie man noch schneller viel Geld in noch weniger Zeit erbeuten kann. Man veröffentlicht einfach seine Blutgranate im deutschsprachigen Ausland und limitiert das böse Stück Film auf möglichst geringe Stückzahlen, damit man dem Filmfan deutlich mehr Euronen als nötig aus der Brieftasche ziehen kann. Der kommende Gruseltrip DEVOURED dürfte dabei in keine der beiden Schubladen rutschen. Hier haben wir es mit einem höchst interessanten und klug durchdachten Geheimtipp zu tun, der sich einen Deut darum schert sein Handlung im Blut zu ersäufen. Der reguläre Weg über den deutschen Handel dürfte die mögliche Konsequenz sein, was den deutschen Filmsammler freuen dürfte, der endlich mal wieder einen guten Horrorfilm zum normalen Obolus in sein Regal stellen darf – ungeschnitten versteht sich. Der düstere Mysterythriller DEVOURED ist mal wieder so ein Fall, der von zwei Neulingen auf dem Gebiet des Spielfilms inszeniert wurde. Während Regisseur GREG OLLIVER bisher nur Dokumentationen gedreht hat und mit dem Dokumentarfilm LEMMY schon einen beachtlichen Erfolg verbuchen konnte, liefert MARC LANDAU sein erstes Drehbuch ab und trifft damit alle Neune. Seine Geschichte versteht, sich gekonnt vom üblichen Horrormist der letzten Zeit abzuheben, wobei mit diesem intelligenten Stück Kino endlich Mal wieder ein Film ins Haus steht, der mit ganz einfachen Mitteln und kleinen Schritten versucht, dem Zuschauer das Gruseln näherzubringen. Interessanterweise setzt Regisseur GREG OLLIVER vernehmlich auf die subtile Wirkung des Bildes und die leisen Töne, denn gesprochen wird in DEVOURED ohnehin kaum. Stattdessen wird der zermürbende Zerfall der leidenden Hauptdarstellerin in ziemlich beunruhigende Bilder gepackt, die in ihrer schlichten Symbolhaftigkeit so erschütternd sind, dass man meinen könnte GREG OLLIVER hätte in seinem Leben nichts anderes gemacht, als psychologisch tiefgründige Horrorfilme zu drehen.
 
DEVOURED erzählt vom Schicksal der alleinerziehenden Lourdes (MARTA MILANS), die von Mexiko nach New York reist, wo sie Geld für eine wichtige Operation ihres kleinen Sohnes verdienen muss. Des nachts schrubbt sie in einem französischen Restaurant die Böden und deckt die Tische ein, damit tagsüber die dekadente Gesellschaft New Yorks dort den schönen Seiten des Lebens frönen kann. Abwechslung vom stupiden und einsamen Arbeitsalltag bieten Lourdes die allabendlichen Telefonate mit ihrem Kind, die kurzzeitig die üblen Schikanen ihrer Arbeitgeberin Kristen (KARA JACKSON) vergessen lassen. Die nutzt zusammen mit Küchenchef Billy (TYLER HOLLINGER) die missliche Lage der Gastarbeiterin aus und machen der besorgten Mutter das Arbeitsleben zur Hölle. Um möglichst schnell das Geld für die Operation aufbringen zu können, entscheidet sich Lourdes zu drastischeren Maßnahmen. Sie erweist einigen Restaurant-Gästen sexuelle Dienste gegen Geld, was bald zu ungeahnten Folgen führt. Türen schlagen wie von Geisterhand zu und eine gespenstische Präsenz scheint der jungen Mutter in jedem Winkel des Lokals zu folgen. Schnell wird der Arbeitsalltag für Lourdes zum Albtraum, denn sie ist fest davon überzeugt, dass es in diesem Restaurant spukt.
 
DEVOURED – VERSCHLUNGEN ist mehr Drama als Horror, wobei es sich OLLIVER nicht nehmen lassen hat, sich ausreichend beim düsteren Genre zu bedienen. Was sich anfänglich noch als bitteres gesellschaftskritisches Filmchen gibt, driftet im Verlauf der Handlung in weitaus unangenehme Sphären ab. Da sieht Lourdes plötzlich die verzerrte Fratze ihres Kindes im Spiegel grinsen und eine unheimliche Gestalt verfolgt die strebsame Mutter am Arbeitsplatz auf Schritt und Tritt. Zudem scheint es in der Umkleide zu spuken und plötzlich zuschlagende Türen erschrecken die fragile Lourdes fast zu Tode. Leicht verdient ist das Geld an diesem Arbeitsplatz mit Sicherheit nicht, zumal sich die junge Frau zusätzlich noch mit den Schikanen ihrer Vorgesetzten auseinandersetzen muss, die die Gastarbeiterin nicht nur einmal spüren lassen, in diesem Land nicht willkommen zu sein. Mit gesellschaftskritischen Seitenhieben wird in DEVOURED nicht gespart. Sei es Kritik an der im Land immer größer werdenden Kluft zwischen Arm und Reich und dem dekadenten und verschwenderischen Auftreten der gutbetuchten Gesellschaftsschicht, die meint mit Geld alles kaufen zu können. Oder die Frage nach dem Wert eines kranken Lebens, dass scheinbar nur dann gerettet werden kann, wenn man hierfür das nötige Kleingeld besitzt. In DEVOURED ist das Thema Geld allgegenwärtig, das regelt wer man ist, wie man lebt und ob man überlebt. Während man zuletzt bereits mit Erstaunen feststellen musste, mit welch hohen technischen Standard Debütfilme aus der Horrorsparte glänzen können, beweist natürlich auch Regisseur GREG OLLIVER mit seinem DEVOURED, dass man auch mit wenig Geld richtig gute Filme machen kann. Zwar spielt sich hier alles auf engstem Raum ab; nach günstig produzierter Videoware schaut das leider ganz und gar nicht aus. Der Film wurde mit MARTA MILANS als gebeutelte Seele hervorragend besetzt, die nicht nur den Film fast gänzlich allein tragen muss, sondern ebenso die Leistung vollbringt, nur anhand ihrer Mimik dem Zuschauer zu vermitteln, was ihr Charakter denkt und fühlt. Durch ihr zwar wortkarges aber stets zugängliches Schauspiel fühlt sich der Zuschauer schnell mit der Hauptdarstellerin verbunden und begleitet die leidende Protagonistin auf ihren von Angst und Einsamkeit geebneten Abstieg in den Wahnsinn. Finstere Gänge, farblose Bilder und fast schon nervenzehrende Stille untermauern das stetige ungute Gefühl der Verzweiflung und verbildlichen die Qualen, welche die Heldin durchleben muss, um das Leben ihres Kindes zu retten. Leider ernüchtert am Ende die Tatsache, dass auch OLLIVER auf den aktuell so beliebten Plottwist setzen muss, der im Horrorgenre zu einer unweigerlichen Selbstverständlichkeit geworden ist. Die paranormalen Vorkommnisse werden plausibel gelüftet und der Zuschauer erhält mit einer etwas arg derben Wendung nicht das Ende, dass man sich bei einem derartig todtraurigen Film vermutlich erhofft hätte.
 
Am Ende bleibt ein uneingeschränkt empfehlenswerter Geheimtipp, der all jenen Fans ans Herz gelegt sei, die auch beim Horrorfilm einen gewissen Anspruch voraussetzen, um gut unterhalten zu werden. Wer die Qualität eines Horrorfilms nur vom Blutgehalt und der Anzahl der Leichen abhängig macht, ist hier vollkommen falsch. DEVOURED ist ein unangenehmer Mysteryfilm, mit guter Besetzung und sehr gutem Drehbuch. Da kann man Regisseur GREG OLLIVER und Drehbuchautor MARC LANDAU nur viel Glück wünschen, dass es ihnen gelingt mit ihrem gelungenen Gruselauftakt maximale Erfolge zu erzielen. Glaubt man dem Filmplakat, hat DEVOURED bereits einschlägige Festivals überzeugen können – für das FILMCHECKER-Team absolut verständlich!
 
 
 


 
 
 

DEVOURED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein Brett von Film – uneingeschränkt empfehlenswerter Geheimtipp für all jene Freunde der gruseligen Unterhaltung, die eine Leidenschaft für subtile Horrorfilme jenseits des Mainstreams hegen.
 
 
 


 
 
 

DEVOURED – Zensur

 
 
 
DEVOURED – VERSCHLUNGEN ist ein eher ruhig inszenierter Film, der sich mit dem subtitle Gruseln beschäftigt. Gerade wegen dem etwas sehr finsteren Endes wurde DEVOURED hierzulande ab FSK16 freigegeben – ungeschnitten versteht sich. Die erhältliche Scheibe hat jedoch den roten „Keine Jugendfreigabe“-Stempel erhalten. Grund hierfür: Das Bonusmaterial der Heimkinofassung.
 
 
 


 
 
 

DEVOURED- Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Devoured; USA 2012

Genre: Drama, Horror, Thriller

Ton: Deutsch Dolby Digital 2.0 Stereo, Englisch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1,77:1

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: Der Film ist eigentlich FSK16. Die BD wurde wegen dem Bonus jedoch erst ab 18 Jahren freigegeben

Verpackung: Amaray mit alternativem Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 22.07.2014

 
 
 

Devoured – Verschlungen [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DEVOURED – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
It´s in the Blood (2012)

Under the Bed – Es lauert im Dunkeln (2012)

Zimmer 205 – Traust Du Dich rein? (2011)

Psych:9 (2010)

Filmreview: „Excision“ (2012)

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Excision

Story

 
 
 

Das 17jährige Mädchen Pauline (AnnaLynne McCord) ist nicht wie normale Mädchen in ihrem Alter. Sie interessiert sich nicht für Jungs, schert sich ein Deut um ihr Äußeres und fühlt sich partout von ihrer Familie sowie ihrem Umfeld vollkommen missverstanden. Ein Grund mehr sich in vollkommen absurd-groteske Tagträume zu flüchten, in denen sie von einer bevorstehenden Karriere als Chirurgin träumt …

 
 
 


 
 
 

Excision – Kritik

 
 
 
Teenie Pauline hat gewaltig einen an der Waffel. Das kann man sagen ohne dem Film oder der Figur zu nahe treten zu wollen. Wenn sie nicht in bitter verkleideter Häßlichkeit totes Getier von der Straße aufsammelt und, den Traum von der Medizinerkarriere doch sehr erzwingend, das Skalpell schwingt, ergeht sie sich in Sexträumen, in denen der Splatterriemen tobt. Sex im Blut, Sex mit Blut, Gedärm, Kostüm und Trulala. Die Jungfräulichkeit ist dem armen Ding ein Dorn im unschönen Auge. Natürlich ist ihr Umfeld ein Nest suburbaner Leichenstarre zwischen Schulsport, Kirche und Klappe halten. Halber Lichtblick im Schwarzfilter der gräßlichen Vorstadtidylle ist Paulines kleine Schwester, die, in einem VICTOR HUGO’schen Zug des Ansammeln allen Elends, am großen Horror Mukoviszidose leidet und eine neue Lunge bitter nötig hätte. Wenn da mal nicht die Talente der großen Schwester von Nutzen sein dürften.
 
Die Horror-Sensation aus den USA! Regisseur RICHARD BATES JR. schuf mit EXCISION einen der visionärsten, bildgewaltigsten und provozierendsten Horrorfilm aller Zeiten!
 
So und nicht anders kreischt mich die Eigenwerbung an und ich frage mich, ob diese Form des Superlativ-Wahns bei Leuten ankommt. Selbst gesetzt den Trauerfall, das Zielpublikum ist wirklich in Gänze der Menschenmasse zuzuordnen, die davon ausgehen, Horrorfilme wurden dereinst, vor zehn Jährchen, gesetzlich vom großen Versicherungsrationalisierer Jigsaw Killer als solche beschlossen. Tatsächlich bedient man sich bei offensichtlichen Idolen wie Meister BRIAN DE PALMAS Verfilmung von STEPHEN KINGS erstem Hit, CARRIE, natürlich, findet aber auch Zeit (zumindest hoffe ich das, der Zufallsfaktor wäre schon ein sehr perverser) zu zeigen, was man bei MAY – DIE SCHNEIDERIN des Todes, einem der ersten besseren Beispiele des New Horror im Jahre 2005, der dazu noch bis heute seine Stellung halten kann, gelernt hat. Ist es bei MAY die Kunst des Kleiderdesigns, ist es hier die höhere Medizin, die zur triggernden Grundlage orgiastischer Ekelfeiern dienen muss. EXCISION basiert auf einem 2008er Kurzfilm und überraschenderweise kann man den Machern nicht vorwerfen, sich in allzu aufbläserischen Handlungen ergangen zu haben. Bei ähnlichen Projekten hat man das leider immer wieder sehen müssen. Knappe achtzig Minuten sind aber auch bei deutlich mieseren Schinken als dem hier ein schmerzlindernder Faktor.
 
Hauptdarstellerin ANNALYNNE McCORD musste sich für die Rolle der behackten Hobbychirurgin mittels einer SKETCH-UP/DIETHER KREBS artigen Cro Magnon-Augenbrauenmaske vom gewohnten Pornotussichic verabschieden. Sie steht einer Besetzung vor, die als eine einzige Verneigung vor den Bigotteriedemaskerierungen des großen Vorbildes JOHN WATERS bezeichnet werden kann. Jener ist dann auch gleich selbst an Bord, gemeinsam mit dem seinerzeit minderjährigen Ex-Pornostar TRACI LORDS, die ihre Rolle als strenge Spießermutter durch schiere Anwesenheit konterkariert. So auch, als in einem der satirischen Kerne des Films, Paulines Verzweiflung mit der Bubenwelt und der Kampf gegen jene lästige Unberührtheit entgegengetreten wird.
 
Wer den erwähnten MAY mochte und mit Splatterhorrorware etwas anfangen kann, deren Verständnis des Stilmittels Gewalt in etwa mit dem einer Groteske wie dem schönen Spätwerk KILLER JOE des großen WILLIAM FRIEDKIN d’accord geht, wird sich EXCISION mit Freude ansehen. Gestörte Freude, ja. Aber Freude.
 
 
 


 
 
 

Excision – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Groteske Horror-Satire mit herausragenden Schauspielern und bitterbösem Schlussakt!
 
 
 


 
 
 

Excision – Zensur

 
 
 
Die erhältliche, deutsche Heimkino-Fassung ist mit der „keine Jugendfreigabe„-Kennzeichnung vollkommen ungeschnitten. Es handelt sich hierbei um ein zynisches bebildertes Horror-Drama, dass mit einigen unappetitlichen Szenen nicht geizt. Daher ist die hiesige Alterfreigabe vollkommen gerechtfertigt!
 
 
 


 
 
 

Excision – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) MIG (Einzel Blu-ray)

 
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(c) MIG (Special Edition Blu-ray mit BD und DVD)

 
excision-mediabook

(c) 84 (Repack-Mediabook mit BD und DVD)

 
excision-neuauflage

(c) Cosmopolitan Pictures / Alive AG (Neuauflage)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Excision; USA 2012

Genre: Thriller, Drama, Komödie

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1; (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: FSK 18 – Keine Jugendfreigabe

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Standard-Edition: nur Trailer, Audiokommentar des Regisseurs, Deluxe Edition: Dokumentation: „Nightmares in Red, White and Blue“ (93 min – deutscher Voice-over), Trailer, Audiokommentar des Regisseurs, Bildergalerie – Alle Extras besitzen keine Untertitel!

 
 
 
Die HD-Heimkino-Veröffentlichung von „Excision“ kommt in drei verschiedenen Blu-ray-Ausführungen daher. Neben der schlichten, Standard-Variante in einer herkömmlichen Amaray existiert noch eine 2-Disc Collector´s Edition Blu-ray. Diese wird ebenso in einem normalen Amaray angeboten, wobei sich im Inneren die herkömmliche Blu-ray aus der Standard-Edition befindet, sowie einer Bonus-DVD mit der sehr interessanten Dokumentation „Nightmares in Red, White and Blue“ (93 Min). Diese Deluxe-Variante wird zudem auch als schickes Mediabook vermarktet, sodass sich Verpackungs-Fetischisten danach sicher die Finger lecken dürften.
 
Uns lag zum Test die herkömmliche Collector´s Edition mit Blu-ray und Bonus-DVD zugrunde. Nach dem Einlegen der Blu-ray folgt ein schlichtes, mit Musik untermaltes, Standbild von wo aus der Filmfreund zwischen Hauptfilm, Kapitelwahl, Spracheinstellungen und Extras wählen kann. Die Extras auf dieser Blu-ray beschränken sich vorwiegend auf den Trailer zum Film, sowie einen Audiokommentar des Regisseurs, dem keine hilfreichen Untertitel spendiert wurden. Die Optik des Hauptfilmes überrascht mit einem überzeugendem Bild, das sich durchweg auf einem sehr hohen Niveau befindet. Sehr viele Details, wie Hauptporen und Falten, lassen sich problemlos erkennen und auch die Farben kommen mit einer erstaunlichen Sättigung und Frische daher – Bravo! Da es sich hier um ein eher ruhig erzählten Film handelt, sollten keine Wunder in punkto Tonwiedergabe erwartet werden. Trotzdem ist der Ton als durchweg hochwertig zu bezeichnen.
 
Die Bonus-DVD präsentiert den Hauptfilm erneut in seiner ungeschnittenen Fassung. Diesmal jedoch in SD-Qualität. Zudem unterscheidet sich hier das Bonusmaterial und die Menügestaltung von der Blu-ray-Ausführung maßgeblich. Zwar findet der Filmfreund auch hier den Audiokommentar des Regisseurs begleitend zum Film, aber neben dem Trailer und einer Bildergalerie hat es zudem auch die ausführliche Dokumentation „Nightmares in Red, White and Blue“ (93 Min) auf die Scheibe geschafft. Die Doku bietet einen hervorragenden Überblick über die Meilensteine, der in den USA produzierten Horrorfilme und liegt hier in ihrer gänzlich deutschen Synchronisation vor. Beiden Scheiben bieten deutsche Untertitel zum Hauptfilm. Ein flatschenfreies Wechselcover liegt ebenso vor!
 
 

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Pain & Torture Collection

(c) SchröderMedia HandelsGmbH

 
 
Neben der herkömmlichen Blu-ray erschien der Film auch als Teil eines umfangreichen Horrorfilm-Pakets mit sechs Filmen auf 2 DVDs. Auf diesem Heimkinomedium, das als PAIN & TORTURE 6 MOVIE PACK in den Handel gebracht wurde, ist der Streifen ebenso ungeschnitten enthalten, wie auf der bereits erhältlichen Einzel-Blu-ray.
 

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Excision – Trailer

 
 
 


 
 

Christian Ladewig

 
 
 
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Filmreview: „American Mary“ (2012)

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American Mary

Story

 
 
 
Mary ist eine typische Studentin. Sie ist fleißig, wissbegierig und permanent in Geldnot. Um sich dennoch das Chirurgie-Studium leisten zu können, entschließt sie sich aus der Not heraus auf eine Stellenausschreibung als erotische Masseurin in einem Strip-Clubs zu bewerben. Eine folgenschwere Entscheidung, denn der Besitzer des Lokals hat „Größeres“ mit ihr vor. Er erkennt ihr Potenzial und führt die junge Frau in einer düstere Welt voller skurriler Gestalten, die nur einen Wunsch hegen: ihren Körper mittels „Body-Modification“ zu „perfektionieren“. Rasch macht die chirurgische Fingerfertigkeit der (an)gelernten Mary die Runde, sodass sie sich alsbald vor lukrativen Aufträgen zur „Körperverschönerung“ nicht mehr retten kann. Auf einer Chirurgen-Party trifft sie wenig später auf ihren Dozenten, der nicht nur ihr umfangreiches Wissen zu schätzen weiß. Er macht die unwissende Mary durch Drogen gefügig und vergewaltigt die wehrlose Schülerin. Ein fataler Fehler, denn Mary beschließt grausame Rache …
 
 
 


 
 
 

American Mary – Kritik

 
 
 
Aufgrund der Masse an vollkommen desaströsen und beliebig austauschbaren Genre-Werken, dürfte es für den Filmfreund so langsam zu einer unüberwindbaren Herausforderung werden, darunter die wirklich hochwertigen Perlen zu finden. Kaum ein Thema in der Horrorfilmwelt existiert, dass nicht bereits zu Tode getrampelt und lukrativ ausgeschlachtet wurde. Umso verwunderlicher, dass es dennoch hin und wieder Horrorfilme aus Hollywood schaffen, durchaus Aufmerksamkeit zu erregen und für Gesprächsstoff zu sorgen. Das Psycho-Drama „American Mary“ ist ein derartiger Fall, dem eine vollkommen neue Thematik zu Grunde liegt, der bisher dato kaum bis gar keine Beachtung geschenkt wurde und die mit Sicherheit ein gutes Dutzend thematisch ähnlich gestrickter Filme nach sich ziehen wird.
 
American Mary“ ist kein Horrorfilm im herkömmlichen Sinne. Die beiden „Soska Schestern„, Jen und Sylvia, die bereits im Jahre 2009 schon einmal versucht haben, mit ihrem Regie-Debütwerk “Dead Hooker in a Trunk” in der Horrorfilmszene Fuß zu fassen, haben mit ihrem zweiten abendfüllenden Langfilm genau ins Mark getroffen. „American Mary“ ist ein ziemlich interessanter Beitrag, der ein überaus perfides Fetisch-Milieu thematisiert und den Zuschauer in eine vollkommen seltsame Welt entführt, von der man kaum glauben mag, dass diese letztendlich auch in der Realität existiert. Dort gehört sogenanntes „Extrem-Body-Modification“ zum guten Umgangston, bei der sich eigentlich gesunde Menschen durch körperliche Verstümmelungen versuchen vom konventionellen Schönheitsideal abzuheben. Das beginnt durch schmerzfreies Stechen von Piercings und endet im Extremfall beim Entfernen ganzer Gliedmaßen, dem eigenen Individualismus wegen.
 
Freilich wirkt dieser Fetisch für den Otto-Normal-Bürger vollkommen befremdlich, dennoch umso lobenswerter, dass sich der Film derart kontroverser Thematik mit einem zwinkernden Auge nähert, ohne dabei jedoch den Verfechtern dieser etwas sehr speziellen Leidenschaft unweigerlich auf die Füße zu treten. Auch wenn das unverbrauchte Szenario durchaus Potenzial für schön derbe Kröselkost bietet, sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass es sich bei „American Mary“ um einen zynischen Psychothriller handelt, der gänzlich andere Pfade einschlägt und sich unwesentlich mit der Folterei potenzieller Probanden beschäftigt. Hier wird nicht schaulustig gebohrt, geschlitzt und verstümmelt, sondern geradezu zwanghaft weggeblendet, wenn der Zuschauer hofft, gleich auf bluttriefenden Ekel-Terror zu stoßen. Ein guter Schachzug der beiden „Soska Geschwister„, hat der Film demnach genug Zeit sich auf das wirklich Wesentliche zu konzentrieren.
 
Im Mittelpunkt der Gegebenheiten steht die junge Mary, die von „Katharine Isabelle“ trefflich in Szene gesetzt wird. Horrorfilmfreunden dürfte „Isabelle“ nicht unbekannt sein, wusste sie bereits als Hauptfigur „Ginger“ im Werwolf-Drama „Ginger Snaps – Das Biest in dir“ durch ein facettenreiches Schauspiel zu überzeugen. Begrüßenswert und äußerst sympathisch, dass sich eine derart beliebte Horrorfilm-Ikone wie „Katharine Isabelle“ erneut dazu entschlossen hat, in die skurrile Welt des Horrors abzutauchen, um einmal mehr dem Genre-Fan auf ansprechend hohem Niveau den Kopf zu verdrehen. Wie bereits in „Ginger Snaps“ durchlebt auch ihre Rolle in „American Mary“ eine bedeutsame Verwandlung, die sich aber in ihrem aktuellen Film natürlich freilich realistischer (wenn auch sehr oberflächlich) bebildert. Anfänglich lebensfroh und neugierig, durchlebt Marys Ego im Verlauf der Geschichte eine abrupte psychologische Veränderung, die seltsamerweise nicht auf ihre neues berufliches Dasein im Underground-Milieu zurückzuführen ist. Nachdem das selbstbewusste Mädchen von ihrem Professor sexuell misshandelt wird beginnt Mary einen regelrechten Schutzwall um ihre Person zu zimmern. Gefühle lässt sie nur selten zu, Skrupel kennt sie fortan nicht mehr. In nur wenigen Momenten, blitzt ein Funken Menschlichkeit aus ihrer geschunden Seele hervor. So sind Szenen, wie die in der sich die vermeintlich taffe Mary still trauern von ihrer geliebten Großmutter verabschiedet, rar gesät. Leider wird das Schicksal der durchaus interessanten Protagonistin nur zum Teil ausgereizt. Immer wieder meint man das Gefühl zu haben, als ob der Film sich allein nur auf das möglichst sensationsgeile Zurschaustellen des zugrundeliegenden Milieus konzentrieren möchte. Die wenigen durchaus unkonventionellen Charaktere kommen da hin und wieder etwas zu kurz, was etwas bedauerlich ist. Dennoch bleibt am Ende ein erfrischend andersartiger Film über, der sich nicht zwangsläufig nur im obligatorischen Blutzoll verfängt, sondern den Zuschauer versucht zu schockieren, indem er ihn in eine vollkommen absurde Welt entführt.
 
American Mary“ ist kein ruppiger „Rape-and-Revange“-Streifen. Ebenso ist der Film NICHT im Folter-Genre beheimatet, wie der Horrorfilmfreund vermutlich bei derart düsteren Kontext vermuten würde. Der Film ist ein dunkler Psycho-Trip in eine Welt, in der der eigene Körper quasi schon fast kunstvoll in Szene gesetzt wird. Hierbei werden gekonnt Einflüsse aus asiatischen Extrem-Filmchen mit zweifelhaften S/M-Praktiken und Cronberg´schen Körperhorror verknüpft. Eine Ähnlichkeit zum Horrorthriller „Dee Snider’s Strangeland“ aus dem Jahre 1998 ist unverfehlbar. Dennoch, auch wenn sich der Film nur grob mit dem psychischen Verfall der Hauptdarstellerin beschäftigt, so verfehlt der Film seine durchaus kontroverse Aussage nicht. Gelingt es Genre-Filme nur selten gesellschaftskritische Botschaften zu vermitteln, so scheint „American Mary“ dies geradewegs mit einer spielerischen Leichtigkeit zu gelingen. Ob nun bewusst oder unbewusst sen dahingestellt. Das erfrischende Szenario dokumentiert mit einer zynischen Leichtigkeit das krankhafte Streben nach der Perfektion des eigenes Körpers. Hierbei bedient sich „American Mary“ zwar mit dem hier bebilderten „Body-Modification“ einem durchaus extremen Beispiel; die Grundaussage des Film lässt sich aber natürlich auch in alle übrigen Bereiche des täglichen Lebens transferieren. Ob nun unnötige Schönheits-OPs, der bevorstehende Friseurtermin oder ein schweißtreibender Besuch im Fitnessstudio – der zwanghafte Schönheitswahn, den die Gesellschaft aktuell unweigerlich vordiktiert ist mittlerweile bereits allumfassend.
 
 
 


 
 
 

American Mary – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Spannender und erfrischend kontroverser Blick in eine skurrile Welt voller seltsamer Gestalten.
 
 
 


 
 
 

American Mary – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung aus dem Hause „Universal Pictures“ ist mit dem „Keine Jugendfreigabe„-Aufdruck vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

American Mary – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: „The Barrens – Jersey Devil“ (2012)

The Barrens - Jersey Devil - Film Plakat
 
 

The Barrens – Jersey Devil

Story

 
 
 
Und es hätte alles so schön werden können: Vater Richard Vineyard düst über das Wochenende zusammen mit seiner Frau und den beiden gemeinsamen Kindern hinaus in die Wälder um dem getrübten Familienfrieden neuen Wind einzuverleiben. Kaum angekommen ist von friedlichem Natur-Idyll weit und breit keine Spur. Stattdessen entpuppt sich der angepeilte Zeltplatz als Massentreffpunkt vorlauter Jung-Rucksack-Touristen. Grund genug für den angeschlagenen Familienvater das Lager kurzum in den wilden Wald zu verlagern. Doch glaubt man den Erzählungen, so ranken um das Waldgebiet furchtbare Legenden – von einer seltsamen Kreatur, die dort hausen und die der Teufel höchstpersönlich geschickt haben soll. Nach anfänglicher Unzufriedenheit beginnt sich der Gesundheitszustand Richard´s auf mysteriöser Weise rapide zu verändern. Zudem scheint der fürsorgliche Familienvater davon besessen von jenem ominösen Wesen verfolgt zu werden…
 
 
 


 
 
 

The Barrens / Jersey Devil – Kritik

 
 
 
Regisseur Darren Lynn Bousman scheint kein Unbekannter zu sein, wenn es darum geht dem Zuschauer wohlig-ekligen-Schauer einzujagen. Sein bisheriges Schaffen verweist auf diverse blutrünstige Vertreter des Genres, deren zweifelsohne zeigefreudig-derbe Bildsprache das moderne Folter- und Tortur-Genre des 21. Jahrhundert maßgeblich mitgeprägt hat. Zu seinem bekanntesten Werken zählen die „Saw“-Teile 2-4, deren routiniert zusammengeschusterte Greueltaten bisher nicht nur euphorischen Horrorfilmfreunden reichliches Entzücken entlocken konnten. Auch unter hiesigen Zensurbehörden genossen Bousmans debile Werke höchste Aufmerksamkeit und schafften es bisher immer wieder, entweder teilweise gekürzt oder nur mit roten Jugendschutz-Freigabeplaketten beschenkt zu werden. Nach zuletzt qualitativ immer durchwachsener Durchschnittskost, scheint mit „The Barrens“ (der deutsche Titel: „Jersey Devil“) Bousman´s bisherig schlechtestes Werk das Licht der Zelluloid-Welt zu erblicken, denn bereits bei seinem zuvor abgedrehten „11-11-11“ schien der kreative Verfall seines künstlerischen Schaffens ersichtlich.
 
Immerhin kann man Bousman nicht vorwerfen sich in teilweise unterschiedliche Subgenres ausprobiert zu haben. War es in „Saw 2-4“ die noch teilweise fragwürdige Folterproblematik, die er mit Hilfe von unerträglich grausamen Gewaltszenen bis zum Erbrechen ausgereizt hat, so versuchte er in „Repo“ – The Genetic Opera“ das stiefmütterlich behandelten Horror-Musical salonfähig zu machen. Das seelenlose Folter-Remake zur 80er-Jahre-Satire „Mothers Day“ enttäuschte im Vergleich zur kreativen Bissigkeit des Originals und auch der Okkult-Thriller „11-11-11 (2011)“ entpuppte sich nach Sichtung als zwar souverän abgedrehte und optisch ansprechende Okkult-Jagd, die jedoch keinen wirklich einschneidenden Eindruck unter Kritikern hinterließ und hierzulande direkt auf den Heimkinomarkt veröffentlicht wurde. Mit „The Barrens“ widmet sich Darren Lynn Bousman erneut einem gänzlich anderen Subgenre und versucht diesmal dem klassischen Monster-Movie frischen Wind einzuverleiben. So wirklich gelingen will ihm das nicht, viel zu hanebüchen gestaltet sich die Erzählweise, die den Zuschauer immer wieder versucht auf falsche Fährten zu locken. Ist das Monster aus den Legenden wirklich real, oder entspringt es allein nur der Phantasie des fiebernden Familienoberhauptes? Routinierte Horrorfilmfreunde erkennen schnell die falschen Spuren, die Bousman versucht zu verstreuen, um den Zuschauer offensichtlich zu verwirren. Viel zu vorhersehbar gestaltet sich das Geschehen, welches regelrecht in den unendlich vielen Logik-Löchern ertrinkt und sich ausweglos versucht an den roten Faden der Geschichte zu klammern. Dabei scheint dass größte Manko dieses Films die Figuren selbst zu sein, die diesen Beitrag zu unverkennbar hirnrissig gestalten. Denn deren Interaktionen sind selten komisch und vollkommen sinnfrei. Den schauspielerischen Leistungen ist dieses Vergehen nicht einmal ansatzweise vorzuwerfen, vielmehr ist der Schuld bei Bousman selbst zu suchen, der nicht nur den Film realisiert, sondern auch das Drehbuch eigenhändig verfasst hat. Seine Geschichte strotzt nur so vor Fehler und die rationalen Verhaltensmuster und die logischen Denkstrukturen eines normal-geistigen Menschen lässt er, vermutlich aus Gründen der nicht-vorhandenen nervenzerfetzenden Spannung, vollkommen außer acht. Oftmals sind die Beweggründe des Handelns der Protagonisten derart unklar, dass man als Filmfreund erst einmal im Internet recherchieren möchte, ob man nicht vielleicht doch gerade einen dieser unzähligen dummen Teenie-Slasher zu Gesicht bekommt, in denen dumme Menschen die furchtbar unlogischsten Dinge tun, welche der intelligente Zuschauer zu keiner Minute nachvollziehen kann und möchte.
 
Familie Vineyard besteht aus derartig seltsamen Kandidaten. Denn als die Polizei im Zeltlager auftaucht, um das Verschwinden eines der Camping-Gäste zu untersuchen, erfährt die Familie von seltsamen Vorkommnissen, die sich in letzter Zeit rund um das Waldgebiet abgespielt haben sollen. Trotz aller Warnungen und Offensichtlichkeiten, packen die 4 Protagonisten ihre Koffer und pilgern planlos in Richtung Wald. Reguläre Waldpfade werden vollkommen außer Acht gelassen und ein Verlaufen vorprogrammiert. Da nutzt dem Familienvater auch die Karte nichts, die er in seinem fiebrigen Zustand in regelmäßigen Abständen aus der Tasche zaubert. Nachdem die Familie tief im Wald ein weiteres, diesmal verwüstetes, Zeltlager und einen elendig vollendeten Hundekadaver entdecken, spüren sie trotz aller Offensichtlichkeiten, auch hier kaum bis keinerlei Unbehagen und Unwohlsein. Stattdessen schlagen sie ihr Nachtlager auf und warten darauf, dass der Regenguß allmählig von Dannen zieht, damit die vier friedvoll am nächsten Morgen ihren kuscheligen Wochenend-Naturausflug fortführen können. Selten zuvor hat man sich vermutlich als Filmfreund und Zuschauer dabei erwischt, wutentbrannt ein lauthalses „Lass das!“ oder „Warum tust Du das?!“ gen Kinoleinwand oder Fernsehschirm zu schreien. Hätte man die Fähigkeit aktiv in die Handlung einschreiten zu können, wären vermutlich die vier eine der ersten Familien der Filmgeschichte, die sich aufgrund ihrer grenzwertigen Handlungen vor lauter Backenschelten kaum retten könnten.
 
Folterexperte Darren Lynn Bousman meldet sich mit einem weiteren düsteren Film-Vertreter zurück. Die typische Bousman-Handschrift tritt in „The Barrens“ zugunsten der Atmosphäre und der vorwiegend dramenlastigen Erzählweise in den Hintergrund. Nur wenige Epilepsie-verursachende Schnittfolgen zieren sein aktuelles Werk und auch sonst entfernt sich Bousman vom allzu bluttriefenden Gewalt-Gewitter eines „Saw 2-4“. Bereits in seinem Vorgängerfilm „11-11-11“ scheint er sich von ausufernden und derben Gewalt-Exzessen weitestgehend distanziert zu haben, was man ihm auf jeden Fall zugute schreiben sollte. Auch ohne kassenträchtiges Gemetzel kann man heutzutage ansprechende Geschichten erzählen. Leider schafft er es mit „The Barrens“/ “Jersey Devil“ ein weiteres Mal nicht, ansprechend zu „Erzählen“, denn sein aktueller Ausflug ist schier derart unlogisch, dass man als intelligenter Filmfreund nur mit dem Kopf schütteln kann, wie vollkommen dämlich sich seine vier Hauptprotagonisten verhalten. Bousman konzentriert sich hierbei vorwiegend auf den geistigen Zerfall des Vaters Richard, der in seinen Wahnvorstellungen es nicht schafft die Familie zusammenzuhalten, sondern weitestgehend auseinandertreibt. Das erlösende Ende offenbart daher diesbezüglich weniger Horror, als vielmehr eine markerschütternde Tragödie, die in ihrer makaberen Konsequenz eher an ein zynisches Drama erinnert, als an schocklastigen Horror.
 
 
 


 
 
 

The Barrens / Jersey Devil – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Hübsche Optik – aber wenig Seele. Ein weiterer, glatt polierter Bousman-Film, den man einmal gesehen und nach einer Woche bereits wieder vergessen hat.
 
 
 


 
 
 

The Barrens / Jersey Devil – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung erscheint am 30.11.2012 ungeschnitten mit einer „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung von „Splendid Film“. Da es kaum offensichtliche Gewalt im Film gibt ist die Freigabe etwas weit hochgegriffen. Eine FSK16 hätte es auch getan!
 
 
 


 
 
 

The Barrens / Jersey Devil – Trailer


 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: „Besessen – Der Teufel in Mir“ (2012)

Devil Seed (2012) - Filmplakat, Movie-Cover
 
 
 

Besessen – Der Teufel in Mir

Story

 
 
 
Das neue Uni-Semester steht vor der Tür und Alex beschließt zusammen mit ihren WG-Mitbewohnerinnen den letzten Ferientag mit einer trinkfreudigen Tour durch die Clubs der Stadt gebürtig zu feiern. Die Stimmung passt, der Alkohol fließt reichlich und weil die Freundinnen den wundervollen Abend unvergesslich gemütlich ausklingen lassen wollen, beschließen Alex und ihre beste Freundin Jessica sich bei einer mysteriösen Hellseherin die Zukunft voraussagen zu lassen. Ein fataler Fehler, denn irgendetwas Böses scheint während der Séance von Alex Besitz ergriffen zu haben, etwas das das Leben der jungen Frau grundlegend ändern wird …
 
 
 


 
 
 

Besessen – Kritik

 
 
 
Als vor fast 40 Jahren „William Friedkin“ mit seinem wegweisenden Schocker „Der Exorzist“ das weltweite Kinopublikum in Angst und Schrecken versetzte war ihm scheinbar nicht wirklich bewusst, dass er mit seiner filmischen Umsetzung des gleichnamigen Romans von „William Peter Blatty“ ein derart heikles und dennoch populäres Thema auffasste, dass diverse Filmstudios dazu bewegte, eine regelrechte Flut von ähnlich thematisierte Filmen zu produzieren. Leider hat es kaum einer dieser Filme geschafft, die zermürbende Atmosphäre jenes Klassikers erneut in derart drastisch-schockierende Bilder zu tauchen. Seltsamerweise ist Friedkins „Der Exorzist“ fast 40 Jahre nach seiner Entstehung kein bisschen gealtert, und die technisch gut getricksten Schocksequenzen sitzen auch heute noch Zuschauern auf der ganzen Welt merklich in den Gliedern. Welchen Einfluss Friedkins Meisterwerk auch heute noch auf die internationale Genre-Landschaft ausübt zeigt eindrucksvoll die aktuelle Horrorproduktion „Devil Seed“ (so der Original-Titel), die sich gänzlich fast allen kreativen Ideen eines Friedkin´schen „Exorzisten“ bedient und vermutlich besser mit „Der Exorzist – Teil 5“ hätte betitelt werden können. Nachwuchsregisseur „Greg A.Sager“ hat sich bei der Umsetzung seines ersten abendfüllenden Filmwerkes ausgiebig bei seinem ganz großen Vorbild aus dem Jahre 1973 bedient und die diversen Schlüsselszenen aus Selbigen unglaublich frech stibitzt und sie unverschämt freizügig in seinen eigenen kleinen Film einfügt. Penetrant fällt dies ins Gewicht als Hauptprotagonistin „Alex“ im altbekannten „Spiderwalk“ durch den Flur saust und in einer weiteren Szene schamlos und verstört auf den Boden uriniert.
 
Dennoch, man sollte dieses „Vergehen“ dem Nachwuchsregisseur „Greg A. Sager“ nicht zu sehr negativ ankreiden, denn sein „Devil Seed“ ist eigentlich gar nicht so trivial und dilettantisch, wie anfänglich gedacht. Trotz diverser offensichtlicher Parallelen zu „Der Exorzist“, „The Entity“ und sogar „Rosemarys Baby“ besitzt der Film seine ganz eigene Erzähl- und Bildsprache, die von Filmminute zu Filmminute verstörender, radikaler und düsterer zu werden scheint. Was anfänglich noch einen konventionellen und austauschbaren Teenie-Horrorfilm vermuten lässt, entwickelt sich spätestens ab Filmmitte zu einem recht unangenehmen und überraschend souverän erzählten Filmchen, dass sich zwar typischen „Besessenheits“-Klischees bedient, aber trotz alt bekannter Ideen dennoch spannend bis zum tobenden Finale unterhält. Im Rahmen seines minimalen Budgets schafft es Regisseur „Greg A. Sager“ wirklich hübsch-düstere Momente einzufangen, die durchaus zu gefallen wissen und gerade gegen Ende herrlich makaber und geschickt überzeugen können. Ungeschicktes technisches und dramaturgisches Verständnis darf man „Greg A.Sager“ daher nicht vorwerfen, denn „Devil Seed“ schafft es trotz aufdringlichen „B-Movie“-Status eine recht beunruhigend-bedrohliche Atmosphäre aufzubauen, sodass „Devil Seed“ bei weitem besser und „goutierbarer“ ist, als all die uninspirierenden Werke aus der Billig-Film-Schmiede „Asylum“. Die ideal und charmant besetzten Rollen der beiden Hauptcharaktere „Alex“ und „Jessica“ vervollständigen den eigentlich recht stimmigen Gesamteindruck dieser kleinen Indie-Filmproduktion und heben „Devil Seed“ über den Durchschnitt sonstiger billig heruntergekurbelten B-Movie-Ware.
 
Mit „Devil Seed“ („The Devil in Me“ – eigentlicher Produktionsname) erlebt der Filmfreund zwar keinen innovativen und meisterhaft inszenierten Hochglanz-Schocker, sondern vielmehr den Versuch eines unbekannten Nachwuchsregisseurs auf dem weltweiten Filmmarkt erfolgreich Fuß zu fassen. Sein erster Indie-Spielfilm strotzt nur so vor unzähligen Zitaten aus Klassikern wie „The Entity“, „Der Exorzist“ und „Rosemarys Baby“ schafft es aber dennoch, trotz eingeschränkten Budgets, etwas eigenes und unterhaltsames zu zaubern. Dezente Spezialeffekte und ein minimalistisches Setting heben die Charaktere in den Mittelpunkt, denen der körperliche und geistige Zerfall der Hauptprotagonistin „Alex“ merklich psychisch zu schaffen macht, sodass der Zuschauer im Verlauf der Geschichte vermehrt das Gefühl hat, dass sich in „Devil Seed“ die Grenzen zwischen Horror und Drama vermischen. Leider kann das Potenzial der Ideenvielfalt des Regisseurs nicht vollends ausgebaut werden, da ihm hierbei ersichtlich das mangelnde Produktionsbudget einen gehörigen Strich durch die Rechnung macht. Schade eigentlich, denn einzig die dürftigen Make-up-Effekte im Finale trüben den eigentlich recht annehmbaren Gesamteindruck dieses kleinen ungeschliffenen Rohdiamanten. Man stelle sich vor, was Regisseur „Greg A. Sager“ mit 2-3 Millionen Dollar mehr Produktions-Investitionen hätte großartiges zaubern können. So bleibt ein kleines unabhängiges Filmchen über, dass ein wenig an Fahrt benötigt um in die Gänge zu kommen, aber trotz naiven Ideen-Klaus und das „Abhandeln“ diverser Filmzitate aus einschlägigen Genre-Klassikern den interessierten Horrorfreund fernab des Mainstreams munden könnte.
 
 
 


 
 
 

Besessen – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Kleines, unbedeutendes aber dafür charmant-naives B-Movie, dass man einfach liebhaben muss! Für Exorzisten-Fans uneingeschränkt empfehlenswert!
 
 
 


 
 
 

Besessen – Zensur

 
 
 
Anfänglich noch recht züchtig, gibt es im Finale einige derbe Splatter-Szenen. Ein Kopf wird u.a. zerrissen und eine Schulter angeknabbert. Dennoch, „Besessen“ mutiert zu keiner Minute zu einem Gut´s and Gore-Streifen, sodass dieser kleine Indie- Exorzistenstreifen in deutschen Gefilden ungeschnitten mit einer 16er-Freigabe abgesegnet wurde.
 
 
 


 
 
 

Besessen – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Besessen der Teufel in mir Bluray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Devil Seed; USA 2012

Genre: Horror/Thriller

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1080p/24, 1:1,85

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK 16

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Bloopers (witzige Szenen vom Set – ca. 4 Minuten), Verlängerte und Geschnittene Szenen (ca. 19 Minuten), Trailer zum Film in deutsch und Englisch, diverse Trailer aus dem Hause „Sunfilm“ – alles Extras leider keine Untertitel

 
 
 
„Besessen – der Teufel in mir“ hat, wie bei „Sunfilm“ üblich, eine allein zweckmäßige Veröffentlichung spendiert bekommen. Für einen Low-Budget-Film wie diesen, ist das Bild erstaunlich farbenfroh und kontrastreich ausgefallen, der Ton durchaus annehmbar. „Sunfilm“ hat es sich sogar nicht nehmen lassen, den Titelbanner des Films einzudeutschen. Zudem ist die Synchronisation als ziemlich gelungen zu betiteln. Man spürt, dass die Synchronsprecher deutlich Spaß beim Sprechen ihrer Rollen gehabt haben müssen. Den hatten vermutlich auch die Schauspieler während der Dreharbeiten, denn unter der Zugabe „Bloopers“ darf sich der Zuschauer selbst ein Bild von den chaotischen Zuständen am Set machen. Ebenso haben es diverse verlängerte und geschnittene Szenen auf die Scheibe geschafft, wobei der Zuschauer einmal mehr, wie eigentlich immer bei „Sunfilm“, auf deutsche Untertitel beim Bonus unverständlicherweise verzichten muss. Auffällig ist, dass es sich recht kompliziert ins Hauptmenü wählen lässt, da der Film direkt beim Einlegen der Scheibe beginnt. Das Bonuspaket wird durch diverse Trailer des Publishers abgerundet und der Zuschauer darf sich einmal mehr über einen flatschenfreien Einleger freuen – „Sunfilm“ spendiert nämlich auch dem Film „Besessen“ ein Wendecover.
 
 

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Besessen – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
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